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15. September | Bolivien: Futuristischer Personennahverkehr in La Paz

Bolivien: Größtes Seilbahnnetz der Welt in La Paz - Foto: DoppelmayrIn La Paz hält die Zukunft Einzug. Mit der heutigen Eröffnung der „Gelben Linie“ nimmt das geplante Seilbahnnetz der Metropole langsam Gestalt an. Bereits im Mai 2014 war die „Rote Linie“ an den Start gegangen – die „Grüne Linie“ und fünf weitere Strecken sollen folgen. Wenn das Netz fertig gestellt ist, wird es die größte urbane Seilbahninfrastruktur weltweit sein. Der Schritt zum Transport mit Gondelbahnen wurde notwendig, um das tägliche Verkehrschaos zwischen dem Stadtzentrum und El Alto zu verringern. Aufgrund der Hanglage sind die Straßen zwischen beiden Städten sehr schmal und nur schwer zu verbreitern. Außerdem müssen zwischen El Alto (4100 Meter ü. NN.) und dem Zentrum von La Paz mindestens 500 Höhenmeter überwunden werden. Das Seilbahnprojekt koordiniert und baut der österreichische Konzern Doppelmayr. Insgesamt stellt Bolivien dafür 234,6 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Seit Ende Mai haben bereits 3,5 Millionen Personen die Seilbahn genutzt. Die Fahrt kostet ungefähr 0,40 US-Dollar – und bringt eine Zeitersparnis von etwa 20 bis 30 Minuten pro Strecke. Die Kapazität auf der ca. 3,7 Kilometer langen Strecke der „Gelben Linie“ wird mit 6000 Passagieren pro Stunde angegeben (Bildquelle: Doppelmayr).

12. September | Chile: Erneuter Bombenanschlag

Chile: Carabineros sind Teil der Streitkräfte, Foto: Quetzal-Redaktion, csDer erste Anschlag erfolgte am Montag, den 08.09.14, in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Dort wurde die Bombe in einem Papierkorb in der U-Bahn-Station Escuela Militar deponiert. Es wurden 14 Menschen leicht verletzt. Der Sprengsatz wurde aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder hergestellt und ähnelt der Bombe, die im Juli in einem U-Bahn-Waggon detonierte. Am darauffolgenden Dienstag ereignete sich dann wieder eine Explosion. Diesmal in einem Supermarkt der Kette Tottus in der Stadt Viña del Mar, die 125 Kilometer westlich von Santiago gelegen ist. Die Anzahl der Verletzten war wesentlich geringer als beim ersten Anschlag. Eine Frau musste mit einem Gehörtrauma ins Krankenhaus gebracht werden. Laut Quellen bestand die Bombe aus einer Kunststoff-Flasche mit explosivem Material, Münzen und anderen Metallgegenständen sowie Salzsäure im Inneren. Die Täter konnten bislang nicht gestellt werden, doch wird davon ausgegangen, dass die Attentate auf anarchistische Gruppen zurückgehen. Inzwischen musste die Polizei weiteren 18 Bombenalarmen in verschiedenen Teilen von Santiago nachgehen, die sich jedoch alle als falsch erwiesen. Chile galt als eines der sichersten Länder in Lateinamerika, doch gibt es allein in diesem Jahr bisher 30 ungelöste Bombenanschläge. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei stehen nach den erneuten Angriffen unter heftiger Kritik. Die Regierung von Michelle Bachelet geht von einem Terrorakt aus und will zusammen mit der Opposition ein politisches Bündnis zur Bekämpfung des Terrorismus eingehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).

08. August | Peru, Ecuador: Inti Raymi – Wiederbelebt und gelebt

Ecuador: Inti Raymi - Foto: Quetzal-Redaktion, amDas hat es schon in vielen Regionen der Welt gegeben: Alte, im Alltag nicht mehr existente Traditionen werden wieder praktiziert. Mitunter ist es dann aber nach einiger Zeit wieder eingeschlafen, und man weiß, die kulturelle Basis ist nicht mehr vorhanden. Mit dem Sonnenfest, in der Quechuasprache Inti Raymi genannt, ist das anders. Als vor 60 Jahren indigene Künstler, Schauspieler und Funktionäre diese Feierlichkeiten in Peru wieder belebten, haben sie sicherlich gehofft, das sich das Fest im Kulturraum des alten Inka-Reiches wieder etabliert. Voraussehen konnten sie dies sicher nicht. Inti Raymi ist wieder eine feste Größe im Kalender, in der Zeit der Sonnenwende im Juni geworden. Dank der Beschreibungen der Chronisten, die glücklicherweise die Zeiten seit dem letzten Fest 1535 in Cuzco überstanden haben, hatte man eine Gestaltungsgrundlage. Sieht man die heutige Resonanz, dann kann man nicht anders, als den Wiederbegründern und ihren Nachfolgern ganze Arbeit zu attestieren und zum Erfolg zu gratulieren. Sicher sollten die Feierlichkeiten in der Inkazeit auch den Herrschaftsanspruch dieser Theokratie untermauern. Ihr Ursprung liegt aber in der bäuerlichen Kultur des Andenraumes. Die Terassenlandwirtschaft im Hochgebirge war und ist extrem von der Sonne abhängig. Auch heute finden sich z. B. in Ecuador Kartoffelfelder bis in Höhen an die 4000 m. Ereignisse, die dort die Sonneneinstrahlung stark verringern, führen durch Temperaturabfälle umgehend zum Absterben der Pflanzen. Und damit zur Zerstörung der Nahrungsgrundlage. Inti Raymi zeigt dem Menschen seine Abhängigkeit von seiner natürlichen Umwelt, seine Verletzlichkeit. Das ist ein Teil der Basis dieses Festes und nicht unwesentlich für seine erfolgreiche Renaissance (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).

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Konzert der Gruppe Amalgama aus Nicaragua (Leipzig, 02. Oktober 2014 in der Engertstr. 23, Raum der Kulturen)


Novedades

Quinoa – das Gold der Inka
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Kategorie(n): Bolivien, Ethnien & Kulturen, Landwirtschaft & Agrarreform, Peru, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

Bolivien: Quinoa-Plantage - Foto: Muruchi„Eine Zukunft ausgesät vor Tausenden von Jahren“ – mit diesem Slogan riefen die UNO und die Welternährungsorganisation FAO im vergangenen Jahr zum Internationalen Jahr der Quinoa auf. Damit wurde international anerkannt, dass das Andengewächs das Potential hat, zur Nahrungssicherheit weltweit beizutragen. Quinoa, die Betonung liegt auf der 1. Silbe, oder „kinuwa“, wie es in der Inkasprache Quetschua heißt, ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 Zentimeter bis drei Meter, einem aufrechten, verzweigten Stengel mit Blättern in Gänsefußform und Rispen zwischen 30 und 80 cm Länge. Jede Rispe ist mit 80 bis 120 Büschel ausgestattet und kann 100 bis 3000…

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Der chilenische Dichter Nicanor Parra wird 100
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Kategorie(n): Chile, Kunst & Kultur, Literatur

Chile: Nicanor Parra (rechts) - Foto: Paulo SlachevskyIst der doch der bedeutendste und vermutlich einzig wahre Antipoet. Mit seinem zweiten Gedichtband, dem 1954 erschienen Poemas y antipoemas, hat er diese neue, seinerzeit wohl regelrecht schockierende Poesie in die Welt gebracht. Nein, nicht Poesie – Antipoesie wollte er schreiben, bewusst gegen die etablierten und, wie er meinte, elitären Dichter wie z.B. sein Landsmann Pablo Neruda gerichtet. Ein Dichter, so Parra in einem Gedicht, ist kein Alchimist, sondern „ein Mensch wie alle anderen[1]“, und deshalb sollte er auch so sprechen wie andere. In seinen Antigedichten verwendet Parra deshalb umgangssprachliche Formen, Redewendungen, Slogans, Werbesprüche. Es geht nicht mehr um die lyrische Überhöhung der Wirklichkeit, sondern um die schonungslose Darstellung derselben, „die Aufdeckung der Widersprüche und Schrecken der modernen Welt“ …

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Interview mit Patricio Segura Ortiz
Autor:
Kategorie(n): Chile, Interviewt, Parteien & Soziale Bewegungen, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

Chile: Patricio Segura Ortiz - Foto: Patricio Segura OrtizAm 10. Juni 2014 lehnte der chilenische Ministerrat nach einem mehrjährigen Genehmigungsverfahren das Mega-Staudammprojekt HidroAysén ab. Seit 2005 planten der spanische Energieriese Endesa und das chilenische Unternehmen Colbún den Bau von fünf Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von 2750 Megawatt, welche die Flüsse Baker und Pascua in der südchilenischen Region Aysén aufstauen sollten. Nach jahrelangen Massenprotesten im ganzen Land können die Umweltschützer und Bürgerbewegungen, welche sich im „Rat zur Verteidigung Patagoniens“ zusammengeschlossen haben…

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Julio Cortázar x 100
Autor: und:
Kategorie(n): Argentinien, Gesellschaft & Soziales, Literatur

Argentinien: Portrait Julio Cortázars - Foto: Sara Facio Wie könnte Julio Cortázar in Erinnerung gebracht werden, ein Schriftsteller der die Zeit zum Duell forderte, der die Rückseite der Zeit entdeckte und sie bearbeitete, als wäre sie ein Krapfen? Cortázar kam auf die Welt, als der deutsche Kaiser einen Platz an der Sonne besetzen wollte. Er war ein Paradoxon der Geschichte, gewissermaßen eine Entschädigung für sie: ein in Kriegszeiten geborener Pazifist. Der Argentinier Julio Cortázar wurde in Belgien geboren und schrieb den größten Teil seines Werkes in Frankreich. Dieser zwei Meter große Dichter galt als Ausnahme der von Augusto Monterroso aufgestellten Regel, wonach die Statur umgekehrt proportional zur Fähigkeit als Dichter sei. Julio Cortázar der Schriftsteller, der nicht nur von dem berichten wollte, was „Jenseits“ geschieht – was ja an sich schon…

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Réquiem para los caídos en la masacre minera de Milluni
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Hace tiempo que tenía pensado conocer este centro minero que, como tantos otros desparramados en nuestra extensa cordillera, me llamó la atención desde el día en que leí un testimonio que daba cuenta de una masacre perpetrada por el régimen dictatorial del general René Barrientos Ortuño. La cuenca de …
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Und ewig geiern die Heuschrecken
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Am 16.06.2014 wurde in New York ein weitreichendes Urteil gefällt: ein Urteil, das tief in die Souveränitätsrechte eines Landes eingreift und private Investmentinteressen schützt; ein Urteil, bei dem es um viel Geld geht und die Rendite für eine Minderheit über die Belange einer ganzen Nation stellt. Denn im Fall des Rechtsstreits zwischen …
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