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Noticias Peru

21. März 2017 | Peru: Mehr als 70 Tote nach anhaltendem Starkregen und Überschwemmungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Notfallkrankenhaus in Tumbes - Foto: Ministerio de Defensa del PerúNach starken Regenfällen kam es in weiten Teilen Perus zu Erdrutschen, Schlammlawinen und Überschwemmungen, von denen bisher circa 643.000 Menschen betroffen sind. In Folge der Katastrophe sind nach Angaben des Nationalen Instituts für Zivile Verteidigung seit Dezember letzten Jahres über 140.000 Häuser zerstört oder beschädigt worden. Mindestens 78 Menschen verloren ihr Leben, 263 Menschen kamen mit Verletzungen davon. Nachdem zahlreiche Ortschaften und einige Städte von den Überschwemmungen heimgesucht worden sind, fürchten nun Millionen von PeruanerInnen um ihre Trinkwasserversorgung. Während in Trujillo, der drittgrößten Stadt des Landes, das Zentrum überspült wurde, traten in Lima Flüsse über die Ufer. Die Ortschaft Barba Blanca in der Provinz Huarochirí wurde fast vollständig von Schlamm und Geröll begraben, nachdem die Behörden die ungefähr 350 EinwohnerInnen in Sicherheit gebracht hatten. Zahlreiche Straßen sind blockiert, viele Brücken eingestürzt und Tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Regierung unter Präsident Pedro Pablo Kuczynski rief in 811 (von insgesamt 2800) Distrikten den Notstand aus und stellte Soforthilfen von umgerechnet 720 Millionen Euro zur Verfügung, um die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Mittlerweile sind auch Hilfsgüter aus einigen südamerikanischen Nachbarländern eingetroffen. Die überdurchschnittlichen Regenfälle werden auf das globale Klimaphänomen „El Niño“ zurück geführt, welches an der Pazifikküste Perus eine Erhöhung der Temperatur des Oberflächenwassers um bis zu fünf Grad zur Folge hat. In der von den aktuellen Regenfällen betroffenen Küstenregion Perus herrscht normalerweise ein arides Klima, das geprägt ist durch wenig Vegetation und trockene, sandige Böden, von denen die Wassermassen nicht aufgenommen werden. Ein Ende der Niederschläge ist noch nicht in Sicht. Die Regenfälle werden voraussichtlich bis April andauern (Bildquelle: Ministerio de Defensa del Perú).


09. März 2017 | Lateinamerika: Der Fall “Odebrecht” zieht immer weitere Kreise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Lateinamerika, Noticias Peru, Noticias Venezuela

Lateinamerika: Korruptionsskandal Odebrecht - Foto: Quetzal-Redaktion, csNach und nach weitet sich der Korruptionsskandal um das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht in Lateinamerika aus. Der Skandal nahm seinen Lauf, als Mitte Juni 2015 Marcelo Odebrecht wegen Bestechung und Geldwäsche festgenommen und später zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Firmenchef und Hauptplaner des Korruptionsnetzwerks kooperierte mit der Staatsanwaltschaft – wohl um seine Haftstrafe zu mindern –, so dass die Behörden zahlreiche beteiligte Personen identifizieren konnten. Weitere 77 Ex-ManagerInnen des Bauriesen taten es Odebrecht gleich, und mittlerweile konnten die Staatsanwaltschaften aus 15 verschiedenen Ländern die systematische Korruption auf großen Teilen des lateinamerikanischen Kontinents und ein paar afrikanischen Ländern aufdecken. Offenbar zahlte das Unternehmen seit 2001 Schmiergeld an PolitikerInnen jedweder Couleur, um später bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt zu werden. Unter Betrachtung der Höhe der Schmiergeldzahlungen stechen Brasilien (349 Mio. USD), Venezuela (98 Mio. USD) und die Dominikanische Republik (92 Mio. USD) hervor. Am spektakulärsten ist bisher aber der Fall Peru, da dort wohl die letzten vier Präsidenten des Landes persönlich in die Korruption involviert sind. Gegen Expräsident Alejandro Toledo (2001-2006) ist bereits ein internationaler Haftbefehl erlassen worden, weil er Schmiergeldzahlungen in Höhe von 20 Mio. UDS erhalten haben soll. Gegen die Ex-Präsidenten Alan García (2006-2011) und Ollanta Humala (2011-2016) wird seit kurzem auch wegen Korruptionsfällen während ihrer Amtszeiten ermittelt. Schließlich gibt es auch erste Indizien gegen den amtierenden Präsidenten Pablo Kuczynski, der als damaliger Wirtschafts- und Finanzminister sowie späterer Premierminister im Kabinett von Toledo ebenfalls Schmiergeldzahlungen erhalten haben soll. Auch wenn noch unklar ist, wie groß dieses kriminelle Netzwerk insgesamt war, so zeigt der Skandal doch jetzt schon, wie stark die lateinamerikanischen Demokratien von finanzstarken Privatinteressen ausgehöhlt worden sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


10. Juni 2016 | Peru: Knapper Sieg vom marktliberalen Kuczynski bei den Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Pedro Pablo Kuczynski - Foto: JhopramoDie Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag gewann Pedro Pablo Kuczynski (77) mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen seine Konkurrentin Keiko Fujimori (41). Das Mitte-Rechts-Bündnis „Peruaner für den Wandel“ des Wirtschaftsexperten Kuczynski vereint bisher (Stand vom 9. Juni um 19:58 Uhr peruanischer Zeit) 50,122% der Stimmen auf sich, während Fujimoris Koalition „Volkskraft“ auf 49,878% der Stimmen kommt. Mit diesem vorläufigen Vorsprung von nur knapp 42.000 Stimmen kann Fujimori rechnerisch nicht mehr gewinnen, weshalb die nationale Wahlbehörde Kuczynski nach dem Auszählen von 99,8% der Stimmen bereits als offiziellen Wahlsieger bezeichnete. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen schied die Kandidatin Verónika Mendoza vom Linksbündnis „Breite Front“ aus, so dass mit Kuczynski und Fujimori nur noch zwei rechtskonservative KandidatInnen übrig geblieben waren, welche sich beide in ihrer Wahlkampagne auf den Kampf gegen Kriminalität und Korruption fokussiert hatten und eine neoliberale und extraktivistische Wirtschaftspolitik vorantreiben wollen. Am Ende spalteten nicht so sehr die politischen Inhalte der beiden KandidatInnen das Land; vielmehr unterstützten diverse Gruppierungen Kuczynski und machten gegen die in der ersten Wahlrunde weit vorne liegende Fujimori mobil, da sie die Tochter des ehemaligen peruanischen Diktators Alberto Fujimori ist. Dieser hatte Peru von 1990 bis 2000 regiert und sitzt nun wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe ab. Viele PeruanerInnen befürchteten, dass seine Tochter nach einem Wahlsieg einen ähnlich autoritären Regierungsstil übernehmen könnte. Trotz dieser Niederlage kann Fujimori immerhin auf einen Sieg bei den vergangenen Parlamentswahlen vom 10. April blicken, bei denen ihr Bündnis die absolute Mehrheit im Kongress holte und damit in den kommenden Jahren die Politik in Peru substantiell mitbestimmen wird (Bildquelle: Jhopramo).


23. Mai 2016 | Peru: Notstand in Madre de Dios aufgrund der Quecksilberverschmutzung erklärt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Notstand in Madre de Dios aufgrund der Quecksilberverschmutzung erklärt - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie peruanische Regierung hat im Department Madre de Dios aufgrund der gravierenden Quecksilberverschmutzung den Notstand ausgerufen. Ein Bericht bestätigte, dass die Quecksilberbelastung die zulässigen Grenzwerte für die Umwelt und für die Bevölkerung überschritten hat. Die Verschmutzung mit diesem Schwermetall ist vor allem auf dessen Anwendung bei der (illegalen) handwerklichen Goldgewinnung zurückzuführen. Die Regierung fordert, unmittelbare Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Aber es gibt weiterhin kein ausdrückliches Verbot eines Quecksilberimports in dieses Gebiet. Peru ist seit Jahr 2013 Mitglied des Minamata-Übereinkommens und hat den auch als Quecksilber-Konvention genannten Vertrag am 21. Januar 2016 ratifiziert. Dieses Übereinkommen zielt darauf ab, die Quecksilberemissionen zu verringern. Vor allem für die Hauptemissionsquelle, die handwerkliche Goldgewinnung, sollen Pläne entwickelt werden, um die Quecksilberbelastung für die Umwelt und die Bevölkerung dauerhaft zu senken. In Peru, und hier speziell im Department Madre de Dios, gibt es seit Jahren einen Interessenkonflikt zwischen den Goldsuchern und Umweltschützern und indigenen Völkern, die in diesem Amazonasgebiet leben und am meisten unter den Verschmutzungen (z.B. durch den Verzehr von verseuchtem Fisch) zu leiden haben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


12. April 2016 | Peru: Zwei rechte Kandidaten in der Stichwahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Keiko Fujimori - Foto: Congreso de la República del PerúLetzten Sonntag waren die Peruaner aufgefordert, einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Keiko Fujimori, Kandidatin der Fuerza Popular (FP), erhielt 39,7 Prozent der Stimmen, gefolgt von Pedro Pablo Kuczynski, der für Peruanos Para el Kambio (PPK) antrat und 21 Prozent erhielt. Beide haben sich damit für den zweiten Wahlgang qualifiziert. Verónika Mendoza von der linken Frente Amplio (FA) kam auf 18,8 Prozent. Mit 68 von 130 Sitzen verfügt die FP über die Mehrheit im Parlament, während PPK und FA über je 20 Mandate verfügen. Alan García (Fuerza Popular), der 1985-1990 bzw. 2006-2011 Präsident des Landes gewesen war, erreichte lediglich einen Stimmenanteil von 5,7 Prozent. Völlig abgeschlagen landete Alejandro Toledo, der von  2001 bis 2006 Peru regiert hatte, mit einem Prozent in der politischen Bedeutungslosigkeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 83 Prozent. Obwohl Keiko Fujimori die erste Runde klar für sich entscheiden konnte, ist ihr Sieg in der Stichwahl am 5. Juni keineswegs sicher. Als Tochter von Alberto Fujimori, der 1990 zum Präsidenten gewählt worden war und 1992 mit einem Putsch (autogolpe) ein autoritäres Regime errichtet hatte, polarisiert sie die peruanische Gesellschaft. Ihr Vater war am Ende seiner Herrschaft so verhasst, dass er 2000 außer Landes fliehen musste. 2007 lieferte Chile den Ex-Diktator an Peru aus, wo er wegen zahlreicher Menschrechtsverletzungen und Korruptionsfälle zu insgesamt 25 Jahre Gefängnis verurteilt wurde. Wer auch immer die zweite Runde für sich entscheiden kann, den Peruanern bleibt lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die großen Bergbau-Multis werden weiter das Land ausplündern, und im Alltag der Bevölkerungsmehrheit dürfte sich kaum etwas verbessern. Die Wahl des Stimmvolks wird sich darauf reduzieren, dass es sich zwischen zwei Varianten des Neoliberalismus entscheiden darf. Verónika Mendoza und ihre Frente Amplio, die vor allem im Süden des Landes punkten konnten, werden in den nächsten Jahren zeigen müssen, ob sie in der Lage sind, den Widerstand gegen die zu erwartende Politik zu organisieren und ihm auch im Parlament genügend Gehör zu verschaffen. (Bildquelle: Congreso de la República del Perú_).


16. November 2015 | Peru: Der illegale Bergbau am Madre de Dios erreicht die Grenze zum Naturschutzgebiet Tambopata | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru_Tambopata_Foto Theresa Rabano_Quetzal RedaktionDas seit den 1960er Jahren bekannte und bekämpfte Problem des illegalen Bergbaus rund um den Madre de Dios und seinen Nebenflüssen in Peru nimmt immer mehr Raum ein. Inzwischen sind hunderte mobile Goldsucher-Boote am Malinowski Fluss angekommen – ein Grenzfluss des Naturschutzgebietes Tambopata. Die Goldsucher hinterlassen neben Diesel und Abfall vor allem giftiges Quecksilber im Fluss, welches horrende Umwelt- und Gesundheitsschäden anrichtet. Die zuständigen Behörden zum Schutz des Parks fordern bereits seit Langem die Hilfe des Umweltministers und des Militärs. Im März 2012 kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den illegalen Bergbauern und der Polizei mit drei Toten in der Folge. Daraufhin äußerte sich der Umweltminister, dass die illegalen Goldsucher auf keinen Fall in den Pufferzonen der Naturschutzgebiete geduldet werden würden. Nun, drei Jahre später, ist es doch soweit gekommen, und bislang wird von der Politik nichts dagegen unternommen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Theresa Rabano).


05. November 2015 | Bolivien, Peru: Totora-Schilf des Titicaca-Sees durch Umweltverschmutzung unbrauchbar geworden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Peru

Titicacasee_Foto Theresa Schmidt_Quetzal RedaktionDie Floß- und Schiffsbauer der Insel Suriqui im Titicaca See bestätigen die schlechte Qualität des Totora-Schilfs, welches der Grundstoff der traditionell hergestellten und handgemachten Boote ist. Die spezielle Schilfart findet auch im Hausbau und der Medizin der Region Verwendung. Die Urus leben noch heute auf ihren, aus Totora-Schilf bestehenden, schwimmenden Inseln auf dem See und verwenden den Rohstoff in vielfältiger Weise. Durch die Umweltverschmutzung verfärbt sich das Schilf dunkel und wird, nach Angaben der Bootsbauer, für alle Arbeiten unbrauchbar. Suriqui, wie auch andere Gebiete des Titicaca, werden durch Abwässer aus Privathaushalten, Märkten, Krankenhäusern, Industriegebieten und dem Bergbau verschmutzt. Ein weiterer Prozentsatz kommt hinzu, wenn die Flüsse, mit dem steigenden Wasserpegel, Abwässer aus dem Umland mit sich bringen, die allesamt im Titicaca enden. Die Bevölkerung fordert mehr Umweltschutz für den See, was von der Umweltministerin, Alexandra Moreira, erst im September dieses Jahres versprochen wurde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Theresa Schmidt).


21. September 2015 | Peru: Klassische lateinamerikanische Literatur auf Quechua übersetzt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Klassische lateinamerikanische Literatur auf Quechua übersetzt - Bildquelle: Quechua-Sprachgruppen-Karte, PhJFünf Kurzgeschichten klassischer lateinamerikanischer Autoren wurden ins Quechua übersetzt. Es handelt sich dabei um Werke von Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa, Juan Carlos Onetti, Adolfo Bioy Casares und Clarice Lispector. Alle Übersetzungen umfassen 50 bis 110 Seiten und werden von der Dirección Desconcentrada de Cultura de Cuzco (DDCC) in 5000-facher Auflage verlegt. Damit wird zum ersten Mal lateinamerikanische Literatur in eine indigene Sprache des Kontinents übersetzt. Ziel der Initiatoren ist es, die Sprache aus der prekären Situation zu befreien, in der sie sich befindet. Quechua-sprachige Schriftsteller aus Bolivien und Peru beklagen, dass Quechua zwar eine sehr lebendige Sprache sei, es für die Sprecher jedoch keine Bücher in ihrer Sprache gebe. Luis Nieto Degregori, Berater der DDCC, bemängelt außerdem, dass es den Andenländern an einer Sprachenpolitik mangele, welche auf die Förderung des Quechua abziele. Die Sprache wird von ca. 8 bis 10 Millionen Sprechern gesprochen und ist größtenteils in Ecuador, Peru und Bolivien, sowie in kleineren Teilen in Kolumbien, Argentinien und Chile vertreten. Die Kurzgeschichten sollen ab November in den Buchhandlungen liegen. Verantwortlich für die Übersetzungen sind die peruanischen Sprachwissenschaftler Sócrates Zuzunaga und Geogrina Maldonado. (Bildquelle: PhJ_)


30. Juli 2015 | Peru: Militär und Polizei befreien Geiseln des „Leuchtenden Pfads“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Militär und Polizei befreien Geiseln des „Leuchtenden Pfads“ - Bild: TzzzpfffIn einem schwer zugänglichen Urwaldgebiet zwischen den Regionen Huancayo, Ayacucho, Apurímac und Cusco befreiten das peruanische Militär und Einsatzkräfte der Polizei mit der Hilfe eines ehemaligen Gefangenen am vergangenen Donnerstag 39 Menschen, die sich in einem sogenannten „Produktionscamp“ der linksextremistischen, maoistischen Rebellengruppe „Sendero Luminoso“ befunden hatten. Unter den Geiseln waren 26 Kinder bis 14 Jahre sowie Erwachsene, die bereits vor 25 gefangen genommen worden waren. Die entführten Frauen wurden jahrelang vergewaltigt, um Nachwuchs für die Rebellenarmee zu zeugen. Die Kinder wurden nach ihrer Geburt militärisch sowie ideologisch ausgebildet, bis sie bereits mit 13 oder 14 Jahren für den „Leuchtenden Pfad“ kämpfen mussten. Neben der üblichen Feldarbeit und der Tierzucht wurden die älteren Gefangenen zum Koka-Anbau gezwungen – die Rebellen finanzieren sich vor allem durch den Kokainhandel. Der „Leuchtende Pfad“ kämpfte zwischen 1980 und 2000 gegen peruanische Sicherheitskräfte und verübte Terroranschläge mit dem Ziel, ein revolutionäres, kommunistisches Regime in Peru zu errichten. In Folge der bürgerkriegsähnlichen Kämpfe verloren knapp 70.000 Menschen, vor allem indigene Bauern, ihr Leben. Nach der Inhaftierung ihres Gründers und Anführers Abimael Guzmán 1992 zerfiel die Rebellengruppe. Heute gibt es nur noch wenige, kleine Gruppen in abgelegenen Dschungelgebieten im Süden des Landes (Bildquelle: Tzzzpfff_).


12. Mai 2015 | Peru: Der Konflikt um das Bergbauprojekt Tía María hält weiter an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: NationalflaggeDas Tia Maria Bergwerk in der Nähe von Arequipa stellt eine der größten Kupferreserven in Peru dar. Die internationale Bergbaufirma Southern Copper Corporation spricht von einer durchschnittlichen Produktion von ca. 120.000 Tonnen Kupfer jährlich bei einer voraussichtlichen Lebensdauer der Mine von zwanzig Jahren. Die Investition beträgt rund 1.400 Millionen US-Dollar. Trotz der Erklärung der Minengesellschaft, dass nur Technologien verwendet werden, die den höchsten internationalen Umweltstandards entsprechen, befürchten vor allem die Anwohner des Tambo-Tals in der Provinz von Islay, dass die Inbetriebnahme des Bergwerks der Umwelt erheblich schaden wird. Die jüngsten Proteste gegen das Bergbauprojekt Tía María begannen im März und forderten, laut dem Büro des Bürgerbeauftragten, bislang 186 Verletzte, darunter 111 Polizisten, sowie drei Tote, zwei von ihnen in der vergangenen Woche. Die Regierung versuchte nun in einem Gespräch eine Lösung des Konflikts zwischen Behörden, Landwirten und Vertretern der Bergbaufirma zu erreichen, aber ohne Erfolg. Um eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern, ermächtigte der peruanische Präsident Ollanta Humala am Samstag das Militär, die Kontrolle über ein Gebiet im Süden von Peru zu übernehmen. Die Regierung ermächtigt damit ihr Militär bis zum 7. Juni zum direkten Eingreifen und zur Gewaltprävention, um die Zusammenstöße zwischen Polizei und den Landwirten zu verhindern, die gegen das Bergbauprojekt demonstrieren. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nicht sagen, ob die Lage damit deeskaliert werden kann.


05. Mai 2015 | Peru: Nahe dran am Minimum des Mindestlohns | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Gewerkschaft CGTP, Generalsekretär Mario Huamán - Foto: Coordinadora Nacional de RadioWährend bei den Mai-Demonstrationen in Deutschland von den Gewerkschaften erneut auf die Notwendigkeit eingegangen wurde, den eingeführten Mindestlohn zu verteidigen und bald möglichst zu erhöhen, steht in Peru eine Anpassung des Mindestlohns auf ein menschenwürdiges Niveau noch in ferner Zukunft. Zwar diskutiert der Nationale Rat der Arbeit (Consejo Nacional de Trabajo) am 07.05.2015 über eine Erhöhung des Satzes. Die Anschauungen über die Höhe der Anpassung liegen dabei allerdings weit auseinander. Während die Arbeitsgeber ein Plus von 75 Nuevos Soles vorsehen, fordern die Gewerkschaften eine Verdopplung des aktuellen Satzes auf dann 1500 Nuevos Soles. Gemäß OECD ist Peru das Land mit dem zweitniedrigsten Mindestlohn weltweit, und das, obwohl der Satz seit seiner Einführung im Jahr 2000 von 345 Nuevos Soles auf 750 Nuevos Soles erhöht wurde. Bei dem derzeitigen Wechselkurs zum Euro entspricht dies 214 Euro pro Monat oder gerade einmal 1,35 Euro pro Stunde bei einer 40 Stundenwoche. Dieser Wert wird noch niedriger, wenn man bedenkt, dass die 40 Stundenwoche oft die Ausnahme darstellt und viele Arbeitnehmer meist 45 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten müssen (Bildrechte: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


01. April 2015 | Peru: Letzte Inka-Siedlung entdeckt? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Inka Siedlung im Regenwald - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc In Peru ereignete sich eine kleine archäologische Sensation, die im Trubel des Besuches von Bundespräsident Joachim Gauck fast unterging. Mitte März entdeckten peruanische Archäologen am Río Ucayali, einem der Quellflüsse des Amazonas, Reste einer unbekannten Siedlung. Nach einer ersten Sichtung der hinterlassenen Artefakte fanden die Forscher erstaunliche Parallelen zu bereits erforschten Inka-Zentren. Allerdings geben diese Funde den Experten zahlreiche Rätsel auf: Einerseits verweisen Bauweise und Struktur der Anlage auf die Kultur der Inka, andererseits legt ihr Zustand nahe, dass der Ort erst vor etwa 50 Jahren von seinen Bewohnern verlassen wurde. So wurden u.a. gut erhaltene Alltagsgegenstände wie Keramik, Werkzeuge, Reste von Kleidung und bemalte Tierhäute sowie verschiedene Kultobjekte gefunden. Die Artefakte lassen sich sowohl der traditionellen Inka-Kultur als auch der frühen Kolonialära zuordnen. So enthalten die gefundenen Tierhäute nicht nur archaisch anmutende Inkasymbole, sondern auch kurze Texte in einem altertümlichen Spanisch. Die dort immer wieder auftauchende Wendung Kawk Ccoaccinrao lässt die Archäologen vermuten, dass es sich hierbei um den Namen der mysteriösen Stätte handelt. Unter anderem findet sich auch ein Satz, der wie die letzte Botschaft der unbekannten Bewohner anmutet: „Die Freiheit wird euch wahr machen“ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


31. März 2015 | Chile, Peru, Ecuador: Naturgewalten haben pazifischen Süden fest im Griff | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Peru

Chile: Folgen der Überschwemmungen März 2015 - Foto: Chris Walker GutiérrezNach tagelangen sintflutartigen Regenfällen zu Beginn der letzten Woche kam es im Norden Chiles, in mehreren Teilen Perus sowie in ganz Ecuador zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. In allen drei Ländern wurden ganze Ortschaften von den Fluten und dem Schlamm zerstört oder von der Außenwelt abgeschnitten. Unzählige Straßen mussten gesperrt werden, und vielerorts fiel der Strom aus. Weiterhin gibt es in vielen Gebieten nicht genügend Trinkwasser, und zahlreiche Personen bleiben weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Katastrophe ist vor allem auf die ungewöhnlich starken Regenfälle in den Höhenlagen der Anden zurückzuführen. Die daraus resultierenden Wassermassen flossen als Sturzflut in die tieferliegenden Gebiete und sorgten zusammen mit dem heftigen Regen in den betroffenen Ortschaften für Überflutungen. In Ecuador ist neben den Provinzen Cotopaxi, Pichincha, Santo Domingo, Esmeraldas und Los Ríos im Nordwesten vor allem die Region Loja im Süden des Landes betroffen. Dort verloren am vergangenen Freitag neun Menschen nach einem Erdrutsch ihr Leben. Insgesamt sind bisher mindestens 25 Menschen durch die heftigen Unwetter und Erdrutsche gestorben. Peru seinerseits leidet seit Anfang des Jahres unter heftigen Regenfällen, die bisher mindestens neun Menschen das Leben kosteten. Während es östlich der Hauptstadt in der Gemeinde Chosica zu einem Erdrutsch kam, verwandelten sich die Straßen Moqueguas in reißende Flüsse, die zahlreiche Häuser überfluteten. Bisher sind in Peru mindestens 2.000 Häuser von den Folgen dieses extremen Wetters betroffen. In einer der trockensten Gegenden der Welt, der Atacama-Region im Norden Chiles, fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie seit 80 Jahren nicht mehr. In den Regionen Atacama, Antofagasta und Coquimbo kam es zu Sturzfluten und heftigen Überschwemmungen. Dem Katastrophenamt ONEMI zufolge sind in Chile bisher 17 Menschen gestorben. 20 Personen werden weiterhin vermisst. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen; in der Atacama-Region verhängte die Regierung sogar eine nächtliche Ausgangssperre, um Plünderungen zu vermeiden. Insgesamt sind ca. 26.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, von denen knapp 6.000 in Notunterkünften untergebracht worden sind. Gut 100 Häuser sind komplett zerstört, mehr als 570 haben größere Schäden zu beklagen. Nach fünf Tagen ohne Nahrung und Wasser gelang es der Polizei 13 Minenarbeiter aus einer Mine in Tierra Amarilla zu befreien. Es wird noch Monate dauern bis die Schäden in den drei Andenstaaten weitestgehend behoben werden können. Insbesondere auch die Landwirtschaft wurde stark getroffen und dürfte einen Millionenschaden davontragen. Doch nicht nur der Norden Chiles ist zurzeit den Naturgewalten ausgesetzt. Seit Monaten wüten Waldbrände in der Hauptstadtregion sowie in den Regionen Valparaíso, Maule, Los Lagos, Bio-Bio und Araucanía, von welchen die letzten zwei am meisten betroffen sind. Nach Angaben der Fortbehörde CONAF hat die Feuerwehr 44 Brandherde, die ein Gebiet von ca. 15.500 ha Wald betreffen, noch immer nicht unter Kontrolle. Insgesamt hat die chilenische Behörde für den Zeitraum ab 2014 4.449 Waldbrände gezählt, die eine Fläche von mehr als 100.000 ha Wald vernichtet haben. Neben der langen Dürreperiode dieses Jahr wurden die Brände vor allem durch unachtsames Verhalten von einzelnen Personen verursacht, etwa durch das Wegwerfen einer Zigarette. Knapp 30% der Brände wurden jedoch vorsätzlich entfacht. Neben der Forstbehörde und der Feuerwehr wurde auch das Militär zum Löschen der Brände abgestellt. Das im Februar dieses Jahres ebenfalls von heftigen Waldbränden heimgesuchte Argentinien (in der Region Chubut auf einer Fläche von circa 40.000 Hektar) sandte zur Unterstützung weitere Helikopter, um die Brände in unzugänglichen Gebieten unter Kontrolle zu bringen (Bildquelle: Chris Walker Gutiérrez).


03. Februar 2014 | Peru: Printmedien aus einer Hand | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: erste Ausgabe der Zeitung El Comercio - Foto: Public DomainDer Konzentrationsprozess bei den peruanischen Printmedien schreitet immer weiter voran. Der Abgeordnete der Acción Popular – Frente Amplio (AP-FA), Manuel Dammert, hat deshalb eine Vorlage für eine Gesetzesinitiative zur Regulierung der Besitzverhältnisse bei den Druckerzeugnissen vorgelegt. Die Vorlage schlägt derzeit hohe Wellen, da viele fürchten, der Staat könne in die Pressefreiheit eingreifen. Entsprechend lehnt der Rat der Peruanischen Presse (Consejo de la Prensa Peruana) das Vorhaben ab. Dammert hingegen argumentiert, die Konzentration bei den Kommunikationsmedien hat negative Auswirkungen auf die Wahlen und die Demokratie. Der Auslöser für die Initiative datiert zurück auf den August 2013. Damals verkaufte die Gruppe Agois Banchero ihren 54-prozentigen Anteil am Nationalen Zeitungsunternehmen (Empresa Periodística Nacional, Epensa) an die Gruppe El Comercio. Bei dem Deal behielt die Gruppe Agois Banchero das Recht, das redaktionelle Konzept und die Inhalte ihrer Zeitungen weiter zu bestimmen. Der Druck und die Kommerzialisierung gingen allerdings mehrheitlich an El Comercio. Mit der Übernahme hat die Gruppe El Comercio neben den bisherigen Zeitungen El Comercio, Perú 21, Trome, Depor und dem Werbeblatt Publimetro nun auch die kommerzielle Kontrolle über die Boulevardmedien von Epensa (Correo, Ojo, Acá, El Bocón). Insgesamt kontrolliert die Gruppe El Comercio nun 77 Prozent der Werbeeinahmen und in gleichem Umfang die Anzahl der verkauften Druckexemplare auf dem peruanischen Markt. Der Nettogewinn betrug 2011 119 Millionen Nuevos Soles (zum damaligen Kurs etwa 34 Millionen Euro). (Bildquelle: Public Domain)


03. Dezember 2013 | Peru: Aus für alte Taxis in Lima | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Verkehr in Lima - Foto: Public DomainDer Nahverkehr in Lima ist chaotisch. Immer mehr Autos drängen auf die wenigen schnellen Verbindungsstraßen. Und auch die Erneuerung des öffentlichen Personennahverkehrs brachte keine Entlastung. Das Transportministerium (Ministerio de Transportes y Comunicaciones, MCT) sucht nun nach neuen Wegen, der Lage halbwegs Herr zu werden. In einer gestern veröffentlichten Verordnung sollen alte Taxis ab 01.01.2014 kontinuierlich von den Straßen verschwinden. So ist vorgesehen, dass bis zum 31.12.2013 jene 567 Fahrzeuge keine neue Lizenz als Taxi erhalten, deren Baujahr in den Jahren 1962 bis 1985 liegt. Im nächsten Jahr folgen 689 Taxis bis zum Baujahr 1987. Bis 2019 ist vorgesehen, dass der Motorpark der Taxis fortan nicht älter als 15 Jahre ist. Etwa 36.000 Taxis werden bis dahin aufgrund ihres Alters die Lizenz verlieren. Ob sich mit dieser Maßnahme allein das Verkehrschaos lösen lässt, ist mehr als fraglich, da die ausrangierten Taxis in den wenigsten Fällen verschrottet werden. Und auch die Durchsetzung dieser Norm dürfte an Grenzen stoßen. Zwar sind hohe Strafen angedroht (1850 Nuevos Soles; das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei 1238 Nuevos Soles). Aber das gilt auch für illegale Taxis. Und deren Zahl nimmt trotz Verordnung ebenfalls nicht ab. (Bildquelle: Public Domain).


12. August 2013 | Peru: Das Camisea-Projekt und die indigenen Völker | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Erdöl, Ressourcen - Karte: Instituto del Bien Común PerúWieder einmal tobt in Peru ein politischer Konflikt über die Ausbeutung natürlicher Ressourcen im Amazonas und die Gefährdung der indigenen Bevölkerung. Hintergrund ist die geplante Ausweitung des Camisea-Gasprojektes im Block 88 durch den Betreiber Pluspetrol. Dadurch werden erneut die Grund- und Schutzrechte der unkontaktierten indigenen Völker der Kugapakori, Nuhua und Nanti hinter die Verheißungen des Fortschritts gestellt – und hinter finanzielle Interessen. Schließlich spülte das Camisea-Projekt allein von Januar bis Juni 2013 676 Millionen US-Dollar an Bergregalen (Royalties) in die Kassen der peruanischen Regierung; seit 2004 häuften sich etwa 5,5 Milliarden US-Dollar an. Der Kulturminister und sein Stellvertreter, zuständig für den Schutz der abgeschieden lebenden Völker, traten aufgrund der neuerlichen Ausbaupläne zurück. Auch die Vereinten Nationen hatten bereits im März die Einstellung der Aktivitäten erbeten. Erfolglos. Schließlich gebe es eine Umweltverträglichkeitsprüfung, versicherte der Minister für Energie und Bergbau, Jorge Merino. Außerdem wären seiner Meinung nach seit 11 Jahren keine sozioökologischen Probleme in der Region aufgetreten. Die Realität sieht anders aus. Demnach verringerte sich die Bevölkerungszahl des Nahua-Stammes auf die Hälfte, seitdem im Jahre 1980 das Camisea-Projekt auf ihrem Gebiet begonnen wurde. Vor allem die Übertragung von für sie unbekannten Krankheitskeimen führte vielfach zum Tod, weil sie keine Abwehrkräfte gegen herkömmliche Zivilisationskrankheiten besitzen. Ein Mitspracherecht über das 480-Millionen-Dollarvorhaben besitzen die Nuhua und Nanti nicht, weil etwa die Vorherige Konsultation (Consulta Previa) nicht möglich ist, da die beiden indigenen Völker noch als unkontaktiert gelten. Und auch wenn die neuerlichen Explorationen nicht weiter in ihr Gebiet dringen werden, wie der Bergbauminister versicherte, zeigen doch die Extraktionsaktivitäten, dass die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen bereits an die Grenze des letzten Flecken unberührter Natur vorgestoßen ist (Karte: Instituto del Bien Común Perú).


23. Mai 2013 | Peru: Aufstände in der peruanischen Stadt Casma | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Gesellschaft, Proteste - Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit vergangenem Montag kommt es in der peruanischen Region Áncash immer wieder zu Aufständen wütender Bewohner der Stadt Casma. Auslöser dafür war der ebenfalls am Montag verübte Mord an dem Geschäftsmann Alberto Coveñas Sernaqué. Zwei Jugendliche im Alter von 18 und 19 Jahren hatten ihn mit Schüssen in Gesicht und Brust getötet. Vor Gericht sagten sie aus, von der Schwägerin des Opfers mit Geld zu dem Mord verleitet worden zu sein. Die Menschen in Casma wehren sich nun gegen die zunehmende Gewalt in ihrer Stadt sowie die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen. Ihre öffentliche Wut ging so weit, dass sie das Kommissariat angriffen, um es zu stürmen und in Eigeninitiative Gerechtigkeit an den mittlerweile inhaftierten Tätern zu verüben. Dabei kam es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die versuchte, die aufgebrachte Menge unter Kontrolle zu bringen. Den bisherigen Gipfel des Protests stellt die andauernde Blockade eines 125km langen Abschnitts der Panamericana dar. Mehrere Fahrzeuge bilden derzeit auf der Höhe von Puente Sechín eine 500 Meter lange Autoschlange, die, verstärkt durch Steine, Amerikas wichtigste Handelstraße teilweise versperrt. Da die einheimischen Polizisten bisher erfolgreich von den Demonstranten zurückgedrängt wurden, ist Unterstützung durch Einsatzkräfte der „Escuadrón de Emergencia“ und der „Unidad de Acciones Tácticas“ eingetroffen, die dabei helfen sollen, die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


21. April 2013 | Peru: Peruanische Wissenschaftler beteiligen sich an der Katalogisierung der Buckelwale | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Wissenschafler aus Peru untersuchen Buckelwale - Foto: Public DomainIn Peru hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern mit dem Ziel zusammengeschlossen, genauere Informationen über die vor der nordperuanischen Küste lebenden Buckelwale zu sammeln. Mit Hilfe einer Technik namens Fotoidentifikation will das Team Näheres über Größe und Zusammenleben der Population sowie das Sexualverhalten der Tiere herausfinden. An der Initiative sind neben Peru, welches sich im Decreto Supremo Nº 026-2001-PE für ein Walfangverbot ausspricht, auch Organisationen aus Costa Rica, Kolumbien, Ecuador, der antarktischen Halbinsel und Chile beteiligt. Dort wurde das Programm von Jorge Acevedo, einem Mitarbeiter des Centro de Estudios del Cuaternario de Fuego-Patagonia y Antártico, entwickelt. Die Kosten übernahm das Instituto Antarctico de Chile. Diese Aufgabe fällt, zumindest was die peruanische Forschung angeht, heute einer Firma für Ökotourismus (Pacífico Adventures) zu. Um die Tiere nicht in ihrer natürlichen Lebensweise zu stören, müssen bei den Untersuchungen einige Richtlinien befolgt werden. Dazu gehört vor allem, während der Touren die nötige Distanz zu den Walschulen einzuhalten. Mit dem Projekt wurden bereits 212 Wale vor der Nordküste Perus identifiziert. Zählt man die Ergebnisse der anderen Länder dazu, kann von 4.480 identifizierten Exemplaren die Rede sein. Die Nachforschungen über die Buckelwale sind dringend notwendig, um ihren Bestand zu sichern. Auch die Einwohner der Region müssen deshalb auf die Verletzlichkeit der Meeressäuger aufmerksam gemacht werden, welche auf einen geschützten Lebensraum angewiesen sind. Diese Aufklärungsmaßnahmen beziehen sich vor allem auf die Fischer, die dafür aktiv in den Ökotourismus integriert werden, wodurch ihnen eine weitere Einnahmequelle geboten wird. Dadurch soll die Artenvielfalt der Region erhalten bleiben. (Bildquelle: Public Domain)


14. Januar 2013 | Peru: Voll auf neoliberalem Kurs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Abwertung des US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmAm Sonntag (Ortszeit) publizierte Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung in Peru bescheinigen dem Land eine weitere Festigung des neoliberalen Kurses. Beispielsweise erhöhten sich die Internationalen Nettoreserven zum Jahresende 2012 auf 63,9 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Anstieg um 31 Prozent, wie ein Bulletin der Zentralbank informierte. Die Nettoreserven übersteigen die kurzfristigen Auslandsschulden damit um das 5,6-fache. Diese gute Nachricht für die Finanzakteure spiegelt sich auch in einem immer stärkeren Nuevo Sol wider. Verstärkte Rohstoffexporte im Innern und das enorme fiskalische Defizit in den USA führten zu einer Abwertung des US-Dollar gegenüber der Nationalwährung. Diese Entwicklung bringt eine Verbilligung von Importen mit sich – und enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten in den Sektoren, die mit diesen Importen konkurrieren, vor allem die Möbelindustrie, Lebensmittel, Textilien, chemische und pharmazeutische Produkte. Die bilateralen Freihandelsverträge mit den USA könnten sich somit für einen Bumerang für den nationalen Arbeitsmarkt erweisen. Betroffen sind auch die Sparer, die ihr Bar- oder Bankguthaben in US-Dollar getauscht haben, weil sie sich davon angesichts der chaotischen Wirtschaftsgeschichte des Landes mehr Stabilität für Ihre Ersparnisse versprachen. Dagegen profitieren von der Abwertung des US-Dollar all jene Akteure, die Schulden in dieser Währung haben – in der Regel betrifft das die obere Mittel- und die Oberklasse. Eine Änderung dieser Wirtschaftspolitik ist nicht in Sicht, zumal für die nächsten fünf Jahre weitere zehn Milliarden US-Dollar an Investitionen im Bergbausektor geplant sind. Eine Diversifizierung der Wirtschaft wird damit immer schwieriger, da das Land dem Ressourcenfluch unterliegt. Werden die angehäuften Nettoreserven nicht für große staatliche Infrastrukturprojekte (z.B. den Bau einer Nord-Süd-Eisenbahnverbindung) verwendet und zugleich versucht, über Abwertung die exportabhängigen Sektoren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu machen, drohen Peru enorme Entlassungswellen und soziale Konflikte (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


08. November 2012 | Peru: Erdbeben der Stärke 5,4 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru - Karte: University of Texas at AustinMit einer Magnitude von 5,4 ereignete sich am letzten Sonntag (04.11.2012) um 06:37:36 (UTC) ein Erdbeben im Süden Perus. Das Epizentrum befand sich nahe der Provinz Lluta, ca. 40 km nordöstlich des Dorfs Majes und 65 km nordwestlich der Stadt Arequipa. Das Hypozentrum des Bebens wurde in einer Tiefe von 122,6 km nachgewiesen. Nach derzeitigen Angaben sind keine Menschen verletzt worden. Über größere Sachschäden liegen ebenfalls keine Meldungen vor. Sogar in der ca. 620 km weit entfernten Landeshauptstadt Lima, waren allerdings die Erschütterungen noch deutlich wahrzunehmen. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


15. Oktober 2012 | Peru: Zwei Polizisten von Terroristen getötet, zwei weitere verwundet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Polizei - Foto: Presidencia de la República del EcuadorMindestens zwei Polizisten wurden am Samstag von Mitgliedern der terroristischen Gruppierung Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) getötet. Zwei weitere wurden verwundet. Während einer Streife im Tal der Flüsse Ene, Mantaro und Apurimac gerieten die Beamten bei Tagesanbruch in einen Hinterhalt. Die Patrouille sollte eine Drogenlieferung in dem Dschungelgebiet zwischen den Städten Kimbiri und Kepashitao aufdecken. In den südöstlichen Regionen Perus betreiben Drogenbanden Kokainhandel. Dabei werden sie von der maoistischen Guerilla des Sendero Luminoso geschützt. Bereits am vergangenen Samstag übten Angehörige dieser terroristischen Organisation einen Anschlag in der Provinz La Convención (Cusco) aus. Auf dem Flugplatz von Kiteni, welcher von dem Camisea-Erdgasprojekt und den peruanischen Sicherheitskräften genutzt wird, setzten sie drei Hubschrauber in Brand. Die Gruppierung des Sendero Luminoso entstand Ende der 1960er Jahre. Zwischen 1980 und 1993 fielen ihren Anschlägen ca. 70.000 Menschen zum Opfer. Nach der Gefangennahme des Anführers und Gründers Abimael Guzman zogen sich die verbleibenden Guerilla-Kämpfer in die abgelegenen Gebiete der Anden und des Dschungels zurück. Hier rüsten sie sich mit Hilfe von Drogengeldern auf. In den letzten vier Jahren wurden bei Angriffen mindestens 60 Polizisten und Soldaten getötet. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


02. Oktober 2012 | Peru: Wirtschaftsentwicklung à la Raubbau unter neuen Vorzeichen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Präsident Ollanta Humala beim III ASPA-Gipfel 2012 - Foto: Presidencia PeruPerus Wirtschaftssystem basiert – wie bei den meisten Ländern in Südamerika – auf einem ausgeprägten Extraktivismus. Egal ob Erze, Erdöl oder Erdgas – der wirtschaftliche und soziale Fortschritt bedarf der Ausbeutung und Verschmutzung der Natur, noch zumal alle Anstrengungen zur Implementierung einer importsubstituierenden Entwicklung in der Vergangenheit gescheitert sind und die neoliberale Offenmarkt- und (Rohstoff-)Exportpolitik inzwischen dominiert. Und eine Trendwende ist nicht abzusehen. Ja, dieses Modell sucht nunmehr sogar eine Einbindung in globale (Wirtschafts-, Finanz- und Rohstoff-)Kreisläufe. Das unterstreicht einmal mehr das III. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der südamerikanischen und arabischen Länder (Cumbre de Jefes de Estado de Gobierno de América del Sur – Países Árabes, ASPA), das Peru derzeit ausrichtet. Das Ziel dieser Konferenz lautet entsprechend: bessere Süd-Süd-Kooperation – und mehr Investitionen. Arabischen (Öl-)Fonds, angeblich mit 800 Milliarden US-Dollar reichlich gefüllt, würden in Südamerika beste Anlagemöglichkeiten geboten, betonte sogar der sonst als linker Kritiker in Erscheinung tretende Javier Diez Canseco, Präsident der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten des peruanischen Kongresses. Entsprechend präsentierte die peruanische Delegation 25 (Groß-)Projekte in den Sektoren Transport, Energie, Kohlenwasserstoffe, Flughafen und Häfen. Von den 10 Milliarden US-Dollar sollen allein in die extraktivistischen und mit ihm verbundenen Sektoren 1,6 Milliarden US-Dollar fließen. Außerdem ist geplant, zwei Milliarden in den Immobilien-Sektor zu investieren, darunter 200 Millionen für den Bau von vier Fünf-Sterne-Hotels in Lima. Perus Führungsriege unterstreicht mit diesen Vorhaben wieder einmal, dass es ihnen mit einer nachhaltigen Entwicklung nicht ernst ist (Bildquelle: Presidencia Perú).


26. August 2012 | Peru: Rückgabe mehrerer Chancay-Skulpturen aus der Schweiz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Präkolumbische Kunst der Chancay-Kultur (um 1450) - Foto: Public DomainAm vergangenen Dienstag haben vier präkolumbische Keramiken ihren Weg aus der Schweiz zurück an ihren Entstehungsort Peru gefunden. Der Besitzer gab die möglicherweise einst illegal eingeführten Gegenstände aus freien Stücken an die peruanische Regierung zurück. An der Übergabe der Keramiken im Bundesamt für Kultur (BAK) waren unter anderem der Direktor des BAK, Jean-Frédéric Jauslin, sowie der peruanische Botschafter, Carlos Gamarra Skeels, beteiligt. Da der illegale Handel mit archäologischen Fundstücken aus Südamerika weit verbreitet ist und Plünderungen nicht selten sind, existiert seit 2006 eine bilaterale Vereinbarung zwischen Peru und der Schweiz zum Schutz und zur Rückführung solcher Kulturgüter. Die genaue Herkunft der Objekte, die 1973 in die Schweiz gelangten, ist nicht auszumachen. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass die Keramiken im 14./15. Jahrhundert in der Nähe der Mittelperuanischen Stadt Huacho von Mitgliedern der Chancay-Kultur angefertigt worden (Bildquelle: Public Domain).


10. April 2012 | Peru: verschüttete Bergleute in illegaler Kupfermine kurz vor der Rettung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Bergbau Arbeiter - Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit Donnerstag (05.04.2012) warten neun verschüttete Bergleute auf ihre Rettung aus der Kupfermine “Cabeza de Negro”. Nach einer Explosion hatten sich die Kumpel in einen Nebentunnel retten können, in dem sie jetzt über ein Metallrohr mit Wasser, Essen und Sauerstoff versorgt werden. Die Mine befindet sich in der Region Ica, ca. 300 Kilometer südlich von Perus Hauptstadt Lima, und wurde bereits vor mehr als 20 Jahren stillgelegt. Auch wenn sich die industrielle Ausbeutung wirtschaftlich oft nicht mehr lohnt und die Minen bzw. Berge zumeist wie ein Schweizer Käse durchlöchert sind, so versuchen doch viele Männer durch den illegalen Abbau von verbliebenen Kupfererzen für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. In der Regel geschieht dies jedoch unter sehr riskanten Bedingungen und keinerlei Kontrollen seitens der Behörden. Gleichzeitig wird das Risiko, das Schächte zusammenbrechen, erhöht, da die Arbeiten verschiedener Bergleute nicht koordiniert werden. Aufgrund der hohen Rohstoffpreise lohnt sich der illegale Abbau, selbst von Kleinstmengen, mehr den je. Über 60 Prozent der peruanischen Exporte stammen aus dem Bergbau, zugleich ist dies der bedeutendste Wirtschaftssektor des Landes. Kritik wurde im Zuge des Grubenunglücks laut, dass trotz des hohen Stellenwertes keine spezialisierte Einsatztruppe für schnelle Rettungsmaßnahmen existiert. Nach Aussagen des Regierungschefs Oscar Valdés stehen die Kumpel trotzdem kurz vor Ihrer Rettung. Nachrutschendes Geröll hatte die Rettungsarbeiten jedoch deutlich länger hinausgezögert als angenommen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


15. März 2012 | Peru: Drei Tote bei Protesten in Madre de Dios | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Drei Tote bei Protesten in Madre de Dios - Foto: Quetzal-Redaktion, sscWie der peruanische Innenminister Lozada heute bestätigte, kamen bei Zusammenstößen zwischen  illegalen Bergarbeitern und der Polizei in Puerto Maldonado (Madre de Dios) drei Personen ums Leben und 38 Personen schwer verletzt wurden. Die Proteste begannen nach dem Scheitern eines Dialogs zwischen der Regierung und Vertretern der illegalen Goldgräber. Diese fordern, dass die Regierung ein erlassenes Gesetz gegen illegale Goldsuche, nach dem den Betroffenen bis zu zwölf Jahre Haft drohen, außer Kraft setzt. Hintergrund für diese Gesetzesentscheidung war jedoch, dass das Ökosystem von Madre de Dios in den letzten Jahren schwer durch die illegalen Bergbauaktivitäten und Abholzungen geschädigt wurde. Der Umweltminister Manuel Pulgar Vidal wies darauf hin, dass die Regierung weiter den Dialog mit den illegalen Bergarbeitern suchen will. Sie bietet ihnen beispielsweise eine sozial und technische Beratung an, um sie zu formalisieren. Der Umweltminister legte aber auch unmissverständlich dar, dass die Regierung diese Aktivitäten nicht in den Pufferzonen von Naturschutzgebieten wie La Pampa (in der Nähe von Tambopata) zulassen werde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


05. März 2012 | Peru: Stabile Wirtschaft, labile Landbevölkerung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Armut - Foto: Quetzal-Redaktion, sscEine stabile Währung, steigende Auslandsinvestitionen (25,6% des BIP), ein stetiges Wirtschaftswachstum (6,9%) bei konstanter Inflation (4,2%) und zunehmende Währungsreserven (54,0 Milliarden US-Dollar) – das ist das aktuelle Bild der peruanischen Wirtschaft. Die Verschuldung (2011) beläuft sich auf 38,3 Milliarden US-Dollar und sank auf 21,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Internationale Schulden wurden sogar vorzeitig zurückgezahlt, wodurch 133 Millionen US-Dollar „gespart“ werden konnten. Diese Zahlen aus der inzwischen freundlich gesinnten Wirtschaftspresse belegen, dass entgegen den Befürchtungen des konservativen Lagers der peruanische Präsident Ollanta Humala den gleichen Kurs der wirtschaftlichen Konsolidierung fährt wie sein Vorgänger Alán García. Er drehte an kleineren Stellschrauben (z.B. Bergbausteuern). Doch ausgiebige Reformvorhaben etwa nach venezolanischem Vorbild blieben aus. Auch gibt es keine nennenswerten Projekte für eine bessere Diversifikation der Wirtschaft. Weiterhin stammen die meisten Finanzmittel aus dem Exportsektor, vor allem den Rohstoffexporten. Und die steigenden Preise auf dem Weltmarkt bescheren nicht nur der Regierung, sondern auch den (urbanen) Haushalten höhere Einkommen. So gehen Schätzungen davon aus, dass sich die Armutsquote in den letzten Jahren von etwa 50 Prozent auf etwa 30 Prozent verringert hat. Allerdings ändert sich ausgerechnet in den Wähler-Stammgebieten von Ollanta, der mittleren und südlichen Sierra, die Lage kam. Weiterhin ist dort die Armut besonders hoch.  Es wäre an der Zeit, die verfügbaren Ressourcen für spezielle Sozialprogramme zu nutzen, um die Lage der Landwirte in den Andenregionen nachhaltig zu verbessern (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


17. November 2011 | Peru: Wohin läuft Doe Run Perú? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Der Konflikt um La Oroya geht in die nächste Runde - Foto: Matthew BurpeeDer Konflikt zwischen Doe Run Perú und seinen Gläubigern bleibt weiterhin zugespitzt. Am 16.11.2011 wurden von beiden Seiten erneut Pläne vorgestellt, um die derzeit stillgelegte Produktion in dem metallurgischen Komplex wieder anlaufen zu lassen. Cormin, Teil der schweizerischen Gruppe Trafigura, erklärte, dass Doe Run nur ohne die jetzige Verwaltung fortbestehen könne. Sie würden für diesen Fall die Zahlung von 100 Prozent der Löhne, die Finanzierung und Belieferung der Metalle und die Einhaltung der auferlegten Umweltrichtlinien (Programa de Adecuación y Manejo Ambiental, PAMA) garantieren. Doe Run Perú legte ebenfalls einen Plan vor, der vornehmlich auf eine Finanzspritze durch den Hauptaktionär Renco und die schweizerische Gruppe Glencore setzt. Überschattet wird diese Auseinandersetzung zudem durch mehrere Gerichtsprozesse über Schulden oder Nicht-Schulden von Doe Run Perú bei der Muttergesellschaft Doe Run Cayman in Höhe von 139 Millionen US-Dollar, bei Cormin über 30 Millionen US-Dollar, beim Energie- und Bergbauministerium über 163 Millionen US-Dollar wegen Verletzung der Umweltauflagen (PAMA) und über110 Millionen US-Dollar bei verschiedenen anderen Gläubigern. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ira Rennert, Eigentümer dieses undurchschaubaren Geflechts von Firmen und Gruppen (Renco, Doe Run Perú, Doe Run Minning, Doe Run Cayman Limited, Doe Run Resources Corp und Doe Run Acquisitión Corp). Die Arbeiter in La Oroya sehen die Auseinandersetzung um den metallurgischen Komplex mit gemischten Gefühlen. Zwar haben sie nun in Zeiten des Stillstands der Schlote weniger Blei im Blut, aber auf absehbare Zeit auch keine Einkünfte (Bildquelle: Matthew Burpee).


11. Oktober 2011 | Schwedische Pensionsfonds investieren in schmutziges Gold | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Guatemala, Noticias Peru

Demostration in Guatemala. Bildquelle: Jaime Rodríguez, mimundo.orgStaatliche schwedische Pensionsfonds stehen erneut in der Kritik wegen ihrer Geldanlagen bei den boomenden Bergbau-Großkonzernen, die in Lateinamerika Goldtagebau betreiben und dabei Menschen und Umwelt schädigen. Eine unlängst von der NGO Swedwatch veröffentlichte Studie, die vom Solidaritätsnetzwerk Schweden-Lateinamerika (SAL) in Auftrag gegeben wurde, hat drei Beispiele näher untersucht: Im Fall der größten Goldmine Lateinamerikas, „Yanacocha“ in Peru, deren Mehrheitseigner die US-amerikanische Newmont Mining ist (gut 50 Millionen Euro Investition durch die Pensionsfonds), sind nach der Studie von Swedwatch bereits schwere Umweltschäden und Wasserverknappung zu beobachten, zudem wird über Übergriffe von privaten Sicherheitsdiensten und Polizei auf die lokale Bevölkerung berichtet. Befürchtungen wegen der Verletzung der Rechte der indigenen Bevölkerung der Huascoaltino (Diaguita) und einer Verschmutzung der Wasserressourcen in den dortigen Gletschern gibt es  auch für die Mine „Pascua-Lama“ der kanadischen Barrick Gold im chilenisch-argentinischen Grenzgebiet, die 2012/13 in Betrieb gehen soll.  Hier könnten die Pensionsfonds, nach Ansicht von SAL, mit dem Rückzug ihrer Gelder (knapp 64 Millionen Euro) ein Signal setzen. Bereits bewegt haben sie sich nach eigener Ansicht, was die ebenfalls kanadischen Goldcorp angeht, die den Tagebau „Marlin“ in Guatemala betreibt (siehe noticias vom 29.10., 23. 7. und 25.6.2010). Der Ethikrat der Pensionsfonds sei seit 2008 im Gespräch mit  Goldcorp, wo man ca. 32 Millionen Euro  investiert hat. Übersehen wird dabei, dass laut einem Beschluss des Interamerikanischen Gerichtshofs der Betrieb der Mine  längst gestoppt sein sollte – nicht zuletzt um die manifesten Gesundheitsschäden bei der lokalen Bevölkerung, bei der erhöhte Blei- und Arsenwerte festgestellt wurden, zu untersuchen. SAL fragt sich, wie lange die Pensionsfonds angesichts des unbeirrten Weitermachens von Goldcorp, der Missachtung der Volksabstimmungen in den betroffenen Gemeinden und der fortgesetzten Verfolgung der Bergbaugegner, ihren Dialog noch fortsetzen wollen und fordert einen transparenten und unabhängigen Überwachungsprozess nach norwegischem Vorbild. Goldcorp, das weitere Minen u.a. in Mexiko und Honduras betreibt, wurde im Übrigen  Anfang September 2011 aus dem Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex ausgeschlossen. (Bildquelle: Jaime Rodriguez,  MiMundo.org)


29. August 2011 | Peru: Gesetz zur vorherigen Konsultation indigener Völker verabschiedet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Soziale Proteste der Ureinwohner in der Selva - Foto: AIDESEPUnzureichende Konfliktprävention, staatliche Repression und Akte der Gewalt sind die Ursache dafür, dass während der fünfjährigen Präsidentschaft von Alan García Pérez (2006-2010) 191 Personen bei sozialen Konflikten in Peru ihr Leben verloren. Wie gestern (28.08.2011) der Leiter des Büros für soziales Konfliktmanagement (Oficina de Gestión de Conflictos Sociales), Víctor Caballero Martín, bekannt gab, befanden sich unter den Toten 153 Zivilisten sowie 38 Polizisten und Militärs. Deshalb sei es die Aufgabe der neuen Regierung unter Ollanta Humala Tasso, neue Wege in der Konfliktlösung zu bestreiten, um weiteres unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Ein zentraler Stellenwert kommt dabei dem Gesetz zur vorherigen Konsultation (Ley de la Consulta Previa) indigener Völker zu, das am vergangenen Mittwoch ohne Gegenstimme im Kongress verabschiedet wurde. Dieses Gesetz ist im Sinne der ILO-Konvention 169 verfasst. Demnach müsse der Staat – und nicht wie bisher die Unternehmen – den betroffenen Ureinwohnern Konsultationen über anstehende wirtschaftliche Aktivitäten (z.B. Bergbau, Erdöl, Stauseen) auf ihrem Territorium anbieten. Ein Veto der indigenen Völker – wie bei der Konvention 169 – gibt es allerdings nicht. Trotzdem sieht der neue Präsident Ollanta Humala in dem Gesetz ein Signal für eine stärkere soziale Inklusion der Ureinwohner und mehr Dialog. Erster Prüfstein für das neue Gesetz dürfte das umstrittene Projekt des Wasserkraftwerks Inambari mit brasilianischem Kapital sein, bei dem 41.000 Hektar Anbauflächen geflutet und 8000 Ureinwohner umgesiedelt werden sollen. Doch unter das neue Gesetz fallen weitere 43 Projekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 52 Milliarden US-Dollar (Bildquelle: Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana_).


27. Juli 2011 | 26. Juli Peru: Grammy-Gewinnerin Susana Baca wird Kulturministerin | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Susana Baca. Bildquelle: Sea Turtle
Zwei Tage vor seinem Amtsantritt vervollständigt Perus neuer Präsident Ollanta Humala sein Kabinett mit der Vorstellung weiterer künftiger Ministerinnen. Die bekannte Sängerin Susana Baca wird Kulturministerin, Patricia Salas, Soziologin und Dozentin an der Universidad Nacional San Agustín, übernimmt das Bildungsministerium. Susana Baca ist die zweite Amtsinhaberin im 2010 neu geschaffenen Kulturministerium. Mit ihr übernahm erstmals eine Afro-Peruanerin ein Ministerium in dem südamerikanischen Land. Neben Aída García Naranjo, künftige Ministerin für Frauen, sind Susana Baca und Patricia Salas die einzigen Frauen im 17-köpfigen Kabinett Humalas. (Bilduelle:Sea Turtle)


17. Juni 2011 | Peru: Streiks in Puno gegen Bergbauunternehmen gehen weiter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Streiks in Puno gegen Bergbauunternehmen gehen weiter - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie seit einem Monat andauernden Streiks im peruanischen Department Puno gehen auch nach dem Wahlsieg von Ollanta Humala weiter. Die Bevölkerung protestiert gegen die Vergabe von Abbaulizensen durch den peruanischen Staat an verschiedene Bergbauunternehmen. Denn während sie die Folgen des Bergbaus mit der gesundheitsgefährdenden Verschmutzung von Boden und Flüssen zu tragen haben, bleibt von den Gewinnen fast nichts in der Region. Deshalb begannen schon vor den Präsidentschaftswahlen in vier Provinzen (Yunguyo, Chucuito, Azángaro und Melgar) unbefristete Streiks mit Straßensperren. In den letzten Jahren sind die vergebenen Abbaulizenzen in Puno stark gestiegen. Das Department weist inzwischen landesweit die zweitmeiste Fläche für Bergbau aus. Von 433,21 Hektar im Jahr 2002 stiegen die Bergbauflächen auf 1.643.746 Hektar im Jahr 2010, d.h. eine Steigerung von 279%. Zwar sind nicht alle Lizenzen für den Abbau bestimmt, aber doch die meisten. Die Bevölkerung befürchtet, dass sie für diese Aktivitäten über keine adäquaten Kontroll- und Regulierungsmechanismen verfügt. Dass Umweltbelange für die Regierung keine Rolle spielen, zeigt sich daran, dass sich zwei der Abbaulizenzen (Förderzone Nr. 155 und Förderzone Nr. 156) direkt am Titicacasee befinden. Zudem sind einige der Lizenzen auch juristisch umstritten. So genehmigte die Regierung mit dem Dekret 083-2007 dem kanadischen Bergbauunternehmen Bear Creek Mining Company, in Chucuito tätig zu werden. Nach Art. 71 der peruanischen Verfassung ist es allerdings verboten, dass Ausländer Eigentum, Minen, Land, Energiequellen und Ähnliches innerhalb eines 50 Kilometer breiten Streifens an den Grenzen besitzen oder erwerben. In den selbem Artikel wird als Ausnahme davon angeführt, dass per Dekret die öffentliche Notwendigkeit anerkannt wird und die Regierung somit diese Aktivitäten zulässt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


09. Juni 2011 | Knapper Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Peru | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Ollanta Humala - Foto: Agencia Brasil, José CruzNach den Hochrechnungen (ONPE 97,994%) hat der Kandidat Ollanta Humala von „Gana Perú“ mit nur 51,465% gegen Keiko Fujimori, die Kandidatin von „Fuerza 2011“, mit 48,535% gewonnen. Die beiden verbliebenen Kandidaten für die Präsidentschaft repräsentieren politische Extreme. Humala gilt als Linksnationalist, und Fujimori vertritt rechts außen einen konservativen Liberalismus. Sie lieferten sich am vergangenen Sonntag, den 5. Juni, im zweiten Wahlgang ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der zukünftige Präsident Humala gewann in 19 peruanischen Regionen. Die besten Ergebnisse erzielte er in den Departments im Süden (mit einem maximalen Stimmenanteil von 77,991 % in der Region Puno). Ebenso konnte er sich gegen Fujimori in den Departments im Zentrum und im Amazonas durchsetzen. Fujimori hingegen bekam die meisten Stimmen im Norden, in der Hauptstadt Lima und in der Provincia Constitucional Callao. Im Verlauf des Wahlkampfes wurde Humala unter anderem durch seine vormaligen Kontrahenten aus dem ersten Wahlgang Alejandro Toledo (Perú Posible, Mitte) und Ricardo Noriega (Despertar Nacional, Links) sowie durch Mario Vargas Llosa (Literatur-Nobelpreisträger) unterstützt. Die Freude der Peruaner über diesen Wahlausgang hält sich jedoch in Grenzen, denn die wirtschaftsfeindlichen Parolen Humalas aus der Anfangszeit des Wahlkampfes sind noch immer allzu präsent. Auch wenn Humala zum Ende des Wahlkampfes – und insbesondere vor dem zweiten Wahlgang – seine Programmatik von Hugo Chávez hin zum gemäßigteren Lula da Silva verlagerte, hoffen die Peruaner nun im besten Fall darauf, dass Humala dem in den letzten Jahren kontinuierlichen Wirtschaftswachstum und der damit einhergehenden Entwicklung des Landes keinen größeren Schaden zufügt. (Bildquelle: Agencia Brasil, José Cruz)


30. Mai 2011 | Peru: Pattsituation zwischen Präsidentschaftskandidaten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Fujimori und Humala: Wahlen in Peru (Foto: teleSUR_) Nach einer Befragung im Anschluss der Fernsehdebatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten Keiko Fujimori und Ollanta Humala am Sonntagabend (29.05.2011) in Lima ist die Wählerschaft gespalten. Gemäß den Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos kann die konservative Fujimori mit 50,5% der gültigen Stimmen rechnen, während der linksgerichtete Humala 49,5% erreicht. Da eine zweiprozentige Fehlermarge zu beachten ist, stehen beide Kandidaten in einer Pattsituation. Während der Debatte warf Fujimori ihrem Kontrahenten Humala vor, sein Regierungsprogramm mehrmals geändert zu haben, wodurch die Bevölkerung als auch die internationalen Finanzmärkte stark verunsichert würden. Als Antwort hob Humala die korrupte Vergangenheit von Keikos Vater, dem ehemaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori, hervor. Als gemeinsames Wahlversprechen gilt das Ende der Korruption, eine bessere Umverteilung und die Verteidigung der Demokratie. Andere Befragungen zeigen einen leichten Vorteil von drei bis vier Prozent zu Gunsten von Keiko Fujimori. Die kommenden Stichwahlen finden am 5. Juni statt. (Bildquelle: teleSUR_)


20. Mai 2011 | Peru: Mindestens 56% der Wälder wegen Großprojekten in Gefahr | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Mindestens 56% der Wälder wegen Großprojekten in Gefahr - Foto: AidesepHeute wurde von der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) der „Bericht über ökologische Nachhaltigkeit“ vorgestellt. Gemäß diesem Bericht droht Peru, bis 2021 zwischen 56% und 96% seiner Wälder zu verlieren. Die Ursachen dafür liegen in der möglichen Umsetzung von verschiedenen Projekten im Bergbau-, Kohlenwasserstoff- und Stromerzeugungssektor sowie bei den Landnutzungsänderungen, für die insgesamt Investitionen in Höhe von 80 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Die Nationale Gesellschaft für Bergbau, Erdöl und Energie (Sociedad Nacional de Minería, Petróleo y Energía, SNMPE) hat schon für die nächsten fünf Jahre Investitionen in Höhe von 42 Milliarden US-Dollar in große Bergbauprojekte, 5 Milliarden US-Dollar im Strombereich und 9 Milliarden US-Dollar bei Kohlenwasserstoffen geplant. Eine Erhöhung des Rohstoffabbaus würde eine Landnutzungsänderung zur Folge haben, die zu Entwaldung, Verlust der biologischen Vielfalt und Verschlechterung des Ökosystems führt. Weitere Gefahren liegen in der Bodenerosion und Wüstenbildung, Wassermangel, in der Erhöhung der Treibhausgasemissionen, Veränderungen bei den lokalen Wetterbedingungen sowie in möglichen Konflikten und sozialen Protesten als Folge des Verlusts der Ökosystemsfähigkeit, das menschliche Leben zu erhalten. Bei der Vorstellung des Berichtes war auch der peruanische Umwelminister, Antonio Brack Egg anwesend, der darauf hinwies, dass die Walderhaltung mehr Vorteile als abgeholzte Wälder hat. Ein adäquates Management der Wälder kann größere wirtschaftliche Vorteile für die Bevölkerung sowie für die Abschwächung des Klimawandels haben. Er erwähnte den Ökotourismus und die Aquakultur als Beispiele für produktive und nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten (Bildquelle: Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana_ ).


21. April 2011 | Peru: Abholzung im Amazonas und der Fluch des Goldes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Abholzung im Amazonas und der Fluch des Goldes - Foto: Centro de Medios Independientes Peru_Die Abholzung im peruanischen Amazonas geht weiter und hat sich zwischen 2003 und 2009 aufgrund illegaler Bergbauaktivitäten sogar erhöht. Diese Feststellung ergibt sich aus der Auswertung von Satellitenaufnahmen des Departments Madre de Dios für die Jahre 2003-2006 und 2006-2009. Demnach wurden in den sechs Jahren ungefähr 6600 Hektar primärer tropischer Regenwald zerstört. Die Autoren dieser Studie von der Duke University analysierten zudem die Ursachen für die Entwaldung und nutzten dafür die Entwicklung des Goldpreises und den Quecksilberimport als Indikatoren. Sie  stellen fest, dass praktisch der gesamte peruanische Quecksilberimport für den selbstständigen Kleinbergbau benutzt wird. Der Import dieses Metalls erhöhte sich seit 2003 exponentiell (um insgesamt 42%) und spiegelt indirekt die Erhöhung des Goldpreises (auf inzwischen 1400 US-Dollar pro Unze) wider. Die Studie schätzt, dass sich der Quecksilberimport in diesem Jahr auf bis zu 500 Tonnen erhöhen kann. Die Freisetzung von Quecksilber, das zur Auswaschung von Goldstaub benutzt wird, hat schädliche Auswirkungen auf das Nervensystem von Fischen, die in den kontaminierten Flüssen leben, und letztlich auf die Menschen, die diese Fische essen. Madre de Dios ist zwar das Department mit der geringsten Bevölkerungsdichte in Peru, besitzt aber eine große indigene Bevölkerung, die am meisten unter den Auswirkungen des illegalen Bergbaus und der Abholzung leiden muss. Hinzu kommen soziale Probleme, die die Goldsucher im Schlepptau mitbringen wie zum Beispiel Prostitution und Menschenhandel (Bildquelle: Centro de Medios Independientes Peru_).


11. April 2011 | Peru: Stichwahl zwischen Humala und Fujimori | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Stichwahl zwischen Humala und Fujimori - Foto: Quetzal-Redaktion, sscAm Ende scheint es doch so gekommen zu sein, wie es Nobelpreisträger Vargas Llosa für diese Präsidentschaftswahl vorhergesagt hatte: Nach Auszählung von 68 Prozent der Stimmen lag der Ex-Militär Ollanta Humala deutlich vorn. Der Kandidat der linksnationalistischen Partei „Gana Perú“,  den Boliviens Präsident Evo Morales als einer der ersten zu seinem Sieg in der ersten Wahlrunde beglückwünschte, war schon 2006  in die Stichwahl gekommen, hatte damals aber gegen den Sozialdemokraten Alan García verloren. Nach Pressemeldungen auf der Basis der Zahlen der staatlichen Wahlbehörde (ONPE) bekam Humala etwa 28,6 Prozent der Wählerstimmen. Um den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Stichwahl am 5. Juni gab es jedoch ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Während die Anhänger von Ex-Wirtschaftsminister Pedro Pablo Kuczynski am Abend schon seinen vermeintlichen, knappen Einzug in die zweite Wahlrunde feierten, wendete sich nachts das Blatt zugunsten der rechtsgerichteten Keiko Fujimori, der Tochter des zu 25 Jahren Haft verurteilten ehemaligen Präsidenten Alberto Fuijimori. Ihr Ergebnis liegt nun mit etwa 22.6 Prozent der Wählerstimmen um ein Prozent vor dem Kuczynskis, der aber nach Ansicht von politischen BeobachterInnen in Perú kaum mehr die Möglichkeit hat, aus dem Reservoir der noch nicht ausgezählten Stimmen ein Plus für sich zu schöpfen, während Fujimori noch etwas zulegen könnte. Sicher ist indes, dass der ehemalige Präsident Alejandro Toledo, dem noch vor kurzem gute Chancen für die Stichwahl eingeräumt wurden, nur um die 15 Prozent erreichte und dass weder Humala noch Fujimori als Präsidenten die Unterstützung einer Mehrheit im Parlament haben werden. Real ist auch die Gefahr von gewaltsamen Auseinandersetzungen in den nächsten Wochen: Marisol Espinoza, Humalas Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft, warnte bereits vor Übergriffen rechter Aktivisten gegen Anhänger von „Gana  Perú“ (BIldquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


18. März 2011 | Peru: Wasserknappheit in mehreren Städten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Wasserknappheit in mehreren peruanischen Städten - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie peruanische Stadt Tacna kämpft derzeit mit der schwersten Wasserknappheit ihrer Geschichte. Laut einem Forschungsbericht zeigen sich hier bereits die Folgen des Klimawandels. Dem Bericht zufolge, der von der Grupo de Análisis para el Desarrollo (GRADE) und der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IEB) verfasst wurde, gibt es künftig einen Anstieg der Temperatur und einen Rückgang der Niederschläge in den Regionen des Hochlandes sowie eine Zunahme der Niederschläge in den tiefer gelegenen Teilen des Departements Tacna. Die verwundbarsten Provinzen sind demnach Candarave, Palca und Tarata. Diese Provinzen haben einen großen Bevölkerungsanteil, der sich ausschließlich der Landwirtschaft widmet. Dieser Sektor benutzt 88.3% des gesamten Wassers – und geht damit weiterhin sehr ineffizient um. Die Wasserversorgung ist in Peru sehr ungleichmäßig verteilt. Es gibt Zonen mit geringen und andere mit reichlichen Wasserressourcen. Das Problem ist, dass sich der Großteil der peruanischen Bevölkerung und die Agrarindustrie in den Zonen konzentrieren, in denen Wassermangel herrscht. Die meisten peruanischen Wassereinzugsgebiete speisen sich aus den Anden-Feuchtgebieten und aus den Gletschern. Man schätzt aber, dass in den letzten sieben Jahren schon 30% der Gletscher in Peru geschmolzen sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


07. Februar 2011 | Peru: Tödlicher Ausgang bei Karnevalsstreich in Lima | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Carnavales in Peru - Foto: fokus LimaZwei Monate vor der Präsidentschaftswahl in Peru offenbarte eine Tragödie einmal mehr die Schwäche des Staates und des Polizeiapparates.Die Nichteinhaltung von Verordnungen und die lasche Umsetzung von Gesetzen endete für zwei junge Frauen tödlich – und schlägt jetzt hohe Wellen in Lima. Auslöser des Unfalls war eine etablierte Unsitte während des Karnevals: „Attentate“ mit Wasserbomben oder Farbbeuteln auf nichtsahnende Passanten. Vor einer Gruppe junger Männer fliehend, die sie mit Wassereimern verfolgten, rannten zwei Mädchen im Stadtteil Los Olivos auf die Fahrbahn, wo sie ein Bus erfasste und tödlich verletzte. In einer Stadt, in der es im Jahr nur 13 mm Niederschlag gibt, in den Monaten November bis Februar praktisch gar keinen, wurden die Wasserattentate zu Karneval wegen der akuten Wasserknappheit schon mehrfach verboten. Doch wie so häufig mangelte es an der Umsetzung. Erst nach dem Tod der beiden Mädchen wurden  die Behörden aktiv. Sie nahmen vorläufig 343 Personen fest und sprachen Ordnungsstrafen aus. Seitdem gibt es auch eine Spezialeinheit “Carnavales 2011″ (Bildrechte: fokus Lima_)


07. Oktober 2010 | Peru, Schweden: Mario Vargas Llosa erhält Nobelpreis für Literatur | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Mario Vargas Llosa - Foto: Daniele DevotiErstmals seit 1982 wird wieder ein Lateinamerikaner für sein literarisches Schaffen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Mario Vargas Llosa, der 1936 im peruanischen Arequipa geboren wurde und in Bolivien aufwuchs, zählt zu den renommiertesten Autoren der Gegenwart. Mit ihm ehrt das Nobelpreiskomitee in Stockholm – so Vargas Llosa anlässlich der Bekanntgabe der Entscheidung – zugleich die Sprache, die Kultur und den Kontinent, die in seinem Schaffen verkörpert sind. Als seine bekanntesten Romane gelten „Die Stadt und die Hunde“ (1962), „Das grüne Haus“ (1966), „Der Krieg am Ende der Welt“ (1981), „Das Fest des Ziegenbocks“ (2000) und „Das böse Mädchen“ (2006). 1986 überwarf er sich mit seinem Freund und Schriftstellerkollegen Gabriel García Márquez, der vier Jahre zuvor den Nobelpreis erhalten hatte, wegen dessen Freundschaft mit Fidel Castro, obwohl Vargas Llosa diesen in seiner Jugend selbst bewundert hatte. Sein politischer Richtungswechsel manifestierte sich 1990 auch in der Kandidatur für das Präsidentenamt in Peru. Den Wahlkampf gegen Alberto Fujimori, den er auf der Grundlage eines neoliberalen Programms führte, verlor er. Später kommentierte er diesen Ausflug in die Politik mit den Worten, dass er gelernt habe, dass dies nicht sein Metier sei. Seit 1993 ist der Peruaner, der sich die meiste Zeit seines Lebens in Europa und den USA aufgehalten hat, spanischer Staatsbürger. In letzter Zeit bezog Vargas Llosa, der 2008 den „Freiheitspreis“ der FDP nahen „Friedrich-Naumann-Stiftung“ erhalten hatte, mit scharfen Polemiken mehrfach Stellung gegen die Linksentwicklung in Lateinamerika. Wie gerade die Infragestellung der indigenen Identität von Evo Morales bezeugt, sind auch große Literaten auf ihrer Suche nach Wahrheit nicht vor Irrtümern gefeit (Bildquelle: Daniele Devoti).


29. September 2010 | Peru: Indigene Gemeinschaften berichten über Ölpest im Regenwald | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Indigene Gemeinschaften berichten über Ölpest im Regenwald - Foto: AIDESEPDer Verband der Ureinwohner-Gemeinschaften am Fluss Corrientes (Federación de comunidades nativas del río Corrientes, FECONACO) berichtete am gestrigen Dienstag über eine große Ölverschmutzung am Fluss Corrientes in Loreto. Die FECONACO machte dafür das Erdölunternehmen PLUSPETROL verantwortlich. Nach einem Bericht der Indigenen Vereinigung zur Entwicklung des Regenwaldes (AIDESEP) ist noch nicht bekannt, wie viele Fässer Öl ausliefen, als ein Ventil in der PLUSPETROL-Station in Villa Trompeteros zerbrach. Mehr als elf Gemeinschaften von Villa Trompeteros sind auf einer Strecke von 10 bis 15 Kilometer von der Ölpest betroffen. Insgesamt meldete FECONACO für das Jahr 2009 16 Ölunfälle am Fluss Corrientes, von denen zehn von großem Ausmaß waren. Die FECONACO ermahnt nun die Regierung und die Aufsichtbehörde für Investitionen in Energie und Bergbau (OSINERMIG), eine Untersuchung zu starten. Bereits im Juni dieses Jahres gab es in Loreto eine Ölverschmutzung am Fluss Marañon – verantwortlich war ebenfalls das Unternehmen PLUSPETROL. Man schätzt, dass zirka 400 Fass à 159 Liter ausliefen. Bei diesem Ölunfall wurden nach einem Bericht des Ombudsmanns von 7 000 Einwohnern, die entlang des Flusses leben, 4 000 Einwohner betroffen. Denn sie konnten weder das Wasser aus dem Fluss trinken noch fischen (Bildquelle: Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana_).


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