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08. Oktober | Präsidentschaftswahlen in Brasilien

Brasilien: Präsidentschaftswahlen 2014 - Brasilianer zur Wahlurne - Foto: Agencia BrasilAm Sonntag wurde in Brasilien gewählt bei dem die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei und die Kontrahenten Aécio Neves von der sozialdemokratischen Partei PSDB sowie die Ökologin Marina Silver von der Sozialistischen Partei gegenüberstehen. Amtsinhaberin Dilma Rouseff hat mit fast 42 Prozent der Stimmen den Sozialdemokraten Neves, der rund 34 Prozent der Stimmen erreichte, überholt. Dennoch erhielt Rousseff nicht die absolute Mehrheit und muss zur Stichwahl am 26. Oktober erneut antreten. Marina Silver dagegen erhielt nur 21 Prozent der Stimmen. Der haushohe Sieg Rousseff blieb aus. Viele Brasilianer machen sie für das stockende Wirtschaftswachstum, die steigende Inflation sowie hohe Staatsausgaben wie zum Beispiel bei der Fußball-WM 2014 verantwortlich. Des Weiteren musste sich Rousseff fortwährend Korruptionsvorwürfen stellen. Ihr stärkster Gegner Aécio Neves könnte bei der Stichwahl die Präsidentschaftswahl gewinnen, wenn er die Wähler Marina Silver für sich gewinnen könnte. Neves steht für eine Liberalisierung der brasilianischen Wirtschaft. Mit der Übernahme einiger prägnanter Programmpunkte Marina Silvers könnte die Angst vor Repressionen gegen soziale Förderprogramme abwiegeln. Am vergangenen Sonntag wurden rund 140 Millionen Brasilianer zur Wahlurne gebeten, um über einen neuen Präsidenten, einen neuen Kongress und neue Landesparlamente in allen 26 Bundesstaaten zu entscheiden. Rund 25500 Kandidaten traten zur Wahl an (Bildquelle: Agência Brasil).

01. Oktober | Argentinien: Fortsetzung des Schuldenstreits

Argentinien: FlaggeDie Auseinandersetzung mit den Hedgefonds resultiert aus der letzten Staatspleite von 2001. Die Mehrheit der Gläubiger hatte sich damals mit der argentinischen Regierung entweder auf geringere Zahlungen, Schuldenerlässe oder Umschuldungen geeinigt. Lediglich zwei Hedgefonds fordern eine vollständige Rückzahlung in Höhe von mehr als $ 1,5 Mrd., obwohl die Fonds während der Krise nur für ein siebzehntel des Wertes gekauft wurden. Da die Anleihen in US-Dollar unter amerikanischem Recht emittiert wurden, findet der Rechtsstreit in den USA statt. Der New Yorker Bezirksrichter Thomas Griesa verbot Argentinien den Schuldendienst wieder aufzunehmen, solange die Forderungen der Hedgefonds nicht beglichen sind. Das hat zur Folge, dass Anleihezinsen in Millionenhöhe nicht bedient werden können und Argentinien damit technisch zahlungsunfähig wurde. Argentinien versucht nun das US-Urteil zu umgehen. Das Parlament in Buenos Aires verabschiedete dazu ein neues Gesetz, das den Investoren erlaubt, ihre nach US-Recht begebenen Staatsanleihen in Anleihen nach argentinischem Recht umzutauschen. Richter Griesa wertet dies als illegal und Missachtung des Gerichts. Den Forderungen der Hedgefonds Argentinien pro Tag der Nichtzahlung mit $ 50.000 Strafe zu belegen schloss er sich jedoch nicht an. Die argentinische Regierung sieht sich außerstande den Forderungen nachzukommen, da eine Vertragsklausel Argentinien dazu verpflichtet, auch Gläubigern, die bereits auf ihre Forderung verzichtet haben, dieselben Konditionen, wie den Hedgefonds zu gewähren. Damit wäre das Land nicht nur technisch, sondern auch faktisch zahlungsunfähig, da alle Schuldenverzichte nichtig werden würden.

25. September | Lateinamerika: Kritik auf dem Klima-Gipfel der Vereinten Nationen

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleAuf dem am Dienstag in New York zuende gegangenen Klima-Gipfel haben sich zahlreiche Staatsoberhäupter Lateinamerikas kritisch geäußert. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet verwies darauf, dass der Klimawandel die soziale Ungleichheit weiter vertiefe. Nicolas Maduro (Venezuela) verwies auf die Fortschritte seines Landes bei der Umsetzung klimapolitischer Ziele. So bezieht Venezuela 70 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft und 60 Prozent des Territoriums stehen unter Naturschutz. Evo Morales (Bolivien), der im Namen der Gruppe der 77 und Chinas sprach, kritisierte die „Konsumgier des Kapitalismus“ scharf. Wenn diese nicht eingeschränkt würde, seien 2050 vier Planeten notwendig, um dessen Ansprüche zu erfüllen. Dass besonders die indigenen Völker unter dem kapitalistischen Raubbau an der Natur zu leiden haben, zeigt ein Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL), der am Montag veröffentlicht wurde. Zwischen 2010 und 2013 hat es in indigenen Territorien der Region über 200 Konflikte gegeben, die in Zusammenhang mit dem Abbau fossiler Brennstoffe und der Ausweitung des Bergbaus stehen. Ollanta Humala (Peru), dessen Land im Dezember Gastgeber der nächsten sein wird, verwies auf die Dringlichkeit konkreter Vereinbarungen. 2015 soll in Paris ein universelles und verbindliches Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels beschlossen werden. Angesichts dieses Zeitdrucks war der Verlauf des Klima-Gipfels, auf dem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel durch Abwesenheit glänzte, enttäuschend (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble).

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile


Novedades

Interview mit der Musikgruppe „Amalgama“ aus León, Nicaragua – “Los trovadores de corazón!”
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Kategorie(n): Interviewt, Kulturelle Veranstaltungen, Musik, Nicaragua

Leipzig: Flyer zum Konzert von Amalgama, Foto: Electrofiesta ColectivoDie Musikgruppe „Amalgama“ aus Nicaragua war zu Gast in Leipzig. Die beste Band von León spielt Trova-Musik sowie lateinamerikanische und nicaraguanische Revolutionslieder der 1980er Jahre. Die fünf Mitglieder der Band lassen mit Guitarre, Bass, Bongo, Cajón und Gesang jedes nicaraguanische Herz höher schlagen. „Amalgama“ wurde im Rahmen des 30. Jubiläums des Nicaragua-Vereins Hamburg e.V. nach Deutschland eingeladen. Am 02.10.2014 haben sie zusammen mit Electro Fiesta Colectivo ein Soli-Konzert im…

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Soliloquio del enterrado
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Kategorie(n): Dialogando

Dialogando Paginas Enterrado - Foto: Quetzal-Redaktion, Edwin EschweilerLa luna en su inabarcable lejanía es testigo, está noche, de historias de cazadores terribles de sorpresas, de pudientes náufragos encalvecidos, de señoras fastidiadas de sus maridos, de parejas casadas, cuyos platos se tiran, de viejos y viejas que se pellizcan las nalgas y de suicidios, atentados, sucesos infaustos, —
Imagino el color verde de la naturaleza verde de piel de sapo, verde de corazón que encantaron vientos de robles y pinos o de corazón-hongo, cuya alga-amante busca. No me olvido de que el color naranjado es el color que niega al olvido y que el color rojo es el primer color del espectro solar y el de las pasiones exaltadas. Sé de muchachos jóvenes maleducados que se reunen para venerar sus arturbaciones y de muchachas vestidas de máscaras que seducen a la cópula carnal …

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Evo statt Kolumbus. Indigener Präsident wird Bolivien weiter regieren
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Kategorie(n): Bolivien, Parteien & Soziale Bewegungen, Politik & Recht

Bolivien: Präsident Evo Morales (12.06.2009) - Fernando Lugo APCAm 12. Oktober 2014 fanden in Bolivien Wahlen statt, die der regierenden Partei, dem Movimiento al Socialismo (MAS; dt.: Bewegung zum Sozialismus) einen überwältigenden Sieg brachten. Evo Morales, alter und neuer Präsident, erhielt nach ersten Prognosen 61 Prozenz der Stimmen. Damit erreichte er einen geringeren Anteil als 2009 (64 Prozent), aber mehr als bei seiner ersten Wahl 2005 (54 Prozent). In zwei Wochen, wenn das amtliche Endergebnis vorliegt, werden die Bolivianer wissen, ob der MAS dann 2/3 der Sitze im Senat (insgesamt 36 Sitze) und in der Abgeordnetenkammer (insgesamt 130 Sitze) zugesprochen bekommt. Evo Morales hat in acht der neun…

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„Verlorener Horizont“ oder: Salzwasser ist nicht besonders angenehm
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Kategorie(n): Bolivien, Gesehen

Gesehen: Bolivien - Verlorener Horizont MS Mosoj Huayna - Foto: snapshotBolivien hat im Laufe seiner Geschichte fast 1,3 Millionen km² Land verloren, mehr als die Hälfte seines ursprünglichen Staatsgebietes. Alle Nachbarn holten sich irgendwann die Landstriche, die sie haben wollten, ohne dass Bolivien etwas dagegen tun konnte. Doch der härteste, nachgerade trau-matische Verlust betrifft eine eher kleine Fläche, die das Land 1884 im Ergebnis des verlorenen Sal-peterkriegs an Chile abtreten musste. Dieser Landverlust raubte Bolivien seinen direkten Zugang zum Meer. An diesem Stück Wüste mit angrenzendem Ozean hängt inzwischen der nationale Stolz der Bolivianer. Jedes Jahr am 23. Februar begehen sie den Tag des Meeres. Und sie halten sich bereit für den Fall, dass die bisher vergeblichen Bemühungen, den Zugang zum Meer zurückzugewinnen, von Erfolg gekrönt werden: Bolivien unterhält eine …

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Das Geschwür der Korruption
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Am Sonntag finden in Peru die Bürgermeisterwahlen statt. Und entsprechend haben sich die Kandidaten in Stellung gebracht. Doch nicht erst seit den Enthüllungen über die gilt das politische Establishment Perus bis in die höchsten Ämter hinein als ein von Korruption zerfressener Organismus. Staatspräsidenten, Minister, Kongressabgeordnete, Richter, Beamte, Bürgermeister – scheinbar auf allen Ebenen hilft eine gut geschmierte Hand …
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Turbulenter Wahlkampf in Brasilien
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Vor den am 5. Oktober stattfindenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen erlebt Brasilien einen abwechslungsreichen und spannenden Wahlkampf. Aktuelle Favoritin ist die seit 2011 amtierende Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei (PT). Sie liegt bei der jüngsten Umfrage von 25. und 26. September mit 40 Prozent vorn [1]. Auf dem zweiten Platz befindet sich die Senatorin und …
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