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17. Januar | Lateinamerika: Wachsende Armut trotz Wirtschaftswachstum

Latinoamerika_Noticias_Bild_Quetzal-Redaktion_pablo_arocaDie jüngste Analyse der CEPAL (UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik) hört sich eigentlich ganz gut an: Die Ungleichheit auf dem Kontinent ist spürbar zurückgegangen, die Sozialausgaben sind gestiegen, die Wirtschaft wächst weiter, wenn auch geringer als prognostiziert. Und trotzdem zeigen sich die Experten und Expertinnen besorgt und mahnen ein Umsteuern an. Die Armut in der Region hat den höchsten Stand innerhalb des vergangenen Jahrzehnts erreicht. Im Jahr 2017 lebten 62 Millionen Lateinamerikaner in extremer Armut; und, so prognostizieren die Experten, 2018 dürfte noch einmal eine Million dazugekommen sein. Mit anderen Worten: Jeder zehnte Lateinamerikaner ist von extremer Armut betroffen. 40 Prozent der Beschäftigten erhalten Löhne und Gehälter, die unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, jeder Fünfte erzielt gar ein Arbeitseinkommen unter der Armutsgrenze. Die Gründe für diese Daten sind vielfältig, insbesondere wirkt hier die schwächelnde Wirtschaftskraft der „Riesen“ wie Brasilien. Venezuela mit seinem extremen Wirtschaftsrückgang in den letzten fünf Jahren wurde wegen des Misstrauens gegenüber den offiziellen venezolanischen Wirtschaftsdaten gar nicht erst in die Analyse einbezogen. Die aktuellen Entwicklungen der Weltwirtschaft treffen die exportorientierten lateinamerikanischen Volkswirtschaften besonders stark. Die Länder der Region, so die mexikanische Ökonomin Alicia Bárcena, müssen lernen, ihre Rohstoffe selbst zu verarbeiten, „das exportorientierte Wachstumsmodell ist erschöpft“ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pablo_aroca).

26. Dezember | Argentinien: Osvaldo Bayer ist tot

Argentinien: Der Schriftsteller Osvaldo Bayer - Foto: Argentina IndymediaEr kämpfte für die Rechte der Ureinwohner seines Landes. Er setzte sich für die armen Landarbeiter in Patagonien ein, indem er ihre Geschichte publik machte. Er bekam 14 Ehrendoktortitel in verschiedenen Universitäten weltweit – und zählte dennoch den Preis der Frauen der Plaza de Mayo als wichtigste Auszeichnung seines Lebens. Er war eine mahnende Stimme für die Menschenrechte und vehementer Gegner der argentinischen Militärdiktatur. Osvaldo Bayer, Schriftsteller und Historiker, zeichnete eine Geschichte Argentiniens nach, die nicht vergessen werden darf. Am 24.12.2018 ist seine Stimme nun für immer verstummt. Es bleibt sein Werk – und die Erinnerung an ihn (Bildquelle: Argentina Indymedia).

18. Dezember | Mexiko: Jesusa Rodríguez, erste lesbische Parlamentarierin Mexikos

Mexiko-DF_Bild Quetzal-Redaktion_PabloArocaHeute vor einem Jahr demonstrierten die mexikanische Schauspielerin und Dramaturgin Jesusa Rodríguez und die Schriftstellerin Elena Poniatowska gegen das Bündnis ihrer Partei Movimiento de Regeneración Nacional (dt.: Bewegung der Nationalen Erneuerung MORENA) mit dem konservativ-evangelikalen Partido Encuentro Social (dt.: Partei der sozialen Begegnung PES) und wiesen auf die Gefahr hin, mit diesem Bündnis der Popularität des damaligen Kandidaten Andrés Manuel López Obrador zu schaden. Mit dem endgültigen Sieg López Obradors und der Amtsübernahme Anfang Dezember wurde die erste Bewährungsprobe gut bestanden. Nun stellt sich Rodríguez als die erste mexikanische lesbische Abgeordnete vor, die im Parlament offen ihre sexuelle Identität zugibt und damit versucht, mit der Heuchelei der konservativen Tradition zu brechen. Im Einklang mit dem Regierungsplan López Obradors betonte Rodríguez, dass es von entscheidender Bedeutung sei, die Probleme an der Wurzel anzugehen. Laut der frischgebacken Parlamentarierin liegen beispielsweise die Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt im Patriarchat, welches wiederum seine Wurzeln in der Gewalt gegen Tiere habe. Daher solle man nicht nur die eigene Mentalität „entkolonialisieren“, sondern auch den Magen. Nach der fehlenden Umsetzung struktureller Reformen in anderen lateinamerikanischen Ländern während der sogenannten „progressiven Welle“ und der Machtübernahme ultrakonservativer Regierungen geben freimütige Menschen wie Rodríguez im Parlament und López Obrador als Regierungschef Anlass zur Hoffnung. Ob diese berechtigt ist, wird sich zeigen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pablo_aroca).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


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Fracking the World? Trumps Energiepolitik als Zeichen imperialer Überdehnung
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Kategorie(n): Globalisierung & Regionalisierung, Handel & Finanzen, Interamerikanische Beziehungen, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

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Die Präsidentschaft von Donald Trump markiert in einer bislang nicht gekannten Deutlichkeit die Fragilität der westlichen Hegemonialmacht. Er ist nunmehr der dritte Präsident in Folge, der versucht, den Niedergang der USA zu stoppen. In der ihm eigenen Art hat er Schlussfolgerungen aus dem Scheitern seiner beiden Vorgänger gezogen …

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Die Not der ÄrztInnen und RettungssanitäterInnen in Nicaragua
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Kategorie(n): Gewalt & Menschenrechte, Nicaragua, Parteien & Soziale Bewegungen

Nicaragua: Wahlkampagne der FSLN-Partei 2012 - Foto: Quetzal Redaktion, ach

Die Krise im Gesundheitswesen in Nicaragua ist nicht nur gravierend, sie ist erschreckend. Die Lage hatte sich seit April 2018 verschärft. Die Menschenrechtsverletzungen der Diktatur von Daniel Ortega Saavedra in den letzten elf Jahren konnte das nicaraguanische Volk nicht mehr aushalten und schloss sich zu Massenprotesten zusammen, die brutal vonseiten der Ortega-Murillo-Diktatur niedergeschlagen wurden …

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La memoria de los huesos: Dokumentarfilm von Facundo Beraudi
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Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Argentinien, El Salvador, Film, Geschichte & Archäologie, Gesehen, Gewalt & Menschenrechte

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Im Rahmen der diesjährigen 9. Lateinamerikanischen Tage Leipzig/Halle wurde am vergangenen 18.10. einmalig der Dokumentarfilm La memoria de los huesos (dt.: Das Gedächtnis der Knochen) gezeigt. Der Dokumentarfilm, der von dem argentinischen Regisseur Facundo Beraudi gedreht und bereits 2016 in Argentinien vorgestellt wurde …

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Vier indigene Völker verteidigen die Línea Negra gegen vordringende Bergbauindustrie
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Kategorie(n): Ethnien & Kulturen, Parteien & Soziale Bewegungen, Ressourcen & Umwelt

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Die Sierra Nevada de Santa Marta ist heiliges Gebiet. Trotz allem sind die Gesteinsressourcen im Inneren der Region begehrt. Um die Ausbeutungsversuche zu stoppen, schließen sich indigene Völker zusammen. Diesmal beschlossen die Führungskräfte der vier indigenen Völker der Sierra Nevada de Santa Marta (SNSM) eine neue Strategie auszuprobieren …

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Nach der Schicksalswahl: Was hat Brasilien von Jair Bolsonaro zu erwarten?
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Jair Messias Bolsonaro hat am 28. Oktober 2018 die Stichwahl mit 55,13 Prozent der Stimmen gewonnen und wird ab dem 1. Januar 2019 Brasilien regieren. Sein Gegner Fernando Haddad, der Kandidat der linken Arbeiterpartei (PT) erhielt 44,8 Prozent der Stimmen. Zwar sind sich die meisten Kommentatoren einig, dass damit ein Ultrarechter das Präsidentenamt übernehmen wird, in …
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Rabia: Kurzfilm von Romina Tamburello
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Die Lateinamerikanischen Filmtage Leipzig/Halle sind ein Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen darf. Jedes Jahr wird ein bunt gemischtes Programm veröffentlicht, bei dem sicher für jede/n etwas dabei ist. Nicht nur das Angebot an unterschiedlichen Genres, auch der sozialkritische Unterton und anschließende Workshops ziehen ein engagiertes Publikum an. Zum Glück dauerten die Filmtage wieder …
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