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Ach, daß du entglittest – Ah, que tu escapes

Autor:  |  Herbst 1995

Ach, daß du entglittest in dem Augenblick,
da du schon die beste Bestimmung deines Wesens erlangt hattest.
Ach, meine Freundin, daß du nicht glauben wolltest den Fragen jenes frisch geschnittenen Sternes,
der seine Spitzen eintaucht in einen anderen feindlichen Stern.
Ach, wenn ich gewiß sein könnte, daß zur Stunde des Bades,
wenn in ein und demselben nachdenklichen Wasser
sich baden die reglose Landschaft und die zartesten Tiere:
Antilopen, Schlangen mit knappen Schritten, mit verflogenen Schritten,
– daß dann inmitten Träumen erscheinen, ohne Beklemmungen aufzuheben,
die ausgedehntesten Haare und das meisterinnerte Wasser.
Ach, meine Freundin, wenn in deinem reinen Marmor der Abschiede
du die Statue gelassen hättest, die uns hätte begleiten können,
wo doch der Wind, der anmutige Wind
sich dehnt wie eine Katze, um sich bestimmen zu lassen.

Ah, que tu escapes en el instante
en el que ya habias alcanzado tu definiciön mejor.
Ah, mi amiga, que tu no quieras creer
las preguntas de esa estrella recien cortada,
que va mojando sus puntas en otra estrella enemiga.
Ah, si pudiera ser cierto que a la hora del bano,
cuando en una misma agua discursiva
se banan el inmövil paisaje y los animales mäs finos:
antilopes, serpientes de pasos breves, de pasos evaporados,
parecen entre suenos, sin ansias levantar
los mäs extensos caballos y el agua mäs recortada.
Ah, mi amiga, si en el puro märmol de los adioses
hubieras dejado la estatua que nos podia acompanar,
pues el viento, el viento gracioso,
se extiende como un gato para dejarse defmir.

aus: Poesie der Welt. Lateinamerika. Edition Stichnote im Propyläen Verlag, Berlin 1986
(dt. von Hartmut Köhler)


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