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21. Dezember | Bolivien: Ärzte wehren sich gegen neues Gesetz

Sthetoskop - Foto: Adrian ClarkIn der bolivianischen Ärzteschaft liegen die Nerven blank. Seit fast einem Monat befinden sich die Mediziner im Streik, um eine Änderung des Strafgesetzbuchs zu verhindern; diese wurde heute mit deutlicher Mehrheit gebilligt. Stein des Anstoßes ist insbesondere Artikel 205, der darauf abzielt, ärztliches Fehlverhalten zu sanktionieren. Konkret sieht das neue Gesetz drei verschiedene Strafen für diejenigen vor, die „in Ausübung ihres Berufs die Gesundheit oder körperliche Unversehrtheit einer anderen Person verletzen“: Freiheitsentzug von drei bis sechs Jahren, Berufsverbote und finanzielle Entschädigungsleistungen. Die Ärzte werfen der Regierung vor, dieses Gesetz behindere die freie Berufsausübung der Ärzte und könne bei hohen Entschädigungszahlungen außerdem zu ihrem Ruin führen. Ihre Patienten könnten das indes anders sehen. Schätzungen zufolge gab es in Bolivien in den letzten Jahren ca. 5.000 Fälle von ärztlichem Fehlverhalten, bei denen Patienten schwer geschädigt wurden oder starben. Opfervertretern zufolge führte keiner der Fälle zu einem Gerichtsurteil, die Ärzte entzögen sich den gesetzlichen Regelungen. Präsident Evo Morales hatte die Mediziner kürzlich aufgefordert, sich um ihre Patienten zu kümmern und die Medizin nicht mit einer Ware zu verwechseln. Die Regierung droht inzwischen mit Entlassungen und organisiert „unentgeltliche Gesundheitsmessen“ mit kubanischen Ärzten. Die Streikenden kündigten nach dem Senatsentscheid härtere Maßnahmen an. (Bildquelle: AdrianClark)

14. Dezember | Argentinien: 11. Ministerkonferenz der WTO beendet

Noticias_11_WTO_Bild_WTO_PresseVon Kontroversen überschattet fand vom 10.-13. Dezember die 11. Ministerkonferenz der World Trade Organisation (WTO) in Buenos Aires statt. Bei den Veranstaltungen kamen Präsidenten, Minister, Gesetzgeber und andere VertreterInnen aus den 164 Mitgliedsstaaten zusammen. Nach Ansicht der argentinischen Regierung zielte das Treffen darauf ab, das multilaterale Handelssystem zu verstärken, um das integrative Wachstum zu verwirklichen und die Arbeitsbeschaffung zu begünstigen. Die Konferenz stieß einerseits auf die heftige Ablehnung durch soziale Organisationen und Gewerkschaften, die das WTO-Treffen im Zentrum von Buenos Aires ablehnten. Nachdem die argentinischen Regierung zahlreiche internationale Nichtregierungsorganisationen und Journalisten vom Treffen ausschloss bzw. nicht einreisen ließ, gab es Kritik von Seiten verschiedener Regierungen und der WTO selbst. So sah sich die Regierung Macris schließlich gezwungen, diese restriktiven Maßnahmen zumindest teilweise zurückzunehmen. Einigen „Unerwünschten“ wurde die Einreise erlaubt. Die lange Planung dieser Maßnahme deutet darauf hin, dass den argentinischen Behörden „schwarze Listen“ von NGOs und Aktivisten vorlagen. Einige der ausgeladenen Journalisten und Aktivisten warfen der WTO vor, Entscheidungen, welche ausschlaggebend für die ganze Menschheit sind und wichtige Auswirkungen auf die Menschenrechte haben, paradoxerweise hinter verschlossenen Türen zu behandeln. Außer der Eröffnungssitzung fanden die Tagungen im luxuriösen Hotel Hilton statt. (Bildquelle: WTO_Presse).

21. November | Chile: Ergebnis der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen verändert politische Landschaft

Chile: Präsidentschaftskandidaten Alejandro Guillier und Sebastián Piñera - Foto: Rec79Am vergangenen Sonntag, den 19. November, waren die Chilen*innen aufgerufen, ein neues Staatsoberhaupt sowie Abgeordnete, Landrät*innen und die Hälfte der Senator*innen zu wählen. Vor den Wahlen rechnete man mit einer niedrigen Wahlbeteiligung, obwohl das viel kritisierte binominale Wahlsystem kürzlich abgeschafft worden war und nun auch die im Ausland lebenden Chilen*innen wählen durften. Diese Prognose traf dann auch zu, denn nur 46,7% der Wahlberechtigten machten von ihrem Recht Gebrauch. Weiterhin sagten alle Umfragen voraus, dass der ehemalige konservative Präsident Chiles Sebastián Piñera (2010-2014) die Wahlen klar gewinnen und vielleicht sogar bereits in der ersten Wahlrunde gewählt würde. Umso überraschender war es, dass der Multi-Millionär „nur“ 36,6% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Alejandro Guillier, Wunschkandidat der amtierenden sozialistischen Präsidentin Michelle Bachelet, erreichte 22,7%. Für eine weitere Überraschung sorgte das neue 12-Parteien-Bündnis Breite Front, das nun links neben Piñeras Rechtsbündnis und Bachelets Mitte-Linksbündnis als dritter Block die Parteienlandschaft aufmischt. Dessen Präsidentschaftskandidatin Beatriz Sánchez kam Guillier mit 20,3% der Stimmen sehr nah. Der rechtskonservative José Kast kam seinerseits auf 7,9%, was auch als erstaunlich bewertet werden kann, da er offener Anhänger des ehemaligen Diktators Pinochet ist. Zwar werden nun die Chilen*innen in der Stichwahl für das Präsidentenamt am 17. Dezember erwartungsgemäß zwischen Piñera und Guillier entscheiden, doch Guillier wird sich inhaltlich auf die Breite Front zubewegen müssen, um die Stimmen derjenigen zu gewinnen, die Sánchez unterstützt hatten. Auch im Parlament hat der Erfolg des neuen Bündnisses deutliche Spuren hinterlassen: Es stellt nun 20 Abgeordnete und einen Senator. So hat der seit einigen Jahren aufkeimende politische Umbruch im Land nun auch fassbare Folgen: Die neuen politischen Kräfte stellen zwar (noch) nicht die Präsidentin, aber sie haben sich im Parlament endgültig etabliert (Bildquelle: Tu Foto con el Presidente_).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


Novedades

Ché im Kongo: Afrikanischer Traum oder Geschichte eines Scheiterns? – Teil II
Autor:
Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Geschichte & Archäologie, Gesellschaft & Soziales, Gewalt & Menschenrechte, Globale Beziehungen, Kuba, Politik & Recht, Unabhängigkeit & 19. Jh.

Kuba, Kongo: Che im Kongo 1965 - Foto: Creative Commons Als Ernesto Che Guevara mit dem ersten Kontingent der kubanischen Freiwilligen in der Nacht von 23. zum 24. April 1965 den Tanganjikasee überquerte, um in die Kämpfe im Osten des Kongo einzugreifen, befanden sich die revolutionären Kräfte bereits in der Defensive. Der Auftrag der Kubaner bestand darin, die Aufständischen militärisch soweit auszubilden, dass sie dann wieder in die Offensive gehen konnten. Ursprünglich waren dreißig Ausbilder …

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Caparrós, Martín: Der Hunger
Autor:
Kategorie(n): Gelesen, Gewalt & Menschenrechte, Globalisierung & Regionalisierung, Intraregionale Beziehungen, Kirche & Religionen, Landwirtschaft & Agrarreform, Wirtschaft & Entwicklung

Caparros_Der Hunger_DeckblattScanStellt die Tatsache, dass täglich auf dieser Welt 25.000 Menschen an Ursachen, die mit dem Hunger zusammenhängen, sterben, einen Fehler oder vielmehr den Erfolg des Weltsystems dar? Der argentinische Schriftsteller und Journalist Martín Caparrós stellt den Lesern, deren Beantwortung ihn in sieben Länder (Niger, Indien, Bangladesch, USA, Argentinien, Südsudan und Madagaskar) …

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Der Einsiedler der Uhr
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Kategorie(n): Kunst & Kultur, Literatur

Kultur_Teresa-de_la_Parra_Einsiedler2_Quetzalredaktion_CDEs war einmal ein Kapuzinermönch, der eingesperrt in einer holzgeschnitzten Tischuhr die Stunden zu schlagen hatte. Zwölf Mal am Tag und zwölf Mal in der Nacht öffnete ein klug ausgetüftelter Mechanismus das Tor des gotischen Kapellchens, das die Uhr darstellte, sperrangelweit, so dass man von außen erkennen konnte, wie unser Eremit genauso oft an den Strängen zog wie das im Glockenturm versteckte Schlagwerk sein wachsames Bim Bam ertönen ließ. Sodann schloss sich das Portal wieder mit einem jähen und trockenen Stoß , als solle die Gestalt weggezaubert …

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Ché im Kongo Afrikanischer Traum oder Geschichte eines Scheiterns?
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Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Geschichte & Archäologie, Gewalt & Menschenrechte, Globale Beziehungen, Kuba, Lateinamerika, Militär & Sicherheit, Politik & Recht, Unabhängigkeit & 19. Jh.

Kuba, Kongokrise 1961 - Karte: Creaive Commons„Von Ende März 1965 bis Mitte 1967, als seine Präsenz an der Spitze der bolivianischen Guerilla bekannt wurde, spukte Ches Gespenst durch die ganze Welt.“ Heute wissen wir mehr über diese Zeit. Dies ist vor allem der Publikation zweier Bücher zu verdanken, die die „afrikanische Episode“ im Leben Ernesto Che Guevaras zum Thema haben. 1994 brachten drei Autoren …

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Geehrt, umstritten, aber nach wie vor aktuell Bolivianische und argentinische Zeitungen zum 50. Todestag von Ernesto Che Guevara
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Nachdem der QUETZAL unter der Überschrift „Uhu oder Nachtigall“ bereits einen Betrag zur Medienberichterstattung anlässlich des 50. Todestages von Ernesto Che Guevara in Deutschland und Lateinamerika veröffentlicht hat, bietet der folgende zweite Teil einen Überblick über die Rezeption der wichtigsten bolivianischen und argentinischen Zeitungen …
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Ein Gescheiterter als Vorbild? Diskussion über Che Guevara und die Zukunft Kubas
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Am 15. November 2017 fand in Leipzig im Haus des Buches eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) statt, die dem 50. Todestag des Comandante Che Guevara gewidmet war. Das zahlreich erschienene Publikum hatte dort die Gelegenheit, mit Erwin Kohmann, dem Leiter der Che-Guevara-Gedenkstätte in Vallegrande (Bolivien), und Michael Zeuske, Professor am Historischen Institut der Universität Köln …
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