lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


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21. Mai | Kuba, USA: Dritte Verhandlungsrunde für Normalisierung der Beziehungen

Cuba: Barack Obama trifft Raúl Castro - Foto: The White HouseHeute treffen sich Vertreter Kubas und der USA zum dritten Mal zu bilateralen Gesprächen. Es wird erwartet, dass in dieser Runde die letzten Hindernisse für die Eröffnung von Botschaften ausgeräumt werden. Während die US-Seite u.a. eine Garantie für den freien Zugang von kubanischen Dissidenten zu ihrer Vertretung anstrebt, verlangen die Kubaner die Einhaltung des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen, das Diplomaten verpflichtet, die Gesetze des Empfängerstaates zu respektieren und sich nicht in seine inneren Angelegenheiten einzumischen. In den USA wächst derweil die Lobbyarbeit für eine schnelle Umsetzung der Lockerungen gegenüber Kuba. Die Wirtschaft steht in den Startlöchern und hofft auf Unterstützung für ihr Engagement in dem Karibikstaat. Das in diesem Monat gegründete Komitee „New Cuba PAC“ soll Gelder akquirieren, um Kongresskandidaten zu unterstützen, die die Öffnung gegenüber Kuba vorantreiben. Die Organisation „Engage Cuba“, ein Zusammenschluss von Unternehmen, Handelsorganisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft, soll in Kürze formal gegründet werden. Erklärtes Ziel ist es, schnell Bedingungen zu schaffen, damit die US-Unternehmen nicht weiter am Rande stehen müssen, während andere Länder schon lange Wirtschaftsbeziehungen zu Kuba pflegen (Bildquelle: The White House).

19. Mai | Mexiko: Im Fokus auf der spanischsprachigen Buchmesse in Los Angeles

Landkarte USA und Mexiko - Karte: University of Texas at AustinVom 15. bis zum 17. Mai fand in Los Angeles die große „Latino“-Buchmesse LéaLA statt. Organisatoren waren die Macher der Feria Internacional del Libro de Guadalajara. Bereits zum 4. Male fand die Verkaufsmesse statt, und es waren neben ca. 85 000 Besuchern auch 300 Verlage im Los Angeles Congress Center vertreten. Los Angeles ist der County mit der höchsten Einwohnerzahl der USA und gleichzeitig auch derjenige mit dem größten Anteil an Bevölkerung mit lateinamerikanischer Abstammung: 48% der Bewohner Los Angeles stammen aus Ländern südlich des Rio Grande. „Gaststadt“ bei der diesjährigen Messe war Mexiko-Stadt. Die Messe stellt nämlich nicht nur eine Plattform zur Kulturvermittlung dar, sondern soll die latino-stämmige Bevölkerung in den USA, in diesem Fall epxlizit auch die mexikanische, zu den Vorkomnissen in ihrem Herkunftsland informieren. An zahlreichen runden Tischen informierten und diskutierten Journalisten und Autoren über die Themen, die derzeit in Mexiko wohl oder übel an der Tagesordnung stehen: die Verstrickung der Regierung in den Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen, die Verfassungskrise. Obwohl ihre Rücküberweisung an die Angehörigen im Land den zweitwichtigsten Wirtschaftsfaktor Mexikos darstellen, hat die mexikanische Bevölkerung in den USA oft wenig Zugang zu zuverlässigen Informationen über das, was im Land tatsächlich vor sich geht. Der Journalist Javier Valdez betont, dass es eine derartige Diskussions-Plattform wie in Los Angeles in Mexiko beinahe nicht gebe. Viele Mexikaner in den USA seien jedoch begierig auf Neuigkeiten aus ihrem Land, welche sie zum Beispiel in den Publikationen von Valdez und einige seiner Kollegen zum Thema Drogenhandel und die Beziehungen zum mexikanischen Staat auffinden. (Bildquelle: University of Texas at Austin)

16. Mai | Südamerika: Mehr Integration durch Re-Industrialisierung

Union Südamerikanischer Staaten: UNASURErnesto Samper, Generalsekretär der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) und von 1994 bis 1998 Präsident Kolumbiens, hat sich bei seinem viertägigen Besuch in Brasilien für die Re-Industrialisierung der Region ausgesprochen. Auf einem Seminar zur „Integration der Wertschöpfungsketten in Südamerika“ in Sao Paulo, an dem auch der brasilianische Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva teilnahm, verwies er auf die Notwendigkeit, die Infrastruktur auszubauen. In diesem Zusammenhang hob er sieben Projekte hervor, darunter den Korridor Caracas – Bogotá – Buenaventura / Quito, die interozeanische Eisenbahnverbindung Paranaguá – Antofagasta sowie die Verbesserung des Schiffsverkehrs der Flüsse des Rio-de-la-Plata-Beckens. Neben der engeren Integration der 12 UNASUR-Staaten komme es auch darauf an, die Zusammenarbeit mit China, Indien und Russland zu verbessern. Vor allem die 2014 geschaffene Entwicklungsbank der BRICS böte gute Möglichkeiten, die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. In einem Interview setzte sich Samper für die Schaffung einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft für alle Südamerikaner ein. Auf die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern angesprochen, erwiderte er, dass es darauf ankomme, die Entideologisierung der gegenseitigen Beziehungen mit einer Repolitisierung der UNASUR zu verbinden. Jede Nation könne auf der Basis der eigenen Vorstellungen ihren Beitrag zur Integration leisten. Nach dem neoliberalen Alptraum der 1990er Jahre sei es außerdem an der Zeit, die soziale Inklusion aller Bürger zu einem festen Bestandteil der Relegitimation des demokratischen Systems zu machen.

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile


Novedades

Seligsprechung von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero
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Kategorie(n): El Salvador, Gesellschaft & Soziales, Gewalt & Menschenrechte, Kirche & Religionen

El Salvador: Erzbischof Oscar Romero - Foto: puigreixach

Weitgehend ignoriert von den offiziellen Medien feiern soziale Bewegungen, katholische Basisgemeinden, Gewerkschaften, Jugend- und Menschenrechtsorganisationen dieser Tage ihren Heiligen Oscar Arnulfo Romero. Sie verweigern sich dem kommerziellen Rummel und dem offiziellen Staats- und Kirchenakt zur Seligsprechung des ehemaligen Erzbischofs der Metropolregion San Salvador am 23. Mai 2015 – oder wurden erst gar nicht dazu eingeladen. Die Mitte-Links-Regierung der ehemaligen Guerilla FMLN und konservative Kirchenhierarchen, so die Kritiker_innen, drohen Romero in einen künftigen…

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Wahrheit, Erinnerung und das Erbe der Diktatur
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Kategorie(n): Chile, Gesellschaft & Soziales, Gewalt & Menschenrechte, Interviewt, Politik & Recht

Chile: Augusto Pinochet - chilenischer General und Diktator, Foto: Public Domain Die diesjährigen Weingartener Lateinamerika-Gespräche vom 9. bis 11. Januar 2015 beschäftigten sich unter dem Motto „Geschichte wird gemacht!“ mit Erinnerungskulturen in Lateinamerika. Auf den konkreten Fall Chile ging Herr Dr. Stephan Ruderer näher ein mit dem Vortrag“ Vergangenheitsaufarbeitung in Chile. Modellfall oder Negativbeispiel?“. Für Quetzal führte Jan Ickler ein Interview mit Herrn Ruderer, um Chile als oft genannten Modellfall für einen gelungenen Systemwechsel zur Demokratie genauer unter die Lupe zu nehmen. Erinnerung und Interpretation der Vergangenheit spielen in diesem Prozess eine besondere Rolle. Das lateinamerikanische Land stößt dabei…

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Roque Dalton
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Kategorie(n): El Salvador, Kunst & Kultur, Literatur

El Salvador - Roque Dalton, Bildquelle: AlbthoHeute wäre er 80 Jahre alt geworden. Das wäre sagt alles, es ist in El Salvador nicht eben einfach, ein hohes Lebensalter zu erreichen – und schon gar nicht in seiner Generation. Roque Antonio Dalton García, geboren am 14. Mai 1935 in San Salvador als unehelicher Sohn von Winnal Dalton jr. und María García. Das war wohl nicht der beste Start in dieser Zeit, und sein Leben mutet mitunter an wie ein Kolportageroman. Was ist Legende, was Realität? Der Vater, der als Kaffeepflanzer in El Salvador reich wurde, war US-Amerikaner und gehörte – so heißt es – zur berühmt-berüchtigten Dalton-Familie. Diese Gang von Bankräubern kennt heute jedes Kind, wenn auch nur als dümmliche Gegenspieler von „Lucky Luke“ …

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Medios y democracia en Argentina: “hacer entender que la palabra nos constituye”
Autor:
Kategorie(n): Argentinien, Gesellschaft & Soziales, Interviewt, Medien & Kommunikation

Medios y democracia en Argentina: Entrevista con Ernesto Lamas de "La Tribu" - Bild: El Fantasma de HerediaErnesto Lamas es docente de Comunicación en la Universidad de Buenos Aires. Fue coordinador Regional de AMARC (Asociación Mundial de Radios Comunitarias) en América Latina y Caribe (2003-2011). En la primera parte de la entrevista nos habla de los procesos de democratización de los medios en Argentina. Fue realizada el 27 – 1 – 2015 en Leipzig a través de video conferencia. 1. ¿Cómo es el proceso de democratización y medios en Argentina? En los años ochenta durante la dictadura militar, que duró del año 76 al año 83, los militares se encargaron de …

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28. April 1965: US-Truppen besetzen die Dominikanischen Republik
Autor:
Vor 50 Jahren, am 28. April 1965, befahl der Präsident der USA, Lyndon B. Johnson, die Okkupation der Dominikanischen Republik. Nach dem Abzug der Marines aus Haiti 1934 und der Verkündung der „Politik der guten Nachbarschaft“ durch Franklin D. Roosevelt war es das erste Mal, dass die westliche Führungsmacht wieder eigene Truppen gegen ein lateinamerikanisches Land einsetzte. …
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Dominikanische Republik 1961 bis 1965
Autor:
Balaguer, Joaquín (1906-2002): B. wurde am 1. September 1906 in Villa Bisonó (Provinz Santiago) geboren und starb am 14. Juli 2002 in Santo Domingo. In der Zeit von 1960 bis 1996 amtiert er sieben Mal als Präsident der Dominikanischen Republik. Der Beginn seiner politischen Karriere ist aufs engste mit der Diktatur von Rafael Trujillo verbunden, unter dem er verschieden Botschafter- und Ministerposten sowie die Ämter des Vizepräsidenten und 1960 kurzzeitig …
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