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Venezuela: Hilfe durch internationale Organisationen

23. Oktober 2015 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: FlaggeEs scheint, dass die Regierung von Venezuela die finanzielle Unterstützung multilateraler Organisationen benötigen wird, um die Wirtschaftskrise zu überwinden. Für das kommende Jahr erwartet die Regierung eine Inflationsrate von 60 Prozent. José Guerra schätzt, dass das Haushaltsdefizit Venezuelas in der Größenordnung von 15% bis 20% des BIP liegt. Ein Defizit, welches nicht mit dem Ölexport ausgeglichen werden kann, auch wenn dieser 96% aller Exporterlöse und damit mehr als die Hälfte der Einnahmen des Landes ausmacht. Schuld ist der drastische Rückgang der Ölpreise. Die weitere Kreditaufnahme von fünf Milliarden Dollar aus China und der Verkauf von Vermögenswerten (Ölraffinerien) reichen nicht aus, um der Wirtschaftsmisere zu entfliehen. Der Anleihenmarkt verdeutlicht, in welch schwerer Wirtschaftskrise sich das Land befindet. Der derzeitige Handelskurs der im Februar auslaufenden Anleihe liegt bei 77 Prozent des ursprünglichen Preises. Das bedeutet, dass Anleger aktuell ca. 41,5%, inklusive der Zinsen als Risikoprämie, verlangen, um in diese Papiere zu investieren, was ein offensichtliches Zeichen für einen drohenden Zahlungsausfall darstellt. Nur der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank könnten das Regime noch vor dem finanziellen Untergang bewahren. Unter der Präsidentschaft von Hugo Chávez (1999-2013) hatte Venezuela allerdings kaum Kontakte zu beiden Organisationen. Im Mai 2007 kündigte er sogar den Austritt seines Landes aus dem IWF und der Weltbank an, da er ihnen die Schuld der andauernden Armut vorwarf und sie als „Instrument des amerikanischen Imperialismus“ darstellte, die seinem Land „eine wilde und ausbeutende Sozial- und Wirtschaftspolitik aufzuzwingen“ versuchten.


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