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Noticias

11. Februar | Kolumbien: FARC will keine Minderjährigen mehr rekrutieren

Kolumbien: Forderung nach Frieden - Foto: Martin GiraldoDie Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben zu Beginn dieser Woche angekündigt, in Zukunft keine Minderjährigen mehr aufzunehmen. Bisher betrug das Mindestalter 15 Jahre, obwohl vereinbart war, niemanden unter 17 Jahren in die Guerillaorganisation aufzunehmen. Diesen Widerspruch erklärt die FARC damit, dass die Mehrheit der Jugendlichen in der FARC aus marginalisierten sozialen Schichten ohne Perspektive und staatlichen Schutz käme. Ihre Aufnahme in die Revolutionären Streitkräfte sei eine Pflicht gewesen, um diesen jungen Menschen Schutz und eine Zuflucht zu geben. Es ist unklar, ob der Aufnahmestopp für Minderjährige auch die Demobilisierung sehr junger FARC-Kämpfer einschließt. Iván Márquez, Leiter der FARC-Delegation bei den Friedensverhandlungen in Havanna, sagte, dass sich Kolumbien auf dem Weg zum Frieden befinde, da ergebe es keinen Sinn, Jungen in die Guerilla aufzunehmen. Gleichzeitig betonte er, Jugendliche würden die FARC nicht verlassen, da dies die Revolutionären Streitkräfte schwäche. Genaue Zahlen über den Anteil der Minderjährigen in der FARC sind nicht bekannt, man geht jedoch davon aus, dass die Mehrzahl der FARC-Kämpfer noch sehr jung ist. (Bildquelle: Martin Giraldo)

08. Februar | Argentinien: Lohana Berkins ist tot

Argentinien_Noticia_LohanaBerkins_Foto - Movimiento Evita RosarioIn Buenos Aires starb am 5. Februar die argentinische Kämpferin für die Rechte von lesbischen, Schwulen, bi- und transsexuellen Menschen, Lohana Berkins. Die Transvestitin aus Salta gründete 1994 den Verein für den Kampf für die Travsti- und transsexuelle Identität (ALITT), und sorgte im Jahr 2002 für Aufsehen, als sie sich an die Staatsanwaltschaft von Buenos Aires wendete, weil es ihr unmöglich war, sich in einer Schule mit ihrem Namen als Lehrerin einzuschreiben. Ihre Bemühungen stellten darüber hinaus eine treibende Kraft zur Durchsetzung des Gesetzes zur Gender-Identität im Jahr 2012 im argentinischen Kongress dar. Als Herausgeberin war sie u.a. am Bericht “Cumbia, copeteo y lágrimas. Informe Nacional sobre la situación de las travestis, transexuales y transgéneros”, beteiligt, der gerade in neuer Auflage erschienen ist. In ihrem Abschiedsbrief, der auf Facebook veröffentlicht wurde, schreibt sie: “Wir haben viele Siege errungen in den letzten Jahren. Jetzt ist es Zeit, sich zu widersetzen und weiterzukämpfen. Die Zeit der Revolution ist jetzt, denn in die Gefängnisse kehren wir nie wieder zurück“. (Bildquelle: Movimiento Evita Rosario)

28. Januar | IV. Treffen der Celac vom 26. bis 27. Januar in Quito

Lateinamerika_Celac_Foto presidencia de la republica mexicanaDer derzeit in Brasilien grassierende Zika-Virus gehörte ebenso zu den Diskussionsthemen beim IV. Treffen der Celac (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) wie der Friedensprozess in Kolumbien. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff mahnte eine schnelle Zusammenarbeit der Organisation im Kampf gegen das Zika-Virus an, das bald die gesamte Region betreffen dürfte. Sie vereinbarte eine Zusammenkunft zu diesem Thema im Rahmen des Mercosur am kommenden Dienstag in Montevideo. Das Kolumbianische Staatsoberhaupt Santos erklärte, der Krieg in Kolumbien sei der einzige Konflikt der Welt der im Dialog beendet wird. Der UNO-Sicherheitsrat werde jetzt die Beobachter für die vereinbarte Waffenübergabe der FARC-Rebellen auswählen wird, deren Mission von der Celac einmütig unterstützt wird. Die Verhandlungen mit dem ELN bezeichnete er, ohne weitere Details zu nennen, als vertrauensvoll und er zeigte sich zuversichtlich, dass auch hier schnelle Fortschritte zu verzeichnen sein werden. Der dominikanische Präsident Danilo Medina, der von seinem ecuadorianischen Amtskollegen die Präsidentschaft der Celac übernahm, verwies darauf, dass der Kampf gegen Armut und Ungleichheit weiterhin wesentlich Aufgaben in der Region sein werden: „Lateinamerika ist nach Asien die Region mit dem größten Wachstum der Mittelschicht, aber mit den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Region mit der größten Ungleichheit.“ (Bildquelle: Presidencia de la República Mexicana)

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile


Novedades

Festnahmen von historischer Bedeutung in Guatemala
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Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Geschichte & Archäologie, Gesellschaft & Soziales, Gewalt & Menschenrechte, Guatemala, Militär & Sicherheit, Parteien & Soziale Bewegungen, Politik & Recht

Guatemala: Museo Comuntario in Rabinal - Foto: Andreas JäckelAm 06. Januar 2016 nahm die guatemaltekische Staatsanwaltschaft überraschend 18 hochrangige Ex-Militärs fest. Etliche sind Absolventen der „Escuela de las Américas“, einer vom US-Militär geleiteten Ausbildungsstätte für lateinamerikanische Militärs. 14 von ihnen werden Verbrechen im Fall CREOMPAZ, vier im Fall des Jugendlichen Molina Theissen vorgeworfen, die meist während der Militärdiktaturen von Fernando Romeo Lucas García (1978 bis 1982) und Efraín Ríos Montt (März 1982 bis August 1983) begangen worden waren.Die Festgenommenen werden beschuldigt, von …

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“Die Indianer kommen”: Ein Film von Carola Wedel
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Gesehen: Die Indianer kommen_Carola Wedel_Kogi_maske_snapshotDer Filmtitel klingt wie eine Warnung aus einem alten Western, auf jeden Fall schwingt irgendwie ein „Achtung!“ mit. Dabei erzählt der Film nur eine kleine Geschichte, die wie es scheint, weite Kreise ziehen und sich zu einer richtig großen Geschichte auswachsen könnte. Sie könnte sogar eine Lawine auslösen. Und diese Geschichte geht so: Wie im Nutzungskonzept für das Projekt „Berliner Schloss – Humboldt-Forum“ vorgesehen lud Stiftungspräsident Hermann Parzinger …

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Fünf Testfälle für die Zukunft – Lateinamerika im Jahresrückblick 2015
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Kategorie(n): 21. Jahrhundert, Brasilien, Gesellschaft & Soziales, Globale Beziehungen, Globalisierung & Regionalisierung, Interamerikanische Beziehungen, Intraregionale Beziehungen, Kolumbien, Kuba, Lateinamerika, Mexiko, Venezuela

Cuba: Barack Obama trifft Raúl Castro - Foto: Public DomainBlickt man auf das Jahr 2015 zurück, dann war es für Lateinamerika eine Zeit des angekündigten Wandels, dessen Ausgang noch unbestimmt ist. Einerseits scheint der Sieg rechter Wahlbündnisse in Argentinien und Venezuela den Anfang vom Ende der 1998 begonnenen Linkswende einzuläuten, andererseits signalisiert die einsetzende Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA das Scheitern der seit 1960 …

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Victor Montoya – Microcuentos – Teil 3
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Kategorie(n): Kunst & Kultur, Literatur

Kultur: Microcuentos von Victor Montoya - Foto: Quetzal-Redaktion, gt, Edwin Eschweiler

Correvolando

Er tauchte auf und stahl sich flugs davon.

Christoph Kolumbus

Der Seefahrer aus Genua, gierig nach Reichtümern und Ruhm, lebte und starb ohne zu verstehen, dass seine Reise gen Westen ihn, den Piraten der Weltmeere ähnlich, zu einem Kontinent geführt hatte, der, einstmals das Paradies auf Erden, während des Kolonialismus zur Hölle wurde.

Mutter Erde

Mutter Erde, öffne dich, befahl der Bergmann. Sie tat sich nicht auf. Sie blieb hermetisch verschlossen. Mach mir auf! Seine Stimme wurde tiefer. Mutter Erde fühlte sich…

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Mexiko zwischen Gewalt, Unzufriedenheit und kollektiver Aktion
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Seit Jahren bringt das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn, junge Nachwuchsführungskräfte aus verschiedenen Schwellenländern zusammen, um über unterschiedliche Themen von globaler Reichweite zu diskutieren und neue Perspektiven kennen zu lernen. Neben der Entwicklung gemeinsamen Wissens tauschen sich die Eingeladenen auch über aktuelle Entwicklungen in ihren Ländern aus. An dem Programm in Bonn nahmen …
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Klima paradox: Das Pariser Abkommen und der Klimawandel in Zentralamerika (Teil 2)
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Obwohl der Raubbau an den Wäldern etwa 20 Prozent zu den globalen Emissionen beiträgt, war deren Schutz bislang nicht Teil von Klimaabkommen. Das hat sich nunmehr geändert: Das Pariser Abkommen verpflichtet alle Länder zur Bewahrung und Erweiterung von Senken und Reservoiren, womit jene Ökosysteme gemeint sind, die der Atmosphäre CO2 entziehen. Zu diesen zählen neben …
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