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31. August | Argentinien: 40 Jahre nach Ende der letzten Diktatur befürchtet das Land einen neuen “Verschwundenen”

Argentinien_Maldonado_Foto_Quetzal-Redaktion_solebiasattiSeit einem Monat ist Santiago Maldonado ein neuer “desaparecido”. Am. 1. August hatte sich Maldonado einem Streikposten der Mapuche-Gemeinde in Cushamen (Provinz Chubut) genähert, um diese Protestaktion zu unterstützen. Die Mapuche-Gemeinde demonstriert seit 2015 gegen die Zwangsräumung auf dem Gelände der Firma Benetton, die in den 1990er Jahren 900.000 ha kaufte, und fordert vom Staat die Durchsetzung ihres Rechts. Seit 2006 wird vom argentinischen Staat die Präexistenz der Indigenen auf Landesgebiet und ihr Anspruch auf eigenes Land anerkannt. Der Streikposten wurde von Sicherheitskräften der Provinz jedoch mehrmals gewaltsam niedergeschlagen. Anfangs 2017 kam es nach dem Bekanntwerden der Repression auf nationaler Ebene zu Entlassungen von Richtern und zum ausschließlichen Einsatz der Nationalen Gendarmerie (Gendarmería Nacional). Die Festnahme und das Verschwinden Santiago Maldonado fand im Rahmen einer Aktion der Gendarmerie statt, welche ohne Durchsuchungsbefehl die Räumung des Streikposten durchführte. Menschenrechtsorganisationen, Überlebende des Staatsterrorismus und bekannte Persönlichkeiten wie der Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel machen den argentinischen Staat dafür verantwortlich und fordern die Freilassung Maldonados bzw. genaue Informationen über seinen Aufenthaltsort. Die Gendarmerie, welche ihre Beteiligung an der Festnahme Maldonados bestreitet, wird von hochrangigen Beamten unterstützt. Offizielle landesweite Medien veröffentlichten in den letzten Tagen irreführende Nachrichten, wonach der Gesuchte in verschiedenen Orten gesehen worden sei und sich sogar an Straftaten beteiligt hätte. Vertreter der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sammelten bereits Beweise und sicherten Spuren vor Ort. Der argentinische Staat wurde vor dem Ausschuss für das gewaltsam verursachte Verschwinden von Personen der UNO angeklagt. Außerdem verlangen andere internationale Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch von der argentinischen Regierung die Aufklärung des Falls. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_solebiasatti).

10. August | Dominikanische Republik: Chef der Gesundheitsbehörde warnt vor Medizin zwischen „Ethik und Goldgrube“

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDer Leiter der dominikanischen Behörde für Gesundheit und Arbeitsschutz (Superintendencia de Salud y Riesgos Laborales/SISALRIL), Pedro Luis Castellanos, wandte sich an Behörden und Verbände mit dem Appell, strengere Regeln zu schaffen, um unethisches Verhalten im Gesundheitswesen zu verhindern. Er betonte, dass die Mehrzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen entsprechend den ethischen Prinzipien arbeitet, doch berichteten Medien wiederholt über fragwürdiges Verhalten von Ärzten und anderen Mitarbeitern von Gesundheitseinrichtungen. So gibt es Vorwürfe über Firmen, die Medizinern Kongresse oder Auslandsreisen finanzieren. Außerdem seien auch Barzahlungen üblich, wenn Patienten bestimmten Behandlungen oder Einrichtungen zugewiesen werden oder Ärzte die von den Firmen empfohlenen Medikamente verschreiben. Der SISARIL-Superintendent bezog sich in seiner Erklärung ausdrücklich auf einen Artikel in der Tageszeitung „Listin Diario“, der am Montag veröffentlicht wurde. „Listin Diario“ berichtete, dass Privatfirmen bis 1.300 Dollar an Ärzte zahlen, wenn diese ihren Patienten eine Behandlung in eben diesen Firmen empfehlen. Zudem verschreiben Mediziner aufgrund solcher Zahlungen gezielt besonders teure Medikamente, die Patienten als die einzig wirksamen angepriesen werden. Ein solches Verhalten, so Castellanos, ist in anderen Ländern strafbar. Es sei jetzt an der Zeit für die Regulierungsbehörden und zuständigen Gremien, strenge Vorschriften gegen ein solches Fehlverhalten zu schaffen, da dieses nicht nur der ärztlichen Berufsethik widerspricht, sondern auch dem nationalen Interesse. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion,ecm).

04. August | Bolivien: Weiter Kampf gegen Schnellstraße durch TIPNIS

La Paz_Regierungspalast_Foto_Quetzal-Redaktion_gcDie Auseinandersetzung um den Bau der Schnellstraße San Ignacio de Moxos – Villa Tunari mitten durch das indigene Territorium TIPNIS (Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure) hält unvermindert an. Indigene Aktivisten des Tieflands organisierten gestern in La Paz ein Sit-in. Der anschließend geplante Marsch zur Plaza Murillo wurde allerdings von der Polizei gestoppt. Weitere Aktionen gab es in Santa Cruz und Cochabamba. Die gestrigen Aktivitäten sollen nur der Auftakt für weitere Aktionen sein. Die Aktivisten betonen, dass die Straße durch den Nationalpark sowohl soziale als auch ökologische Verwerfungen begünstigen werde. Der Bau bedrohe nicht nur unmittelbar die Biodiversität in dem Nationalpark, sie werde, so der Aktivist Pablo Solón, auch verstärkt Cocabauern und Siedler in die Region ziehen. Die in TIPNIS lebenden Indigenen werfen der Regierung vor, sie versuche das Gesetz 180, das den Schutz von TIPNIS garantiert, abzuschaffen. Während Präsident Evo Morales darauf beharrt, diese Straße quer durch TIPNIS zu bauen, bekräftigen die Indigenen das Recht, ihr Territorium zu verteidigen. Die Stadtverordnete von La Paz, Cecilia Chacón, wirft der Regierung Verrat vor, da sie weiter darauf besteht, den Straßenbau fortzusetzen, obwohl es andere Optionen gibt. „Es sind die Interessen von Unternehmen, die die Regierung verteidigt“, betonte sie. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)

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