lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Lateinamerika

16. Juni 2014 | Argentinien: Die Überreste von Miguel Ángel Bustos wurden identifiziert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Gelesen: Miguel Angel Bustos - Foto: BuchcoverDie sterblichen Überreste von Miguel Ángel Bustos, eines seit fast 40 Jahren Verschwundenen, konnten endlich identifiziert werden. Bustos wirkte als Dichter, Anthropologe, Journalist und Dozent an der Universität. Während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) wurde er von der Polizei Ende Mai 1976 in Buenos Aires verschleppt.  Das „Verschwindenlassen“ von zehntausenden Gegnern der Putschisten war gängige Praxis, der auch Miguel Ángel Bustos zum Opfer fiel. Dank der Arbeit des Argentinischen Anthropologischen Forensik-Teams (EAAF) kann nun die traumatische Frage nach seinem weiteren Schicksal beantwortet werden. Der Dichter wurde in einem geheimen Gefängnis (Centro Clandestino de Detención) gefangen gehalten und 20 Tage später in einer fingierten Konfrontation umgebracht. Seine Leiche wurde als „N.N.“ in einem Massengrab auf dem Friedhof beigesetzt. Von offizieller Seite wurden über sein Leben und seinen Tod zahlreiche Lügen verbreitet.  An der Verleumdungskampagne beteiligten sich auch die etablierten Massenmedien und Machtgruppen. Wie das Schicksal der vielen Menschen, die bis heute als verschwunden gelten, die inzwischen identifiziert wurden oder die ihre Entführung überlebt haben, zeigt, ist der Fall von Miguel Ángel Bustos kein Zufall. Es ist deshalb an der Zeit, seine ganze Lebensgeschichte zu erzählen: Sein Wirken als Intellektueller, als Mitglied der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT), als ein Mensch, der sich für die Probleme seiner Zeit engagierte, der gegen die Ungerechtigkeit des bestehenden Gesellschaftsmodells kämpfte und  der an eine bessere Gegenwart glaubte. Werke Miguel Ángel Bustos: Corazón de piel afuera (1959), Cuatro murales (1957), Fragmentos fantásticos (1965) El Himalaya o la moral de los pájaros (1970), Visión de los hijos del mal (1967), Prosa 1960–1976 (2007) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion).


09. Juni 2014 | Uruguay: Immer mehr Emigranten kehren in ihre Heimat zurück | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Immer mehr Emigranten kehren in ihre Heimat zurück - Bild: Quetzal-Redaktion, gtEtwa 18 Prozent der Uruguayer, so stellte die Internationale Organisation für Migration fest, leben im Ausland. Vor allem junge Leute kehrten und kehren ihrer Heimat den Rücken, was zu einem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung in dem Land am Río de la Plata führt. Doch bereits vor einigen Jahren wurde von der Organisation ein Trend der Remigration konstatiert. Jetzt meldete das uruguayische Büro für Rückkehrer (Oficina de Retorno y Bienvenida) einen weiteren Anstieg derjenigen, die in ihr Land heimkehren. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind im Vergleich zum letzten Jahr zehn Prozent mehr Uruguayer remigriert, durchschnittlich 200 monatlich. Seit 2011 kamen insgesamt mehr als 9.000 Orientales in ihr Land zurück. Zwei Fünftel von ihnen geben wirtschaftliche Gründe für die Heimkehr an, knapp ein Drittel nennt familiäre Probleme. Die Rückkehrer sind zumeist weitgehend mittellos. Um ihre Eingliederung zu erleichtern, wurde der Nationale Migrationsrat gegründet, der die Migrationspolitik koordinieren soll und in dem Vertreter des Innenministeriums, des Ministeriums für Arbeit und soziale Sicherheit sowie des Auswärtigen Amtes vertreten sind. Alles in allem, so betont das Büro für Rückkehrer, ist die Remigration ein großer Gewinn für das Land (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


05. Juni 2014 | Brasilien: Proteste und Streiks kurz vor WM | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Dilma beim Countdown für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Blog do Planalto BrasilCopa sem o povo, tô na rua de novo! (WM ohne Volkesmasse, ich bin wieder auf der Straße!) – so tönte es gestern durch die Innenstadt von São Paulo. Mehr als zwanzig Tausend Menschen haben sich erneut zusammengefunden, um gegen die Fifa und die eigene Regierung zu demonstrieren. Die Menschen waren und sind nicht gegen das sportliche Großereignis der Fußballweltmeisterschaft an sich, aber gegen die Art und Weise, wie sie organisiert wurde und wie sie stattfinden wird. „Die Spiele dürfen kein Ereignis sein, das nur den Reichen Vorteile verschaffe“, meint Guilherme Boulos, natinonaler Koordinator der Arbeiterbewegung MTST (Movimento dos Trabalhadores Sem-Teto). Das einfache Volk habe schon keinen Zugang zu den Spielen, bei denen die Eintrittskarte 500 Reais kostet. „Sollten unsere Forderungen ohne Antwort bleiben, wird es viele Menschen geben, die ohne Eintrittskarten die Eröffnung der Weltmeisterschaft im Stadion in São Paulo werden sehen wollen“. Während der Proteste vor dem Itaquerão Stadion wurden unter anderem Forderungen zu Reformen im Gesundheitswesen, in der Bildung, im öffentlichen Nahverkehr und zur prekären urbanen Wohnsituation laut. Außerdem wurden lebenslängliche Renten für die Hinterbliebenen der während der Bauarbeiten zu Tode gekommenen Arbeiter gefordert. Heute legt zusätzlich ein Streik der Arbeiter im öffentlichen Nahverkehr große Teile São Paulos lahm. Die Mitarbeiter der Companhia de Engenharia de Tráfego (CET) fordern höhere Löhne sowie mehr Arbeitsplätze. Die Proteste in Brasilien werden auch kurz vor Anpfiff nicht leiser (Bildquelle: Blog do Planalto Brasil).


26. Mai 2014 | Argentinien: Repsol erhält Entschädigung für Teilverstaatlichung der YPF | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: YPF - Foto: Mendoza EconomicoDie Teilverstaatlichung der Tochterfirma Yacimientos Petrolíferos Fiscales (YPF) des spanischen Erdölkonzerns Repsol durch die argentinische Regierung im April 2012 hatte für internationale Kritik gesorgt, während in Argentinien das Vorgehen auf mehrheitliche Zustimmung traf. YPF bildete mit rund einem Drittel der argentinischen Öl- und einem Viertel seiner Gas-Fördermenge den größten Förderkonzern des Landes. Mit der Verstaatlichung erhoffte sich Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, wieder mehr Kontrolle über die Energieressourcen sowie einen Ausgleich in der Energie- und Handelsbilanz zu schaffen. Nach der Enteignung von 51 Prozent der YPF-Aktien reichte Repsol u. a. Klage vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank ein. Gefordert wurde ein Übernahmeangebot der argentinischen Regierung für die verstaatlichten YPF-Anteile und eine angemessene Entschädigung für die durch den Kurseinbruch entstandenen Verluste. Ursprünglich forderte Repsol eine Ausgleichszahlung von 10,5 Mrd. US-Dollar. Nach zweijährigen Verhandlungen einigte man sich auf etwa die Hälfte des Betrages in Form von argentinischen Staatsanleihen. Mit der Veräußerung des gesamten Portfolios der argentinischen Anleihen verdiente Repsol 4,9972 Mrd. US-Dollar. Damit wurden sämtliche Rechtsstreitigkeiten für beendet erklärt. Zusätzlich erlöste Repsol noch 1,255 Mrd. US-Dollar durch den Verkauf des Restanteils der Aktien an YPF in Höhe von 11,86 Prozent. Insgesamt hat Repsol Entschädigungszahlungen von mehr als 6 Mrd. US-Dollar erhalten und plant damit eine Sonderdividende von 1,00 € pro Aktie an seine Aktionäre auszuschütten. Mit der Beendigung des Streits hofft Argentinien wieder auf neue Investoren, um die Öl- und Gasförderung weiter vorantreiben zu können (Bildquelle: Mendoza Economico).


12. Mai 2014 | Brasilien: Deutliche Zunahme der Asylanträge | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: FlaggeIn den letzten vier Jahren ist eine Steigerung der Asylanträge in Brasilien zu beobachten. Im Jahr 2013 wurden 5.256 Anträge gestellt, 2010 waren es noch 566. Laut Brasiliens Justizsekretär Paulo Abrão ist die Erhöhung der Asylanträge eine Folge zunehmender bewaffneter Konflikte in einigen Ländern in Afrika und im Nahen Osten. Die Flüchtlinge, die in Brasilien um Aufnahme ersuchen, kommen aus 15 Ländern, davon zwei Drittel aus Bangladesch, Senegal, Libanon und Syrien. Für André Ramírez, den Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen in Brasilien, weist die Zunahme der Asylanträge auf die stärkere Bedeutung Brasiliens im internationalen Geschehen hin. Für ein Land mit einer Bevölkerung von ca. 201 Millionen nimmt sich die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge allerdings bescheiden aus: 2010 wurden gerade einmal 126 Anträge bewilligt, 2013 auch nur 649. Mittlerweile ist die brasilianische Regierung auf Forderungen der Flüchtlinge eingegangen; seit Oktober 2013 werden diese im Ausweis als Einwohner und nicht mehr als Flüchtlinge bezeichnet. Besitzer alter Ausweise haben das Recht auf eine Veränderung des Eintrags, müssen aber die Kosten selbst übernehmen. Darüber hinaus bekommen Flüchtlinge in Brasilien inzwischen auch eine Arbeitserlaubnis.


05. Mai 2014 | Panama: Überraschender Wahlausgang bei der Präsidentschaftswahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Panama

Panama: Juan Varela siegt bei den Präsidentschaftswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscJuan Carlos Varela heißt der neue Präsident Panamas. Er löst Ricardo Martinelli ab, der laut Verfassung nicht zur Wiederwahl antreten durfte. Dieser hatte jedoch alles Mögliche versucht, weiterhin Einfluss auf die Politik des Landes auszuüben. Beispielsweise stellte er an die Seite des Regierungskandidaten der Partei Cambio Democrático (CD), José Domingo Arias, seine Ehefrau Marta Linares als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin auf. Umso überraschender fiel die Niederlage dieses Duos gegen Juan Varela aus, der noch 2011 Außenminister unter Martinelli gewesen war. Varela erzielte nach dem vorläufigen Endergebnis 39 Prozent der Stimmen, Arias 32 Prozent. Der neue Präsident profitierte damit sicherlich von dem starken Abschneiden des Drittplatzierten, Juan Carlos Navarro von der Partido Revolucionario Democrático (PRD), der 27 Prozent auf sich vereinigen konnte. Wichtigstes Thema bei der Wahl bildete die (gegenseitige Anschuldigung von) Korruption und der zunehmend autoritäre Stils Martinellis, der nach und nach seinen Einfluss auf die anderen Gewalten im Staat vergrößert hat. Varelas Wahlbündnis zwischen der Partido Panameñista und der Partido Popular kam auch bei den zeitgleich abgehaltenen Wahlen zur Nationalversammlung auf die meisten Stimmen, verpasste aber die absolute Mehrheit (Bildrechte: Quetzal-Redaktion, ssc).


02. Mai 2014 | Lateinamerika: Vielfältige Aktionen zum Internationalen Tag der Arbeit | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Vielfältige Aktionen zum Internationalen Tag der Arbeit - Foto: Quetzal-Redaktion, sscAm 1. Mai fanden überall in Lateinamerika Demonstrationen und Protestaktionen statt. In Caracas bekundeten zwei Millionen Venezolaner ihre Unterstützung für den Kurs der Regierung von Nicolás Maduro. Evo Morales, der in La Paz zusammen mit Führern der bolivianischen Gewerkschafts-zentrale COB die Mai-Kundgebung anführte, gab die Anhebung des Mindestlohnes um 20 Prozent bekannt. In Kolumbien forderten die drei großen Gewerkschaftsverbände CUT (Confederación Unitaria de Trabajadores) CGT (Confederación General de Trabajadores) und CTC (Confederación de Trabajadores de Colombia) bessere Arbeitsbedingungen und solidarisierten sich mit dem Streik im Agrarsektor des Landes. In Brasilien forderten die Gewerkschaften die Einführung der 40-Stunden-Woche. In Havanna war der Platz der Revolution voller Menschen, die von Staatschef Raúl Castro und Ulises Guilarte Nacimiento, Generalsekretär des kubanischen Gewerkschaftsverbandes CTC (Central de Trabajadores de Cuba) begrüßt worden. Am selben Tag stellte Elizabeth Tinoco, Regionalbeauftragte der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) für Lateinamerika eine Studie vor, in der die Schaffung von 43,5 Millionen neuen Arbeitsplätzen im Lauf der nächsten zehn Jahre gefordert wird. Außerdem wird darauf verwiesen, dass über die Hälfte der Beschäftigten im informellen Sektor beschäftigt sind. Angesicht von Prognosen, die eine deutliche Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums (2,3 bis 2,7 Prozent) vorhersagen, wird es schwer sein, die  Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent (2013) auf diesem historisch niedrigen Niveau zu halten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


27. April 2014 | Kolumbien: Gustavo Petro Urrego wieder zum Bürgermeister von Bogotá ernannt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Präsident und Ex-Verteidigungsminister Juan Manuel Santos - Foto: Public DomainStaatspräsident Juan Manuel Santos gab am vergangenen Mittwoch bekannt, dass der von ihm im Dezember 2013 abgesetzte Bürgermeister von Bogotá, Gustavo Petro Urrego, nun wieder sein Amt ausführen wird. Der beliebte Politiker aus der linken Fraktion wurde damals u. a. beschuldigt, die Verfassungsgrundsätze der freien Marktwirtschaft verletzt zu haben, da er private Entsorgungsdienstleistungen bei der Vergabe von Aufträgen für die städtische Müllabfuhr ausschloss. Die Amtsenthebung sowie das fünfzehnjährige Ausführungsverbot öffentlicher Ämter erfolgte trotz gegenläufiger Forderung der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) und zog zahlreiche Anhänger Petros auf die Straßen, um gegen seine Absetzung zu protestieren. Nun musste sich der konservative Präsident Santos dem gerichtlichen Beschluss beugen. Per Twitter äußerte er: »Ich habe ein Dekret unterschrieben, den Bürgermeister Petro wieder einzusetzen. Meine Pflicht als Präsident ist, war und wird es immer sein, die Gesetze zu befolgen.« (Bildquelle: Public Domain)


24. April 2014 | Brasilien: Krawalle auf der Copacabana nach Tod eines jungen Tänzers | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Favela Dona Marta. Foto: Quetzal Redaktion, hlrDie genauen Umstände sind noch ungeklärt. Der 26-Jährige Rafael da Silva Pereira war am Dienstagmittag nach Angaben seiner Mutter auf dem Weg zu seiner Tochter, als er zu Tode kam. Polizisten sollen ihn nach Angaben der Anwohner geprügelt und dann erschossen haben. Die Polizei weist die Beschuldigungen zurück und wartet nun auf das Ergebnis der Untersuchungen. Noch am selben Abend versetzten hunderte Menschen mit brennenden Barrikaden und selbstgebauten Sprengkörpern das weltbekannte Viertel Copacabana in Ausnahmezustand. Sie protestierten gegen die vehemente Polizeigewalt in den favelas. Die bewaffnete Polizei rückte daraufhin mit Wasserwerfern und Helikoptern an, wobei wiederum ein Mann durch einen Kopfschuss getötet und ein 12-Jähriger Junge angeschossen wurde. Strukturelle Gewalt von Polizisten gegen Bewohner der Armenviertel, oftmals, wie auch in diesem Fall, dunkler Hautfarbe, sind leider immer noch eher Regel als Ausnahme. Von jährlich bis zu 1000 durch Polizisten getöteten Menschen geht Amnesty International allein in Rio de Janeiro aus. Der Tod des jungen Mannes zeugt jedoch von besonderer Tragik. Erst im vergangenen Jahr spielte er als Protagonist in dem Kurzfilm Made in Brazil mit. Der sechsminütige Film erzählt mit kritischem Blick auf die bevorstehende WM die Geschichte eines jungen Mannes, der vom Fußballspiel mit Freunden an der Copacabana zurück in die favela Pavão Pavãozinho kehrt. Dabei wird er von zwei Polizisten ohne Grund beleidigt und erschossen. Jetzt ist Rafael dieser immer widerkehrenden Geschichte wohl selbst zum Opfer gefallen, in genau derselben favela. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, hlr)


23. April 2014 | Lateinamerika: Aufruf zu gemeinsamer Ressourcenpolitik der UNASUR | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA Worldwind Blue MarbleAlí Rodríguez Araque, der venezolanische Sekretär der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), rief im vergangenen Monat in Buenos Aires die zwölf Mitgliedsländer auf, eine Vereinbarung über den gemeinsamen Umgang mit ihren Ressourcen zu erreichen. Unter den mehr als 17 Millionen Quadratkilometern, die die UNASUR-Länder einnehmen, befinden sich 20 Prozent der weltweiten Erdölreserven sowie andere Mineralien, so zum Beispiel 65 Prozent des  Lithiums, 42 Prozent des Silbers und 38 Prozent des weltweiten Kupfers. Eine der wichtigsten Süßwassersreserven der Erde ist das Guaraní-Grundwasservorkommen. Doch trotz des Reichtums an Ressourcen lebt ein großer Teil der Bevölkerung (ca. 137 Millionen Menschen) unterhalb der Armutsgrenze. Wie kann dieser Widerspruch gelöst werden? Die Antwort von Rodríguez Araque darauf lautet, dass man die Unabhängigkeit und soziale Entwicklung Südamerikas nur fördern kann, wenn alle Länder an einem Strang ziehen. Echte Unabhängigkeit ist nur möglich, wenn das Problem der einseitigen Abhängigkeit Lateinamerikas gelöst wird – eine Aufgabe, die nur gemeinsam und mit Aufrichtigkeit bewältigt werden kann. (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble)


17. April 2014 | Kolumbien, Lateinamerika: Gabriel García Márquez ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

Gabriel García Márquez - Foto: Jose LaraDer kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist heute im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben. Noch vor wenigen Tagen konnte er aus einer Klinik entlassen werden, nachdem er dort Anfang April aufgrund einer Lungenentzündung eingeliefert worden war. „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Chronik eines angekündigten Todes“ sind die Werke, die ihn weltweit berühmt gemacht hatten. Allein sein Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ wurde in 37 Sprachen übersetzt und 25 Millionen mal verkauft. 1982 erhielt er den Literaturnobelpreis. Er hat nicht nur den Magischen Realismus zur Blüte gebracht, sondern war auch stets sehr engagiert, wenn es um politische Fragen in Lateinamerika ging. Die Welt hat einen großen Schriftsteller verloren (Bildquelle: Jose Lara_).


11. April 2014 | Chile: Fischer nehmen nach Tsunami-Katastrophe die Arbeit wieder auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Fischereischiffe, Foto: Cristián Becerra AbarcaDie Präsidentin Michelle Bachelet rief als Folge des Erdbebens und des davon ausgelösten Tsunamis vom vergangenen Dienstag die Minister zusammen. Innerhalb von 24 Stunden verabschiedete der Kongress eine Übergangsregelung, die der Fischerei in den betroffenen Regionen Arica, Parinacota und Tarapacá eine schnelle Wiederaufnahme des Fischfangs ermöglichen soll. Gesetzliche Richtlinien für die Fischerei sollen dafür gelockert sowie Unterstützung bei der Reparatur oder Ersetzung beschädigter Boote zugesichert werden, so Luis Felipe Céspedes, Minister für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus im chilenischen Parlament. Die Fischerei in Iquique beklagte dabei einen immensen Schaden ihrer Flotte. Die Mehrzahl der Schiffe sei verschwunden oder zerstört. Das Bild gleiche einem Meer von schwimmendem Holz. Die Lebensgrundlage der Fischer sei dadurch zerstört, und sie wären auf die Hilfe der Regierung angewiesen. Bereits im Jahr 2010 erfasste ein Erdbeben die zentrale Region Chile und löste einen Tsunami aus. Dabei starben ca. 500 Menschen, und es entstand ein erheblicher Sachschaden. Die freigesetzte Energie des Bebens war so stark, dass sogar die Rotation der Erde beeinflusst wurde und jener Tag um einen Bruchteil einer Sekunde verkürzte. Das weltweit stärkste Beben mit der Größe 9,5 ereignete sich ebenfalls in Chile im Jahr 1960. Mehr als 5.000 Menschen wurden damals getötet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Cristián Becerra Abarca)


07. April 2014 | Costa Rica: Erwartetes Resultat bei der Stichwahl um das Präsidentenamt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Luis G. Solís ist Sieger bei den Präsidentschaftswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Costa Rica am Sonntag, 06.04.2014, gab es das erwartete Ergebnis: Luis G. Solís setzte sich mit 77,9 Prozent der Stimmen klar gegen Johnny Araya, der 22,1 Prozent erhielt, durch. Nur knapp 1,6 Millionen Wähler gingen zu den Wahlurnen. Die Wahlbeteiligung lag damit bei lediglich 56,8 Prozent. Allerdings war diese schlechte Wahlbeteiligung bereits im Vorfeld der Stichwahl erwartet worden. Denn Johnny Araya, Kandidat der bislang regierenden Partei der Nationalen Befreiung (Partido Liberación Nacional, PLN), hatte bereits Anfang März angekündigt, seine Wahlkampagne einzustellen, da schon damals die Umfragen Solís weit vorn sahen. Um kein Geld zu verschwenden, wollte Araya gar von der Stichwahl zurücktreten. Das ist aber laut costa-riguanischer Verfassung verboten. Und so wurde die Stichwahl zur Farce. Araya gestand seine Niederlage bereits ein und gratulierte dem neuen Präsidenten. Der Universitätsprofessor Luis G. Solís erhielt im Gegensatz zum ersten Wahlgang nun in allen Provinzen eine klare Zustimmung. Allerdings wird seine Regierungszeit nicht einfach. Denn im Parlament verfügt seine Partei der Bürgerlichen Aktion (Partido Acción Ciudadana, PAC) über gerade ein Viertel der Sitze. Koalitionen sind also notwendig, wobei auch Araya eine Zusammenarbeit angeboten hat. Mit Blick auf Solís’ Hauptprogrammpunkt, die Korruptionsbekämpfung in der öffentlichen Verwaltung, wird dies eine schwierige Aufgabe. Laura Chinchilla, Präsidentin des Landes von 2010 bis 2014, durfte sich laut Verfassung nicht zur Wiederwahl stellen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


03. April 2014 | Ecuador: Neue Einwanderungsbestimmungen für kubanische Staatsbürger | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kuba

Ecuador: Neue Einwanderungsbestimmungen für kubanische Staatsbürger - Foto: Aidutxi18Das ecuadorianische Außenministerium gab bekannt, dass ab dem 01. April 2014 die Erfordernis einer eidesstattlichen Verpflichtungserklärung für die Einreise kubanischer Bürger/innen nach Ecuador entfällt. Zuvor musste sich der/die Einladende in einem notariell beglaubigten Einladungsschreiben verpflichten, die Kosten für den Lebensunterhalt sowie die medizinische Versorgung des kubanischen Gastes zu übernehmen. Die Verpflichtungserklärung wurde im Januar 2013  eingeführt, um Migrationsströme effektiv verwalten und steuern zu können. Im Jahr 2008 wurden nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik und Volkszählung (INEC) 10.955 Kubaner in Ecuador aufgenommen. Im darauf folgenden Jahr stieg die Zahl der kubanischen Emigranten auf 27.065 Kubaner an. Im Jahr 2012 wurden schließlich 18.058 Exil-Kubaner registriert. Von der Aufhebung der Einreisebeschränkung profitieren nach Einschätzung der ecuadorianischen Regierung beide Länder. In verschiedenen Branchen wie Gesundheit, Bildung oder Technik können kubanische Fachleute einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung Ecuadors leisten. So gab Fernando Cordero, der Präsident des Verwaltungsrates des ecuadorianischen Instituts für Soziale Sicherheit (IESS), am vergangenen Freitag die Einreise von mehr als 200 kubanischen medizinischen Fachkräften nach Ecuador in den kommenden zwei Monaten bekannt (Bildquelle: Aidutxi18).


31. März 2014 | Mexiko: 100. Geburtstag von Octavio Paz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: 100. Geburtstag von Octavio Paz - Foto: John LeffmannMit einer Briefmarke und einem Los der Nationalen Lotterie, die sein Porträt tragen, erinnert Mexiko an seinen Literaturnobelpreisträger Octavio Paz (1914-1998). Wichtiger dürften jedoch die zahlreichen Neuauflagen seiner Werke sein sowie die Veranstaltungen und Lesungen aus Anlass des 100. Geburtstages des Dichters und Essayisten am heutigen 31. März. Vor einer Woche, am 24. März, begann das offizielle Gedenken, das mexikanische Parlament rief das Jahr 2014 als Octavio-Paz-Jahr aus. So ungetrübt war das Verhältnis des mexikanischen Staates zu dem Dichter nicht immer. Paz bezeichnete sich einst selbst als einen „vollkommenen Liberalen“ und „verantwortungsvollen Linken“, aus Protest gegen das Massaker von Tlatelolco 1968 legte er sein Amt als Botschafter in Indien nieder und ging für zwei Jahre in ein freiwilliges Exil. Jahre später söhnte er sich mit den Herrschenden aus, für die Politik der Präsidenten Salinas de Gortari und Zedillo zeigte er Verständnis und schlug z.B. eine militärische Lösung als Reaktion auf den Aufstand der Zapatisten vor. Andererseits warf er Kollegen wie Gabriel García Márquez und Carlos Fuentes ihr politisches Engagement vor. Octavio Paz hatte mit seinem 1950 veröffentlichten Essay „Das Labyrinth der Einsamkeit“ einen Klassiker der mexikanischen Literatur geschaffen, eine kulturell, historisch und soziologisch angelegte Erkundung der mexicanidad. Sein umfangreiches und facettenreiches lyrisches Werk ist bis heute von großem Einfluss, vor allem in der spanischsprachigen Welt. Bereits als Siebzehnjähriger veröffentlichte Octavio Paz seine ersten Gedichte; der Dichter, so schrieb er einmal, habe die Aufgabe, „die Worte aufzuwerten“ (Bildquelle: John Leffmann_).


25. März 2014 | Brasilien: Wasserknappheit in São Paulo | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Wasserversorgungsreservoirs der Region São Paulo, betrieben vom Unternehmen Sapesp (Foto: Agencia Brasil, Sapesp / Divulgação )Aufgrund übermäßiger Hitze und geringen Niederschlägen in den letzten Monaten ist der Pegel des größten Wasserversorgungsreservoirs der Region São Paulo, das Sistema Cantareira, auf ein Rekordtief gesunken. Das verbleibende Volumen des Wasserspeichers beläuft sich aktuell nur noch auf knapp 14,5%. Das könnte bei anhaltendem Regenmangel zur Folge haben, dass viele Haushalte in den kommenden Monaten extremer Wasserknappheit ausgesetzt sein werden. Es wurde bereits von Anwohnern in São Paulo berichtet, dass sie seit einigen Tagen von der Wasserversorgung gänzlich abgeschnitten seien. Das zuständige Unternehmen Sabesp versicherte unterdessen, dass die letzten Sicherheitsreserven, das „volume morto“, die Wasserversorgung noch vier Monate tragen könne. Der Vorsitzende der Sapesp erklärte, die Nutzung der Notfallreserven könne „kurzfristig dazu beitragen, den Versorgungsnotstand zu vermindern.“ Dass sich das System davon wieder erholt, könne jedoch lange dauern. Für die kommenden Wochen ist weiterhin kaum Niederschlag in Aussicht. (Bildquelle: Agencia Brasil, Sapesp / Divulgação)


20. März 2014 | Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter - Bild: © OECDDer am vergangenen Dienstag erschienene OECD-Bericht „Gesellschaft auf einen Blick“ weist den beiden lateinamerikanischen OECD-Mitgliedern Chile und Mexiko quasi die rote Laterne zu. Bei einer Vielzahl der erfassten sozialen Indikatoren schneiden diese beiden Ländern sehr schlecht ab. So ist Chile das Land mit der höchsten Einkommensungleichheit. Der Gini-Index in dem südamerikanischen Land liegt bei 0,5, in Mexiko, das auf dem vorletzten Platz liegt, bei 0,47. Im OECD-Durchschnitt beträgt der Index 0,39. Mit 4.800 US-Dollar haben die Mexikaner das niedrigste jährliche Durchschnittseinkommen (OECD-Durchschnitt: 20.400 USD). 38% von ihnen verdienen nicht genug, um sich ausreichend Lebensmittel zu kaufen. In Chile betrifft das gut ein Viertel der Bevölkerung. Kein OECD-Mitglied gibt so wenig Geld für Sozialausgaben aus wie Mexiko, gerade einmal 7% werden für soziale Unterstützungen aufgewendet. In Chile sind es nur 3% mehr. Mexiko ist in der OECD-Gruppe zudem eines der wenigen Länder ohne Arbeitslosenversicherung (Bildquelle: © OECD_).


15. März 2014 | Chile: Michelle Bachelet – Eine besondere Frau geht ihren nicht gewöhnlichen Weg | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ex-Präsidentin Michelle Bachelet im Jahr 2012 - Foto: Ricardo Stuckert, AgenciaBrasilMichelle Bachelet ist erst am 11.03.2006 ins Blickfeld vieler gerückt, als erste Frau im chilenischen Präsidentenamt. Politisch aktiv ist sie sehr viel länger. Und ihre Biographie ist geprägt durch die Entwicklungen, Brüche und Widersprüche des Chile der letzten 50 Jahre. Ein wichtiger Punkt war ihr Eintritt in die Sozialistische Partei nach ihrer Rückkehr nach Chile im Jahr 1979. Eine besondere Wegmarke ist ihre Ernennung zur Gesundheitsministerin im Jahr 2000, noch mehr aber 2002 die zur Verteidigungsministerin. Und damit wurde sie die Dienstherrin der von der Pinochet-Diktatur geprägten Armee, unter deren Terror ihre Familie und sie selbst gelitten hatten. Weltweit bekannt wurde sie dann durch ihre Wahl zur chilenischen Präsidentin. Das Verfassungsverbot einer direkt anschließenden Wiederwahl gab ihr 2010 die Möglichkeit, die Leitung der UNO- Frauenorganisation zu übernehmen, worum sie vom UNO- Generalsekretär gebeten worden war. Seit dem 15.12.2013 ist sie wieder die Präsidentin Chiles. Ihre Wahl erfolgte mit einer erheblich deutlicheren Mehrheit als 2006! Wird sie ihre Ziele wie z. B. ein gerechteres und moderneres Bildungssystem umsetzen können? Was bringt die Zukunft, Senñora Presidente? (Bildrechte: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert).


10. März 2014 | Kolumbien: Kongresswahlen im Zeichen der Konservativen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Kongresswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei den Senats- und Abgeordnetenwahlen in Kolumbien hat die Allianz Unidad Nacional der drei Mitte-Rechts-Parteien um den Präsidenten Juan Manuel Santos einen deutlichen Sieg errungen. Die Koalition erreichte 47 von 102 Sitzen im Senat und 91 von 167 Mandaten im Abgeordnetenhaus. Damit gilt Santos auch als Favorit bei den Präsidentschaftswahlen am 25. Mai 2014. Sein schärfster Widersacher kommt jedoch nicht aus dem linken Lager, das mit zehn Sitzen im Senat weiterhin schwach bleibt. Vielmehr etabliert sich Ex-Präsident Álvaro Uribe mit seiner neu gegründeten Partei Centro Democrático am rechten Rand zur stärksten Oppositionspartei. Er kritisiert Santos für dessen Verhandlungen mit der FARC, die dadurch als politische Akteure anerkannt würden und favorisiert stattdessen das militärische Vorgehen gegen die Guerilla-Organisation. Der Machtkampf zwischen Präsident und Ex-Präsident spiegelt sich auch im Wahlverhalten in den Departments wider. An der Karibik- und Pazifikküste und einem Teil der Llanos Orientales triumphiert weitgehend die Koalition um Santos, während im Landesinnern, im Eje Cafetero, in den Llanos und im Süden Uribes Centro Democrático die meisten Stimmen erhielt. Umweltthemen und die Grüne Partei gewinnen an Bedeutung. Mit 540.000 Stimmen gewann sie fünf Sitze im Senat. Diese parteispezifische Betrachtung der Wahl darf jedoch nicht vergessen machen, dass nach wie vor das politische Geschehen in Kolumbien weitgehend auf drei Pfeilern ruht: 1) regionale Dynastien von Politikern; 2) der Nepotismus von Bürgermeistern und Gouverneuren zugunsten von Familienangehörigen; 3) der Fortbestand des Erbes von verurteilten Politikern (meist Paramilitärs) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


06. März 2014 | Mexiko: Sympathie für „El Chapo“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Kokain - Foto: Presidencia de la República MexicoDie mexikanische Regierung bemüht sich, die Identität von Joaquín „El Chapo“ Guzmán, des am 22. Februar 2014 festgenommenen Drogenbosses des Sinaloa-Kartells, zweifelsfrei zu bestätigen. Währenddessen sammeln sich Unterstützer für „El Chapo“. In Culiacán und Guamúchil, zwei Städten im Bundesstaat Sinaloa, fanden sich mehr als 1.000 Sympathisanten, um für den Drogenboss zu demonstrieren. Sie setzten sich für seine Freilassung ein und wollen seine Auslieferung in die USA verhindern. Diese Form der Unterstützung von Schwerstkriminellen durch Teile der Bevölkerung ist in Mexiko kein neues Phänomen. Im Jahr 2010 gingen Einwohner der Stadt Apatzingán im Bundesstaat Michoacán auf die Straße, um ihre Sympathie für das Drogenkartell „La Familia“ zu bekunden. Seinerzeit war der Führer dieses Kartells von der Polizei in Apatzingán erschossen worden. Da die Kartelle dort wirksam werden, wo die Regierung es schon lange nicht mehr ist und Arbeit, Geld für Arme oder für Schulen zur Verfügung stellen, ist die große Sympathie, die ihnen in Teilen der Bevölkerung entgegengebracht wird, nicht wirklich verwunderlich. Nach Meinung von Experten sind solche Demonstrationen ein klarer Beleg für die Verankerung der kriminellen Gruppen in der Gesellschaft und für die Schwäche der Regierung.(Bildquelle: Presidencia de la República Mexico)


04. März 2014 | Chile: Zehn Jahre Geisterstadt Chuquicamata | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Die Kupfer-Mine Chuquicamata - Foto: Quetzal-Redaktion, mkChuquicamata ist vor allem wegen einem der grössten Kupfertagebaue der Welt bekannt. Aber nach dem Beitritt von Chile zum internationalen Umweltschutzabkommen wurden die Bewohner der gleichnamigen Stadt 2004 evakuiert, weil die Gesundheitsgefährdung durch die Staubemissionen aus den Bergbauaktivitäten zu hoch war – zumal es eine Gegend ist, in der es so gut wie nie regnet und somit die Luft nicht mit Regen „gewaschen“ wird. Die ehemaligen Bewohner wurden in die Großstadt Calama umgesiedelt, die ca. 15 km entfernt ist. Dieser Einschnitt in ihr Leben brachte für die Chuquimateños wenig Positives mit sich. Neben dem Verlust der Heimat droht vielen auch das Abgleiten in Armut. Denn in Chuquicamata wurden den Arbeitern die Wohnungen kostenlos zur Nutzung übergeben, in Calama kosten diese Geld. In der Region wurden unlängst weitere Kupfererzvorkommen entdeckt, und es finden sich auch andere abbauwürdige Minerale. Ein Ende des Bergbaus ist deshalb nicht zu erwarten. Inwiefern Chile dabei Umweltbelange beachtet, bleibt die große Unbekannte. Das Beispiel Chuqicamata zeigt ja, dass zwar die Bewohner des Dorfer vor den Feinstaubemissionen in Sicherheit gebracht wurden. Aber die Emissionen gibt es weiterhin. Auch zeigt sich beim Abbau sehr häufig, dass die verwendeten giftigen Chemikalien die Natur verseuchen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mk).


17. Februar 2014 | Brasilien: Weitere Anklagen im Prozess zum Carandiru-Massaker | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Carandiru - Foto: Agencia Brasil, Sergio AndradeAm heutigen Tag beginnen in dritter Instanz die Verhandlungen zum Carandiru-Massaker vom 2. Oktober 1992. Vor mehr als 21 Jahren wurde während eines Gefängnisaufstandes die Erstürmung einzelner Zellenblöcke durch die Militärpolizei angeordnet. Hierbei wurden 111 Menschen getötet und 87 verletzt. An der gewaltsamen Niederschlagung – bei der auch unbewaffnete, sich bereits ergebene Insassen erschossen wurden – müssen sich nun erneut 15 Polizisten für den Tod von acht Gefangenen verantworten. Durch die Einbindung einer großen Anzahl an Angeklagten und Opfern wurde der Prozess in insgesamt vier Instanzen unterteilt, analog der vier Etagen von Haus 9, in welchem das Massaker stattgefunden hat. Im April 2013 wurden bereits 23 Polizisten für den Mord an 13 Häftlingen zu je insgesamt 156 Jahren Haft verurteilt. In zweiter Instanz weitere 25 Polizisten zu je 624 Jahren Haft wegen Mordes von 52 Insassen. Wie auch schon bei der Verurteilung des kommandierenden der Militärpolizei, Ubiratan Guimarães, bleiben die Polizisten durch Unfähigkeit der Justiz in der Regel auf freiem Fuß oder erwirken in weiteren Instanzen zweifelhafte Freisprüche. Das Casa de Detenção de São Paulo, wie Carandiru offiziell bezeichnet wird, wurde im 2002 geschlossen. Mit über 8.000 Insassen galt es einst als größte Haftanstalt in Südamerika. (Bildquelle: Agencia Brasil, Sérgio Andrade)


13. Februar 2014 | Mexico: Nahrungsmittelkrise in Guerrero | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexico: Mais- Foto Quetzal Redaktion glIm Bundesstaat Guerrero, Mexiko, befinden sich über 150 Kommunen am Rand einer Nahrungsmittelkrise. Diese im Hochgebirge von Guerrero gelegenen Kommunen wurden von den Hurrikans Manuel und Ingrid im September 2013 komplett zerstört. Viele der Opfer stehen vor dem Nichts. Auf Grund der mangelhaften Unterstützung seitens der Regierung mussten die Einwohner, die mehrheitlich zu den Nahua gehören, für den Neuaufbau auf ihre einigen Reserven zurückgreifen. Die Erntevorräte an Mais und anderen Nahrungsmitteln aus dem letzten Jahr sind aber inzwischen fast aufgebraucht. Damit sind die circa 92.000 Einwohner der Region auf Regierungshilfe angewiesen. Insgesamt wären für das kommende Jahr circa 30.800 Tonnen Mais, 6161 Tonnen Reis und 6161 Tonnen Bohnen für die betroffenen 20.000 Familien notwendig. Berichten zufolge hat die Regierung 16 Millionen Euro für diese Phase bereitgestellt, das sind nur 0,9 Prozent des gesamten Investitionsvolumens von Guerrero. Diese Region in Guerrero gilt als eine der der ärmsten Regionen weltweit (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl)


11. Februar 2014 | Nicaragua: Parlament stimmt mehrheitlich für die umstrittene Verfassungsreform | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Wahlkampagne der FSLN-Partei 2012 - Foto: Quetzal-Redaktion, achAm 29.01.2014 stimmten die Abgeordneten mehrheitlich für die Reform von 51 Artikeln der nicaraguanischen Verfassung. Besonders die Reform des Artikels 147 ruft viel Kritik seitens der Opposition und der Zivilgesellschaft hervor. Denn damit wurde die Begrenzung auf insgesamt zwei Amtsperioden des Staatschefs aufgehoben und die unbegrenzte Wiederwahl zugelassen. Somit darf der jetzige Staatpräsident, FSLN-Führer Daniel Ortega, wiedergewählt werden. Für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen reicht nunmehr eine einfache Mehrheit, die zweite Runde wurde abgeschafft. Der Staatschef hat künftig das Recht, Dekrete mit Gesetzeskraft zu erlassen. Zudem dürfen Angehörige von Militär und Polizei öffentliche Ämter innehaben. Darüber hinaus wurden die sozialistischen, christlichen und solidarischen Werte als Werte der Nation in der neuen Verfassung aufgenommen. Daniel Ortega, der schon das Parlament, die Legislative und die Wahlbehörde kontrolliert, sichert sich mit den Reformen weitere Machtbefugnisse. Die Verfassungsreform, so Kritiker, verletze die demokratischen Werte des Landes. Für die Abstimmung der Verfassungsänderung reichten 64 Stimmen, die leicht mit den Stimmen der FSLN-Abgeordneten (63 von 92 Sitzen in der Nationalversammlung) zu erreichen waren (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach).


06. Februar 2014 | Mexiko-USA: Grenzschutz mit Hilfe von Kindern & Jugendlichen? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Grenze zur USA - Foto: Omar OmarDie 3.144 Kilometer lange Grenze zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko überqueren jährlich mehr als 350.000 Menschen illegal. Die immer umfangreicher ausgebauten Grenzanlagen werden häufig mit der Berliner Mauer verglichen: Tödliche Schüsse gegenüber hilflosen Menschen, fehlende rechtliche Konsequenzen für die Todesschützen und eine häufige Missachtung der Menschenrechte stehen seit Jahren in der Kritik. Aufgrund des Todes eines US-amerikanischen Grenzpolizisten (Roberto J. Durán) bei einem Autounfall an eben jener Grenze im Jahr 2002 findet seit über zehn Jahren der San Diego Fallen Agents Memorial Day statt. Finanziert von der Roberto J. Durán-Stiftung, die die Einnahmen für Bildungsprogramme verwendet, soll des gefallenen Grenzpolizisten gedacht werden. Nebenbei finden dort auch regelmäßig „Trainings“ statt, wobei Kinder neben einem Wettlauf am Grenzzaun mit Waffen und Farbpatronen auf aufgestellte Figuren schießen können, so ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation Comité de Servicios Amigos Americanos. Die Assoziation der Puppen mit illegalen Einwanderern sei dabei mehr als deutlich. Auch sei eine große Auswahl von Waffen verfügbar, unter denen sich Kinder und Jugendliche entscheiden dürften. „Das Ereignis ist aufgrund weiterer Aktivitäten augenscheinlich als Tag für die ganze Familie ausgerichtet“, sagt Comité de Servicios Amigos Americanos. Das letzte „Training“ fand am achten Juni letzten Jahres statt. Der Sprecher der US-amerikanischen Grenzpatrouille, Paul D. Carr, lehnt den Vorwurf des Comité de Servicios Amigos Americanos, die aufgestellten Figuren repräsentierten illegale Migranten, ab: „Ich versichere, dass diese Trainings nichts mit der Abwehr illegaler Migranten zu tun haben. Außerdem führen wir diese Übungen von Behörden und Laien in den ganzen USA durch.“ Ob mit Vorsatz oder nicht, ein wenig Feingefühl mit dem Umgang von Schusswaffen, lebensgroßen Figuren und Kindern wäre angesichts der schwierigen Lage an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze wünschenswert. (Bildquelle: Omar Omar)


03. Februar 2014 | Peru: Printmedien aus einer Hand | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: erste Ausgabe der Zeitung El Comercio - Foto: Public DomainDer Konzentrationsprozess bei den peruanischen Printmedien schreitet immer weiter voran. Der Abgeordnete der Acción Popular – Frente Amplio (AP-FA), Manuel Dammert, hat deshalb eine Vorlage für eine Gesetzesinitiative zur Regulierung der Besitzverhältnisse bei den Druckerzeugnissen vorgelegt. Die Vorlage schlägt derzeit hohe Wellen, da viele fürchten, der Staat könne in die Pressefreiheit eingreifen. Entsprechend lehnt der Rat der Peruanischen Presse (Consejo de la Prensa Peruana) das Vorhaben ab. Dammert hingegen argumentiert, die Konzentration bei den Kommunikationsmedien hat negative Auswirkungen auf die Wahlen und die Demokratie. Der Auslöser für die Initiative datiert zurück auf den August 2013. Damals verkaufte die Gruppe Agois Banchero ihren 54-prozentigen Anteil am Nationalen Zeitungsunternehmen (Empresa Periodística Nacional, Epensa) an die Gruppe El Comercio. Bei dem Deal behielt die Gruppe Agois Banchero das Recht, das redaktionelle Konzept und die Inhalte ihrer Zeitungen weiter zu bestimmen. Der Druck und die Kommerzialisierung gingen allerdings mehrheitlich an El Comercio. Mit der Übernahme hat die Gruppe El Comercio neben den bisherigen Zeitungen El Comercio, Perú 21, Trome, Depor und dem Werbeblatt Publimetro nun auch die kommerzielle Kontrolle über die Boulevardmedien von Epensa (Correo, Ojo, Acá, El Bocón). Insgesamt kontrolliert die Gruppe El Comercio nun 77 Prozent der Werbeeinahmen und in gleichem Umfang die Anzahl der verkauften Druckexemplare auf dem peruanischen Markt. Der Nettogewinn betrug 2011 119 Millionen Nuevos Soles (zum damaligen Kurs etwa 34 Millionen Euro). (Bildquelle: Public Domain)


27. Januar 2014 | Mexiko: Bürgerwehren in Michoacán | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Waffen - Foto: Presidencia de la República MexicoDas mexikanische Michoacán kennt viele Beispiele für den Selbstbestimmungswillen seiner Bewohner; so war es den Azteken nie gelungen, die Purépechas, die Urbevölkerung Michoacáns, zu besiegen. Mehr als 500 Jahre später liefern die Purépechas einen neuen Beweis für ihren Freiheitswillen. Bereits im Sommer letzten Jahres hatten sie angekündigt, dass sie im Kampf gegen die Drogenmafia und Schutzgelderpressung selbst zu den Waffen greifen werden. Diesen Entschluss hatten sie gefasst, weil die Strategie der mexikanischen Regierung gegen die zunehmende Kriminalität auf allen Ebenen erfolglos blieb und die Bevölkerung nicht ausreichend vor der Drogenmafia geschützt wird. Inzwischen haben sie sich in Bürgerwehren, Autodefensas, organisiert. Nach eigenen Angaben sind zur Zeit über 25.000 Männer bewaffnet, die Michoacán Schritt für Schritt vom Kartell der Tempelritter (Los Caballeros Templarios) befreien wollen. Die Kontrolle über mehrere Gemeinden haben sie bereits übernommen. Alle Versuche des mexikanischen Staates zur Entwaffnung der Bürgerwehren sind bisher gescheitert. Im Zuge einer sogenannten Sicherheitsoffensive hat das Militär in der letzten Woche den gesamten Bundesstaat abgeriegelt; wie es hieß, um die Bevölkerung der Nachbarstaaten zu schützen. Für den Fall, dass es dem Militär gelingt, das Kartell zu zerschlagen und die wichtigsten Anführer zu verhaften, haben Vertreter von Bürgerwehren angekündigt, den bewaffneten Kampf einzustellen (Bildquelle: Presidencia de la República Mexico).


20. Januar 2014 | Zentralamerika: Nicaragua holt bei erneuerbaren Energien auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Nicaragua

Windrad - Foto: Quetzal-Redaktion, glZentralamerika gehört inzwischen weltweit zu jenen Regionen, die sich mehrheitlich auf erneuerbare Energien umgestellt haben. 2011 kamen bereits 62 Prozent der installierten Elektrizitätskapazität aus diesem Sektor. Im regionalen Energiemix nimmt die Wasserkraft mit fast der Hälfte (48 Prozent) den Spitzenplatz ein, gefolgt von Erdöl (34 Prozent) und Geothermie (7,5 Prozent). Die Windkraft belegt mit 1,7 Prozent den letzten Platz. Innerhalb der Region liegt Costa Rica mit 91 Prozent Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung vorn. Auf Platz 2 und 3 folgen Guatemala (64 Prozent) und El Salvador (63 Prozent). Nicaragua erzeugte im Jahr 2011, aus dem alle bisher genannten Angaben stammen, lediglich 33 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Ressourcen und kam damit im regionalen Vergleich lediglich auf den letzten Platz. Bereits zwei Jahre später (2013) steigerte das Land diesen Anteil auf 51 Prozent. Für 2018 werden 74 Prozent anvisiert. Neben der Wasserkraft dürfte dabei dem Ausbau der geothermischen Kapazitäten eine wichtige Rolle zukommen. Unter den Ländern, die auf diese Art der Energiegewinnung setzen, belegt Nicaragua 2011 mit einem Anteil von 12,11 Prozent an der Stromerzeugung immerhin den sechsten Rang. Im globalen Vergleich liegen die Nachbarländer El Salvador (mit 23,45 Prozent Platz 2) und Costa Rica (mit 13,59 Prozent Platz 5) noch davor (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


16. Januar 2014 | Brasilien: Mais Médicos – Gesundheitsreform gegen Ärztemangel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Vergangenen Freitag stellte der brasilianische Gesundheitsminister Alexandre Padilha in São Paulo das staatliche Programm Mais Médicos vor. Es hat bis April 2014 zum Ziel, 13.000 Ärzte aus dem Ausland anzuwerben, um in Gebieten zu arbeiten, die unter mangelnder medizinischer Versorgung leiden. Padilha versprach, Ärzte aus Kuba, Kolumbien und anderen Ländern ins Land zu holen, um eine höhere Dichte an verfügbaren Ärzten zu gewährleisten. Im Vorfeld äußerten verschiedene Ärzteverbände Kritik. Die Reform würde den brasilianischen Ärzten Arbeitsplätze wegnehmen und unqualifiziertes Personal mit sich bringen. Padilha betonte, dass das nicht der Fall sei: “Wenn ich gegen die Ärzte hier wäre, würde ich sagen, dass es zu viele Ärzte in Brasilien gäbe, die nicht in die armen Gebiete gehen. Wir sprechen aber genau vom Gegenteil. In unserem Land fehlen schlichtweg Ärzte.” Von Ende Januar bis Anfang Februar findet die Einschreibungsphase statt, während der sich sowohl brasilianische, als auch internationale Interessenten auf die Stellen bewerben können.


13. Januar 2014 | Nicaragua: Umstrittene Reform der Sozialversicherung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Plakat der sandinistischen Regierung - Foto: Quetzal Redaktion, achAm 20.12.2013 wurde in Nicaragua unter dem Dekret 39-2013 eine Reform der gesetzlichen Sozialversicherung veröffentlicht. Die Reform beinhaltet vier Punkte: Erstens eine Steigerung der Beitragsleistung um 0.25 % für Renten- und Unfallversicherung, welche für die Altersrente und Krankenversicherung der ehemaligen Guerrilla-Kämpfer bestimmt sein wird, die aber von allen Versicherten aufgebracht werden muss. Ab dem 01.01.2014 werden nun 4.25% vom Gehalt jedes Versicherten abgezogen, plus die 2.50% für Krankenversicherung. Zweitens die Änderung der Formel zur Berechnung der Altersrente, welche eine Verringerung der Rente mit sich bringt. Drittens die graduelle Steigerung der Beitragsleistung von 3% für die Arbeitgeber in den nächsten vier Jahren. Und viertens die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese Maßnahmen sollen die finanzielle Stabilität des staatlichen Rentensystems für die nächsten 25 Jahre gewährleisten. Gegen diese Reform gibt es Widerstand seitens des Demokratischen Arbeiterbundes des Öffentlichen Dienstes (Federación Democrática de Trabajadores del Servicio Público, Fedetrasep) und der Organisation privater Unternehmen in Nicaragua (Consejo Superior de la Empresa Privada, Cosep). Laut Álvaro Leiva Sánchez, Geschäftsführer von Fedetrasep, verletze diese Reform der Sozialversicherung die Rechte der Arbeiter und sei deshalb verfassungswidrig. Alfonso Silva von Cosep betonte, dass die Hauptlast der Reform bei den Arbeitgebern liege. Allerdings sei klar, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um auf die finanzielle Verschlechterung des sozialen Sicherheitssystems Nicaraguas zu reagieren (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach).


07. Januar 2014 | Brasilien 25 Jahre Verfassung: Anspruch und Wirklichkeit | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Verkündung der Verfassung 1988 - Foto: Agencia BrasilVor 25 Jahren, am 5. Oktober 1988, wurde in Brasilien eine neue Verfassung angenommen, die mit dem Erbe der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 brach und das Ziel hatte, die demokratischen Institutionen im Land wiederherzustellen. Es wurden nicht nur wichtige Grundrechte wie die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in den Verfassungstext aufgenommen, sondern die „Errichtung einer freien, gerechten und solidarischen Gesellschaft“ und die „Sicherung der nationalen Entwicklung“ wurden als fundamentale Ziele der Föderativen Republik Brasilien (Artikel 3 der Verfassung) festgeschrieben. Armut, soziale und regionale Ungleichheiten sowie jegliche Diskriminierung sollen beseitigt werden. Die Protestwelle, die das Land im letzten Jahr durchzog und die sich auch gegen Korruption und soziale Missstände richtete, macht deutlich, dass Verfassungstext und Verfassungswirklichkeit in Brasilien oft auseinanderfallen. Der „große Pakt“ für ein besseres Brasilien, den Präsidentin Dilma Rousseff als Reaktion auf die Proteste ankündigte, richtet sich deshalb auch gegen nach wie vor bestehende Ungleichheiten. Inzwischen gelang es der Regierung, das Tief zu überwinden, in das sie nach den Protesten gerutscht war: Immerhin drei Viertel der Brasilianer schätzten Ende vergangenen Jahres in einer Meinungsumfrage die Arbeit der Regierung als sehr gut bzw. zufriedenstellend ein (Bildquelle: Agencia Brasil).


02. Januar 2014 | Panama: Baufirmen wollen Arbeiten am Panamakanal einstellen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Panama

Panama_Panamakanal_Gatun_Schleusen03_Foto_oxfordblues84Das Konsortium Grupo Unido por el Canal (GUPC) hat gestern in einem Schreiben angekündigt, die Arbeiten für die Erweiterung des Panamakanals einzustellen, falls seine Forderungen nicht binnen 21 Tagen erfüllt werden. Die vom spanischen Baukonzern Salcyr angeführte Unternehmensgruppe, zu der auch Impregilo aus Italien, Jan De Nul aus Belgien und CUSA aus Panama gehören, begründete diese Entscheidung mit den aufgelaufenen Mehrkosten, die inzwischen 1.200 Millionen Euro betragen. Das ist etwa die Hälfte der ursprünglich veranschlagten Gesamtkosten für das Projekt. Sacyr verlangt von der Kanalverwaltung (Autoridad ACP) die Übernahme der Mehrkosten. Das wies die ACP  entschieden zurück und pocht auf bestehende Verträge. Das Konsortium sei dafür verantwortlich, dass sich die Arbeiten von Anfang an um mehrere Monate verzögert hätten, weil es minderwertigen Zement verwenden wollte. Der Bau einer dritten Schleusenanlage, die auch von Supertankern und Kreuzfahrtschiffen genutzt werden kann, sollte bis zum 100. Geburtstag des Kanals im August 2014 abgeschlossen sein. Experten rechnen mit einer Verzögerung bis zum kommenden Jahr, die aktuellen Streitigkeiten könnten die Fertigstellung noch weiter hinausschieben (Bildquelle: Oxfordblues84).


19. Dezember 2013 | Paraguay: Venezuelas Eintritt in den Mercosur genehmigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay, Noticias Venezuela

Mercosul, Logo: Public Domain Nach dem temporären Ausschluss Paraguays aus dem Wirtschaftsbund Mercosur (Gemeinsamer Markt Südamerikas) aufgrund des parlamentarischen Putsches im Juni 2012 gegen den damaligen Staatspräsidenten Fernando Lugo schaffte Venezuela die Aufnahme in den Staatenbund durch die Zustimmung der übrigen Mitgliedsländer Brasilien, Argentinien und Uruguay. Mit dem Ende der Suspendierung im August 2013 stimmte der paraguayische Senat am vergangenen Dienstag nun ebenfalls der Vollmitgliedschaft Venezuelas im Mercosur mit einer Mehrheit von 29 Stimmen der Colorado-Partei (ANR) zu. Der Kurswechsel überrascht, hatte sich der Präsident Horacio Cartes doch vor seiner Präsidentschaftswahl im April 2013 eher ablehnend zum Beitritt Venezuelas geäußert. Senatspräsident Julio César Velazquez erklärte, dass die Anerkennung Venezuelas wichtig für die Rückkehr Paraguays in den Staatenbund sei, denn Paraguay wird Mercosur bei den anstehenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU im Januar 2014 vertreten (Bildquelle: Public Domain).


16. Dezember 2013 | Chile: Michelle Bachelet als Präsidentin wiedergewählt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ex-Präsidentin Michelle Bachelet im Jahr 2012 - Foto: Ricardo Stuckert, AgenciaBrasilNach Auszählung von 99,97 Prozent aller Stimmen wurde die Sozialistin Michelle Bachelet am Sonntag, den 15. Dezember, mit 62,16 Prozent zur neuen Präsidentin Chiles gewählt. Die amtierende Arbeitsministerin, Evelyn Matthei, von der rechtskonservativen Unabhängigen Demokratischen Union erhielt bei der Stichwahl lediglich 37,83 Prozent der Stimmen. Neben dem deutlichen Stimmenunterschied beider Kandidatinnen fällt auch die geringe Wahlbeteiligung von nur 42 Prozent ins Auge. Bachelet wird am 11. März des kommenden Jahres das Präsidentschaftsamt zum zweiten Mal antreten – sie war bereit von 2006 bis 2010 politisches Oberhaupt ihres Landes. Aufgrund des Verbots der direkten Wiederwahl, konnte Bachelet bei den letzten Präsidentschaftswahlen nicht antreten. Mit dem guten Ergebnis ihres Bündnisses bei den Parlamentswahlen am 17. November dieses Jahres, als auch die erste Runde der Präsidentschaftswahlen stattfand, wird Bachelet allein mit der Unterstützung der Parteien ihrer Liste einige ihrer zentralen Wahlverspechen im Parlament durchbringen können. Für die grundlegenden Reformen, wie zum Beispiel die versprochene Verfassungsänderung, benötigt die Sozialistin allerdings die Unterstützung des rechtkonservativen Bündnisses, dem auch Matthei angehört. Generell wird es für Bachelet schwierig werden, die hohen Erwartungen an ihre Amtszeit, die sie während ihrer Wahlkampagne weckte, zu erfüllen. Einerseits muss sie neben ihrer Partei die übrigen sechs Parteien ihres Bündnisses zufrieden stellen, deren Vorstellungen teils weit auseinanderklaffen. Andererseits versprach sie den zahlreichen sozialen Bewegungen der letzten drei Jahre, dass sie tiefgreifende Reformen zum Beispiel im Bildungssystem angehen und die eklatante soziale und wirtschaftliche Ungleichheit bekämpfen werde. Sofern Bachelet die versprochenen Reformen nicht durchsetzt, wird der Druck auf der Straße wieder wachsen und könnte Bachelet ihre bisher ungebrochene Popularität kosten (Bildquelle: Ricardo Stuckert, Agencia Brasil).


13. Dezember 2013 | Mexiko: Energiereform in Putschmanier | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Bohrinsel - Foto: Agencia Brasil, Divulgacao PetrobrasAm gestrigen Donnerstag hat die Abgeordnetenkammer mit 354 zu 134 Stimmen für die Reform des mexikanischen Energiesektors gestimmt. Damit ist es der Regierung des PRI (Partido Revolucionario Institucional) unter Präsident Enrique Peña Nieto mit Unterstützung des rechten PAN (Partido Acción Nacional) gelungen, das höchst umstrittenes Gesetz innerhalb von 72 Stunden durch beide Kammern des Parlaments zu peitschen. Die Reform erfordert eine Änderung dreier Verfassungsartikel (Art. 25, 27 und 28) und rührt an einer Säule mexikanischen Identität. Nachdem bereits die beiden Vorgänger Peña Nietos, Vicente Fox (2000-2006) und Felipe Calderón (2006-2012), beide vom PAN, versucht hatten, den Öl- und Stromsektor für das Auslandskapital zu öffnen, war dies nun der dritte Anlauf zur Privatisierung dieses strategischen Bereichs. Mit ihrem putschartigen Vorgehen setzten sich die Reformbefürworter von PRI und PAN über die massiven Proteste der Bevölkerung sowie über den Widerstand der Abgeordneten des PRD (Partido de la Revolución Democrática), den Peña Nieto 2012 zusammen mit dem PAN für seinen „Pakt für Mexiko“ hatte gewinnen können, hinweg. Begründet wurde die Reform mit der Ineffizienz des staatlichen Erdölunternehmens PEMEX und der mangelnden Investionskraft des Staates. Unerwähnt blieb indessen, dass PEMEX über 70 Prozent seiner Einnahmen an das Finanzminsterium abführen muss und die öffentlichen Steuereinnahmen Mexikos weniger als 10 Prozent der Bruttoinlandsproduktes ausmachen, womit es weit unter dem OECD-Durchschnitt von 35 Prozent liegt. Bezieht man die an den Staat abgeführten Mittel in der Effizienzbilanz mit ein, dann belegt PEMEX unter den profitabelsten Erdölunternehmen weltweit Platz fünf. Die Regierungen, die sich seit 2000 massiv um die Privatisierung des Energiesektors bemühen, tragen zugleich die Hauptverantwortung für den systematischen Kapitalentzug, der PEMEX in jene Schuldenfalle geführt hat, die wiederum als Grund für die Notwendigkeit der Privatisierung herhalten muss. Mexiko bietet ein weiteres makaberes Lehrstück dafür, wie der Staat gegen den Willen der eigenen Bevölkerung selbst die Bedingungen für die Preisgabe der wichtigsten Naturresourcen an Privatinvestoren schafft. (Bildquelle: Agencia Brasil)


09. Dezember 2013 | Kolumbien: Farc kündigt Waffenstillstand an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Guerillaorganisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Farc) kündigte am Sonntag (08.12.2013) eine unilaterale Waffenruhe für 30 Tage, beginnend ab dem 15. Dezember, an. Nach Angaben des Farc Communiqué geht die Waffenruhe auf einen Appell des Volkes zurück, damit das Jahresende friedlich verlaufen kann. Die Entscheidung kam einen Tag nach dem Angriff der Farc auf eine militärische Einrichtung in Inzá (Cauca Department), bei dem 9 Personen starben und 50 verletzt wurden (davon 14 Zivilisten). Die Regierung bezeichnete den Angriff als „irrationell“, da dieses Gebiet schon stark unter den Gewaltakten leidet. Die Fronten haben sich somit gegen Ende der 17. Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung wieder verhärtet. Die 18. Runde ist aber bereits für den 17. Dezember geplant. (Bildquelle: Public Domain)


06. Dezember 2013 | Argentinien: Gewalttätiger Übergriff auf friedliche Anti-Monsanto-Demonstranten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Demonstration gegen den Saatgut- und Düngemittelproduzent Monsanto (25.05.2013) - Foto: Kevin Vanden_Das US-amerikanische Unternehmen Monsanto ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Als Aktiengesellschaft, die auf die Produktion von Saatgut und Herbiziden spezialisiert ist, ist sie in den vergangen Jahren bereits mehrfach in Negativschlagzeilen geraten: Seien es die rücksichtslose Aufkaufpolitik von Landstrichen, das bewusste Übergehen von bäuerlichen Interessen, Fälschungen von wissenschaftlichen Untersuchungsberichten oder die direkten Kooperationen mit politischen Entscheidungsträgern. In Malvinas Argentinas, einer Provinz von Córdoba (Argentinien), kam es am Samstag, dem 30. November, zu gewaltsamen Übergriffen. Ausgangspunkt dafür war die friedliche Demonstration der Bewohner Malvinas Argentinas gegen den geplanten Bau einer neuen Plantage von Monsanto. Bemängelt wird von Seiten der Anwohner vor allem der Einsatz von toxischen Düngemitteln, deren Wirkungsradius noch weit über die Felder hinausgehe und die Menschen dementsprechend krank mache. In den frühen Morgenstunden kam Demonstrationsteilnehmern zufolge eine 60-Mann starke Einsatztruppe der Gewerkschaft UOCRA und räumte mit Schlagstöcken gewaltsam das Zeltlager der Demonstranten. Über 15 Menschen wurden verletzt und erlitten mitunter Kopfverletzungen. Der Übergriff sorgte in den letzten Tagen für eine Solidaritätswelle von Spenden, aber auch dem erneuten Aufbauen des kleinen Demonstrationslagers. Ein Sprecher der international tätigen Bürgerrechtsbewegung AVAAZ dazu: „Für ausländische Unternehmen wie Monsanto ist es etwas völlig alltägliches, in ‚unterentwickelten‘ Ländern große Plantagen gegen den Willen der dortigen Bevölkerung anzulegen. Viel schlimmer ist dabei nur, dass argentinische Gewerkschaften als auch die Regierung nichts dagegen unternehmen.“ Das Problem der Plantage in Malvinas Argentinas bleibt indes offen. (Bildquelle: Kevin Vanden_)


03. Dezember 2013 | Peru: Aus für alte Taxis in Lima | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Verkehr in Lima - Foto: Public DomainDer Nahverkehr in Lima ist chaotisch. Immer mehr Autos drängen auf die wenigen schnellen Verbindungsstraßen. Und auch die Erneuerung des öffentlichen Personennahverkehrs brachte keine Entlastung. Das Transportministerium (Ministerio de Transportes y Comunicaciones, MCT) sucht nun nach neuen Wegen, der Lage halbwegs Herr zu werden. In einer gestern veröffentlichten Verordnung sollen alte Taxis ab 01.01.2014 kontinuierlich von den Straßen verschwinden. So ist vorgesehen, dass bis zum 31.12.2013 jene 567 Fahrzeuge keine neue Lizenz als Taxi erhalten, deren Baujahr in den Jahren 1962 bis 1985 liegt. Im nächsten Jahr folgen 689 Taxis bis zum Baujahr 1987. Bis 2019 ist vorgesehen, dass der Motorpark der Taxis fortan nicht älter als 15 Jahre ist. Etwa 36.000 Taxis werden bis dahin aufgrund ihres Alters die Lizenz verlieren. Ob sich mit dieser Maßnahme allein das Verkehrschaos lösen lässt, ist mehr als fraglich, da die ausrangierten Taxis in den wenigsten Fällen verschrottet werden. Und auch die Durchsetzung dieser Norm dürfte an Grenzen stoßen. Zwar sind hohe Strafen angedroht (1850 Nuevos Soles; das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei 1238 Nuevos Soles). Aber das gilt auch für illegale Taxis. Und deren Zahl nimmt trotz Verordnung ebenfalls nicht ab. (Bildquelle: Public Domain).


01. Dezember 2013 | Ecuador : Justiz klagt Indigene des Völkermords an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Indigene, Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie ecuadorianische Justiz hat in dieser Woche sechs Männer aus dem indigenen Volk der Waorani verhaftet und in ein Gefängnis weit entfernt von ihrem Territorium gebracht. Hintergrund ist ein Massaker, das Waorani als Vergeltung für den Tod zweier Stammesmitglieder unter Tagaeri-Taromenani, einem kleinen isoliert lebenden Volk, verübten und dem mindestens 20 Menschen zum Opfer fielen. Die Anführer der Waorani zeigen sich überrascht über die Polizeiaktion, die die indigene Autonomie verletze. Die Männer, die jetzt des Genozids angeklagt sind, seien bereits verurteilt worden, nach indigenem Recht. Auch indigene und Menschenrechtsorganisationen sind geschockt über die Entwicklung. Der Konflikt zwischen den beiden (miteinander verwandten) Gruppen währt schon lange. Die Ursache dafür ist jedoch weniger in den „primitiven Sitten“ der Indigenen zu suchen, wie die Presse im Land immer wieder kolportiert, sondern vielmehr in der wachsenden wirtschaftlichen Nutzung des Amazonasurwaldes. Waldrodungen und Erdölförderung zwingen die Tagaeri-Taromenani zur Jagd auf das Gebiet der Waorani auszuweichen, was immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen führt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


27. November 2013 | Honduras: Der Wahlausgang ist wohl entschieden… | Kategorie(n): Noticias, Noticias Honduras

Präsidentschaftwahl in Honduras 2013 - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc

Obwohl noch kein Endergebnis des honduranischen Wahlsonntags vorliegt, sehen etwa 80% der Auszählungen die Partido Nacional mit dem Kandidaten Juan Orlando Hernández mit 35,45% vor der Kandidatin der Partido Libre, Xiomara Castro, mit 29,30% vorn. Das nationale Wahlgremium Tribunal Supremo Electoral (TSE) hatte zwar bereits das Zwischenergebnis am Montag als „unumkehrbar“ angesehen, es aber „versäumt”, einen Wahlsieger auszurufen. Auch bis jetzt wurde dies nicht offiziell vollzogen. Die bisherige Aufteilung der Wählerstimmen nach den Provinzen suggeriert ein ähnliches Bild. Die Partido Libre – in der der ehemalige Präsident von 2009 Manuel Zelaya Vizeparteichef ist – konnte demnach nur 5 Provinzen, vor allem im Nordosten an der eher dünn besiedelten karibischen Küste, für sich entscheiden. Die konservative Partei entschied demnach vor allem in den südlichen Provinzen die Sache für sich (insgesamt 11 Provinzen). Viel entscheidender und interessanter als die graphische Darstellung scheint aber auch ein anderes Wahlergebnis vom Sonntag in Honduras zu sein, welches in der hiesigen Berichterstattung auch weniger Beachtung gefunden hat. Gleichzeitig mit den Präsidentschaftswahlen und Kongresswahlen wurden auch Municipalwahlen durchgeführt. Hierin wird der Unterschied zur Partei von Zelaya und dessen Frau besonders deutlich. Demnach konnte die nationale Partei etwa 176 Municpios für sich gewinnen (etwa 59%), und die linke Kraft in Honduras kommt sogar nur auf den dritten Rang (12%) noch hinter der liberalen Partei (26%). Hier scheint also die Klientelpolitik der nationalen Partei effektiver funktioniert zu haben als die der anderen. Gleichzeitig ist es ein Indikator, das die Themen, Personen und Klientelpolitik der linken Partido Libre auf Municipalebene noch weniger verankert sind als die der liberalen Partei. (Bidlquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


Seite 9 von 34« Erste...567891011121314...2030...Letzte »

top