lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


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15. Mai | Mexiko / Vereinigtes Königreich: Audiomoth – erschwingliche Technik für Artenschutz

Noticias_Mexiko_Bild_Quetzal-Redaktion_tzArtenschutz ist in Zeiten des Klimawandels und unter dem bedrohlich konstantem Verlust an Regenwaldflächen in Lateinamerika ein zentrales Thema, das viele verschiedene Aspekte vereint: Erhalt der Natur bedeutet nicht nur Lebensraum für Flora und Fauna, sondern auch Lebensgrundlage für (indigene) Gemeinschaften, lokale Unternehmen und Ökotourismus. Um den Umweltschutz auch in finanziell nicht so gut aufgestellten Naturparks und Gemeinden zu gewährleisten und Artengefährdung vorbeugen zu können, entwickelte ein Team aus britischen und mexikanischen Forschern eine kostengünstige Überwachungstechnik. Audiomoth ist ein energiesparendes Aufnahmegerät, das zum einen illegale Abholzung oder Bejagung aufzeigen kann und so ein Warnsystem gegen umweltschädigende Aktivitäten darstellt (durch Aufzeichnen von Motorsägenlärm oder Schüssen im Umkreis von fünfhundert Quadratkilometern). Zum anderen ist die neue Technologie auch geeignet, um Geräusche aufzuzeichnen, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind. Auf diese Weise kann unkompliziert der Tierbestand kontrolliert und weitere Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. In Mexico wurde Audiomoth bereits zur Überwachung der bedrohten Jaguare auf der Halbinsel Yucatan eingesetzt. Audiomoth ist eine von sechs technischen Verfahren, die in Lateinamerika inzwischen zum Erhalt der Ökosysteme eingesetzt werden. Darunter zählen u.a. eine chilenische App, die anhand von Datenerhebungen vor Hochwasser warnt, eine App für geregelte Abfallentsorgung und Recycling in Ecuador und Satellitenkarten gegen Entwaldung (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_tz).

08. Mai | Brasilien: Neue Schlacht im Kulturkrieg – Präsident Bolsonaro verbietet Werbespot

Lateinamerika: Korruptionsskandal Odebrecht - Foto: Quetzal-Redaktion, csEs werde versucht, in der Kunst „den normalen Bürger zur Ausnahme zu erklären und die Ausnahme als Regel“. Schwarze, Tätowierte, Transsexuelle in einer mit öffentlichen Mitteln finanzierten Werbung? Das geht natürlich überhaupt nicht. Kein Wunder, dass der Staatschef das umgehend unterbunden hat. Nein, das ist jetzt nicht eine späte Reaktion auf die Auslassungen eines Boris Palmer – so weit ist es hierzulande noch nicht. Es geht um eine Werbung der Banco do Brasil, die gezielt Jugendliche ansprechen wollte und deshalb in einem Werbespot die für Brasilien typische Vielfalt abbildete. Präsident Bolsonaro rief den (von ihm ernannten) Bankchef an und befahl, den Spot zurückzuziehen. Gleichzeitig ordnete er an, dass künftig jede staatliche Werbung einer vorherigen Genehmigung der Regierung bedarf. In den sozialen Netzwerken Brasiliens tobt seit Bolsonaros Wahlsieg eine Art Kulturkrieg. Die aktuelle Debatte um gesellschaftliche Vielfalt wurde von der Fastfoodkette Burger King befeuert, die für das Wochenende eine eigene Werbung ankündigte: „Man kann männlich, weiblich, schwarz, weiß, schwul, hetero, trans, jung, alt sein – bei Burger Kind ist jeder willkommen.“ Bankpräsident Rubem Novaes hat in einem Interview die Entscheidung von Bolsonaro ausdrücklich unterstützt, mit den eingangs zitierten Aussagen zum normalen Bürger. Wie dieser eigentlich ist und aussieht, hat er nicht spezifiziert; doch die Reaktionen zeigen, dass man ihn sehr wohl verstanden hat (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_cs).

30. April | Lateinamerika: Die Neue Seidenstraße ist in Lateinamerika „angekommen“

Noticias_Lateinamerika_Bild Quetzal-Redaktion_pabloarocaVom 25. bis zum 27. April 2019 fand in Bejing das II. Forum der Initiative zur Neuen Seidenstraße (engl.: Belt and Road Initiative – BRI) statt. Ihr hauptsächliches Ziel ist es, in der Welt große – physische, aber auch digitale – Infrastrukturprojekte zu schaffen, die den Handel mit China erleichtern. Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase, umgesetzt werden soll es ab 2021. Weltweit unterstützen gegenwärtig 126 Staaten die BRI. Ursprünglich als ein allein eurasisches Projekt gedacht, sollte die Neue Seidenstraße dann China mit Europa, später auch mit dem Mittleren Osten und Afrika verbinden. Nun ist sie auch in Lateinamerika und der Karibik „angekommen“. Panama war dort 2017 das erste Land, das sich dem Projekt anschloss. Inzwischen sind es 18 Länder Lateinamerikas und der Karibik, die zur BRI dazugehören wollen, etwa die Hälfte der dortigen Staaten. Mit Sebastian Pin᷉era sandte Chile von allen Ländern der Region den ranghöchsten Vertreter zum Forum, seinen Präsidenten. Brasilien schickte nur seinen Botschafter. Ob die Neue Seidenstraße nun eine „Quelle der Hoffnung für die Entwicklungsländer“ ist, wie es der kongolesische Telekommunikationsminister Juste Ibombo ausdrückte, oder am Ende nur zur weiteren Verschuldung Lateinamerikas führt und für eine „debt trap diplomacy“ steht, wie nicht nur US-Medien warnen, wird sich zeigen. In Venezuela ist Bejing schon jetzt der größte Gläubiger: 53% der von China an Lateinamerika gewährten Darlehen gehen an dieses Land. Ob das Land diese Schulden je zurückzahlen kann, ist zweifelhaft. Dabei ist die Neue Seidenstraße nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein geopolitisches Projekt, das US-Hegemonie weltweit und auch in Lateinamerika infrage stellen soll. An ihr sind neben den Vertretern des inzwischen schwächelnden alternativen Regionalprojekts ALBA auch solche treuen Verbündeten der USA beteiligt wie etwa Chile oder Peru. Auch Mexico, Argentinien und Kolumbien sollen Interesse bekundet haben. Paraguay bleibt wohl auch hier isoliert. Manche von den lateinamerikanischen Konservativen „wünschen“ sich sehnlich das Dilemma USA vs. China „weg“, indem sie hoffen, dass sich auch der ihnen geopolitisch „nähere“ Bündnispartner, die USA, an der BRI beteiligen möge. Vor allem aber wollen auch sie, trotz aller geopolitischen Bedenken, die alternative wirtschaftliche Zukunftsperspektive nicht verpassen. Brasilien – für dieses Land ist China schon heute der zweitwichtigste Handelspartner –, Chile, Ecuador und Peru beteiligen sich aber parallel zur vordergründig wirtschaftlichen BRI an dem politischen proamerikanischen Bündnis PROSUR, das sich wenige Tage vor dem II. BRI-Forum anstelle von UNASUR gegründet hatte und Venezuela ausdrücklich ausschließt. Insgesamt, wirtschaftlich und geopolitisch, setzen Lateinamerika als Region, aber auch manche seiner Staaten auf beide „Pferde“: USA und China. Ist man mit beiden zugleich verbunden, kann man gut „pokern“ und auf den jeweils anderen Druck ausüben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pabloaroca).

 

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


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