lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias

04. Mai | Ecuador: Anklage gegen Offizier wegen Rassenhasses

noticia_ecuador_esmil_Presidencia_de_la_República_del_Ecuador„In meiner Armee wird kein Schwarzer Offizier!“ Diese Aussage eines Ausbilders ist nur ein Beispiel für die Diskriminierung, die der junge Rekrut Michael Arce in der ecuadorianischen Armee zu erdulden hatte. Beschimpfungen, Erniedrigungen, körperliche Gewalt waren für ihn ab dem 2. Oktober 2011, seinem ersten Tag in den Streitkräften, an der Tagesordnung. Der Capitán Fernando E., der Hauptverantwortliche für die Attacken gegen Arce, ist jetzt in Ecuador zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, am 5. Juli soll die endgültige Entscheidung über das Urteil erfolgen. Der Fall ist in dem Andenstaat insofern bedeutsam, als hier zum ersten Mal eine Anklage wegen eines Hassverbrechens erfolgte. Dabei ist Rassismus auch in Ecuador alltäglich. Etwa acht Prozent der Bevölkerung haben afrokubanische Wurzeln. Ebenso wie die Indigenen sind Afroecuadorianer ärmer, schlechter ausgebildet und haben schlechtere Jobs. Michael Arce blieb nur knapp zwei Monate an der Escuela Superior Militar Eloy Alfaro (Esmil), dann verließ er die Streitkräfte. Eine Untersuchung, die nach einer Beschwerde im Dezember 2011 eingeleitet wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Diskriminierung bei der Kadettenausbildung an der Esmil systematisch stattfinde, nicht nur aufgrund der Hautfarbe, sondern auch aus homophoben und machistischen Gründen. Michael Arce hatte sich übrigens für die militärische Laufbahn entschieden, weil er der erste schwarze General Ecuadors werden wollte. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).

21. April | Kuba: Festival „Habana Clásica“ in der kubanischen Hauptstadt

noticias_kuba_Havanna_Quetzal-Redaktion_pgMan könne nicht über das musikalische Erbe reden, ohne die Musik erklingen zu lassen, ist die kubanische Musikwissenschaftlerin Mariam Escudero überzeugt. Also hat sie gemeinsam mit dem Taller Internacional de Patrimonio Histórico-Documental Música en Hispanoamérica und dem Amt des Stadthistorikers von Havanna namhafte Musiker nach Kuba eingeladen, um zum ersten Mal „Habana Clásica“ zu feiern. Das Festival für internationale Kammermusik präsentiert vom 18. bis 23 April 30 junge Solisten aus sieben Ländern sowie zwei Kammerorchester. Veranstaltungsorte sind u.a. das Theater José Martí, die Basilika des Klosters San Francisco de Asís und die Große Aula des Colegio San Gerónimo. Zu den namhaften Künstlern, die zum Festival kommen, gehören der deutsche Geiger David Nebel, der Kontrabassist Michel Taddei aus den USA, die russische Pianistin Marina Seltenreich und der Gitarrist Josué Tacoronte aus Kuba. Neben den zahlreichen Konzerten stehen auch Tanzvorführungen, Vorträge und Diskussionen auf dem Programm des Festivals. Und da die Musik für alle da sein soll, wird es auch Freiluftkonzerte auf Plätzen im historischen Zentrum der kubanischen Hauptstadt geben, darunter je eins für Senioren und für Kinder. Gewidmet ist die erste Ausgabe von „Habana Clásica“ übrigens dem italienischen Bassbuffo Paolo Montarsolo (1925-2006). (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)

19. April | Argentinien: DozentInnen für das Recht auf öffentliche Bildung und existenzsichernden Lohn

Macri_Foto Quetzal Redaktion_sole biasattiDie argentinischen Lehrergewerkschaften demonstrieren seit Anfang April landesweit. Unter dem Motto “#1A” haben sich DozentInnen aus dem ganzen Land am 1. April an der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast versammelt. Die Demonstrierenden fordern eine Gehaltserhöhung, um den Preisanstieg der letzten Monate ausgleichen und die Armutsgrenze verlassen zu können. Allein im Jahr 2016 erreichte die Inflation in Argentinien 40%. Die Landesregierung kündigte eine Unterstützung für die Provinzregierungen an, um den Mindestlohn in Höhe von 9.672 Pesos (ca. 560 Euro) zu gewährleisten. Als Reaktion auf die Verweigerung der Regierung, auf die Forderungen der DozentInnen einzugehen, wurde beschlossen, eine “Wanderschule” gegenüber dem Parlament zu errichten. Die “Wanderschule” wurde zunächst brutal unterdrückt, weil eine der Genehmigung fehlte, konnte einige Tage später dann doch eingerichtet werden. Allerdings läuft diese Genehmigung bereits heute aus. Unter dem Motto “öffentliche Bildung: Lehrt, widersteht, träumt” finden seitdem öffentliche Schulungen, Vorlesungen, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt, um auf das Recht auf Bildung und Arbeit aufmerksam zu machen. Die Aktion erinnert an das “Weiße Zelt”, das während der Hungerstreiks in den Jahren 1997 bis 1999 am gleichen Standort von den DozentInnen aufgestellt wurde. Die Regierung Macri versucht, die Protestaktion zu delegitimieren und kündigte außerdem an, einen “Maverick” in Südafrika zu kaufen. Dieses Fahrzeug kann gegen Straßenblockaden eingesetzt werden und ist laut Hersteller besonders für die Region geeignet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_sole biasatti).

» » mehr Noticias « «



Dossier - Brasilien Zikapiade


Novedades

Die Herausforderung der Lektüre von Borges Werk
Autor:
Kategorie(n): Argentinien, Kunst & Kultur, Literatur

Borges_Gedenkmünze2_Foto Redaktion_sole biasattiDer vor 30 Jahren gestorbene argentinische Schriftsteller ist eine der wichtigsten Personen der Weltliteratur. Sein Werk lädt den Leser dazu ein, aus seiner Komfortzone herauszutreten. Zwei Dinge haben Jorge Luis Borges nie verlassen: seine fortschreitende Blindheit und seine außerordentlichen Beiträge zur lateinamerikanischen und zur Weltliteratur. Der Schriftsteller hat eine solche Tragweite, dass er neben anderen Schriftstellern …

Zum Artikel

Neoliberaler Extraktivismus in Zentralamerika (III) Der neue Tourismus-Boom als Teil der „imperialen Lebensweise“
Autor:
Kategorie(n): 20. Jahrhundert, Globalisierung & Regionalisierung, Handel & Finanzen, Ressourcen & Umwelt, Wirtschaft & Entwicklung

Panama: Panama Kanal Zentralamerika Tourismus - Foto: Quetzal-Redaktion_tpDer Tourismus bildet die dritte Akkumulationsachse des zentralamerikanischen Neo-Extraktivismus. Auch beim Tourismus geht der Boom mit Vertreibungen der lokalen Bevölkerung, der Zerstörung der Umwelt und dem…

Zum Artikel

Tema con variaciones
Autor:
Kategorie(n): Dialogando

dialogando_carazo3_Quetzal-Redaktion_gt(tema)
El amor entró por la puerta principal del apartamento y el hombre cuarentón fue feliz hasta el día en que la gorda hermosa que representaba al amor en la suma de cada una de sus partes corporales no se fue de su apartamento porque ella aumentó muchísimo de peso de tanto amor y él no opuso resistencia a la soledad, en cuya boca no termina de derretirse.
(variación 1)
El amor dilató en entrar por la puerta principal de la casa el hombre cuarentón…

Zum Artikel

Frank, Gerd: Totmacher 6
Autor:
Kategorie(n): Gelesen, Gewalt & Menschenrechte, Lateinamerika

Rezensionen_Totmacher_DeckblattTotmacher. Das erinnert doch stark an einen Film aus den 1990er Jahren. Aber auf jeden Fall macht der Titel unmissverständlich klar, worum es in diesem Buch geht – um Mörder. Oder um genau zu sein: um Serienmörder. Und da das Buch Totmacher 6 heißt, ist ebenso klar, dass es auch dieses Buch Teil einer Serie ist. Gerd Frank hat im Verlag Kirchschlager Arnstadt bereits fünf Bücher über Serienmörder in verschiedenen Regionen bzw. Ländern der Welt veröffentlicht. Die Nummer 6 widmet …

Zum Artikel

Jede verlorene Sprache ist ein Stück verlorene Menschheit
Autor:
Einige vergleichen das Aussterben einer Sprache mit einem Attentat auf das immaterielle Erbe der Menschheit. Angaben der UNESCO zufolge sterben Sprachen schneller aus als Pflanzenarten und Tiere. Früher hatte man um die 7.106 Sprachen in der Welt dokumentiert, während aktuell 6.000 eingetragen sind. Man erwartet, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts die Hälfte dieser Sprachen verschwunden sein wird. …
Zum Artikel
Neoliberaler Extraktivismus in Zentralamerika (II) Die Produktion von Agrartreibstoffen als „nachhaltige“ Form oligarchischer Bereicherung
Autor:
Wie der Bergbau forciert auch der Agro-Extraktivismus in der neuen Gestalt der Palmölproduktion die weitere Durchsetzung des neoliberalen Akkumulationsmodells. Obwohl 85 Prozent der Exporte bzw. der Produktion dieses weltweit stark gefragten Pflanzenöls auf die beiden südostasiatischen Länder Indonesien und Malaysia entfallen, befinden sich immerhin drei der zentralamerikanischen Länder unter den ….
Zum Artikel
» » weiter zu den letzten Beiträgen

top