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Noticias

24. April | Chile: Überraschender und spektakulärer Ausbruch des Calbuco

Chile: Ausbruch des Calbuco im April 2015 - Foto: AeveraalNach mehr als 42 Jahren Inaktivität und ohne vorherige Anzeichen ist am Mittwoch der Vulkan Calbuco in der Nähe der Stadt Puerto Montt im Süden Chiles zweifach ausgebrochen. Die Eruptionen hatten eine rund 20 Kilometer hohe Asche- und Lavawolke zur Folge. Da sich auch Gase in dem Gemisch befanden, konnten BeobachterInnen spektakuläre Explosionen bestaunen. Die von dem Ereignis am stärksten betroffene Ortschaft Ensenada ist unter einer bis zu 35 cm hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Die Aschewolke war noch aus 100 km Entfernung zu sehen und hat bereits ihren Weg über die Anden nach Argentinien gefunden. Gestern bildete sich zudem ein neuer Krater in der Nähe der Ausbruchstelle. Die Behörden evakuierten rund 4.500 Menschen in einem Umkreis von 20 Km, während Präsidentin Bachelet in der Region den Ausnahmezustand ausrief. Da ein Großteil der Bevölkerung vor Ort von der Landwirtschaft lebt, verloren zahlreiche Betroffene ihre Ernten und teils ihr Vieh. Die Polizei ist neben der Evakuierung damit beschäftigt, Menschen aus unzugänglichen Regionen zu bergen. Der Flughafen von Puerto Montt wurde komplett geschlossen. Weiterhin treten Gase aus, und es bleibt abzuwarten, ob es nicht noch zu einer weiteren – und stärkeren Eruption kommt. In Chile gibt es 90 aktive Vulkane, von denen der Calbuco zu den drei gefährlichsten zählt (Bildquelle: Aeveraal).

23. April | Argentinien: Indigene Frauen für die Rechte des guten Lebens

Argentinien: Comunidad Mapuche - Foto: Quetzal-Redaktion,gcDer Dienstag war ein historischer Tag für die argentinische Bevölkerung. Vertreterinnen der 36 indigenen Völker kamen aus dem ganzen Land nach Buenos Aires, um dem Nationalkongress einen Gesetzentwurf vorzulegen. Es war das erste Mal seit der Gründung des Staats, dass die Stimme der Indigenen im Kongress gehört wurde. Der Gesetzestext mit dem Namen „Gesetz für das gute Leben“ vereint die Beschlüsse der zahlreichen Versammlungen, die seit langer Zeit mit Blick auf diesen Tag in Argentinien stattfanden. Obwohl die Gleichberechtigung der Indigenen sogar in der argentinischen Hymne besungen wird, bekämpfte der Staat die indigene Bevölkerung zunächst mit Waffen und danach durch Diskriminierung, Ausgrenzung, Verarmung und Verseuchung. Zurzeit stammt der größte Teil der Schwarzarbeiter und Gefängnisinsassen aus der indigenen Bevölkerung. Das Ziel der Mobilisierung, die im Nationalkongress endete, war, so die Sprecherinnen, nicht bloß zu protestieren, sondern auch Vorschläge zu machen, um einen multikulturellen Staat zu schaffen. Denn im vorgelegten Gesetzestext geht es um Multikulturalität im Gesundheits- und Schulwesen, den Wohnungsbau, den Verkehr und die Strafvollzugspolitik u.v.a. Wie bereits bei den Müttern der Plaza de Mayo sind es auch hier wieder die Frauen, die gegen die Ungerechtigkeit aktiv werden. Indigene Frauen sind dreifach benachteiligt: Sie sind weiblich, arm und indigen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)

20. April | Mexiko: Universität von Puebla erstellt “Globalen Straflosigkeitsindex“

Flagge: MexikoUnter der Federführung des Direktors der Universidad de las Américas Puebla, Luis Ernesto Derbez Bautista, und dem Präsidenten des Bürgerrates für Sicherheit und Gerechtigkeit in Puebla, Andrea Ambrogi Domínguez, wurde der „globale Index zur Straflosigkeit“ (spanisch: Índice Global de Impunidad, IGI) erstellt. Er misst in vergleichbarer Weise die öffentliche Sicherheit und das Rechtssystem eines Landes und bis zu welchem Maße Menschenrechte respektiert werden. Dabei wird von offiziellen Zahlen der jeweiligen Regierungen ausgegangen und keine Daten miteinbezogen, welche auf Wahrnehmung basieren. Untersucht wird der Weg vom Delikt zur Bestrafung, also von der offiziellen Registrierung der Straftat hin zur gerichtlichen Verurteilung. Dabei werden die physischen und Human-Ressourcen der Sicherheits- und Rechtssysteme untersucht, denn ein Mangel in diesem Bereich hat eine Erhöhung der Straflosigkeitsquote zur Folge. 14 potentielle Indikatoren enthält der Index für seine Berechnung, darunter: Wie viele Polizisten und Richter gibt es pro 100.000 Einwohner? Welches Verhältnis herrscht zwischen Kapazität der Vollzugsanstalten und der Anzahl an Gefangenen? Wie hoch ist der Anteil von Gefangenen ohne Urteil oder Anteil an Gefangenen, die zu einer Strafe von mehr als 20 Jahren verurteilt sind? Die Forscher haben über ein Jahr lang Daten aus 59 Ländern analysiert und kommen für ihr eigenes Land, Mexiko, zu folgendem Urteil: „Wenn man in Mexiko das Problem der Straflosigkeit bekämpfen würde, dann könnte man die Korruption auf den unterschiedlichen Regierungsebenen verringern“, so lautet es im vorgelegten Bericht. Denn: „Straflosigkeit ruft Misstrauen gegenüber den öffentlichen Einrichtungen hervor; das heißt, die Abwesenheit von Bestrafung repräsentiert eines der wichtigsten Hindernisse für die Konsolidierung und die Wahrung der Menschenrechte: Sicherheit, Freiheit und Gerechtigkeit.“

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile

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