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06. November | Brasilien: Neuer Präsident Jair Bolsonaro wurde gewählt

Noticias_Brasilien_Bild_Quetzal-Redaktion_gcMit den Ergebnissen der Präsidentschaftswahl in Brasilien, bei der der neue Präsident Jair Bolsonaro (Partido Social Liberal/ PSL – Sozialliberale Partei) die Mehrheit der Stimmen erhielt, definiert sich abschließend die politische Landschaft, in der der südamerikanische Koloss bis Ende 2022 regiert wird. Jair Messias Bolsonaro hat sich vergangene Woche mit 55,13% in der Stichwahl gegen Fernando Haddad (Partido dos Trabalhadores/ PT – Arbeiterpartei) durchgesetzt. Zwei Wochen zuvor hatte die erste Runde, bei der außerdem GouverneurInnen, Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie die Mitglieder der Legislativkammer vom Bundesdistrikt Brasilien gewählt wurden, stattgefunden. Auch wenn die der PT im Parlament Stimmenverluste hinnehmen musste und der PSL die Gouverneurswahlen in 12 der 27 Bundesstaaten für sich entscheiden konnte, behielt sie die Mehrheit im Parlament. Linke Oppositionsparteien kündigten jetzt die Bildung eines gemeinsamen Blocks im Parlament an – allerdings ohne die Arbeiterpartei. Die Wahlergebnisse in den Bundesstaaten zeigen jedoch eine erhebliche Stärkung rechtskonservativer Kräfte. Sowohl Bolsonaro, welcher seit 1991 brasilianischer Bundesabgeordneter ist, als auch sein Vizepräsident, Antonio Hamilton Mourão, sind hochrangige Angehöriger der Streitkräfte. Bolsonaro, dessen Motto „Brasil acima de tudo e Deus acima de todos“ (dt.: Brasilien vor allem und Gott über alles) ist, versprach in Wahlkampf, eine „beispiellose Säuberung“ durchzuführen und „die roten Banditen von der Landkarte zu fegen“. Am 1. Januar 2019 wird er als Nachfolger von Michel Temer das Präsidentenamt antreten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc).

22. Oktober | Mexiko: Die Karawane aus Honduras

Mexiko: Die Karawane aus Honduras - Foto: Schiene, Eneas de TroyaAuf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Notlage in Honduras hat sich am Samstag, dem 13. Oktober, eine Gruppe von Menschen gebildet, die die Entscheidung traf, von Honduras bis in die Vereinigten Staates zu Fuß zu gehen. Nach einer Woche war diese Gruppe zu einer Karawane von über 3.000 Menschen angewachsen, die nicht nur die Erinnerung an die Heimat, sondern auch die 900 Kilometer von Honduras bis zur mexikanischen Grenze hinter sich ließ. Die amtierende mexikanische Regierung entsendete Einheiten der Bundespolizei und Bundesarmee zur Grenze, um die Karawane in Empfang zu nehmen. Das entspricht zwar dem Wunsch des Präsidenten der USA, verstößt aber gegen die traditionell freundschaftliche mexikanische Asylpolitik. Die Grenze wurde zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Die Menschen aufhalten konnte diese Maßnahme jedoch nicht, das Haupttor wurde von der Karawane zerstört. Die Sicherheitskräfte nutzten den Grenzdurchbruch als perfekten Grund, um die Menschen mit aller Gewalt zurückzudrängen. Außerdem setzte die Polizei Pfefferspray gegen Männer, Frauen und Kinder ein. Nach den ersten heftigen Stunden beruhigte sich die Lage. Viele Personen der Karawane warten seit zwei Tagen auf eine legale Registrierung, damit sie entweder ein Transitvisum oder Asyl beantragen können. Viele andere haben die Grenze ohne Registrierung überschritten. Nach mehr als 72 Stunden fanden sie sich in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Hidalgo wieder, wo sie auf aufrichtige, freundliche mexikanische Art begrüßt wurden; die Bevölkerung empfing sie mit Essen, Getränken und Musik. Die freundliche Seele der Mexikaner und die Position der zukünftigen linksorientierten Regierung haben großen Druck auf die amtierende Regierung ausgeübt. Diese musste ihre Strategie daraufhin ändern. Die neue Regierungsstrategie weckt die Erwartungen, dass die mexikanische Regierung die Menschen aus Mittelamerika endlich nicht nur mit Würde und Wahrung der Menschenrechte behandelt, sondern die aufrichtige freundliche Seele des Volkes widerspiegelt. Der künftige Präsident, Andrés Manuel López Obrador, drückte das mit einem alten mexikanischen Sprichwort aus: „Wo eine Person isst, können auch zwei essen“ (Bildquelle: Eneas de Troya_).

09. Oktober | Argentinien: Feministinnen gegen „Women 20“

Argentinien_Ni_una_menos_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiDas neulich initiierte Programm Women 20 als Teil des G20 stößt bei argentinischen Feministinnen auf Widerstand. Ende des Jahres sollen sich Mitglieder des G20 in Buenos Aires treffen. Bis dahin wird im Kulturzentrum „Néstor Kirchner“ an einer Agenda der Frauen gearbeitet, die dann den Staatsoberhäuptern präsentiert wird. Dabei werden international Stimmen laut, die bezweifeln, dass Women 20 wirklich repräsentativ wäre. Starke Kritik wurde vor allem vonseiten feministischer Organisationen geübt, wie z.B. des Foro Feminista contra el G20 (dt.: Feministisches Forum gegen die G20). Ihre Proteste stehen unter der Überschrift „No en nuestro nombre“ (dt.: Nicht in unserem Namen). Damit wird deutlich gemacht, dass durch Women 20 keineswegs alle Frauen ihre Interessen vertreten wissen. Das Hauptargument, was gegen die Agenda vorgebracht wird, ist deren Fokus auf Wirtschaftswachstum. Im internationalen Rahmen beurteilen Feministinnen die W20 Debatten als elitär. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Mittelpunkt der Agenda die Business-Frau und ihre finanzielle Absicherung steht. Es werde weder umfassend auf sozial ausgegrenzte Frauen aus benachteiligten Arbeitsverhältnissen eingegangen, noch die Wurzel der mangelnden Gleichstellung diskutiert. Argentinische Feministinnen können sich auch mit den Teilnehmerinnen der W20-Debatten nicht identifizieren. Sie prangern an, dass es sich vor allem um Repräsentantinnen der wirtschaftlich privilegierten Schicht handelt, nicht aber um ein breites Spektrum an Frauen aus unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Realitäten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


Novedades

Nach der Schicksalswahl: Was hat Brasilien von Jair Bolsonaro zu erwarten?
Autor:
Kategorie(n): Brasilien, Parteien & Soziale Bewegungen, Politik & Recht

Brasilien: Favela - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc

Jair Messias Bolsonaro hat am 28. Oktober 2018 die Stichwahl mit 55,13 Prozent der Stimmen gewonnen und wird ab dem 1. Januar 2019 Brasilien regieren. Sein Gegner Fernando Haddad, der Kandidat der linken Arbeiterpartei (PT) erhielt 44,8 Prozent der Stimmen. Zwar sind sich die meisten Kommentatoren einig, dass damit ein Ultrarechter das Präsidentenamt übernehmen wird, in der Frage …

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Rabia: Kurzfilm von Romina Tamburello
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Kategorie(n): Argentinien, Film, Gesehen, Kunst & Kultur

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Die Lateinamerikanischen Filmtage Leipzig/Halle sind ein Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen darf. Jedes Jahr wird ein bunt gemischtes Programm veröffentlicht, bei dem sicher für jede/n etwas dabei ist. Nicht nur das Angebot an unterschiedlichen Genres, auch der sozialkritische Unterton und anschließende Workshops ziehen ein engagiertes Publikum an. Zum Glück dauerten die Filmtage wieder …

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Braucht Lateinamerika sein #MeToo?
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Kategorie(n): Gewalt & Menschenrechte, Parteien & Soziale Bewegungen

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Das Hashtag #MeToo ist dieser Tage ein Jahr alt geworden. Für die Medien war und ist das ein willkommener Anlass, Bilanz zu ziehen. Wir müssen an dieser Stelle nicht die Geschichte der Kampagne wiederholen, die ist weithin bekannt. In den USA angestoßen, ist #MeToo zu einer weltweiten Bewegung geworden, die ganz Enthusiastische auch schon einmal als „eine der großen Revolutionen des Jahrzehnts“ (Stavans) bezeichnen …

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Testfall Nicaragua: Volksaufstand oder Regime Change?
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Kategorie(n): Nicaragua, Politik & Recht, Wirtschaft & Entwicklung

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Der 18. April 2018 und die nachfolgenden Ereignisse stellen eine tiefe Zäsur in der nachrevolutionären Entwicklung Nicaraguas dar. Seitdem ist nicht nur die Gesellschaft des zentralamerikanischen Landes gespalten, sondern auch die Linke. „Die Krise in Nicaragua erwischt die Linke im schlechtesten Moment“ – mit diesen Worten bringt Raúl Zibechi die Probleme …

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Töchter des Wassers
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Eine Kunstausstellung über Frauen aus vier kolumbianischen Gemeinden ist der Ausgangspunkt für eine journalistische Forschungsreise, um den Geschichten hinter den Portrait auf den Grund zu gehen. Ein Zwiegespräch zwischen Kunst und Journalismus, mit der indigenen Realität im Mittelpunkt …
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Magnus, Ariel: Die Schachspieler von Buenos Aires
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1939 ist Buenos Aires Gastgeber der Internationalen Schacholympiade. Unter den Gästen und Delegationen aus verschiedenen Ländern reist der Schachweltmeister Mirko Czentovic an. Bekanntlich ist Czentovic eine der fiktiven Romanfiguren aus Stefan Zweigs Schachnovelle. Der Großvater vom Autor-Erzähler Ariel Magnus, der Jude Heinz Magnus, ist ein Zweig-Bewunderer und teilt mit ihm …
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