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08. August | Peru, Ecuador: Inti Raymi – Wiederbelebt und gelebt

Ecuador: Inti Raymi - Foto: Quetzal-Redaktion, amDas hat es schon in vielen Regionen der Welt gegeben: Alte, im Alltag nicht mehr existente Traditionen werden wieder praktiziert. Mitunter ist es dann aber nach einiger Zeit wieder eingeschlafen, und man weiß, die kulturelle Basis ist nicht mehr vorhanden. Mit dem Sonnenfest, in der Quechuasprache Inti Raymi genannt, ist das anders. Als vor 60 Jahren indigene Künstler, Schauspieler und Funktionäre diese Feierlichkeiten in Peru wieder belebten, haben sie sicherlich gehofft, das sich das Fest im Kulturraum des alten Inka-Reiches wieder etabliert. Voraussehen konnten sie dies sicher nicht. Inti Raymi ist wieder eine feste Größe im Kalender, in der Zeit der Sonnenwende im Juni geworden. Dank der Beschreibungen der Chronisten, die glücklicherweise die Zeiten seit dem letzten Fest 1535 in Cuzco überstanden haben, hatte man eine Gestaltungsgrundlage. Sieht man die heutige Resonanz, dann kann man nicht anders, als den Wiederbegründern und ihren Nachfolgern ganze Arbeit zu attestieren und zum Erfolg zu gratulieren. Sicher sollten die Feierlichkeiten in der Inkazeit auch den Herrschaftsanspruch dieser Theokratie untermauern. Ihr Ursprung liegt aber in der bäuerlichen Kultur des Andenraumes. Die Terassenlandwirtschaft im Hochgebirge war und ist extrem von der Sonne abhängig. Auch heute finden sich z. B. in Ecuador Kartoffelfelder bis in Höhen an die 4000 m. Ereignisse, die dort die Sonneneinstrahlung stark verringern, führen durch Temperaturabfälle umgehend zum Absterben der Pflanzen. Und damit zur Zerstörung der Nahrungsgrundlage. Inti Raymi zeigt dem Menschen seine Abhängigkeit von seiner natürlichen Umwelt, seine Verletzlichkeit. Das ist ein Teil der Basis dieses Festes und nicht unwesentlich für seine erfolgreiche Renaissance (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).

04. August | Argentinien: Nach dem Default in der Klemme

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmArgentinien hat den neuerlichen Verzug bei der Schuldentilgung nicht abwenden können. Kritiker gehen sogar so weit zu behaupten, es stand nie in Aussicht, dass sich das Land mit den Hedgefonds auf eine Lösung einigt. Doch egal, wie verwerflich man das Geschäftsgebahren von NML Capital auch finden mag: Sie bekamen vor Gericht Recht – obwohl sie Argentinien nie einen Kredit gewährt hatten, obwohl sie mit 80 bis 85 Prozent Abschlag argentinische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt aufkauften, obwohl sie damit aus 48 Millionen US-Dollar 832 Millionen US-Dollar gemacht haben. Das Gericht entschied, dass Argentinien den vollen Nennwert der Anleihen – inklusive Zins und Zinseszins – an NML Capital (und andere) zurückzahlen müsse. Die sogenannte Hold-out-Strategie der Hedgefonds ging also auf. Denn die basiert auf US-Recht und -Rechtsprechung. Argentinien befindet sich daher in einer Klemme: Zahlt sie NML Capital aus, folgen bald weitere Forderungen, schließlich hält NML nur knapp 15 Prozent der Hold-Out-Bonds mit einem Nennwert von 11 Milliarden US-Dollar. Außerdem könnten all diejenigen klagen, die zum Teil auf 75 Prozent ihrer Forderungen bei den vorangegangenen Umschuldungen seit 2002 (unfreiwillig) verzichten mussten. Es läge gegenüber NML Capital eine Ungleichbehandlung vor. Sollten entsprechende Gerichtsprozesse geführt und gegen Argentinien entschieden werden, ergäben sich weitere Forderungen in Höhe von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Das Geld fehlt dann natürlich für nationale Entwicklungs- und Sozialprogramme, was den Unmut der Bevölkerung wecken wird. Zahlt hingegen Argentinien die Hedgefonds nicht aus, träte der „Zahlungsausfall“ ein. Das Land wäre wieder einmal pleite. Die katastrophale Folge bestünde dann vor allem darin, dass die Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte versperrt bliebe. Noch vor kurzem sah es so aus, als würde Argentinien nach knapp zwölf Jahren über Schuldenschnitte und Rückzahlung von Altschulden diesen Schritt bald schaffen. Jetzt hingegen ist die Lage düsterer denn je (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).

01. August | Argentinien: Uruguay ist besorgt über Schuldenkrise in Argentinien

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie Verhandlungen Argentiniens mit einer Gruppe von Gläubigern sind in der Nacht zum Donnerstag (31.07.2014) ergebnislos zu Ende gegangen, das südamerikanische Land war gegenüber den Forderungen der Hedgefonds hart geblieben. In Uruguay wird die Entwicklung indessen aufmerksam beobachtet. Die uruguayische Regierung hatte schon früh vor den Gefahren der sogenannten Geierfonds gewarnt. Mit Argentinien, so heißt es, könne ein Präzedenzfall für Länder geschaffen werden, die einen Schuldenkompromiss anstreben. Der Umgang mit Argentinien betreffe auch die anderen Länder der Region, denn „wenn Argentinien durch eine sehr schwere Konjunktur geht“, dann wird das Auswirkungen auch auf die Länder haben, die wirtschaftliche Beziehungen zu Argentinien pflegen. Auf dem jüngsten Mercosur-Gipfel hatten die versammelten Staatschefs sich hinter Argentinien gestellt und dem Land ihre Unterstützung zugesichert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile


Novedades

Réquiem para los caídos en la masacre minera de Milluni
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Kategorie(n): Dialogando

Bolivia: El cementerio minero de Milluni (Bolivien: Der Friedhof von Milluni) - Foto: Víctor MontoyaHace tiempo que tenía pensado conocer este centro minero que, como tantos otros desparramados en nuestra extensa cordillera, me llamó la atención desde el día en que leí un testimonio que daba cuenta de una masacre perpetrada por el régimen dictatorial del general René Barrientos Ortuño. La cuenca de Milluni se encuentra aproximadamente a una hora de viaje desde la ciudad de El Alto, siguiendo por la ruta pedregosa y polvorienta que conduce en dirección a Chacaltaya. En el trayecto es posible divisar, a través del parabrisas y las ventanillas laterales del vehículo, el imponente paisaje de la cordillera, con sus montañas de picos nevados, donde se alza como el rey de reyes el majestuoso Huayna Potosí, situado en la provincia Pedro Domingo Murillo …

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Und ewig geiern die Heuschrecken
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Kategorie(n): Argentinien, Handel & Finanzen, Wirtschaft & Entwicklung

Argentinien: Piqueteros (Blockierer) während der Schuldenkrise 2001 - Foto: Luis Jou GarciaAm 16.06.2014 wurde in New York ein weitreichendes Urteil gefällt: ein Urteil, das tief in die Souveränitätsrechte eines Landes eingreift und private Investmentinteressen schützt; ein Urteil, bei dem es um viel Geld geht und die Rendite für eine Minderheit über die Belange einer ganzen Nation stellt. Denn im Fall des Rechtsstreits zwischen einer Hedgefondsgruppe und dem Staat Argentinien waren es die Investoren, die einen Sieg auf ganzer Linie errangen. Hintergrund des Rechtsstreits bildete der argentinische Staatsbankrott von 2002. Nach Verkündung des Schuldenmoratoriums hatte Argentinien mit den meisten der Schuldner eine Umschuldung und einen Schuldenverzicht erreicht – bis auf einige Hedgefonds, angeführt von NML Capital. Die Gruppe …

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„Growing Changes“ und „ALMA“
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Kategorie(n): Gesehen, Globale Beziehungen, Landwirtschaft & Agrarreform, Ressourcen & Umwelt, Venezuela

Mais - Foto: Agencia Brasil, Elza FiuzaDas Projekt „Querbeet – Offene Gärten“ kümmert sich seit 2011 um die sinnvolle Nutzung von Brachflächen im Leipziger Osten. So kann in der Neustädter Str. 20 gemeinsam gegärtnert und geerntet werden. „Urban gardening“ heißt das ja auf Neudeutsch, in Leipzigs Osten ist das ein durchaus interessanter Versuch, die Bewohner des sehr heterogenen Viertels zusammenzubringen. Der Offene Garten wird im Sommer auch zum Flimmergarten, und vom 11. bis 19. Juli konnten die Besucher unter Bäumen bei fair gehandelten Speisen und Getränken interessante Dokumentarfilme zu nachhaltigem Konsum und ökologischer Landwirtschaft sehen. Am 18. Juli standen zwei Filme auf dem Programm, die sich mit …

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Pinochet und die Mapuche
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Kategorie(n): 40 Jahre Putsch in Chile, Chile, Ethnien & Kulturen, Gewalt & Menschenrechte, Landwirtschaft & Agrarreform

Chile: Widerstand der Mapuche - Foto: Miquel Garcia Während der Pinochet-Diktatur wurden viele ChilenInnen Opfer der brutalen Repression des Regimes. Auch die Mapuche bekamen das harte Vorgehen der Junta zu spüren. Das lag unter anderem daran, dass viele von ihnen vor dem Staatsstreich 1973 Teil der „Bewegung hin zum Sozialismus“ waren. Denn zahlreiche indigene Organisationen beteiligten sich aktiv an der sozialen und politischen Mobilisierung und unterstützten die Unidad Popular unter dem 1970 zum Präsidenten gewählten Salvador Allende. Der Grund dafür war, dass viele Mapuche zu diesem Zeitpunkt endlich die Möglichkeit gekommen sahen…

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Matthes, Sebastian: Eine quantitative Analyse des Extraktivismus in Lateinamerika
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Extraktivismus ist eines der Modeworte in der Debatte zur lateinamerikanischen Entwicklungsstrategie. In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Publikationen zu diesem Thema [1] (auch bei QUETZAL zum Beispiel in Venezuela, Kolumbien, Peru und Bolivien). Der Begriff wird inzwischen beinahe inflationär verwendet und mit Präfixen wie Neo- oder Post- versehen. Gerade im Zuge des globalen Rohstoffbooms ab …
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Guatemala, 27. Juni 1954: Staatsstreich gegen Arbenz
Autor:
Vor 60 Jahren – am 27. Juni 1954 – erklärte Jacobo Arbenz, der demokratisch gewählte Präsident Guatemalas, seinen Rücktritt. Die Umstände und Konsequenzen dieses historischen Ereignisses machen es zu einem politischen Lehrstück, das heute noch unsere Aufmerksamkeit verdient. Juan Jacobo Arbenz Guzmán wurde am 14. September 1913 in Quetzaltenango (Xelajú), der zweitgrößten Stadt Guatemalas, geboren. Sein …
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