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13. Dezember | Kolumbien – USA: Konkrete Gesichter gegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit

Noticias_Kolumbien_USA_Bild_Quetzal-Redaktion_gcJessica Sabogal gehört zur Generation von Straßenkünstlerinnen, die durch ihre Graffitis eine Veränderung der Gesellschaft anstoßen wollen. Der Kern ihrer kreativen Kampagne liegt in der Emanzipation der Frau. Ihre Portraitkunst verkörpert den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder Herkunft. Auf über zwanzig Meter hohen Mauern warnen die Protagonistinnen ihrer Werke: “White Supremacy is killing me” oder “Walls keep out greatness” und führen damit den PassantInnen auf der Straße die Missstände in der Gesellschaft vor Augen. Die Aktivistin Jessica Sabogal wurde in den USA geboren, als Tochter kolumbianischer Eltern, die vor der Gewalt des Drogenkrieges flüchteten, um ihren Kindern ein sichereres Leben bieten und ihre akademische Ausbildung fortsetzen zu können. Sabogals Leidenschaft für Graffitis wurde durch die mexikanischen muralistas beeinflusst, die als Künstler großes Ansehen in ihrem Land genießen. Sie selbst wurde international bekannt und konnte neben Ausstellungen in den Galerien von Massachusetts und San Francisco auch in Kanada, Österreich und Kolumbien ihre künstlerischen und sozialkritischen Spuren hinterlassen. Dabei prangerte sie u.a. die Diskriminierung gegen indigene Frauen an. Vor kurzem wurde sie von der US-Partei Democrats gebeten, ein Graffiti-Statement für MigrantInnen zu entwerfen, das die kommenden Monate über in Arbeit sein soll (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc).

05. Dezember | Mexiko: Krimi um Paco Ignacio Taibo II

Noticias_Mexiko_PITII_Bild_Antonio_Nava_Secretaría_de_Cultura_Ciudad_de_MéxicoKaum hat die neue Regierung in Mexiko am 1. Dezember ihr Amt angetreten, gibt es die ersten Kontroversen. Dass sich diese um Fragen der Kultur drehen, mag schon wieder typisch lateinamerikanisch sein. Präsident López Obrador ernannte einen neuen Direktor für den Fondo de Cultura Económica (FCE), die größte Verlagsvereinigung für spanischsprachige Literatur. Der 1934 gegründete Fondo hat bisher mehr als 10.000 Bücher herausgegeben und betreibt 28 Buchhandlungen in 14 mexikanischen Städten sowie Tochtergesellschaften in neun lateinamerikanischen Ländern und den USA. Der neu ernannte Leiter ist kein Geringerer als der international bekannte Schriftsteller und Historiker Paco Ignacio Taibo II, den man hierzulande wohl vor allem als Autor von Kriminalromanen kennt. Für die Kontroversen um die Ernennung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen werfen Kritiker dem Autor vor, er sei zu polemisch und polarisiere sehr stark. Zum anderen hätte AMLO den in Girón (Spanien) geborenen Taibo II gar nicht zum Direktor des Fondo ernennen dürfen. Ein Gesetz aus den 1960-er Jahren verbietet es, Führungsposten in öffentlichen Einrichtungen an Mexikaner zu vergeben, die nicht in Mexiko geboren sind. Es ist also noch eine Gesetzesänderung vonnöten, diese scheint im Parlament aber sicher zu sein. Vor dem neuen (noch inoffiziellen) Chef des Fondo stehen gewaltige Aufgaben: die Fusion mit anderen kulturellen Institutionen (z.B. mit dem Netzwerk der hochverschuldeten Öffentlichen Pädagogischen Bibliotheken) sowie die Bekämpfung der Korruption. So prekär die wirtschaftliche Situation des Buchhandels in Mexiko auch sein mag, eins hat PIT II bereits klar gemacht: „Wir schließen keine Buchhandlungen, wir zerstören keine Bücher, wir entlassen keine Arbeiter.“ (Bildquelle: Secretaría de Cultura_Ciudad de México_AntonioNava).

01. Dezember | Mexiko AMLO übernimmt Präsidentenamt

Noticia_Mexico_Zocalo1_Quetzal-Redaktion_gelherDie im Juli 2018 gewählte linke Regierung von Mexiko nimmt heute ihre Arbeit auf. Nach einem heftig geführten Wahlkampf verlief die Übergangsphase für den Regierungswechsel von Präsident Enrique Peña von der konservativen PRI (Partei der institutionellen Revolution) zum neugewählten Präsidenten Andrés Manuel López Obrador von der morena (Bewegung der nationalen Erneuerung) in einer geradezu traumhaften Harmonie ab. Obwohl sich die neue Regierung als Motor einer vierten Transformation des Landes präsentiert, steht sie nicht nur für eine Kontinuität der gescheiterten Strategie der inneren Sicherheit, sondern kündigte verschiedene Maßnahmen für eine „neue“ Strategie an. Diese sieht eine Änderung des mexikanischen Grundgesetzes vor, damit die Beteiligung des Militärs bei den Aufgaben der inneren Sicherheit offiziell im Grundgesetz verankert wird. Damit möchte die Regierung die Gründung einer neuen Bundespolizei (Guardia Nacional) aus Polizei und Militärpolizei möglich machen. Für die Ausbildung wird das Militär zuständig sein, dem es ermöglicht werden soll, Aufgaben der Polizei zu übernehmen. Mexikanische und internationale Menschenrechtsorganisationen sind alarmiert; sie bezeichnen diese Pläne als die falsche Strategie für die Erhöhung der Sicherheit im Land. Die Situation der Menschenrechte ist in Mexiko äußerst kritisch: In den letzten zwölf Jahren gab es mehr als 200.000 Morde, darunter über achtzig an Journalisten. Es gibt über 35.000 Verschwundene, die Feminizid-Rate ist sehr hoch, Erpressungen und Morddrohungen sind alltäglich geworden. Allein auf das Konto der Armee gehen gut 500 Fälle von ungeklärten Menschenrechtsverletzungen. Im Vorfeld seines Regierungsantritts hatte López Obrador zwei Bürgerbefragungen durchgeführt, in denen das mexikanische Volk u.a. auch über die zehn wichtigsten Projekte seiner Regierung abstimmen konnte – und es stimme ihnen auch zu. Es scheint so, als seien für die neue konservative linke Regierung Mexikos die Weichen gut gestellt. Selbst eine Gruppe der wichtigsten Unternehmer hat sich als Wirtschaftsberater angeboten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gelher).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


Novedades

Die Not der ÄrztInnen und RettungssanitäterInnen in Nicaragua
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Kategorie(n): Gewalt & Menschenrechte, Nicaragua, Parteien & Soziale Bewegungen

Nicaragua: Wahlkampagne der FSLN-Partei 2012 - Foto: Quetzal Redaktion, ach

Die Krise im Gesundheitswesen in Nicaragua ist nicht nur gravierend, sie ist erschreckend. Die Lage hatte sich seit April 2018 verschärft. Die Menschenrechtsverletzungen der Diktatur von Daniel Ortega Saavedra in den letzten elf Jahren konnte das nicaraguanische Volk nicht mehr aushalten und schloss sich zu Massenprotesten zusammen, die brutal vonseiten der Ortega-Murillo-Diktatur niedergeschlagen wurden …

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La memoria de los huesos: Dokumentarfilm von Facundo Beraudi
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Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Argentinien, El Salvador, Film, Geschichte & Archäologie, Gesehen, Gewalt & Menschenrechte

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Im Rahmen der diesjährigen 9. Lateinamerikanischen Tage Leipzig/Halle wurde am vergangenen 18.10. einmalig der Dokumentarfilm La memoria de los huesos (dt.: Das Gedächtnis der Knochen) gezeigt. Der Dokumentarfilm, der von dem argentinischen Regisseur Facundo Beraudi gedreht und bereits 2016 in Argentinien vorgestellt wurde …

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Vier indigene Völker verteidigen die Línea Negra gegen vordringende Bergbauindustrie
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Kategorie(n): Ethnien & Kulturen, Parteien & Soziale Bewegungen, Ressourcen & Umwelt

Sierra-Cabildo-Kankuam1_Bild_SemanaSostenible

Die Sierra Nevada de Santa Marta ist heiliges Gebiet. Trotz allem sind die Gesteinsressourcen im Inneren der Region begehrt. Um die Ausbeutungsversuche zu stoppen, schließen sich indigene Völker zusammen. Diesmal beschlossen die Führungskräfte der vier indigenen Völker der Sierra Nevada de Santa Marta (SNSM) eine neue Strategie auszuprobieren …

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Nach der Schicksalswahl: Was hat Brasilien von Jair Bolsonaro zu erwarten?
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Kategorie(n): Brasilien, Parteien & Soziale Bewegungen, Politik & Recht

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Jair Messias Bolsonaro hat am 28. Oktober 2018 die Stichwahl mit 55,13 Prozent der Stimmen gewonnen und wird ab dem 1. Januar 2019 Brasilien regieren. Sein Gegner Fernando Haddad, der Kandidat der linken Arbeiterpartei (PT) erhielt 44,8 Prozent der Stimmen. Zwar sind sich die meisten Kommentatoren einig, dass damit ein Ultrarechter das Präsidentenamt übernehmen wird, in der Frage …

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Rabia: Kurzfilm von Romina Tamburello
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Die Lateinamerikanischen Filmtage Leipzig/Halle sind ein Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen darf. Jedes Jahr wird ein bunt gemischtes Programm veröffentlicht, bei dem sicher für jede/n etwas dabei ist. Nicht nur das Angebot an unterschiedlichen Genres, auch der sozialkritische Unterton und anschließende Workshops ziehen ein engagiertes Publikum an. Zum Glück dauerten die Filmtage wieder …
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Braucht Lateinamerika sein #MeToo?
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Das Hashtag #MeToo ist dieser Tage ein Jahr alt geworden. Für die Medien war und ist das ein willkommener Anlass, Bilanz zu ziehen. Wir müssen an dieser Stelle nicht die Geschichte der Kampagne wiederholen, die ist weithin bekannt. In den USA angestoßen, ist #MeToo zu einer weltweiten Bewegung geworden, die ganz Enthusiastische auch schon einmal als „eine der großen …
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