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12. Juli | Argentinien: Abkommen mit IWF stößt auf Protest

Macri_Foto Quetzal Redaktion_sole biasattiAm 09. Juli, dem Jahrestag der Unabhängigkeit Argentiniens von 1816, protestierten tausende von Demonstranten gegen das Abkommen der Regierung mit dem Internationalen Währungsfond (IWF). Die Menschenmassen in Buenos Aires rund um den Obelisken forderten wirtschaftliche Unabhängigkeit und sprachen sich gegen eine noch tiefere Verschuldung aus. Die instabile wirtschaftliche Lage des Landes ist bereits zwei Jahre lang ein wachsendes Problem. Vor allem die rasante Inflaton setzt den Präsidenten Mauricio Macri schwer unter Druck. Im Juni unterzeichnete er in Kanada im Rahmen des G7 ein Abkommen für den IWF-Kredit in Rekordhöhe von 50 000 Millionen Dollar über drei Jahre. Allerdings ist diese Summe an die Bedingung des Finanzausgleichs im Jahr 2020 gekoppelt. Dadurch wird sich die Sparpolitik weiter auswirken. Es herrscht die Befürchtung, dass die Provinzen am meisten betroffen sein werden. Darüber hinaus besteht Unzufriedenheit wegen starker Tarifsteigerung in den Bereichen Licht, Wasser und Gas. Außerdem wird erwartet, dass Zuschüsse in Transport, Energiewirtschaft, dem öffentlichen Dienst und Bauwesen gekürzt werden. Gewerkschaften fordern höhere Löhne, da der drastische Absturz des Peso Konsequenzen spüren lässt und Entlassungen in staatlichen und privaten Betrieben drohen. Die Mehrheit der Bevölkerung in Argentinien erinnert der IWF an die schwere Wirtschaftskrise von 2001 (Bilquelle: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).

07. Juli | Mexiko: Historischer Sieg bei Präsidentschaftswahlen

Mexiko: Andrés Manuel López Obrador (zweiter von links) im Wahlkampf - Foto: RosarioEsp

Entsprechend der Wahlprognosen gewann der linkskonservative Andrés Manuel López Obrador (AMLO) von der „Bewegung der Nationalen Erneuerung“ (MORENA) mit 53,2 Prozent bei den Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag. Der ehemalige Regierungschef des Bundesdistriktes Mexiko-Stadt versprach einen radikalen Richtungswechsel im Umgang mit den dringenden Problemen im Land. López Obrador kündigte an, dass die Schwerpunkte seiner Amtszeit auf der Bewältigung der Drogenkriminalität und der Korruption sowie der Sicherheits- und der Wirtschaftspolitik liegen werden. Damit bricht in Mexiko eine neue Ära an; denn mit seinem Wahlsieg beendete López Obrador die seit fast hundert Jahren andauernde Dominanz von PRI und PAN. Der konservative Ricardo Anaya von der „Partei der Nationalen Aktion“ (PAN) kam auf nur 22,3 Prozent der Stimmen und der Regierungskandidat José Antonio Meade von der ehemaligen Partei der institutionellen Revolution (PRI) konnte lediglich 16,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der Wandel macht sich auch in der Hauptstadt bemerkbar, wo mit Claudia Sheinbaum, einer Umweltpolitikerin aus López Obradors Lager, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes eine Frau regieren wird (Bildquelle: RosarioEsp).

30. Juni | Lateinamerika: Waldverluste 2017 trotz Rückgang immer noch dramatisch

Wald_Bild_Quetzal-Redaktion_tejeWie Global Forest Watch auf einer Klimakonferenz in Oslo mitgeteilt hat, waren 2017 die weltweiten Verluste an bewaldeter Fläche mit 15,8 Millionen ha die zweithöchsten seit 2001. Obwohl dieser Wert noch unter dem von 2016 liegt, entspricht er der Größe von Bangladesh. Mit 4,52 Millionen ha nimmt Brasilien unter den betroffenen Ländern die Spitzenposition ein, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (1,47 Millionen ha) und Indonesien (1,3 Millionen ha). Auf dem sechsten bis achten Platz finden sich die drei südamerikanische Länder Bolivien (463.000 ha), Kolumbien (425.000 ha) und Paraguay (360.000 ha). Insgesamt entfallen damit auf die vier lateinamerikanischen Länder 36,5 Prozent des weltweiten Verlustes von 2017. Nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF) hat Brasilien in den Jahren von 1990 bis 2015 insgesamt 53,2 Millionen ha an bewaldeten Landschaften verloren, was knapp 10 Prozent seiner Waldfläche von 1990 entspricht. Den dramatischsten Anstieg hatte 2017 Kolumbien zu verzeichnen. Dort nahmen die Waldverlusten gegenüber 2016 um 46 Prozent zu. Beobachter führen dies auf das Machtvakuum zurück, das durch die Demobilisierung der FARC-Guerilla im Zuge des Friedensabkommens entstanden ist. Costa Rica ist ein Beispiel dafür, dass im Ergebnis einer klugen Forstpolitik eine Umkehr eingeleitet werden kann. In dem kleinen zentralamerikanischen Land hat die Waldfläche seit 2000 um 16 Prozent zugenommen. Damit wachsen auf 54 Prozent der Landesfläche wieder Bäume, während Honduras lauf WWF von 1990 bis 2015 fast die Hälfte seiner Waldfläche verloren hat (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_teje).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


Novedades

Víctor Montoya – Microcuentos – Teil 11
Autor:
Kategorie(n): Chile, Kunst & Kultur, Literatur

kultur_montoya_Microcuentos11-2_Edwin_Eschweiler-gtIch träumte, mit einer Frau im Bett zu sein, die, ohne mir ihr Gesicht zu zeigen oder ihren Namen zu verraten, bereit war, mich in die Geheimnisse ihres Körpers einzuweihen.

Ich strich ihr mit den Fingern das Haar aus dem Gesicht und entdeckte im schwachen Licht des Mondes, das durch das Fenster drang, dass sie nicht die gleiche war, mit der ich mein Leben teilte, sondern eine andere, die sich mir im Traum ebenso unterschwellig hingab, wie sich die Geheimnisse in der Erinnerung offenbaren …

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Cierra los ojos, pálpame
Autor:
Kategorie(n): Dialogando, Kunst & Kultur, Literatur

dialogando_Jaramillo1-Quetzal_Redaktion_gt- Veo en ti la fuerza de la felicidad. No te envidio. Toma este libro, te lo mereces.- Me puso el libro contra el pecho y se marchó.

¿Por qué no habría de estar feliz? Era un día soleado, acababa de ganar una semana de vacaciones pagadas para dos personas en la playa y a quien invité acepto ir. ¡Por qué no habría de estar totalmente risueño aquella tarde! Pero aquel desconocido tuvo que dejarme el libro en el pecho …

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Theoriegerüste auf einer realpolitischen Baustelle Ein Essay zu Ernesto Che Guevaras Wirtschaftspolitik als Industrieminister – Teil 2
Autor:
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Kuba: Herstellung der Havano-Zigarre durch eine torcedera - Foto: Sven WerkDie Frage nach der Vorbildrolle anderer sozialistischer Staaten ist natürlich nur oberflächlich. Entscheidend ist vielmehr die zu etablierende Wirtschaftsstruktur, die konkrete Wirtschaftsplanung und -politik. Einen wichtigen Punkt schien Che Guevara von Anfang an richtig erkannt zu haben. Denn für ihn bestand der beste Weg zur Industrialisierung Kubas …

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Theoriegerüste auf einer realpolitischen Baustelle Ein Essay zu Ernesto Che Guevaras Wirtschaftspolitik als Industrieminister – Teil 1
Autor:
Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Geschichte & Archäologie, Handel & Finanzen, Kuba, Landwirtschaft & Agrarreform, Wirtschaft & Entwicklung

Kuba_Havanna_Bild_Redaktion_pgErnesto Che Guevara war nicht nur Arzt, Revolutionär und Guerillaführer. Er war auch für eine kurze Zeit kubanischer Industrieminister. Vom 23. Februar 1961 bis April 1965 lenkte er die wirtschaftlichen Geschicke des Karibikstaates. Was waren die Leitlinien seiner Wirtschaftspolitik? Wie sah sein sozialistisches Wirtschaftsmodell aus? Was waren seine Ideale? …

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Guevara, Ernesto Che: Episoden aus dem Revolutionskrieg
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Zu Beginn ist eine grundlegende Feststellung vonnöten: Das ist kein Tagebuch! Auch wenn das Buch inzwischen, in erweiterter Fassung, bei Kiepenhauer & Witsch als „Kubanisches Tagebuch“ verkauft wird. Vor mir liegt die Erstausgabe von Reclam Leipzig aus dem Jahre 1978, die allerdings die zweite Ausgabe in deutscher Sprache war. Bereits 1969 erschienen bei Rowohlt die „Aufzeichnungen aus dem kubanischen Befreiungskrieg 1956-1959“ …
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NAFTA und die Folgen (III) Wer hat ein Interesse an der „Mesoamerikanisierung“ Zentralamerikas?
Autor:
Das Konzept von Mesoamerika geht auf Paul Kirchhoff zurück (Kirchhoff 1960). In einem 1943 publizierten Artikel begründete er seine Auffassung, dass zum Zeitpunkt des Kontaktes mit den Spaniern das Gebiet zwischen den Reichen der Azteken und Tarasken im Norden und den Stadtstaaten der Maya im Süden Teil eines einheitlichen Kulturraum bildete, dem er den Namen „Mesoamerika“ gab. Dazu zählte er auch die …
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