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31. August | Venezuela: Eskalation und Massenflucht im Grenzgebiet zu Kolumbien

Kolumbien: Paramilitär Salvatore Mancuso - Foto: Public Domain Nachdem es in kolumbianischer Grenznähe zu einer Schießerei zwischen venezolanischen Soldaten und Drogenschmugglern gekommen war, bei der drei Soldaten und ein Zivilist verletzt worden waren, ließ der venezolanische Präsident Maduro die 2.200 km lange Grenze auf unbestimmte Zeit schließen. Nicolás Maduro, der rechte Paramilitärs aus Kolumbien für den Zwischenfall verantwortlich macht, rief zudem in sechs Grenzbezirken im westlichen Bundesstaat Táchira den Ausnahmezustand aus und entsandte ca. 3.000 Soldaten in die Region. Ziel der genannten Maßnahmen sei der Kampf gegen den stark verbreiteten Schmuggel. In dem Gebiet hatten sich vor einiger Zeit zahlreiche rechte Paramilitärs und linke Guerilleros sowie die Drogenmafia und Schmuggler ausgebreitet, da die anhaltende Wirtschafts- und Versorgungskrise in Venezuela den Schmuggel zu einem sehr lukrativen Geschäft gemacht hat: die stark subventionierten und damit extrem billigen venezolanischen Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Benzin werden nach Kolumbien geschmuggelt und dort deutlich teurer verkauft. Nach Regierungsangaben führe dies zu der Warenknappheit in Venezuela. Die Situation verschärfte sich noch, als venezolanische Behörden damit begannen, mehr als tausend illegal eingewanderte KolumbianerInnen abrupt auszuweisen, da sie nach Staatschef Maduro am Schmuggel beteiligt seien. Daraufhin flohen mehrere Tausend weitere ImmigrantInnen freiweillig, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Aufgrund dieser Vorkommnisse hat sich das ohnehin schon gereizte Verhältnis beider Karibikstaaten noch verschlechtert. Kolumbien kritisierte neben der Abschiebung der kolumbianischen StaatsbürgerInnen auch die Grenzschließung scharf (Bildquelle: Public Doamin).

27. August | Mexiko – Spitzenköche gegen Genmais


Lateinamerika_Mais_Quetzal_Redaktion74 mexikanische Köche des Colectivo Mexicano de Cocina haben sich am Dienstag in einem Offenen Brief an die mexikanische Regierung gegen eine Anerkennung von genmanipuliertem Mais in Mexiko ausgesprochen. Anlass für das Schreiben ist eine juristische Entscheidung vom Juni dieses Jahres, die eine Überprüfung des 2013 ausgesprochenen Verbots des Anbaus von Genmais fordert. Das Gericht hatte damit auf eine Eingabe von Monsanto reagiert, in der behauptet wurde, das Verbot sei nicht wissenschaftlich untermauert. Die Köche argumentieren, dass der Genmais die Vielfalt einheimischer Maissorten gefährde. Zudem beschränke er die Rechte der Bauern, die seit Jahrhunderten ihre Pflanzen aus eigenen Samen ziehen könnten. Die Entwicklung in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, so z:B. in Argentinien, zeige in alarmierender Weise, welch verheerende Auswirkungen genmanipulierte Produkte auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Darüber hinaus führe der Anbau von Genmais zu einer Konzentration des Bodenbesitzes in den Händen transnationaler Konzerne und gefährde die Ernährungssouveränität des Landes. Enrique Olvera, Chef des hochgelobten Restaurants „Pujol“ betonte auf einer Pressekonferenz, dass der Anbau von Genmais nicht erlaubt werden dürfe, solange es keine Klarheit über mögliche Folgen gebe.

24. August | Bolivien: Thüringer Unternehmen plant Förderanlage zum Abbau von Lithium im Salar de Uyuni

Bolivien: Salzgewinnung im Salar de Uyuni, größter Salzsee der Welt sowie einer der Orte mit den weltweit größten Lithiumvorkommen - Foto: Quetzal-Redaktion: Maxim KarpilowskiDer Startschuss ist gefallen. Nachdem die bolivianische Regierung seit mehr als acht Jahren intensiv untersucht, ob, auf welche Art und Weise und mit welchen Technologien das Lithium im Salar de Uyuni gewonnen werden kann, scheint nun eine vorläufige Entscheidung gefallen. Die Regierung von Evo Morales unterzeichnete einen Vertrag mit dem Thüringer Unternehmen K-Utec, das eine erste Förderanlage planen soll. Das Volumen des Projektes beläuft sich auf 4,5 Millionen Euro. Die Fördersumme soll bei 30.000 Tonnen Lithium-Karbonat pro Jahr liegen. Die Indigenen der Region befürchten ein zweites Potosí, eine Fortsetzung der jahrhundertelangen Ausbeutung, bei der Lithium lediglich das Silber ablöst. Denn der “weiße Schatz” der Zukunft, der maßgeblich für den Ausbau der Elektromobilität in den industrialisierten Staaten benötigt wird, manifestiert die Armut in der Region. Die ansässige Bevölkerung wurde bei den geplanten Lithiumvorhaben des bolivianischen Staates nicht mit einbezogen. Es ist daher unklar, ob das Projekt mit K-Utec wie geplant durchgeführt werden kann oder ob die Indigenen der Region erneut zu Protesten aufrufen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Maxim Karpilowski).

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile

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Wiedergelesen: Eduardo Galeano “Erinnerung an das Feuer” (1982-1986)
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Backhouse, Maria: Grüne Landnahme. Palmölexpansion und Landkonflikte in Amazonien
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Kategorie(n): Brasilien, Gelesen, Gesellschaft & Soziales, Landwirtschaft & Agrarreform, Ressourcen & Umwelt

Rezension: Maria Backhouse: Grüne Landnahme. Palmölexpansion und Landkonflikte in Amazonien - BuchcoverAls Anfang 2007 in Mexiko die Tortilla-Krise ausbrach, weil sich der Preis für Mais und somit Tortillas innerhalb kürzester Zeit verdoppelt hatte, war der vermeintliche Auslöser schnell ausgemacht: die vermehrte Bioethanolproduktion aus Mais in den USA. Gemäß dieser Argumentation landeten die Kolben der Pflanze nunmehr als klimafreundlich zertifizierter Agrarkraftstoff in den Tanks der Autos und nicht mehr auf den Tellern der Armen. Es entbrannte daraufhin eine hitzige gesellschaftliche Diskussion, wobei sich die komplexen Zusammenhänge immer mehr auf eine „Tank-oder-Teller“-Debatte verkürzten. Vor diesem …

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Señor Kaplan. Ein Rentner räumt auf
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Uruguay_SenorKaplan_Screenshot_Foto-Señor Jacobo Kaplan geht auf die 80 zu. Wir befinden uns im Jahr 1997 in der uruguayischen Haupstadt Montevideo. Der Protagonist des Films “Señor Kaplan” ist Vater zweier Söhne, Ehemann einer patenten Ehefrau und seit neustem nicht mehr Besitzer seines Führerscheins. Der wurde ihm weggenommen, weil seine Sehkraft auf einem Auge rapid gesunken ist. Das kommt heraus, als er mit seiner Rebecca auf einem Fest ihrer gemeinsamen jüdischen Gemeinde das Auto eines Gastes zu Schrott fährt; beim selben Fest, auf welchem er vor lauter Frust und Drang, sich selbst und der Welt etwas zu beweisen, in den Swimming-Pool springt, obwohl er doch nicht schwimmen kann. Doch der abgeknöpfte Führerschein und die Verzweiflungstat am Pool scheinen nur die Spitze des Eisbergs: Was Jacobo in Wahrheit umtreibt, erfahren wir bei einigen …

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Der zentralamerikanische Bankensektor und seine Regionalisierung. Überlegungen zu neuen Trends und alten Kontinuitäten (Teil 3)
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Auf Basis der Angaben der Tabellen 8 und 9 sowie der Studie von Yuri Kasahara (2013) lassen sich erste Konturen der intraregionalen Unterschiede mit folgenden Gegensatzpaaren veranschaulichen: a) Pro und kontra Banken? (Guatemala vs. El Salvador): El Salvador hebt sich in zwei Punkten vom Rest der zentralamerikanischen Länder ab: durch den abrupten Strategiewechsel von 2005/ 2006 (Rückzug der nationalen Unternehmergruppen aus dem Bankensektor) und den extrem hohen Anteil des ausländischen…

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