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Uruguay: Neue Kraftfahrzeugsteuer soll „Krieg der Besteuerungen“ beenden

15. September 2011 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay arbeitet an der Korrektur des Bildes vom einstigen Steuerparadies. Nach den Vorstößen zur Veränderung der Bodensteuer im Sommer dieses Jahres trifft der Reformwillen der Regierung nun die Kraftfahrzeugsteuer. Die Besteuerung von Kraftfahrzeugen erfolgt regional; es gibt 19 verschiedene Systeme, deren jeweilige Berechnungsgrundlage nicht einfach nachzuvollziehen ist. Uruguays Präsident José Mujica will heute der Versammlung der Bürgermeister ein landesweit einheitliches System der Kraftfahrzeugsteuer (Sucive) vorschlagen. Mujicas Vorstoß, der jahrzehntelange Auseinandersetzungen im Land beenden soll, gingen Verhandlungen von einem Jahr voraus. Jetzt hofft der Präsident auf die „historische Grandezza“ der Bürgermeister, sich nicht den lokalen Interessen zu beugen, sondern der nationalen Vernunft zum Durchbruch zu verhelfen. Mit Widerstand seitens der regionalen Behörden wird gerechnet. Neben Kompetenzgerangel dürften auch rein monetäre Gründe für die Ablehnung eine Rolle spielen, verspricht der Präsident mit dem neuen Gesetz doch eine Senkung der Steuern für 70% der Fahrzeugbesitzer. Bei einer Zustimmung der Bürgermeister zum „Sucive“ soll das Gesetz im Schnellverfahren verhandelt werden und bis zum 1. Januar 2012 in Kraft treten (Bildquelle: Roosewelt Pinheiro, Agencia Brasil).


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1 Kommentar zu “Uruguay: Neue Kraftfahrzeugsteuer soll „Krieg der Besteuerungen“ beenden”

  1. jan z. volens vom 21. September 2011 - 07:37 Uhr

    Das Autokennzeichen meint ROU : Republica Oriental del Uruguay, das Land der “Orientales”. Bis 1929 ging dort alles steil aufwaerts. Dann kam die erste Wall Street Depression und das Licht fuer den Export ging aus in Uruguay wie in anderen Laendern: Fleisch und Wolle wurde nicht mehr gebraucht in Europa, man verzehrte wieder wie im Weltkrieg die Kartoffeln und Rueben. Kurz darauf wurde Wolle durch synthetische Fiebern ersetzt. Bis fast 2000 war Uruguay in einer Dauerresession. Die Jungen wanderten aus nach Argentinien, Brasilien und Spanien. Deshalb hatte Montevideo bis nahe 2000 den Charm einer europaeischen Stadt in welcher seit 1929 nichts mehr gebaut oder veraendert wurde. Die alten Strassenbahnen schlenderten noch durch Stadt, und aus des Fahrers kleines Privatradio stroemten Tango Melodien. Damals war gerade die Versions Uruguays des Tangos GARUFA beliebt, sieh alle Versionen von TANGO GARUFA in youtube – und verstehe die Lyrik! Montevideo hatte auch seit 1929 nur wenige neue Autos erhalten – und bis Mitte der 1990ziger waren noch viele sehr alte Fahrzeuge auf der Strasse oder zum Verkauf angeboten in den Zeitungen: ” Model T Ford nur ein Besitzer” (pre 1925), “Studebaker 1947 niedrige Kilometer”. Am Gemuesemarkt waren noch Lastwagen welche von ausen, vorn handangekurbelt werden mussten. Heute ist Uruguay sehr veraendert – Export lebender Schafe an die Araber, Soja nach Nahen Osten, China, Europa, neue Zellulose-Industry (1500 war Uruguay eine fast baumlose Weide). Ein interessantes Volk – 50% der Einwanderer waren Spanier, 40% Italiener, auch Armenier. 5% Nachkommen von afrikanischen Sklaven. Wie ueberall in Lateinamerika auch teilweise Abkunft von Indigenen – den Charruas und Guaranis. Fuer Sportskommentaristen sind alle “Orientales” noch ” los Charruas”. (Wie im Sport sind Mexikaner “los atletas aztecas”, und die Puertorikaner werden im Sport als “Boricuas” bezeichnet (der Name Insel war BORIKEN – so gennant bei den Taino-Arawak).

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