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20. Februar | Brasilien: Presse erhält erstmals Zugang zum abgebrannten Museo Nacional de História

Brasilien: Logo des Museu Nacional de História - Foto: Public DomainLaut dem Nachrichtenportal “Nodal Cultura” am 14.2.2019 erhielten Journalist_Innen, u.a. der Folha de Sao Paulo, Sao Paulo, erstmals Zugangs zu den Ruinen des abgebrannten Nationalem Museums für Geschichte in Rio de Janeiro. Das Museum brannte im September 2018 nahezu bis auf die Grundmauern ab. Heute, so die Presseleute, steht lediglich noch das Erdgeschoss, während der zweite und der dritte Stock des zweihundert Jahre alten Gebäudes eingestürzt ist. Seit vier Monaten laufen derweil die Sicherungsmaßnahmen an den verbleibenden Resten. Die Betreiberin des Museums, die Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ), hat noch im September 2018 eine Baugesellschaft damit beauftragt, die kahlen Wände und Reste der Decken- und Treppen mit Baugerüsten zu sichern. Wissenschaftler_Innen der UFRJ können so die ehemaligen Ausstellungsräume inzwischen wieder ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen betreten und haben bereits damit begonnen, verbliebene Exponate sicherzustellen. Bis heute konnten ca. 2.000 Exponate oder Bruchstücke solcher sichergestellt werden. Vor dem Brand registrierte das Museum 20 Millionen Exponate, inklusive der vom Brand verschonten Stücke. Bis März sollen die provisorischsten Sicherungsmaßnahmen fertiggestellt sein sowie ein provisorisches Dach installiert werden. Der Direktor des Museums, Alexander Kellner, kündigte eine Ausstellung mit den bisher geretteten Exponaten noch “in diesem Semester” an. Derweil wurde am 12. Februar im brasilianischen Abgeordnetenhaus eine vorläufiges Dekret zur Schaffung einer Agentur, die die Wiederherstellung des Museums koordinieren sollte, abgelehnt. Abgeordnete drückten aus, dass die Schaffung einer solchen Agentur nicht im Interesse der Regierung von Jair Bolsonaro läge, sodass sie gar nicht erst zur Abstimmung gebracht worden war.

12. Februar | Venezuela: Fakten zur Flüchtlingskrise

UNHCR_Nach Angaben der kolumbianischen Einwanderungsbehörde befanden sich zum Jahresende 2018 1.174.743 Venezolaner im Nachbarland, davon 479.247 ohne legalen Status. Zugleich ist Kolumbien mit 7,7 Millionen das Land mit den weltweit meisten Binnenflüchtlingen. Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) geht davon aus, dass seit 2015 insgesamt 2,3 Millionen Menschen Venezuela verlassen haben, womit insgesamt drei Millionen migriert sind (davon 2,4 Millionen innerhalb Lateinamerikas und der Karibik). Hauptursachen sind die hohe Gewaltkriminalität und die sich zuspitzende Krise im Herkunftsland. Die Auswanderung aus Venezuela hatte im August 2018 mit 18.000 Menschen pro Tag ihren Höhepunkt erreicht und sank bis Jahresende auf 5.000. Weltweit sind im letzten Jahr von venezolanischen Bürgern mehr als 234.000 Asylanträge gestellt worden. Nach Angaben einer Studie von 2017 (Encuesta sobre las Condiciones de Vida en Venezuela – ENCOVI) kommen 60 Prozent der Migranten aus Großstädten und etwa die Hälfte gehört zu den begüterten Schichten der Bevölkerung. Gemessen an der Zahl der 2017 gestellten Asylanträge befinden sich zwei lateinamerikanische Länder unter den Top 20. Neben Venezuela zählt noch das zentralamerikanische El Salvador dazu. Außerdem gehören zur genannten Spitzengruppe sieben afrikanische, neun asiatische und zwei europäische Länder (Albanien und Ukraine). Gemessen an den Asylanträgen pro Millionen Einwohner liegen Venezuela mit 3.480 und El Salvador mit 3.461 nach Eritrea (8.291), Syrien (6.405), Burundi (3.691) und Afghanistan (3.512) auf den Plätzen fünf und sechs (Angaben unter: https://www.laenderdaten.info/fluechtlinge-nach-laendern.php). Sollte es in Venezuela – wie von US-Präsident Trump angedroht – zu einer militärischen Invasion kommen, dann dürfte die daraus erwachsende Katastrophe die derzeitige Krise weit in den Schatten stellen (Bildquelle: UNHCR_Presse).

07. Februar | Chile: Plastiktüten müssen den Supermarkt verlassen

noticias_chile_plastikmüll_Foto_CC0Ihre Herstellung dauert eine Minute, und nachdem sie 15 bis 20 Minuten „gelebt“ hat, währt ihre Agonie etwa 200 Jahre – so lange braucht der Abbau einer Plastiktüte. In Chile will man sich diese kurze Lebensdauer mit langer Verweildauer gleich ganz sparen: Das Land hat beschlossen, Plastiktüten zu verbannen, zunächst aus den großen Geschäften. Die kleinen und mittleren Geschäfte haben eine Gnadenfrist bis zum August nächsten Jahres; danach ist auch für sie Schluss mit der Ausgabe von Kunststofftüten. Anders als in Deutschland, wo man auf Freiwilligkeit der Händler setzt, gilt in Chile ein Verbot. Das neue Gesetz stößt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung: Vier von fünf Chilenen benutzen nach eigenen Angaben alternative Tragebehältnisse und 95 Prozent plädieren aus Umweltschutzgründen für ein Verbot der Tüten. Zuvor gab es in 80 Kommunen Sonderregelungen zur Vermeidung des Plastikmülls, die bewiesen, dass ein Verbot machbar ist. Auch anderswo auf dem Subkontinent wird energisch gegen den Plastikabfall vorgegangen, doch Chile nimmt für sich in Anspruch, das erste Land in Lateinamerika zu sein, das die Kunststofftaschen auf seinem gesamten Territorium verbietet (Bildquelle: CC0).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


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