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Noticias Lateinamerika

26. Juli 2012 | El Salvador, Guatemala, Honduras: Internationale Kampagne zur Rettung des Río Lempa gestartet | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras

El Salvador: Versammlung über die Nutzung des Lempa Flusses -Foto: Nina KreuzingerEtwa hundert Delegierte von Basisorganisationen aus Guatemala, Honduras und El Salvador versammelten sich vom 13. – 15 Juli 2012, in Santa Marta, El Salvador, zum „Ersten Trinationalen Treffen zum Schutz des Flusses Lempa“. Der Río Lempa entspringt in Guatemala und fließt durch Honduras und El Salvador, wo er in den Pazifik mündet. Er ist eine der wichtigsten Wasseradern der Region, insbesondere El Salvadors, wo er fast 70% der Bevölkerung und die Hälfte der Bewohner der Hauptstadt San Salvador mit Wasser versorgt. Er ist durch Abwässer, Pestizide und phosphathaltige Düngemittel stark verschmutzt. Hinzu kommt die Anreicherung mit organischen Stoffen durch Staudämme sowie Kontamination durch Tagebaue. Das „Trinationale Treffen Honduras, Guatemala, El Salvador“ bildet den Auftakt für eine internationale Kampagne von sozialen Bewegungen der drei Länder zum Schutz des Río Lempa, seiner Zuflüsse, der zugehörigen Flusstäler und Ökosysteme sowie gegen eine Ausweitung der Minenwirtschaft und weiterer Megaprojekte in der Region. Längerfristig ist eine Vernetzung mit der guatemaltekisch-mexikanischen Kampagne zum Schutz des Grenzflusses Usumacinta geplant. Ein Vertreter des salvadoranischen Forschungszentrums CEICOM berichtete, dass im Quellgebiet des Rio Lempa in Guatemala – in der Nähe von Esquipulas – der Abbau von Uran geplant ist. Außerdem seien extrem negative Folgen durch einen neuen Gold- und Silbertagebau in Asunción Mitla zu befürchten, der in einer Zone mit Thermalquellen eröffnet werden soll. Allein für den honduranischen Teil des Rio Lempa und seiner Zuflüsse wurden im Zuge der landesweiten Flussprivatisierungen bisher 15 neue Konzessionen für Wasserkraftwerke vergeben, so Berta Cáceres, die Vorsitzende des Rates indigener Gemeinden COPINH. Cáceres warnte davor, dass im Zuge dieser Konzessionierungen auch die Planungen für das größte zentralamerikanische Wasserkraftwerk im Grenzgebiet zwischen El Salvador und Honduras wieder auf die Tagesordnung rücken könnten. Der Bau des Kraftwerk von „El Tigre“, an dem u.a. große deutsche Konzerne wie Siemens beteiligt waren, war bisher durch den gemeinsamen Widerstand der bäuerlichen und indigenen Gemeinden aus den beiden Ländern verhindert worden. (Bildquelle: Nina Kreuzinger)


23. Juli 2012 | Kuba: Kubanische Oppositionspolitiker sterben bei einem Autounfall | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Havanna mit Flagge - Foto: Aidutxi18

Am vergangenen Sonntag verstarben zwei kubanische Oppositionspolitiker bei einem Autounfall nahe der Stadt Bayamo (800km von Havanna entfernt). Harold Cepero und Oswaldo Payá waren mit zwei jungen europäischen Politikern unterwegs, als sie unter noch ungeklärten Umständen mit ihrem Mietwagen von der Straße abkamen und gegen einen Baum prallten. Die beiden kubanischen Insassen verstarben. Oswaldo Payá (1952 geboren) galt als einer der bekanntesten Oppositionsfiguren innerhalb der kubanischen Gesellschaft. Besonders die von ihm mit gegründete christliche Befreiungsbewegung Movimiento Cristiano Liberación (MCL) machte immer wieder in den letzten Jahrzehnt mit verschiedenen Initiativen für einen politischen Wandel innerhalb Kubas aufmerksam: Mit dem Referendum Proyecto Varela versuchte die MCL mit Hilfe von mehreren zehntausend Unterschriften verschiedene verfassungsrelevante Gesetzesänderungen durchzuführen, welches letztlich durch die Verankerung der Unabänderlichkeit der sozialistischen Grundausrichtung Kubas durch Fidel Castro 2002 verhindert wurde. Auch das jüngst von Payá und anderen Regimekritikern veröffentlichte Dokument (El Camino del Pueblo – Der Weg des Volkes) fordert die Implementierung weitreichender vor allem politischer – weniger ökonomischer – Reformen. Viel entscheidender als die daran enthaltenen Forderungen war wahrscheinlich der damit verbundene Versuch, der bis dato gespaltenen Opposition eine gemeinsame Position zu verordnen. Inwiefern die vorhandene Opposition in Kuba nach dem Tod ihres internationalen Aushängeschildes den politischen Wandel weiter forcieren kann, auch im Anbetracht des zweifelsohne vorhandenen Reformwillens der Regierung Castro II, bleibt abzuwarten. (Bildquelle: Aidutxi18)


20. Juli 2012 | Mexiko: Konflikte um Megaprojekte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko, Foto: Quetzal-Redaktion, glLaut Angaben von Wissenschaftlern gibt es in Mexiko 125 Konflikte aufgrund verschiedener Megaprojekte. Solche Projekte existieren in 22 der 31 Bundesstaaten, sie zerstören die Umwelt und bedrohen u.a. die Lebensräume sowie damit die Existenzgrundlage indigener Völker. So führt z.B. ein Kanal durch das Land der Yaqui in Sonora. Drei Bergbauprojekte finden sich allein im Siedlungsgebiet der Huicholes. Von den verantwortlichen Stellen sind neun Bergbaulizenzen in Naturreservaten vergeben worden. Eine neue Autobahn von Lerma nach Tres Marías in Zentralmexiko gefährdet das Biosphärenreservat Gran Bosque de Agua, das 35 Millionen Menschen mit Wasser versorgt. Aber auch andere geschützte Naturreservate wie die Moore von de Lerma und der Corredor Biológico Chichinautzin werden durch diesen Straßenbau beeinträchtigt. Konflikte gibt es auch um neun geplante Staudämme sowie vier touristische Großprojekte, je eines davon auf Nahua-Gebiet in Michoacán und im heiligen Land der Huicholes in Nayarit. Ebenfalls auf dem Land der Huicholes soll ein Wasserkraftwerk gebaut werden. Insgesamt sind sieben neue Wasserkraftwerke geplant, ohne dass Rücksicht auf die Umwelt genommen wird. So soll der Windpark am Isthmus von Tehuantepec noch erweitert werden. Vorgesehen sind außerdem große Anlagen für die Bauindustrie (Zement, Asphalt) und die Schweinemast. In Jolsivaquil, Chiapas gibt es darüber hinaus Bemühungen, die kommunale Wasserversorgung zu privatisieren. Gegen alle Projekte regt sich Widerstand in der Bevölkerung, die sich sowohl auf regionaler als auch auf nationaler Ebene organisiert. Berichten zufolge wurden in verschiedenen Fällen Gegner von Projekten bedroht und unter Druck gesetzt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl)


12. Juli 2012 | Puerto Rico: Immobilien statt Nahrung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Puerto Rico

Puerto Rico - FlaggeGegen die in vielen Teilen der Welt zu beobachtende Tendenz der Flächenversiegelung und dem Wegfall von Flächen für den Nahrungsanbau regt sich nach dem Bekanntwerden einer neuen Initiative des puertoricensischen Gouverneurs Fortuño Widerstand. Er brachte einen Entwurf hervor, nach dem 20 Hektar Land, die gegenwärtig von der biologischen Forschungsstation „Estación Experimental Agrícola de Gurabo“ für die Erprobung des ökologischen Anbaus genutzt werden, an die Gemeinde überschrieben und für die Errichtung von Häusern freigegeben werden sollen. Der Wegfall dieser Flächen würde Puerto Ricos Ernährungssicherheit weiter gefährden, denn bereits schon jetzt werden 85% der Lebensmittel importiert (größter Importpartner: USA). Dass die Bevölkerung beim Wegfall der Importe nur 10 Tage mit frischen und maximal 4 Wochen mit haltbar gemachten Lebensmitteln versorgt werden könnte, ist bisher ein fernes Schreckensszenario. Dass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht mehr sicher ist, ist bereits in Form von Preissteigerungen bei und dem Unerschwinglichwerden von bestimmten Lebensmitteln zu beobachten. Die Forschungsstation leistet hier Pionierarbeit und versucht über gezielte Zucht, Sorten für den lokalen Öko-Anbau zu entwickeln und zu erhalten. Davon abgesehen sind Lebensmittel nicht gleich Lebensmittel: Der Großteil, der Puerto Rico als Import erreicht, ist stark verarbeitet, besteht hauptsächlich Mais und hellem Getreide (hoher Energiewert, kleiner Nährwert), ist mit Zusatzstoffen versetzt, die in Europa bereits verboten sind und beinhaltet auch genetisch veränderte Lebensmittel, die in den Vereinigten Staaten im Verkauf sind und von großen Biotech-Konzernen entwickelt wurden. Neben einem Angriff auf die nationale Ernährungssouveränität und auf gentechnikfreie Anbaumethoden, handelt es sich bei dieser Umwidmung von Flächen auch um ein rechtliches Problem: Die Flächen, die der Universidad de Puerto Rico gehören, dürfen laut Statut nur für die landwirtschaftliche Forschung genutzt werden. Eine andere Nutzung, die nicht dem Wohl aller Bürger dient, ist eigentlich untersagt. Wenn dieser Präzedenzfall Schule macht, wäre das fatal: Dem „Ausverkauf“ öffentlicher und Uni-Besitztümer würde Tür und Tor geöffnet. Denn verkaufen, so sehen die Statuten weiter vor, darf die Uni gar nicht. So gingen die wertvollen Flächen im Falle einer positiven Entscheidung für lau an den neuen Besitzer. Der verdient damit gutes Geld – alle anderen müssen weiter zu steigenden Preisen Importe kaufen.


10. Juli 2012 | Paraguay, Lateinamerika: OAS-Generalsekretär lehnt Sanktionen gegen Paraguay ab | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

OAS Logo - Foto: AOS Webseite José Miguel Insulza, Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), sprach sich heute dafür aus, keine Sanktionen gegen Paraguay wegen der Amtsenthebung von Präsident Lugo zu verhängen. Die Annahme von Strafmaßnahmen, so Insulza, wäre nicht zielführend für die OAS und würde Paraguay außerdem in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. Seiner Meinung nach bewegte sich die Absetzung Lugos innerhalb legaler Grenzen. Der OAS-Generalsekretär, der in der letzten Woche zu einer zweitägigen Visite in Paraguay war, schätzt die Lage in dem Land als völlig normal ein, sowohl politisch als auch ökonomisch und sozial. Diesen Zustand gelte es zu erhalten. Zudem schlug Insulza vor, eine Beobachtermission der OAS zu den Wahlen in Paraguay im April nächsten Jahres zu entsenden. Einige Länder, darunter Venezuela, hatten die Suspendierung Paraguays aus der OAS gefordert, nachdem das Land bereits vorläufig aus Mercosur und Unasur ausgeschlossen worden war. Paraguays Nachbarländer erkennen die Regierung von Federico Franco, der die Präsidentschaft nach der Absetzung von Fernando Lugo übernahm, nach wie vor nicht an, was zu dessen regionaler Isolation geführt hat (Bildquelle: Organization of American States).


06. Juli 2012 | Mittelamerika: Costa Rica schränkt Mitarbeit an regionaler Integration für sechs Monate ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Logo Sistema de la Integración Centroamericana (SICA) - Foto: SICACosta Rica wird sich aus dem Mittelamerikanischen Integrationssystem (Sistema de Integración Centroamericana, SICA) zurückziehen, solange Nicaragua die Präsidentschaft pro tempore ausübt. Das Land protestiert damit gegen eine Entscheidung des Mittelamerikanischen Gerichtshofes (Corte Centroamericana de Justicia, CCJ). Am vergangenen Montag war Costa Rica wegen Umweltverletzungen verurteilt worden. Nicaragua hatte gegen seinen Nachbarn aufgrund des Baus einer 160 Kilometer langen Straße auf costaricanischem Gebiet parallel zum Grenzfluss San Juan geklagt. Der costaricanische Außenminister, Enrique Castillo, betonte, dass die Urteile des Mittelamerikanischen Gerichtshofes keine juristische Bindung für sein Land haben, da Costa Rica den Status des Gerichtshofes nicht anerkannt hat. Castillo teilte weiter mit, Costa Rica werde das Mittelamerikanische Integrationssystem nicht verlassen, sondern lediglich während der nicaraguanischen Präsidentschaft auf die Teilnahme an den SICA-Gipfeln der Präsidenten verzichten. Laura Chinchilla, Präsidentin Costa Ricas, beklagte das Urteil zugunsten Nicaraguas als einseitig. Carlos Guerra Gallardo, der Präsident des Mittelamerikanischen Gerichtshofs, ist Nicaraguaner, die anderen Mitglieder stammen aus El Salvador und Honduras. Guatemala wird in Kürze seine Vertreter benennen, wohingegen Costa Rica und Panama den Gerichtshof nicht anerkennen. Nicaragua übernahm die Präsidentschaft der SICA am 29. Juni 2012 beim 39. Gipfeltreffen der Präsidenten Zentralamerikas in Tegucigalpa für ein halbes Jahr (Bildquelle: Sistema de la Integración Centroamericana – SICA).


03. Juli 2012 | Mexiko: Umstrittener Wahlsieg | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Präsidentschaftswahl - Enrique Nieto - Foto: World Economic Forum, Edgar Catano

Am Sonntag, dem 1. Juli, haben die Mexikaner gewählt. Nach Angaben der nationalen Wahlbehörde IFE hat der Kandidat des PRI (Partei der Institutionalisierten Revolution) Enrique Peña Nieto mit 38,15 Prozent der Stimmen die Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden können. Andrés Manuel López Obrador vom PRD (Partei der Demokratischen Revolution) wurde mit 31,64 Prozent zweiter und Josefina Vázquez von der bisherigen Regierungspartei PAN (Partei der Nationalen Aktion) erhielt 25,40 Prozent. Mit 2,30 Prozent war Gabriel Quadri von der Neuen Allianz chancenloser Vierter. Obwohl für viele Peña Nieto der klare Sieger ist und auch US-Präsident Obama ihm schon gratuliert hat, bleiben doch starke Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Wahlergebnisse. So beobachteten und dokumentierten Vertreter der Studentenbewegung „Yo soy 132“ zahlreiche Wahlfälschungen. López Obrador gab inzwischen bekannt, dass er den Wahlsieg des PRI-Kandidaten nicht anerkennen werde. Bereits im Vorfeld der Wahlen hatten 70 Prozent der dazu befragten Mexikaner erklärt, dass sie Wahlbetrug befürchteten. Der PRI, der das Land bis 2000 über 70 Jahre autoritär regiert hatte, ist für seine schmutzigen Praktiken berüchtigt. Außerdem hatte der Medienkonzern Televisa Peña Nieto im Wahlkampf so offensichtlich bevorzugt und unterstützt, dass dies massive Proteste, vor allem von Studenten und Jugendlichen, provozierte. Von den 500 Sitzen des Kongresses entfielen auf die PRI-Koalition 232 Mandate, die Kandidaten des vom PRD geführten Wahlbündnisses erhielten 140 Sitze, der PAN entsendet 118 Abgeordnete und die Neue Allianz konnte 10 Sitze für sich verbuchen. Die Sitzverteilung im Senat sieht wie folgt aus: PRI 57, PRD 29, PAN 41, Neue Allianz 1. Hauptverlierer ist der PAN, der in den vergangenen 12 Jahren den Präsidenten gestellt hatte und nun die Quittung für seine verfehlte Drogenpolitik bekam. Der noch bis Dezember 2012 amtierende Präsident Felipe Calderón hatte 2006 den Kartellen den Krieg erklärt und gilt als mitverantwortlich für die seitdem völlig ausufernde Gewalt, die 60.000 Mexikanern das Leben kostete. Aber auch die vier Präsidentschaftsanwärter hatten keine überzeugende Konzepte für einen Ausweg aus der Gewaltspirale zu bieten. (Bildquelle: World Economic Forum_, Edgar Catano)


02. Juli 2012 | Lateinamerika: 11. Iberoamerikanische Kulturtage in Halle/Saale | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Veranstaltung Deutschland-Halle - Foto: Quetzal-Redaktion, Si Halle Manche fabulieren über den angeblich vorhergesagten Weltuntergang, die Sociedad Iberoamericana (Si!) Halle feiert vom 02. bis zum 07.07.2012 „Das Jahr der Mayakultur“. Deshalb beginnen die Kulturtage mit einem Vortrag des Buchautors und Sachkundigen zu Mayageschichte und –astronomie Mario Krygier.Die Schirmherrschaft hat Satenik Roth, Sprecherin des Bündnisses der Migrantenorganisationen in Halle und Vorstandsmitglied des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, übernommen. Die gebürtige Armenierin engagiert sich in der Integrationsarbeit. Einen Beitrag dazu leistet Si! Halle mit dem seit 13 Jahren existenten wöchentlichen Spanischstammtisch. Dieses Jubiläum wird am Dienstag gefeiert.Für Freunde des lateinamerikanischen Films wird die legendäre kolumbianische Komödie „La estrategia del caracol“ – „Die Strategie der Schnecke“ gezeigt. Der Film „Herz des Himmels, Herz der Erde“ von Frauke Sandig und Eric Black wird mit einer Podiumsdiskussion über die Situation der heutigen Maya komplettiert. Die Teilnehmer Ska Keller (grüne Europaabgeordnete mit Schwerpunkt Menschenrechte), Dr. Peter Gärtner (Lateinamerikawissenschafler, Quetzal Leipzig), Gerardo Lerma Hernandez – (in Mexiko u. a. Mitglied der Gesellschaft für bedrohte Volker, hat Wurzeln und Familie in Chiapas) und Mario Krygier ( s. o., Si! Halle) .Die Diskussion führt Oliver Paulsen (Heinrich- Böll- Stiftung Sachsen- Anhalt, Bündnis 90/ Die Grünen). Die Foto- und Kunstausstellung „Saquil Chuqa Sutz’ – Luz y Niebla- Nebel und Licht“ ist mayainspiriert, in ihr werden Fotos von Mario Krygier und Gemälde der hallischen Künstlerinnen Mercedes Hervás, Judith Baidal und Sissi Gutiez gezeigt.Die Abschlussveranstaltung beginnt mit einem Mercadillo mit Kunsthandwerk und Köstlichkeiten aus aller Welt. Die Münchener Band „Baafuß“ leitet mit lateinamerikanischen Rhythmen über zu einer „Fiesta Final“ mit brasilianischen Klängen von „Daniel Arruda & Band“ und Salsarhytmen. Mehr Infos gibt es unter: www.si-halle.org. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Si! Halle)


28. Juni 2012 | Bolivien: Polizeistreik beendet, aber La Paz kommt nicht zur Ruhe | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Demonstration - Foto: Quetzal-Redaktion, Nico Jiminez

Der Polizistenstreik in Bolivien ist beendet. Die bolivarische Regierung unter Präsident Evo Morales konnte mit der Gewerkschaft der Polizei einen Kompromiss aushandeln, welcher eine Erhöhung der Gehälter um ca. 20 Prozent vorsieht. Landesweit, aber insbesondere in der Hauptstadt La Paz, kam es zu Protesten und Auseinandersetzungen, nachdem am Freitag ca. 30 vermummte Polizisten nachts in die Zentrale des bolivarischen Inlandgeheimdienstes einbrachen, Akten verbrannten und Computer zerstörten. Im ganzen Land besetzten Polizisten, viele vermummt und in Uniform, zentrale Plätze und Gebäude. Präsident Evo Morales ließ daraufhin mitteilen, er wolle diesen Konflikt mit friedlichen Mitteln lösen und nicht den rechten Kräften nachgeben, welchen den Einsatz der Armee forderten. Am Sonntag vereinbarte die Regierung mit der Polizeigewerkschaft eine geringe Lohnerhöhung, welche die Mehrzahl der Streikenden jedoch ablehnte. Dienstag verschärfte sich der Konflikt drastisch, als ca. 500 hauptsächlich indigene Regierungsunterstützer mit den ca. 1000 teilweise bewaffneten streikenden Polizisten auf dem zentralen Plaza Murillo in La Paz aneinandergerieten. Die streikenden Polizisten setzten Schlagstöcke und Tränengas ein, um die Regierungsunterstützer zurückzutreiben. Deren Anführer erklärte daraufhin, dass die Polizisten nicht für Löhne kämpften, sondern dies seiner Meinung nach eine politische Konfrontation sei. Morales sprach zwischenzeitlich sogar von einem Putschversuch der rechten Opposition, welche die Polizisten für sich einspanne. Während die Polizisten sich inzwischen größtenteils aus den besetzten Gebäuden und von den besetzten Plätzen zurückgezogen haben und mittlerweile wieder im Dienst sind, ist in La Paz eine andere Protestbewegung eingetroffen: ungefähr 800 Bewohner des Amazonas-Schutzgebietes TIPNIS marschierten seit 2 Monaten auf die bolivarische Hauptstadt zu, um gegen den Bau einer Schnellstraße durch ihre Heimat zu demonstrieren. Um nicht in Verbindung mit dem Polizeistreik gebracht zu werden, entschieden sich die TIPNIS-Bewohner am Dienstag, vor den Toren von La Paz zu warten, bis die Regierung den Konflikt beigelegt habe. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Nico Jiminez)


25. Juni 2012 | Paraguay: Präsident Fernando Lugo wird abgesetzt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Ex-Präsident Fernando LugoAm Freitagabend wurde in Paraguay Federico Franco zum neuen Präsidenten ernannt. Er soll das Amt bis zu den Neuwahlen im April 2013 ausüben. Der abgesetzte Präsident Fernando Lugo nimmt widerstandslos seine Amtsenthebung hin und akzeptiert sie im Sinne des Friedens. Die Entscheidung des Parlaments hält er für ungerecht. Sie zeuge von Missachtung der Demokratie. Weiterhin wirft er beiden Kammern einen “parlamentarischen Staatsstreich” vor. Nicht nur der ehemalige Präsident, sondern auch das Volk ist über die Amtsenthebung empört. Am Sonntag kam es in Asunción vor dem Parlament im Zuge des Machtwechsels zu Straßenprotesten und Demonstrationen. Der neue Präsident Federica Franco hofft auf Unterstützung des ehemaligen Präsidenten insbesondere auf internationaler Ebene, da die Amtsenthebung auch auf Kritik bei den Nachbarländern stößt. Die interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) reagierte mit starker Kritik. Nachdem der Präsident innerhalb von 24 Stunden abgesetzt wurde, war eine Verteidigung nicht möglich. Nach Ansicht der Menschenrechtskommission zeugt dieser Vorgang von einer Verletzung der Menschenrechte. Die Länder Venezuela, Nicaragua und Bolivien bezeichnen dieses Vorgehen als “getarnten Staatsstreich”. Argentinien, Brasilien und Uruguay reagierten auf die Machtübernahme mit dem Abzug ihrer Botschafter aus Paraguay. Weiterhin fordern Kuba, Ecuador, Bolivien, Nicaragua und Venezuela Sanktionen und werden die neue Regierung nicht anerkennen. Der Grund der Amtsenthebung ist der Tod von 17 Menschen, die bei Zusammenstößen zwischen Polizei und landlosen Bauern ums Leben kamen. In Paraguay herrschen zahlreiche Konflikte, bei denen es hauptsächlich um den Besitz von Agrarland geht. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


21. Juni 2012 | Puerto Rico: Englisch als Unterrichtssprache | Kategorie(n): Noticias, Noticias Puerto Rico

Beispielbild mit Schülern - Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues PozzebomEigentlich hätte er es wissen müssen: Als Gouverneur Fortuño am 9. Juni in San Juan verkündete, Englisch ab August schrittweise als Unterrichtssprache an den staatlichen puertoricanischen Schulen flächendeckend einführen zu wollen, war ihm eine Welle des Protests sicher. Denn heikel ist alles, was mit den Vereinigten Staaten zu tun hat. Seit jeher wird der Einfluss der USA auf die Insel immer wieder kritisch diskutiert. Am Ende des laufenden Wahlkampfes wird nicht nur eine neue Regierung stehen, sondern auch eine Abstimmung über die künftige Position Puerto Ricos gegenüber den Vereinigten Staaten. Kritiker einer flächendeckenden Unterrichtssprache Englisch sehen die Initiative daher als einen Teil einer großen politischen Agenda, die langfristig die wirtschaftliche, politische und kulturelle Bindung an die USA sichern soll. Gouverneur Fortuño begründet seinen Vorschlag mit besseren wirtschaftlichen Aussichten in einer angloamerikanisch dominierten Weltwirtschaft. Einige private Schulen unterrichten seit wenigen Jahren bilingual in Englisch und Spanisch mit guten Erfolgen, wie G. Muñoz, die stellvertretende Sekretärin für Wissenschaft und Bildung, der BBC berichtet. Doch ob dieses Vorhaben gelingt, da sich doch die Mehrzahl der Bürger mehr mit spanischen denn mit amerikanischen Wurzeln begreift und Englisch bisher nur von einem verschwindend geringem Anteil der Bevölkerung gesprochen wird, ist mehr als zweifelhaft. Von linker Seite wird das Vorhaben nun demontiert und landesweit Protest organisiert. Hier sieht man im Vorstoß nichts weiter, als eine neuen Schritt der schleichenden Amerikanisierung und des Wertewandels hin zum „Individualismus, der Abhängigkeit, dem Konsumismus und der Oberflächlichkeit“, wie J. Camacho von der linken MINH (Movimiento Independentista Nacional Hostosiano) erklärte. Im Sommer beginnt die Umstellung in den ersten Jahrgängen an 31 Schulen des Landes, gewählt wird 2013 – die Wahlscheine sind übrigens seit der Klagen zweier US-Amerikaner mit Wohnsitz in Puerto Rico im Jahr 2008 sowohl in Spanisch, als auch Englisch beschriftet (Bildquelle: Fabio Rodrigues Pozzebom, Agencia Brasil).


18. Juni 2012 | Chile: Blick nach Asien – Alianza del Pacífico gegründet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Die Präsidenten Chiles, Kolumbiens, Mexikos und Perus zur Gründung der Alianza del Pacifico. Foto: Presidencia Chile. Lateinamerika ist um eine Organisation reicher. Am 6. Juni wurde auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacama-Wüste der Rahmenvertrag der Alianza del Pacífico unterschrieben. Unterzeichner waren die Präsidenten der jeweiligen Mitgliedsstaaten: Sebastián Piñera aus Chile, Ollanta Humala aus Peru, Felipe Calderón aus Mexiko und Juan Manuel Santos aus Kolumbien. Nach eigenen Angaben ist es das Ziel der neuen Organisation, die regionale Integration, höheres Wachstum, Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsländer zu fördern. Der Fokus liegt auf ökonomischer Integration und soll die vier Pazifikanrainer, welche nach offiziellen Angaben mit 200 Millionen Konsumenten über 50 Prozent des Handels in Lateinamerika repräsentieren, näher zusammenbringen. Vor allem aber kann die Gründung der Aliancia del Pacifico als deutliches Zeichen über den Pazifik hinweg gedeutet werden: die Handelsbeziehungen mit Asien sind in den letzten Jahren stark angestiegen, 2011 exportierten Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko zusammen Waren im Wert von rund 71 Mrd. US-Dollar nach Asien (Bildquelle: Foto Presidencia de la República de Chile).


15. Juni 2012 | Argentinien: Wohnungsbauprogramm auf wackeligem Fundament | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Wohnungsbau - Foto: Quetzal-Redaktion, gtArgentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner kündigte gestern ein Programm zum Bau von 400.000 neuen Wohnungen in den nächsten vier Jahren an. Die Regierung veröffentlichte eine Liste mit Parzellen aus Staatsbesitz, auf denen gebaut werden kann. Es gibt allgemeine Zustimmung im Land für dieses Vorhaben, zumal damit auch zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen würden. Doch wird allenthalben die Frage gestellt, wie die geplanten günstigen Kredite für Häuslebauer finanziert werden sollen. Die Rede ist von Mitteln der ANSeS, der Nationalen Verwaltung für Sozialversicherung, die unter anderem auch Pensionsfonds verwaltet. Inzwischen wird kolportiert, dass wohl die Rentner die neuen Wohnungen bezahlen werden. Heute verlangte der Oberste Gerichtshof vom Chef der ANSeS innerhalb von 30 Tagen detaillierte Informationen über die von dieser Organisation verwalteten Gelder, u.a. eine Aufstellung über Ein- und Ausgaben des laufenden und des kommenden Jahres. Nur einen Tag nach der Bekanntgabe des Wohnungsbauprogramms bekommt die Auflage der Richter eine besondere Brisanz. So unklar die Finanzierung des ehrgeizigen Plans auch ist, der Bedarf an einem bezahlbaren Wohnungsbau ist groß in Argentinien: In den ersten 24 Stunden nach Verkündung des Plans meldeten sich bei der ANSeS bereits 65.000 Interessenten für die günstigen Hypothekenkredite. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


13. Juni 2012 | Mexiko: Der Schatten der sauberen Energie | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

mexiko_energia_eolicos-_oaxaca_foto_quetzal-redaktion_glDer Aufbau von Windparks am Istmo von Tehuantepec in Mexiko hat eine Widerstandsbewegung hervorgerufen. Die Gründe dafür sind die verschlechterten Lebensbedingungen der Bevölkerung seit der Genehmigung des Megaprojektes zum Bau der Parks. Weil die Region im Bundesstaat Oaxaca optimale Windbedingungen zur Herstellung „CO2-freier und damit sauberer Stromenergie“ aufweist, hat die Regierung sie in verschiedene Zonen aufgeteilt und ohne die Zustimmung der einheimischen Bevölkerung Konzessionen an nationale und internationale Konzerne vergeben. Mit diesem Vorgehen hat die Regierung sowohl das mexikanische Grundgesetz als auch internationale Abkommen wie das ILO-Übereinkommen 169 über die Rechte der indigenen Völker gebrochen. Die Völker der Ikoots und Binnizá, die in der betroffenen Region leben, wurden bzw. werden unter Druck gesetzt, damit sie ihre Grundstücke zu günstigen Bedingungen an die Konzerne verpachten. Diese zahlen jährlich 850 € pro Hektar bzw. 0,06 Cent pro Quadratmeter als Entschädigung für die Flächennutzung durch den Bau der Stromleitungen und der Windräder. Die Bauern dürfen die betroffenen Flächen nicht mehr bewirtschaften und der erzeugte Strom kommt der Region selbst nicht zugute, sondern wird an andere Großunternehmen (Supermarktketten, Zementfabrik, Brauerei) weitergeleitet. Bereits heute sind die negativen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Projekts und die Umweltschäden am Isthmus von Tehuantepec zu spüren.(Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl)


11. Juni 2012 | Venezuela: Die „Qual“ der Wahl?! Chávez oder Capriles? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Hugo Chávez - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información VenezuelaDer Vorkampf der Präsidentschaftswahlen in Venezuela am 07. Oktober dieses Jahres geht in eine weitere Runde. Nun stehen zumindest zwei Kandidaten für die Präsidentschaft fest. Der Oppositionskandidat des Wahlbündnisses Mesa de la Unidad Democrática (MUD), Henrique Capriles Radonski, reichte gestern, begleitet von etwa 100.000 Menschen, seine Kandidatur in der Nationalen Wahlkommission (CNE) in Caracas ein. Daneben wird für heute erwartet, dass Hugo Chávez den Beweis seiner vollständigen Genesung mit einem „Fußmarsch“ zur Registrierung seiner Kandidatur antreten wird. Mitte Mai von seiner Krebsbehandlung zurückgekehrt, versucht Chávez seitdem, das Feuer seines Chávismo (wieder) zu entfachen, indem er seinen ungebrochenen Willen für eine dritte Amtszeit demonstriert. Gerade wirtschaftlich scheint der bisherige Zauber des Chávismo etwas verflogen: Wenn man den allgemeinen Wirtschaftsdaten Glauben schenken mag, hat Venezuela im Vergleich zu Argentinien und Brasilien in den letzten zwei Jahren viel weniger am lateinamerikanischen Boom teilgenommen – trotz oder gerade wegen des Ressourcenreichtums. Die wirtschaftliche Abhängigkeit Venezuelas vom Ölpreis, die damit verbundenen volatilen Einnahmen und die allgemeine, zunächst auf Befriedigung der eigenen (chavistischen) Klientel ausgerichtete Verwendung der Öleinnahmen scheinen die wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zu den prosperierenden Nachbarn zu hemmen. Ob allerdings der Oppositionskandidat Capriles – seiner Ankündigung folgend – einen anderen, eher am brasilianischen Wirtschaftsmodell ausgerichteten Weg im Falle eines Erfolges beschreiten wird, bleibt angesichts des Ressourcenreichtums gleichsam offen. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


04. Juni 2012 | Honduras: Neuer Polizeichef soll Anführer eines Mordkommandos gewesen sein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Honduras

Honduras: Nationalpolizei - Foto: MiMundo.org, Jaime Rodríguez „Der Tiger“ soll bei der Nationalpolizei aufräumen: Honduras’ Präsident Porfirio Lobo hat in der vergangenen Woche einen neuen Polizeichef ernannt: Juan Carlos Bonilla Valladares (46), genannt „El Tigre“, löst Ricardo Ramirez del Cid ab, der vor einem halben Jahr ins Amt kam, nachdem der Sohn des Mitgliedes der offiziellen Wahrheitskommission zur Aufklärung des Staatsstreiches 2009, der Uni-Rektorin Julieta Castellanos, und dessen Freund ermordet worden waren. Überwachungskameras zeigten Männer in Polizeiuniform bei dem Mord. Auch diesmal war der Auslöser für den Wechsel ein Mord, an dem mutmaßlich ein Polizist beteiligt war. Der bekannte Radiojournalist Alfredo Villatoro war am 9. Mai 2012 entführt und am 15. Mai erschossen aufgefunden worden. Im Gegensatz zu den meisten der 23 seit dem Putsch gegen Präsident Zelaya am 28. Juni 2009 ermordeten Journalisten, die der zivilen Widerstandsbewegung gegen den Staatsstreich und für eine „Neugründung“ des Landes nahestanden, zählte Villatoro offenbar zum engeren Zirkel der Vertrauten von Präsident Lobo, der nun eine rasche „Säuberung“ des gesamten Polizeiapparates ankündigte. Der neue Polizeichef, der seine Ausbildung in Chile erhalten hat und ein gewisses Image als harter Kämpfer gegen die Drogenmafias pflegt, arbeitete zuletzt als Verbindungsoffizier zwischen Polizei und Militär im Nordwesten von Honduras. Vor zehn Jahren war gegen Bonilla wegen Mordes ermittelt worden, die Anklage wurde jedoch 2004 fallengelassen, nachdem die interne Polizei-Ermittlerin Maria Luisa Borjas ausgebremst und schließlich abgesetzt worden war. Sie erhielt Todesdrohungen und verließ mit ihrer Familie das Land. In Honduras kursiert nun wieder ihr Bericht aus dem Jahr 2002, der Bonilla beschuldigt, zwischen 1998 und 2002 nachweislich an mindestens drei extralegalen Hinrichtungen bzw. dem Verschwindenlassen von Gefangenen beteiligt gewesen zu sein und von elf weiteren Verdachtsfällen spricht. Im Borjas-Bericht finden sich Menschenrechts­organisationen zufolge deutliche Hinweise darauf, dass Bonilla Chef einer Todesschwadron aus Polizisten und Ex-Polizisten namens „Los Magníficos“ (Die Großartigen) gewesen sei, die so genannte „soziale Säuberungen“ an jugendlichen mutmaßlichen Bandenmitgliedern durchführte. (Bildquelle: Jaime Rodríguez, MiMundo.org)


27. Mai 2012 | Mexiko: Demonstranten fordern die Demokratisierung der Medien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Demostration - Foto: Marianna FierroAm 1. Juli 2012 finden in Mexiko Präsidentschaftswahlen statt. Vier Kandidaten treten an. In den populärsten Nachrichtensendern und Zeitungen wird jedoch vor allem für einen Kandidaten positive Werbung gemacht: Enrique Peña Nieto (EPN), Kandidat der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI). Besonders Andrés Manuel Lopez Obrador (AMLO), Kandidat der Partei der demokratischen Revolution (PRD), scheint im Vergleich dazu nur eine geringe Medienpräsenz zu haben. Auch Umfragen und Statistiken verschiedener Kommunikationsmittel in Bezug darauf, welcher der vier Präsidentschaftskandidaten der Favorit sei, weichen in ihren Prognosen sehr stark voneinander ab. Gegen diese Situation organisierten Studenten der privaten Iberoamerikanischen Universität (UIA) vergangenen Samstag in Mexiko die Marcha-AntiEPN: eine Demo für die Demokratisierung der Medien. Etwa 46000 Demonstranten, darunter Studenten, Lehrer, Aktivisten, Akademiker, Familien, Indigene Atencos sowie die verschiedensten zivilen und gewerkschaftlichen Organisationen, marschierten vom Zócalo bis zum Ángel de la Independencia. >>Si hay imposición habrá revolución - Wenn es eine Auferlegung gibt, wird es eine Revolution geben.<< – so lautete eine der Parolen dieser pazifistischen Bewegung, die nur mittels sozialer Netzwerke geplant wurde. ,,Wir sind parteilos. Wir wollen die Neutralität der Medien. Wir wollen, dass die Medien uns nicht anlügen”, verkündeten sie. Dieser Demonstration, die in 12 Staaten Mexikos am selben Tag stattfand, folgten weitere Demonstrationen, unter anderem die #MarchaYoSoy132 am 23. Mai 2012, die hauptsächlich eine öffentliche nationale und für alle zugängliche Ausstrahlung der zweiten Fernsehdebatte der vier Präsidentschaftskandidaten forderte (Bildquelle: Marianna Fierro_).


21. Mai 2012 | Chile: Bildungsproteste in Santiago gehen weiter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Streik an den Universitäten in Chile - Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit Mittwoch, den 16.05., kommt es in der Hauptstadt von Chile zu massiven Protesten von Studenten und Schülern, die seit Mai 2011 eine Bildungsreform und mehr finanzielle Mittel für den Bildungssektor fordern. Mit ihren Forderungen folgen sie vor allem dem Aufruf der Studentenorganisation Confech und der Schülerorganisation Aces. Im Zentrum der Proteste steht vor allem die Steuerreform zur Finanzierung einer kostenlosen Bildung. Es beteiligten sich bisher mehr als 20.000 Demonstranten an den Protesten, wobei sich zahlreiche Zusammenstöße mit der Polizei ereigneten und es auch zum Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern kam. Bisher reagiert die Regierung unter Präsident Sebastián Piñera nur mit Steueränderungen, von denen insbesondere die Reichen profitieren können. Es folgten zahlreiche unbefriedigende Vorschläge seitens der Regierung. Die Proteste gehen weiter, und das Zentrum Santiagos wird lahm gelegt. Um die Situation im Bildungsbereich zu verbessern, werden Schüler, Studenten, Eltern, Lehrer und Professoren weiterhin auf die Straße gehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


14. Mai 2012 | Ecuador: Quito Eterno – 10 Jahre auf Pfaden mit Geschichte(n) | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Die Altstadt von Quito - Foto: Quetzal-Redaktion_amEs gibt noch Städte auf der Welt, in denen mit dem Weltkulturerbe gearbeitet wird und nicht dagegen. Quito ist so ein Beispiel; hier ist die historische Altstadt seit 1978 mit diesem UNESCO-Prädikat ausgezeichnet. In diesem historischen Zentrum ist nun seit 10 Jahren die Non-Profit-Organisation Quito Eterno aktiv, die mit künstlerischen und pädagogischen Mitteln das Interesse an der ecuadorianischen Kultur und den Gemeinschaftssinn und die Identitätsfindung der Bevölkerung fördern will. Auf ihrer Internetseite  kann man sich gut über die Aktivitäten informieren. Eines der Aushängeschilder sind die Rutas de Leyenda, bei denen vorrangig Schülern die Geschichte verschiedener Örtlichkeiten Quitos nahegebracht wird. Diese Führungen werden durch theatral geschulte Menschen durchgeführt, die eine historische Persönlichkeit darstellen. Bisher haben an den morgens stattfindenden Veranstaltungen bereits über 100.000 Schüler teilgenommen. Aber es gibt auch nächtliche Varianten für Erwachsene, und es werden auch ausländische Gruppen unterstützt.Quito Eterno kooperiert mit der Stadtverwaltung und vielen Institutionen in der Altstadt, mit Historikern und Wissenschaftlern. Dies ist die Grundlage für weitere Programme, wie z. B. die Noches Patrimonales (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).


07. Mai 2012 | Kolumbien: FARC bestätigt Entführung des französischen Journalisten Roméo Langlois | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainAm Sonntag, den 6.5.2012, bestätigte die FARC in einem Videoband offiziell die Entführung des französischen Journalisten Roméo Langlois. Seit neun Tagen wird Langlois bereits vermisst. Der Auslöser dieser Festnahme war ein Anti-Drogen-Einsatz am 28. April 2012 im Verwaltungbezirk Caquetá, wobei mehrere Labore zur Herstellung von Kokain zerstört wurden. Romé Langlois befand sich unter dem kolumbianischen Militär, um diesen Einsatz zu filmen. Während der Auseinandersetzungen wurde der 35-Jährige Roméo Langlois als Kriegsgefangener von der FARC entführt. Langlois wurde dabei an der linken Schulter durch einen Schuss verletzt. Über Twitter bestätigte die FARC, dass der Journalist außer Lebensgefahr ist und verkündigt eine baldige Freilassung. Weiterhin klagt die Organisation die kolumbianische Regierung an, dass diese leichtsinnig mit dem Leben von Langlois umgeht. Der Reporter lebt seit 10 Jahren in Kolumbien und ist als Fachmann der FARC und erfahrener Journalist bekannt. Er arbeitet unter anderem für den französischen Nachrichtensender “France 24” (Bildquelle: Public Domain).


04. Mai 2012 | Nicaragua: Der letzte lebende FSLN-Gründer Tomás Borge ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua_Tomas_Borge_Foto_Presidencia de la Republica de EcuadorDer letzte lebende Mitgründer der FSLN Tomás Borge ist am 30. April 2012 im Militärkrankenhaus in Managua an Lungenkrebs gestorben. Trotz einer Operation Mitte April und der Verlegung auf eine intensivmedizinische Station konnte das Leben des 81-jährigen nicht gerettet werden. Das Volk Nicaraguas erfuhr von Borges Tod durch die Regierungssprecherin und Präsidentengattin Rosario Murillo mit den Worten: „Mit tiefem Schmerz teilen wir mit, dass das revolutionäre Leben des Kommandanten Tomás Borge auf dieser Erde beendet ist. Er gehört zu den Toten, die niemals sterben“. Der am 13. August 1930 geborene Befreiungskämpfer gründete 1961 zusammen mit Carlos Fonseca Amador, Francisco Buitrago, Jorge Navarro, Silvio Mayorga, José Benito Escobar, Noel Guerrero, Germán Pomares und ehemaligen Mitkämpfern Sandinos die Sandinistische Front zur Nationalen Befreiung (FSLN), die gegen die Diktatur von Anastasio Somoza kämpfte. Während der sandinistischen Revolution hatte Borge 1979-1990 das Amt des Innenministers inne. Zuletzt war er Botschafter seines Landes in Peru sowie Ehrenpräsident, Abgeordneter und stellvertretender Generalsekretär der FSLN. Außerdem war er Schriftsteller. Er schrieb mehrere Bücher und Gedichte, unter anderem “La paciente impaciencia” und “La ceremonia esperada” (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


30. April 2012 | Brasilien: Teilerfolg in der Sammelklage von Bauern gegen Gen-Soja von Monsanto | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Sojaernte in der Landwirtschaft - Foto: Agencia BrasilWie der Informationsdienst Gentechnik / keine-gentechnik.de am 20.04.2012 basierend auf einem Gerichtsurteil berichtet, hat der US-amerikanische Saatguthersteller Monsanto eine Niederlage gegen brasilianische Landwirte hinnehmen müssen. Monsanto – bekannt durch den Verkauf von gentechnisch verändertem Saatgut – legte zwar bereits Einspruch gegen diese Entscheidung ein, läuft aber Gefahr, zukünftig keine Lizenzgebühren für die Wiederaussaat erheben zu können. Im Gegensatz zu normalem Saatgut, bei dem der Landwirt einen Teil seiner Ernte für die Aussaat im nächsten Jahr lagert, ist dies bei Monsanto-Produkten verboten bzw. nur erlaubt, wenn dafür nach gleichem Muster Lizenzen wie beim Neuerwerb gezahlt werden. Im Speziellen wird dieser Fall nun am Beispiel der Gen-Sojabohnensorte Roundup Ready (RR1) juristisch diskutiert. Während der Oberste Gerichtshof (Superior Tribunal de Justiça) parallel die Rückzahlung von bis zu 6,2 Milliarden Euro für Lizenzgebühren seit 2003/2004 prüft, ist es Monsanto aber erlaubt, die bisherige Systematik beizubehalten. Der Soja-Hersteller geht in einer Pressemeldung von einem bis zu zweijährigen Verfahren aus. Monsanto ist jedoch an dieser  geschäftskritischen Entwicklung (Brasilien ist nach den USA das Land mit den am meisten gentechnisch veränderten Pflanzen) massgeblich selbst beteilligt, sind doch die Widerstände unter anderem durch angekündigte Preiserhöhungen einer anderen Gen-Sojabohnensorte (Intacta RRpro) entstanden. Durch die hohe Abhängigkeit der Bauern bleibt Ihnen quasi keine andere Wahl, als den Konflikt eskalieren zu lassen oder Gewinneinbußen in Kauf zu nehmen. Genau diese kritische Grenze konnte Monsanto bisher durch Lobbyarbeit erfolgreich aufrechterhalten. Sollte der Einspruch abgelehnt werden oder es zu einem Kompromiss kommen, so werden die Bauern zwar als Sieger hervorgehen, aber aufgrund der Profitmaximierung beider Seiten kein wirklich nachhaltiges Umdenken im Sinne der Landwirtschaft und der brasilianischen Gesellschaft stattfinden. Vielmehr würde das Geschäftsmodell nur adaptiert und zum Beispiel die Lizenzen für den Erstkauf deutlich erhöht, um Einbrüche bei den Folgeeinnahmen zu kompensieren. (Bildquelle: Agencia Brasil)


23. April 2012 | Argentinien: Regierung plant YPF Teil-Verstaatlichung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Cristina Kirchner bei den Wahlen 2009 - Foto: Presidencia de la Nacion ArgentinaDie Nachricht, die Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner vergangenen Montag (16.4.2012) verlauten ließ, verheißt nichts Gutes für Spaniens Wirtschaft. Das argentinische Staatsoberhaupt gab bekannt, einen Gesetzesentwurf zur Teil-Verstaatlichung des Erdölunternehmens YPF zu planen. Demnach sollen 51 Prozent der Gesamtanteile, die der spanische Erdölkonzern Repsol an seiner Tochterfirma YPF besitzt, in Zukunft dem argentinischen Staat gehören. Für Repsol würde eine solche Entscheidung einen Verbleib von lediglich 6 Prozent der Anteile und somit eine klare Minderheit bedeuten. Schon jetzt sind die ökonomischen Auswirkungen unverkennbar. Die Repsol- Aktie fiel bereits am Dienstag um bis zu 9 Prozent. Von spanischer Seite wird nun eine Entschädigung gefordert, die den Verlust der Anteile ausgleichen soll. Ob und in welcher Höhe eine solche Zahlung erfolgt, darüber soll das internationale Schiedsgericht urteilen. Der Grund für Kirchners Entscheidung ist nach eigenen Angaben das fehlende Engagement, das Repsol an den Tag lege, wenn es um die Erdölproduktion- und erforschung in Argentinien geht. Man will dafür sorgen, dass Argentinien zukünftig selbst ausreichend Erdöl produzieren kann, ohne auf teure Importe angewiesen zu sein. Derzeit wird allerdings vermutet, dass ein im Geheimen geplanter Verkauf aller Repsol-Anteile an den chinesischen Konzern Sinopec der wahre Auslöser des Geschehens ist. Die spanische Zeitung „El País“ bezeichnete ein solches Vorgehen indes als eine „ Erklärung wirtschaftlicher Feindseeligkeit“ und auch international betrachtet man die Vorkommnisse mit einem kritischen Blick. (Bildquelle: Presidencia de la Nacion Argentina)


20. April 2012 | Mexiko: Anhaltende Gewalt verschärft Flüchtlingsproblem | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Anhaltende Gewalt verschärft Flüchtlingsproblem - Foto: Quetzal-Redaktion,glWegen der Gewalt in Mexiko sind im Jahr 2011 circa 160.000 Menschen aus ihrer Heimat geflohen. Das ist das Ergebnis eines Berichts des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR). Die Mehrzahl der Flüchtlinge kommt aus sieben Bundesstaaten: Chihuahua, Tamaulipas, Durango, Nuevo León, Sinaloa, Michoacán und Guerrero. Ein Teil von ihnen fand im Landesinnern eine Bleibe, andere wanderten in die USA aus. Allerdings sind genaue Zahlen nicht bekannt, weil die mexikanische Regierung das Flüchtlingsproblem nicht anerkennt und aus diesem Grund auch nicht beobachtet und analysiert. Experten für Sicherheit und Menschenrechte nannten das einen Beweis der Schwäche der Regierung, da diese einige Regionen des Landes offensichtlich nicht mehr unter Kontrolle hat, obwohl sie seit mehr als fünf Jahren einen Kampf gegen die Drogenkartelle führt. Das UNHCR stellte außerdem fest, dass das Flüchtlingsproblem sich im Jahr 2012 verschärft hat. Als Beispiel wurde die im Norden gelegene Stadt Ciudad Juárez genannt, aus der allein in diesem Jahr circa 24.000 Menschen geflohen sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


13. April 2012 | Lateinamerika, USA: Cartagena ruft zum Amerika-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika USA: Cartagena ruft zum Amerika-Gipfel - Bild: Organization of American States (OAS)Raúl Castro darf nicht, Rafael Correa will nicht und Hugo Chávez wird teilnehmen. Der VI. Amerika-Gipfel, der am 14. und 15. April im kolumbianischen Cartagena de Indias stattfinden wird, hat seine interessantesten Momente vermutlich vor seinem Beginn. Bereits der letzte Gipfel 2009 in Trinidad und Tobago war faktisch ohne Ergebnis – eine gemeinsame Erklärung – zu Ende gegangen, und es spricht nicht viel dafür, dass das dieses Mal viel anders sein wird. In Cartagena will man über den Umgang mit dem Drogenhandel diskutieren. Selbst eine Legalisierung von Drogen soll – zumindest in der Diskussion – kein Tabu sein, wäre eine solche doch ein Schritt, der Drogengewalt auf dem Kontinent den Boden zu entziehen. Ein Sprecher des US-Präsidenten hat bereits klar gemacht, dass man ohne Weiteres über dieses Thema reden könne, Unterstützung gäbe es aus den USA aber nicht. Die USA haben ganz andere Probleme, die sie beim Gipfel auf die Tagesordnung setzen wollen. Der wichtigste Handelspartner von Peru, Brasilien und Chile heißt China, und auch in Argentinien und Kolumbien läuft das asiatische Land in puncto wirtschaftliche Zusammenarbeit den USA immer mehr den Rang ab. Barack Obama fährt deshalb vor allem nach Kolumbien, um die Kooperation der amerikanischen Staaten zu verbessern. Sehr geschickt stellt er sich bei der Kontaktsuche allerdings nicht an: So erklärte er kategorisch, dass er sich nicht mit Raúl Castro an einen Tisch setzen wird. Weshalb der kubanische Präsident wieder einmal nicht eingeladen wurde. Correa hat sein Kommen wegen dieses Boykotts abgesagt. Und Chávez kommt aus gesundheitlichen Gründen sowieso nur kurz in Cartagena vorbei. Es bleibt zu wünschen, dass dies nicht die aufregendsten Meldungen vom Gipfel sein werden (Bildquelle: Organization of American States, OAS).


11. April 2012 | Lateinamerika: Konturen, Auswirkungen und Alternativen zum Extraktivismus | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Ecuador: Erdölressourcen im Amazonas - Yasuni ITT - Grafik: El UniversoLateinamerika erlebt in den letzten Jahren einen Exportboom natürlicher Ressourcen und damit einhergehend einen ökonomischen Aufschwung. Der Extraktivismus ermöglicht die Finanzierung von Sozialprogrammen, führt jedoch auch zu großen Belastungen für die Natur und die ansässige Bevölkerung. Der Ökonom Alberto Acosta, ehemaliger Präsident der verfassunggebenden Versammlung und Staatssekretär in Ecuador, ist ein Kritiker des gängigen Wachstumsmodells und formuliert alternative Entwicklungsparadigmen. Das Promotionskolleg “Global Social Policies and Governance” lädt am 21. und 22. Mai an der Universität Kassel zu einem Workshop mit Alberto Acosta ein, in dem der Experte zunächst den Begriff des Extraktivismus entwickeln wird. Fragen nach einer möglichen Veränderung staatlicher Strukturen, gestiegener Handlungsoptionen aufgrund der hohen Einnahmen sowie gesellschaftliche Reaktionsmuster sollen analysiert werden. In einem zweiten Teil werden dann mögliche Alternativen zum Modell des Extraktivismus aufgezeigt. Die Veranstaltung findet in spanischer Sprache statt.Das Promotionskolleg “Global Social Policies and Governance” schreibt für den Workshop fünf Teilnahmestipendien über 50 Euro Aufwandsentschädigung für auswärtige TeilnehmerInnen aus. Bewerbungen sind bis 15.04.2012 mit einem einseitigen CV und Motivationsschreiben einzureichen. Aktuelle Informationen und das genaue Programm werden unter http://www.social-globalization.uni-kassel.de/?pr_id=1 bekannt gegeben. Kontakt: Zeljko Crncic Tel.: (0561) 804-7653 Email: crncic@uni-kassel.de (Bildquelle: El Universo).


10. April 2012 | Peru: verschüttete Bergleute in illegaler Kupfermine kurz vor der Rettung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Bergbau Arbeiter - Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit Donnerstag (05.04.2012) warten neun verschüttete Bergleute auf ihre Rettung aus der Kupfermine “Cabeza de Negro”. Nach einer Explosion hatten sich die Kumpel in einen Nebentunnel retten können, in dem sie jetzt über ein Metallrohr mit Wasser, Essen und Sauerstoff versorgt werden. Die Mine befindet sich in der Region Ica, ca. 300 Kilometer südlich von Perus Hauptstadt Lima, und wurde bereits vor mehr als 20 Jahren stillgelegt. Auch wenn sich die industrielle Ausbeutung wirtschaftlich oft nicht mehr lohnt und die Minen bzw. Berge zumeist wie ein Schweizer Käse durchlöchert sind, so versuchen doch viele Männer durch den illegalen Abbau von verbliebenen Kupfererzen für sich und ihre Familien den Lebensunterhalt zu erwirtschaften. In der Regel geschieht dies jedoch unter sehr riskanten Bedingungen und keinerlei Kontrollen seitens der Behörden. Gleichzeitig wird das Risiko, das Schächte zusammenbrechen, erhöht, da die Arbeiten verschiedener Bergleute nicht koordiniert werden. Aufgrund der hohen Rohstoffpreise lohnt sich der illegale Abbau, selbst von Kleinstmengen, mehr den je. Über 60 Prozent der peruanischen Exporte stammen aus dem Bergbau, zugleich ist dies der bedeutendste Wirtschaftssektor des Landes. Kritik wurde im Zuge des Grubenunglücks laut, dass trotz des hohen Stellenwertes keine spezialisierte Einsatztruppe für schnelle Rettungsmaßnahmen existiert. Nach Aussagen des Regierungschefs Oscar Valdés stehen die Kumpel trotzdem kurz vor Ihrer Rettung. Nachrutschendes Geröll hatte die Rettungsarbeiten jedoch deutlich länger hinausgezögert als angenommen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


02. April 2012 | Argentinien: Vor 30 Jahren begann der Falklandkrieg | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Die Falklandinseln (Malwinen) - Foto: NASA World Wind (The Blue Marble)Heute vor genau dreißig Jahren eskalierte der Streit um die Malvinas zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Argentinien und Großbritannien. Der aberwitzige Ausflug der argentinischen Armee auf die am Südzipfel des argentinischen Festlandes gelegene Inselgruppe dient hierbei als ein Lehrstück einer aufgrund außenpolitischen Unvermögens hervorgerufenen Eskalationsleiter, aus der es letztlich kein Zurück mehr gab. Ausgehend von den langjährigen argentinischen Bemühungen, die Falklands für sich zu beanspruchen, ging die argentinische Militärdiktatur 1982 dazu über, den Konflikt um die Inselgruppe militärisch zu lösen, um damit letztlich die innergesellschaftliche Krise – wenigstens für einen kurzen Moment – zu kaschieren. Hochgerüstet mit amerikanischem, französischem und deutschem Militärgerät entschied sich die Militärjunta, auch aufgrund der (scheinbar) geringen geostrategischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Inselgruppe für Großbritannien, dazu, das Archipel am 02.April 1982 zu besetzen. Fungierte der Krieg somit letztlich für Argentinien nur als ein Symbol zur Wiederherstellung der nationalen Einheit, überraschte die heftige militärische Antwort Großbritanniens umso mehr. Die Kapitulation der argentinischen Armee am 14. Juni 1982 bedeutete für Argentinien sowohl eine außenpolitische Demütigung als auch den Beginn der Transition. Gleichzeitig markierte sie für Großbritannien die Zementierung der „eisernen“ Herrschaft einer Lady für weitere acht Jahre (Bildquelle: NASA World Wind, The Blue Marble).


29. März 2012 | Brasilien: Lula plant nach erfolgreicher Krebsbehandlung Rückkehr in die Politik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Lula mit Präsidentin Dilma Rousseff nach erfolgreicher Chemotherapie - Foto: Agencia Brasil, Roberto Stuckert Filho Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Mittwoch (28.03.2012) die medizinischen Ergebnisse seiner Untersuchungen veröffentlicht, in welchen die erfolgreiche Behandlung seines Krebsleidens bekannt gegeben wurde. Demnach ist der Tumor am Kehlkopf nach nun fünf Monaten komplett verschwunden. Die Ärzte im Krankenhaus Sírio-Libanês in São Paulo, das in Südamerika als beste Klinik gilt (in der sich auch Paraguays Präsident Fernando Lugo wegen einer Krebserkrankung behandeln lässt) betonten jedoch, dass sich Lula in den nächsten fünf Jahren regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen muss. Erst dann kann eine definitive Aussage getroffen werden. Zudem erhielt er die Freigabe, entsprechend seines Gesundheitszustands erneut arbeiten zu können. Dies nutzte er sogleich und gab in einer Videobotschaft wenige Stunden danach bekannt, dass er in das politische Leben zurückkehren wird. In welcher Position – das ließ er offen. Parallel sandte Dilma Rousseff, Präsidentin und politisches Ziehkind von Lula da Silva, telefonische Glückwünsche von Ihrem Staatsbesuch in Indien. (Bildquelle: Agencia Brasil, Roberto Stuckert Filho)


26. März 2012 | Guatemala: Siebentausend Jahre Haft für Massaker | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

capilla_plan_de_sanchez_mimundo_0Wegen ihrer Beteiligung an einem Massaker an 268 Dorfbewohnern, fast alle Angehörige der Sprachgruppe der Maya-Achí, im Juli 1982 in dem Weiler Plan de Sánchez bei Rabinal (Baja Verapaz) wurden in der vergangenen Woche vier Ex-Mitglieder der paramilitärischen Zivilpatrouillen (PAC) und ein ehemaliger ziviler Militärbeauftragter zu jeweils über 7.700 Jahren Gefängnis verurteilt. Das hohe Strafmaß resultiert aus symbolischen 30 Jahren Haft pro Opfer; de facto ist die Haft in Guatemala auf 50 Jahre begrenzt. Die Verurteilten sind heute zwischen Mitte 50 und 70 Jahre alt. Nach dem historischen Urteil im Prozess von Las Dos Erres (siehe noticia vom 4.8.2011), das kürzlich um die Verurteilung eines weiteren Mitglieds der Eliteeinheit Kaibiles ergänzt wurde, und der bevorstehenden Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten und Ex-General Rios Montt (siehe noticia vom 30.1.2012) ist damit ein weiterer Baustein einer juristischen Aufarbeitung des guatemaltekischen Genozids der achtziger Jahre gesetzt. Die Überlebenden aus Plan de Sánchez und Nachbarorten haben lange für dieses Urteil gekämpft: 1992 erstatteten sie trotz massiver Drohungen die erste Anzeige, wiesen auf Folter und Vergewaltigungen hin, die dem Massaker in Plan de Sánchez vorausgingen – und auf die geheimen Massengräber, die sie damals ausheben mussten. Es folgten Exhumierungen durch eine NGO und die schrittweise Aufklärung von insgesamt über 20 Massakern, die gezielt in mehreren Wellen rund um die Provinzstadt Rabinal ausgeführt wurden. Nachdem ein Prozess in Guatemala nicht durchsetzbar war, wandten sich die Opfer 1996 an die internationale Justiz. Doch auch deren Mühlen mahlten langsam: Erst 2004 verpflichtete der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den guatemaltekischen Staat zu ernsthaften Ermittlungen, die dann im August 2011 mit der Verhaftung von fünf der materiellen Täter in eine entscheidende Phase traten. Die Strafverfolgung entlang der Befehlskette nach oben steht weiterhin aus (siehe auch: “Eine Reise durch die Geschichte und durch den Schmerz – Teil II“. (Bildquelle: Jaime Rodríguez, MiMundo.org)


22. März 2012 | Lateinamerika: Wasser – Menschenrecht und knappes Gut | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Wasserhahn - Foto: Quetzal-Redaktion, gtWenn heute der Weltwassertag begangen wird, dann kommt Lateinamerika in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Platz zu. So verfügt der Kontinent über etwa ein Drittel der weltweiten Süßwasserressourcen. Bei einem Anteil an der Weltbevölkerung von acht Prozent steht die Region in Hinblick auf dieses lebensnotwendige Gut deutlich besser da als Asien, wo 60 Prozent der Weltbevölkerung nur über 28 Prozent desselben verfügen können. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich darin, dass ca. 15 Prozent aller Lateinamerikaner keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Die herausragende Bedeutung Lateinamerikas besteht zweitens darin, dass von dort aus eine erfolgreiche Gegenoffensive gegen die Privatisierung und Vermarktung des Wassers gestartet wurde. Den Anfang machte Bolivien im April 2000 mit dem “Wasserkrieg” von Cochabamba, und es war auch Bolivien, welches im Juli 2010 in der UNO die Mehrheit der Mitgliedsstaaten davon überzeugen konnte, den freien Zugang zu Wasser zum Menschenrecht zu erklären. Dies ist auch deshalb eine eminent wichtige Weichenstellung, weil für die Zukunft zunehmend Wasserkonflikte prognostiziert werden. 2025 werden voraussichtlich 64 Länder unter Wasserknappheit zu leiden haben, darunter 14 lateinamerikanische Länder (zum Vergleich: in Afrika sind 31 und in Asien 19 Länder betroffen). Zum Gesamtbild gehört ebenfalls, dass das meiste Wasser in den westlichen Industriestaaten verbraucht wird. So liegt der tägliche Trinkwasserverbrauch je Einwohner in den USA bei 295 und in Deutschland immerhin noch bei 123 Litern, während auf Haiti nur 19 Liter entfallen. Wenn man sich zudem vor Augen hält, dass der globale Wassermarkt nach Rohöl und Elektrizität den drittgrößten Wirtschaftsektor darstellt, dann sind angesichts von Klimawandel, Nahrungsmittelkrise und beschleunigter Urbanisierung weitere Konflikte zwischen Markt und Menschenrecht zu befürchten. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


19. März 2012 | Chile: Chilenische Offensive in Leipzig | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

deutschland_buchmesse_leipzig_quetzalredaktion-am_Auf einer der bedeutendsten kulturellen Institutionen Deutschlands- der Leipziger Buchmesse- präsentierte sich Chile mit einem Stand als “Land der Poesie”. Selbstverständlich ist das Land Pablo Nerudas und Isabel Allendes in gewisser Weise immer in der Buchwelt präsent, dennoch ist die erste offizielle Teilnahme Chiles mit einem eigenen Stand auf dieser Messe ein besonderer Meilenstein. Zum einen, weil sie als Auftakt zu einer jährlichen Beteiligungsserie bis mindestens 2015 gedacht ist, zum anderen weil die Vorstellung der Arbeit von sechs Universitätsverlagen mit der Präsentation von zwei ins Deutsche übersetzten Büchern durch ihre Autoren verbunden wurde. Bei diesen handelte es sich um den vielfach ausgezeichneten Oscar Hahn, der sich im Moment auf einer Lesereise durch Deutschland befindet, und um Raul Zurita, der den Nationalen Literaturpreis von Chile erhalten hat. Während Raul Zurita sein als zweisprachige Ausgabe erschienenes Buch “Wasserstädte- Las ciudades de agua” präsentierte, stellte Oscar Hahn sein Werk “Liebe unter den Ruinen” (“El amor bajo ruinas”) vor. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am)


15. März 2012 | Peru: Drei Tote bei Protesten in Madre de Dios | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Drei Tote bei Protesten in Madre de Dios - Foto: Quetzal-Redaktion, sscWie der peruanische Innenminister Lozada heute bestätigte, kamen bei Zusammenstößen zwischen  illegalen Bergarbeitern und der Polizei in Puerto Maldonado (Madre de Dios) drei Personen ums Leben und 38 Personen schwer verletzt wurden. Die Proteste begannen nach dem Scheitern eines Dialogs zwischen der Regierung und Vertretern der illegalen Goldgräber. Diese fordern, dass die Regierung ein erlassenes Gesetz gegen illegale Goldsuche, nach dem den Betroffenen bis zu zwölf Jahre Haft drohen, außer Kraft setzt. Hintergrund für diese Gesetzesentscheidung war jedoch, dass das Ökosystem von Madre de Dios in den letzten Jahren schwer durch die illegalen Bergbauaktivitäten und Abholzungen geschädigt wurde. Der Umweltminister Manuel Pulgar Vidal wies darauf hin, dass die Regierung weiter den Dialog mit den illegalen Bergarbeitern suchen will. Sie bietet ihnen beispielsweise eine sozial und technische Beratung an, um sie zu formalisieren. Der Umweltminister legte aber auch unmissverständlich dar, dass die Regierung diese Aktivitäten nicht in den Pufferzonen von Naturschutzgebieten wie La Pampa (in der Nähe von Tambopata) zulassen werde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


13. März 2012 | Mesoamerika: Der Fall der letzten freien Mayastadt am 13. März 1697 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Mesoamerika: Der Fall der letzten freien Mayastadt am 13. März 1697 - Foto: Quetzal-Redaktion, slChichen Itza ist vielen bekannt, aber Tayasal? Dabei stehen die Geschehnisse heute vor 315 Jahren um dieses Gemeinwesen des Volkes der Itza wie nichts anderes für das Ende der freien, selbstbestimmten Existenz der Indigenen Mesoamerikas. Die Itza werden in einer historischen Handschrift bereits im 4. Jahrhundert als Gründer der Stadt  Bak´Halal erwähnt, die heute als Bacalar zum mexikanischen Bundesland Quintana Roo gehört. Sie zogen ca. 200 Jahre später weiter nach Westen und gründeten Chichen Itza. Bis etwa 1185 bewohnten sie die nach ihnen benannte Stadt. Ihr Einfluss in der Region muss immens gewesen sein, da sie mit weiteren Stadtgründungen in Verbindung gebracht werden, wie z. B. Chakan Putum (heute Champoton) und Tiho´ (heute die Millionenstadt Merida). Zum Zeitpunkt der Eroberung Yucatans durch die Spanier (1527- 1546) hatten Itza bereits lange in der Region am Peten- Itza- See eine neue Stadt gegründet, die heute als Flores zu Guatemala gehört. 1523 durchquerte Hernan Cortes das Gebiet von Tayasal noch friedlich, seinen Angriff von 1541 konnten die Itza abwehren. Zwischen 1685 und 1695 gab es vier erfolglose Eroberungsversuche durch die Spanier. Tayasal konnte erst durch eine größere Armee aus Einheiten aus Yucatan sowie Tabasco bezwungen werden. Der 13. März 1697 ist ein Datum der gewaltsamen kolonialen Unterwerfung eines alten Kulturvolkes. Aber es zeigt auch einen bemerkenswerten Willen zu Eigenständigkeit, selbst wenn man sich mit einer Übermacht konfrontiert sieht (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, sl).


13. März 2012 | El Salvador: Verluste für FMLN bei Parlaments- und Kommunalwahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador

El Salvador: Präsident Mauricio Funes - Foto: Agencia Brasil, Wilson DiasPräsident Mauricio Funes von der linksorientierten FMLN (Frente Farabundo Marti para la Liberación Nacional) hat bei den Wahlen am gestrigen Sonntag die Mehrheit im Parlament verloren. Nach Auszählung von 70% der Stimmen ergibt sich nach Aussagen der obersten Wahlbehörde TSE (Tribunal Supremo Electoral) ein Ergebnis, nach dem sich die FMLN und die konservative ARENA (Alianza Republicana Nacionalista) ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Die ARENA kann mit 40% der Parlamentssitze und damit der Mehrheit rechnen, auf die regierende FMLN entfallen demnach 37%. Der Rest der Sitze verteilt sich auf kleinere Parteien. Nach der Mehrheit im Parlament kann ARENA auch mit einer Mehrheit in den Kommunalwahlen rechnen. Lokale Beobachter meinen, die Wähler hätten die FMLN und Präsident Funes für ihre bisherige Politik bestraft. Dem Präsidenten und seiner Partei stehen bis zu den nächsten Präsidentschaftswahlen zwei schwere Jahre bevor, in denen sie einiges tun müssen, um an der Macht zu bleiben. (Bildquelle: Agencia Brasil, Wilson Dias)


08. März 2012 | Lateinamerika: Macht und Ohnmacht der Frauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Macht und Ohnmacht der Frauen, Dilma Rousseff - Foto: Agencia BrasilIn Lateinamerika gibt es zur Zeit drei Präsidentinnen, die immerhin 40% der Bevölkerung des Subkontinents regieren. In Mexiko kann sich Josefina Vázquez Mota vom konservativen Partido Acción Nacional (PAN) durchaus Chancen ausrechnen, im Juli die erste Präsidentin des Landes zu werden. Die lateinamerikanischen Frauen haben es weit gebracht. Immerhin stellten sie bereits 1990 mit der Nicaraguanerin Violeta Chamorro die erste gewählte Präsidentin der Welt. In elf lateinamerikanischen Ländern gibt es heute eine Frauenquote. In zahlreichen zivilgesellschaftlichen Prozessen sind oft vor allem Frauen engagiert. 53% der Studierenden sind weiblich. Auf der anderen Seite gehen in Lateinamerika vor allem Mädchen vorzeitig von der Schule ab. Die Gewalt gegen Frauen ist erschreckend, 2009 wurden allein in Mexiko mehr als 1.800 Frauen ermordet. Die Zahl der Teenagerschwangerschaften ist in Ländern wie Honduras, Nicaragua und Panama (den Spitzenreitern in der Region) fast zehnmal so hoch wie in Portugal oder Spanien. Und die Mädchen sind zumeist gezwungen, die Kinder auszutragen; lediglich in Kuba und in der mexikanischen Hauptstadt gibt es Fristenlösungen, die einen legalen Schwangerschaftsabbruch erlauben. Jedes Jahr gibt es 4 Millionen illegale Abtreibungen, bei denen 4.000 Frauen sterben.  Lateinamerika befindet sich in der paradoxen Situation, dass Frauen zwar höchste Staatsämter innehaben, aber diese „Frauenpower“ nach wie vor nur geringe Effekte auf die soziale Lage der Frauen hat. Eine nachgerade eiserne Allianz von christlichen Kirchen und konservativen Eliten sowie ein immer noch weit verbreitetes rückständiges Frauenbild erschweren alle Schritte in Richtung wirkliche Gleichstellung der Frauen (Bildquelle: Agencia Brasil).


05. März 2012 | Peru: Stabile Wirtschaft, labile Landbevölkerung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Armut - Foto: Quetzal-Redaktion, sscEine stabile Währung, steigende Auslandsinvestitionen (25,6% des BIP), ein stetiges Wirtschaftswachstum (6,9%) bei konstanter Inflation (4,2%) und zunehmende Währungsreserven (54,0 Milliarden US-Dollar) – das ist das aktuelle Bild der peruanischen Wirtschaft. Die Verschuldung (2011) beläuft sich auf 38,3 Milliarden US-Dollar und sank auf 21,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Internationale Schulden wurden sogar vorzeitig zurückgezahlt, wodurch 133 Millionen US-Dollar „gespart“ werden konnten. Diese Zahlen aus der inzwischen freundlich gesinnten Wirtschaftspresse belegen, dass entgegen den Befürchtungen des konservativen Lagers der peruanische Präsident Ollanta Humala den gleichen Kurs der wirtschaftlichen Konsolidierung fährt wie sein Vorgänger Alán García. Er drehte an kleineren Stellschrauben (z.B. Bergbausteuern). Doch ausgiebige Reformvorhaben etwa nach venezolanischem Vorbild blieben aus. Auch gibt es keine nennenswerten Projekte für eine bessere Diversifikation der Wirtschaft. Weiterhin stammen die meisten Finanzmittel aus dem Exportsektor, vor allem den Rohstoffexporten. Und die steigenden Preise auf dem Weltmarkt bescheren nicht nur der Regierung, sondern auch den (urbanen) Haushalten höhere Einkommen. So gehen Schätzungen davon aus, dass sich die Armutsquote in den letzten Jahren von etwa 50 Prozent auf etwa 30 Prozent verringert hat. Allerdings ändert sich ausgerechnet in den Wähler-Stammgebieten von Ollanta, der mittleren und südlichen Sierra, die Lage kam. Weiterhin ist dort die Armut besonders hoch.  Es wäre an der Zeit, die verfügbaren Ressourcen für spezielle Sozialprogramme zu nutzen, um die Lage der Landwirte in den Andenregionen nachhaltig zu verbessern (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


02. März 2012 | Mexiko: Bergbau auf heiligem Gebiet der Huicholes gestoppt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Wikuta - Foto: Foto de Archivo Proyectos

Die Völker des Wixaríka, auch bekannt als Huicholes, haben in ihrem Kampf gegen die Zerstörung des Schutzgebietes von Wirikuta durch den Bergbau rechtliche Unterstützung vom mexikanischen Bundesverwaltungsgericht erhalten. Das Gericht erklärte eine Abbaugenehmigung für den kanadischen Konzern First Majestic Silver Corp. und seinen mexikanischen Ableger Real Bonanza für ungültig. Nach diesem Urteil können die Huicholes den von First Majestic geplanten Abbau von Silber, Uran und Gold stoppen. Der Abbau sollte auf einem mehr als 6.000 Hektar großem Gebiet im Bundesstaat San Luis de Potosí erfolgen, das zu einem Naturreservat gehört. Dieses 140.000 Hektar große Reservat ist für die Huicholes heiliges Land, die UNESCO zählt es zu den 14 heiligsten Stätten der Welt. Die Huicholes erhielten Unterstützung von verschiedenen lokalen und internationalen NGOs sowie von der mexikanischen Menschenrechtskommission CNDH (Comisión Nacional de los Derechos Humanos) und dem Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Mexiko. (Bildquelle: Archivo de Proyectos_)


27. Februar 2012 | Kolumbien: Lernt die FARC? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public Domain

Die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo) hat gerade verkündet, dass sie bis auf Weiteres keine Entführungen mehr veranlassen will. Über die Bewertung dieser Verlautbarung wird in Kolumbien heftig debattiert. Beispielsweise bewertete die ehemalige Senatorin Piedad Cordoba die Ankündigung der FARC vollends positiv und forderte gleichzeitig die kolumbianische Regierung auf, einen Waffenstillstand mit der FARC abzuschließen. Demgegenüber äußerten sich Präsident Santos und die U.S.A. vorsichtig optimistisch, indem sie die Ankündigung als einen notwendigen, aber nicht hinreichenden Schritt für eine Aufnahme von Verhandlungen erachten. Sie fordern gleichzeitig die FARC auf, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Ob die FARC ihre etwa 420 Geiseln (manche Quellen sprechen sogar von etwa 720 Entführten) tatsächlich freilassen und in Zukunft auf weitere Geiselnahmen verzichten wird, bleibt abzuwarten. Einerseits ist schwer vorstellbar, dass sich die FARC freiwillig einer ihrer wichtigsten, vor allem auch finanziellen, Quelle beraubt – womit die Ankündigung wohl nur rein rhetorischer Natur wäre. Andererseits könnte es jedoch durchaus sein, dass die FARC mit der Ankündigung neuerdings auch vermehrt politische Taktiken in diesem Konflikt verfolgt und die gewalttätigen Strategien – vermutlich auch aufgrund einer militärischen Schwäche – an Attraktivität verlieren. (Bildquelle: Public Domain)


23. Februar 2012 | Ecuador: IAKMR beantragt die Aussetzung des Urteils gegen die Zeitung „El Universo“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Interamerikanische Kommission für Menschenrechte beantragt die Aussetzung des Urteil gegen die Zeitung „El Universo“ - Foto:Presidencia de la República del EcuadorDie Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR) hat am Dienstag das Ersuchen der Zeitung “El Universo” angenommen, die von der ecuadorianischen Regierung gegen das Medium erlassene einstweilige Verfügung auszusetzen. Der Präsident Correa verklagte die Zeitung im März des vergangenes Jahres wegen eines erschienenes Leitartikels, in dem er als „Diktator“ bezeichnet wurde und man ihm Menschenrechtsverletzungen vorwarf.  Nach dem Urteil des nationalen Gerichtshofs gegen die Herausgeber und einen ehemaligen Redakteur dieser Zeitung, das im Februar dieses Jahres bestätigt wurde, sollte „El Universo“ eine Geldstrafe von 40 Millionen US-Dollar (zirka 30 Millionen Euro) zahlen. Zudem wurden die Herausgeber der Zeitung, die Brüder Carlos, César und Nicolás Pérez sowie der Redakteur Emilio Palacio, zu drei Jahren Haft verurteilt (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


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