lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Uruguay

07. April 2017 | Uruguay: La Cumparsita – Der Tango der Tangos wird 100 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

noticias_uruguay_La_cumparsita_Public_DomainLa Cumparsita feiert seinen 100. Geburtstag: der bekannteste, der schönste, der meistgespielte Tango der Welt. Wer hatte und hat dieses Stück nicht alles in seinem Repertoire? Carlos Gardel, Astor Piazzolla, ja selbst Julio Iglesias. Gene Kelly tanzte danach, wie es unzählige weniger berühmte aficionados bis heute tun. Im Jahr 2000 erklang der Tango sogar beim Einzug der argentinischen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney. Damals waren die Uruguayer allerdings sehr sauer. Schließlich handelt es sich bei La Cumparsita definitiv nicht um einen argentinischen Tango, sondern um einen originär uruguayischen. Geschrieben wurde er Ende 1915/ Anfang 1916 von Gerardo Matos Rodríguez, und der wurde in Montevideo, Uruguay geboren. Matos, damals noch keine 20, schrieb das Stück für den Karnevalsumzug einer Studentenvereinigung. 1917 wurde La Cumparsita im Café La Giralda in Montevideo öffentlich aufgeführt, mit anderen Worten: ganz offiziell. Aus diesem Anlass wird in Montevideo den ganzen April über ausgiebig gefeiert. Ab heute gibt es an jedem Donnerstag im April auf dem Mercado Agrícola de Montevideo (MAM) kostenfrei Musik, Gesang und Tanz mit Nelson Pino, Beatriz Dubal, Estilo Re-Fa-Si, Valeria Lima, Avalancha Tanguera und vielen anderen. Darüber hinaus werden an jedem Wochentag Führungen im Museo del Tango angeboten, welches sich im Palacio Salvo befindet – an dem Ort, wo früher das Café La Giralda stand. Der Autor selbst hatte von seinem Meisterstück, das heute nicht selten als „Rausschmeißer“ dient, außer dem Ruhm nicht viel: Dem Vernehmen nach verkaufte er die Rechte an La Cumparsita bereits 1918 und verlor das Geld kurz darauf beim Pferderennen. (Bildquelle: Public Domain).


27. Februar 2017 | Uruguay: Diskussion um Gesetz gegen häusliche Gewalt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Lateinamerika_Femizide_Foto Quetzal-Redaktion_sole biasattiUruguay ist im sozialen Bereich eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas: Es gibt ein Gesetz über häusliche Gewalt, der Schwangerschaftsabbruch ist entkriminalisiert, homosexuelle Paare dürfen heiraten, und die Kriminalitätsrate ist die niedrigste in der Region. Andererseits gehört das Land laut UNO zu den Ländern Südamerikas mit der höchsten Rate an häuslicher Gewalt. 2016 wurden 24 Frauen von ihrem Partner bzw. Ex-Partner ermordet. Einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge wird im Durchschnitt alle 14 Tage eine Frau von ihrem Partner/ Ex-Partner getötet, und alle 68 Minuten geht bei der Polizei eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt ein. Allerdings zeigt lediglich jede vierte Frau ihren Peiniger an. Bereits im Dezember 2015 wurde ein Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, der die Erhöhung des Strafmaßes für solche Straftaten vorsieht, die künftig als besonders schwere Verbrechen aus „Hass und Verachtung“ eingestuft werden sollen. Wenn das Tempo der Beratungen beibehalten wird, dann braucht es aber noch mindestens ein Jahr bis zur Fertigstellung des Gesetzes. Diskutiert wird zudem ein umfassendes Projekt gegen häusliche Gewalt, dass auch eine bessere Prävention vorsieht, nicht zuletzt durch umfangreiche Maßnahmen in der Bildung. Vonnöten, und da ist man sich einig, ist vor allem eine grundlegende Veränderung der machistischen Kultur im Land. Wie stark diese auch in der Justiz noch vertreten ist, bewies Jorge Chediak, Präsident des Obersten Gerichtshofs, der den vorsätzlichen Mord an einer Frau durch ihren Partner schlicht als „Verbrechen aus Leidenschaft“ bezeichnete. Die Abgeordnete Constanza Moreira betonte, dass nicht allein Chediak begreifen müsse, dass Leidenschaft etwas anderes sei. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


02. Juli 2015 | Uruguay: Staatsunternehmen ANCAP will Defizit abbauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Staatsunternehmen ANCAP will Defizit abbauen - Foto: Jimmy BaikoviciusDie uruguayische Ministerin für Industrie, Energie und Bergbau, Carolina Cosse, hat versichert, dass das staatliche Unternehmen ANCAP (Administración Nacional de Combustibles, Alcoholes y Portland) im Jahr 2015 sein Defizit entscheidend reduzieren werde. Bei einer Anhörung im Parlament betonte sie gestern, für ANCAP bestehe das Ziel, im laufenden Jahr den Fehlbetrag auf 50 Millionen Dollar zu reduzieren. Das bedeutet, dass das Unternehmen das Defizit um 273 Millionen Dollar abbauen will, denn das Jahr 2014 hatte ANCAP mit einem Minus von 323 US-Dollar abgeschlossen. Als einen wesentlichen Grund für die negative Bilanz nannte Cosse die Veränderungen im Wechselkurs des Dollars, die nicht ausgeglichen werden konnten. Die Ministerin führte aus, dass die Maßnahmen zum Umbau von ANCAP bereits greifen, auch wenn es nicht gelingen werde, dieses Jahr mit einer positiven Bilanz abzuschließen. Zu den in Angriff genommenen Maßnahmen gehöre auch die Erarbeitung eines Handbuchs mit Handlungsanweisungen für Energieunternehmen, welches u.a. einen besseren Umgang mit den Lagerbeständen behandelt. Inzwischen prüft die uruguayische Regierung auch die Erhöhung der Brennstoffpreise (Bildquelle: Jimmy Baikovicius_).


16. April 2015 | Uruguay: Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano - Foto: Mariela de Marchi MoyanoTausende Menschen nahmen am Dienstag Abschied von Eduardo Galeano. Der uruguayische Schriftsteller und Publizist, der am 13. April verstarb, war im Palacio Legislativo in Montevideo aufgebahrt worden. Neben Uruguays Staatschef Tabaré Vázquez erwiesen auch offizielle Vertreter aus anderen lateinamerikanischen Ländern dem Literaten die letzte Ehre, darunter der Vizepräsident der Bolivarischen Republik Venezuela und die argentinische Kulturministerin. Auch zahlreiche Künstler und Kulturschaffende wie die Schauspielerin Soledad Silveyra und die Sänger Daniel Viglietti und Joan Manuel Serrat reihten sich in das lange Defilee der Trauernden ein. Die nach wie vor ungebrochene Bedeutung des Autors von „Die offenen Adern Lateinamerikas“ und „Erinnerung an das Feuer“ bewies nicht zuletzt die große Zahl junger Menschen, die an seinem aufgebahrten Leichnam Abschied nahmen. Galeano, so sagte die argentinische Kulturministerin Teresa Parodi, sei für alle ein Spiegel gewesen, der eine tiefe und leuchtende Spur in Lateinamerika hinterlasse (Bildquelle: Mariela De Marchi Moyano_).


12. März 2015 | Uruguay Neue nationale Airline „Alas Uruguay“ will bald abheben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Neue nationale Airline „Alas Uruguay“ will bald abheben - Bild: Alas UruguayMit fast zwei Stunden Verspätung landete gestern Abend die erste Maschine neuen nationalen Fluggesellschaft auf dem Flughafen von Montevideo. Die Alas Uruguay war 2013 gegründet worden, nachdem die nationale Airline PLUNA nach 78 Jahren Insolvenz anmelden und ihren Betrieb im Juni 2012 aufgrund eines Regierungsbeschlusses einstellen musste. Zunächst als Alas-U gegründet, wurde die Gesellschaft, die von ehemaligen PLUNA-Beschäftigten verwaltet wird, schließlich in Alas Uruguay unbenannt. Die bereits für April 2013 geplante Aufnahme des Flugbetriebs verzögerte sich immer wieder, zumal das Oberste Gericht des Landes das Gesetz zur Liquidation der PLUNA für verfassungswidrig erklärte. Probleme bereitete vor allem die Finanzierung, möglich wurde Alas nur mit einem Kredit über elf Millionen Dollar des Fondo de Desarollo (FONDES). Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 55 Mitarbeiter, will deren Zahl aber bis Oktober des Jahres auf 220 erweitern. In den nächsten Tagen wird das zweite Flugzeug der Alas erwartet, das ebenso wie die gestern in Montevideo feierlich getaufte Maschine in Porto Alegre hergerichtet wird. In Kürze wird der erste reguläre Flug nach Asunción abheben und bereits in zwei Monate sollen alle geplanten Destinationen angeflogen werden, darunter Rio de Janeiro, São Paulo, Buenos Aires und Santiago de Chile (Bildquelle: Alas Uruguay_).


19. Februar 2015 | Uruguay: Beschäftigte sind häufiger krank | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Beschäftigte sind häufiger krank - Bild: Quetzal-Redaktion, gtDer Arbeitsausfall infolge Fernbleibens vom Arbeitsplatz (Absentismus) entwickelt sich in Uruguay zunehmend zu einem ernsten Problem. Betriebe klagen, sie benötigten sieben bis acht Prozent mehr Beschäftigte, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Der Absentismus nimmt in verschiedenen Wirtschaftssektoren zu, so z.B. im Gesundheitsbereich und im Dienstleistungsgewerbe. Die staatliche Sozialversicherung (Banco de Previsión Social, BPS) konstatiert derweil einen deutlichen Anstieg der Gesundheitskosten in den letzten Jahren. Während Vertreter der Industrie versichern, dass mehr als ein Drittel der ausgegebenen Gelder an Menschen gingen, die ihre Krankheit nur vortäuschten, verweist die Statistik des BPS auf Ursachen, die offensichtlich nicht spezifisch für Uruguay sind. So haben insbesondere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates zugenommen, aber auch bei psychischen Erkrankungen ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Betroffen sind vor allem Beschäftigte im Handel, in der industriellen Fertigung, in Land- und Forstwirtschaft sowie in der Gesundheitswirtschaft. In diesen Bereichen ist häufig eine hohe Belastung der Beschäftigten durch schwere körperliche Arbeit festzustellen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


23. Januar 2015 | Uruguay: Große Pläne am Atlantik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Containerhafen in Montevideo (01.01.2010) - Foto: Quetzal-Redaktion, ecmUruguay will die Kapazität seiner Häfen ausbauen und so zu einem der wichtigsten logistischen Zentren im südlichen Atlantik werden. Gladis Genua, die uruguayische Vertreterin der Andinen Entwicklungsorganisation CAF betonte, als kleines Land mit einem kleinen Binnenmarkt müsse Uruguay seinen Dienstleistungssektor ausbauen, um unabhängiger von Rohstoffen zu werden. In der traditionellen Konkurrenz der Häfen am Río de La Plata – der große Konkurrent des Hafens von Montevideo ist der von Buenos Aires – gedenkt Uruguay gewichtige Trümpfe auszuspielen. Zum einen ist die Steuerbelastung der uruguayischen Häfen geringer, zum anderen ist Montevideo der zweiteffektivste Hafen in Lateinamerika. Das Land setzt insbesondere auf die Binnenländer Bolivien und Paraguay, für die die uruguayischen Häfen eine wachsende Rolle spielen sollen. Seit einigen Jahren schon bietet Uruguay Schiffen aus beiden Ländern einen Zugang zum Atlantik, wobei diese, wenn sie sich in uruguayischen Gewässern befinden, wie einheimische Schiffe behandelt werden. Im Februar wird im Hafen von Montevideo ein neuer Pier eingeweiht, weitere Arbeiten an der Industriezone von Sayago sind geplant. Das ehrgeizigste Projekt ist aber der ca. 300 km nördlich von Montevideo geplante Tiefseehafen von Rocha, auf den sich der uruguayische Seeverkehr im südlichen Atlantik einmal konzentrieren soll. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


01. August 2014 | Argentinien: Uruguay ist besorgt über Schuldenkrise in Argentinien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie Verhandlungen Argentiniens mit einer Gruppe von Gläubigern sind in der Nacht zum Donnerstag (31.07.2014) ergebnislos zu Ende gegangen, das südamerikanische Land war gegenüber den Forderungen der Hedgefonds hart geblieben. In Uruguay wird die Entwicklung indessen aufmerksam beobachtet. Die uruguayische Regierung hatte schon früh vor den Gefahren der sogenannten Geierfonds gewarnt. Mit Argentinien, so heißt es, könne ein Präzedenzfall für Länder geschaffen werden, die einen Schuldenkompromiss anstreben. Der Umgang mit Argentinien betreffe auch die anderen Länder der Region, denn „wenn Argentinien durch eine sehr schwere Konjunktur geht“, dann wird das Auswirkungen auch auf die Länder haben, die wirtschaftliche Beziehungen zu Argentinien pflegen. Auf dem jüngsten Mercosur-Gipfel hatten die versammelten Staatschefs sich hinter Argentinien gestellt und dem Land ihre Unterstützung zugesichert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


09. Juni 2014 | Uruguay: Immer mehr Emigranten kehren in ihre Heimat zurück | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Immer mehr Emigranten kehren in ihre Heimat zurück - Bild: Quetzal-Redaktion, gtEtwa 18 Prozent der Uruguayer, so stellte die Internationale Organisation für Migration fest, leben im Ausland. Vor allem junge Leute kehrten und kehren ihrer Heimat den Rücken, was zu einem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung in dem Land am Río de la Plata führt. Doch bereits vor einigen Jahren wurde von der Organisation ein Trend der Remigration konstatiert. Jetzt meldete das uruguayische Büro für Rückkehrer (Oficina de Retorno y Bienvenida) einen weiteren Anstieg derjenigen, die in ihr Land heimkehren. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind im Vergleich zum letzten Jahr zehn Prozent mehr Uruguayer remigriert, durchschnittlich 200 monatlich. Seit 2011 kamen insgesamt mehr als 9.000 Orientales in ihr Land zurück. Zwei Fünftel von ihnen geben wirtschaftliche Gründe für die Heimkehr an, knapp ein Drittel nennt familiäre Probleme. Die Rückkehrer sind zumeist weitgehend mittellos. Um ihre Eingliederung zu erleichtern, wurde der Nationale Migrationsrat gegründet, der die Migrationspolitik koordinieren soll und in dem Vertreter des Innenministeriums, des Ministeriums für Arbeit und soziale Sicherheit sowie des Auswärtigen Amtes vertreten sind. Alles in allem, so betont das Büro für Rückkehrer, ist die Remigration ein großer Gewinn für das Land (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


30. September 2013 | Uruguay, Argentinien: Geht der Papierstreit in die nächste Runde? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

Uruguay: Präsident José Mujica mit Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner - Foto: Presidencia de la Nación ArgentinaPapier entzweit derzeit die eigentlich befreundeten Nachbarländer Uruguay und Argentinien. Kein beschriebenes Papier, wie man annehmen möchte, sondern weißes, ja, noch gar nicht produziertes. Denn es geht um eine Erhöhung der Zellstoffproduktion als Vorstufe zur Papierherstellung. Das ist eigentlich kein Problem, wird aber dann zum Streitapfel, wenn es sich um die finnische Fabrik UPM (vorher Botnia) handelt. Die steht auf der uruguayischen Seite des Flusses Uruguay und befindet sich direkt gegenüber der argentinischen Stadt Gualeguaychú. Seit 2003 schwelt der Konflikt. Argentinien beklagte die fehlende Informationspolitik der uruguayischen Regierung, an dem gemeinsamen Grenzfluss eine Papierfabrik zu errichten. Auch sei keine Genehmigung eingeholt worden. Die Anwohner befürchteten zudem Umweltverschmutzungen und demonstrierten gegen das Werk. Uruguay, auf der anderen Seite, erhoffte sich Auslandsdirektinvestitionen, sah keine Notwendigkeit für eine Genehmigung von argentinischer Seite, da keine Beeinträchtigungen des Flusses vorgelegen hätten. Unabhängige Labore in Kanada bestätigten diese Version und gaben grünes Licht bei den Umweltfragen. Wegen der umstrittenen Informationspflicht und den Genehmigungsfragen wurde sogar der Internationale Gerichtshof eingeschaltet. 2010 gab es schließlich eine Einigung: Eine binationale Kommission überwacht die Umweltbelastungen, und Uruguay informiert Argentinien mit einer Frist von 180 Tagen über bevorstehende Veränderungen des Status Quo. Die sei nun bei der Frage der Produktionssteigerungen der UPM von 1 Million auf 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr von urugayischer Seite nicht eingehalten worden. Und so droht der Papierstreit in eine weitere Runde zu gehen (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


08. August 2013 | Uruguay: Ex-Präsident Vázquez kandidiert erneut | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Tabaré Vásquez - Foto: Fernando Lugo APCGestern gab Tabaré Vázquez bekannt, dass er sich an den parteiinternen Vorwahlen für die 2014 anstehenden Präsidentschaftswahlen beteiligen wolle. Vázquez hatte Uruguay von 2005 bis 2010 regiert und war damit der erste linke Präsident des Landes. Auf dem Kongress der Frente Amplio, der Ende 2013 stattfinden soll, will er sich erneut als Präsidentschaftskandidat bewerben. Aufgrund seiner großen Popularität werden ihm gute Chancen eingeräumt, die Nachfolge von José Mujica, dem jetzigen Staatsoberhaupt, anzutreten. Die Frente Amplio, ein breites Bündnis linker Parteien und Gruppierungen, hätte mit der Kandidatur von Vázquez die Chance, sich zum dritten Mal gegen die Colorados und den Partido Nacional durchzusetzen, die sich bis 2005 wechselseitig an der Regierung abgelöst hatten. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


13. April 2013 | Uruguay: Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren wird erlaubt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Uruguayische Parlament - Foto: Presidencia de la República del EcuadorUnd plötzlich waren es elf. Seit dem 10. April existiert in elf Ländern eine Gesetzesnorm, die Homosexuellen die Eheschließung erlaubt. Das kleine Uruguay ist nun eines davon. „Das ist ein Gesetz gegen niemanden. Es erkennt lediglich Verhältnisse an, die die Gesellschaft bisher unter dem Teppich hielt.“ So kommentierte Jorge Orrico (Frente Amplio) das neue Gesetz. Und selbst José Carlos Cardozo, ein Abgeordneter vom konservativen Partido Nacional, betonte, dass sich die Gesellschaft verändert habe und das Parlament diese Veränderungen anerkennen müsse. Mit einer deutlichen Mehrheit, 71 von insgesamt 92 Stimmen, wurde am Mittwoch in Uruguay die „Homoehe“ erlaubt. Die katholische Kirche hatte zuvor gegen das Gesetz mobil gemacht und argumentativ selbst den neuen Papst ins Feld geführt, der 2010 als Erzbischof in Argentinien noch die Identität und das Überleben der Familie gefährdet sah. Geholfen hat es nicht. Das neue Gesetz erlaubt es homosexuellen Paaren auch, Kinder zu adoptieren. Darüber hinaus wurde das Namensrecht geändert; Paare können jetzt die Reihenfolge der Nachnamen ihrer Kinder selbst bestimmen. Die patriarchalische Gewohnheit – erst der Nachname des Vaters, dann der der Mutter – hat also ebenfalls ausgedient. Das, so ein Abgeordneter, verändere die Rolle der Frau in der Familie. Nach Argentinien (2010) ist Uruguay das zweite lateinamerikanische Land, das Homosexuellen die Eheschließung erlaubt. In Mexiko (D.F., Quintana Roo) und Brasilien (Alagoas) gelten entsprechende Regelungen in einzelnen Regionen. In anderen Ländern, so z.B. in Kolumbien, gibt es Gesetzesintiativen. Im Übrigen sind es jetzt zwölf: Frankreich hat nur einen Tag nach Uruguay seinen Kulturkampf mit der Entscheidung für die „mariage pour tous“ entschieden. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


18. Oktober 2012 | Uruguay: Neues Gesetz legalisiert Schwangerschaftsabbruch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Frauen - Foto: Quetzal-Redaktion, gtDie Erzdiözese Montevideo sprach von einem „traurigen Tag“ für Uruguay, Frauen applaudierten, als die Entscheidung bekannt gegeben wurde. Das uruguayische Parlament verabschiedete gestern mit 17 gegen 14 Stimmen ein neues Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche künftig straffrei macht. Uruguay ist damit nach Kuba das zweite lateinamerikanische Land, das die Strafbarkeit von Abtreibungen verneint. Das knappe Ergebnis zeigt, dass die Auseinandersetzung noch lange nicht beendet ist. Abtreibungsgegner streben ein Referendum an, in der Hoffnung, das Gesetz auf diesem Weg zu Fall zu bringen. Als einziger Abgeordneter der Nationalen Partei stimmte Jorge Saravia für das Gesetz. Er bezeichnete das alte Gesetz aus dem Jahre 1938 als faschistisch und der Realität in Uruguay nicht entsprechend. Abtreibungen sind bei unerwünschten Schwangerschaften gängige Praxis; jährlich gibt es im Land ca. 33.000 illegale Abtreibungen und zahlreiche damit verbundene Todesfälle. „Ich bin“, so Saravia, „für das Leben und gegen Abtreibungen. Die Gesellschaft muss das entscheiden. Vertreter der Frente Amplio, die ebenfalls einem Referendum nicht abgeneigt sind, gehen von einer mehrheitlichen Zustimmung in der Bevölkerung aus. Das neue Gesetz legalisiert für uruguayische Staatsbürgerinnen Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen, solange diese in behördlich zugelassenen Gesundheitszentren vorgenommen werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


06. Februar 2012 | Uruguay: Ungesunde Lebensmittel werden aus Schulen verbannt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Ungesunde Lebensmittel werden aus Schulen verbannt - Foto: Quetzal-Redaktion, gtDer uruguayische Rat für Grundschulbildung (CEIP) verbietet den Verkauf von ungesunden Lebensmitteln an den öffentlichen und privaten Schulen des Landes. Er stützt sich dabei auf ein Programm zur Ernährung an Schulen (EPA), das eine Liste mit empfehlenswerten und nicht empfehlenswerten Lebensmitteln erstellt hat. Wenn die uruguayischen Grundschüler nach den nächsten Juliferien in die Schulen zurückkehren, werden sie dort keine salz- und fettreichen Produkte mehr kaufen können, auch Lebensmittel mit künstlichen Farbstoffen stehen auf der Verbotsliste. Der Vorstoß der CEIP korrespondiert mit einer Reihe von Aktionen im Interesse der öffentlichen Gesundheit, so gibt es z.B. eine Kampagne gegen das Rauchen. Laut einer Untersuchung des Ministeriums für Öffentliche Gesundheit (MSP) vom letzten Jahr leiden 26% der Kinder an Übergewicht oder Adipositas. Diese gehören zu den Risikofaktoren für chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck. Mit dem Verbot von Pommes & Co. wollen die Behörden offensichtlich den Anfängen wehren – ein Fünftel der Uruguayer gilt als fettsüchtig, unter den über 50-Jährigen betrifft das sogar ca. die Hälfte (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


15. September 2011 | Uruguay: Neue Kraftfahrzeugsteuer soll „Krieg der Besteuerungen“ beenden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay arbeitet an der Korrektur des Bildes vom einstigen Steuerparadies. Nach den Vorstößen zur Veränderung der Bodensteuer im Sommer dieses Jahres trifft der Reformwillen der Regierung nun die Kraftfahrzeugsteuer. Die Besteuerung von Kraftfahrzeugen erfolgt regional; es gibt 19 verschiedene Systeme, deren jeweilige Berechnungsgrundlage nicht einfach nachzuvollziehen ist. Uruguays Präsident José Mujica will heute der Versammlung der Bürgermeister ein landesweit einheitliches System der Kraftfahrzeugsteuer (Sucive) vorschlagen. Mujicas Vorstoß, der jahrzehntelange Auseinandersetzungen im Land beenden soll, gingen Verhandlungen von einem Jahr voraus. Jetzt hofft der Präsident auf die „historische Grandezza“ der Bürgermeister, sich nicht den lokalen Interessen zu beugen, sondern der nationalen Vernunft zum Durchbruch zu verhelfen. Mit Widerstand seitens der regionalen Behörden wird gerechnet. Neben Kompetenzgerangel dürften auch rein monetäre Gründe für die Ablehnung eine Rolle spielen, verspricht der Präsident mit dem neuen Gesetz doch eine Senkung der Steuern für 70% der Fahrzeugbesitzer. Bei einer Zustimmung der Bürgermeister zum „Sucive“ soll das Gesetz im Schnellverfahren verhandelt werden und bis zum 1. Januar 2012 in Kraft treten (Bildquelle: Roosewelt Pinheiro, Agencia Brasil).


05. Mai 2011 | Uruguay: Zuckerrohrarbeiter besetzen Land | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Zuckerrohrarbeiter besetzen Land - Foto: Rufino UribeIn Uruguay häufen sich die Fälle von Landbesetzungen, mit deren Hilfe Druck auf die Regierung Mujica ausgeübt werden soll, um Kooperativen Grundstücke zur landwirtschaftlichen Nutzung und zum Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Es gibt mindestens drei verschiedene Gruppierungen der Zuckerrohrarbeiter, die unabhängig voneinander und auch mit verschiedenen Methoden agieren. Cañeros, die Grundstücke in Bella Unión besetzten, kündigten jetzt eine Fortsetzung ihrer Aktionen an. Sie begründeten diese Entscheidung mit der Ankündigung der Uruguayischen Vereinigung der Wohnungsbaukooperativen (Fucvam), am 14. Mai ein Grundstück in San José zu besetzen und ähnliche Aktionen in Paysandú zu planen. Weitere Gruppen, darunter die Landkommission der UTAA (Gewerkschaft der Zuckerarbeiter ‘Artigas’) wollen gleichzeitig mehrere Landbesetzungen durchführen, um so die Räumungen besetzter Grundstücke durch die Polizei zu behindern. Darüber hinaus diskutiert die UTAA, die 1961 gegründete Keimzelle der Organisation uruguayischer Zuckerrohrarbeiter, über die Durchführung eines LKW-Korsos nach Montevideo, um Land für die Peludos (Bezeichnung für Zuckerrohrarbeiter in Uruguay) zu verlangen. So unterschiedlich die verschiedenen Gruppen auch agieren, einig sind sie sich in ihrem Vorwurf an Regierung und Behörden, zu wenig Land zur Verfügung zu stellen. Es werde so ein Fucvam-Vertreter zu den geplanten Aktionen in Paysandú immer nur verhandelt, aber Bauland gäbe es nicht (Bildquelle: Rufino Uribe).


06. Dezember 2010 | Uruguay: María Ester Gatti gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: María Ester Gatti gestorbenIm Alter von 92 Jahren verstarb gestern María Ester Gatti, uruguayische Menschenrechtsaktivistin und Mitbegründerin der Vereinigung der Angehörigen von verschwundenen politischen Gefangenen aus Uruguay (Madres y Familiares de Uruguayos Detenidos Desaparecidos). Gatti hatte die Organisation der Familienangehörigen 1985 gegründet, nachdem sie bereits jahrelang vergeblich versuchte, das Schicksal der Familie ihrer Tochter María Emilia aufzudecken. María Emilia Islas de Zaffaroni war 1976 im argentinischen Exil zusammen mit ihrem Mann und ihrer 18 Monate alten Tochter Mariana von argentinischen und uruguayischen Militärs verhaftet wurden. Mariana, die von einem Mitglied des argentinischen Geheimdienstes adoptiert wurde, konnte 1992 ausfindig gemacht werden. Sie erhielt ihre Identität zurück, wollte aber zunächst nichts mit ihrer Herkunftsfamilie zu tun haben. Der Fall erregte durch den französisch-uruguayischen Dokumentarfilm „Por esos ojos“ internationales Aufsehen. Das Schicksal von María Elena Islas ist bis heute ungeklärt. María Ester Gatti, die 2008 zur Ehrenbürgerin Montevideos ernannt wurde, gehörte noch 2009 zu den Aktivisten beim Referendum gegen die Straflosigkeit von während der Militärdiktatur begangenen Verbrechen.


16. August 2010 | Paraguay, Uruguay, Bolivien: Konkrete Fortschritte beim Integrationsblock URAPABOL | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Die Präsidenten aus Bolivien, Paraguay und Uruguay beim URAPABOL-Treffen in Asunción - Foto: Fernando Lugo APCAm Wochenende haben sich in der paraguayischen Hauptstadt Asunción die Präsidenten von Uruguay, José Mujica, von Bolivien, Evo Morales, und von Paraguay, Fernando Lugo, bei einem Treffen zum weiteren Vorgehen innerhalb des durch die drei Länder gebildeten Integrationsblockes URAPABOL verständigt. Im Mittelpunkt standen Energiefragen. Die Präsidenten bekräftigten ihre Absicht zur Errichtung der Gaspipeline des Südens (gaseoducto del sur), mit der Bolivien sowohl Paraguay als auch Uruguay mit Gas versorgen will. Außerdem sagte ein Sprecher von Lugo, dass derzeit geprüft werde, ob sein Land Elektrizität aus dem binationalen Wasserkraftwerk Itaipú nach Montevideo liefern könne. Ein weiteres Treffen im Rahmen des URAPABOL soll Ende August auf Einladung von Mujica stattfinden. URAPABOL scheint damit als ein Integrationsprojekt der drei wirtschaftlich schwachen Länder in Zentral-Südamerika eine Wiederbelebung zu erfahren, nachdem es seit der formalen Gründung am 23. April 1963 kaum Aktivitäten verzeichnete. Paraguay erhofft sich durch die Zusammenarbeit im URAPABOL vor allem auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Denn zwei Jahre nach Übernahme des Präsidentenamtes durch Fernando Lugo befindet sich das Land immer noch in einer schwierigen ökonomischen Lage. Durch die Neuverhandlung des Vertrages von Itaipú, was bald Mehreinnahmen in die Regierungskassen bringen soll, plant Lugo, verstärkt in die weiterverarbeitende Industrie von Primärgütern (vor allem Soja) zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Heftig disktutiert wird derzeit jedoch in Paraguay, ob der jetzige Präsident diese ehrgeizigen Pläne umsetzen kann. Denn am Rande der Konferenz wurde bekannt, dass Fernando Lugo an Krebs erkrankt ist. Nach eigenen Angaben beabsichtige er aber nicht, zurückzutreten, sondern möchte seine Amtszeit bis zum 15. August 2013 erfüllen (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


26. Juli 2010 | Uruguay: Streit zwischen Regierung und der Tabak-Lobby um Größe der Warnhinweise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Marlboro - Foto: heterotypeDie neue Regierung Uruguays unter José Mujica, die seit März 2010 im Amt ist, wird derzeit vor allem vom ehemaligen Präsidenten Tabaré Vázquez ob der Entscheidung, die bereits beschlossenen Antirauchermaßnahmen zu modifizieren, heftig kritisiert. Die Regierung hat sich entschieden, die auf den Zigarettenpackungen vorgesehene Fläche für gesundheitliche Warnhinweise von 80% auf 65% der Gesamtfläche zu reduzieren. Vázquez kritisierte diese Entscheidung scharf, distanzierte sich das erste Mal öffentlich von der neuen Mujica Administration und brandmarkte diese Maßnahme als „Zeichen der totalen Schwäche gegenüber einem multinationalen Tabakkonzern.“ Die Antirauchermaßnahmen – darin die Vorschriften zur Größe der gesundheitsschädigenden Hinweise auf den Zigarettenpackungen – waren ein Herzstück der vorhergehenden Regierung unter Tabaré Vázquez gewesen. Dieser ließ weiter verlauten, dass er die „erpresserische Druckausübung seitens Phillip Morris“ am nächsten Mittwoch (den 28.07.2010) bei einer Tagung des südamerikanischen Onkologiekongresses unter seinem Vorsitz öffentlich zur Diskussion stellen werde. Phillip Morris hatte im Februar dieses Jahres ein Gesuch an das „Centro Internacional de Arreglo de Differencias Relativas a Inversiones“ gerichtet, verbunden mit der Bitte, die verabschiedeten Maßnahmen nochmals zu überdenken, da sonst Uruguay ein Abkommen mit der Schweiz, in dem Phillip Morris seinen Hauptsitz hat, verletzen würde. Das Zentrum zur Untersuchung der Folgen von Tabakkonsum (Centro de Investigación para la Epidemia de Tabaquismo, CIET) verkündete Mitte diesen Monats, dass sich die Regierung und der Konzern Phillip Morris in Verhandlungen befänden, um die bisherigen Maßnahmen der Antirauchergesetze zu flexibilisieren. In diesem Kommuniqué wird auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Tabakkonzern mit Hilfe des Mitte Februar vorgebrachten Gesuchs nur die Intention gehabt hätte, Druck auf die Regierung auszuüben. Seitens der Regierung verteidigte der Gesundheitsminister Daniel Olesker die Reduzierung der vorgeschriebenen Fläche damit, dass Uruguay selbst mit dieser Modifizierung die Rahmenvereinbarung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einhalte. Der 11. Artikel dieser Rahmenvereinbarung zur Kontrolle des Tabakkonsums der WHO besagt, dass die gesundheitlichen Hinweise prinzipiell „50% oder mehr“ und in „keinem Fall weniger als 30%“ der auf den Zigarettenpackung zur Verfügung stehenden Gesamtfläche umfassen soll. Das Aufkleben von Fotografien ist fakultativ. International wurde diese Vereinbarung im Jahre 2000 durch die WHO gestartet und bisher hat lediglich Kanada diese Warnhinweise auf über 50% der Gesamtfläche ausgedehnt und auch Bilder auf die Zigarettenpackungen hinzugefügt (Bildquelle: Heterotype).


16. Dezember 2009 | Mercosur: Brasilien stimmt für Vollmitgliedschaft von Venezuela | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Mercosur: Brasilien stimmt für Vollmitgliedschaft von Venezuela (Bildquelle: Public Domain)Am gestrigen Dienstag (15.12.2009) hat der brasilianische Senat der Aufnahme Venezuelas als Vollmitglied im südamerikanischen Wirtschaftsbündnis MERCOSUR (Gemeinsamer Markt des Süden) die Zustimmung erteilt. Nach einer mehrstündigen Debatte votierten am Ende 35 Senatoren für die Aufnahme Venezuelas und 27 dagegen. Nachdem der Verfassungs- und Justizausschuss des brasilianischen Parlaments (Unterhaus) bereits vor mehr als zwei Jahren (am 21.11.2007) mit 44 zu 17 Stimmen seine Zustimmung gab, muss die Vollmitgliedschaft nur noch durch den Kongress Paraguays ratifiziert werden. Aufgrund polemischer Äußerungen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gegenüber brasilianischen Parlamentariern und der von Kritikern angeführten Demokratiedefizite in Venezuela wurde die Abstimmung bisher stets vertagt. Im Gegensatz dazu argumentieren die Befürworter mit einer Steigerung der Exporte in das Nachbarland und weiteren Wettbewerbsvorteilen brasilianischer Unternehmen sowie mit den demokratischen Grundsätzen, welche für alle MERCOSUR-Mitglieder bindend sind. In Paraguay wird der Wirtschaftsverbund im März erneut auf der Agenda des Parlaments stehen. Erfolgt hier ebenso die Zustimmung wäre es die erste vollwertige Erweiterung des MERCOSUR nach seiner Gründung im Jahr 1991. Bereits am 4. Juli 2006 hatten sich die Präsidenten der vier Mitgliedsländer Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay auf eine Erweiterung geeinigt. Mit Venezuela könnte das Bündnis seine Einwohnerzahl von 247,4 Millionen auf 275,8 Millionen steigern. Bezogen auf die Wirtschaftskraft würde das Bruttoinlandsprodukt von ca. 1600 Milliarden US-Doller auf ca. 1826 Milliarden US-Doller (Quelle: CEPAL, Anuario estadístico de América Latina y el Caribe, 2008) ansteigen und demzufolge 77 Prozent, d.h. 10 Prozentpunkte mehr, des südamerikanischen Kontinents ausmachen. (Bildquelle: Public Domain)


09. Dezember 2009 | Honduras, Lateinamerika: MERCOSUR-Staaten kritisieren (Schein-)Wahl und erneut den Putsch | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Uruguay

Honduras, Lateinamerika: MERCOSUR-Staaten kritisieren (Schein-)Wahl und erneut den Putsch - Foto:TeleSURAm Montag hat der Präsident von Uruguay, Tabaré Vásquez, auf der Klausurtagung des MERCOSUR-Gipfels ein Kommuniqué übergeben, in dem Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela den Staatsstreich und die (Schein-)Wahlen in Honduras zurückweisen. Die Präsidenten wiederholten ihre Ablehnung des Putsches in Honduras, weil sie die schweren Verletzungen gegen die Menschenrechte des honduranischen Volkes als unannehmbar betrachten. Die assoziierten MERCOSUR-Staaten Bolivien, Ecuador, Chile, Kolumbien und Peru haben dieses Mal – im Gegensatz zum Juli, wo es eine gemeinsame Erklärung gab – das Dokument nicht unterzeichnet. Neben diesem Kommuniqué überreichte Tabaré Vásquez eine offizielle Mitteilung der Präsidenten von den MERCOSUR-Mitgliedstaaten bezüglich des Fortschritts und der Vereinbarungen mit Venezuela während dieses Semesters. Der Präsident Vásquez hat auf dem Gipfel zudem die Präsidentschaft im MERCOSUR an die Präsidentin von Argentinien, Cristina Fernández, weiter gegeben (Bildquelle: TeleSUR_).


30. November 2009 | Uruguay: José Murija setzt sich in Stichwahl um das Präsidentenamt durch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

José Murija ist neuer Präsident in Uruguay - Foto: Roosewelt Pinheiro/ABrBei den Stichwahlen um das Präsidentenamt in Uruguay setzte sich gestern José Pepe Mujica gegen den Kanditaten der Partido Nacional, Luís Alberto Lacalle, durch. Auf den 74-jährigen entfielen nach Hochrechnungen 51,2 Prozent der Stimmen, während sein Herausforderer lediglich auf 44,7 Prozent kam. Der konservative Lacalle räumte inzwischen seine Niederlage ein. Mit dem Sieg von Mujica wird Uruguay auch in der nächsten Legislaturperiode den durch die linksgerichtete Frente Amplio (FA) eingeschlagegen Kurs einer sozialen Umgestaltung des Landes weiter verfolgen, zumal die FA die Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments inne hat. Eine kuriose Familienzusammenkunft wird es bei seiner Amtseinführung im März 2010 geben. Denn den Eid auf das Präsidentenamt legt er vor seiner Frau  Lucía Topolansky ab, die als Abgeordnete der Liste mit den meisten Stimmen dem Oberhaus vorsitzt (Bildquelle: Roosewelt Pinheiro/Agencia Brasil).


19. November 2009 | Uruguay: Wahlen und Waffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Wahlen und Waffen - Foto: Vince AlongiZehn Tage vor der Stichwahl für die Präsidentschaftswahlen am 29. 11. in Uruguay ist der Ausgang des Urnengangs nach wie vor offen. Einer Wählerbefragung von Interconsult zufolge, die am letzten Wochenende durchgeführt wurde, würde das Gespann Mujica/ Astori (Frente Amplio) 48% der Stimmen erreichen, Lacalle/ Larrañaga vom Partido Nacional 42%. Zehn Prozent der Wahlberechtigten sind noch unentschlossen. Die Unsicherheit wird verstärkt durch die Frage, welchen Einfluss der „Fall Feldman“ auf die Wählerentscheidung haben wird. Saul Feldman starb am 31. Oktober in einem Feuergefecht mit der Polizei. Bei Durchsuchungen seiner Häuser in Shangrilá und Montevideo fand die Polizei ein Arsenal von Waffen aller Art – Pistolen, Antipersonen- und Antipanzerminen, Raketenwerfer, Munition. In Uruguay wird inzwischen diskutiert, ob Feldman Waffenhändler oder Mitglied einer terroristischen Gruppe war. Obwohl Belege nach wie vor fehlen, brachte Ex-Präsident Jorge Battlle Feldman wiederholt in Verbindung mit den Tupamaros. Laut Erhebung von Interconsult glauben 23% der Befragten, hinter Feldman stehe eine ultralinke Gruppe. Allerdings ist gut die Hälfte der Meinung, die MLN-Tupamaros habe dem bewaffneten Kampf endgültig abgeschworen. Präsident Tabaré Vázquez warnte davor, den „Caso Feldman“ im Wahlkampf einzusetzen (Bildquelle: Vince Alongi).


13. November 2009 | Uruguay: Umfrageergebnisse vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Umfrageergebnisse vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen. Foto: Vince Alongi.Nachdem im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen am 25. Oktober 2009 keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit auf sich vereinigen konnte, kommt es am 29. November zu einer Stichwahl zwischen José Mujica, Kandidat des regierenden Linksbündnisses Frente Amplio, und Ex-Präsident Luis Alberto Lacalle, der für die Partido Nacional antritt. In der argentinischen Zeitung La Nacion veröffentlichte Umfrageergebnisse zeigen, dass momentan 49 Prozent der Befragten für Mujica und 40 Prozent für Lacalle stimmen würden. Im ersten Wahlgang erreichte Frente Amplio 48 Prozent, Partido Nacional 29,1 Prozent und Partido Colorado 17 Prozent. Im Vorfeld des zweiten Wahlganges sollte eine TV-Debatte zwischen den beiden Herausforderern zusammen mit ihren potentiellen Vizepräsidenten stattfinden. Die Debatte, welche die erste in Uruguay seit 15 Jahren gewesen wäre, wurde aber abgesagt, da sich beide Seiten weder über die Inhalte noch das Format der Sendung einigen konnten. (Bildquelle: Vince Alongi)


02. November 2009 | Uruguay: Knapper Wahlsieg für Frente Amplio auch bei den Parlamentswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Knapper Wahlsieg in Uruguay für José Mujicas Frente Amplio - Foto: Vince AlongiNachdem bei den Wahlen in Uruguay am 25.10.2009 zwar schnell feststand, dass José Pepe Mujica die absolute Mehrheit verfehlt hat und es deshalb am 29.11.2009 zu einer Stichwahl mit Luis Alberto Lacalle um das Präsidentenamt kommen wird, war lange Zeit der Ausgang bei den zeitgleich stattfindenden Parlamentswahlen offen. Das heute vorgelegte offizielle Endergebnis bestätigt einen minimalen Vorsprung für das Regierungsbündnis von Frente Amplio in beiden Kammern. Demnach erreichte die von José Mujica angeführte Koalition 47,96 Prozent der Stimmen, womit sie 16 von 30 Senatoren und 50 von 99 Abgeordneten stellt. Die Partido Nacional kaum auf 29,07 Prozent, was ihr neun Senatoren- und 30 Abgeordnetensitze bringt. Mit 17,02 Prozent der Stimmen erhält die Partido Colorado fünf Senatoren und 17 Abgeordnete. Die Partido Independiente war mit 2,49 Prozent unbedeutend. Damit hat der knappe Wahlsieg der Frente Amplio auch nach Überprüfung von 32.154 Stimmzetteln mit Irregularitäten Bestand. Obwohl der Drittplazierte der Wahl, die Partido Colorado bereits ankündigte, bei der Stichwahl den konservativen Luis Alberto Lacalle zu unterstützen, geht der ehemalige Guerrillakämpfer der Tupamuro mit einem Vorteil in dieses Stechen: Ihm reicht die einfache Mehrheit (Bildquelle: Vince Alongi).


26. Oktober 2009 | Uruguay: Wahlsieger Mujica muss in zweite Runde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Wahlsieger Mujica muss in die zweite Runde. Bildquelle: Vince Alongi.Nachdem mehr als die Hälfte der Stimmen der Präsidentenwahl vom Sonntag ausgezählt worden sind, steht der Ex-Guerillero José Mujica als klarer Sieger fest. Für den Kandidaten des regierenden Linksbündnisses „Frente Amplio“ (Breite Front) sind nach den bisher vorliegenden Hochrechnungen 48 Prozent abgegeben worden, während der Zweitplazierte – Ex-Präsident Luis Alberto Lacalle von „Blancos“ nur ca. 30 Prozent der Wähler überzeugen konnte. Sollte es bei den genannten Ergebnissen bleiben, hätten die konservativen Gegner des „Frente Amplio“ dennoch ein wichtiges Etappenziel erreicht: die Durchführung einer Stichwahl am 29. November. Dabei kann Lacalle mit der Unterstützung des Drittplazierten Pedro Bordaberry von den „Colorados“ (ca. 18 Prozent der Stimmen) rechnen, wie dieser bereits kurz nach Bekanntgabe der ersten Zwischenergebnisse mitteilte. Da zudem bei den beiden angesetzten Plebisziten, bei denen die Bevölkerung über die Einführung des Briefwahlrechts für im Ausland lebende Uruguayer sowie über die Aufhebung der Amnestie für Menschenrechtverletzungen vor und während der Militärdiktatur (1973-1985) abzustimmen hatte, ebenfalls die erforderliche Mehrheit zum Teil knapp verfehlt wurde, ist der Ausgang der zweiten Runde trotz des deutlichen Erfolges von Mujica keineswegs sicher. Bislang ist auch unklar, ob bei der Wahl der Abgeordneten und Senatoren, die zeitgleich stattgefunden hatte, eine linke Mehrheit erreicht werden konnte. Sollte dies nicht der Fall sein, droht ein parlamentarisches Patt. Der nächste Monat bleibt also spannend. (Bildquelle: Vince Alongi)


21. Oktober 2009 | Uruguay: Demonstration für Abschaffung der Straflosigkeit | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Demonstration für Abschaffung der Straflosigkeit - Logo: nulidadleycaducidad.org.uyZehntausende Uruguayer forderten gestern bei einer Demonstration in Montevideo die Wähler auf, am kommenden Sonntag für die Annullierung des „Gesetzes über die Nichtigkeit des Strafanspruchs des Staates“ (Ley de Caducidad) zu stimmen. Die Kundgebung bildete den Abschluss der Kampagne verschiedener politischer und sozialer Gruppen und Organisationen zur Unterstützung des Referendums. Viele Demonstranten waren in Rosa gekleidet, der Farbe der Stimmzettel für ein „Ja“ zur Abschaffung des Gesetzes. Das Referendum zur Annullierung  findet am 25. Oktober zusammen mit den Präsidentschaftswahlen statt. Es ist bereits die zweite Volksabstimmung zu diesem Thema in Uruguay, das erste Referendum war 1989, vier Jahre nach Beendigung der Diktatur, nur knapp gescheitert. Erst am Montag hatte der Oberste Gerichtshof von Uruguay das Gesetz für verfassungswidrig erklärt. Die „Ley de Caducidad“ aus dem Jahr 1986  garantiert den Militärs weitgehende Straffreiheit für Verbrechen, die vor dem 1. März 1985 begangen wurden. Erst unter der Regierung von Tabaré Vázquez wurden erste Anstrengungen unternommen, die Straflosigkeit für Menschenrechtsverletzungen unter der Militärdiktatur zu beenden. Nach letzten Umfragen befürworten 48% der Wähler eine Annullierung des Gesetzes, 18% sind noch unentschieden (Bildquelle: nulidadleycaducidad.org.uy).


16. Oktober 2009 | Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Costa Rica, Noticias Ecuador, Noticias El Salvador, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest - Foto: Nicolás Lope de BarriosNach dem 18. und letzten Spieltag der südamerikanischen Qualifikationsgruppe für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika stehen die qualifizierten Teams fest. Brasilien sicherte sich mit 34 Punkten als erstplatzierte Mannschaft das Ticket vor Chile (33 Pkt.), Paraguay (33 Pkt.) und Argentinien (28 Pkt.). Uruguay wurde mit 24 Punkten Fünfter und muss nun in einem Entscheidungsspiel gegen Costa Rica, das viertplatzierte Team der Nord-, Mittelamerika- und Karibikgruppe (CONCACAF), spielen. Knapp hinter Bolivien landete Peru auf dem letzten Platz der Qualifikationsgruppe. Während Brasilien, Chile und Paraguay schon am vorletzten Spieltag als WM-Teilnehmer feststanden, lösten die Argentinier die Fahrkarte erst am letzten Spieltag im “Bruderduell” mit einem Auswärtssieg in Uruguay. Einen Sieg von Uruguay und von Ecuador gegen Chile vorausgesetzt, hätten sich die Argentinier die WM zu Hause vor dem Fernseher anschauen müssen. Ecuador wiederum hätte sich, bei einem Sieg über Chile, statt Uruguay für das Relegationsspiel gegen die “Ticos” qualifiziert. Ein große Überraschung gab es auch in der CONCACAF-Gruppe, wo sich Honduras hinter den USA und Mexiko nach 27 Jahren wieder für die WM qualifizierte. Wie Argentinien lösten die Honduraner das Ticket mit einem 1:0 Auswärtssieg in El Salvador, bei gleichzeitiger Hilfe durch die USA, die zu Hause 2:2 gegen Costa Rica spielten. Honduras, das wie Costa Rica auf 16 Punkte kommt, weist den Ticos gegenüber eine leicht bessere Tordifferenz auf. De facto-Präsident Micheletti nutzte diesen Erfolg gleich aus, indem er den darauffolgenden Tag (Donnerstag) umgehend zum Feiertag erklärte, was aber sicher auch ein amtierender Präsident Zelaya getan hätte (Bildquelle: Nicolás Lope de Barrios).


15. Juli 2009 | Uruguay, Bolivien: Uruguays Häfen bieten Bolivien Zugang zum Atlantik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Uruguay

Uruguay, Bolivien: Uruguays Häfen bieten Bolivien Zugang zum AtlantikDie Präsidenten Boliviens und Uruguays, Evo Morales und Tabaré Vazquez haben am letzten Montag vereinbart, eine Regelung für den Transit bolivianischer Waren durch Uruguay zu schaffen. Die Häfen von Nueva Palmira und Montevideo sollen als wichtigste Häfen für bolivianische Güter nach Übersee und für Importe in den Andenstaat dienen. Seit dem Krieg mit Chile im Jahre 1879 hat Bolivien keinen Zugang zum Meer, und konnte seitdem über verschiedene Verträge zur Schaffung von Freihandelszonen Pazifikhäfen in Chile und Peru nutzen. Der Flusshafen von Nueva Palmira sichert Bolivien seit einer ersten Konzession aus den 80er Jahren den Zugang zum Atlantik, 1993 wurde für 20 Jahre eine Freihandelszone vereinbart. Der Hafen ist wichtig für die Ausfuhr von Produkten aus dem Osten Boliviens, vor allem Soja, Sojaprodukte, Eisen und Brennstoffe. Die Bedeutung des Hafens ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, mittlerweile wickelt Bolivien 49% seiner Exporte über diesen Hafen ab. Die geplante Nutzung der Häfen von Nueva Palmira und Montevideo wird neben einer Erleichterung des bolivianischen Handels auch eine deutliche Senkung der Transportkosten ermöglichen. (Bild: Quetzal-Redaktion, Wencke Dittmann)


17. Mai 2009 | Uruguay: Tod des Schriftstellers Mario Benedetti | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Im Alter von 88 Jahren ist heute der bekannte uruguayische Schriftsteller und Dichter Mario Benedetti gestorben. José Saramago, einer seiner engsten Freunde, bezeichnete ihn in einem Nachruf als die Stimme des Volkes. Das brachte Benedetti viele Sympathien, aber ebenso viele Schwierigkeiten ein. Sein Protest gegen das interamerikanische Militärabkommen 1948, vor allem jedoch seine führende Position im Movimiento de Independientes 26 de Marzo, eine Vorgängerorganisation für das Linksbündnis Frente Amplio führten dazu, dass er 1973 nach einem Putsch des Landes verwiesen und nach Aufenthalten in mehreren Ländern Direktor der Casa de las Américas in Havana wurde. Unter seinen bekannten Büchern stechen vor allem “La Tregua“, “Gracias por el Fuego” und “Andamios” heraus.


29. April 2009 | Uruguay: Die uruguayische Dichterin Idea Vilariño ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Die Dichterin Idea Vilariño ist gestern nach einem chirurgischen Eingriff im Alter von 89 Jahren in Montevideo gestorben. Sie gehörte einer Gruppe von Schriftstellern an, die Generación del 45 genannt wird, und sie zählte zusammen mit anderen Literaten wie Mario Benedetti oder Juan Carlos Onetto zu den wichtigsten Persönlichkeiten Uruguays. Obwohl sie eine herausragende Dichterin war, wirkte sie auch als literarische Kritikerin, Essayistin, Übersetzerin, Komponistin und Dozentin. Ihre bekanntesten Werke sind z. B. La Suplicante (1945) und El Paraíso perdido (1949).


06. April 2009 | Lateinamerika: Schwarze Schafe auf der Steuerliste der OECD | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Costa Rica, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Guatemala, Noticias Lateinamerika, Noticias Panama, Noticias Uruguay

Lateinamerika: Schwarze Schafe auf der Steuerliste der OECD (Bild: Quetzal-Redaktion, mcm)Auf der heute von der OECD herausgebrachten Liste der Steueroasen tauchen (nicht überraschend) auch einige lateinamerikanische Länder auf. Auf der schwarzen Liste finden sich beispielsweise Costa Rica und Uruguay. Beide Länder haben sich bisher völlig dem internationalen Standard für Informationsaustausch bei Steuerangelegenheiten verschlossen. Uruguay beeilte sich denn auch, schriftlich zu erklären, die OECD-Normen zur Verhinderung von Steuerflucht offiziell einzuführen – und wird daher bald wieder von der Liste verschwinden. Auf der grauen Liste, d.h. bei den Ländern, die den genannten Standard nicht in vollem Umfang umgesetzt haben, stehen die üblichen 38 Verdächtigen, darunter in Lateinamerika neben den berühmt-berüchtigen Cayman-Inseln zudem die Dominikanische Republik, Panama, Guatemala und Chile. (Bild: Quetzal-Redaktion, mcm)


17. März 2009 | Uruguay: Mögliches Gesetz auf Recht zum würdigen Sterben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Das uruguayische Parlament hat einen Gesetzentwurf gebilligt, welcher den sich im Endstadium befindenden Kranken erlaubt, den Stopp ihrer Behandlung zur Lebensverlängerung zu fordern. Der Entwurf enthält auch, dass dieses Recht von direkten Familienangehörigen beantragt werden kann, wenn die Patienten dazu nicht fähig sind. Damit rückt das polemische Thema der Euthanasie in die politische Diskussion, wobei die Debatte im Parlament im Faustkampf zwischen den Abgeordneten endete. Es bedarf jetzt noch der Unterschrift des Präsidenten Tabaré Vásquez, um Gesetz zu werden.


20. Januar 2009 | Argentinien, Uruguay: Farmen leiden unter schwerer Dürre | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

Argentinien, Uruguay: Farmen leiden unter schwerer Dürre (Foto: Agencia Brasil, Valter Campanato)Eine erneute Dürre hat in Argentinien und Uruguay zum Tod mehrerer zehntausend Rinder geführt. Wie argentinische Agrarverbände schätzten, sind in den landwirtschaftlich wichtigen Provinzen (Buenos Aires, Entre Ríos, Córdoba und Santa Fe) bereits 40.000 Rinder durch Wasser- und Futtermangel verendet. Aufgrund des Wassermangels werden auch die diesjährigen Weizen- und Maisernten geringer ausfallen als im Vorjahr. Präsidentin Christina Kirchner hat bereits die Verordnung über das Mindestgewicht von Schlachtvieh für 180 Tage außer Kraft gesetzt. In Uruguay wurde schon in der vergangenen Woche der landwirtschaftliche Notstand ausgerufen. Nach Angaben aus dem Landwirtschaftsministerium sind vor allem im Landesinneren und im Nordwesten über 2,5 Millionen Hektar Weide- und Ackerland von der Dürre betroffen. Der verhängte Notstand erlaubt staatliche Beihilfen zur Futtermittelversorgung für die Viehwirtschaft und billigen Strom zum Betreiben von Wasserpumpen. In Uruguay sind im Jahr 2008 durchschnittlich nur die Hälfte der in den vergangenen Jahren registrierten Niederschläge gefallen, in Argentinien sind sie in den vergangenen Jahren sogar auf ein Drittel geschrumpft. Schon im letzten Jahr verendeten im nördlichen Zentral-Argentinien 700.000 Rinder aufgrund einer schweren Dürre. (Foto: Agencia Brasil, Valter Campanato)


21. Dezember 2008 | Brasilien: Lateinamerika will neuen Staatenbund ohne die USA gründen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Brasilien: Lateinamerika will neuen Staatenbund ohne die USA gründen (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile)Am Dienstag und Mittwoch (16./17.12) waren die 33 Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik einer Einladung des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva gefolgt und haben sich zu einem Lateinamerika-Karibik-Gipfel in Costa do Sauípe an der Atlantik-Küste Brasiliens getroffen. Im Ergenbnis wollen die 33 Teilnehmer-Staaten einen neuen Staatenbund gründen – eine Alternative zur US-dominierten Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Ziel ist die Stärkung der regionalen Intgration und ein gemeinsames Auftreten in der globalen Politik. Des Weiteren wollen die Staaten mehr Mitbestimmung beim Aufbau einer neuen internationalen Finanzarchitektur und in den internationen Finanzorganen. Das Treffen fungierte gleichzeitig als Gipfel der Rio-Gruppe, der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) und des Mercosur. Politisch bedeutend war zudem der Besuch von Raúl Castro, dessen Karibik-Insel jetzt offizielles Mitglied in der Rio-Gruppe (1986 als Konsultationsforum zur Beilegung bewaffneter Konflikte in Mittelamerika gegründet) ist. Gleichzeitig wurde das Ende des US-Wirtschaftsembargos gegen Kuba gefordert. Die Mitglieder der Union der Südamerikanischen Nationen (UNASUR) einigten sich auf die Gründung des schon lange geplanten Südamerikanischen Verteidigungsrates. Im Wirtschaftsbündnis Mercosur gab es hingegen keine Fortschritte in Bezug auf die Zollunion, denn die Abschaffung des doppelten Importzolls (TEC) scheiterte vor allem am Widerstand Paraguays. Gleichzeitig beschlossen die Mercosur-Staaten die Einrichtung eines Garantie-Fonds in Höhe von 100 Millionen Dollar. Dieser soll den Kreditzugang für kleinere und mittlere Unternehmen verbessern. (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile)


08. Dezember 2008 | Uruguay: Präsident Tabaré Vázquez aus eigener Partei ausgetreten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Wie erst in den letzten Tagen bekannt wurde, ist der uruguayische Präsident Tabaré Vázquez am 24. November 2008 überraschend aus seiner Partei ausgetreten. Ursache für die Reaktion ist die Haltung der Sozialistische Partei (PS) in Bezug auf die Lockerung des generellen Abtreibungsverbotes. Nach der erfolgreichen Zustimmung des Senats und Parlaments im November hatte Vázquez daraufhin sein Veto erklärt und somit verhindert, dass eine Abtreibung in den ersten drei Monaten, zum Beispiel bei Gefahr für das Leben der Mutter, einer Behinderung des Kindes oder einer wirtschaftlichen Notlage, möglich ist. Zahlreiche Mitglieder der Sozialistischen Partei kündigten nur kurz nach dem Veto einen erneuten Anlauf für 2009 an. Im Oktober 2009 finden in Uruguay Präsidentschaftswahlen statt, gemäß der Verfassung darf Vázquez jedoch nach einer Amtszeit nicht wiedergewählt werden. Vázequez war seit den 70er Jahren Mitglied der Partei, die durch seinen Austritt eine Symbolfigur verliert. Nachdem der Kongress vergangene Woche die nötige 3/5 Mehrheit zur Aufhebung des Vetos verfehlte, gilt der Entwurf als gescheitert.


13. November 2008 | Uruguay: Präsident Vasquez gegen Lockerung des Abtreibungsverbots | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Der Senat in Uruguay hat am vergangenen Dienstag (11.11.) dem Gesetzentwurf zur Aufhebung des Verbots von Abtreibungen im ersten Drittel der Schwangerschaft zugestimmt. 17 der 30 anwesenden Senatoren habe für die Lockerung des strikten Abtreibungsverbots gestimmt. Zuvor hatte bereits das Abgeordnetenhaus mit 49 zu 48 Stimmen ebenfalls seine Zustimmung gegeben, so dass zukünftig solche Abtreibungen straffrei sind. Präsident Tabaré Vasquez kündigte jedoch sein Veto für diese Entscheidung an. Vor allem die katholische Kirche ist in dem mehrheitlich katholisch geprägtem Land gegen eine teilweise Aufhebung des Abtreibungsverbots. In Südamerika ist lediglich in Guyana eine Abtreibung in den ersten drei Monaten straffrei möglich.


11. November 2008 | Mercosur: Lula will US-Dollar im Handel zwischen MERCOSUR-Ländern abschaffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Lula will US-Dollar im Handel zwischen MERCOSUR-Ländern abschaffen (Foto: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)Auf einem am Freitag (07.11.) zwischen den Mitgliedsländer des MERCOSUR (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) stattgefundenen Treffen hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Vorschlag geäußert den US-Dollar als Verechnungseinheit im Handel zwischen den MERCOSUR-Staaten abzuschaffen. In seiner Rede in der Stadt Foz do Iguaçu (Brasilien) betonte er, dass man nicht mit US-Dollar handeln müsse, sondern auch die Währungen der Mitgliedsländer verwenden könne. Seine Überlegungen gehen auf ein zum 3. Oktober zwischen Argentinien und Brasilien eingeführtes Sytem SML (Sistema de Pagos en Moneda Local) zurück, durch welches die Unternehmen ihre Geschäfte in brasilianischen Reais und argentinischen Peso abwickeln. Der Wechselkurs wird dabei täglich durch beide Zentralbanken festgesetzt. Vorteile einer Abschaffung des US-Dollars sind die Stärkung der lokalen Devisenmärkte, der Abbau von Hemnissen im Handel der Mitgliedsländer und der leichtere Marktzugang von kleinen und mittelständischen Unternehmen (da diese keine Devisenverträge mehr abschliesen müssen). Gleiches hatte der brasilianische Botschafter Mario Vilalba in Santiago am 19. Oktober auch an Chile herangetragen. Beiden Ländern geht es vor allem um die Stimmulierung des Handels zwischen den beiden Freihandelszonen Manaus (Brasilien) und Iquique (Chile). (Foto: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)


10. September 2008 | Argentinien, Brasilien: Abschaffung des US-Dollars im lokalen Zahlungsverkehr | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Argentinien, Brasilien: Abschaffung des US-Dollars im lokalen Zahlungsverkehr, Christina Kirchner und Luiz Inácia Lula da Silva (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)Wie der brasilianische Wirtschaftsminister Guido Mantega auf einem Treffen zwischen der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und dem brasilianischen Pendent Luiz Inácio Lula da Silva am 8. September bekannt gab, wird der US-Dollar, als Verechnungseinheit im kommerziellen Zahlungsverkehr zwischen Argentinien und Brasilien, abgeschafft. Mit Wirkung zum 3. Oktober tritt das neue System (Sistema de Pagos en Moneda Local, SML) in Kraft, welches die Abwicklung der Zahlungen in den lokalen Währungen vorsieht. Brasilien ist mit 19 Prozent nicht nur das wichtigste Zielland argentinischer Exporte, sondern auch für 32 Prozent aller argentinischen Importe verantwortlich. Im ersten Halbjahr wurden bisher Waren im Wert von 14 Milliarden US-Dollar gehandelt, mit einem Überschuss von zwei Mrd. zugunsten der Brasilianer. Vorteile des neuen Zahlungssystems sind die Stärkung des Real-Peso (Devisen)Marktes, der Abbau von Hemnissen im Handel der beiden Länder und der leichtere Zugang von kleinen und mittelständischen Unternehmen (da diese keine Devisenverträge mehr abschliesen müssen). Es ist auch geplant das System in Zukunft auf Paraguay und Uruguay auszuweiten, jedoch müssen dafür zuerst technische Anpassungen vorgenommen werden. (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)


28. August 2008 | Lateinamerika: Utopie des “Expreso del Sur” könnte Wirklichkeit werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Peru, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Lateinamerika: Utopie des Expreso del Sur könnte Wirklichkeit werden (Foto: Agência Brasil)Anfang August haben sich der venezulanische Präsident Hugo Chávez, Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien) und Christina Kirchner (Argentinien) getroffen, um über eine gemeinsame Transport-Allianz zu sprechen. Es ging zum einem um eine gemeinsame Flugline, zum anderen um eine Eisenbahnverbindung, welche alle drei Länder verbindet. Diese sogenannte “Utopie” eines “Expreso del Sur” könnte nach Aussage von Chávez Wirklichkeit werden. In einer Pressemitteilung wurde der Beginn von Machbarkeitsstudien angekündigt. Die Eisenbahnlinie, welche sich von Caracas bis zum Mar del Plata erstreckt, könnte eine Länge von bis zu 9.000 Kilometern haben. Auf einem Kongress von Spezialisten gab es bereits ein Brainstorming zu technischen Schwierigkeiten, sowie zu (umwelt-)politischen und finanziellen Gesichtspunkten. Eine Idee, aber 2 Möglichkeiten der Umsetzung. Eine Variante geht direkt durch die drei Länder und den Amazonas, was zwar günstiger, aber negativ für die Umwelt und den gesellschaftlichen Nutzen ist. Variante 2 macht einen Bogen über die Andengemeinschaft ist dadurch zwar teurer, integriert jedoch weitere Länder. Eine Umsetzung des “Expreso del Sur” ist noch in weiter Ferne und bedarf eines langfristigen politischen Willens aller Länder – unabhängig von Wahlen. (Bildquelle: Agência Brasil)


Seite 1 von 212

top