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Peru: Überraschende Wahlprognosen für die nächste Präsidentschaft

30. August 2010 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Überraschende Prognosen für Präsidentschaftswahl 2011 in PeruAcht Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Peru wurden gestern erste Umfrageergebnisse zum Wahlverhalten veröffentlicht. Wenn morgen Wahl wäre, erhielte der Bürgermeister von Lima, Luis Castañeda, 20,2 Prozent der Stimmen. Überraschend auf Platz 2 folgt Keiko Fujimori mit 19,7 Prozent. Die Tochter des zu einer langen Haftstrafe verurteilten früheren Präsidenten Alberto Fujimori hat bereits angekündigt, im Falle des Wahlsieges ihren Vater begnadigen zu wollen. Ebenfalls aussichtsreich im Rennen sind Ollanta Humala mit 13,6 Prozent und der Expräsident Alejandro Toledo mit 12,1 Prozent. Alle weiteren Kandidaten – darunter der der APRA – liegen abgeschlagen unter fünf Prozent. Obwohl 56 Prozent der Wähler angeben, dass ihre Wahlentscheidung definitiv sei und nur 15,3 Prozent je nach Wahlversprechen ihre Stimmenabgabe änderten, bleibt die Unsicherheit bei der Umfrage hoch. Denn knapp ein Viertel der Befragten würden – trotz Wahlpflicht – keinen der Kandidaten wählen oder haben nicht geantwortet. Trotzdem zeigt die Umfrage erneut scheinbar etablierte Trends auf: Demnach hat jeder Kandidat seine Klientel und gewisse Regionen relativ fest in der Hand. Luis Castañeda erhält die meisten Stimmen im urbanen Sektor (23,2 Prozent), darunter Lima/Callao mit 28,1 Prozent, jedoch nur wenige in den ländlichen Gebieten (9,4 Prozent). Diese teilen sich Keiko Fujimori und Ollanta Humala auf (jeweils knapp 25 Prozent), wobei Fujimori im Zentrum und Osten den meisten Zulauf erhält, Humala im Süden. Die Wählerbasis in Lima des erst in der Stichwahl um die jetzige Präsidentschaft unterlegenen Kandidaten bleibt gering (6,1 Prozent) – im Gegensatz zu seiner Konkurrentin, die auch in der Hauptstadtregion mit mehr als 20 Prozent rechnen kann. Der Expräsident Alejandro Toledo dürfte am meisten Stimmen im Norden des Landes erhalten, wenngleich sich bei ihm ein relativ ausgewogenes Wahlergebnis in den Regionen abzeichnet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


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