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25. September | Lateinamerika: Kritik auf dem Klima-Gipfel der Vereinten Nationen

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleAuf dem am Dienstag in New York zuende gegangenen Klima-Gipfel haben sich zahlreiche Staatsoberhäupter Lateinamerikas kritisch geäußert. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet verwies darauf, dass der Klimawandel die soziale Ungleichheit weiter vertiefe. Nicolas Maduro (Venezuela) verwies auf die Fortschritte seines Landes bei der Umsetzung klimapolitischer Ziele. So bezieht Venezuela 70 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft und 60 Prozent des Territoriums stehen unter Naturschutz. Evo Morales (Bolivien), der im Namen der Gruppe der 77 und Chinas sprach, kritisierte die „Konsumgier des Kapitalismus“ scharf. Wenn diese nicht eingeschränkt würde, seien 2050 vier Planeten notwendig, um dessen Ansprüche zu erfüllen. Dass besonders die indigenen Völker unter dem kapitalistischen Raubbau an der Natur zu leiden haben, zeigt ein Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL), der am Montag veröffentlicht wurde. Zwischen 2010 und 2013 hat es in indigenen Territorien der Region über 200 Konflikte gegeben, die in Zusammenhang mit dem Abbau fossiler Brennstoffe und der Ausweitung des Bergbaus stehen. Ollanta Humala (Peru), dessen Land im Dezember Gastgeber der nächsten sein wird, verwies auf die Dringlichkeit konkreter Vereinbarungen. 2015 soll in Paris ein universelles und verbindliches Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels beschlossen werden. Angesichts dieses Zeitdrucks war der Verlauf des Klima-Gipfels, auf dem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel durch Abwesenheit glänzte, enttäuschend (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble).

15. September | Bolivien: Futuristischer Personennahverkehr in La Paz

Bolivien: Größtes Seilbahnnetz der Welt in La Paz - Foto: DoppelmayrIn La Paz hält die Zukunft Einzug. Mit der heutigen Eröffnung der „Gelben Linie“ nimmt das geplante Seilbahnnetz der Metropole langsam Gestalt an. Bereits im Mai 2014 war die „Rote Linie“ an den Start gegangen – die „Grüne Linie“ und fünf weitere Strecken sollen folgen. Wenn das Netz fertig gestellt ist, wird es die größte urbane Seilbahninfrastruktur weltweit sein. Der Schritt zum Transport mit Gondelbahnen wurde notwendig, um das tägliche Verkehrschaos zwischen dem Stadtzentrum und El Alto zu verringern. Aufgrund der Hanglage sind die Straßen zwischen beiden Städten sehr schmal und nur schwer zu verbreitern. Außerdem müssen zwischen El Alto (4100 Meter ü. NN.) und dem Zentrum von La Paz mindestens 500 Höhenmeter überwunden werden. Das Seilbahnprojekt koordiniert und baut der österreichische Konzern Doppelmayr. Insgesamt stellt Bolivien dafür 234,6 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Seit Ende Mai haben bereits 3,5 Millionen Personen die Seilbahn genutzt. Die Fahrt kostet ungefähr 0,40 US-Dollar – und bringt eine Zeitersparnis von etwa 20 bis 30 Minuten pro Strecke. Die Kapazität auf der ca. 3,7 Kilometer langen Strecke der „Gelben Linie“ wird mit 6000 Passagieren pro Stunde angegeben (Bildquelle: Doppelmayr).

12. September | Chile: Erneuter Bombenanschlag

Chile: Carabineros sind Teil der Streitkräfte, Foto: Quetzal-Redaktion, csDer erste Anschlag erfolgte am Montag, den 08.09.14, in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Dort wurde die Bombe in einem Papierkorb in der U-Bahn-Station Escuela Militar deponiert. Es wurden 14 Menschen leicht verletzt. Der Sprengsatz wurde aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder hergestellt und ähnelt der Bombe, die im Juli in einem U-Bahn-Waggon detonierte. Am darauffolgenden Dienstag ereignete sich dann wieder eine Explosion. Diesmal in einem Supermarkt der Kette Tottus in der Stadt Viña del Mar, die 125 Kilometer westlich von Santiago gelegen ist. Die Anzahl der Verletzten war wesentlich geringer als beim ersten Anschlag. Eine Frau musste mit einem Gehörtrauma ins Krankenhaus gebracht werden. Laut Quellen bestand die Bombe aus einer Kunststoff-Flasche mit explosivem Material, Münzen und anderen Metallgegenständen sowie Salzsäure im Inneren. Die Täter konnten bislang nicht gestellt werden, doch wird davon ausgegangen, dass die Attentate auf anarchistische Gruppen zurückgehen. Inzwischen musste die Polizei weiteren 18 Bombenalarmen in verschiedenen Teilen von Santiago nachgehen, die sich jedoch alle als falsch erwiesen. Chile galt als eines der sichersten Länder in Lateinamerika, doch gibt es allein in diesem Jahr bisher 30 ungelöste Bombenanschläge. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei stehen nach den erneuten Angriffen unter heftiger Kritik. Die Regierung von Michelle Bachelet geht von einem Terrorakt aus und will zusammen mit der Opposition ein politisches Bündnis zur Bekämpfung des Terrorismus eingehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).

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Konzert der Gruppe Amalgama aus Nicaragua (Leipzig, 02. Oktober 2014 in der Engertstr. 23, Raum der Kulturen)


Novedades

Julio Cortázar: Die Gewinner
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Kategorie(n): Gelesen

Gelesen: Julio Cortazar: Die Gewinner„Die Gewinner“ war mein erster Cortázar. Das ist schon eine paar Jahre her, doch als ich das Buch jetzt wieder in die Hand nahm, war die Geschichte gegenwärtig, als hätte ich sie gestern erst gelesen. Der Inhalt prägte sich einfach ein: Eine vom Zufall zusammengewürfelte Gruppe von porteños, Bewohnern von Buenos Aires, gewinnt in einer staatlichen Lotterie eine Kreuzfahrt. Das Ganze spielt Ende der 1950er Jahre, also vor der Zeit der riesigen Kreuzfahrtschiffe mit ihren durchorganisierten Reisearrangements. Die 20 Gewinner sind quasi ein kleines Abbild der Bevölkerung der argentinischen Hauptstadt, sehr unterschiedlich nach sozialer Stellung und Alter. So differenziert die Passagiere sind, so mysteriös ist die Kreuzfahrt. Die Gewinner werden vor Reiseantritt in ein Café bestellt und wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, wo es überhaupt hingehen …

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Eine neue Kuba-Politik?
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Kategorie(n): Globalisierung & Regionalisierung, Handel & Finanzen, Kuba, Wirtschaft & Entwicklung

Kuba: Havanna mit Flagge - Foto: Aidutxi18 Ausländische Delegationen geben sich derzeit in Kuba die Klinke in die Hand. Sie bekunden das Interesse ihrer Länder an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit und an der Verbesserung der Beziehungen zu dem sozialistischen Land. Sogar der Chef der US-Handelskammer, Thomas J. Donohue, stattete Kuba im Mai 2014 einen Besuch ab und forderte von Havanna aus die Beendigung der US-Blockade.
In der EU und in den USA mehren sich die Stimmen für eine neue Kuba-Politik. Ein Grund ist die wirtschaftliche Stabilisierung Kubas; und derzeit wecken hauptsächlich die Sonderwirtschaftszone Mariel sowie das neue Investitionsgesetz großes ökonomisches Interesse. Vor allem aber zwingt die gewachsene politische Rolle…

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Quinoa – das Gold der Inka
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Kategorie(n): Bolivien, Ethnien & Kulturen, Landwirtschaft & Agrarreform, Peru, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

Bolivien: Quinoa-Plantage - Foto: Muruchi„Eine Zukunft ausgesät vor Tausenden von Jahren“ – mit diesem Slogan riefen die UNO und die Welternährungsorganisation FAO im vergangenen Jahr zum Internationalen Jahr der Quinoa auf. Damit wurde international anerkannt, dass das Andengewächs das Potential hat, zur Nahrungssicherheit weltweit beizutragen. Quinoa, die Betonung liegt auf der 1. Silbe, oder „kinuwa“, wie es in der Inkasprache Quetschua heißt, ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20 Zentimeter bis drei Meter, einem aufrechten, verzweigten Stengel mit Blättern in Gänsefußform und Rispen zwischen 30 und 80 cm Länge. Jede Rispe ist mit 80 bis 120 Büschel ausgestattet und kann 100 bis 3000…

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Der chilenische Dichter Nicanor Parra wird 100
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Kategorie(n): Chile, Kunst & Kultur, Literatur

Chile: Nicanor Parra (rechts) - Foto: Paulo SlachevskyIst der doch der bedeutendste und vermutlich einzig wahre Antipoet. Mit seinem zweiten Gedichtband, dem 1954 erschienen Poemas y antipoemas, hat er diese neue, seinerzeit wohl regelrecht schockierende Poesie in die Welt gebracht. Nein, nicht Poesie – Antipoesie wollte er schreiben, bewusst gegen die etablierten und, wie er meinte, elitären Dichter wie z.B. sein Landsmann Pablo Neruda gerichtet. Ein Dichter, so Parra in einem Gedicht, ist kein Alchimist, sondern „ein Mensch wie alle anderen[1]“, und deshalb sollte er auch so sprechen wie andere. In seinen Antigedichten verwendet Parra deshalb umgangssprachliche Formen, Redewendungen, Slogans, Werbesprüche. Es geht nicht mehr um die lyrische Überhöhung der Wirklichkeit, sondern um die schonungslose Darstellung derselben, „die Aufdeckung der Widersprüche und Schrecken der modernen Welt“ …

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Interview mit Patricio Segura Ortiz
Autor:
Am 10. Juni 2014 lehnte der chilenische Ministerrat nach einem mehrjährigen Genehmigungsverfahren das Mega-Staudammprojekt HidroAysén ab. Seit 2005 planten der spanische Energieriese Endesa und das chilenische Unternehmen Colbún den Bau von fünf Kraftwerken mit einer Gesamtleistung von 2750 Megawatt, welche die Flüsse Baker und Pascua in der südchilenischen Region Aysén aufstauen sollten. Nach jahrelangen Massenprotesten …
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Julio Cortázar x 100
Autor: und:
Wie könnte Julio Cortázar in Erinnerung gebracht werden, ein Schriftsteller der die Zeit zum Duell forderte, der die Rückseite der Zeit entdeckte und sie bearbeitete, als wäre sie ein Krapfen? Cortázar kam auf die Welt, als der deutsche Kaiser einen Platz an der Sonne besetzen wollte. Er war ein Paradoxon der Geschichte, gewissermaßen eine Entschädigung …
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