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02. März | Argentinien: Debatte über die Vereinbarungen mit China

Argentinien: Veladero 2010, Foto: Quetzal_Redaktion, gcIn den letzten Wochen ist sowohl im Parlament als auch in der Öffentlichkeit die Vereinbarung über eine Partnerschaft zwischen Argentinien und der Volksrepublik China diskutiert worden. In dieser Vereinbarung geht es um eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Was die Zusammenarbeit betrifft, so will die Volksrepublik China in strategischen Bereichen wie der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, im Eisenbahnsektor, im Bergbau, in der Informationstechnologie und der Luft- und Raumfahrtindustrie investieren. Im Gegenzug verpflichtet sich der asiatische Riese den argentinischen Produkten seine Märkte zu öffnen. Diesbezüglich stellt sich einerseits die Frage nach der Symmetrie der Vereinbarung: Diese bestimmt, dass argentinische Primärprodukte – zwischen 2003 und 2013 konzentrierten sich die Exportgüter hauptsächlich auf Soja, Sojaöl und Erdöl – gegen Produkte getauscht werden, die eine hohe Wertschöpfung haben. Experten betonen, das habe Auswirkungen auf die Lokalindustrie und vertiefe ein Wirtschaftsmodell, dass abhängig ist von der Ausbeutung von Rohstoffen. Da auch andere die Länder der Region ähnliche Vereinbarungen mit der Volksrepublik China beschlossen haben, stellt sich die Frage, nach den Gründen, die die einzelnen Mitglieder der MERCOSUR dazu bewegten. Der Bedarf an Devisen zwingt Argentinien, auch teure Finanzquellen zu erschließen. Das bringt dem Land allerdings keine neuen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern vertieft den Teufelskreis der Abhängigkeit eher noch (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).

27. Februar | Haiti: Gewalttätige Proteste gegen die Dominikanische Republik

Haiti: Frau - Foto: Thalles GomesEine Gruppe von einigen tausend Demonstranten hat das dominikanische Konsulat in Port-au-Prince angegriffen. Der Protest richtete sich gegen den Rassismus und die Xenophobie gegenüber Haitianern in der Dominikanischen Republik. Während der Kundgebung kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen das Konsulat, in dessen Verlauf die Nationalflagge des Nachbarstaates abgenommen und verbrannt wurde. Daraufhin hissten Demonstranten gar die haitianische Flagge. Das Personal des Konsulates wurde nicht verletzt. Die Manifestation ist eine Reaktion auf eine Reihe von gewaltsamen Toden von Haitianern in der Dominikanischen Republik. Viele Haitianer kritisieren die passive Haltung ihres Präsidenten gegenüber diesen Ereignissen sowie gegenüber der Situation haitianischer Auswanderer im Nachbarland, die meist ohne Aufenthaltsgenehmigung dort leben. Die Regierung des Nachbarlandes kritisierte die Ausschreitungen und Vorwürfe. Des Weiteren bestellte sie den haitianischen Botschafter ein. Die Dominikanische Republik und Haiti sind Nachbarstaaten auf der Insel La Española. Seit gut einem Jahrhundert wandern Haitianer ins Nachbarland aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. In der Dominikanischen Republik leben schätzungsweise über eine halbe Million Haitianer, die vorwiegend in geringqualifizierten und schlecht bezahlten Jobs tätig sind, z.B. auf Zuckerrohrplantagen. Der Großteil der Nachkommen der illegal in Haiti lebenden Einwanderer hat laut einem Urteil von 2013 keinen Anspruch auf die dominikanische Staatsbürgerschaft und ist damit staatenlos (Bildquelle: Thalles Gomes_).

26. Februar | El Salvador: Vorbereitungen für Seligsprechung von Monsignore Óscar Romero haben begonnen

El Salvador: Die Kathedrale des Erzbistums San Salvador - Foto: Public DomainVertreter der salvadorianischen Regierung und der katholischen Kirche haben sich versammelt, um Einzelheiten zu den Feierlichkeiten der Seligsprechung zu Ehren von Monsignore Óscar Romero, der Anfang des Monats von Papst Franziskus zum Märtyrer ernannt wurde, zu besprechen. Die Zeremonie wird auf dem Platz Divino Salvador del Mundo in der Hauptstadt des Landes stattfinden, wo sich auch das gleichnamige Wahrzeichen des Landes befindet. Wann genau der feierliche Akt realisiert werden wird, wurde vom Vatikan noch nicht bekannt gegeben. Der Todestag von Romero, der 24. März, bietet sich für solch eine Feier an, aber aufgrund seiner zeitlichen Nähe ist die Umsetzung schwierig und daher eher unwahrscheinlich. Die Regierung des Landes hat versprochen, den Tag der Seligsprechung zu einem Feiertag auf nationaler Ebene zu erklären, damit die Bürger an den Festlichkeiten teilnehmen können. Der ehemalige Erzbischof von San Salvador wurde am 24. März 1980 während einer Messe von einem Scharfschützen der Todesschwadronen ermordet. Romero engagierte sich für die Armen und den Frieden im Land und nutze seine Stellung, um auf Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund wurde und wird er immer noch von der Bevölkerung geschätzt und verehrt. Die katholische Kirche kategorisiert den Mord an dem Monsignore als Tötung aufgrund von Hass auf den Glauben. Der nächste Schritt könnte eine Heiligsprechung sein, die die salvadorianische Regierung seit 1994 anstrebt und Romero damit in den ersten Heiligen El Salvadors verwandeln könnte (Bildquelle: Public Domain).

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