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Honduras: Xiomara Castro gewinnt Präsidentschaftswahl (30. November 2021)

Logo_LIBRE_Bild_wiki_ccDavid Chávez, Bürgermeisterkandidat des Partido Nacional für Tegucigalpa, proklamierte den Wahlsieg seiner Partei in einer Pressekonferenz bereits 8.18 Uhr am Morgen des Wahltages: “Ich möchte mit Nachdruck und Entschlossenheit versichern, dass die Nationale Partei erneut die Wahlen mit Papi a La Orden gewonnen hat, wir gewinnen mit Nachdruck 14 von 18 Departements.“ Wenn diese Pressekonferenz nicht dem Größenwahn des Kandidaten geschuldet war, dann wohl der puren Verzweiflung. Vielleicht hoffte Chávez mit diesem Verstoß gegen die Artikel 237 bis 241 des Wahlgesetzes ja, die Wähler verunsichern und noch umstimmen zu können. Das Wahlergebnis, so zeichnet sich nach Auszählung von gut der Hälfte der Stimmen ab, kündet tatsächlich von einem Wahlsieg mit Nachdruck: Nach dem vorläufigen Ergebnis von heute 12 Uhr honduranischer Ortszeit trennen die Wahlsiegerin vom Zweitplatzierten 19,5 Prozentpunkte. Allerdings hat Papi a La Orden alias Nasry Asfura, Präsidentschaftskandidat des Partido Nacional, mit 34 Prozent der Wählerstimmen nicht die Spur einer Chance, seine Konkurrentin Xiomara Castro vom Partido Libertad y Refundación (Libre) noch zu überrunden. Libre gewann mit Castro nicht nur die Präsidentschaft, sondern auch 17 der 18 Departements, selbst Hochburgen des Partido Nacional wie Lempira und Intibucá entschied die Partei für sich. Lediglich ein Departement, El Paraíso, ging an die Konservativen. Xiomara Castro, die Frau des 2009 aus dem Amt gesputschten Präsidenten Manuel Zelaya, tritt ein schweres Erbe an. 70 Prozent der Honduraner leben unter der Armutsgrenze, das Land zählt zu den korruptesten und gewalttätigsten der Welt; jedes Jahr emigrieren Zehntausende, um der Perspektivlosigkeit zu entfliehen. Die Wahl der Kandidatin von Libre war eine Wahl für einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel. Die Wahlsiegerin versicherte in ihrer ersten Rede nach der Wahl, alle Wahlversprechen – Schaffung von Formen der partizipativen Demokratie, die Verteidigung der Menschenrechte, entschiedener Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch sowie für Gewaltfreiheit – würden eingehalten (Bildquelle: wiki_cc).

Honduras: Auf Corona-Viren schießen? (18. August 2020)

Noticias_Honduras_Juan_Orlando_Hernandez-Bild_wiki_CCHonduras‘ Kampf mit Covid-19 hat, innerhalb Zentralamerikas, mindestens zwei Alleinstellungsmerkmale: Zum einen weist es laut Worldometer (16.08.2020) mit 158 Toten pro 1 Million Einwohner in der Region die höchste Rate auf. Es folgen Guatemala mit 131, El Salvador mit 94, Costa Rica mit 57 und Nicaragua mit 19, nimmt man alle Zahlen, insbesondere auch die Nicaraguas, ernst. Für Honduras steigen fast alle Corona-Kurven noch immer exponentiell. Zum anderen trifft COVID-19 in diesem Land auf die höchste Ungleichheitsrate Zentralamerikas: Der Gini-Koeffizient beträgt zwischen 0,50 und 0,52. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist also riesig. Das Land hat eine der schwächsten Mittelklassen der Region. Bei der Armutsrate lässt es nur Guatemala den Vortritt, das in Zentralamerika seinerseits die höchste absolute Zahl von Corona-Opfern auf dem Isthmus vermeldet. Zudem arbeiten rund 80 % der Honduraner im informellen Sektor. Auch das ist in Zentralamerika eine vergleichsweise hohe Rate. Diese Menschen leben von der Hand in den Mund. In Corona-Zeiten nun beläuft sich deren Einkommen, angesichts strenger Restriktionen, fast auf null. Es wird davon ausgegangen, dass jeder dritte Betrieb schließen wird. Die Menschen betteln daher um Essen. Viele hungern. Darüber hinaus treffen in Honduras auf Ungleichheit, Armut und informellen Sektor besonders harte Corona-Regeln: Das Land hat den nationalen Notstand ausgerufen, der die Aussetzung aller Aktivitäten des öffentlichen und privaten Sektors mit Ausnahme der „systemrelevanten“ vorschreibt. Es herrscht totale Ausgangssperre, an den Samstagen und Sonntagen ohne Einschränkung. Auch wochentags darf eine Person, es sei denn, sie hat eine Ausnahmegenehmigung, nur an einem bestimmten Tag alle zwei Wochen das Haus für Einkäufe verlassen. Ausgenommen sind El Progreso und La Ceiba, wo die Infektionsrate niedrig ist. Dass der Staat die Gelegenheit nutzt, seine schon vor der Epidemie präsenten autoritären Züge auszuweiten, zum Beispiel indem er, auf neue Weise rechtlich kodifiziert, weitere Beschneidungen der Presse-und Informationsfreiheit einführt, macht die Situation natürlich nicht besser. Honduras‘ Staatsoberhaupt Juan Orlando Hernández (Bild), das als erstes in Lateinamerika positiv auf Corona getestet worden war, hat das Militärkrankenhaus inzwischen wieder verlassen. Ob Präsident Hernández nun immer noch meint, Corona-Viren könne man erschießen? Immerhin landeten etwa 45 Millionen US-Dollar Kredit, die der honduranischen Regierung im Juni von der Weltbank zur Eindämmung der Pandemie zur Verfügung gestellt worden waren, im Sicherheitssektor (Bildquelle: wiki_CC).


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