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Noticias Paraguay

17. September 2015 | Paraguay: 35. Jahrestag des Attentats auf Somoza | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua, Noticias Paraguay

Paraguay_FlaggeHeute vor 35 Jahren wurde der ehemalige Diktator Nicaraguas, Anastasio Somoza Debayle, in Asunción bei einem Anschlag getötet. Das Attentat wurde von Mitgliedern der argentinischen Revolutionären Volksarmee (Ejército Revolucionario del Pueblo, ERP) ausgeführt. Damit entschloss sich der bewaffnete Arm der Revolutionären Arbeiterpartei Argentiniens (Partido Revolucionario de los Trabajadores, PRT), einem Teil der lateinamerikanischen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen. Somoza war Kopf eines Clans, der die Macht in Nicaragua seit 1934 innehatte. Sein Vermögen wurde auf 1.000 bis 5.000 Millionen Dollar geschätzt. Nach dem langen Kampf des nicaraguanischen Volkes und dem Stopp der Unterstützung der USA für Somoza floh dieser 1979. Obwohl er einer der besten Schülern Washingtons war, fand er kein politisches Asyl in den Vereinigten Staaten, sondern in Paraguay, das damals noch unter der Diktatur Alfredo Stroessners litt. Passend zu seiner dunklen politischen Geschichte wurde Somoza auf der „Straße der Generalísimo Franco“ von den Schüssen getroffen. Seine sterblichen Überreste wurden in den USA beerdigt. Das Attentat am 17. September 1980 leitete Enrique Gorriarán Merlo. Eine Volksbibliothek in Managua trägt heute seinen Namen.


09. Juli 2015 | Südamerika: Papst Franziskus on Tour | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Ecuador, Noticias Paraguay

Südamerika: Papst Franziskus on Tour - Bild: Quetzal-Redaktion, gcPapst Franziskus begann am letzten Sonntag eine einwöchige Besuchsreise durch drei lateinamerikanische Länder. Am Sonntag landete er in Ecuador, Mitte dieser Woche wird er nach Bolivien fliegen und danach seine Reise mit einem Besuch in Paraguay beenden. Die Reise ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil Jorge Bergoglio das erste Mal spanischsprachige Länder besucht, seit er 2013 Papst wurde, sondern auch, weil die drei Zielländer derzeit eine angespannte politische Lage durchleben. Ebenso wie in Ecuador wird sich Franziskus auch in Bolivien und Paraguay mit den Präsidenten treffen sowie an sozialen Veranstaltungen teilnehmen. So wird er z.B. Gast beim Zweiten Welttreffen der Bevölkerungsbewegungen (Segundo Encuentro Mundial de Movimientos Populares) sein und dort auf Einladung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales einen Vortrag halten. In Ecuador führte der Besuch bereits im Vorfeld zu Spekulationen, einerseits über den Inhalt der Rede des Papstes, andererseits über eine mögliche Instrumentalisierung des charismatischen Kirchenführers durch die Regierung von Rafael Correa. In Paraguay fanden Demonstrationen statt, die die Regierung aufforderten, dem Papst die wirkliche Lage der Bevölkerung zu zeigen und nicht eine bloße Inszenierung. Obwohl der Heilige Vater sich in die politischen Angelegenheiten der besuchten Länder nicht einmischen soll, haben die zwei letzten päpstlichen Enzykliken einen zutiefst sozialpolitischen Inhalt. Während es in Evangelii gaudium (2013) um die Krise des gemeinschaftlichen Engagements und die Vergötterung des Geldes geht, spricht Laudatio si (2015) über die Umwelt und den Klimaschutz. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


10. November 2014 | Paraguay: Ein Viertel der Richter korrupt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Lateinamerika: Justitia - Foto: Hans Braxmeier, Public DomainDass ein paar Scheinchen in Paraguay oft helfen, ein gefälliges Gerichtsurteil zu erhalten, galt bislang als weithin anerkanntes Charakteristikum des Rechtsystems in dem südamerikanischen Land. Allerdings fehlte es an Beweisen. Nun hat der Präsident des Richterrates von Paraguay (Consejo de la Magistratura de Paraguay), Enrique Riera Escudero, bestätigt, dass 25 Prozent der Richter korrupt sind und sanktioniert werden müssten. Allerdings würden sich viele der Beschuldigten durch ein positives Votum des Schwurgerichts zur Verurteilung (Tribunal del Jurado de Enjuiciamiento) retten. Doch nicht nur Richter gelten als bestechlich. Von den 1300 Justizmitarbeitern in Paraguay (Richter, Staatsanwälte, Verteidiger) wurden 500 wegen Korruption, Drogenhandel oder anderen Delikten angeklagt. In Konsequenz stellt Enrique Riera Escudero fest, dass das Justizsystem des Landes nicht mehr funktioniere. Meist liegt der Ursprung in einer engen Verquickung zwischen Justiz und Regierung. Demnach hätten sowohl die lange Zeit regierende Partei der Colorados als auch die Liberalen die Posten gemäß einem Pfründen-Mechanismus verteilt. Der Richterrat möchte nun 1000 Mitarbeiter im Justizapparat neu anstellen. Das wäre der erste Schritt einer de facto- und nicht nur de jure-Trennung von Exekutive und Judikative. In dessen Folge könnte auch maßgeblich die Korruption im Land gesenkt werden. Derzeit weist Paraguay einen GINI-Wert von 24 auf dem Korruptionswahrnehmung-Index (Corruption Perception Index, CPI) von Transparency International auf. Ein Wert von 100 bedeutet keine Korruption. Und davon ist der südamerikanische Staat meilenweit entfernt (Foto: Hans Braxmeier, Public Domain).


19. Dezember 2013 | Paraguay: Venezuelas Eintritt in den Mercosur genehmigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay, Noticias Venezuela

Mercosul, Logo: Public Domain Nach dem temporären Ausschluss Paraguays aus dem Wirtschaftsbund Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas) aufgrund des parlamentarischen Putsches im Juni 2012 gegen den damaligen Staatspräsidenten Fernando Lugo schaffte Venezuela die Aufnahme in den Staatenbund durch die Zustimmung der übrigen Mitgliedsländer Brasilien, Argentinien und Uruguay. Mit dem Ende der Suspendierung im August 2013 stimmte der paraguayische Senat am vergangenen Dienstag nun ebenfalls der Vollmitgliedschaft Venezuelas im Mercosur mit einer Mehrheit von 29 Stimmen der Colorado-Partei (ANR) zu. Der Kurswechsel überrascht, hatte sich der Präsident Horacio Cartes doch vor seiner Präsidentschaftswahl im April 2013 eher ablehnend zum Beitritt Venezuelas geäußert. Senatspräsident Julio César Velazquez erklärte, dass die Anerkennung Venezuelas wichtig für die Rückkehr Paraguays in den Staatenbund sei, denn Paraguay wird Mercosur bei den anstehenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU im Januar 2014 vertreten (Bildquelle: Public Domain).


28. Oktober 2013 | Paraguay: Neues Infrastrukturgesetz und versteckte Liberalisierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Landschaft mit Strasse - Foto: Quetzal-Redaktion, sscHeute wird in Paraguay mit großer Wahrscheinlichkeit das Gesetzesvorhaben zur „Förderung der Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und zur Erweiterung und Verbesserung der Güter und Dienste des Staates” (Ley de Promoción de la Inversión en Infraestructura pública y Ampliación y Mejoramiento de los Bienes y Servicios a Cargo del Estado) verabschiedet. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich jedoch nichts anderes als die Möglichkeit, bisher durch den Staat wahrgenommene Dienstleistungen an Privatinvestoren weiter zu reichen. Linke Gruppierungen, Gewerkschaften und soziale Organisationen haben deshalb zu Massenprotesten aufgerufen. Zwar hat der Senat das Vorhaben bereits befürwortet, aber die Zustimmung der Zweiten Kammer ist noch keineswegs sicher. Deshalb übt Präsident Horacio Cartes Druck aus und betreibt intensive Lobbyarbeit. Das Gesetz sei seiner Meinung nach das entscheidende Moment, um Investitionen ins Land zu holen. Durch die neu etablierten Private-Public-Partnerships (PPP; auf Spanisch: Alianza Público Privado, APP) ließen sich Investitionsprojekte entbürokratisieren. Für die Kritiker bedeuten die PPP (APP) hingegen den Ausverkauf des Landes, da das staatliche Monopol von einem privaten Monopol abgelöst wird – und entsprechend die Gewinne den (multinationalen) Unternehmern und nicht mehr der Gemeinschaft zufließen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


22. April 2013 | Paraguay: Colorados kehren zurück | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Horacio Cartes ist Sieger bei den Präsidentschaftswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei den Präsidentschaftswahlen in Paraguay hat sich erwartungsgemäß Horacio Cartes von der Colorado-Partei durchgesetzt. Auf ihn entfielen 45,9 Prozent der Wählerstimmen. Sein schärfster Widersacher, Efraín Alegre, von der Authentischen Radikalen Liberalen Partei erzielte 36,8 Prozent. Die weiteren Kandidaten folgten weit abgeschlagen. Die linkszentristische Koalition Avanza País mit ihrem Spitzenkandidaten Mario Ferreiro kam gerade auf 5,5 Prozent. Sowohl der Frente Guasú wie auch die Partei Geliebte Heimat spielten überhaupt keine Rolle. Damit scheint die historische Zäsur der Präsidentschaft des Ex-Bischofs Fernando Lugo endgültig beendet, nachdem der legitime Präsident durch einen parlamentarischen Putsch im Juni 2012 per Abwahlverfahren abgesetzt wurde. Es regieren nun wieder die Colorados, die die Macht bereits während der 61 Jahre vor Lugos Präsidentschaft innehatten. Und damit besitzen die Großgrundbesitzer und mächtigen Agrarkonzerne einen Fürsprecher im höchsten Amt des Staates. Eine Agrarreform rückt in unendliche Ferne, während der Einsatz von genmanipuliertem Saatgut und eine Ausweitung der Soja-Monokultur in den nächsten Jahren keinen staatlichen Beschränkungen mehr unterliegen dürfte. Offen ist hingegen, inwiefern einige Errungenschaften Lugos wie eine kostenlose Gesundheitsversorgung und ein kostenloses Schulsystem bestehen bleiben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


03. Dezember 2012 | Paraguay, Bolivien: Neue energiestrategische Partnerschaft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Paraguay

Erdöl- und -gasförderung bald auch im paraguayischen Chaco? - Foto: Maurice Chedel, Public DomainParaguay braucht Gas, Bolivien liefert es. Mit dieser einfachen Formel lässt sich die neue strategische Partnerschaft zwischen den beiden Binnenstaaten Südamerikas beschreiben. Infolge der gesteigerten Produktion des staatlichen Erdölunternehmens Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos (YPFB) in der Region Media Luna ist es Bolivien nun möglich, den Zugewinn auf den paraguayischen Markt zu verkaufen. In Zusammenarbeit mit den Firmen Copetrol, Gas Total und Copesa sollen zunächst 1000 Tonnen Flüssiggas pro Monat nach Paraguay geliefert werden, ab April 2013 6000 Tonnen monatlich. Der Wert beläuft sich derzeit auf 750.000 US-Dollar pro Monat, die Paraguay für diese Lieferungen aufbringen muss. Ab April erhöht sich das Volumen auf 4,5 Millionen US-Dollar monatlich. Die Pläne sind jedoch noch viel umfassender und langfristiger. Demnach beabsichtigt Bolivien, nach der Errichtung der Raffinerie im Gran Chaco 42.000 Tonnen Flüssiggas pro Monat zu exportieren – im Gesamtwert von monatlich 31,5 Millionen US-Dollar. Die neue energiestrategische Partnerschaft spiegelt sehr gut die Ereignisse in der jüngeren bolivianischen Geschichte und die Wirtschaftsstruktur des Landes wider. Denn Bolivien zieht zum einen mit dem Export des Flüssiggases nach Paraguay die Konsequenzen aus dem „Gaskrieg“ von 2003, als beabsichtigt war, den Export über Chile laufen zu lassen. Zum anderen liefert es den Nachweis, dass Produktionssteigerungen auch nach der Verstaatlichung möglich sind. Nicht zuletzt verdeutlicht das Abkommen einmal mehr die ökonomische Abhängigkeit Boliviens von seinem extraktivistischen Sektor. Paraguay wiederum muss zunehmend mehr knappe Mittel für den Import von Energie aufwenden. Zur Durchbrechung der energetischen Dependenz sucht das Land derzeit US-amerikanisches Kapital, um im Chaco Erdölexplorationen durchzuführen. Entsprechend großzügige Investmentbedingungen verspricht der neue Präsident Federico Franco. Soziale und Umweltbelange werden dabei sicherlich wieder hintangestellt, befürchten Aktivisten (Bildquelle: Maurice Chedel, Public Domain).


10. Juli 2012 | Paraguay, Lateinamerika: OAS-Generalsekretär lehnt Sanktionen gegen Paraguay ab | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

OAS Logo - Foto: AOS Webseite José Miguel Insulza, Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), sprach sich heute dafür aus, keine Sanktionen gegen Paraguay wegen der Amtsenthebung von Präsident Lugo zu verhängen. Die Annahme von Strafmaßnahmen, so Insulza, wäre nicht zielführend für die OAS und würde Paraguay außerdem in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. Seiner Meinung nach bewegte sich die Absetzung Lugos innerhalb legaler Grenzen. Der OAS-Generalsekretär, der in der letzten Woche zu einer zweitägigen Visite in Paraguay war, schätzt die Lage in dem Land als völlig normal ein, sowohl politisch als auch ökonomisch und sozial. Diesen Zustand gelte es zu erhalten. Zudem schlug Insulza vor, eine Beobachtermission der OAS zu den Wahlen in Paraguay im April nächsten Jahres zu entsenden. Einige Länder, darunter Venezuela, hatten die Suspendierung Paraguays aus der OAS gefordert, nachdem das Land bereits vorläufig aus Mercosur und Unasur ausgeschlossen worden war. Paraguays Nachbarländer erkennen die Regierung von Federico Franco, der die Präsidentschaft nach der Absetzung von Fernando Lugo übernahm, nach wie vor nicht an, was zu dessen regionaler Isolation geführt hat (Bildquelle: Organization of American States).


25. Juni 2012 | Paraguay: Präsident Fernando Lugo wird abgesetzt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Ex-Präsident Fernando LugoAm Freitagabend wurde in Paraguay Federico Franco zum neuen Präsidenten ernannt. Er soll das Amt bis zu den Neuwahlen im April 2013 ausüben. Der abgesetzte Präsident Fernando Lugo nimmt widerstandslos seine Amtsenthebung hin und akzeptiert sie im Sinne des Friedens. Die Entscheidung des Parlaments hält er für ungerecht. Sie zeuge von Missachtung der Demokratie. Weiterhin wirft er beiden Kammern einen “parlamentarischen Staatsstreich” vor. Nicht nur der ehemalige Präsident, sondern auch das Volk ist über die Amtsenthebung empört. Am Sonntag kam es in Asunción vor dem Parlament im Zuge des Machtwechsels zu Straßenprotesten und Demonstrationen. Der neue Präsident Federica Franco hofft auf Unterstützung des ehemaligen Präsidenten insbesondere auf internationaler Ebene, da die Amtsenthebung auch auf Kritik bei den Nachbarländern stößt. Die interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) reagierte mit starker Kritik. Nachdem der Präsident innerhalb von 24 Stunden abgesetzt wurde, war eine Verteidigung nicht möglich. Nach Ansicht der Menschenrechtskommission zeugt dieser Vorgang von einer Verletzung der Menschenrechte. Die Länder Venezuela, Nicaragua und Bolivien bezeichnen dieses Vorgehen als “getarnten Staatsstreich”. Argentinien, Brasilien und Uruguay reagierten auf die Machtübernahme mit dem Abzug ihrer Botschafter aus Paraguay. Weiterhin fordern Kuba, Ecuador, Bolivien, Nicaragua und Venezuela Sanktionen und werden die neue Regierung nicht anerkennen. Der Grund der Amtsenthebung ist der Tod von 17 Menschen, die bei Zusammenstößen zwischen Polizei und landlosen Bauern ums Leben kamen. In Paraguay herrschen zahlreiche Konflikte, bei denen es hauptsächlich um den Besitz von Agrarland geht. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


28. April 2011 | Brasilien, Paraguay: Energie vom Wasserkraftwerk Itaipu wird dreimal teuerer als vorher | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Wasserkraftwerk Itaipu - Karikatur von ABC Color (Foto: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Der brasilianische Senat hat heute (28.04.2011) einer Vereinbarung mit Paraguay zugestimmt, welche besagt, dass Paraguay sein nicht genutztes Energiekontingent aus dem Wasserkraftwerk Itaipu an der Grenze beiden Ländern dreimal so teuer wie zuvor verkaufen darf. Gemäß dem Itaipu-Vertrag von 1973 musste Brasilien bisher 5,1-mal mehr für den paraguayischen Anteil an Energie zahlen. Das neue Abkommen hebt den Multiplikator nun auf 15,3. Brasilien hatte sich 1973 vertraglich ein Vorkaufsrecht für die von Paraguay nicht benötigte Energie zusichern lassen. Dies führte zu Kritik des Nachbarn, welcher die trotz des Multiplikators von 5,1 immer noch günstige Energie über den freien Markt deutlich teurer an andere lateinamerikanische Länder verkaufen könnte. Die Regierung gab zudem bekannt, dass die Bevölkerung von dieser Preissteigerung nicht betroffen sein wird, da die öffentlichen Kassen die Mehrkosten finanzieren sollen. Durch die Preisanpassung möchte Brasilien entsprechend des Mercosur-Vertrags seiner moralischen Verpflichtungen gegenüber Paraguay gerecht werden und die Asymmetrien innerhalb des Wirtschaftsblocks ausgleichen. Am Dienstag (03.05.2011) soll das Projekt noch vom Parlament bestätigt werden und würde dann sofort in Kraft treten. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


25. April 2011 | Paraguay: Keine Kohle für den Strom | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Kein Geld für die Stromrechnung in Paraguay - Foto: Quetzal-Redaktion,ssc Die Einrichtungen des öffentlichen Sektors in Paraguay häufen immer mehr Schulden gegenüber der staatlichen Elektrizitätsfirma Administración Nacional de Electricidad (ANDE) an. Wie heute bekannt wurde, belaufen sich die Außenstände bei den Stromrechnungen inzwischen auf 288,4 Milliarden Guaraní (etwa 70 Millionen US-Dollar). Doch die Institutionen des Staates schulden nicht nur ANDE Unmengen an Geld, sondern auch dem Wasserversorger Empresa de Servicios Sanitarios del Paraguay (ESSAP) für die Bereitstellung von Trinkwasser und der Telefongesellschaft Compañia Paraguaya de Comunicaciones (COPACO) für Telefongespräche. Das Finanzministerium hat darüber hinaus in seinem vorgelegten Staatsetat (Presupuesto General de la Nación) eine Schuldentilgung nicht vorgesehen. Eingegangen sind nur Kalkulationen zum monatlichen Verbrauch, den die Institutionen letztendlich auch nicht zahlen. Stattdessen verlangen sie eine Umstrukturierung der Finanzen – ein Spiel auf Zeit. Zu den größten Säumigern gehören die Nationale Polizei, das Verteidigungsministerium und die Direktion des Zolls. Ein Lichtblick tut sich allerdings für die Ureinwohner des Chaco auf. Bereits am 12. April 2011 erklärte der paraguayische Präsident Fernando Lugo die Bereitstellung von Energie für die indigenen Kommunen in isolierten Zonen mit dem Dekret N° 6417 als nationale Priorität. Heute präsentierte er dazu ein Pilotprojekt für 623 indigene Familien im Chaco. Die Verfügbarkeit von Elektrizität aus Solaranlagen soll die Konservierung von Medikamenten, die Kühlung von Lebensmitteln, Beleuchtung und die Radiokommunikation ermöglichen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


03. Oktober 2010 | Paraguay: Präsident Fernando Lugo muss doch nicht operiert werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Präsident Fernando Lugo muss doch nicht operiert werden (Foto: Fernando Lugo APC)Der paraguayische Präsident Fernando Lugo ist gestern Abend (02.10.2010) überraschend nach São Paulo/Brasilien geflogen. Dort wurde er gegen 17.30 Uhr Ortszeit mit dem Verdacht auf eine Entzündung im Rachenbereich ins Krankenhaus Sírio-Libanês eingewiesen. Hier wurde er von einem Ärzteteam in Empfang genommen, bei welchem er sich bereits in chemotherapeutischen Behandlungen befindet, seit bei ihm im August dieses Jahres Lymphdrüsen-Krebs diagnostiziert wurde. Fernando Lugo befand sich seit Donnerstag zur Behandlung in einer Klinik von Paraguays Hauptstadt Asunción. Nachdem sich sein Gesundheitszustand jedoch nicht verbesserte, entschieden sich die Ärzte, den 59-jährigen ehemaligen Bischof nach São Paulo zu überweisen. Das Krankenhaus Sírio-Libanês gilt als eine der besten Kliniken für Krebsbehandlungen in Lateinamerika. Die zunächst diagnostizierte Entzündung im Rachenbereich, durch welche wohl eine Notoperation notwendig gewesen wäre, stellte sich nach eingehenden Untersuchungen jedoch als ein Blutgerinnsel in der Hohlvene heraus. Damit befindet sich Lugo zwar in einem weniger kritischen Gesundheitszustand als angenommen, trotzdem muss er für weitere Behandlungen einige Tage im Krankenhaus verbleiben um die Thrombose zu bekämpfen. Für die Zwischenzeit hat Lugo seine Amtsgeschäfte zur Vertretung an Franco übergeben. Darüberhinaus wird Fernando Lugo noch mehrmals nach São Paulo zurückkehren, denn er muss noch weitere drei von sechs Chemotherapien absolvieren. Der Großteil der Bevölkerung wird hoffen, dass ihr seit August 2008 amtierendes Staatsoberhaupt den Krebs erfolgreich und schnell bekämpfen kann, damit wichtige Reformen, die auch bei voller Gesundheit viele Schwierigkeiten bergen, umgesetzt werden können. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


16. August 2010 | Paraguay, Uruguay, Bolivien: Konkrete Fortschritte beim Integrationsblock URAPABOL | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Die Präsidenten aus Bolivien, Paraguay und Uruguay beim URAPABOL-Treffen in Asunción - Foto: Fernando Lugo APCAm Wochenende haben sich in der paraguayischen Hauptstadt Asunción die Präsidenten von Uruguay, José Mujica, von Bolivien, Evo Morales, und von Paraguay, Fernando Lugo, bei einem Treffen zum weiteren Vorgehen innerhalb des durch die drei Länder gebildeten Integrationsblockes URAPABOL verständigt. Im Mittelpunkt standen Energiefragen. Die Präsidenten bekräftigten ihre Absicht zur Errichtung der Gaspipeline des Südens (gaseoducto del sur), mit der Bolivien sowohl Paraguay als auch Uruguay mit Gas versorgen will. Außerdem sagte ein Sprecher von Lugo, dass derzeit geprüft werde, ob sein Land Elektrizität aus dem binationalen Wasserkraftwerk Itaipú nach Montevideo liefern könne. Ein weiteres Treffen im Rahmen des URAPABOL soll Ende August auf Einladung von Mujica stattfinden. URAPABOL scheint damit als ein Integrationsprojekt der drei wirtschaftlich schwachen Länder in Zentral-Südamerika eine Wiederbelebung zu erfahren, nachdem es seit der formalen Gründung am 23. April 1963 kaum Aktivitäten verzeichnete. Paraguay erhofft sich durch die Zusammenarbeit im URAPABOL vor allem auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Denn zwei Jahre nach Übernahme des Präsidentenamtes durch Fernando Lugo befindet sich das Land immer noch in einer schwierigen ökonomischen Lage. Durch die Neuverhandlung des Vertrages von Itaipú, was bald Mehreinnahmen in die Regierungskassen bringen soll, plant Lugo, verstärkt in die weiterverarbeitende Industrie von Primärgütern (vor allem Soja) zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Heftig disktutiert wird derzeit jedoch in Paraguay, ob der jetzige Präsident diese ehrgeizigen Pläne umsetzen kann. Denn am Rande der Konferenz wurde bekannt, dass Fernando Lugo an Krebs erkrankt ist. Nach eigenen Angaben beabsichtige er aber nicht, zurückzutreten, sondern möchte seine Amtszeit bis zum 15. August 2013 erfüllen (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


19. Juli 2010 | Paraguay: Kein Fortschritt bei der Agrarreform | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Der Schein von Fernando Lugo und Vizepräsident Federico Franco trügt: Die Agrarreform kommt nicht voran. Foto: Fernando Lugo APCEntgegen den Ankündigungen von Präsident Fernando Lugo gibt es in Paraguay noch immer keine nennenswerten Fortschritte bei einer Agrarreform. Im Gegenteil: Erst gestern wieder beteuerte der Vizepräsident, Federico Franco, dass es wichtigere Angelegenheiten im Landwirtschaftssektor gäbe, als die seit Wochen umstrittenen Ländereien von Ulisses Rodrigues Teixeira zu enteignen. Etwa 15.000 Landlose im Departement San Pedro fordern, ihnen den 22.000 Hektar umfassenden Großgrundbesitz von Teixera und die 15.000 Hektar große Farm von Carla Maria de José Bogarín zu übereignen. Besonders heikel ist die Situation bei den Ländereien von Teixeira. Zum einen befinden sich auf seinem Grundbesitz etwa 15.000 Hektar Urwald, die – so die Meinung der Kritiker einer Enteignung – das eigentliche Ziel der Invasoren sind, um durch Rodung einer der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Paraguay schnellen Profit zu erlangen. Zum anderen wurde im Zusammenhang mit der Taxierung des Wertes der Ländereien Teixeiras der paraguayischen Regierung ein um mehrere Millionen Dollar zu hoher Kaufpreis genannt. Auch wenn der Ausgang des Disputs um den Großgrundbesitz von Teixeira offen bleibt, so hängt die Agrarreform dennoch wie ein Damoklesschwert über der Regierung von Lugo. Inzwischen fallen deshalb immer mehr Anhänger von ihm ab. Die Partei Patria Libre ist sogar aus der Regierungskoalition ausgetreten. Angesichts der Lage mag es überraschen, dass Fernando Lugo den Besuch eines kranken Familienmitglieds in Argentinien der Klärung der Agrarfrage vorzieht (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


14. Juni 2010 | Paraguay: Hohe Liquidität der Banken beherbergt Gefahr der Inflation | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguays Präsident Fernando Lugo beim Besuch der Banco Central - Foto: Fernando Lugo APCNeben den überschwenglichen Ankündigungen der Nationalmannschaft Paraguays vor dem Spiel gegen Weltmeister Italien bei der WM 2010 in Südafrika und den obligatorischen Polizeinachrichten sorgt eine kleine Randnotiz in der Presse für Aufsehen: Seit Oktober 2009 ist die Liquidät der Banken von 2.677 Milliarden Guaraníes auf 4.804 Milliarden Guaraníes im Februar 2010 gestiegen und verharrt nun auf diesem hohen Niveau (4.407 Milliarden Guaraníes im April 2010). Das sind umgerechnet 924 Millionen US-Dollar oder 760 Millionen EURO. Die im letzten Jahr ergriffenen Maßnahmen zur Erhöhung der Bargeldbestände in den Banken werden damit zum Bummerang. Jetzt suchen die Banken fieberhaft nach Möglichkeiten, den Liquiditätsberg abzutragen. Vorgeschlagen wurden beispielsweise erhöhte private Konsumkredite, Erneuerung der Autoflotte, Investitionen in Kapitalgüter oder Kredite für den Handel. Der Agrarsektor, einer der traditionellen Hauptkreditnehmer der Banken in Paraguay, nimmt nun nach den herben Verlusten infolge der Trockenheit im vergangenen Jahr seine Kreditlinien wieder auf, was ebenfalls zu einer Entspannung der Lage führen dürfte. Nichtsdestotrotz schwebt über der paraguayischen Fiskalpolitik die Gefahr der Inflation. Außerdem bedeutet die hohe Liquidität für die Banken eine Rentabilitätseinbuße von mindestens sieben bis acht Prozent – dem derzeitigen Zinsssatz für Kredite (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


01. Februar 2010 | Paraguay: Verhaftung des Entführers José Mariano Villalba | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Verhaftung des Entführers José Mariano Villalba. Karte: University of Texas at Austin.In Paraguay soll heute José Mariano Villalba Ayala einem Haftrichter vorgeführt werden. Villalba, der gestern verhaftet wurde, steht unter dem Verdacht, die logistische Unterstützung für die sogenannte Paraguayische Volksarmee (Ejército del Pueblo Paraguayo, EPP) zu organisieren. Ihm wird die Beteiligung an der Entführung des Viehzüchters Luis Linstron im Jahr 2008 vorgeworfen. Der Ejército del Pueblo Paraguayo macht in Paraguay seit einigen Jahren vor allem mit Entführungen auf sich aufmerksam. Die jüngste Aktion war die Entführung des Großgrundbesitzers Fidel Zavala, der am 17. Januar – mehr als drei Monate nach seiner Entführung – nach Zahlung eines hohen Lösegeldes freigelassen wurde. Die Behörden gehen davon aus, dass José Villalbas Bruder Osvaldo der Kopf dieser Entführung war. Während der EPP nach Aussagen seiner „Sprecherin“ Carmen Villalba für einen „revolutionären Sozialismus“ und gegen die „verräterischen vermeintlichen Sozialisten“ in der Regierung von Fernando Lugo kämpft, verbreiten Vertreter der rechten Opposition in den Medien immer wieder Vorwürfe, Lugo und seine Anhänger würden den EPP unterstützen. Menschenrechtler und Vertreter von Basisorganisationen vermuten die Herkunft der Guerilleros des selbst ernannten Volksheeres jedoch weniger in der linken Szene. Sie mutmaßen, dass es sich um Paramilitärs handelt, deren Ziel es sei, das Land zu destabilisieren und die Regierung Lugo zu stürzen. Revolutionäre Phrasen und populistische Aktionen dienten lediglich als Deckmantel. Der Führer der Kommunisten Paraguays, Luis Casabianca, der in den sechziger Jahren zur politischen Führung der Guerillabewegung Fulna gehörte, verglich die Aktionen des EPP mit den terroristischen Methoden von Ex-Diktator Stroessner. Präsident Lugo hat dem Ejército del Pueblo Paraguayo den Kampf angesagt und die Militärs angewiesen, mit allen verfügbaren legalen Mittel gegen die Gruppierung vorzugehen. Die Aktionen von Polizei und Militär richten sich jedoch bisher vornehmlich gegen Vertreter von sozialen und Kleinbauernbewegungen. Menschenrechtler berichten von willkürlichen Verhaftungen und Folterungen. Sie warnen Lugo davor, unter dem Siegel der Bekämpfung des EPP eine Kriminalisierung der sozialen Bewegungen zuzulassen. (Karte: University of Texas at Austin)


16. Dezember 2009 | Mercosur: Brasilien stimmt für Vollmitgliedschaft von Venezuela | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Mercosur: Brasilien stimmt für Vollmitgliedschaft von Venezuela (Bildquelle: Public Domain)Am gestrigen Dienstag (15.12.2009) hat der brasilianische Senat der Aufnahme Venezuelas als Vollmitglied im südamerikanischen Wirtschaftsbündnis MERCOSUR (Gemeinsamer Markt des Süden) die Zustimmung erteilt. Nach einer mehrstündigen Debatte votierten am Ende 35 Senatoren für die Aufnahme Venezuelas und 27 dagegen. Nachdem der Verfassungs- und Justizausschuss des brasilianischen Parlaments (Unterhaus) bereits vor mehr als zwei Jahren (am 21.11.2007) mit 44 zu 17 Stimmen seine Zustimmung gab, muss die Vollmitgliedschaft nur noch durch den Kongress Paraguays ratifiziert werden. Aufgrund polemischer Äußerungen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gegenüber brasilianischen Parlamentariern und der von Kritikern angeführten Demokratiedefizite in Venezuela wurde die Abstimmung bisher stets vertagt. Im Gegensatz dazu argumentieren die Befürworter mit einer Steigerung der Exporte in das Nachbarland und weiteren Wettbewerbsvorteilen brasilianischer Unternehmen sowie mit den demokratischen Grundsätzen, welche für alle MERCOSUR-Mitglieder bindend sind. In Paraguay wird der Wirtschaftsverbund im März erneut auf der Agenda des Parlaments stehen. Erfolgt hier ebenso die Zustimmung wäre es die erste vollwertige Erweiterung des MERCOSUR nach seiner Gründung im Jahr 1991. Bereits am 4. Juli 2006 hatten sich die Präsidenten der vier Mitgliedsländer Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay auf eine Erweiterung geeinigt. Mit Venezuela könnte das Bündnis seine Einwohnerzahl von 247,4 Millionen auf 275,8 Millionen steigern. Bezogen auf die Wirtschaftskraft würde das Bruttoinlandsprodukt von ca. 1600 Milliarden US-Doller auf ca. 1826 Milliarden US-Doller (Quelle: CEPAL, Anuario estadístico de América Latina y el Caribe, 2008) ansteigen und demzufolge 77 Prozent, d.h. 10 Prozentpunkte mehr, des südamerikanischen Kontinents ausmachen. (Bildquelle: Public Domain)


11. November 2009 | Brasilien, Paraguay: Stromausfall in Itaipú offenbart Nachteile der zentralen Energieversorgung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Brasilien, Paraguay: Stromausfall in Itaipú offenbart die Nachteile der zentralen Energieversorgung - Foto: Rose Brasil, ABrEin Stromausfall riesigen Ausmaßes erfasste gestern Abend gegen 22 Uhr (Ortszeit) weite Teile Brasiliens und Teile Paraguays. Fast ein Viertel der Bevölkerung, knapp 50 Millionen Menschen, waren von dem Stromausfall betroffen. Besonders heikel erwies sich die Lage in Sao Paulo und Rio de Janeiro, wo aufgrund der hohen Kriminalitätsrate die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt wurde. Lichter erloschen, und der Autoverkehr brach zusammen. Angesichts der chaotischen Umstände rief der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eine Krisensitzung ein, um die Ursachen für den Stromausfall zu benennen. Brasiliens Energieminister Edison Lobao beeilte sich zu versichern, dass das System nicht empfindlich, sondern das sicherste der Welt sei. Allerdings wurden in Brasilien schon öfter massive Stromausfälle registriert. Und erneut dürfte die Ursache im Kraftwerk Itaipú liegen, das knapp 25 Prozent des brasilianischen Stroms produziert. Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse führte ein Kurzschluss dazu, dass das Kraftwerk vorübergehend ausgefallen ist und dann erst wieder hochgefahren werden musste. Dadurch kam es zu einem plötzlichen Ausfall von 17.000 Megawatt. Kritiker sehen das als Beleg für die prekäre Energiesicherheit, in der sich Brasilien befindet. Statt weiter auf stark zentralisierte, riesige Wasserkraftwerke zu setzen, sollte das Land stärker das Potential von Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse nutzen (Bildquelle: Rose Brasil, Agencia Brasil).


08. November 2009 | Paraguay: Neubesetzung der Militärführung nach Putschgerüchten | Kategorie(n): Noticias Paraguay

Paraguay: Neubesetzung der Militärführung nach Putschgerüchten (Foto: Fernando Lugo APC)Mögliche Putschpläne haben den paraguayischen Präsidenten Fernando Lugo dazu bewegt, die wichtigsten Führungspositionen des Militärs auszutauschen. Bereits am Mittwoch (04.11.09) wurden die Kommandanten des Heeres, der Luftwaffe und der Marine entlassen. Nur zwei Tage später (06.11.09) traf es mit Ciber Benitez ebenfalls den obersten Chef der Armee. Auch wenn dieser zwar jegliche Pläne eines Putsches verneinte, sieht Fernando Lugo im Schatten des Putsch in Honduras eine ähnliche Gefahr durch Teile des Militärs. Mit General Juan Oscar Velazquez übernimmt nun ab sofort ein Vertrauter des Präsidenten die oberste Position innherhalb der Armee. Es ist das dritte Mal seit seinem Amtantritt im August 2008, dass Fernando Lugo Verändungen im militärischen Führungsapparat vornimmt. Eine womöglich größere Gefahr in Bezug auf den Verlust seines Amtes scheint derzeit jedoch auch aus dem Kongress zu kommen, denn dort plant die Opposition ein Amtsenthebungsverfahren. Selbst wenn es nicht dazu kommen sollte, bleibt die Arbeit von Lugo durch die fehlende Mehrheit schwierig. Erst im Juli/August diesen Jahres mußte er durch den Austritt der liberalen PLRA-Partei aus der „Patriotische Allianz für den Wandel” (APC), damals stärkste Kraft in seinem Bündnis, einen Rückschlag in der Umsetzung seiner geplanten Reformenen (vor allem der Agrarreform) hinnehmen. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


16. Oktober 2009 | Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Costa Rica, Noticias Ecuador, Noticias El Salvador, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest - Foto: Nicolás Lope de BarriosNach dem 18. und letzten Spieltag der südamerikanischen Qualifikationsgruppe für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika stehen die qualifizierten Teams fest. Brasilien sicherte sich mit 34 Punkten als erstplatzierte Mannschaft das Ticket vor Chile (33 Pkt.), Paraguay (33 Pkt.) und Argentinien (28 Pkt.). Uruguay wurde mit 24 Punkten Fünfter und muss nun in einem Entscheidungsspiel gegen Costa Rica, das viertplatzierte Team der Nord-, Mittelamerika- und Karibikgruppe (CONCACAF), spielen. Knapp hinter Bolivien landete Peru auf dem letzten Platz der Qualifikationsgruppe. Während Brasilien, Chile und Paraguay schon am vorletzten Spieltag als WM-Teilnehmer feststanden, lösten die Argentinier die Fahrkarte erst am letzten Spieltag im “Bruderduell” mit einem Auswärtssieg in Uruguay. Einen Sieg von Uruguay und von Ecuador gegen Chile vorausgesetzt, hätten sich die Argentinier die WM zu Hause vor dem Fernseher anschauen müssen. Ecuador wiederum hätte sich, bei einem Sieg über Chile, statt Uruguay für das Relegationsspiel gegen die “Ticos” qualifiziert. Ein große Überraschung gab es auch in der CONCACAF-Gruppe, wo sich Honduras hinter den USA und Mexiko nach 27 Jahren wieder für die WM qualifizierte. Wie Argentinien lösten die Honduraner das Ticket mit einem 1:0 Auswärtssieg in El Salvador, bei gleichzeitiger Hilfe durch die USA, die zu Hause 2:2 gegen Costa Rica spielten. Honduras, das wie Costa Rica auf 16 Punkte kommt, weist den Ticos gegenüber eine leicht bessere Tordifferenz auf. De facto-Präsident Micheletti nutzte diesen Erfolg gleich aus, indem er den darauffolgenden Tag (Donnerstag) umgehend zum Feiertag erklärte, was aber sicher auch ein amtierender Präsident Zelaya getan hätte (Bildquelle: Nicolás Lope de Barrios).


27. Juli 2009 | Brasilien, Paraguay: Regelung zu Elektrizitätszahlungen aus dem Kraftwerk Itaipú | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Das Kraftwerk Itaipú an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay - Foto: Rose Brasil, ABrIm Streit um die Höhe der Energiezahlungen aus dem Wasserkraftwerk Itaipú hat Paraguays Präsident Fernando Lugo einen Erfolg verbucht. Wie erst heute bekannt wurde, hat sich Brasilien bereits am Samstag dazu verpflichtet, den (an das Nachbarland gezahlten) Preis für Elektrizität aus dem binationalen Staudamm zu verdreifachen. Brasilien wird ab 2010 statt bisher 85 Millionen Euro dann 250 Millionen Euro an Paraguay überweisen. Hintergrund ist, dass Paraguay derzeit nur fünf Prozent der eigentlich zur Verfügung stehenden Hälfte an der Energieerzeugung nutzt und den „Überschuss“ an Brasilien verkauft. Diesen Überschuss darf Paraguay gemäß der neuen Vereinbarung nun auch direkt nach Brasilien verkaufen, ohne den Umweg über Electrobrás. Weitere Einzelheiten des Abkommens sollen in den nächsten 60 Tagen durch eine bilaterale Kommission ausgehandelt werden, deren Ergebnisse schließlich noch die Zustimmung des brasilianischen und paraguayischen Kongresses benötigen. Lugo setzt damit eines seiner zentralen Wahlversprechen um. Die höheren Einnahmen will der paraguayische Präsident zur Finanzierung eines umfassenden Sozialprogrammes nutzen. Außerdem wurde bei dem Treffen zwischen Luiz Inácio Lula da Silva und Fernando Lugo der Bau einer Hochspannungleitung zwischen Itaipú und der Hauptstadt Asunción vereinbart (Bildquelle: Agencia Brasil).


01. Mai 2009 | Bolivien, Paraguay: Ende des Grenzstreits | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Paraguay

Bolivien, Paraguay: Ende des Grenzstreits, Fernando Lugo und Evo Morales (Bildquelle: Fernando Lugo APC)77 Jahre nach dem Chaco-Krieg (1932-1935) beendeten der Präsident Paraguays, Fernando Lugo, und der Präsident Boliviens, Evo Morales, offiziell die Grenzstreitigkeiten der beiden Länder. In einem Festakt am vergangenen Montag in Buenos Aires überreichte die argentinische Präsidentin,  Cristina Fernández de Kirchner, den beiden Staatsoberhäuptern den dreibändigen Abschlussbericht der gemischten Grenzkommission, die mit dem Friedensvertrag von 1938 ins Leben gerufen wurde. Bereits seit ihren Unabhängigkeitserklärungen im 19. Jahrhundert stritten sich Bolivien und Paraguay um das Gebiet Chaco Boreal. Von 1932 bis 1935 kam es dann zu einem äußerst blutigen Krieg zwischen den beiden Ländern. Paraguay gewann und erhielt den Großteil des Chaco Boreal. Im Jahr 2007 beendete die Grenzkommission ihre mühevolle Arbeit, die durch die natürliche Unwirtlichkeit des Chaco-Gebiets sowie aufgrund wechselnder politischer Interessen während der letzten Jahrzehnte, nur langsam voranschritt. Argentinien agierte als Hauptvermittler zwischen den beiden Streitparteien. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


14. April 2009 | Paraguay: Präsident Lugo erkennt die Vaterschaft für ein zweijähriges Kind an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Präsident Lugo erkennt die Vaterschaft für ein zweijähriges Kind an (Bildquelle: Fernando Lugo APC)Der paraguayische Präsident Fernando Lugo hat am Montag im Zuge einer Vaterschaftsklage die Vaterschaft für ein zweijähriges Kind anerkannt. Sein Anwalt sagte, dass der Präsident Lugo die Rückgabe des gespendeten Teils seines Lohnes beantragen wird, um seine Unterhaltsverpflichtungen zu erfüllen. Am Anfang seiner Regierung hatte Lugo entschieden, die Hälfte seines Lohnes für INDI – das Instituto Nacional del Indígena – zu spenden. Die Nachricht über die Vaterschaft löste einen Skandal in Paraguay aus, weil Fernando Lugo bis 2008 für die Katholische Kirche als Bischof galt, da sie seinen Rücktritt von diesem Amt abgelehnt hatte. Als Bischof war Lugo jedoch ans Zölibat gebunden. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


23. März 2009 | Ecuador, Paraguay: Rafael Correa zu offiziellem Staatsbesuch bei Fernando Lugo | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Paraguay

Ecuador, Paraguay: Rafael Correa zu offiziellem Staatsbesuch bei Fernando Lugo (Bildquelle: Fernando Lugo APC)Der Präsident Ecuadors Rafael Correa traf heute in der Hauptstadt Paraguays ein, um mit seinem Amtskollegen Fernando Lugo über eine Vertiefung der Integration Lateinamerikas zu beraten. Es ist der erste offizielle Staatsbesuch eines Präsidenten, seit der Ex-Bischoff Lugo am 15.08.2008 im Beisein der Staatsoberhäupter Boliviens, Brasiliens, Chiles, Honduras, Uruguays und Venezuelas das Präsidentenamt übernahm. Beide Seiten werden verschiedene Kooperationsabkommen unterzeichnen, unter anderem ein Programm zur Förderung von Export und Investitionen. Außerdem sieht der Plan ein Treffen mit Kongress-Mitgliedern und des Obersten Gerichtshof vor. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


21. Dezember 2008 | Brasilien: Lateinamerika will neuen Staatenbund ohne die USA gründen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Brasilien: Lateinamerika will neuen Staatenbund ohne die USA gründen (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile)Am Dienstag und Mittwoch (16./17.12) waren die 33 Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika und der Karibik einer Einladung des brasilianischen Präsidenten Lula da Silva gefolgt und haben sich zu einem Lateinamerika-Karibik-Gipfel in Costa do Sauípe an der Atlantik-Küste Brasiliens getroffen. Im Ergenbnis wollen die 33 Teilnehmer-Staaten einen neuen Staatenbund gründen – eine Alternative zur US-dominierten Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Ziel ist die Stärkung der regionalen Intgration und ein gemeinsames Auftreten in der globalen Politik. Des Weiteren wollen die Staaten mehr Mitbestimmung beim Aufbau einer neuen internationalen Finanzarchitektur und in den internationen Finanzorganen. Das Treffen fungierte gleichzeitig als Gipfel der Rio-Gruppe, der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) und des Mercosur. Politisch bedeutend war zudem der Besuch von Raúl Castro, dessen Karibik-Insel jetzt offizielles Mitglied in der Rio-Gruppe (1986 als Konsultationsforum zur Beilegung bewaffneter Konflikte in Mittelamerika gegründet) ist. Gleichzeitig wurde das Ende des US-Wirtschaftsembargos gegen Kuba gefordert. Die Mitglieder der Union der Südamerikanischen Nationen (UNASUR) einigten sich auf die Gründung des schon lange geplanten Südamerikanischen Verteidigungsrates. Im Wirtschaftsbündnis Mercosur gab es hingegen keine Fortschritte in Bezug auf die Zollunion, denn die Abschaffung des doppelten Importzolls (TEC) scheiterte vor allem am Widerstand Paraguays. Gleichzeitig beschlossen die Mercosur-Staaten die Einrichtung eines Garantie-Fonds in Höhe von 100 Millionen Dollar. Dieser soll den Kreditzugang für kleinere und mittlere Unternehmen verbessern. (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile)


11. November 2008 | Mercosur: Lula will US-Dollar im Handel zwischen MERCOSUR-Ländern abschaffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Lula will US-Dollar im Handel zwischen MERCOSUR-Ländern abschaffen (Foto: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)Auf einem am Freitag (07.11.) zwischen den Mitgliedsländer des MERCOSUR (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) stattgefundenen Treffen hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva den Vorschlag geäußert den US-Dollar als Verechnungseinheit im Handel zwischen den MERCOSUR-Staaten abzuschaffen. In seiner Rede in der Stadt Foz do Iguaçu (Brasilien) betonte er, dass man nicht mit US-Dollar handeln müsse, sondern auch die Währungen der Mitgliedsländer verwenden könne. Seine Überlegungen gehen auf ein zum 3. Oktober zwischen Argentinien und Brasilien eingeführtes Sytem SML (Sistema de Pagos en Moneda Local) zurück, durch welches die Unternehmen ihre Geschäfte in brasilianischen Reais und argentinischen Peso abwickeln. Der Wechselkurs wird dabei täglich durch beide Zentralbanken festgesetzt. Vorteile einer Abschaffung des US-Dollars sind die Stärkung der lokalen Devisenmärkte, der Abbau von Hemnissen im Handel der Mitgliedsländer und der leichtere Marktzugang von kleinen und mittelständischen Unternehmen (da diese keine Devisenverträge mehr abschliesen müssen). Gleiches hatte der brasilianische Botschafter Mario Vilalba in Santiago am 19. Oktober auch an Chile herangetragen. Beiden Ländern geht es vor allem um die Stimmulierung des Handels zwischen den beiden Freihandelszonen Manaus (Brasilien) und Iquique (Chile). (Foto: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)


17. September 2008 | Brasilien, Paraguay: Verhandlungen über Energiepreise des Wasserkraftwerks Itaipú | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Brasilien, Paraguay: Verhandlungen über Energiepreise des Wasserkraftwerks Itaipú (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Paraguays Präsident Fernando Lugo befindet sich heute auf einem Staatsbesuch in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Dort wird er sich mit seinem Pendent Lula treffen, um über die Erhöhung der Energiepreise des Wasserkraftwerks Itaipú zu verhandeln. Das Kraftwerk gehört je zu 50 Prozent Brasilien und Paraguay, jedoch mit der Einschränkung, dass von Paraguay nicht benötigte Energie durch Brasilien aufgekauft werden kann. Aufgrund der historisch ausgehandelten Preise zahlt Brasilien derzeit circa 300 Millionen US-Dollar pro Jahr an Paraguay, dass nur eine bis maximal zwei der 18 Turbinen (plus 2 Notfall-Turbinen) zur Deckung seines Energiebedarfs benötigt. Bezogen auf marktgerechte Preise würde der von Brasilien zu zahlende Betrag bei etwas 1,5 bis 2 Milliarden Dollar liegen. Neben dieser Erhöhung strebt Lugo auch eine Änderungen des Vertrags an, dass die Energie ebenfalls an Drittländer verkauft werden kann. Da der Vertrag jedoch noch bis 2023 läuft, wird Brasilien trotz zugesagter Hilfe für den neugewählten Präsidenten Paraguays wohl nur eine minimale Erhöhung des Preises akzeptieren. Im Jahr 2007 konnte Itaipu 19 Prozent des Energiebedarfs von Brasilien und 91 Prozent des Bedarfs von Paraguay abdecken. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


10. September 2008 | Argentinien, Brasilien: Abschaffung des US-Dollars im lokalen Zahlungsverkehr | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Argentinien, Brasilien: Abschaffung des US-Dollars im lokalen Zahlungsverkehr, Christina Kirchner und Luiz Inácia Lula da Silva (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)Wie der brasilianische Wirtschaftsminister Guido Mantega auf einem Treffen zwischen der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und dem brasilianischen Pendent Luiz Inácio Lula da Silva am 8. September bekannt gab, wird der US-Dollar, als Verechnungseinheit im kommerziellen Zahlungsverkehr zwischen Argentinien und Brasilien, abgeschafft. Mit Wirkung zum 3. Oktober tritt das neue System (Sistema de Pagos en Moneda Local, SML) in Kraft, welches die Abwicklung der Zahlungen in den lokalen Währungen vorsieht. Brasilien ist mit 19 Prozent nicht nur das wichtigste Zielland argentinischer Exporte, sondern auch für 32 Prozent aller argentinischen Importe verantwortlich. Im ersten Halbjahr wurden bisher Waren im Wert von 14 Milliarden US-Dollar gehandelt, mit einem Überschuss von zwei Mrd. zugunsten der Brasilianer. Vorteile des neuen Zahlungssystems sind die Stärkung des Real-Peso (Devisen)Marktes, der Abbau von Hemnissen im Handel der beiden Länder und der leichtere Zugang von kleinen und mittelständischen Unternehmen (da diese keine Devisenverträge mehr abschliesen müssen). Es ist auch geplant das System in Zukunft auf Paraguay und Uruguay auszuweiten, jedoch müssen dafür zuerst technische Anpassungen vorgenommen werden. (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)


28. August 2008 | Lateinamerika: Utopie des “Expreso del Sur” könnte Wirklichkeit werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Peru, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Lateinamerika: Utopie des Expreso del Sur könnte Wirklichkeit werden (Foto: Agência Brasil)Anfang August haben sich der venezulanische Präsident Hugo Chávez, Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien) und Christina Kirchner (Argentinien) getroffen, um über eine gemeinsame Transport-Allianz zu sprechen. Es ging zum einem um eine gemeinsame Flugline, zum anderen um eine Eisenbahnverbindung, welche alle drei Länder verbindet. Diese sogenannte “Utopie” eines “Expreso del Sur” könnte nach Aussage von Chávez Wirklichkeit werden. In einer Pressemitteilung wurde der Beginn von Machbarkeitsstudien angekündigt. Die Eisenbahnlinie, welche sich von Caracas bis zum Mar del Plata erstreckt, könnte eine Länge von bis zu 9.000 Kilometern haben. Auf einem Kongress von Spezialisten gab es bereits ein Brainstorming zu technischen Schwierigkeiten, sowie zu (umwelt-)politischen und finanziellen Gesichtspunkten. Eine Idee, aber 2 Möglichkeiten der Umsetzung. Eine Variante geht direkt durch die drei Länder und den Amazonas, was zwar günstiger, aber negativ für die Umwelt und den gesellschaftlichen Nutzen ist. Variante 2 macht einen Bogen über die Andengemeinschaft ist dadurch zwar teurer, integriert jedoch weitere Länder. Eine Umsetzung des “Expreso del Sur” ist noch in weiter Ferne und bedarf eines langfristigen politischen Willens aller Länder – unabhängig von Wahlen. (Bildquelle: Agência Brasil)


21. August 2008 | Paraguay, Venezuela: Chávez bittet Paraguay um Zustimmung für MERCOSUR Beitritt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay, Noticias Venezuela

Paraguay, Venezuela: Chávez bittet Paraguay um Zustimmung für MERCOSUR Beitritt, Hugo Chávez und Fernando Lugo (Bildquelle: Fernando Lugo APC)Nach der Amtseinführung von Fernando Lugo als neuen Präsidenten Paraguays war Hugo Chávez noch ein wenig im Land geblieben und begleitete Lugo zu einer Veranstaltung in dessen früherer Provinz San Pedro (16.08.). Während seiner 35-minütigen Rede erinnerte er dabei nocheinmal an die fehlende Zustimmung der Parlamente aus Paraguay und Brasilien für die offizielle Vollmitgliedschaft Venezuelas im Wirtschaftverbund MERCOSUR. Er forderte implizit die paraguayische Unterstützung. Diese wird ihm mit Begründung von anti-demokratischen Tendenzen (z.B. durch die Schließung des Fernsehsenders CAN-TV) bisher verweigert. Unterdessen betreibt Chávez bei Lugo bereits Lobbyarbeit, indem beide Präsidenten zahlreiche Kooperationsabkommen unterschrieben haben. Unter anderem garantiert Venezuela Öl-Lieferungen, um der künstlichen Verknappung von Treibstoff durch die Eliten und dem daraus resultierenden Druck auf Fernando Lugo entgegenzuwirken. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


18. August 2008 | Paraguay: Fernando Lugo tritt Präsidentenamt an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Fernando Lugo tritt Präsidentenamt an (Bildquelle: Fernando Lugo APC)Am Freitag (15.8.) wurde der 57 jährige Ex-Bischof Fernando Lugo in der Hauptstadt Asunción offiziell im Amt des Präsidenten vereidigt. Damit endet nun auch offiziell die Vorherrschaft der seit 61 Jahren herrschenden konservativen Colorado-Partei. Als Gäste nahmen unter anderm die Präsidenten von Ecuador (Rafael Correa), Bolivien (Evo Morales), Honduras (Jose Manuel Zelaya), Uruguays (Tabaré Vázquez), Brasilien (Luiz Inacio Lula da Silva), Chile (Michelle Bachellet) und Venezuela (Hugo Chávez) teil. Lugo wird in seiner Amtszeit viel Geduld mit dem eigenen Regierungsbündnis, sowie dem Parlament benötigen. Während die neoliberale “Partido Liberal Radical Auténtico” die stärkste Kraft im Bündnis ist, besitzt die Colorado-Partei im Parlament immernoch die Mehrheit. Dennoch gibt sich Lugo zuversichtlich. In seiner Antrittsrede sagte er: “Heute hört Paraguay auf, ein Land der sozialen Ausgrenzung, der Geheimniskrämerei und der Korruption zu sein”. Die Ansprüche sind hoch, etwa drei Viertel der Paraguayer erwarten eine “gute” bis “sehr gute” Regierungsarbeit. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


11. August 2008 | Paraguay: Bauernbewegung MCP belagert Farmen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Bauernbewegung MCP belagert Farmen, Sojaernte (Bildquelle: Agencia Brasil)Ende dieser Woche, am 15. August, übernimmt Fernando Lugo offiziell das Amt des Präsidenten. Unterdessen nehmen die Bauern bereits Stellung, um ihrer Forderung und Hoffnung auf eine Landreform unter der neuen Regierung Nachdruck zu verleihen. Seit Wochen belagern 50.000 Bauern die Farmen der Großgrundbesitzer, welche in Paraguay zwar nur 1 Prozent der Bevölkerung ausmachen, aber 77 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche besitzen. Größere Unruhen konnte Lugo bisher stets verhindern, indem er der Bauernbewegung MCP (Movimiento Campesino Paraguayo) schnelle Hilfe nach seinem Amtsantritt versprach. Zwar garantiert die paraguayische Verfassung das Recht auf ein Stück Land, gleichzeitig aber auch das Privateigentum. Ein weiteres Problem besteht darin, das es kein aktuelles Kataster über die rechtmäßigen Eigentümer der Ländereien gibt. Um schnelle Erfolge aufzuweisen wird Lugo wohl zunächst brachliegendes und illegal erworbenes Land enteignen, um es an die Bauern zu verteilen. (Bildquelle: Agencia Brasil)


02. Juli 2008 | Mercosur: Personenverkehr zwischen Mitgliedsstaaten ohne Reisepass möglich | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien, Noticias Paraguay, Noticias Peru, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Mercosur: Personenverkehr zwischen Mitgliedsstaaten ohne Reisepass möglich (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)Auf dem 35. Treffen der Staats- und Regierungschefs des Mercosur (30. Juni / 1. Juli) in San Miguel de Tucumán (Argentinien) wurde beschlossen, dass die Bürger der Vollmitglieder des Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) beim Überqueren der Grenze von einem zum anderen Staat keinen Reisepass mehr vorzeigen müssen. Lediglich der Personalausweis muss mitgeführt werden. Auch die assoziierten Mitglieder Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela übernehmen diese Regelung. Die Regelung wird voraussichtlich Anfang 2009 in Kraft treten. Damit ist der erste Schritt in Richtung eines freien Personenverkehrs innerhalb der Mercosur-Staaten getan. Der nächste Schritt wäre, ähnlich wie in der Europäischen Union, die Abschaffung der Grenzkontrollen. Ob und wann dies geschehen wird, ist jedoch noch nicht bekannt. (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina)


16. Juni 2008 | Brasilien, Paraguay: Brasilien verliert WM-Quali gegen Paraguay | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Brasilien, Paraguay: Brasilien verliert WM-Quali gegen Paraguay, Carlos Dunga und Luiz Inacio Lula da Silva (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)Im Qualifikationsspiel für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat Brasilien gestern überraschend gegen den bisherigen Tabellenführer Paraguay mit 0:2 verloren. Bereits nach 25 Minuten erzielte Santa Cruz das 1:0 für Paraguay. Trotzdessen, dass Paraguay fast die komplette zweite Hälfte mit nur 10 Mann spielte, reichte es zum Sieg gegen die Seleção. Die Brasilianer weisen, wie auch andere Teams, eine ausgeprägte Auswärtsschwäche auf. Nicht nur, dass sich das Team um Carlos Dunga schon vor dem Spiel mit einem möglichen Unentschieden zufrieden zeigt, sondern auch die Statistik beweist diese Tendenz, denn Brasilien hat seit vier Jahren kein einziges Auswärtsspiel in der WM-Quali gewinnen können. Im nächsten Spiel gegen Argentinien gehts für Brasilien fast schon um alles. (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)


22. Mai 2008 | Paraguay, Brasilien: Einsatz von Milizen gegen paraguayische Landlose | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Paraguay, Brasilien: Einsatz von Milizen gegen paraguayische Landlose (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Brasilianische Großgrundbesitzer in der paraguayischen Stadt “Ciudad del Este”, haben damit begonnen Milizen zu engagieren, um sich vor paraguayischen Landlosen zu schützen. Zum einen wollen die “Brasiguaios”, wie die brasilianischen Großgrundbesitzer nahe der Grenze zu Brasilien genannt werden, auf keinen Fall ihr (nicht genutztes) Land verlieren und zum anderen dienen die Milizen zum Schutz vor einer Besetzung der Farmen bzw. Bedrohung durch die Landlosen Paraguays, welche auch schon Geiseln genommen haben. Fast die gesamte (80%) Getreideproduktion des Landes (Soja und Mais) befindet sich im Besitz der Brasilianer. Die paraguayischen Landlosen haben angekündigt die Besetzungen bis zum 15. August, dem Tag des Amtsantritts des neuen Präsidenten Fernando Lugo, fortzusetzen. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


13. Mai 2008 | Brasilien, Paraguay: Das Wasserkraftwerk Itaipu – Objekt der Begierde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Brasilien, Paraguay: Das Wasserkraftwerk Itaipu - Objekt der Begierde, Karrikatur der Zeitung ABC Color (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Fernando Lugo, Paraguays designierter Präsident, bietet Brasilien Alternativen für die Nutzung von Itaipu an, ohne das eine Neuverhandlung des noch bis 2023 gültigen Vertrages nötig ist. Hauptkritikpunkt von Lugo ist der vertragliche festgelegt Verkauf der von Paraguay nicht benötigten Energie an Brasilien, welcher aufgrund von gegengerechneten Betriebs- und Kreditkosten jedoch nicht zu aktuellen Marktpreisen erfolgt. Eine Alternative ist die Anhebnung des Preises auf ein faires Niveau, wodurch Paraguays Einnahmen von 300 Millionen auf 2 Millarden US-Dollar ansteigen würden. Eine weitere Alternative wäre die Rückzahlung der Hälfte der Schulden in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar, welche die brasilianische Elektrobras zum Bau des Wasserkraftwerkes aufgenommen hat. Durch diese Maßnahme könnten die Betriebskosten gesenkt werden und Brasilien müßte einen höheren Preis pro Megawattstunde zahlen. Einerseits benötigt Brasilien günstige Ernergie für seine boomende Wirtschaft, andererseits möchte Lugo die steigenden Einnahmen zur Finanzierung von Bildungs- und Sozialprogrammen in Paraguay nutzen. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


21. April 2008 | Paraguay: Ex-Bischof Fernando Lugo wird neuer Präsident | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Ex-Bischof Fernando Lugo wird neuer Präsident (Bildquelle: Fernando Lugo APC)Nach der Auszählung von 92 Prozent der abgegebenen Stimmen erklärte das oberste Wahlgericht den linksgerichteten Beifreiungstheologen Fernando Lugo zum Sieger der Präsidentschaftswahlen. Mit 40,8 Prozent liegt Lugo deutlich vor der Colorado-Kandidatin Blanca Ovelar, welche auf 30,7 Prozent kam und entsprechend ihre Niederlage einräumte. Trotz des deutlichen Sieges gegen die seit 61 Jahren regierende Colorado-Partei verfehlte die Patriotische Allianz für den Wandel (APC) jedoch eine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments. In seinem Wahlprogramm hat Lugo den Kampf gegen Armut und Korruption versprochen. Zudem will er für mehr soziale Gerechtigkeit und eine unabhängige Justiz sorgen. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


16. April 2008 | Paraguay – Wahlfälschung bei Präsidentschaftswahlen befürchtet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay - Wahlfälschung bei Präsidentschaftswahlen befürchtet (Bildquelle: FernandoLugoAPC)4 Tage vor den Präsidentschaftswahlen am 20. April befürchten immer mehr Bürger enorme Wahlfälschung zugunsten der seit 1948 regierenden Colorado-Partei. Paraguay steht vor einer historischen Wende sollte Fernando Lugo, Ex-Bischof und Oppositionskandidat der Mitte-Links Allianz, die Wahl gewinnen. Letzen Umfragen zufolge kann Lugo mit 34,5 Prozent der Stimmen rechnen, die Colorado-Kandidatin Blanca Ovelar mit 28,5 Prozent. Da die Colorado-Partei das oberste Wahlgericht, als auch den obersten Gerichtshof mehrheitlich kontrollieren scheint ein Sieg von Lugo aber ungewiss. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


11. März 2008 | Paraguay: Ex-Bischof Lugo soll Präsident werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Ex-Bischof Lugo soll Präsident werden (Bildquelle: Fernando Lugo APC)Vor den Präsidentschaftswahlen im südamerikanischen Paraguay am 20. April 2008 steht das Land vor einem durchgreifenden Wandel. Nach 60 Jahren Vorherrschaft der konservativen „Partido Colorado“ rechnen die Meinungsforschungsinstitute dem ehemaligen Bischof von San Pedro, Fernando Lugo die besten Chancen für das Amt des Präsidenten aus. Der Vatikan hatte den charismatischen Präsidentschaftskandidaten Lugo Anfang 2007 abgemahnt und von seinem Bischofsamt suspendiert, jedoch nicht entbunden. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


04. Februar 2008 | Paraguay: Missachtung des Gerichtsurteils zur Rückgabe indigener Gebiete | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Missachtung des Gerichtsurteils zur Rückgabe indigener Gebiete (Bildquelle: Organization of American States, OAS)VertreterInnen der indigenen Gemeinschaft der Yakye Axa haben am 4. Februar vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte angezeigt, dass der paraguayische Staat ein Gerichtsurteil zur Rückgabe indigener Territorien nicht befolgt hat. Im Juni 2005 hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte Paraguay angewiesen, “die entsprechenden Gebiete auszuweisen” und binnen drei Jahren, “der indigenen Gemeinschaft kostenfrei zu übergeben”. Der Gerichtshof ist ein Organ der Organisation Amerikanischer Staaten und seine Urteile sind für alle Mitglieder bindend. (Bildquelle: Organization of American States, OAS)


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