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    Guatemala: Siebentausend Jahre Haft für Massaker (26. März 2012)

    capilla_plan_de_sanchez_mimundo_0Wegen ihrer Beteiligung an einem Massaker an 268 Dorfbewohnern, fast alle Angehörige der Sprachgruppe der Maya-Achí, im Juli 1982 in dem Weiler Plan de Sánchez bei Rabinal (Baja Verapaz) wurden in der vergangenen Woche vier Ex-Mitglieder der paramilitärischen Zivilpatrouillen (PAC) und ein ehemaliger ziviler Militärbeauftragter zu jeweils über 7.700 Jahren Gefängnis verurteilt. Das hohe Strafmaß resultiert aus symbolischen 30 Jahren Haft pro Opfer; de facto ist die Haft in Guatemala auf 50 Jahre begrenzt. Die Verurteilten sind heute zwischen Mitte 50 und 70 Jahre alt. Nach dem historischen Urteil im Prozess von Las Dos Erres (siehe noticia vom 4.8.2011), das kürzlich um die Verurteilung eines weiteren Mitglieds der Eliteeinheit Kaibiles ergänzt wurde, und der bevorstehenden Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten und Ex-General Rios Montt (siehe noticia vom 30.1.2012) ist damit ein weiterer Baustein einer juristischen Aufarbeitung des guatemaltekischen Genozids der achtziger Jahre gesetzt. Die Überlebenden aus Plan de Sánchez und Nachbarorten haben lange für dieses Urteil gekämpft: 1992 erstatteten sie trotz massiver Drohungen die erste Anzeige, wiesen auf Folter und Vergewaltigungen hin, die dem Massaker in Plan de Sánchez vorausgingen – und auf die geheimen Massengräber, die sie damals ausheben mussten. Es folgten Exhumierungen durch eine NGO und die schrittweise Aufklärung von insgesamt über 20 Massakern, die gezielt in mehreren Wellen rund um die Provinzstadt Rabinal ausgeführt wurden. Nachdem ein Prozess in Guatemala nicht durchsetzbar war, wandten sich die Opfer 1996 an die internationale Justiz. Doch auch deren Mühlen mahlten langsam: Erst 2004 verpflichtete der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den guatemaltekischen Staat zu ernsthaften Ermittlungen, die dann im August 2011 mit der Verhaftung von fünf der materiellen Täter in eine entscheidende Phase traten. Die Strafverfolgung entlang der Befehlskette nach oben steht weiterhin aus (siehe auch: “Eine Reise durch die Geschichte und durch den Schmerz – Teil II“. (Bildquelle: Jaime Rodríguez, MiMundo.org)

    Mesoamerika: Der Fall der letzten freien Mayastadt am 13. März 1697 (13. März 2012)

    Mesoamerika: Der Fall der letzten freien Mayastadt am 13. März 1697 - Foto: Quetzal-Redaktion, slChichen Itza ist vielen bekannt, aber Tayasal? Dabei stehen die Geschehnisse heute vor 315 Jahren um dieses Gemeinwesen des Volkes der Itza wie nichts anderes für das Ende der freien, selbstbestimmten Existenz der Indigenen Mesoamerikas. Die Itza werden in einer historischen Handschrift bereits im 4. Jahrhundert als Gründer der Stadt Bak´Halal erwähnt, die heute als Bacalar zum mexikanischen Bundesland Quintana Roo gehört. Sie zogen ca. 200 Jahre später weiter nach Westen und gründeten Chichen Itza. Bis etwa 1185 bewohnten sie die nach ihnen benannte Stadt. Ihr Einfluss in der Region muss immens gewesen sein, da sie mit weiteren Stadtgründungen in Verbindung gebracht werden, wie z. B. Chakan Putum (heute Champoton) und Tiho´ (heute die Millionenstadt Merida). Zum Zeitpunkt der Eroberung Yucatans durch die Spanier (1527- 1546) hatten Itza bereits lange in der Region am Peten- Itza- See eine neue Stadt gegründet, die heute als Flores zu Guatemala gehört. 1523 durchquerte Hernan Cortes das Gebiet von Tayasal noch friedlich, seinen Angriff von 1541 konnten die Itza abwehren. Zwischen 1685 und 1695 gab es vier erfolglose Eroberungsversuche durch die Spanier. Tayasal konnte erst durch eine größere Armee aus Einheiten aus Yucatan sowie Tabasco bezwungen werden. Der 13. März 1697 ist ein Datum der gewaltsamen kolonialen Unterwerfung eines alten Kulturvolkes. Aber es zeigt auch einen bemerkenswerten Willen zu Eigenständigkeit, selbst wenn man sich mit einer Übermacht konfrontiert sieht (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, sl).


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