lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Peru

05. September 2010 | Peru: Xstrata kauft per “Jahrhundertvertrag” Kupfer-Konzessionsrechte in Apurímac | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Konzessionsrechte für Kupfermine in Peru verkauft - Foto: Quetzal-Redaktion, sscAm Freitag, dem 03. September 2010, wurde nach Aussage des Präsidenten Perus, Alan García Pérez, der “Jahrhundertvertrag” für Peru zwischen dem Regierungsvertreter und Exekutivdirektor von ProInversión, Jorge Léon, und dem Vizepräsidenten des schweizerischen Bergbauunternehmens Xstrata, José Marún, geschlossen. Die Konzessionsrechte für den Kupferabbau der Mine Las Bambas in der Bergregion im Süden Perus wurden an den nach eigenen Angaben weltweit viertgrößten Kupferproduzenten für eine Gesamtlaufzeit von 18 Jahren für über 4,2 Mrd. US-Dollar verkauft. Dies entspricht etwa 3% des jährlichen Bruttoinlandsproduktes Perus. Das gesamte Gebiet, welches für den Abbau von Kupfer ab 2014 zur Verfügung stehen wird, umfasst eine Fläche von etwa 35.000 Hektar in den Provinzen Cotabambas und Grau. Die Mine soll anfänglich 400.000 Tonnen Kupferkonzentrat fördern, wobei insgesamt bis zu 1.132.000 Tonnen Kupferkonzentrat in dieser Region vermutet werden. Peru, bereits der zweitgrößte Kupferexporteur weltweit, kann damit seine Produktion um 30% steigern. Bezüglich der Beschäftigung wird damit gerechnet, dass für den Bau der Mine etwa 3.600 Arbeiter, für den Abbau 1.350 Arbeiter direkt beschäftigt werden, wobei darüber hinaus für jeden direkt angestellten Arbeiter noch fünf indirekte Arbeitsplätze entstehen könnten. Im vergangenen Juli kam es zu einer öffentlichen Anhörung und Diskussion, an der mehr als 6.000 Menschen aus der Region teilnahmen, mit überwiegend positiver Resonanz auf eine Studie über die Umwelteinflüsse der Mine Las Bambas. Denn im Gegensatz zu zahlreichen anderen Bergbauprojekten in Peru, bei denen die Bergbaukonzerne auf teilweise heftige Kritik stießen, blieb Las Bambas bisher von Widerstand seitens der lokalen Bevölkerung weitgehend verschont. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


30. August 2010 | Peru: Überraschende Wahlprognosen für die nächste Präsidentschaft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Überraschende Prognosen für Präsidentschaftswahl 2011 in PeruAcht Monate vor den Präsidentschaftswahlen in Peru wurden gestern erste Umfrageergebnisse zum Wahlverhalten veröffentlicht. Wenn morgen Wahl wäre, erhielte der Bürgermeister von Lima, Luis Castañeda, 20,2 Prozent der Stimmen. Überraschend auf Platz 2 folgt Keiko Fujimori mit 19,7 Prozent. Die Tochter des zu einer langen Haftstrafe verurteilten früheren Präsidenten Alberto Fujimori hat bereits angekündigt, im Falle des Wahlsieges ihren Vater begnadigen zu wollen. Ebenfalls aussichtsreich im Rennen sind Ollanta Humala mit 13,6 Prozent und der Expräsident Alejandro Toledo mit 12,1 Prozent. Alle weiteren Kandidaten – darunter der der APRA – liegen abgeschlagen unter fünf Prozent. Obwohl 56 Prozent der Wähler angeben, dass ihre Wahlentscheidung definitiv sei und nur 15,3 Prozent je nach Wahlversprechen ihre Stimmenabgabe änderten, bleibt die Unsicherheit bei der Umfrage hoch. Denn knapp ein Viertel der Befragten würden – trotz Wahlpflicht – keinen der Kandidaten wählen oder haben nicht geantwortet. Trotzdem zeigt die Umfrage erneut scheinbar etablierte Trends auf: Demnach hat jeder Kandidat seine Klientel und gewisse Regionen relativ fest in der Hand. Luis Castañeda erhält die meisten Stimmen im urbanen Sektor (23,2 Prozent), darunter Lima/Callao mit 28,1 Prozent, jedoch nur wenige in den ländlichen Gebieten (9,4 Prozent). Diese teilen sich Keiko Fujimori und Ollanta Humala auf (jeweils knapp 25 Prozent), wobei Fujimori im Zentrum und Osten den meisten Zulauf erhält, Humala im Süden. Die Wählerbasis in Lima des erst in der Stichwahl um die jetzige Präsidentschaft unterlegenen Kandidaten bleibt gering (6,1 Prozent) – im Gegensatz zu seiner Konkurrentin, die auch in der Hauptstadtregion mit mehr als 20 Prozent rechnen kann. Der Expräsident Alejandro Toledo dürfte am meisten Stimmen im Norden des Landes erhalten, wenngleich sich bei ihm ein relativ ausgewogenes Wahlergebnis in den Regionen abzeichnet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


07. Juli 2010 | Peru: Ausrufung des Notstandes in Huancavelica wegen Gewässerverschmutzung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Ausrufung des Notstandes in Huancavelica wegen Gewässerverschmutzung - Foto: Centro de Medios Independientes Peru_Das peruanische Umweltministerium erklärte gestern für 90 Tage den Notstand für die Region Huancavelica, nachdem beim Bergbauunternehmen Caudalosa Chica ein Abwasserrohr Leck geschlagen ist und die angrenzenden Flüsse verschmutzt wurden. Betroffen sind v.a. die Städte Huachocolpa und Lircay. Am 25. Juni liefen mehr als 500 Tonnen Giftmüll in den Fluss Totora (Huachocolpa) und in den Fluss Opamayo (Lircay), wobei letztgenannter nach Angaben des Instituto de Defensa Civil von Huancavelica zu mehr als 80 Prozent verseucht wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Bergbauunternehmen der Umwelt schadet, denn im Jahr 2007 zeigte es die Kontrollbehörde für Energie- und Bergbauinvestition (Organismo Supervisor de la Inversión en Energía y Minería, OSINERGMIN) bei einer ähnlichen Tat an (Bildquelle: Centro de Medios Independientes Peru_).


05. Juli 2010 | Peru: Limas neue alte Verkehrskonzepte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Verkehr in Lima - Foto: Quetzal-Redaktion, sscLima ist ein Verkehrschaos. Mit Beginn des Kampagne für die Oberbürgermeisterwahl im nächsten Jahr haben dieses Problem einmal mehr die Kanditaten für sich entdeckt. Die Pläne klingen – wie immer vor einer Wahl – exzellent. Die Kandidatin der Nationalen Einheit (Unidad Nacional), Lourdes Flores, beabsichtigt beispielsweise in ihrem Regierungsprogramm, ein umfassendes Zugsystem und Schnellkorridore für Busse einzurichten. Dafür sei es notwendig, dass die Zentralregierung schnellstmöglich die Trasse 2 (Atocongo-Grau) des tren eléctrico vollendet und die Trasse 3 (Grau-Bayóvar) sowie die Linie 2 (Carretera Central-Callao) konstruiert. Trotz Investitionskosten von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar sollen die Preise für Tickets nicht steigen. Ähnliche Pläne hatte auch der jetzige Bürgermeister, Luis Castañeda Lossio, ohne jedoch etwas Grundlegendes an der Verkehrsinfrastruktur zu ändern. Geradezu paradox ist zudem, dass der politische Ziehvater von Lourdes Flores, Luis Bedoya Reyes, in seiner Zeit als Alcalde ab 1963 das Straßenbahnnetz der Stadt deinstallieren ließ. Die von ihm verordnete “Modernisierung” mit dem massiven Import von Bussen und Zugmaschinen (die dann zu “Bussen umgebaut wurden) gilt als eine der Hauptgründe für das heutige Chaos (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


09. Juni 2010 | Lateinamerika: 40. OAS-Generalversammlung in Lima beendet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Peru

Lateinamerika: 40. OAS-Generalversammlung in Lima beendet - Foto: Juan Manuel Herrera, OASDie Mitglieder der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) haben gestern am Ende der 40. Generalversammlung die Erklärung von Lima beschlossen. Diese Erklärung weist u.a. auf die folgenden beiden Punkte hin: Der Pflicht der Staaten zur Vermeidung von Gewalt, außer in Fällen von Notwehr, und die Vertiefung der interamerikanischen Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Kontrolle von Aufrüstung. In der letzten Sitzung wurden politische sowie internationale Themen erörtert. Auf der Tagesordnung standen zum Beispiel der lange Disput zwischen Argentinien und Großbritannien über die Souveränität der Falkland-Inseln (Islas Malvinas) und der maritime Zugang Boliviens zum Pazifik. Die OAS-Generalversammlung fand vom 6. bis 8. Juni in Lima statt. Präsident des Treffens war der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde. Die nächste OAS-Generalversammlung wird im Jahr 2011 in El Salvador stattfinden (Bildquelle: Juan Manuel Herrera, Organization of American States).


26. Mai 2010 | Peru: Das ehemalige MRTA-Mitglied Lori Berenson kommt frei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Das ehemalige MRTA-Mitglied Lori Berenson kommt freiEin peruanisches Gericht befürwortete heute den Bewährungsantrag der US-Amerikanerin Lori Berenson, die seit 15 Jahren wegen Straftaten des Terrorismus in Haft sitzt. Sie kommt somit innerhalb der nächsten 72 Stunden frei. Zu dieser Entscheidung trugen maßgeblich die positiven Berichte der Haftanstalt bei. Dies beinhaltete ebenso gutes Verhalten wie die Tatsache, dass keine offenen Prozesse und Entschädigungen anhängig sind – letzteres hob der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte erst unlängst auf. Es gibt jedoch zahlreiche Auflagen, die Berenson erfüllen muss, z.B. darf sie keine Waffen besitzen, keine Personen, die wegen Terrorismus verurteilt sind, besuchen oder kontaktieren, und das Land nicht verlassen. Lori Berenson war als Mitglied der Revolutionären Bewegung Túpac Amaru (Movimiento Revolucionario Túpac Amaru, MRTA) angeklagt. Sie wurde am 30. November 1995 zusammen mit 23 anderen Mitgliedern der MRTA festgenommen. Diese Gruppe plante einen Angriff auf den peruanischen Kongress und die Entführung einiger Abgeordneter. In einem graphotechnischen Gutachten wurde bestätigt, dass Berenson die Zeichnungen des Kongresses für den geplanten Angriff angefertigt hatte. Im Jahr 1996 verhängte zunächst ein Militärgericht gegen sie eine lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen Terrorismus und Verrat. In einem Zivilprozess im Jahr 2001 wurde sie aufgrund des Straftatbestandes des Terrorismus zu 20 Jahren Haft und zur Bezahlung einer Entschädigungssumme von 100.000 Soles (ungefähr 25.000 Euro) verurteilt. Diese Zahlung muss sie jedoch nach dem erwähnten Entscheid des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte nicht leisten.


17. Mai 2010 | Chile, Peru: Normalisierung der (ungleichen) Beziehungen | Kategorie(n): Noticias Chile, Noticias Peru

Die Präsidenten von Chile und Peru, Sebastián Piñera und Alán García, in Madrid Foto: Alex Ibañez/Presidencia de la República de ChileDie Präsidenten von Chile, Sebastián Piñera,und Peru, Alán García, haben am Rande des VI. Gipfels der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und Lateinamerikas in Madrid vereinbart, dass die beiden Nachbarstaaten ihre gegenseitigen Beziehungen wieder intensivieren wollen. Sie liegen seit dem Streit über den Verlauf der Seegrenze und der Einreichung des Falls beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag praktisch auf Eis. Die Schwierigkeiten existieren zwar weiter, könnten aber auf juristischem Wege beigelegt werden, betonten sie quasi unisono. Sowohl Alán García als auch Sebastián Piñera sprachen Einladungen zu Staatsbesuchen aus. Einigkeit besteht zudem darüber, die Beziehungen zwischen beiden Staaten über den Umweg der Wirtschaft und des Handels verbessern zu wollen. Peru ist derzeit das Land in Lateinamerika mit den am schnellsten ansteigenden Auslandsdirektinvestitionen (FDI). 2009 stiegen sie um 28,1 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar an. Chile ist dabei mit 6,85 Prozent das fünftwichtigste Ursprungsland, vor allem durch die drei Unternehmen Cencosud International (Supermärkte), Compañía Minera Latinoamericana (Bergbau) und Invercable (Kabelhersteller). Im Gegensatz dazu spielt Peru bei den FDI in Chile mit weniger als einem Prozent keine Rolle (Bildquelle: Alex Ibañez/Presidencia de la República de Chile).


22. März 2010 | Peru, Argentinien: Erster offizieller Staatsbesuch zwischen beiden Ländern seit 16 Jahren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Peru

Das umstrittene Gebiet im Konflikt zwischen Ecuador und Peru: die Cordillera del Cóndor - Karte: University of Texas/Public DomainDie argentinische Präsidentin Cristina Fernández ist heute zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Lima eingetroffen. Das Treffen mit dem Präsidenten Alán Garcia zielt auf eine Normalisierung der Beziehungen und wird das erste offizielle Präsidententreffen zwischen beiden Staaten nach 16 Jahren sein. Als Ursache für das gespannte Verhältnis gilt der illegale Waffenverkauf von Argentinien an Ecuador, als sich im Januar 1995 Peru mit dem Nachbarland im bewaffneten Konflikt um die Cordillera del Cóndor (Guerra de Cenepa) befand. Es gab damals jedoch nicht nur ein internationales Waffenembargo gegen beide Staaten. Argentinien war zudem eine der vier Garantiemächte aus dem Protokoll für Frieden, Freundschaft und Grenzen zwischen Ecuador und Peru (Rio-Protokoll) von 1942. Von peruanischer Seite wird deshalb eine offizielle Entschuldigung von Cristina Fernández erwartet. Weitere Themen des Treffens betreffen die Unterzeichnung eines Vertrages zur strategischen Zusammenarbeit und vor allem wirtschaftliche Aspekte wie die Konkretisierung von Investitionsprojekten (Karte: University of Texas at Austin/Public Domain).


17. Februar 2010 | Peru: Ermahnung der Ombudsfrau zur Regelung eines Rechts der Volksbefragung der indigenen Völker | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Ermahnung der Ombudsfrau zur Regelung eines Rechts der Volksbefragung der indigenen Völker - Foto: AIDESEPAngesichts der Bekanntgabe eines Streiks, den die indigenen Völker Perus am 22. Februar durchführen wollen, um die natürlichen Ressourcen und das Recht zur Volksbefragung zu verteidigen, hat sich nun die Ombudsfrau Beatriz Merino zu Wort gemeldet. Sie ermahnt die Regierung, das Gesetz über die Volksbefragung der indigenen Völker schnellstmöglich zu debattieren. Diese wiederholte Ermahnung beinhaltet vor allem, dass die dringende Notwendigkeit bestehe, ein Gesetz im Sinne der Konvention 169 der International Labour Organisation (ILO) zu verabschieden. Schon seit 15 Jahren gehört das Recht der Volksbefragung der indigenen Völker zum peruanischen Recht im Sinne der Ratifizierung der Konvention 169 der ILO. Trotzdem wurde bisher keine gesetzliche Regelung dafür geschaffen. Bereits vor einigen Monaten legte zudem die Institution des Ombudsmanns dem peruanischen Kongress einen Gesetzentwurf über die Volksbefragung der indigenen Völker vor, in dem Mechanismen der Konsultation und Verfahren der Beteiligung geregelt werden sollen. Durch die erneute Ermahnung versucht die Ombudsfrau, mögliche Akte der Gewalt auf den Demonstrationen zu verhindern (Bildquelle: Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana_).


27. Januar 2010 | Peru: Überschwemmungen nach schweren Regenfällen infolge “El Niño” | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Überschwemmungen nach schweren Regenfällen in Peru - Foto: Quetzal-Redaktion, sscEtwa zehn Tote, vier Vermisste, zehntausende Geschädigte und zweitausend zerstörte Häuser – so lautet die vorläufige Bilanz der Überschwemmungskatastrophe im Süden Perus, ausgelöst durch das Klimaphänomen “El Niño”. Infolge heftiger Regenfälle, den schwersten seit 15 Jahren in der Region, sind in den letzten Tagen zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten und hätten ganze Ortschaften und hunderte Hektar Ackerland überschwemmt. Zahlreiche Brücken wurden zerstört, Straßen sind unpassierbar, die Eisenbahnlinie nach Aguas Calientes ist unterbrochen. Parlamentspräsident Luis Alva Castro flog heute nach Cusco, um dort erste Hilfsgüter zu übergeben, die in einer vom Kongress und der Peruanischen Bischofskonferenz initiierten Solidaritätsaktion gesammelt worden waren. Die Regierung stellte inzwischen mehr als 13 Mill. Neue Soles für die Region zur Verfügung. Internationale Aufmerksamkeit erregt die Überschwemmungskatastrophe vor allem deshalb, weil zahlreiche ausländische Touristen von der Katastrophe betroffen sind. Unter den Todesopfern befinden sich auch eine argentinische Touristin und ein peruanischer Führer, die gestern unter einer Schlammlawine begraben wurden. Zahlreiche Touristen sitzen rund um die alte Inkastadt Machu Picchu fest. Allein in Aguas Calientes, der Basisstation für die Besichtigung von Machu Picchu, warten ca. 2.000 Touristen auf ihre Evakuierung. Aus der Ortschaft wird berichtet, dass zahlreiche Menschen die Nacht auf der Plaza de Armas verbracht hätten, andere übernachteten in Restaurants. Die Versorgung der Eingeschlossenen gestaltet sich sehr schwierig, die Preise für Lebensmittel und Wasser hätten sich verdoppelt. Im Ort, so heißt es, herrschen chaotische Zustände. Zur Rettung der Ausländer wurde eine Luftbrücke zwischen Machu Picchu und Ollantaytambo eingerichtet; man hofft, heute 800 Personen ausfliegen zu können (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


20. November 2009 | Chile, Peru / Argentinien: Bilateraler sowie inländischer Spionagefall | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Chile, Noticias Peru

Chile, Peru / Argentinien: Bilateraler sowie inländischer Spionagefall. Foto: thbernhardt.Die bilateralen Beziehungen zwischen Chile und Peru werden momentan auf eine schwere Probe gestellt. Der jüngst ans Licht der Öffentlichkeit gekommene Spionagefall, in dem ein peruanischer Luftwaffen-Offizier zwischen 2002 und 2009 geheime Informationen an die chilenische Armee weitergegeben haben soll, beeinträchtigt das historisch vorbelastete Verhältnis beider Länder. Nachdem der peruanische Präsident Alan Garcia Mitte November bereits aus Protest darüber den APEC-Gipfel in Singapur verlassen und ein Treffen mit seiner chilenischen Amtskollegin Michelle Bachelet abgesagt hatte, verlautbarte nun der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde, dass “sein Land die Beziehungen zu Chile revidieren werde, wenn diese Nation (Chile – Anm. d. Red.) den Fall des mutmaßlichen “Kaufes” eines peruanischen Sicherheitsagenten nicht untersuche.” Dann stünde der gesamte Prozess der bilateralen Beziehungen zur Debatte, so García Belaúnde. Auf dem Spiel steht vor allem das 2006 zwischen beiden Ländern unterzeichnete Freihandelsabkommen, auch wenn García Belaúnde äußerte, dass es vorteilhaft wäre, die Dinge auf ökonomischem Gebiet so zu belassen, wie sie sind. Von peruanischer Seite wurde weiterhin ein zweitausendseitiges Dossier mit Beweisen für die Spionage an die Chilenen überreicht. In Chile hält man sich von offizieller Seite bisher eher bedeckt zu dem Fall, äußerte aber bereits Kritik am außenpolitischen Vorgehen Perus. Im chilenischen Kongress wurde allerdings bereits eine Erklärung verabschiedet, die das Vorgehen der peruanischen Regierung in der Sache entschieden zurückweist. Im Hintergrund schwelen zusätzlich die von Peru vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereichte Klage wegen des Seegrenzkonfliktes mit Chile und die peruanische Besorgnis über die fortschreitende militärische Aufrüstung des südlichen Nachbarlandes. In Argentinien gibt es dagegen einen Abhörskandal, der seine Kreise bis hin zur Präsidentin Cristina Kirchner und ihrem Mann und Amtsvorgänger Néstor Kirchner zieht. Hauptverdächtiger ist der ehemalige Kommissar und Ex-Chef der Policía Metropolitana Jorge Palacios, dem von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wird, das Abhören von Politikern und Unternehmern veranlasst zu haben. Im Zusammenhang mit dem Fall sagte der Chef des argentinischen Kabinetts, Aníbal Fernández, dass er für Mauricio Macri, den Bürgermeister von Buenos Aires, keinen anderen Ausweg als seinen Rücktritt sähe. Der Tonfalls zwischen Macri und seinen Anhängern sowie der Regierung hat sich mittlerweile um einiges erhöht. Auf sichergestellten Computern waren auch persönliche Daten des Ehepaares Kirchner gefunden worden. (Bildquelle: thbernhardt).


09. Oktober 2009 | Peru: Vorstoß zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Schwangere Frau - Foto: Public DomainPeru erlebt zur Zeit eine breite und intensive Debatte über Schwangerschaftsabbruch. Auslöser ist der Vorschlag einer vom peruanischen Kongress eingesetzten Kommission aus Parlamentariern, Vertretern des Justizministeriums, der Anwaltskammer von Lima und von Universitäten zur Entkriminalisierung der Abtreibung nach Vergewaltigung und nach Vorlage einer medizinischen Indikation. Feministische Frauenorganisationen begrüßen den Vorschlag als wichtigen Schritt, wohingegen Gruppen von Lebensschützern die Initiative hart kritisieren und den Schwangerschaftsabbruch mit jeglicher Indikation ablehnen. In Peru war bereits 1990 ein Gesetz eingebracht worden, das einen Abbruch nach Vergewaltigung und bei Vorliegen einer Missbildung des Fötus’ erlaubte. Dieses Gesetz war dann aber unter der ersten Regierung von Alan García (1985-90) nach massivem Druck seitens der katholischen Kirche zurückgehalten worden. Rein rechtlich ist in Peru ein Schwangerschaftsabbruch erlaubt, wenn Gefahr für das Leben der Schwangeren besteht, theoretisch auch, wenn ihre Gesundheit gefährdet ist. In der Praxis wird Frauen in staatlichen Gesundheitseinrichtungen aber häufig ein Abbruch verweigert. Eine große Zahl illegaler Abtreibungen ist die Folge. Paradoxerweise machen illegale Kliniken in Peru ganz offen Werbung für ihre Lösungsvorschläge bei „Ausbleiben der Menstruation“. Einer Studie zufolge liegt die Rate der Schwangerschaftsabbrüche in dem Andenstaat bei ca. 50 pro 1.000 Schwangerschaften, das sind doppelt so viele wie in europäischen Ländern, in denen es Fristenregelungen gibt. Die NRG Flora Tristán spricht von 100.000 heimlichen Abtreibungen jährlich, die meisten unter katastrophalen Bedingungen. Peru verzeichnet die zweithöchste Müttersterblichkeit in Lateinamerika, es wird davon ausgegangen, dass dazu neben mangelnder Gesundheitsversorgung der Schwangeren vor allem die große Zahl illegaler Abbrüche beiträgt (Bildquelle: Public Domain).


30. September 2009 | Peru: Weiteres Urteil gegen den peruanischen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Ex-Präsident Alberto Fujimori - Foto: Karen L. Sanders, US Air Force, Public DomainDer ehemalige peruanische Präsident (1990-2000) Alberto Fujimori wurde heute in einem weiteren Prozess vom Obersten Strafgericht (Sala Penal Especial de la Corte Suprema) zu sechs Jahren Gefängnis wegen der vorsätzlichen Sperrung von Telefonanlagen, dem illegalen Kauf von Kommunikationsmitteln und Bestechung von abtrünnigen Abgeordneten verurteilt. Er muss zudem eine Entschädigung in Höhe von 24 Millionen Nuevos Soles (ungefähr € 5,8 Millionen Euros) leisten. Unter Einbezug der Zeit, die seit seiner Festnahme am 06. November 2005 in Chile vergangen ist, würde seine Bestrafung in diesem Fall am 10. Februar 2013 ablaufen. Durch die strafrechtlich schwerwiegendere Verurteilung zu 25 Jahren Haft wegen den Menschenrechtsverbrechen käme er dennoch frühestens am 10.02.2032 frei. Fujimori erklärte sich am Montag für alle Delikte schuldig, die gegen ihn in diesem Prozess vorgebracht wurden (Bildquelle: Karen L. Sanders, US Air Force, Public Domain).


29. September 2009 | Peru, USA, Deutschland: Internationaler Literaturpreis an Peruaner | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru, USA, Deutschland: Internationaler Literaturpreis an Peruaner Daniel Alarcón - Foto: Matthieu Bourgois, Smithsonian MagazineDas Berliner Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilen vergeben in diesem Jahr zum ersten Mal den „Internationalen Literaturpreis“, mit dem jährlich eine Neuerscheinung der zeitgenössischen internationalen Literatur sowie ihre deutsche Übersetzung ausgezeichnet werden. Erste Preisträger sind der Peruaner Daniel Alarcón und seine Übersetzerin Friederike Meltendorf. Der 1977 in Lima geborene Alarcón, der in den USA lebt, erhielt den Preis für seinen  Debütroman „Lost City Radio“. Das Buch erzählt die Geschichte einer Radiomoderatorin, die sich mit ihrer Radiosendung gegen das herrschende Vergessen in einem nicht näher bezeichneten lateinamerikanischen Land einsetzt, das einen blutigen Bürgerkrieg durchlebt hat. Der Roman erschien im englischen Original bei Harper & Collins, die deutsche Ausgabe wurde 2008 bei Wagenbach verlegt. Der mit 35.000 € dotierte Preis wird am 30. September im Haus der Kulturen der Welt in Berlin übergeben (Bildquelle: Matthieu Bourgois, Smithsonian Magazine).


24. August 2009 | Peru: Mine frisst Cerro de Pasco, die höchste Stadt der Welt, von innen auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Bergbau in Peru: Cerro de Pasco - Foto: sscDie Minengesellschaft Volcan hat heute einen Plan veröffentlicht, nach dem sie beabsichtigt, die existierende Mine in Cerro de Pasco um 11,4 Hektar zu erweitern. Das Problem: Der auf 4300 Meter ü. NN gelegene, 140 Hektar umfassende Tagebau befindet sich praktisch im Zentrum der Stadt. Die Erweiterung nach Plan L sieht deshalb vor, in den nächsten zwei Jahren nicht nur Wohnhäuser, Schulen und eine Polizeistation zu zerstören, sondern auch den Hauptplatz und die Kirche, die unter nationalem Denkmalschutz stehen. Die 80.000 Einwohner der Stadt,die durch die Bergbauaktivitäten zu den kontaminiertesten Gebieten weltweit zählt, leisten nur bedingt Widerstand, da das gesamte wirtschaftliche Leben von der Mine abhängt. Größter Streitpunkt sind die Kosten. Volcan besteht darauf, dass die peruanische Regierung für die fälligen Umsiedlungen aufkommen müsse. Cerro de Pasco wurde 1578 als Bergbau-Siedlung gegründet. Durch die reichen Silbervorkommen erlangte es im 17. Jahrhundert ähnliche Bedeutung wie das bolivianische Potosí (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


24. August 2009 | Mexiko, Peru, Südamerika: „El Niño“ bringt Trockenheit in Mexiko und Überschwemmungen in Südamerika | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Peru

El Niño“ bringt Trockenheit in Mexiko und Überschwemmungen in Südamerika - Karte: NCEP„El Niño“, das nicht-zyklische Klimaphänomen im Pazifik, kündigt bereits jetzt an, dieses Jahr wieder einzutreten – mit gravierenden Folgen für ganz Südamerika. Die eigentlich erst um die Weihnachtszeit auftretende Anomalie führt zur Abschwächung des Humboldt-Stromes vor Peru und in Folge dessen zu einer Umkehrung der Meeresströmung im Pazifik. Statt nach Westen strömt warmes Oberflächenwasser auf Höhe des Äquators von Südostasien nach Südamerika. Dadurch ändern sich mehr als die Hälfte der globalen Wettermuster. Für den südamerikanischen Kontinent bedeutet dies zum Beispiel Trockenheit für die Amazonas-Region bei gleichzeitig starken Überschwemmungen entlang der westlichen Küste. Mexiko, das durch das „Christkind“ im Dezember von starken Wirbelstürmen heimgesucht werden kann, leidet jedoch schon jetzt unter „El Niño“. Wie der Nationale Meteorologische Dienst heute bekannt gab, sucht das Land die größte Trockenheit seit 60 Jahren heim. Es wird geschätzt, dass die Landwirte ein Drittel ihrer Produktion verlieren. In Peru bereiten sich hingegen die Fischer auf schwierige Zeiten vor. Durch das Absterben des Planktons im Humboldt-Strom verlieren die Fische ihre Nahrungsgrundlage und wandern ab (Karte: National Centers for Environmental Prediction, NCEP).


19. August 2009 | Honduras, Argentinien, Peru: Honduras bricht diplomatische Beziehungen mit Argentinien ab. Zelaya in Lima | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Honduras, Noticias Peru

Honduras, Argentinien, Peru: Honduras bricht diplomatische Beziehungen mit Argentinien ab. Zelaya in Lima (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz)Als Antwort auf die Ausweisung der Botschafterin in Argentinien hat gestern das honduranische De-Facto-Regime von Roberto Micheletti den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit diesem Staat bekannt gegeben. Das Außenministerium von Honduras informierte, dass es ab jetzt die Beziehungen mit Buenos Aires über den Umweg der israelischen Botschaft in Argentinien unterhalten werde. Am 13. August wurde die honduranische Botschafterin Carmen Eleanora Ortez Williams von Argentinien wegen ihrer Unterstützung der Micheletti-Regierung ausgewiesen. In der Zwischenzeit ist heute der abgesetzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, in Lima unter starken Sicherheitsvorkehrungen für ein Treffen mit dem peruanischen Präsidenten Alan García angekommen. Zelaya sucht eine regionale Koalition nach seinem Sturz am 28. Juni diesen Jahres durch Micheletti. (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz).


21. Juli 2009 | Peru: Ex-Präsident Alberto Fujimori auch wegen Korruption verurteilt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Ex-Präsident Alberto Fujimori - Foto: US Institute of Peace, Public DomainNachdem der Ex-Präsident Perus, Alberto Fujimori Fujimori, bereits am 08. April 2009 zu 25 Jahren Haft wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sinne des Völkerstrafrechts verurteilt wurde, befand ihn gestern die Spezielle Strafkammer des Obersten Gerichtes in einem weiteren Prozess der Korruption für schuldig. Es gilt als erwiesen, dass Fujimori kurz vor seinem Rücktritt im Jahr 2000 an seinen engsten Vertrauten, Vladimiro Montesinos, staatliche Gelder in Höhe von 15 Millionen Dollar als “Entschädigung” gezahlt hat. Für dieses Vergehen verurteilte ihn das Gericht zu siebeneinhalb Jahren Haft und einem Schadensersatz zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen von drei Millionen Nuevos Soles (rund 700.000 Euro). Fujimoris Verteidigung legte Berufung gegen dieses Urteil ein. Derzeit laufen noch drei andere Verfahren wegen Korruption gegen den peruanischen Ex-Präsidenten (Bildquelle: US Institute of Peace, Public Domain).


13. Juli 2009 | Peru: Kältewelle tötet bisher ca. 250 Kinder | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Kältewelle in Peru - Bild: Quetzal Redaktion, sscCirca 250 Kinder unter fünf Jahren sind wegen der vorzeitig eingesetzten starken Kältewelle im Süden von Peru gestorben. Etwa ein Drittel der Fälle konzentriert sich um die Hochlandregion von Puno, wo die Thermometer minus 20 Grad Celsius zeichneten. Das Problem wiederholt sich jedes Jahr im Winter, da die Kinder stets unter Pneumonie (Lungenentzündung) und anderen Atemwegserkrankungen leiden. In diesem Jahr sind die Todesfälle im Vergleich mit 2008 aber bereits um 40% angestiegen. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist der Klimawandel und der daraus resultierende vorzeitige Winterausbruch (im März 2009).Der arme Süden des Landes leidet besonders darunter, weil die Kinder unterernährt und deswegen anfälliger für Krankheiten sind. Verstärkt wird dies noch durch die spärliche medizinische Hilfe. Die peruanische Regierung steht jetzt in der Kritik, da eine solche klimatische Änderung einfach vorauszusehen war, und die jährlichen Todesfälle durch eine bessere Infrastruktur zu vermeiden gewesen wären. Stattdessen sind die Spendenkampagnen für die Kälteopfer bereits zu einem jährlichen Ritual für die Bervölkerung geworden. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


12. Juli 2009 | Peru: Ernennung von Javier Velásquez Quesquén zum neuen Premierminister | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Perus neuer Premierminister: Javier Velásquez Quesquén - Foto: Coordinadora Nacional de RadioNach dem infolge der Proteste der Indigenen angekündigten und am 08.07.2009 erfolgten Rücktritt von Perus Premierminister Yehude Simon ernannte gestern Präsident Alan García Javier Velásquez Quesquén (APRA) zum neuen Regierungschef. Das Kabinett von Yehude Simon Munaro war lediglich neun Monate im Amt gewesen und gekennzeichnet durch das Bestreben, jegliche sozialen Konflikte zu vermeiden. Am Ende wird es durch die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Amazonas jedoch als das in Erinnerung bleiben, welches die schlimmste Polizeioperation in der peruanischen Geschichte mit 34 toten Polizisten und Dutzenden ums Leben gekommenen Indigenen zu verantworten hat. So traten mit dem Premier zugleich der Innenminister Mercedes Cabanillas, der Verteidigungsminister Antero Flores-Aráoz, der Justizminister Rosario Fernández und drei weitere Minister zurück. Der neue Premier Velásquez Quesquén übernimmt hingegen sein Amt bereits mit einigen negativen Hypotheken, weshalb die Zustimmung für ihn in der Bevölkerung nach Umfragen bei lediglich 16 Prozent liegt. Neben diversen Skandalen blieb im öffentlichen Gedächtnis vor allem der 12.12.1994, als in Chiclayo ein Attentat des Sendero Luminoso auf ihn verübt wurde, welches er mit einem Schusstreffer im Bein überlebte (Bild: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


10. Juni 2009 | Peru: Indigener Führer ersucht Asyl in Nicaragua | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua, Noticias Peru

Peru - Regenwald (Foto: Sprain Flickr)Alberto Pizango, Präsident der Interethnischen Vereinigung für die Entwicklung des Peruanischen Urwalds (AIDESEP), hat in der nicaraguanischen Botschaft in Lima um politisches Asyl nachgesucht. In Zusammenhang mit den blutigen Auseinandersetzungen vom Wochenende war er von der peruanischen Regierung der Verschwörung und Volksverhetzung beschuldigt worden, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt in der Hauptstadt aufgehalten hatte. In der Umgebung der Stadt Bagua, die im Amazonasgebiet und damit mehr als tausend Kilometer von Lima entfernt liegt, hatten indigene Einwohner aus Protest gegen Dekrete der Regierung, die Erdölbohrungen und Abholzungen in der genannten Region erleichtern sollen, Straßensperren errichtet und eine Station der staatlichen Ölgesellschaft besetzt. Dabei hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Während die Regierungsseite behauptet, von den 34 Toten seien allein 25 Polizisten, sprechen indigene Vertreter von bis zu 30 getöteten Amazonas-Bewohnern. Wie verschiedene Medien melden, gehen zumindest neun der getöteten Polizisten auf das Konto einer Aktion der peruanischen Streitkräfte, die versucht hatten, Angehörige der Sicherheitskräfte zu befreien, die von den Protestierenden festgehalten worden waren. Wie viele Indigene allein bei dieser Auseinandersetzung ums Leben kamen, ist bislang noch nicht bekannt. Aus Protest gegen die Haltung der Regierung gegenüber den Forderungen der Amazonas-Bevölkerung legte gestern Carmen Vildoso, Ministerin für Frauen und Sozialentwickung, ihr Amt nieder. (Bild: Sprain)


03. Juni 2009 | Peru: Indigene rufen zum Generalstreik auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Indigene rufen zum Generalstreik auf - Foto:Sven SchallerIndigene Völker aus dem Amazonasgebiet Perus haben für den heutigen Mittwoch zu einem Generalstreik aufgerufen. Der Streik ist Teil der bereits seit Wochen andauernden Proteste der Indigenen gegen eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen der Regierung von Alan García. Seit dem 9. April läuft der Kampf gegen die Regierungsdekrete 1020, 1064, 1080, 1089 und 1090, die nach Auffassung indigener Organisationen die Menschenrechte indigener Völker verletzen und der Zerstörung ihres Lebensraumes Vorschub leisten. Justizministerin Rosario Fernández warf den Protestierenden vor, zu Rebellion und Verschwörung aufzurufen und drohte Konsequenzen an. Nach verschiedenen Zusammenkünften mit Parlamentariern und dem Premierminister kündigte  Alberto Pizango, Präsident der Interethnischen Vereinigung für die Entwicklung des Peruanischen Urwalds (Aidesep), der zum Volk der Shawi gehört, an, dass die Vertreter der indigenen Völker von jetzt an nur noch mit Alan García verhandeln wollen, dafür habe er ein klares Mandat: „Ich bin ihr apu (Führer) und soll nur mit dem apu von Peru sprechen, dem Präsidenten.“ Erst am 31. Mai. hatte die Hilfsorganisation Survival International neben Paraguay und Brasilien auch Peru zu Maßnahmen zum Schutz von isolierten Völkern im Amazonasgebiet aufgefordert. Siedler, Holzfäller und Ölfirmen drängen immer weiter in die Siedlungsgebiete dieser Gruppen vor. (Foto: Quetzal-Redaktion, ssc)


28. April 2009 | Venezuela, Peru: Diplomatische Spannungen infolge Gewährung politischen Asyls für korrupten Oppositionsführer | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru, Noticias Venezuela

Venezuelas Oppositionsführer Manuel Rozales (re) bei einem Treffen am 12.10.2007 mit dem Generalsekretär der OAS José Miguel Inzulza - Foto: OAS, Patricia LeivaDie venezolanische Regierung hat gestern die sofortige Abberufung ihres Botschafters in Peru, Arístides Medina, bekannt gegeben. Des weiteren sollen die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten geprüft werden. Hintergrund des Streits ist, dass die der peruanischen Regierung dem venezolanischen Oppositionsführer Manuel Rosales politisches Asyl gewährte. Gegen Rosales liegen in Caracas unzählige Beweise für Korruption und illegitime Bereicherung vor. Während jedoch Interpol Peru den Flüchtigen festnehmen wollte, bestätigte der peruanische Außenminister José Antonio García Belaunde die Genehmigung des Asylantrages (Bildquelle: Organization of American States, Patricia Leiva).


07. April 2009 | Peru: Ex-Präsident Alberto Fujimori zu 25 Jahren Haft verurteilt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori zu 25 Jahren Haft verurteilt - Foto: OAS, Roberto RibeiroDer ehemalige peruanische Präsident (1990-2000) Alberto Fujimori wurde vom Obersten Strafgericht (Sala Penal Especial de la Corte Suprema) zu 25 Jahren Gefängnis wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt. Es ist das erste Mal, dass ein Gericht einen demokratisch gewählten Präsidenten in Lateinamerika wegen Verletzung der Menschenrechte schuldig sprach. Die Richter verurteilten ihn wegen Mordes (Fälle Barrios Altos und La Cantuta) sowie wegen der Entführung des Journalisten Gustavo Gorriti und des Unternehmers Samuel Dyer. Unter Einbezug der Zeit, die seit seiner Festnahme am 06. November 2005 in Chile vergangen ist, würde er am 10. Februar 2032 freigelassen werden – im Alter von 93 Jahren (Bildquelle: Organization of American States, Roberto Ribeiro).


20. März 2009 | Chile, Peru: Peru zieht wegen Seegrenzkonflikt vor Gericht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Peru

Peru geht wegen des Seegrenzkonfliktes mit Chile vor den Internationalen Gerichtshof  der Vereinten Nationen (IGH) in Den Haag. Der Streit um die 35.000 Quadratkilometer, die von Chiles Nachbarland beansprucht werden, begann im Jahr 2000. Während die peruanische Regierung behauptet, die Festlegung der Grenze sei nie geklärt worden, reklamiert die chilenische Seite, dass dies in der Declaración de Zona Marítima von 1952 festgelegt wurde. Der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde geht davon aus, dass der Rechtsstreit bis über das Jahr 2012 hinaus andauern könnte. Falls die chilenische Regierung einem für Peru positiv lautenden Urteil des IGH nicht nachkommen sollte, drohte der peruanische Außenminister an, den Fall vor den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu bringen. Die diplomatischen Verstimmungen können unter Umständen das jüngst auf den Weg gebrachte bilaterale Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern belasten.


07. März 2009 | Peru, Deutschland: Unklare Geldflüsse bei Werder Bremen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Dubiose Geschäfte zwischen Werder Bremen, Claudio Pizarro und Image S.A. in Panama - Grafik: Quetzal-Redaktion, gtWie erst heute in Deutschland bekannt wurde, gelangten bei einem Scheidungsverfahren in Lima am 25.02.2009 Dokumente ans Licht, die einmal mehr die dubiosen Geschäfte bei Fußball-Transfers beleuchten. Die (Noch-)Ehefrau des FIFA-Spielervermittlers Carlos Delgado reichte vor Gericht Unterlagen ein, die belegen, dass beim Transfer des peruanischen Stürmers Roberto Silva 2001 zu Werder Bremen Gelder illegal auch an den Präsidenten des deutschen Fußballclubs gingen. Demnach entfielen von der Kaufsumme von 1.350.000 US-Dollar an den früheren Verein Sporting Cristal Lima 250.000 US-Dollar, an dessen damaligen Sportchef Diego Rebagliati 10.000 US-Dollar, an den Honorarkonsul Uruguays und Präsidenten von Werder Bremen Jürgen L. Born 100.000 US-Dollar und an Claudio Pizarro Bossio 895.875 US-Dollar. Entsprechend blieben rechnerisch 94.125 US-Dollar für den Spielervermittler und Direktor der International Management Agency (Image) S.A. Panamá, über die der Transfer erfolgte. Unklar ist nun, ob die 100.000 US-Dollar an den Präsident von Werder Bremen helfen sollten, den Spieler zu verpflichten. Unklar ist auch die Rolle von Claudio Pizarro, damals wie heute ebenfalls Stürmer bei Werder Bremen, der seine Verbindungen zu Image S.A. sowie Carlos Delgado stets verneinte, gegen den derzeit aber Ermittlungen der peruanischen Staatsanwaltschaft laufen, der Beweise für eine enge Verknüpfung zwischen beiden vorliegen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


23. Februar 2009 | Lateinamerika: bis zu 6 Mrd. US-Dollar Verlust durch mutmaßlichen US-Anlagebetrüger Stanford | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Panama, Noticias Peru, Noticias Venezuela

Lateinamerika: bis zu 6 Mrd. US-Dollar Verlust durch mutmaßlichen US-Anlagebetrüger Stanford (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)Erst im Dezember 2008 wurde das Schneeballsystem von Bernard Madoff aufgedeckt, durch welches dieser seit etwa 1990 Investoren und private Anleger um circa 50 Milliarden US-Dollar betrogen hat. Medien und Analysten sprechen von einem der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Wall Street. Nur wenige Monate später nun kam vergangene Woche der Fall Stanford ans Licht, als die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC am Dienstag (17.02.09) Zivilklage gegen den texanischen Banker R. Allen Stanford, seine Vermögensverwaltungsfirma Stanford Group und die auf Antigua ansässige Stanford International Bank (SIB) erhoben. Im Vergleich zu Madoff betrifft es diesmal jedoch vor allem Lateinamerika. Durch hohe und angeblich risikolose Renditeversprechen wurden Anleger um acht Milliarden US-Dollar betrogen. Mit bis zu sechs Milliarden USD ist besonders die lateinamerikanische Elite bzw. mit bis zu drei Milliarden größtenteils Venezuela betroffen. 15.000 Venezolaner sollen ihr Vermögen bei Stanford angelegt haben. In den Ländern bildeten sich überall Schlangen von verzweifelten Menschen, die ihr Geld abheben wollten. Während die venezolanische Regierung nur zwei Tage später (19.02.) die Kontrolle über die Stanford Bank Venezuela übernahm, wurden die Stanford-Banken in Ecuador und Peru vom Börsenhandel ausgeschlossen und ihnen die Geschäftserlaubnis entzogen. Ähnliches gilt für Kolumbien. In Panama übernahm die Bankenaufsicht die Verwaltung der Stanford-Bank. Auch Mexiko nahm Ermittlungen wegen zahlreicher Gesetzesverstöße auf. Wie der Fall ausgeht und ob Anleger entschädigt werden, bleibt zunächst offen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


25. November 2008 | Peru: Apec-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Das Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsforum (Apec) zu Gast in Peru - Logo: Public DomainZentrales Thema des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) am 22./23.11. in Lima war die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. In der “Erklärung von Lima” haben die Staats- und Regierungschefs der 21 Mitgliedsstaaten ein Plädoyer für den Freihandel gehalten und angekündigt, Handels- und Investitionshemmnisee abzubauen. Zudem wollen sie in den nächsten 12 Monaten auf alle protektionistischen Maßnahmen verzichten und die Doha-Welthandelsrunde wiederbeleben. Der perunanische Präsident und Gastgeber des diesjährigen Apec-Gipfels Alan García betonte zum Abschluss die zukünftige Rolle des Pazifikraumes (insbesondere auch Lateinamerikas) als Wachstumsmotor der Welt. Die einzigen lateinamerikanischen Mitglieder der Apec sind Mexiko, Peru und Chile (Logo: Public Domain).


14. November 2008 | Peru: Freihandelsabkommen mit China und den USA | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Perus Präsident Alan Garcia - Foto: ABr, Jose CruzWie die peruanische Zeitung “El Comercio” am Mittwoch (12.11.) schrieb, hat Präsident Alan García seine starke Zuversicht über ein Freihandelsabkommen zwischen Peru und China geäußert. Auf der Zeremonie zum 35-jährigen Bestehen des Exportverbands (Asociación de Exportadores, ÁDEX) gab García bekannt, dass das Freihandelsabkommen mit großer Sicherheit nächste Woche durch den chinesischen Präsidenten Hu Jintao offiziell bekannt gegeben wird. Perus Präsident gab außerdem bekannt, dass in Kürze auch Freihandelsabkommen mit Singapur und Thailand, sowie möglicherweise mit Mexiko, Südkorea und Kolumbien geplant sind. Einem großen Dankeschön fühlte sich der peruanische Präsident ebenfalls gegenüber US-Präsident George Bush verpflichtet. Diesem dankte er für das im Dezember 2007 unterzeichnete Freihandelsabkommen mit den USA, welches 2009 in Kraft treten wird. Er tat dies zwar im Namen von Peru, der Bevölkerung wird das Abkommen jedoch nicht helfen, denn es soll vor allem Großkonzernen einfache und sichere Investitionen zur Ausbeutung der zahlreichen Bodenschätze ermöglichen. Peru exportiert vor allem Rohstoffe, die Wertschöpfung findet hingegen in anderen Ländern statt, wodurch vom Bergbausektor keine nachhaltigen Impulse zur Entwicklung Perus ausgehen. Auch der für 98 Prozent der peruanischen Produkte geltende und hochgelobte Zugang zum US-Markt ist auf Dauer kein Gewinn, denn Peru wird nur sehr begrenzt konkurrenzfähig sein (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz).


17. Oktober 2008 | Peru: Neue Regierung unter Ministerpräsident Yehude Simon vereidigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Perus neue Regierung unter Ministerpräsident Yehude Simon - Foto: CNRDer peruanische Präsident Alan García hat eine neue Regierung vereidigt. Neuer Ministerpräsident ist der linksgerichtete Yehude Simon, der zuletzt Gouverneur der Region Lambayeque war. Zusammen mit ihm erfolgte auch die Vereidigung der anderen 17 Kabinettsmitglieder, von denen 10 bereits der zurüchgetretenen Regierung angehörten. Vor allem Gewerkschaften und linke Parteien begrüßten die Ernennung Yehude Simons als neuen Ministerpräsidenten. Simon, Gründer der Partei Peruanische Humanistische Bewegung (Movimiento Humanista Peruano), war unter dem Präsidenten Fujimori wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Movimiento Revolucionario Tupac Amaru (MRTA) von 1992 bis 2000 inhaftiert (Bildquelle: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


11. Oktober 2008 | Peru: Regierung stolpert über Korruptionsskandal | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Von Alan Garcia zum neuen Ministerpräsidenten ernannt: Yehude Simon - Foto: CNRNach dem Bekanntwerden eines neuen Korruptionsskandals in Peru und einer Woche der politischen Instabilität ist am Freitag die gesamte Regierung zurückgetreten. Bei der Vergabe von Erdöl-Explorationsrechten an das norwegische Unternehmen Discover Petroleum bewiesen Tonbandmitschnitte, dass neben persönlichen Interessen auch reichlich Bestechungsgeld der alten Regierung um Jorge del Castillo die Entscheidungsfindung erleichtert hatte. Als neuen Premierminister ernannte Präsident Alan García den unabhängigen Linken Yehude Simon Munaro. Das derzeit von der APRA bestimmte politische System ist nach Ansicht der Opposition mehr denn je durch Korruption gekennzeichnet. Trotz guter ökonomischer Daten sank die Zustimmung für García in der Bevölkerung deshalb auf 15 Prozent (Bildquelle: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


11. September 2008 | Peru: Neben Haiti höchste Kosten zur Armutsbekämpfung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Haiti, Noticias Peru

Peru: Neben Haiti höchste Kosten zur Armutsbekämpfung - Foto: Quetzal-Redaktion, sscNach einem Bericht der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) muss Peru (mit 44,2 Prozent der Menschen leben in Armut) nach Haiti (76,7 Prozent), die meisten Mittel in zur Bekämpfung der Armut investieren. Aufgrund der weltweit enorm gestiegenen Nahrungsmittelpreise können gerade die ärmeren Schichten der Bevölkerung ihr Konsumniveau nicht mehr aufrecht erhalten, da ihnen schlichtweg das Geld zum Kauf von Nahrung fehlt. Unter Annahme, dass die Preise von Getreide, Sojabohnen, Zucker und Fleisch einen weiteren Preisanstieg von 30 Prozent verzeichnen würden, müsste Peru nach dem Modell der IDB, 4,4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts über Transfers (z.B. Sozialprogramme) an die sozial Schwächeren verteilen, damit die Armutsquote nicht auf 49,5 Prozent ansteigt. Haiti müßte im Vergleich 12,12 Prozent seines BIP aufbringen, damit es ein Ansteigen der Armutsquote auf 79,1 Prozent verhindert. Chile ist das Land, was den geringsten Anteil des BIP in Sozialprogramme investieren müsste (0,19 Prozent). Das klingt nicht viel, aber sollte es Chile nicht machen, so könnte die Armut von 12,3 auf 17,2 Prozent steigen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


28. August 2008 | Lateinamerika: Utopie des “Expreso del Sur” könnte Wirklichkeit werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Peru, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Lateinamerika: Utopie des Expreso del Sur könnte Wirklichkeit werden (Foto: Agência Brasil)Anfang August haben sich der venezulanische Präsident Hugo Chávez, Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien) und Christina Kirchner (Argentinien) getroffen, um über eine gemeinsame Transport-Allianz zu sprechen. Es ging zum einem um eine gemeinsame Flugline, zum anderen um eine Eisenbahnverbindung, welche alle drei Länder verbindet. Diese sogenannte “Utopie” eines “Expreso del Sur” könnte nach Aussage von Chávez Wirklichkeit werden. In einer Pressemitteilung wurde der Beginn von Machbarkeitsstudien angekündigt. Die Eisenbahnlinie, welche sich von Caracas bis zum Mar del Plata erstreckt, könnte eine Länge von bis zu 9.000 Kilometern haben. Auf einem Kongress von Spezialisten gab es bereits ein Brainstorming zu technischen Schwierigkeiten, sowie zu (umwelt-)politischen und finanziellen Gesichtspunkten. Eine Idee, aber 2 Möglichkeiten der Umsetzung. Eine Variante geht direkt durch die drei Länder und den Amazonas, was zwar günstiger, aber negativ für die Umwelt und den gesellschaftlichen Nutzen ist. Variante 2 macht einen Bogen über die Andengemeinschaft ist dadurch zwar teurer, integriert jedoch weitere Länder. Eine Umsetzung des “Expreso del Sur” ist noch in weiter Ferne und bedarf eines langfristigen politischen Willens aller Länder – unabhängig von Wahlen. (Bildquelle: Agência Brasil)


25. August 2008 | Peru: Gesetze zur Ausbeutung der Indigenas-Gebiete für ungültig erklärt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Perus indígenas protestieren weiter gegen die Ausbeutung der Selva Foto: AIDESEPDer seit Anfang August währende Protest von rund 12.000 Ureinwohnern aus 65 Stämmen gegen die Öffnung ihres Gebietes für die Exploration der Holz-, Mineral- und Ölvorkommen war erfolgreich. Die Indigenas hatten zuvor Förderanlagen der Mineralölindustrie und Elektrizitätswerke besetzt, um auf ihren Protest aufmerksam zu machen. Nachdem der Kongress eine Überprüfung der umstrittenen Gesetze zusagte, wurden die Proteste letzten Mittwoch (20.08.) für 48 Stunden ausgesetzt. Der Kongress erklärte am 22.8. die zwei Gesetze (Nr. 1015 und 1073) mit 66:29 Stimmen für ungültig. Kurz darauf feierten die Ureinwohner in der Stadt Bagua ihren Sieg über Präsident Alan Garcia. Dieser argumentierte, dass die Gesetze zur Verbesserung des Lebensstandard der Indigenas führen sollten. Anstatt sein Ziel mit anderen Maßnahmen wie z.B. einem verbessertem Zugang zu Bildung oder der Stärkung der Rechte der Indigenen zu erreichen, bevorzugt er deren Gebiete – die einen Wert von 2,4 Milliarden Euro besitzen – wirtschaftlich auszubeuten (Bildquelle: Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana_).


13. August 2008 | Peru: Indigenas stürmen Wasserkraftwerk und Industrieanlagen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Die Proteste der Indigenen in der Selva Perus dauern an - Foto: AIDESEPHintergrund ist neben dem Protest gegen die Umweltzerstörung in Peru, der Vorwurf der Indígenas an die Regierung, auf ihrem Gebiet den Bau von Industrieanlagen geplant bzw. diesem zugestimmt zu haben, ohne diese vorher zufragen. Nach Angaben der Ureinwohner-Organisation Aidesep haben die Mitglieder der Awajun die Angriffe / Besetzungen organisiert. In der Provinz Bagua stürmten Hunderte Ureinwohner das Wasserkraftwerk Muyo, wodurch die Stromversorgung durch dieses Kraftwerk nahezu zum Erliegen kam. In der Region Cusco führten die Proteste dazu, dass die Gasförderanlagen in der Nähe des wichtigsten Gasfeldes des Landes – Camisea – besetzt wurden. Die Regierung schickte am Montag verstärkt Militär in die betroffenen Gebiete, um die Anlagen zu schützen und die Energieversorgung zu garantieren. Die Indígenas fordern ihrerseits in der Provinz Datem del Marañónse einen Dialog mit dem Präsidenten Alan García, dem Minister Jorge del Castillo und dem Präsidenten des Kongresses, Jorge Velásquez Quesquén (Bildquelle: Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana_).


10. Juli 2008 | Peru: Erneut Krawalle gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident García | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Der Genalsektretär der peruanischen Gewerkschaft CGTP, Mario Huaman Foto: CNRIn weiten Teilen Perus kam es am Mittwoch zu schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizeieinheiten. Die Gewerkschaft CGTP hatte zum Generalstreik aufgerufen, um damit gegen die Wirtschaftspolitik von Alán García sowie gegen die Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln und Benzin zu demonstrieren. Während die etwa 5000 Demonstranten im Zentrum von Lima weitgehend friedlich blieben, radikalisierte sich der Protest in den Randbezirken und vor allem im Landesinnern. Bei Straßenblockaden wurden 216 Personen festgenommen. In Puerto Maldonado stürmte eine aufgebrachte Menschenmenge die Gebäude der Regionalregierung. Ihre Wut richtete sich gegen das geplante “Ley de la Selva” (Selva-Gesetz), bei dem die Möglichkeit zur Enteignung von Gemeineigentum der (indigenen) Kommunen und private Investitionen im Forstbereich festgeschrieben werden sollen (Bildquelle: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


02. Juli 2008 | Mercosur: Personenverkehr zwischen Mitgliedsstaaten ohne Reisepass möglich | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien, Noticias Paraguay, Noticias Peru, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Mercosur: Personenverkehr zwischen Mitgliedsstaaten ohne Reisepass möglich (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)Auf dem 35. Treffen der Staats- und Regierungschefs des Mercosur (30. Juni / 1. Juli) in San Miguel de Tucumán (Argentinien) wurde beschlossen, dass die Bürger der Vollmitglieder des Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) beim Überqueren der Grenze von einem zum anderen Staat keinen Reisepass mehr vorzeigen müssen. Lediglich der Personalausweis muss mitgeführt werden. Auch die assoziierten Mitglieder Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela übernehmen diese Regelung. Die Regelung wird voraussichtlich Anfang 2009 in Kraft treten. Damit ist der erste Schritt in Richtung eines freien Personenverkehrs innerhalb der Mercosur-Staaten getan. Der nächste Schritt wäre, ähnlich wie in der Europäischen Union, die Abschaffung der Grenzkontrollen. Ob und wann dies geschehen wird, ist jedoch noch nicht bekannt. (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina)


19. Juni 2008 | Kolumbien, Peru, Bolivien: Koka-Anbau ist weiter angestiegen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Kolumbien, Noticias Peru

Coca gilt in Peru und Bolivien als normale Heilpflanze - Foto: Oriana EliçabeFür die Vereinten Nationen war es “Überraschung und Schock” zugleich, als das UN-Büro für Drogen und Verbrechen am gestrigen Mittwoch den UNODC-Report veröffentlichte. Diesem ist zu entnehmen, dass der Koka-Anbau in Kolumbien im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent zugenommen hat. Diese Entwicklung ist um so erstaunlicher, da vor allem die USA Kolumbien jährlich mit mehreren hundert Millionen US-Dollar unterstützen, mit dem (vordergründigen) Ziel, den Koka-Anbau zu vernichten. Mit vier Prozent in Peru und fünf Prozent in Bolivien nahm die Ernte an Kokablättern in beiden Ländern zwar zu, aber nicht so stark wie in Kolumbien. Weltweit stieg der Koka-Anbau jedoch auch um 16%. Mit den USA betreibt vor allem der größte Markt für Kokain eine gegen die Koka-Pflanze gerichtete Politik. Für die einheimische Bevölkerung und die Indígenas gehört die Pflanze bzw. das Kauen der Koka-Blätter jedoch zum täglichen Leben dazu (Bildquelle: Oriana Eliçabe).


18. Juni 2008 | Peru: Konflikt um Steuereinnahmen führt zu Geiselnahmen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Im Konflikt über die Verteilung der staatlichen Einnahmen aus der Ausbeutung der Kupfermine Southern Perú haben die Bewohner der Region Moquegua seit letzter Woche die wichtige Panamericana-Verbindung in Richtung der Nachbarregion Tacna blockiert. Bei dem Versuch die Brücken-Blockade durch die Polizei aufzulösen, kam es zu Zusammenstößen, mit der Folge, dass die Polizei von den inzwischen 20.000 Demonstranten umzingelt und auf Vermittlung der Bischöfe beider Regionen in die Kirche der Stadt Moquegua gebracht wurde. Die circa 70 Polizisten wurden jedoch am Dienstag (17.06.) wieder freigelassen, da den Anführern der Proteste ein Teilnahme an der Neuverhandlung der Einnahmen gestattet wurde. Bisher erhielt Moquegua ca. 76,8 Millionen Euro und Tacna 69,9 Millionen Euro. Mit dem neuen Verteilungsschlüssel soll Tacna 166 Millionen Euro und Moquegua nur noch 52,3 Millionen Euro erhalten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


21. Mai 2008 | Peru, Brasilien: Bau von 15 Wasserkraftwerken vereinbart | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Peru

Peru, Brasilien: Bau von 15 Wasserkraftwerken vereinbart (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato)Peru und Brasilien haben eine Absichtserklärung unterschrieben, um Verhandlungen über den Bau eines Wasserkraftwerkes auf peruanischem Territorium zu beginnen. Das Wasserkraftwerk, welches sich “Inambari” nennt, soll in der Provinz Madre de Dios, in der Nähe der brasilianischen Grenze gebaut werden und eine installierte Kapazität von 1400 Megawatt besitzen. Davon wiederum verbleiben 300 MW in Peru und steigern die gesamte installierte Kapazität im Land um circa 5%. Die “restliche” Energie ist für Brasilien bestimmt, jedoch hat das Kraftwerk für Brasilien eine geringere Bedeutung, das es im Vergleich nur 7% der Leistung von Itaipu erbringt (Itaipu liefert 19 Prozent der benötigten Energie Brasiliens). Aus diesem Grund sind beide Staaten derzeit in Verhandlungen zum Bau von weiteren 14 Wasserkraftwerken auf peruanischem Boden. (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato)


Seite 2 von 3123

top