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19. Oktober | Kolumbien: Gewalt gegen die Zivilgesellschaft

Kolumbien: Gewalt gegen die Zivilgesellschaft - Foto: Camilo Rueda LópezJosé Jair Cortés ist das letzte Todesopfer seit dem 24. November 2016, dem Tag, an dem in Kolumbien der Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC unterzeichnet wurde. Auch wenn infolge des Friedensprozesses die Zahl der zivilen Opfer im Lande gesunken ist, so gibt es seit dem letzten Jahr einen Anstieg der Gewalt gegen Vertreter der Zivilgesellschaft. Ein kürzlich von der Kolumbianischen Juristenkommission und anderen Organisationen vorgelegtes „Panorama der Gewalt“ spricht von einer Tendenz zu selektiven Gewaltakten gegen Menschenrechtler, Gewerkschafter, Führer von kommunalen Aktionsausschüssen, von Organisationen der Bauern, Indigenen und Landlosen. Seit dem 24.11.2016 zählte die Fundación Paz y Reconciliación 89 Morde und 282 Anschläge. Über die Täter wird nach wie vor spekuliert: ELN, Autodefensas Gaitanistas, rechte Paramilitärs, Drogenkartelle, die um die Macht kämpfen. Auffällig ist, dass die meisten Opfer dort zu verzeichnen sind, wo früher die FARC die Kontrolle ausübte. Jedes dritte Todesopfer stammt aus einer der Regionen des Kokaanbaus. José Jair Cortés, Mitglied des Gemeinderats des Territoriums Alto Mira und Frontera im Departement Nariño – dort gab es am 5. Oktober ein Massaker unter Kokabauern – befürwortete die Abkehr vom Kokaanbau und die Einführung von alternativen Anbauprodukten. Deshalb vermutet man auch, dass mexikanische Kartelle für seine Ermorsung verantwortlich sind. Im „Panorama der Gewalt“ heißt es, dass die Morde gegen Aktivisten der Zivilgesellschaft Angst in den verschiedenen Organisationen erzeugen und den Kampf um die Menschenrechte im Land schwächen (Bildquelle: Camilo Rueda López_).

12. Oktober | Kuba: Der antiimperialistische Che als Identitäts-und Gesellschaftsmuster wieder aufgenommen

Kuba: Fidel Castro und Che Guevara - Foto: Quetzal-Redaktion, uh Anlässlich der Gedenkzeremonien zu Che Guevarras 50. Todestag am 9. Oktober versammelten sich politische Repräsentanten und Delegationen der Staaten Bolivien, Kuba, Venezuela, Ecuador und Argentinien in Vallegrande, dem Ausgangspunkt der Gedenkansprachen in Bolivien. Zusätzlich zu Regierungsmitgliedern und regionalen Führungskräften waren ebenfalls die Kinder des Che, AktivistInnen, kubanische Jugendgruppen, KünstlerInnen und SchriftstellerInnen zugegen. Die umfassende, fast schon emblematische Bedeutung des Idols, allseits bekannt und wiedererkennbar, sowie seine Reise durch verschiedenste Länder Lateinamerikas lassen PolitikerInnen verschiedener Regierungen und Organisationen darauf hoffen, mit Hilfe der Leitlinien des Revolutionärs die lateinamerikanische Identität zu stärken. Dabei handelt es sich um eine „Solidarität als Zärtlichkeit der Völker“, wie er selbst formuliert; mit einem sehr zielgerichtet ideologischem Antrieb auf eher ökonomisch-sozialistischer Ebene: Der Kampf gegen den „Imperialismus“. Auch der bolivianische Präsident Evo Morales spricht von einer Einigkeit gegen den Imperialismus, weist aber darauf hin, dass sich die Umstände geändert haben. In Zeiten der „demokratischen Befreiung“, so Evo Morales, sei die „Wählerstimme die Waffe“. Eine sozialpolitische Facette erwähnt er allerdings auch, nämlich Ches Anschauungen in der Schule einfließen zu lassen. Die öffentlich-politische Stellungnahme über Che hat sich in Bolivien seit dem Amtsantritt von Evo Morales´ Wahlantritt 2006 zur dessen jetziger Amtszeit stark verändert. Vorher war die Figur des argentinischen Guerilla-Soldaten vom offiziellen, staatlichen Diskurs her stark umstritten oder negativ besetzt, heute werden Feierlichkeiten zu seinem Andenken begangen. Im aktuellen Kontext ehrt man ihn als nationalen Befreier in der neuen politischen Ordnung (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, uh).

04. Oktober | Chile: Heute wäre Violeta Parra 100 Jahre alt geworden

Chile: Violeta Parra - Foto: Argentinische Zeitschrift "Panorama"1917 wurde Violeta del Carmen Parra Sandoval in der Kleinstadt San Carlos südlich der Hauptstadt Santiago in einfachen Verhältnissen geboren. Sie war vielseitig begabt und arbeitete nicht nur als Folklore-Musikerin, sondern auch als Komponistin, Dichterin und bildende Künstlerin. Sie malte, töpferte und schuf Wandteppiche (Arpilleras) und Plastiken. Nach einer kurzen Hinwendung zur Mainstream-Musik (argentinischen Boleros, chilenischen Tonadas und mexikanischen Corridos) wurde sie von ihrem Bruder Nicanor dazu angeregt, die chilenische Volksmusik zu erforschen, die zu diesem Zeitpunkt in Vergessenheit geraten war. So bereiste Violeta Parra ihr Land und sammelte Liedtexte sowie Melodien und versuchte, die Ursprünge der ländlichen Musik der armen Landarbeiter herauszufinden. Bis zuletzt blieb die Volksmusik ihr Bezugspunkt, doch ihre Lieder entwickelten sich weiter, wurden politischer und schufen die Basis für das Neue Chilenische Lied. Ihr Lied „Gracias a la Vida“, das sie 1967 kurz vor ihrem Suizid schrieb, wurde später zur Hymne des Protestes gegen die Unterdrückung während der Militärdiktaturen Lateinamerikas. Während sie den damaligen Eliten und Intellektuellen wegen ihrer einfachen Art suspekt blieb, wurde sie von vielen Landsleuten geschätzt und machte die chilenische Volksmusik wieder einem breiten Publikum zugänglich. Heute wird ihre große Bedeutung nicht mehr infrage gestellt. Anlässlich ihres 100. Geburtstag ist Violeta Parra auf vielen Titelseiten zu sehen, und es finden zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land statt. Aufgrund der Schlechtwetterprognose wurde das für heute geplante offizielle Gedenkkonzert mit Präsidentin Michelle Bachelet vor dem Regierungspalast La Moneda verschoben. Zudem berichten seit Wochen immer wieder Radiosendungen und Fernsehprogramme über Violeta Parra und ihr Werk, und viele Gemeinden organisieren kostenlose Workshops und Ausstellungen zu ihrer Musik und Kunst (Bildquelle: Argentinische Zeitschrift “Panorama”).

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)


Novedades

Der Geist der Briefwaage
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Kategorie(n): Kunst & Kultur, Literatur

Zeichnung: Briefwaage 1 - Quetzal-Redaktion, gtEs war einmal ein überaus aufgeweckter und findiger Kobold, der aus Draht, Stoff und Handschuhleder gemacht war. Sein Körper glich einer Kartoffel, der Kopf einer weißen Trüffel, die Füße ähnelten zwei Teelöffeln, Arme und Beine bestanden aus einem Stückchen Hutdraht. Die in cremefarbenes Wildleder gehüllten Hände schenkten ihm eine gewisse britische Eleganz, die allenfalls nur durch den feuerroten Hut unterminiert wurde. Seinen Augen haftete etwas Geheimnisvolles an: Sie starrten hartnäckig nach rechts, was ihnen einen auffälligen Silberblick verlieh. Er stammte aus Irland, dem klassischen Land der Feen, Luftgeister…

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Uhu oder Nachtigall? Der 50. Todestag von Ernesto Che Guevara im Spiegel der Medien
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Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Bolivien, Geschichte & Archäologie, Kuba, Kunst & Kultur, Lateinamerika, Medien & Kommunikation

Kuba: Zeitungen in Deutschland über Che - Foto: Quetzal-Redaktion,gtEin Blick in die Medien rund um den 9. Oktober offenbart, wie gegensätzlich mit der Erinnerung an den lateinamerikanischen Revolutionär umgegangen wird. Während Che Guevara in der spanischsprachigen Presse ausführlich gewürdigt wird, fällt das mediale Echo in Deutschland eher spärlich aus. Beginnen wir mit den hiesigen Medien. Eine Zeitungsschau am 9. Oktober in überregionalen deutschen Blättern mit Blick auf die Texte zum 50. Todestag von Ernesto…

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Che Guevarra, Ernesto: Das bolivianische Tagebuch Die verschiedenen Ausgaben wieder gelesen aus Anlass des 50. Todestages von Ernesto Che Guevara
Autor:
Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Bolivien, Gelesen, Kuba, Politik & Recht

Trikont_Ausgabe_BuchCover Vor 50 Jahren, am 9. Oktober 1967, wurde Ernesto Che Guevara von der Bolivianischen Armee und der CIA im bolivianischen Dorf La Higuera ermordet. Mit dem Tod Guevaras und der Guerilleros, welche zusammen mit ihm festgenommen wurden, erreichte das am 7. November 1966 begonnene Guerilla-Projekt sein Ende. Die sterblichen Überreste Ches wurden erst 1997 von einem aus Kubaner und Argentiniern bestehenden Anthropologen-Team lokalisiert und …

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Ernesto Che Guevara – ein chronologischer Überblick über sein Leben
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Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Geschichte & Archäologie, Lateinamerika

Kuba: Ernesto Che Guevara Foto: Public Domain1928, 14. Juni Geburt in Rosario (Argentinien) als ältester Sohn von Ernesto Guevara Lynch und Celia de la Serna 1945-1951 Studium der Medizin in Buenos Aires 1952, Januar-Juli erste Lateinamerika-Reise 1953, März Abschluss des Medizinstudiums als Doktor 1953, Juli Beginn seiner zweiten Reise durch Lateinamerika 1953, Dezember Einreise nach Guatemala, wo er die revolutionäre Regierung von Jacobo Arbenz unterstützt 1954, Juni Beginn einer von der CIA organisierten Söldner-Invasion gegen Arbenz,…

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Ernesto Che Guevara – Das QUETZAL-Dossier (Oktober 2017 – Juni 2018)
Autor:
Heute vor 50 Jahren wurde Ernesto Che Guevara in La Higuera (Bolivien) auf Anordnung der regierenden Militärs ermordet. Wir nehmen den Todestag des lateinamerikanischen Revolutionärs zum Anlass, um sein Wirken aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Wir beginnen mit dem „Bolivianischen Tagebuch“, in dem der Guerillero selbst die letzten elf Monate seines Kampfes mit einer für ihn typischen Mischung aus nüchterner Ehrlichkeit, zornigem Mitgefühl für die Unterdrückten und Ironie für die …
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Die Raizal: In der eigenen Heimat an den Rand gedrängt
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Die Raizales sind eine Bevölkerungsgruppe der Insel San Andrés, die darum kämpfen ihre Kultur zwischen der Überbevölkerung, dem Drogenhandel und dem Massentourismus am Leben zu erhalten. San Andrés wurde Mitte des vergangenen Aprils stillgelegt, als Hunderte von Raizales, Ureinwohner und Nachkommen der ersten Siedler der Insel, nach einem Monat ohne Trinkwasser die Geduld verloren …
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