lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias

25. Juli | Brasilien: Diplomatische Beziehungen mit Israel zerrüttet

Brasilien: Außenminister Luiz Alberto Figueiredo, 2014Nachdem Brasilien als zweites Land nach Ecuador seinen Botschafter in Tel Aviv zwecks Konsultationen zum Gaza Konflikt zurückrief, antwortete Israels Regierung mit harscher Kritik. Nach Aussagen des israelischen Pressesprechers des Außenministeriums, Yigal Palmor, berücksichtigt Brasilien nicht Israels Recht auf Selbstverteidigung und bezeichnete das lateinamerikanische Land in der Folge als „diplomatischen Zwerg“ und „irrelevanten diplomatischen Partner“. Die brasilianische Regierung hatte zuvor die Eskalation im Gaza Konflikt kritisiert und angedeutet, dass Israel seine militärische Macht gegenüber Palästina unverhältnismäßig ausnutzt. Palmor antwortete, dass Israels Reaktion gemäß internationaler Gesetze angemessen sei und dass ein 1:7 in einem Fußballspiel als unverhältnismäßig gilt (in Anlehnung an Brasiliens Niederlage bei der Weltmeisterschaft 2014 gegen Deutschland). Hinzu kam noch die brasilianische Zustimmung im UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) für die Einsetzung eines Untersuchungskomitees gegen israelische Kriegsverbrechen, was die Beziehung zwischen beiden Ländern noch mehr zerrüttete. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)

15. Juli | Argentinien: Ein Schritt zur Gerechtigkeit für Bischof Angelelli

Argentinien: Enrique Angelelli - Foto: Public Domain Vorige Woche wurden zwei Angeklagte wegen des Todes von Bischof Enrique Angelelli schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Angelelli wurde 1968 in der argentinischen Provinz La Rioja zum Bischof geweiht. Schon damals war La Rioja eine Provinz, in der es eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich gab. Diese sozialen Unterschiede wurden vom Bischof angeprangert, der – wie andere Priester auch – eine andere, neue Katholische Kirche repräsentierte, zu der die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 und die Konferenz der Bischöfe Lateinamerikas (CELAM) 1968 in Medellín die Richtung gewiesen hatten. Bereits während seiner ersten Amtsjahre gründete Angelelli die „Agrar- Diözesenbewegung“, deren Hauptziele eine bessere Verteilung sowie eine demokratische, partizipative Verwaltung der produktiven Flächen waren. Die Antwort der lokalen Oligarchie ließ nicht lange auf sich warten: Der Bischof wurde als „Roter“ verunglimpft; viele seiner Mitstreiter/innen wurden verfolgt und fielen Attentaten zum Opfer. Nach dem Putsch 1976 wurde Angelelli unter fragwürdigen Umständen, die die Justiz rasch als „Verkehrsunfall“ deklarierte, umgebracht. Obwohl er seine Vorgesetzen davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass er vermutlich bald getötet werden würde, hüllten sie sich in Schweigen. Der Fall von Bischof Angelelli entlarvt die Rolle, die die Führung der Kirche während der Diktatur als moralische Unterstützer der Militärjunta gespielt hat. Nachdem 2004 die so genannten Straflosigkeitsgesetze abgeschafft worden waren, eröffnete die Justiz mit einer Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschheit den „Fall Angelelli“ wieder und nannte die Dinge beim Namen. Innerhalb des Verfahrens tauchten einige kirchliche Dokumente auf, was hoffentlich bezeugt, dass die Kirche bezüglich ihres Schweigens während der Diktatur eine neue Haltung einnimmt. Wenn man bedenkt, dass die Justiz 38 Jahre benötigte, um den Mord, den Angelelli selbst voraus gesehen hatte, zu ahnden, dann bedeutet das Strafurteil nur einen ersten Schritt zur Gerechtigkeit. Wenn wir uns vor der von Angelelli geträumten gerechteren Gesellschaft befänden, dann könnten wir von Gerechtichkeit sprechen (Bildquelle: Public Domain).

11. Juli | Brasilien: 100.000 Argentinier für WM-Finale in Rio de Janeiro zu Gast

Brasilien: Maracanã Umbau für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Governo do Estado do Rio de Janeiro_Für das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 zwischen Deutschland und Argentinein am kommenden Sonntag (13.07.2014) erwartet Rio de Janeiro als Austragungsort ca. 100.000 Besucher aus Argentinien. Zwar haben zahlreiche Argentinier bereits im Vorfeld Karten für das Spiel im legendären Maracanã-Stadium gekauft, eine Vielzahl davon wird aber mit dem Public-Viewing an der Copacabana Vorlieb nehmen müssen. Nichts desto trotz wäre es für viele Argentinier eine Genugtuung im Nachbarland zu gewinnen. Einziger Wehrmutstropfen bei einem solchen Szenario wären geschätze Einnahmen von ca. 100 Millionen US-Dollar, welche die Tourismusbehörde des Bundesstaates für das Wochenende geschätzt hat. Während in Rio de Janeiro in den touristischen Stadtteilen die Hotels bereits zu 100 Prozent ausgelastet sind, gibt es in anderen Stadtteilen noch Übernachtungsmöglichkeiten (Auslastung von 90 Prozent). Nicht erwartet wurden jedoch eine Vielzahl von Wohnmobilen, mit denen die Argentinier anreisen. Nach Aussagen der Tourismusbehörde hat man für diese Art von Fahrzeugen jedoch keinerlei Vorkehrungen getroffen bzw. fehle hierfür generell eine Infrastruktur (wie z.B. Kampingplätze). Somit wird versucht die geschätzten 200 Wohnwagen an verschiedenen Stellen der Stadt zu konzentrieren, so u.a. in Níteroi – ein Vorort von Rio de Janeiro – wo 50 Plätze bereitgestellt werden. (Bildquelle: Governo do Estado do Rio de Janeiro_)

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Dossier: 40 Jahre Putsch in Chile


Novedades

Und ewig geiern die Heuschrecken
Autor: und:
Kategorie(n): Argentinien, Handel & Finanzen, Wirtschaft & Entwicklung

Argentinien: Piqueteros (Blockierer) während der Schuldenkrise 2001 - Foto: Luis Jou GarciaAm 16.06.2014 wurde in New York ein weitreichendes Urteil gefällt: ein Urteil, das tief in die Souveränitätsrechte eines Landes eingreift und private Investmentinteressen schützt; ein Urteil, bei dem es um viel Geld geht und die Rendite für eine Minderheit über die Belange einer ganzen Nation stellt. Denn im Fall des Rechtsstreits zwischen einer Hedgefondsgruppe und dem Staat Argentinien waren es die Investoren, die einen Sieg auf ganzer Linie errangen. Hintergrund des Rechtsstreits bildete der argentinische Staatsbankrott von 2002. Nach Verkündung des Schuldenmoratoriums hatte Argentinien mit den meisten der Schuldner eine Umschuldung und einen Schuldenverzicht erreicht – bis auf einige Hedgefonds, angeführt von NML Capital. Die Gruppe …

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„Growing Changes“ und „ALMA“
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Kategorie(n): Gesehen, Globale Beziehungen, Landwirtschaft & Agrarreform, Ressourcen & Umwelt, Venezuela

Mais - Foto: Agencia Brasil, Elza FiuzaDas Projekt „Querbeet – Offene Gärten“ kümmert sich seit 2011 um die sinnvolle Nutzung von Brachflächen im Leipziger Osten. So kann in der Neustädter Str. 20 gemeinsam gegärtnert und geerntet werden. „Urban gardening“ heißt das ja auf Neudeutsch, in Leipzigs Osten ist das ein durchaus interessanter Versuch, die Bewohner des sehr heterogenen Viertels zusammenzubringen. Der Offene Garten wird im Sommer auch zum Flimmergarten, und vom 11. bis 19. Juli konnten die Besucher unter Bäumen bei fair gehandelten Speisen und Getränken interessante Dokumentarfilme zu nachhaltigem Konsum und ökologischer Landwirtschaft sehen. Am 18. Juli standen zwei Filme auf dem Programm, die sich mit …

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Pinochet und die Mapuche
Autor: und:
Kategorie(n): 40 Jahre Putsch in Chile, Chile, Ethnien & Kulturen, Gewalt & Menschenrechte, Landwirtschaft & Agrarreform

Chile: Widerstand der Mapuche - Foto: Miquel Garcia Während der Pinochet-Diktatur wurden viele ChilenInnen Opfer der brutalen Repression des Regimes. Auch die Mapuche bekamen das harte Vorgehen der Junta zu spüren. Das lag unter anderem daran, dass viele von ihnen vor dem Staatsstreich 1973 Teil der „Bewegung hin zum Sozialismus“ waren. Denn zahlreiche indigene Organisationen beteiligten sich aktiv an der sozialen und politischen Mobilisierung und unterstützten die Unidad Popular unter dem 1970 zum Präsidenten gewählten Salvador Allende. Der Grund dafür war, dass viele Mapuche zu diesem Zeitpunkt endlich die Möglichkeit gekommen sahen…

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Matthes, Sebastian: Eine quantitative Analyse des Extraktivismus in Lateinamerika
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Kategorie(n): Gelesen, Intraregionale Beziehungen, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

Gelesen: Sebastian Matthes: Extraktivismus in Lateinamerika - Foto: BuchcoverExtraktivismus ist eines der Modeworte in der Debatte zur lateinamerikanischen Entwicklungsstrategie. In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Publikationen zu diesem Thema [1] (auch bei QUETZAL zum Beispiel in Venezuela, Kolumbien, Peru und Bolivien). Der Begriff wird inzwischen beinahe inflationär verwendet und mit Präfixen wie Neo- oder Post- versehen. Gerade im Zuge des globalen Rohstoffbooms ab 2005 erfährt die unter dem Begriff des Extraktivismus zusammenlaufende Kritik an der Rohstoffausbeutung und dem damit verbundenen Entwicklungspfad eine neue Blüte. Im Fokus stehen dabei die „neuen progressiven“ Regierungen in …

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Guatemala, 27. Juni 1954: Staatsstreich gegen Arbenz
Autor:
Vor 60 Jahren – am 27. Juni 1954 – erklärte Jacobo Arbenz, der demokratisch gewählte Präsident Guatemalas, seinen Rücktritt. Die Umstände und Konsequenzen dieses historischen Ereignisses machen es zu einem politischen Lehrstück, das heute noch unsere Aufmerksamkeit verdient. Juan Jacobo Arbenz Guzmán wurde am 14. September 1913 in Quetzaltenango (Xelajú), der zweitgrößten Stadt Guatemalas, geboren. Sein …
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Das Mädchen: Was geschah mit Elisabeth K.?
Autor:
Als ich erfuhr, dass ein Dokumentarfilm über die Militärdiktatur im deutschen Fernsehen kommen sollte, war ich zunächst vorsichtig. Da ich die Sendung verpasst hatte, sah ich mir den Trailer an und war daraufhin gespannt. Als …
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