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Zu Beginn dieser Woche hat es eine kleine Meldung aus dem kleinen zentralamerikanischen Land in die internationalen Medien geschafft: Es ging um Drogenhandel. Der Direktor der Zivilen Nationalpolizei (PNC), Baltazar Gómez und zwei leitende Angestellte der Anti-Drogenpolizei wurden am 3.März verhaftet. Ihnen werden u. a. Amtsmissbrauch, Konspiration, illegale Festnahmen, illegaler Waffenbesitz und Drogenhandel nationaler und internationaler Reichweite vorgeworfen. Erst vor einem halbem Jahr war schon einmal die Polizeiführung Guatemalas, festgenommen worden – ebenfalls wegen mutmaßlicher Verwicklung in Drogengeschäfte. Nach der Aufklärung des Falles Rosenberg ist die Festnahme der Polizei-Oberen nach elfmonatigen Ermittlungen ein weiterer Erfolg der Kooperation zwischen der UN-Kommission gegen die Straflosigkeit (CICIG) und den guatemaltekischen Behörden. Einerseits scheint also CICIG-Chef Castresana konsequent auf Erfolgskurs zu steuern. Die CICIG will Schritt für Schritt zeigen, dass es möglich ist, die Mauern der Straflosigkeit zu durchbrechen und mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen die korporativen Mafiastrukturen in Guatemala vorzugehen. Andererseits fällt auf, dass die Festnahme des Polizeichefs in den guatemaltekischen Medien eher als ein weiterer Rücktritt im Kontext der zahlenreichen Wechsel von Regierungspersonal dargestellt wird. Zwei Tage vor der spektakulären Verhaftung hat mit Carlos Menocal der fünfte Innenminister in der Regierungszeit von Präsident Colom sein Amt angetreten und es vergeht kaum ein Tag, an dem in der Presse keine Anschuldigungen gegen den Präsidenten und seine Frau wegen illegaler Machenschaften ausgebreitet werden. Während also die ersten Erfolge der CICIG sichtbar werden und das Rechtssystem zugleich von einer echten Konsolidierung noch weit entfernt ist, beginnt in Guatemala der Vor-Wahlkampf. Das Jahr 2010 wird wohl vor diesem Hintergrund noch gewaltsamer werden als 2009, das bisher gewaltsamste der Dekade. Die Herausforderung für Helen Mack, als neue Regierungsbeauftragte für die Polizeireform, in diesem Ambiente reale Änderungen bei den zivilen Sicherheitskräften in Gang zu setzen, ist riesig.
Die Zahl der Toten infolge des schweren Erdbebens in Chile erhöht sich weiter. Nach offiziellen Angaben der Oficina Nacional de Emergencia – Ministerio del Interior (ONEMI) sind 799 Personen ums Leben gekommen, davon 587 in der Region Maule, 92 in der Region Bío Bío, 48 in der Region O’Higgins, 30 in der Hauptstadtregion, 20 in der Region Valparaíso und 14 in der Region Araucanía. 10.000 Streitkräfte wurden in die Regionen Bío Bío und Maule geschickt, hauptsächlich um humanitäre Hilfe zu leisten und Plünderungen zu verhindern. Inzwischen kamen erste internationale Hilfslieferungen in Chile an. Länder wie Argentinien, Bolivien, Kuba, Peru, Russland, Spanien und USA leisten Hilfe mit materiellen Ressourcen, Personal und Finanzmitteln. Nach Angaben aus anderen Quellen ist es zudem wahrscheinlich, dass mehrere Personen wegen der Tsunami, die sich als Folge der Erdstöße bildeten, gestorben sind. Das hat eine heftige Kritik an der Marine ausgelöst, die keine Tsunami-Warnung ausgab. Maule ist die am meisten zerstörte Region. Fast 80% der Häuser und Infrastruktur sind beschädigt. Die größten Schäden finden sich hier in den Kommunen Iloca, Dichato, Constitución oder Pellehue (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile).
Nach offiziellen Zahlen des ONEMI (Oficina Nacional de Emergencia – Ministerio del Interior) hat das Erbeben in Chile bisher mehr als 723 Todesopfer und 19 Vermisste (Stand von heute) gefordert. Es wird aber erwartet, dass sich diese Statistiken weiter erhöhen. Nach Angaben der Regierung sind zwei Millionen Chilenen direkt vom Erdbeben betroffen. Die Präsidentin Michelle Bachelet hat für die Regionen Bío Bío und Maule den Katastrophenzustand (estado de catástrofe) erklärt. Angesichts von Plünderungen und Brandstiftungen von Geschäften und Supermärkten verhängte die Regierung eine Ausgangsperre in der Provinz Concepción (Region Bío Bío) sowie in den Provinzen Talca, Constitución und Cauquenes (Region Maule). Ungefähr 7000 Polizei- und Militärkräfte wurden in diese Zonen geschickt, um die Ordnung aufrecht zu halten und die Verteilung von Lebensmitteln zu überwachen. Hinsichtlich des Ausmaßes der Katastrophe durch das schwere Erdbeben und den Tsunami wies der Finanzminister Andrés Velasco darauf hin, dass es bislang keine offiziellen Ziffern gibt. Die amerikanische Consultingsfirma Edeqat, spezialisiert auf die Folgen von Katastrophen, schätzt die Schäden auf 30 Milliarden US-Dollar, was ungefähr zwischen 10 Prozent und 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Chile entspricht (Karte: US Geological Survey).

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Paraguay verfügt in Bezug auf die Produktionsleistung über das weltweit größte Laufwasserkraftwerk. Doch aufgrund nachteiliger Lieferverträge aus der Zeit von Diktator Stroessner kommt dieser große Reichtum nicht dem Land selbst zugute. Die derzeitigen politischen Entwicklungen Lateinamerikas führen in vielen Staaten zu Bestrebungen, die Souveränität über ihren Rohstoffreichtum zurückzugewinnen, insbesondere im Energiesektor. Paraguay verfügt über zwei regional bedeutsame Stausee-Wasserkraftwerke, Itaipú und Yacyretá, die beide von binationalen Körperschaften verwaltet werden. Der derzeitige Staatspräsident Lugo kündigte eine Neuverhandlung der mit Brasilien …
Im Zuge der Argentinischen Filmtage, die vom 29. Januar bis zum 07. Februar 2010 in ihrer bereits vierten Auflage in Leipzig stattfanden, hat sich QUETZAL speziell einem kleinen Programmteil zugewandt: der Ventana Latina. Die im Rahmen des Lateinamerikanischen Fensters präsentierten Filme fokussierten – wie die Veranstalter verkündeten eher zufällig – auf das Thema der Gewalt in vielen Ländern des Kontinents. Und die Organisatoren trafen damit ins Herz der Zuschauer. Einige Veranstaltungen waren komplett ausverkauft. Hunderte Kinofans mussten zum Teil trotz Kartenvorbestellung vor den Sälen verharren. Diejenigen, die eine Karte ergattern konnten, bekamen durch die gebündelte Ausrichtung …
Die Medien überwachen die Arbeit der Regierung. Die Medien überwachen die Arbeit der Richter, der Künstler, der Unternehmer, der Politiker, der Pfarrer und der Bischöfe. Doch wer überwacht die Arbeit der Medien? Diese Frage stellte sich das brasilianische Instituto Gutenberg. Es gehört zu den lateinamerikanischen Observatorios de Medios, die es sich zum Ziel gesetzt haben, eben diese Aufgabe zu übernehmen, um so die Medienmacht zu kontrollieren. Das ist keine leichte, aber eine äußerst relevante Aufgabe für die Zivilgesellschaft in einer Region der Welt, in der Quasi-Monopole den Medienmarkt prägen. Die Medienmacht ist mitunter so groß, dass sogar Minister erst nachdem die Medienbesitzer …


