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Honduras: Auf Corona-Viren schießen? (18. August 2020)

Noticias_Honduras_Juan_Orlando_Hernandez-Bild_wiki_CCHonduras‘ Kampf mit Covid-19 hat, innerhalb Zentralamerikas, mindestens zwei Alleinstellungsmerkmale: Zum einen weist es laut Worldometer (16.08.2020) mit 158 Toten pro 1 Million Einwohner in der Region die höchste Rate auf. Es folgen Guatemala mit 131, El Salvador mit 94, Costa Rica mit 57 und Nicaragua mit 19, nimmt man alle Zahlen, insbesondere auch die Nicaraguas, ernst. Für Honduras steigen fast alle Corona-Kurven noch immer exponentiell. Zum anderen trifft COVID-19 in diesem Land auf die höchste Ungleichheitsrate Zentralamerikas: Der Gini-Koeffizient beträgt zwischen 0,50 und 0,52. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist also riesig. Das Land hat eine der schwächsten Mittelklassen der Region. Bei der Armutsrate lässt es nur Guatemala den Vortritt, das in Zentralamerika seinerseits die höchste absolute Zahl von Corona-Opfern auf dem Isthmus vermeldet. Zudem arbeiten rund 80 % der Honduraner im informellen Sektor. Auch das ist in Zentralamerika eine vergleichsweise hohe Rate. Diese Menschen leben von der Hand in den Mund. In Corona-Zeiten nun beläuft sich deren Einkommen, angesichts strenger Restriktionen, fast auf null. Es wird davon ausgegangen, dass jeder dritte Betrieb schließen wird. Die Menschen betteln daher um Essen. Viele hungern. Darüber hinaus treffen in Honduras auf Ungleichheit, Armut und informellen Sektor besonders harte Corona-Regeln: Das Land hat den nationalen Notstand ausgerufen, der die Aussetzung aller Aktivitäten des öffentlichen und privaten Sektors mit Ausnahme der „systemrelevanten“ vorschreibt. Es herrscht totale Ausgangssperre, an den Samstagen und Sonntagen ohne Einschränkung. Auch wochentags darf eine Person, es sei denn, sie hat eine Ausnahmegenehmigung, nur an einem bestimmten Tag alle zwei Wochen das Haus für Einkäufe verlassen. Ausgenommen sind El Progreso und La Ceiba, wo die Infektionsrate niedrig ist. Dass der Staat die Gelegenheit nutzt, seine schon vor der Epidemie präsenten autoritären Züge auszuweiten, zum Beispiel indem er, auf neue Weise rechtlich kodifiziert, weitere Beschneidungen der Presse-und Informationsfreiheit einführt, macht die Situation natürlich nicht besser. Honduras‘ Staatsoberhaupt Juan Orlando Hernández (Bild), das als erstes in Lateinamerika positiv auf Corona getestet worden war, hat das Militärkrankenhaus inzwischen wieder verlassen. Ob Präsident Hernández nun immer noch meint, Corona-Viren könne man erschießen? Immerhin landeten etwa 45 Millionen US-Dollar Kredit, die der honduranischen Regierung im Juni von der Weltbank zur Eindämmung der Pandemie zur Verfügung gestellt worden waren, im Sicherheitssektor (Bildquelle: wiki_CC).

Honduras: Der Druck steigt (29. August 2019)

Noticias_Honduras_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiDer honduranische Präsident Juan Orlando Hernández (JOH) hat am Sonntag (25. August) die USA besucht, um mit dem Minister für Heimatschutz (Homeland Security), Kevin McAleenan, über verschiedene Aspekte der Migration zu sprechen. In diesem Zusammenhang warnte er vor 30.000 Migranten aus Haiti, Kuba sowie Asien und Afrika, die von Honduras aus die USA erreichen wollen. Das Thema ist aus zwei Gründen von besonderer Brisanz für beide Seiten. Zum einen war Honduras im Herbst 2018 der Ausgangspunkt für eine Reihe von Migrantenkaravanen, die über Mexiko bis zur US-Grenze gelangten. Zum anderen hat die Trump-Administration mit Mexiko und Guatemala Abkommen geschlossen, die eine Wiederholung der Flüchtlingskrise ausschließen sollen. Besonders pikant ist die Angelegenheit nicht zuletzt deshalb, weil JOH seitens der US-amerikanischen Ermittlungsbehörden mit dem Drogenhandel in Verbindung gebracht wird. Das Migrationsproblem wird sich aber ungeachtet aller „Sicherheitsmaßnahmen“ weiter verschärfen. Neben der Gewalt steigern Armut und die Folgen des Klimawandels den Druck im nördlichen Dreieck Zentralamerikas, zu dem neben Honduras auch Guatemala und El Salvador gehören. Nach neuesten Angaben der Weltbank gehören die drei Republiken zu den am meisten von der Armut betroffenen Ländern Lateinamerikas. Honduras mit einem Anteil von 52,6 Prozent und Guatemala mit 48,8 Prozent stehen dabei an der Spitze, El Salvador liegt auf Platz 6 (von 18). Das Welternährungsprogramm der UNO hat am 9. August mitgeteilt, dass mehr als 1,4 Millionen Menschen in Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua, die unter den Folgen extremer Klimaschwankungen leiden, schnellstens Lebensmittelhilfe benötigen. Mehr als zwei Millionen Bauern gelten mittelfristig als besonders verwundbar (Bild: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).


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