lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias

23. März | Ecuador: Lenín Moreno ist aussichtsreichster Kandidat für das Präsidentenamt

noticias_ecuador_lenin_moreno_Foto_Eduardo_Santillán_Presidencia_de_la_República_del_EcuadorEcuador befindet sich im Endspurt des Wahlkampfes für die Stichwahl für das Präsidentenamt am 2. April. Laut Meinungsumfragen ist Lenín Moreno von der regierenden Alianza País der aussichtsreichste Kandidat. Er käme auf 52 Prozent der Wählerstimmen, auf seinen konservativen Gegner Guillermo Lasso (CREO-Suma) entfielen danach nur 35 Prozent. Vor Vertretern der ausländischen Presse erläuterte der Kandidat der Alianza País gestern sein Regierungsprogramm und setzte sich dabei auch vom amtierenden Präsidenten Rafael Correa ab. Er betonte allerdings, dass seine Differenzen zu Correa vor allem im Regierungsstil lägen. Moreno setzt auf Dialog, bereits als Vizepräsident war er dafür bekannt gewesen, dass seine Türe immer offen stand. „Mit mir kann man reden“, betonte er vor den Pressevertretern. Schwerpunkte für seine Regierungsarbeit setzt er im sozialen Bereich. Sein Ziel sei eine lebenslange Krankenversicherung für alle Ecuadorianer (Toda una vida). Darüber hinaus solle der Wohnungsbau gefördert werden. In Ecuador seien zwei Fünftel der Bevölkerung ohne Bleibe, weshalb der Bau von ca. 325.000 Wohnungen geplant sei. 121.000 davon sollen kostenlos für arme Familien zur Verfügung gestellt werden. Das Programm La casa para todos schaffe zudem 136.000 neue Arbeitsplätze. Moreno führte weiter aus, dass auch unter seiner Regierung die extraktivistische Politik fortgesetzt werde. Er kenne kein Land, das seine Bodenschätze nicht nutze, es werde künftig aber darauf geachtet, dass die „besseren internationale Standards“ eingehalten werden. (Bildquelle: Eduardo Santillán_Presidencia de la República del Ecuador)


21. März | Peru: Mehr als 70 Tote nach anhaltendem Starkregen und Überschwemmungen

Peru: Notfallkrankenhaus in Tumbes - Foto: Ministerio de Defensa del PerúNach starken Regenfällen kam es in weiten Teilen Perus zu Erdrutschen, Schlammlawinen und Überschwemmungen, von denen bisher circa 643.000 Menschen betroffen sind. In Folge der Katastrophe sind nach Angaben des Nationalen Instituts für Zivile Verteidigung seit Dezember letzten Jahres über 140.000 Häuser zerstört oder beschädigt worden. Mindestens 78 Menschen verloren ihr Leben, 263 Menschen kamen mit Verletzungen davon. Nachdem zahlreiche Ortschaften und einige Städte von den Überschwemmungen heimgesucht worden sind, fürchten nun Millionen von PeruanerInnen um ihre Trinkwasserversorgung. Während in Trujillo, der drittgrößten Stadt des Landes, das Zentrum überspült wurde, traten in Lima Flüsse über die Ufer. Die Ortschaft Barba Blanca in der Provinz Huarochirí wurde fast vollständig von Schlamm und Geröll begraben, nachdem die Behörden die ungefähr 350 EinwohnerInnen in Sicherheit gebracht hatten. Zahlreiche Straßen sind blockiert, viele Brücken eingestürzt und Tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Regierung unter Präsident Pedro Pablo Kuczynski rief in 811 (von insgesamt 2800) Distrikten den Notstand aus und stellte Soforthilfen von umgerechnet 720 Millionen Euro zur Verfügung, um die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Mittlerweile sind auch Hilfsgüter aus einigen südamerikanischen Nachbarländern eingetroffen. Die überdurchschnittlichen Regenfälle werden auf das globale Klimaphänomen „El Niño“ zurück geführt, welches an der Pazifikküste Perus eine Erhöhung der Temperatur des Oberflächenwassers um bis zu fünf Grad zur Folge hat. In der von den aktuellen Regenfällen betroffenen Küstenregion Perus herrscht normalerweise ein arides Klima, das geprägt ist durch wenig Vegetation und trockene, sandige Böden, von denen die Wassermassen nicht aufgenommen werden. Ein Ende der Niederschläge ist noch nicht in Sicht. Die Regenfälle werden voraussichtlich bis April andauern (Bildquelle: Ministerio de Defensa del Perú).

17. März | Kuba/Kolumbien: Kuba vergibt Stipendien an kolumbianische Regierung und FARC

Kuba_Stipendien_Foto_SantiagoVélezUm einen Beitrag für die Umsetzung des Friedensprozesses in Kolumbien zu leisten, wird Kuba insgesamt 1.000 Stipendien für ein Medizinstudium auf der Karibikinsel ausstellen. Das ließ der kubanische Botschafter José Luis Ponce am Donnerstag in einem Brief an den Anführer der FARC, Iván Márquez, verlauten. Die Stipendien sollen zu gleichen Teilen unter der FARC und der kolumbianischen Regierung aufgeteilt werden, indem jede der beiden Parteien über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 100 Stipendien erhält. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete Márquez Kubas Angebot als eine Geste der Humanität. Ein solches Stipendium soll alle Kosten bezüglich des Studiums sowie Ausgaben für den Lebensunterhalt abdecken, sodass von den künftigen Studierenden lediglich die Reisekosten selbst übernommen werden müssen. Vergeben werden die ersten Stipendien bereits zu Beginn des neuen Studienjahres in Kuba im September dieses Jahres. In naher Zukunft werden die kubanischen Behörden der kolumbianischen Regierung weitere Details mitteilen. Kolumbiens Innenminister Juan Fernando Cristo deutete bereits an, dass die Regierung die Stipendien besonders an Personen vergeben werde, die in von dem langjährigen Konflikt betroffenen Gebieten lebten und keine guten Bildungschancen gehabt hätten. Seit dem Jahr 2012 war Kuba (neben Norwegen) als Garant maßgeblich am Gelingen der Verhandlungen im Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC beteiligt. Zudem ist das Land weltweit für seine hervorragende universitäre Ausbildung im Fachbereich Medizin bekannt. (Bildquelle:Flickr_SantiagoVélez)

» » mehr Noticias « «



Dossier - Brasilien Zikapiade


Novedades

Der Titicacasee kippt um Ist der höchste schiffbare See noch vor dem biologischen und chemischen Tod zu retten?
Autor:
Kategorie(n): Peru, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

Peru - Titicacasee - Puno - Foto: Quetzal-Redaktion, sscCusco – Machu Picchu – Titicacasee. Das ist die klassische Reiseroute von Peru-Touristen. Nur: Vielleicht fällt das letztgenannte Reiseziel bald aus. Denn dem auf über 3.800 Metern Höhe gelegenen See droht der Kollaps. Der Grad der Verschmutzung ist inzwischen so hoch, dass die 1,3 Millionen Bewohner an seinen Ufern ernsthafte Gesundheitsprobleme aufweisen, v.a. Magen-Darm-, Haut- und Nervenkrankheiten. Ganz zu schweigen von der Fauna des Sees. Tote Fische und Frösche zieren seine …

Zum Artikel

Am Tag meiner Geburt war Gott krank
Autor:
Kategorie(n): Kunst & Kultur, Literatur, Peru

César Vallejo, wer war denn das? Dieser peruanische Dichter ist hier, im Land der Dichter und Denker, weitgehend unbekannt. Seltsam genug, zählt er doch zu den bedeutendsten und wichtigsten Stimmen der modernen lateinamerikanischen Poesie. Und zu den folgenreichsten: Zahlreiche bedeutende Poeten des Kontinents wurden von ihm beeinflusst – Nicanor Parra, Ernesto Cardenal, Juan Gelman … Auch im englischen Sprachraum ist die Rezeption und Würdigung seines Schaffens deutlich größer als hierzulande. Ganz offensichtlich gehörten seine Gedichte auch zum Kanon eines Leonard Cohen.

Zum Artikel

Das Fass ist kurz vor dem Überlaufen: Die Verhandlungen um den Brauerei-Riesen
Autor:
Kategorie(n): Globalisierung & Regionalisierung, Handel & Finanzen

Brauerei_Riesen_Foto_Quetzal-Redaktion_gc

Der Wertverlust des Pfund Sterlings durch den Brexit beeinflusste die Verhandlungen um die Megafusion zwischen Anheuser-Busch InBev und SAB Miller. Es gab Proteste weil Altria und die Familie Santo Domingo bevorzugt und die Minderheitsaktionäre benachteiligt wurden. Nach einer Angleichung der Übernahmebedingungen konnten die Verhandlungen zum Zusammenschluss weitergeführt werden.

Zum Artikel

Todsicheres Gold Die Gewaltspirale bei der illegalen Goldsuche in Madre de Dios dreht sich weiter
Autor:
Kategorie(n): Gewalt & Menschenrechte, Militär & Sicherheit, Peru, Ressourcen & Umwelt

Peru: Goldsuche in Madre de Dios - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie Nachrichten aus dem peruanischen Regenwald sind erschreckend. Die Gewalt nimmt kein Ende. Ja, schlimmer noch, die Gewaltspirale dreht sich immer schneller. Im März 2017 wurde bekannt, dass seit Dezember des vergangenen Jahres 48 Personen in Madre de Dios verschwunden sind. Für die meisten Vermissten besteht wohl keine Hoffnung. Denn erst unlängst fand sich ein Massengrab mit den verkohlten Resten von …

Zum Artikel

Dino Saluzzi: Imágenes
Autor:
Imágenes, das neue Album des argentinischen Bandoneonisten und Komponisten Dino Saluzzi ist eine besondere CD, nicht nur weil es rund um seinen 80. Geburtstag erschien, sondern vielmehr, weil es sich um ein Werk für solo piano handelt. Obwohl der Komponist nicht ausschließlich Stücke für sein Instrument, das Bandoneon, schreibt, ist es das erste Mal, dass Werke für Klavier aus seiner Feder aufgenommen und …
Zum Artikel
Neoliberaler Extraktivismus in Zentralamerika (I)
Autor:
Das als Extraktivismus bezeichnete Akkumulationsmodell hat in Lateinamerika eine lange Tradition, die mit der kolonialen Eroberung durch die Spanier begann (Brand/ Dietz 2015). Bildeten früher Edelmetalle (Gold, Silber), tropische Kolonialwaren (Zucker, Kakao, Kaffee) und Rohstoffe für die Industrialisierung der westlichen Metropolen (Salpeter, Kupfer, Eisenerz, Zinn, Erdöl) das Objekt der Begierde, so umfasst diese Palette heutzutage auch Branchen wie den Tourismus und …
Zum Artikel
» » weiter zu den letzten Beiträgen

top