Peru, Schweden: Mario Vargas Llosa erhält Nobelpreis für Literatur
07. Oktober 2010 | Kategorie(n): Noticias, Noticias PeruErstmals seit 1982 wird wieder ein Lateinamerikaner für sein literarisches Schaffen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mario Vargas Llosa, der 1936 im peruanischen Arequipa geboren wurde und in Bolivien aufwuchs, zählt zu den renommiertesten Autoren der Gegenwart. Mit ihm ehrt das Nobelpreiskomitee in Stockholm – so Vargas Llosa anlässlich der Bekanntgabe der Entscheidung – zugleich die Sprache, die Kultur und den Kontinent, die in seinem Schaffen verkörpert sind. Als seine bekanntesten Romane gelten „Die Stadt und die Hunde“ (1962), „Das grüne Haus“ (1966), „Der Krieg am Ende der Welt“ (1981), „Das Fest des Ziegenbocks“ (2000) und „Das böse Mädchen“ (2006). 1986 überwarf er sich mit seinem Freund und Schriftstellerkollegen Gabriel García Márquez, der vier Jahre zuvor den Nobelpreis erhalten hatte, wegen dessen Freundschaft mit Fidel Castro, obwohl Vargas Llosa diesen in seiner Jugend selbst bewundert hatte. Sein politischer Richtungswechsel manifestierte sich 1990 auch in der Kandidatur für das Präsidentenamt in Peru. Den Wahlkampf gegen Alberto Fujimori, den er auf der Grundlage eines neoliberalen Programms führte, verlor er. Später kommentierte er diesen Ausflug in die Politik mit den Worten, dass er gelernt habe, dass dies nicht sein Metier sei. Seit 1993 ist der Peruaner, der sich die meiste Zeit seines Lebens in Europa und den USA aufgehalten hat, spanischer Staatsbürger. In letzter Zeit bezog Vargas Llosa, der 2008 den „Freiheitspreis“ der FDP nahen „Friedrich-Naumann-Stiftung“ erhalten hatte, mit scharfen Polemiken mehrfach Stellung gegen die Linksentwicklung in Lateinamerika. Wie gerade die Infragestellung der indigenen Identität von Evo Morales bezeugt, sind auch große Literaten auf ihrer Suche nach Wahrheit nicht vor Irrtümern gefeit (Bildquelle: Daniele Devoti).
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