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12. Juni | Argentinien: Fünfter Generalstreik gegen die Wirtschaftspolitik Mauricio Macris

Argentinien_Generalstreik_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiAm 29. Mai fand ein weiterer Generalstreik des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes-CGT (Confederación General del Trabajo) in Argentinien statt, dem sich zwei der wichtigsten Gewerkschaften des Landes, CTA (Central de Trabajadores de la Argentina) und FSMN (Frente Sindical para el Modelo Nacional), anschlossen. Somit wurde zum fünften Mal seit der Amtseinführung Präsident Mauricio Macris 2015 das ganze Land lahmgelegt – öffentliche Verkehrsmittel fuhren nicht, Müll wurde nicht geräumt, in Schulen, Gymnasien und Universitäten fand kein Unterricht statt, Geschäfte und Läden blieben geschlossen, in Krankenhäusern beschränkte sich die Fürsorge auf Notfälle. Der Generalstreik zeigt die fehlende Übereinstimmung der größten gewerkschaftlichen Organisationen mit der offiziellen Wirtschaftspolitik und spiegelt die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerungsmehrheit wider. Bereits am 30. April war vom FSMN ein Streik ausgerufen worden, welcher auf nationaler Ebene eine große Beteiligung hatte. Während das Sicherheitsministerium den Generalstreik etwa als „Maßnahme gegen die freie Bewegung der Bürger“ disqualifizierte, wurde dieser vom Präsidenten Macri an diesem Tag nicht einmal erwähnt. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen gehen derzeit täglich 50 kleine und mittlere Unternehmen, die Hauptbeschäftigungsquelle Argentiniens, in Konkurs. Des Weiteren ist sich der Generalstreik in einem komplexen Kontext zu sehen, in welchem bereits versucht wird, angesichts der Präsidentschaftswahlen im kommenden Oktober politische Bündnisse zu schließen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).

05. Juni | Panama: 25. Jahrestag des Rückzugs von US-Truppen aus der Kanalzone

Panama: Kanalverwaltung_Hauptgebäude - Foto: Quetzal-Redaktion, tp.Vorgestern vor 25 Jahren begannen die USA mit dem Rückzug ihrer Truppen aus dem Panamakanal, wie das bereits 1977 im Rahmen des Torrijos-Carter-Vetrages vereinbart worden war. Erst Ende 1999, nach 32 Jahren Militärpräsenz, erfolgte schließlich die allmähliche Rückführung von US-Truppen aus der Kanalzone. Der offiziell 1914 eröffnete, ca. 82 Kilometer lange Kanal stellt nach wie vor einen der wichtigsten interozeanischen Verbindungswege des Welthandels dar. Die Präsenz der USA reicht bis in das Jahr 1902 zurück, als die damalige US-Regierung das von Frankreich bereits begonnene Projekt übernahm. 1903 sicherten sich die USA von der neugegründeten Republik Panama ein dauerhaftes Recht auf das Kanalgebiet zu. Auch wenn ein weiteres Abkommen zwischen den damaligen Regierungschefs Harmodio Arias Madrid und Franklin D. Roosevelt im Jahr 1936 die Möglichkeit einer Militärintervention in die inneren Angelegenheiten Panamas aufgehoben hatte, gründeten die USA 1946 in der von ihnen kontrollierten Kanalzone mit der School of the Americas (SOA) eine berüchtigte Einrichtung, in der bis 1984 mehrere Tausend Angehörige der Sicherheitskräfte aller lateinamerikanischen Diktaturen in der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung geschult wurden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_tp).

28. Mai | Lateinamerika/ Spanien: Manifest gegen literarischen Machismus

Noticias_Lateinamerika_Bild_Quetzalredaktion_gt„Der Vargas-Llosa-Lehrstuhl hat den Mario-Vargas-Llosa-Literaturpreis ins Leben gerufen, um der in spanischer Sprache verfassten Literatur einen weltweiten Anstoß zu geben.“ So lautet die Begründung für diesen Preis, der seit 2014 alle zwei Jahre auf der Bienal de Novela Mario Vargas Llosa verliehen wird. Am 30. Mai wird in Guadalajara/ Mexiko der dritte Preisträger bekannt gegeben. Aber in diesem Jahr herrscht offensichtlich Unmut, schriftlich niedergelegt im Manifest „Gegen den literarischen Machismus“, das seit gestern kursiert und von mehr als 100 Persönlichkeiten der spanischsprachigen Literatur unterzeichnet wurde. Unter den fünf Finalisten für den Buchpreis, so kritisieren die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen, befindet sich nur eine einzige Frau. Und das habe Tradition: 2014 gab es nur drei Finalisten, ausnahmslos männlichen Geschlechts; 2016 war das Verhältnis wie in diesem Jahr – 1:4. Es erübrigt sich darauf hinzuweisen, dass der Preis bisher nur an Männer ging. Aber vielleicht sind ja Männer einfach die besseren Autoren. Zumindest meint das offensichtlich J.J. Armas Marcelo, Leiter des Vargas-Llosa-Lehrstuhls, der als Antwort auf das Manifest betont, dass allein qualitative Kriterien für die Vergabe des Preises ausschlaggebend seien. Wohl deshalb sind die zur Biennale nach Guadalajara eingeladenen Autoren und Autorinnen mehrheitlich keine Autorinnen und auch die Jury, die die Qualität des Preises garantieren soll, wird zu vier Fünfteln von Männern gebildet. Letzteres ist seit der 1. Biennale übrigens auch eine gute Tradition. Und die Juroren legen verständlicherweise Wert auf ihre eigene Qualität; mal ganz ehrlich, Mädels (und Jungs), es ist doch nachvollziehbar, dass man von einem Juror nicht verlangen kann, sich auf „so Frauenzeugs“ einzulassen. Ein deutscher Kritiker war da einmal sehr deutlich mit seiner Erklärung, Frauenbücher (sprich: Bücher von Frauen) seien Bücher, die ein Mann nicht versteht. So gesehen, trifft der Vorwurf gegen die Veranstalter der III Bienal de Novela Mario Vargas Llosa gar nicht zu – die sind nicht machistisch, nur begriffsstutzig (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gt).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


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