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Noticias Lateinamerika

18. Februar 2013 | Ecuador: Klare Wiederwahl für Rafael Correa | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Präsident Rafael Correa nach seiner Wiederwahl 2013 - Foto: Presidencia de la República del EcuadorBei den Präsidentschaftswahlen in Ecuador hat sich Amtsinhaber Rafael Correa klar gegen seine Kontrahenten durchgesetzt. Laut Angaben des Nationalen Wahlrats (Consejo Nacional Electoral, CNE) entfielen auf ihn 56,7 Prozent der Stimmen. Guillermo Lasso von den Konservativen erhielt demnach 23,3 Prozent. Der populistische Ex-Präsident Lucio Gutiérrez erzielte lediglich 6,6 Prozent. Der reichste Mann Ecuadors, der Bananenmagnat Álvaro Naboa, der bereits drei Mal in der Stichwahl unterlag, blieb diesmal weit abgeschlagen bei 3,7 Prozent der Stimmen. Erstaunlich schwach war auch das Abschneiden des links-ökologischen Kandidaten Alberto Acosta, der maßgeblich an der Ausarbeitung der neuen Verfassung beteiligt war und in Deutschland vor allem für seine Initiative zum Erhalt des Yasuni-Nationalparks bekannt ist. Er konnte nur 3,2 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Auch wenn diese Resultate noch vorläufigen Charakter haben, da sie auf Nachwahlbefragungen basieren, gibt es wenig Zweifel daran, dass Correa bereits in der ersten Wahlrunde die 50-Prozent-Marke übersprungen hat und damit als Präsident bestätigt wurde. Er kündigte an, sich in seiner zweiten Amtszeit zuvorderst für eine demokratischere Presse einzusetzen (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


14. Februar 2013 | Lateinamerika: Kurie eleison | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Ecuador: Quito Kirche - Foto: Quetzal-Redaktion, amEtwas seit Jahrhunderten nicht Dagewesenes ist geschehen: Der amtierende Papst hat seinen Rücktritt erklärt. Und am besten gedeihen die Spekulationen über seine Nachfolge. Sehr beliebt ist dabei das Inspielbringen von Kardinälen als Papstaspiranten, die nicht aus Europa stammen. Auch Lateinamerikaner sind dabei. Das erscheint logisch, da ja ca. 50 Prozent aller Katholiken in beiden Amerikas wohnen. Aber: Ihr Anteil an Priestern liegt bei 30 Prozent. Und nur ungefähr 26 Prozent der Kardinäle stammen von dort. Unter diesen 30 Herren sind sicher auch Kandidaten, die das Zeug zum obersten katholischen Netzwerker haben. Auch in Lateinamerika gerät die katholische Kirche unter Druck, man denke an die offensive Missionierung durch evangelikale Kirchen in Brasilien. Andererseits wächst der katholische Anteil an der Weltbevölkerung, und Lateinamerika ist daran nicht unbeteiligt. Ob das das Kardinalskollegium, dessen Mitglieder zu fast 50 Prozent aus Europa stammen und dort ihre Erfahrungen und Prägungen erhielten, im Blick haben? Welche Rolle spielen Realitäten bei der Wahl des neuen Papstes? (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am)


13. Februar 2013 | Nicaragua: Grundsätzliche Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Grundlegende Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben - Foto: Wald, Vulcan Maderas, Lena_NiRosario Murillo, Koordinatorin des nationalen Rates für Kommunikation und Bürgerschaft, veröffentlichte am 23. Januar 2013 die “Grundsätzliche Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben” (Guía Básica para vivir limpio, vivir sano, vivir bonito, vivir bien). Das Dokument enthält 14 Grundsätze und ist, laut Murillo, die grundlegende Orientierung für die nicaraguanischen Bürger, um sauber, würdig, gesund, sicher und solidarisch zu leben. Es beinhaltet „eine Formel und viele Formeln, die die Einfachheit, die Mäßigung, die Ausgewogenheit, die Vernunft, das Verständnis der staatsbürgerlichen Pflicht, die Verantwortung der Institutionen des Staates und die komplementäre Zusammenarbeit der Kirchen, die privaten Unternehmen und die Erzeuger fördern“, so Murillo. Die neuen grundlegenden Richtlinien für ein richtiges Leben, die Gesetzeskraft erhalten sollen, verfolgen sehr unterschiedliche und weit gefasste Ziele. So sollen einerseits Best-Practices-Methoden von landwirtschaftlichen Familien- und Gemeinschaftsbetrieben und die Achtung vor der Natur und „Mutter Erde“ gefördert werden. Andererseits sind die Bürger aber auch dazu angehalten, Anordnungen der nationalen Behörden zu befolgen sowie christliche und familiäre Werte zu fördern. Darüber hinaus soll das Dokument helfen, Gewalt jedweder Art zu vermeiden und die Pest der so genannten „Moderne“ zu verhindern. Die Opposition bezeichnet das Dokument als einen Befehl des autoritären Staates, um den Verstand der Bevölkerung zu kontrollieren. Es sei kein Ausdruck des Willens der Bürger (Bildquelle: Lena_Ni_).


12. Februar 2013 | Brasilien: Angriff auf indigene Gemeinde bei Iguatemi, Mato Grosso do Sul | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Indigene vom Volk der Guaraní-Kaiowá - Foto: Quetzal-Redaktion, hlrAm Morgen des 10.02.2013 kam es zu einem gewaltsamen Übergriff auf das Lager der Gemeinde Tekoha Guaraní-Kaiowá Pyelito Kue/Mbarakay in der Nähe der Stadt Iguatemi im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Augenzeugen berichten, dass vier bewaffnete Insassen eines Jeeps Frauen und Kinder des Lagers, das sich auf dem Gelände der Farm „Cambara“ befindet, mit Schusswaffen bedrohten. Hintergrund der Aktion ist möglicherweise, dass am 10. Januar diesen Jahres zwei Gemeinden der ansässigen Guaraní-Kaiowá 41.571 Hektar Land zugesprochen wurde. Die Landrückgabe an die Indigenen bedeutet jedoch zugleich den Landverlust von 46 Farmern. Unter denen befindet sich auch der Bürgermeister der Stadt Iguatemi, José Roberto. Und während die etwa 1.700 ansässigen Guaraní-Kaiowa seit Jahren dafür kämpfen, auf das Land ihrer Vorfahren zurückkehren und autonom leben zu können, versuchen die Grundbesitzer – auch mit Mitteln der Einschüchterung – den Status Quo aufrecht zu erhalten. Die indigenen Gruppen wiederum errichten immer wieder illegale Lager (sog.: acampamentos) auf dem Gelände von Farmen, um damit ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, hlr).


11. Februar 2013 | Mexiko: Koloniale Diskriminierung von Frauen der Otomí und Nahua | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Koloniale Diskriminierung von Frauen der Otomí und Nahua - Foto: Quetzal-Redaktion, glIn der mexikanischen Stadt Guanajuato im gleichnamigen konservativen Bundesstaat dürfen  Frauen aus den Völkern der Otomí und Nahua seit vier Monaten das Stadtzentrum nicht mehr betreten oder dort ihre Handwerksprodukte verkaufen. Die neue kommunale Regierung lehnt die Verlängerung der Verkaufsgenehmigungen ab, obwohl die Frauen eine entsprechende Steuer in den letzten sechs Jahren bezahlt haben. Laut einer Mitteilung des Bürgermeisters, Luis Fernando Gutiérrez Márquez, würde die Anwesenheit der Frauen das Stadtbild verschandeln. Die betroffenen Frauen reichten Klage bei der offiziellen Menschenrechtskommission von Guanajuato ein, da diese Maßnahme sie nicht nur diskriminiert, sondern auch ihre einzige wirtschaftliche Einnahmequelle verhindert. Es wird eingeschätzt, dass Mexiko mit diesem Vorgehen im stark vom Katholizismus geprägten Bundesstaat Guanajuato in die Kolonialzeit zurückkehrt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


06. Februar 2013 | Gipfeltreffen in Santiago: Raúl Castro neuer Präsident der CELAC | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: CELAC - Foto: CELACRaúl Castro, Regierungschef Kubas, ist am Montag (28.) in Santiago de Chile zum Präsidenten der Comunidad de Estados Latinoamerianos y Caribeños (Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten, CELAC) ernannt worden. Castro löst den Präsidenten Chiles, Sebastián Piñera, in diesem Amt ab. Die CELAC umfasst alle Festlandsstaaten Nord- und Südamerikas, abgesehen von Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika, dazu die meisten karibischen Staaten. Raúl Castro erklärte in Santiago, es sei für sein Land und ihn eine große Ehre, den Vorsitz über die CELAC zu übernehmen. Er akzeptiere die Präsidentschaft und werde sein Amt mit der Verpflichtung ausüben, Frieden, Gerechtigkeit und Verständnis zwischen den Völkern Lateinamerikas zu unterstützen sowie jederzeit in voller Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen und internationalem Recht zu arbeiten. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen übten Kritik an Kubas Präsidentschaft. So äußerte José Miguel Vivanco, Vorsitzender der Amerika-Abteilung von Human Rights Watch, die Ernennung sei ein Fiasko und werfe die Region zurück, in Kuba seien Menschenrechte und grundlegende Freiheiten nicht garantiert. (Bildquelle: CELAC_)


28. Januar 2013 | Bolivien: Morales bekräftigt das Recht auf einen Zugang zum Meer | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Präsident Evo Morales (29.01.2009) - Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues PozzebomAuf einer Pressekonferenz am Rande des ersten Treffens zwischen der Europäischen Union und der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac) in Chile thematisierte der Präsident Boliviens, Evo Morales, ein weiteres Mal den Anspruch seines Landes auf einen Zugang zum Meer. Der Vertrag mit Chile aus dem Jahr 1904, bei dem Bolivien seinen Zugang zum Meer aufgrund von Gebietsverlusten an das Nachbarland verlor, sei nicht unantastbar. Dieses Abkommen, so Morales, ist ungerecht und aufgezwungen, und es sei ein Irrtum zu glauben, er könne nicht verändert werden. Der Zugang zum Meer ist keine Forderung Boliviens, sondern sein Recht. So wie Großbritannien die Malvinas an Argentinien zurückgeben müsse, so müsse Chile Bolivien seinen Zugang zum Meer zurückgeben. In La Paz wird an einer juristischen Klage gegen Chile vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gearbeitet. Am 7. Februar dieses Jahres läuft die in der bolivianischen Verfassung gesetzte Vierjahresfrist ab. Danach beansprucht das Land das Recht, den Vertrag einseitig zu verändern, falls keine territoriale Lösung gefunden wurde (Bildquelle: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom).


21. Januar 2013 | Brasilien: Luftqualität von Rio de Janeiro soll bis Olympia 2016 verbessert werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: ein Teil der Lagune 'Lagoa Rodrigo de Freitas' in Rio de Janeiro - Foto: Quetzal-Redaktion, SPMit dem Ziel bis zu den Olympischen Spielen 2016 die Luftqualität in Rio de Janeiro zu verbessern, investiert das Umweltministerium des Bundesstaates Rio de Janeiro 28 Millionen Reais (je nach Wechselkurs zwischen 10 und 12 Millionen Euro) in den Bau von mehr als 16 weiteren hochmodernen Wetterstationen. Im Dezember 2012 wurde mit der Wetterstation am bekannten Lagoa Rodrigo de Freitas, wo hauptsächlich die Wassersportwettbewerbe stattfinden sollen, bereits die erste Wetterstation vom ehemaligen Umweltminister Brasiliens und jetzigem Umweltminister des Staates Rio, Carlos Minc, eingeweiht. Dieser äußerte sich, dass er sehr enttäuscht wäre, wenn durch eine schlechtere Luftqualität in Form starker Abgase oder hoher Ozonwerte die Aufstellung neuer Rekorde verhindert würde. Als mögliche Maßnahmen wurden z.B. die Umleitung von Buslinien, das Schließen von Tankstellen oder auch die Anpassung der Betriebszeiten von Fabriken genannt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, SP)


17. Januar 2013 | Chile: Mapuche-Gipfel fordert Selbstbestimmung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Proteste der Mapuche - Foto: antitezoGestern wurde in Cerro Ñielol (Temuco) das von zahlreichen Mapuche-Organisationen einberufene Gipfeltreffen, an dem etwa 600 Menschen teilgenommen hatten, beendet. Die Organisatoren vereinbarten einen Forderungskatalog an die Regierung Chiles, der im wesentlichen vier Punkte enthält: Erstens das Recht auf Selbstbestimmung; zweitens die Respektierung der Verträge, in denen sowohl die spanischen Eroberer als auch das unabhängige Chile die Souveränität der Mapuche anerkannt hatten; drittens Entschädigung für die Verluste durch die Eroberung des von den Mapuche bewohnten Landes durch die Armee im 19. Jahrhundert; viertens eine Entschuldigung des chilenischen Staates für die historische Schuld gegenüber den Mapuche. Präsident Sebastián Piñera, der trotz Einladung nicht teilgenommen hatte, schickte lediglich zwei regionale Gouverneure zu dem Treffen. Agrarminister Luis Mayol wies in einer ersten Reaktion die Forderungen der Mapuche – neben den erwähnten auch die Entmilitarisierung ihres Territoriums – harsch zurück. So wird gegen protestierende Mapuche seit Jahren das 1984 von der Pinochet-Diktatur verabschiedete Anti-Terror-Gesetz angewendet. Piñera selbst verlangte dies auch für einen Zwischenfall, bei dem am 4. Januar ein älteres Grundbesitzerehepaar durch einen Brand ums Leben gekommen war. Gegen das Gesetz hatte es immer wieder Hungerstreiks von inhaftierten Mapuche gegeben. Seit August 2011 läuft vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte ein Prozess, bei dem sich der Staat Chile dafür zu verantworten hat, dass er das Anti-Terror-Gesetz auf Verfahren um territoriale Ansprüche der Mapuche anwendet. Vor diesem Hintergrund mutete es schon seltsam an, dass das konservative Fraser-Institute (Kanada) und das Liberale Institut (Deutschland) Chile erst jüngst zum „freiesten Land Lateinamerikas“ gekürt haben (Bildquelle: antitezo).


14. Januar 2013 | Peru: Voll auf neoliberalem Kurs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Abwertung des US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmAm Sonntag (Ortszeit) publizierte Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung in Peru bescheinigen dem Land eine weitere Festigung des neoliberalen Kurses. Beispielsweise erhöhten sich die Internationalen Nettoreserven zum Jahresende 2012 auf 63,9 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Anstieg um 31 Prozent, wie ein Bulletin der Zentralbank informierte. Die Nettoreserven übersteigen die kurzfristigen Auslandsschulden damit um das 5,6-fache. Diese gute Nachricht für die Finanzakteure spiegelt sich auch in einem immer stärkeren Nuevo Sol wider. Verstärkte Rohstoffexporte im Innern und das enorme fiskalische Defizit in den USA führten zu einer Abwertung des US-Dollar gegenüber der Nationalwährung. Diese Entwicklung bringt eine Verbilligung von Importen mit sich – und enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten in den Sektoren, die mit diesen Importen konkurrieren, vor allem die Möbelindustrie, Lebensmittel, Textilien, chemische und pharmazeutische Produkte. Die bilateralen Freihandelsverträge mit den USA könnten sich somit für einen Bumerang für den nationalen Arbeitsmarkt erweisen. Betroffen sind auch die Sparer, die ihr Bar- oder Bankguthaben in US-Dollar getauscht haben, weil sie sich davon angesichts der chaotischen Wirtschaftsgeschichte des Landes mehr Stabilität für Ihre Ersparnisse versprachen. Dagegen profitieren von der Abwertung des US-Dollar all jene Akteure, die Schulden in dieser Währung haben – in der Regel betrifft das die obere Mittel- und die Oberklasse. Eine Änderung dieser Wirtschaftspolitik ist nicht in Sicht, zumal für die nächsten fünf Jahre weitere zehn Milliarden US-Dollar an Investitionen im Bergbausektor geplant sind. Eine Diversifizierung der Wirtschaft wird damit immer schwieriger, da das Land dem Ressourcenfluch unterliegt. Werden die angehäuften Nettoreserven nicht für große staatliche Infrastrukturprojekte (z.B. den Bau einer Nord-Süd-Eisenbahnverbindung) verwendet und zugleich versucht, über Abwertung die exportabhängigen Sektoren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu machen, drohen Peru enorme Entlassungswellen und soziale Konflikte (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


07. Januar 2013 | Venezuela: Die Amtseinführung rückt näher und kein klares Bild vorhanden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Vicepräsident Nicolás Madura auf Kuba - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información VenezuelaNur drei Tage vor der geplanten offiziellen Amtseinführung des wiedergewählten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ist nicht klar, wie die chavistische Vertretung unter Vizepräsident Maduro die Amtseinführung durchführen wird, wo und ob überhaupt am Donnerstag. Sicher ist nur, dass sich die Opposition – hier insbesondere die in der letzten Präsidentschaftswahl und Regionalwahlen (16.12.2012) gescheiterte MUD unter Capriles – für alle politischen Eventualitäten wappnet. Neben der Kritik an der weiterhin geplanten Amtseinführung von Chavez am Donnerstag, scheint sich Capriles mit einem neuen Partner für eine etwaige Neuwahl in Position zu bringen. Wie es scheint, ist bei einer Neuauflage der Präsidentschaftswahlen mit einer Kooperation zwischen Capriles und Henri Falcon – Gouverneur und ehemaliges Mitglied der Partido Socialista Unido de Venezuela, PSUV – zu rechnen. Auf der anderen Seite, der Chavez-Regierung, wird allerdings fest an der Amtseinführung festgehalten, trotz unveränderter Nachrichtenlage aus Havanna über den Gesundheitszustand von Chavez. Obgleich anscheinend sogar Einladungen für die Teilnahme an der Amtseinführung in Caracas an lateinamerikanische Präsidenten verschickt wurden, würde eine Verschiebung der Amtseinführung um einige Zeit mehr Sinn machen. Durch den Zeitgewinn könnte man den Gesundheitsprozess von Chavez abwarten, gleichzeitig die Differenzen in den eigenen Reihen schließen und womöglich auch eine Strategie für die Zeit nach Chavez entwerfen.(Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


21. Dezember 2012 | Kuba: Höchster Literaturpreis an Padura am 21. Dezember 2012 verliehen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Der Schriftsteller Leonardo Padura - Foto: Detlev EndruhnLeonardo Padura, ein auch international anerkannter und geehrter Autor, ist mit dem „Premio Nacional de Literatura de Cuba“ für 2012 ausgezeichnet worden. Der 1982 vom Kulturministerium und dem nationalen Buchinstitut gestiftet Preis gilt als höchste literarische Würdigung Kubas und wird an lebende, auf der Karibikinsel ansässige Autoren vergeben. Padura, der unter 18 Kandidaten von einer Jury ausgewählt worden war, ist nicht nur für sein Werk, sondern auch für seine kritischen Kommentare zur kubanischen Realität bekannt. Nachdem er 1980 sein Studium der Literaturwissenschaften an der Universität Havanna beendet hatte, arbeitete der 1955 geboren Padura lange Jahre als Journalist, unter anderen bei „Juventud Rebelde“, der Zeitung des kommunistischen Jugendverbandes. Seine Reportagen gehörten bald zu den meistgelesenen in Kuba. Nachdem er in den 1980er Jahren bereits mit Erzählungen und Essays auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde er im folgenden Jahrzehnt mit der Krimi-Tetralogie “Las cuatro estaciones”, die der Unionsverlag unter dem Titel „Das Havanna-Quartett“ auf deutsch herausbrachte, über Kuba hinaus bekannt. Sein umfangreicher Roman über Leo Trotzki, „Der Mann, der die Hunde liebte“ (2009 span.; 2011 dt.), setzt sich mit der Pervertierung sozialistischer Ideale auseinander. Beide Werke (wie auch „Der Schwanz der Schlange“) sind von uns rezensiert worden. Wer sich ein persönliches Bild von Leonardo Padura machen will, dem sei unser Interview mit ihm vom Dezember 2008 empfohlen (Bildrechte: Quetzal-Redaktion, Detlev Kuhn).


13. Dezember 2012 | Costa Rica: Schluss mit Jagdausflügen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Schluss mit Jagdausflügen - Foto: Jose Gregorio SoroAls erstes Land Lateinamerikas hat Costa Rica den Jagdsport verboten. Das „Gesetz zum Schutz der Wildtiere“ wurde von der nichtstaatlichen Naturschutzorganisation „Apreflofas“ angeregt und ist damit das erste Gesetz im Land, das nicht von politischen Gruppierungen initiiert wurde. Zukünftig wird die Jagd in dem mittelamerikanischen Land nur noch zu wissenschaftlichen Zwecken und zur Kontrolle des Wildbestands erlaubt sein, bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen von bis zu 3.000 Dollar und Gefängnis bis zu vier Monaten. Costa Rica gehört zu den Ländern der Welt mit der größten Biodiversität, 25% der Territoriums werden in Reservaten bzw. Nationalparks geschützt. Die große Herausforderung wird es jetzt sein, die illegale Jagd einzudämmen, die im Land sehr verbreitet ist. So kommen ausländische Jäger nach Costa Rica, um exotische Großkatzen und andere seltene Arten zu schießen. Nicht verwunderlich ist daher, dass  neben den Verkäufern von Jagdwaffen auch Organisationen gegen das Gesetz Widerstand leisten, die Jagdausflüge für Touristen vermitteln. Künftig wird es außerdem verboten sein, Wildtiere als Maskottchen zu halten; in nicht wenigen Haushalten finden sich Papageien, Eichhörnchen, Affen und andere Tiere. Die Initiatoren gehen davon aus, dass das Gesetz im Laufe des nächsten Monats von Präsidentin Laura Chinchilla verkündet wird (Bildquelle: Jose Gregorio Soro_).


10. Dezember 2012 | Venezuela: Der Krebs kommt wieder und diesmal auch ein Nachfolger | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Hugo Chávez - Foto: Presidencia de la República del Ecuador

Hugo Chavez hat den Krebs anscheinend doch nicht ganz besiegt. Der venezolanische Präsident muss sich erneut einem chirurgischen Eingriff in Havanna unterziehen lassen, weil neue bösartige Metastasen aufgetaucht sind. Wie lange die Operation, inkl. Erholungszeit und anschließender Therapie dauern wird, ist nicht ganz abzusehen. Deshalb hat er zunächst einen Antrag bei der Nationalversammlung Venezuelas auf verlängerte Auslandsreise gestellt. Für längere Abwesenheit als fünf Tage, muss der Präsident im venezolanischen Parlament einen Antrag stellen, der heute genehmigt wurde. Weiterhin deutete Chavez erstmalig einen Nachfolger für seine bolivarische Revolution an. Wie bereits in den deutschen, europäischen und venezolanischen Medien berichtet, handelt es sich dabei um den amtierenden Vizepräsidenten Nicolas Maduro, ein getreuer Gefährte von Chavez und Mitbegründer der Movimiento Quinta República 1997. Maduro hatte in den letzten Jahren verschiedene politische Ämter inne, so fungierte er beispielsweise als Sprecher der Nationalversammlung und zuletzt als Außenminister. Jedoch sind die Nachfolgespiele zunächst rein hypothetischer Art, nur für den Fall gedacht, dass Chavez aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ins Präsidentenamt zurückkehren kann. Sollte dies nämlich der Fall sein, schreibt die venezolanische Verfassung für die ersten vier Jahre einer Amtszeit innerhalb von 30 Tagen Neuwahlen des Präsidenten vor, womit nun Maduro als Kandidat des Chavismo feststehen würde. Für die letzten zwei Jahre einer Amtszeit könnte der Vizepräsident die Geschäfte übernehmen. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


03. Dezember 2012 | Paraguay, Bolivien: Neue energiestrategische Partnerschaft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Paraguay

Erdöl- und -gasförderung bald auch im paraguayischen Chaco? - Foto: Maurice Chedel, Public DomainParaguay braucht Gas, Bolivien liefert es. Mit dieser einfachen Formel lässt sich die neue strategische Partnerschaft zwischen den beiden Binnenstaaten Südamerikas beschreiben. Infolge der gesteigerten Produktion des staatlichen Erdölunternehmens Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos (YPFB) in der Region Media Luna ist es Bolivien nun möglich, den Zugewinn auf den paraguayischen Markt zu verkaufen. In Zusammenarbeit mit den Firmen Copetrol, Gas Total und Copesa sollen zunächst 1000 Tonnen Flüssiggas pro Monat nach Paraguay geliefert werden, ab April 2013 6000 Tonnen monatlich. Der Wert beläuft sich derzeit auf 750.000 US-Dollar pro Monat, die Paraguay für diese Lieferungen aufbringen muss. Ab April erhöht sich das Volumen auf 4,5 Millionen US-Dollar monatlich. Die Pläne sind jedoch noch viel umfassender und langfristiger. Demnach beabsichtigt Bolivien, nach der Errichtung der Raffinerie im Gran Chaco 42.000 Tonnen Flüssiggas pro Monat zu exportieren – im Gesamtwert von monatlich 31,5 Millionen US-Dollar. Die neue energiestrategische Partnerschaft spiegelt sehr gut die Ereignisse in der jüngeren bolivianischen Geschichte und die Wirtschaftsstruktur des Landes wider. Denn Bolivien zieht zum einen mit dem Export des Flüssiggases nach Paraguay die Konsequenzen aus dem „Gaskrieg“ von 2003, als beabsichtigt war, den Export über Chile laufen zu lassen. Zum anderen liefert es den Nachweis, dass Produktionssteigerungen auch nach der Verstaatlichung möglich sind. Nicht zuletzt verdeutlicht das Abkommen einmal mehr die ökonomische Abhängigkeit Boliviens von seinem extraktivistischen Sektor. Paraguay wiederum muss zunehmend mehr knappe Mittel für den Import von Energie aufwenden. Zur Durchbrechung der energetischen Dependenz sucht das Land derzeit US-amerikanisches Kapital, um im Chaco Erdölexplorationen durchzuführen. Entsprechend großzügige Investmentbedingungen verspricht der neue Präsident Federico Franco. Soziale und Umweltbelange werden dabei sicherlich wieder hintangestellt, befürchten Aktivisten (Bildquelle: Maurice Chedel, Public Domain).


29. November 2012 | Mexiko: Policía Comunitaria in Guerrero wurde 17 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko Policia Comunitaria in Guerrero wurde 17 - Foto: Prometeo LuceroAm 24. November 2012 konnte „La Policia Comunitaria de la Costa Chica y la Montaña de Guerrero“ (Gemeinschaftspolizei der Südküste und Hochgebirge des Bundesstaates) ihren 17. Geburtstag feiern. 1995 waren die Organisationen der kommunalen Sicherheit im mexikanischen Bundesstaat Guerrero ins Leben gerufen worden, ihre Gründung war das Ergebnis eines langen Diskussions- und Abstimmungsprozesses verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen und Gruppierungen. Ziel war es, die öffentliche Sicherheit wiederherzustellen, da der Staat diese nicht mehr garantieren konnte. Die Gewalt in der Region hatte in den 1980er/90er Jahren ein hohes Niveau erreicht, Diebstähle, Morde, sexueller Missbrauch von Frauen und Mädchen wurden kaum geahndet. Nicht selten waren die staatlichen Sicherheitskräfte Teil des Problems. Höhepunkt dieser Gewaltwelle war das Massaker von Aguas Blancas, bei dem 1995 Mitglieder einer Kleinbauernorganisation von regulären Polizeieinheiten erschossen wurden. Drei Jahre nach Gründung der Gemeinschaftspolizei besann man sich in den Gemeinden auf das System der autonomen indigenen Rechtssprechung und gründete ein einiges regionales Justizsystem. Die ca. 600 Bürgerpolizisten werden in Gemeindeversammlungen gewählt, arbeiten ehrenamtlich und werden für ihren Gemeinschaftsdienst nicht bezahlt. Das System von gemeinschaftlicher Polizei und Rechtssprechung ist mittlerweile in 65, zumeist indigenen, Gemeinden etabliert (Bildquelle: Prometeo Lucero_).


23. November 2012 | Brasilien: Kinderarbeit sinkt um 23%, bleibt aber auf hohem Niveau | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Zuckerrohrernte in der Landwirtschaft - Foto: Agencia Brasil, Valter CampanatoGemäß einer Studie (Pesquisa Nacional por Amostra de Domicílios 2011) des statistischen Bundesamtes in Brasilien (IBGE) ist die Zahl der arbeitenden Kinder zwischen 5 und 13 Jahren von 2009 bis 2011 um 23,5 Prozent gesunken. Trotzdem sind immer noch ca. 704.000 Kinder davon betroffen. Der Großteil der Kinder ist zwischen 10 und 13 Jahren alt (615.000). 63 Prozent der Kinderarbeit findet in ländlichen Regionen statt, wo es nur eine geringe Anzahl an Kontrollen gibt. In absoluten Zahlen konzentriert sich die Kinderarbeit mit 336.000 vor allem im ärmeren Nordosten, während im Süden “nur” 80.000 betroffen sind. Bei den Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren ist ebenso eine positive Tendenz sichtbar, hier konnten die Werte aber nur um ca. 12,5 Prozent verbessert werden, d.h. von 3,35 Millionen Jugendlichen auf 2,97 Millionen. Dadurch bedingt können somit ca. 3,7 Millionen Kinder zwischen 4 und 17 Jahren nicht zur Schule oder zum Kindergarten / Vorschule gehen. Während bei Kindern zwischen 4 und 5 Jahren die Entwicklung vor allem dem Fehlen von 6.000 Kindergärten geschuldet ist, ist es bei Kindern zwischen 15 und 17 Jahren meist in der Arbeitstätigkeit begründet. (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato)


19. November 2012 | Kolumbien: FARC-Waffenruhe in Havanna verkündet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainZur Eröffnung der zweiten Runde der Friedensgespräche zwischen der linken Guerillaorganisation FARC und der kolumbianischen Regierung verkündete FARC-Chefunterhändler Luciano Marín (alias Iván Márquez) in der kubanischen Hauptstadt eine einseitige Waffenruhe. Sie soll morgen beginnen und bis zum 20. Januar nächsten Jahres dauern. Auch wenn die FARC in letzter Zeit empfindliche Schläge seitens der Regierungstruppen hinnehmen musste, verfügt die größte und älteste Guerilla Südamerikas immer noch über rund 9000 Kämpfer. Der seit 1964 währende Konflikt hat bisher mehr als 200 000 Menschen das Leben gekostet und Millionen Einwohner aus ihren Heimatregionen vertrieben. Der derzeitige Friedensprozess ist der vierte Versuch seit 1984, die Kämpfe zwischen beiden Seiten zu beenden. Während der ersten Gesprächsrunde, die im Oktober in Norwegen stattfand, wurden fünf Verhandlungsthemen vereinbart: gerechte Landverteilung, die Beendigung des bewaffneten Konflikts, Garantien für die politische Opposition, Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenhandels und Rechte für die Opfer des Konflikts. Auch wenn Humberto de la Calle, Chefunterhändler der Regierung, noch einmal seinen Willen zu ernsthaften Verhandlungen bekräftigt hat, zeigt die Ablehnung eines Waffenstillstands durch Präsident Juan Manuel Santos, der am Wochenende zum iberoamerikanischen Gipfeltreffen im spanischen Cádiz weilte, wie schwer der Weg zum Frieden in Kolumbien ist.  (Bildquelle: Public Domain)


15. November 2012 | Lateinamerika Die Weltbank sieht sich Lateinamerika schön | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Peru: Armut - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc

Die lateinamerikanische Mittelschicht wächst, hat die Weltbank festgestellt. Gehörten zu Beginn des Jahrhunderts noch 44% der Lateinamerikaner zu den Armen und nur 20% zur Mittelschicht, so haben sich die beiden Gruppen inzwischen in ihrer Größe angeglichen und umfassen jeweils fast 30% der Bevölkerung. In den letzten Jahren, so heißt es, seien Jobs geschaffen worden und die Einkommen gestiegen. Doch ist das ein Aufstieg auf niedrigem Niveau. Bereits um die Jahrtausendwende musste festgestellt werden, dass ein Drittel der Angehörigen der Mittelschicht streng genommen nicht zu dieser gehörten. Für sie erfand man den Begriff „vulnerable“ Schicht. Sie verdienen zwischen vier und zehn Dollar täglich und sind damit nicht eigentlich arm, sondern „nur“ in großer Gefahr, es zu werden. Der konstatierte Aufstieg der Armen in die Mittelschicht ist daher vor allem ein solcher in diese Zwischenschicht. Und so ist wohl auch die freudige Überraschung der Weltbank über eine sehr große soziale Mobilität mit Vorsicht zu genießen. Selbst Augusto de la Torre, der lateinamerikanische Chefvolkswirtschaftler bei der Weltbank, räumt ein, dass nach wie vor die soziale Herkunft über das weitere Leben entscheide. Wer aus einer armen Familie kommt, besucht eine schlechte Schule und ist deshalb nur schlecht ausgebildet. Auch wenn es Verbesserungen gibt, die soziale Mobilität ist in Lateinamerika weiterhin nur gering. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


12. November 2012 | Nicaragua: FSLN gewinnt Kommunalwahlen in Nicaragua | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Kommunalwahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, ach Am 4. November haben fast 3 Mio. Wähler Nicaraguas ihre Bürgermeister und Stadträte gewählt. Mit 67,9 Prozent aller Stimmen hat die Regierungspartei FSLN 134 von insgesamt 153 Alcaldías gewonnen, darunter die sehr begehrte Alcaldía in der Hauptstadt Managua. Die zweistärkste Partei, PLC (Partido Liberal Constitucionalista), verlor dagegen viele Alcaldías. Nur in zwei Gemeinden in der RAAS (Región Autónoma del Atlántico Sur) können sie künftig weiterregieren. Dafür errang aber die PLI (Partido Liberal Independiente), die andere liberale Partei des Landes, 12 Bürgermeisterämter. Laut politischen Kritikern sicherte die Zerstrittenheit der Opposition den Triumph der FSLN. Allerdings berichten lokale Zeitungen von einer hoher Stimmenthaltung, die ihren Aussagen zufolge bei 54 Prozent liegt. Dies stimmt jedoch nicht nicht mit den Angaben des Obersten Wahlrates überein. Nach dessen Aussage blieben „nur“ 42 Prozent der Wahlberechtigten den Wahlen fern. Das hohe Misstrauen gegenüber dem nicaraguanischen Wahlsystem sowie dem Obersten Wahlrat dürfte ein Grund sein, warum viele Bürger nicht wählen wollten. Nach den Wahlen kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Anhängern der FSLN und der PLI; in Matagalpa, Nueva Segovia, Estelí und León gab es Berichten zufolge die größten Auseinandersetzungen. Drei Tote, viele Verletzte, darunter acht Polizisten, und mehrere zerstörte und niedergebrannte Gebäude waren nach diesen Auseinandersetzungen zu beklagen. Die Liberalen sprechen inzwischen auch von Wahlbetrug. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach)


08. November 2012 | Peru: Erdbeben der Stärke 5,4 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru - Karte: University of Texas at AustinMit einer Magnitude von 5,4 ereignete sich am letzten Sonntag (04.11.2012) um 06:37:36 (UTC) ein Erdbeben im Süden Perus. Das Epizentrum befand sich nahe der Provinz Lluta, ca. 40 km nordöstlich des Dorfs Majes und 65 km nordwestlich der Stadt Arequipa. Das Hypozentrum des Bebens wurde in einer Tiefe von 122,6 km nachgewiesen. Nach derzeitigen Angaben sind keine Menschen verletzt worden. Über größere Sachschäden liegen ebenfalls keine Meldungen vor. Sogar in der ca. 620 km weit entfernten Landeshauptstadt Lima, waren allerdings die Erschütterungen noch deutlich wahrzunehmen. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


05. November 2012 | Kolumbien: Friedensverhandlungen – Stand der Dinge | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public Domain

Ungeachtet der Mitte Oktober im norwegischen Oslo begonnenen direkten Friedensgespräche zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung gehen die gewalttätigen Konfrontationen und Schuldzuweisungen zwischen beiden Kräften weiter. Vor allem eine Bombendetonation in der Gemeinde Pradera, bei der 32 Kinder bei einer Halloweenparty verletzt wurden, wird der FARC zugesprochen. In Folge solcher Schuldzuweisungen werden immer wieder Forderungen an die FARC laut, sich zu entwaffnen und eine einseitige Waffenruhe auszurufen. Ein Angebot der FARC an die kolumbianische Regierung, die Waffen während der Friedensgespräche ruhen zu lassen, wurde von der Regierung dos Santos immer wieder ablehnt. Die Regierung versucht die scheinbar derzeitige militärische Schwäche der FARC auszunutzen, um somit eine bessere Verhandlungsposition in den Friedensgesprächen, die Mitte November in Havanna fortgesetzt werden sollen, zu erreichen. Die FARC wird sicherlich in ihrer Situation nicht darauf eingehen ihr militärisches Druckpotential einseitig aufzugeben. Ungeachtet dessen wird in der kolumbianischen Öffentlichkeit – und auch seitens der UN durch den UN-Koordinator in Kolumbien, Bruno Moro – zur Zeit darüber diskutiert, ob neben der allgemeinen Konfliktlösung auch stärker die ländlich-rurale Entwicklung und Landfrage in die Friedensverhandlungen einzubeziehen ist. Genau dies wird vermutlich der Knackpunkt an den Gesprächen, weil abzuwarten bleibt, wie die Regierung dos Santos Reformen in der Landwirtschaft adäquat umsetzen kann – gegen Widerstände der ökonomischen Elite. (Bildquelle: Public Domain)


01. November 2012 | Karibik: Hurrikan „Sandy“ – nicht nur USA betroffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Hurrikan Sandy auch in der Karibik Schäden hinterlassen - Foto: NASA (Public Domain)Bereits bevor Hurrikan „Sandy“ gestern New York erreicht hatte, nahm er ob seiner enormen Zerstörungskraft und seiner ungewöhnlichen Route einen Spitzenplatz in den Nachrichten ein. Dass er zuvor eine Spur der Verwüstung durch die Karibik gezogen hatte, kam dabei kaum zur Sprache. Immerhin 69 Tote – so die letzten Meldungen – waren ihm dort zum Opfer gefallen, die meisten davon (55) im mehrfach geplagten Haiti. Angesichts der desolaten Lage des karibischen Landes, das immer noch unter den Folgen des verheerenden Erdbebens vom Januar 2010 leidet, waren es vor allem die riesigen Wassermassen und die von diesen ausgelösten Erdrutsche, die unter den Haitianern Tod und Verderben säten. Den Süden Kubas traf die ganze Wucht des Wirbelsturms, der elf Menschen das Leben kostete. Auch die Hälfte der Kaffeeernte fiel den entfesselten Naturgewalten zum Opfer. Der Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 100 Mio. US-Dollar. Inzwischen ist auch die internationale Hilfe angelaufen. Über eine zügig eingerichtete Luftbrücke hat Venezuela bereits mehr als 600 Tonnen Hilfsgüter für beide Länder zur Verfügung gestellt. (Bildquelle: NASA_)


29. Oktober 2012 | Ecuador: Guinness-Rekord im Plastikflaschensammeln | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Lateinamerika: Recycling von Plastikflaschen - Foto: Matt HintsaDas Guinness-Buch der Rekorde ist bekanntlich ein Sammelsurium aller denkbaren und undenkbaren Spitzenleistungen der Menschheit. Ecuador hat sich nun einen Eintrag der besonderen Art gesichert; innerhalb von 15 Tagen wurden im Land 1.559.002 Plastikflaschen gesammelt und zum Recycling gegeben. Das Gesamtgewicht von 39.627 Kilogramm überstieg den vorherigen Rekordeintrag um mehr als 30 Tonnen. Diese lobenswerte Aktion von Schülern, Studierenden und Professoren aus 118 Bildungseinrichtungen in Quito war Teil des Internationalen Umweltgipfels für Kinder und Jugendliche (Cumbre Internacional de Medio Ambiente para Niños y Adolescentes, CIMA Kids). Vom Wert der recycelten Flaschen in Höhe von 31.000 US-Dollar werden 25.000 US-Dollar der Initiative Yasuni-ITT gespendet, die restlichen 6000 US-Dollar kommen den Sammlern zugute (Bildquelle: Matt Hintsa_).


22. Oktober 2012 | Nicaragua, Deutschland: Proyecto MIRIAM zu Gast in Leipzig | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Yolanda Acuña, Foto: M. Löllmann.Die Frauenrechtlerin Yolanda Acuña aus Nicaragua wird ab dem 17.10.2012 Deutschland besuchen. Während ihres dreiwöchigen Aufenthalts wird sie bei verschiedenen Veranstaltungen in mehreren Städten die aktuelle Frauensituation in Nicaragua darstellen. Yolanda Acuña ist Gründerin und Koordinatorin der Asociación Proyecto MIRIAM Estelí. Das Projekt setzt sich seit über 20 Jahren in Nicaragua für Bildungsprojekte zur Frauenförderung, Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte von Frauen, Jugendlichen und Kindern ein. MIRIAM kämpft aktiv für eine bessere Zukunft und gegen die Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen in Nicaragua. Das Projekt hat drei Standorte in Nicaragua und ist auf internationaler Ebene in Guatemala, Österreich, Deutschland und in der Schweiz vertreten. Yolanda wird u.a. Berlin, Bonn, Köln, Dresden, Leipzig, Wuppertal und Bielefeld besuchen und MIRIAM bei verschiedenen Vereinen und Organisationen (u.a. UNICEF, GIZ, ONU Mujeres, Terres des Femmes) vorstellen. Am Montag, den 5.11.2012 wird Yolanda Acuña in Leipzig zu Gast sein. Ihr Vortrag mit einem kurzen Film zum Einstieg findet um 19.00 Uhr im Tipi (1.OG) im Westwerk an der Karl-Heine-Str. 83 statt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Mariella Löllmann).


18. Oktober 2012 | Uruguay: Neues Gesetz legalisiert Schwangerschaftsabbruch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Frauen - Foto: Quetzal-Redaktion, gtDie Erzdiözese Montevideo sprach von einem „traurigen Tag“ für Uruguay, Frauen applaudierten, als die Entscheidung bekannt gegeben wurde. Das uruguayische Parlament verabschiedete gestern mit 17 gegen 14 Stimmen ein neues Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche künftig straffrei macht. Uruguay ist damit nach Kuba das zweite lateinamerikanische Land, das die Strafbarkeit von Abtreibungen verneint. Das knappe Ergebnis zeigt, dass die Auseinandersetzung noch lange nicht beendet ist. Abtreibungsgegner streben ein Referendum an, in der Hoffnung, das Gesetz auf diesem Weg zu Fall zu bringen. Als einziger Abgeordneter der Nationalen Partei stimmte Jorge Saravia für das Gesetz. Er bezeichnete das alte Gesetz aus dem Jahre 1938 als faschistisch und der Realität in Uruguay nicht entsprechend. Abtreibungen sind bei unerwünschten Schwangerschaften gängige Praxis; jährlich gibt es im Land ca. 33.000 illegale Abtreibungen und zahlreiche damit verbundene Todesfälle. „Ich bin“, so Saravia, „für das Leben und gegen Abtreibungen. Die Gesellschaft muss das entscheiden. Vertreter der Frente Amplio, die ebenfalls einem Referendum nicht abgeneigt sind, gehen von einer mehrheitlichen Zustimmung in der Bevölkerung aus. Das neue Gesetz legalisiert für uruguayische Staatsbürgerinnen Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen, solange diese in behördlich zugelassenen Gesundheitszentren vorgenommen werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


15. Oktober 2012 | Peru: Zwei Polizisten von Terroristen getötet, zwei weitere verwundet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Polizei - Foto: Presidencia de la República del EcuadorMindestens zwei Polizisten wurden am Samstag von Mitgliedern der terroristischen Gruppierung Sendero Luminoso (dt. leuchtender Pfad) getötet. Zwei weitere wurden verwundet. Während einer Streife im Tal der Flüsse Ene, Mantaro und Apurimac gerieten die Beamten bei Tagesanbruch in einen Hinterhalt. Die Patrouille sollte eine Drogenlieferung in dem Dschungelgebiet zwischen den Städten Kimbiri und Kepashitao aufdecken. In den südöstlichen Regionen Perus betreiben Drogenbanden Kokainhandel. Dabei werden sie von der maoistischen Guerilla des Sendero Luminoso geschützt. Bereits am vergangenen Samstag übten Angehörige dieser terroristischen Organisation einen Anschlag in der Provinz La Convención (Cusco) aus. Auf dem Flugplatz von Kiteni, welcher von dem Camisea-Erdgasprojekt und den peruanischen Sicherheitskräften genutzt wird, setzten sie drei Hubschrauber in Brand. Die Gruppierung des Sendero Luminoso entstand Ende der 1960er Jahre. Zwischen 1980 und 1993 fielen ihren Anschlägen ca. 70.000 Menschen zum Opfer. Nach der Gefangennahme des Anführers und Gründers Abimael Guzman zogen sich die verbleibenden Guerilla-Kämpfer in die abgelegenen Gebiete der Anden und des Dschungels zurück. Hier rüsten sie sich mit Hilfe von Drogengeldern auf. In den letzten vier Jahren wurden bei Angriffen mindestens 60 Polizisten und Soldaten getötet. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


11. Oktober 2012 | Bolivien: Streit um Mallku Khota – Aktien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Mineros, Bergarbeiter in Bolivien Foto: Corrado Scropetta

Die kanadische Tochtergesellschaft der South American Silver Corporation, Compañía Minera Mallku Khota (CMMK), verdiente ca. 18 Mio. US-Dollar mit dem Verkauf von Aktien an der Toronto Stock Exchange in Kanada. Da auf große Bodenschatzvorkommen im Mallku Khota–Gebiet spekuliert wurde, stieg der Aktienwert um das Doppelte und machte hohe Gewinne. Laut der South American Silver Corporation zeigen Studien, die im Auftrag der CMMK durchgeführt wurden, dass die Bodenschatzvorkommen im Norden von Potosi eine der reichsten Silber-, Indium- und Gallium-Ablagerungen weltweit besitzt. Der Präsident der bolivianischen COMIBOL kritisierte die unerlaubt durchgeführten Studien und das Schüren falscher Erwartungen. Die COMIBOL wirft der kanadischen Firma ebenfalls vor, illegal im Land gewesen zu sein, da mit dem bolivianischen Staat keine Übereinkunft über Miet- oder Konzessionsverträge für Bergbau- und Forschungsarbeiten getroffen wurde. Die Verstaatlichung der Bodenschätze und der Umgang mit transnationalen Gesellschaften stimuliert in diesem Gebiet einen gewalttätigen, sehr komplexen Konflikt. Die hier lebenden Gemeinschaften wurden in verschiedene Lager gespalten. Es kommt immer wieder zu Spannungen und blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei und der Bergbaugesellschaft Empresa Minera Huanani, die der COMIBOL unterstellt ist. Der jüngste Konflikt vor einer Woche forderte mehrere Todesopfer. (Bildquelle: Corrado Scropetta)


08. Oktober 2012 | Venezuela: Hugo Chavez hat es wieder geschafft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Hugo Chávez - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela

Venezuela hat gestern abgestimmt und das Ergebnis ist mehr als eindeutig: Mit 54 % der abgegebenen Wählerstimmen kann sich Hugo Chavez der Unterstützung seiner Politik für die nächste Amtszeit sicher sein. Nicht nur die hohe Wahlbeteiligung (etwa 81 %) sondern auch die Eindeutigkeit des Wahlsieges von Chavez waren in dieser Form nicht erwartet worden. Der „bolivarische“ (und typisch lateinamerikanische) Weg der massiven Ressourcenextraktion und Finanzierung des Staatshaushaltes kann somit weitergeführt werden. Gerade für die Mehrheit der Armen in Venezuela bedeutet dies eine Fortsetzung und wahrscheinliche Ausweitung der Sozialprogramme, die durch die staatliche Allokation der Öleinkünfte finanziert wird. Die Ergebnisse des bisherigen Weges erscheinen auf den ersten Blick in einem glänzenden Licht: beispielsweise die kostenlose Gesundheitsversorgung oder die Halbierung der Armutsrate. Die Schatten des bisherigen bolivianischen Systems sind allerdings auch nicht zu übersehen: extreme Abhängigkeit der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens vom Ölpreis und die mit der Ölproduktion und der Importquote zusammenhängenden Inflationssteigerungen und die Nahrungsmittelabhängigkeit vom Ausland. Ein viel größeres und längerfristiges Projekt für die „bolivarische Revolution“ ist weniger die Lösung der wirtschaftspolitischen Fragen, als das der „Entpersonalisierung“ des Chavismo. Bisher hat Chavez keinen ernstzunehmenden Nachfolger in Stellung gebracht, der die Politik „des neuen Sozialismus“ weiterführen kann. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


04. Oktober 2012 | Nicaragua: Pedro Joaquín Chamorro Cardenal zum Nationalhelden erklärt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Flagge

Die 89 Parlamentsabgeordneten Nicaraguas haben Pedro Joaquín Chamorro Cardenal am Mittwoch, den 3. Oktober, einstimmig zum Nationalhelden erklärt. Schon im Jahr 1980 hatte ihn die Junta de Gobierno de Reconstrucción Nacional als Würdigung seines Einsatzes für die Pressefreiheit zum Märtyrer der bürgerlichen Freiheiten (Mártir de las Libertades Públicas) ernannt. Der 1924 geborene Journalist und Herausgeber der Tageszeitung „La Prensa“ kämpfte gegen die Somoza-Diktatur. Die Zeitung war seine Waffe. Er verurteilte die staatliche Korruption scharf, setzte sich für Pressefreiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit ein und wurde wegen Rebellion mehrmals während des Somoza-Regimes inhaftiert, gefoltert und verurteilt. Am 10. Januar 1978 wurde Chamorro Cardenal auf dem Weg zur Arbeit ermordet. Das Volk Nicaraguas klagte den Diktator Anastasio Somoza Debayle wegen seines Mordes an. Das Attentat löste den Volksaufstand aus und beschleunigte den Sturz des Somoza-Regimes. Chamorro Cardenal ist auch ein Held sui generis, weil er nicht zur Gewalt gegriffen hat, um die Diktatur zu bekämpfen, so der Abgeordnete Eliseo Núñez Morales. Somit ist Chamorro Cardenal der einzige der zwölf Nationalhelden Nicaraguas, der einen friedlichen Kampf führte.


02. Oktober 2012 | Peru: Wirtschaftsentwicklung à la Raubbau unter neuen Vorzeichen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Präsident Ollanta Humala beim III ASPA-Gipfel 2012 - Foto: Presidencia PeruPerus Wirtschaftssystem basiert – wie bei den meisten Ländern in Südamerika – auf einem ausgeprägten Extraktivismus. Egal ob Erze, Erdöl oder Erdgas – der wirtschaftliche und soziale Fortschritt bedarf der Ausbeutung und Verschmutzung der Natur, noch zumal alle Anstrengungen zur Implementierung einer importsubstituierenden Entwicklung in der Vergangenheit gescheitert sind und die neoliberale Offenmarkt- und (Rohstoff-)Exportpolitik inzwischen dominiert. Und eine Trendwende ist nicht abzusehen. Ja, dieses Modell sucht nunmehr sogar eine Einbindung in globale (Wirtschafts-, Finanz- und Rohstoff-)Kreisläufe. Das unterstreicht einmal mehr das III. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der südamerikanischen und arabischen Länder (Cumbre de Jefes de Estado de Gobierno de América del Sur – Países Árabes, ASPA), das Peru derzeit ausrichtet. Das Ziel dieser Konferenz lautet entsprechend: bessere Süd-Süd-Kooperation – und mehr Investitionen. Arabischen (Öl-)Fonds, angeblich mit 800 Milliarden US-Dollar reichlich gefüllt, würden in Südamerika beste Anlagemöglichkeiten geboten, betonte sogar der sonst als linker Kritiker in Erscheinung tretende Javier Diez Canseco, Präsident der Kommission für Auswärtige Angelegenheiten des peruanischen Kongresses. Entsprechend präsentierte die peruanische Delegation 25 (Groß-)Projekte in den Sektoren Transport, Energie, Kohlenwasserstoffe, Flughafen und Häfen. Von den 10 Milliarden US-Dollar sollen allein in die extraktivistischen und mit ihm verbundenen Sektoren 1,6 Milliarden US-Dollar fließen. Außerdem ist geplant, zwei Milliarden in den Immobilien-Sektor zu investieren, darunter 200 Millionen für den Bau von vier Fünf-Sterne-Hotels in Lima. Perus Führungsriege unterstreicht mit diesen Vorhaben wieder einmal, dass es ihnen mit einer nachhaltigen Entwicklung nicht ernst ist (Bildquelle: Presidencia Perú).


27. September 2012 | Bolivien: Rückgang des Koka-Anbaus | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Kokapflanze mit Blüte - Foto: Quetzal-Redaktion, Marcel KolvenbachDas Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) hat ihren Bericht für 2012 veröffentlicht. Demnach ist der illegale Koka-Anbau in Bolivien um 12% gesunken, das heißt, die Landnutzung für die Kokakultivierung sank zwischen 2010 und 2012 von 31.000 Hektar auf 27.000 Hektar. Langzeituntersuchungen der UNODC wiesen den Rückgang anhand von Satellitenbildern, Luftaufnahmen und Bodenuntersuchungen nach. Die Kooperation von Evo Morales und den Cocaleros seien dabei die Grundlage zur Reduzierung der Plantagen gewesen. Bereits im März 2012 reiste Evo Morales zur UNODC nach Wien und setzte sich für die Legalisierung des Kokakauens und der medizinischen Wirkung des Kokablattes ein. Seit 2009 schützt die bolivianische Verfassung das Kokablatt als kulturelles Erbe. Das Kokakauen sowie der Anbau kleiner Mengen sind in Bolivien legal; trotzdem gilt Bolivien neben Peru und Kolumbien, als Hauptproduzent der Koka für die Herstellung von Kokain. In den 1980er und 1990er Jahren führte Massenarbeitslosigkeit zu Migrationswellen aus dem Hochland in besser gestellte Landesteile. Die Provinz Chapare im bolivianischen Departamento Cochabamba etablierte sich in diesem Kontext, auch wegen der günstigen klimatischen Bedingungen für die Kokakultivierung, als populäres Siedlungsgebiet. Der Drogenkrieg der USA und das Partizipationsgesetz (Ley de Participación Popular, LPP) Boliviens politisierte die Cocaleros. Der damalige indigene Cocaleroführer Evo Morales, übernahm mit seiner Partei 1999 die sozialistische MAS und gelangte 2006 an die Spitze der Regierung. Ihm wurde immer wieder vorgeworfen, sich nicht genügend für die Bekämpfung des Drogenhandels einzusetzen (Bildquelle/Copyright: Quetzal-Redaktion, Marcel Kolvenbach).


24. September 2012 | Brasilien: Mehr als die Hälfte der Brasilianer gehört zur Mittelschicht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Markt für Obst und Gemüse - Foto: Quetzal-Redaktion, mcmDas Sekretariat für strategische Angelegenheiten (SAE) des Präsidialamtes hat vergangene Woche die Studie “Stimme der Mittelschicht” veröffentlicht, in welcher hervorgehoben wird, dass inzwischen 104 Millionen Menschen der brasilianischen Gesamtbevölkerung zur Mittelschicht gehören. Damit ist der Anteil von 38 Prozent im Jahr 2002 in den den letzten zehn Jahren um 15 Prozentpunkte auf 53 Prozent gewachsen. Erklären lässt sich die Verschiebung dadurch, dass 21 Prozent erstmalig Teil der Mittelschicht wurden und 6 Prozent im gleichen Zeitraum in eine höhere Einkommenschicht gewechselt sind. Während die Gesamtbevölkerung einen Zuwachs von 15 Millionen Brasilianern verzeichnete, stieg die Mittelschicht überproportional um 35 Millionen an. Als Ursache gelten unter anderem das starke und finanzkrisenresistente Wachstum mit der Schaffung von 18 Millionen Arbeitsplätzen, die stetige Erhöhung des Mindestlohns (als auch die damit verbundene Steigerung des Rentenniveaus) und zahlreiche Transferprogramme, wie z.B. “Bolsa Família”. Als “classe media” sind Haushalte definiert, deren Einkommen zwischen 291 (ca. 110 Euro) und 1.1019 Reais (ca. 390 Euro) liegt. Dies bedeutet aber auch, dass das Wort “Mittelschicht” in diesem Fall keine allgemeine länderübergreifende Definition besitzt. Stellt die Entwicklung für Brasilien bereits einen Erfolg dar, indem immer mehr Menschen am gesellschaftlichen Leben in Form von Wohlstand, Konsum und sozialer Sicherung teilhaben können, so ist es noch nicht mit dem Absicherungsniveau in Europa oder anderen westlichen Ländern vergleichbar. In Brasilien bedeutet dies eine gesunkene Wahrscheinlichkeit, in naher Zukunft erneut in die Armut abzurutschen. Die gesunkene Ungleichheit ist nach Aussagen der Studie ein weiterer Faktor für die gute Entwicklung. Gleichzeitig werden auch Zahlen veröffentlicht, die besagen, dass jene 53 Prozent der Mittelschicht für 38 Prozent der Einkommen und dem Konsum der Familien stehen. Daran wird jedoch deutlich, dass noch viel mehr für die Beseitung der Ungleichheit getan werden muss, damit auch hier die 50-Prozent-Schwelle überschritten werden kann. Für die Studie wurden Daten des statistischen Bundesamtes in Brasilien (IBGE), des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IPEA), des Brasilianischen Industrieverband (CNI) und des Instituts Data Popular verwendet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)


18. September 2012 | Mexiko: Premiere zum Ende – Ein neuer Mayafilm in Halle/Saale | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Mexiko: Maya Codex - Foto: Quetzal-Redaktion, mkNein, diese Überschrift bezieht sich nicht auf den 23.12.2012. Diese Veranstaltung ist der Abschluss einer Veranstaltungsserie der Sociedad Iberoamericana Halle (Si!Halle e. V.), zu der auch ihre 11. Iberoamerikanischen Kulturtage mit dem Motto “Das Jahr der Mayakultur“ im Juni 2012 gehörten. In Zusammenarbeit mit dem Kino „Zazie“, dem Regisseur Harald Schluttig und mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Undine Kurth (Bündnis 90/ Die Grünen) ist als hallesche Premiere der Dokumentarfilm „Der Geist der Maya – Auf den Spuren des Codex Dresdensis“ zu sehen. Daran schließt sich ein Filmgespräch mit Harald Schluttig und dem Mayakundigen und Buchautor Mario Krygier in der Zazie-Bar im Rahmen des wöchentlichen „Spanisch-Stammtischs“ an. Im Fokus des eindrucksvollen und kurzweiligen Films steht die wichtigste bekannte Handschrift der Maya. Ihr Inhalt, soweit entschlüsselt, wird u. a. in Interviews mit Koryphäen der Mayaforschung, wie z. B. Nikolai Grube, beleuchtet. Es kommen aber auch heutige Maya zu Wort, ebenso wie lateinamerikanische und deutsche Wissenschaftler und Förderer. In farbenfrohen Ausschnitten bekommt man einen Eindruck von der Kultur und Lebensweise der Mayavölker. Dieser Beitrag zur halleschen Interkulturellen Woche von Si!Halle e. V. findet am Dienstag, 25.9.2012 ab 19 Uhr im Kino „Zazie“, Kleine Ulrichstrasse 22, 06108 Halle/Saale statt. Der Trailer des bisher nicht im Verleih befindlichen Films ist unter folgenden Link zu finden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion,mk).


15. September 2012 | Argentinien: Lebenslange Haft für Ex-Militärs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Opfer der Militärdiktatur - Foto: Emmanuel FrezzottiEin argentinisches Gericht hat 14 Ex-Militärs und ehemalige Polizisten zu lebenslangen Haftstrafen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der letzten Militärdiktatur (1976-1983) verurteilt. Bei den Verurteilten handelt es sich um den Ex-Brigadegeneral Juan Manuel Bayón, sechs Oberste, drei Oberstleutnants, einen Major und drei ehemalige Polizisten. Ihnen werden in 90 Fällen schwere Verbrechen vorgeworfen, die auf dem Gelände des 5. Armeekorps begangen wurden: Freiheitsberaubung, wiederholte Anwendung von Folter und Totschlag. Das Gericht in Bahia Blanca (Buenos Aires) ordnete an, dass bereits erfolgte Freilassungen und Hausarreste zu widerrufen und die Verurteilten in ein Gefängnis zu überstellen seien. Noch vor der Urteilsverkündung forderte Nora Cortiñas, Leiterin der Mütter der Plaza de Mayo, weitere Anstrengungen zu unternehmen, damit kein Täter straflos bleiben kann. Derweil melden argentinische Medien, dass in Comodoro Rivadavia im Süden des Landes der Prozess gegen Verantwortliche des Massakers von Trelew mit dem Anhören von Tonbändern mit Zeugenaussagen der drei Überlebenden des Verbrechens fortgesetzt wurde. 1972 hatten Militärs auf dem Marineflughafen in Trelew 16 politische Gefangene erschossen (Bilquelle: Emmanuel Frezzotti).


11. September 2012 | Venezuela: Die Strategie des Hugo Chávez | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Hugo Chávez vor den Wahlen 2012 - Foto: Efraín Gonzales, Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información VenezuelaVenezuela stimmt am 7. Oktober dieses Jahres über seinen Präsidenten ab. Amtsinhaber Hugo Chávez, selbsternannter ‚bolivarischer Führer’, warnte nun vor einer Destabilisierung des Landes im Falle eines Wahlsieges seines konservativen Herausforderers Henrique Capriles. In allen Umfragen zeigt sich, dass ein großer Teil der ca. 19 Millionen Wahlberechtigten (in manchen Umfragen bis zu 30 Prozent) noch unentschlossen ist. Diese versucht Chávez mit einer Stimmung der Angst für sich zu gewinnen. Seiner Meinung nach würde eine Regierung unter Capriles alle sozialen Programme zurücknehmen, was zu einer massiven sozialen Destabilisierung und dadurch möglicherweise sogar zu einem Bürgerkrieg führen würde. Henrique Capriles wiederum entschied sich dazu, eine am 9. September geplante Wahlkampfveranstaltung wegen Morddrohungen abzusagen. Währenddessen bescheinigt das World Economic Forum Venezuela, eine der am wenigsten wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften in der Welt zu besitzen. Von 144 untersuchten Staaten belegt Venezuela den 126. Platz, und wird in Lateinamerika nur noch von Haiti (Platz 142) ‚übertroffen’. Nach einer Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Consultores 21 vom 24. August würden 47,7 Prozent der Befragten Capriles wählen und 45,9 Prozent ihre Stimme für Chávez abgeben. Andere Institute, wie beispielsweise Datanálisis, sagen einen deutlichen Vorsprung für Chávez voraus (Bildquelle: Efraín Gonzáles, Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela).


26. August 2012 | Peru: Rückgabe mehrerer Chancay-Skulpturen aus der Schweiz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Präkolumbische Kunst der Chancay-Kultur (um 1450) - Foto: Public DomainAm vergangenen Dienstag haben vier präkolumbische Keramiken ihren Weg aus der Schweiz zurück an ihren Entstehungsort Peru gefunden. Der Besitzer gab die möglicherweise einst illegal eingeführten Gegenstände aus freien Stücken an die peruanische Regierung zurück. An der Übergabe der Keramiken im Bundesamt für Kultur (BAK) waren unter anderem der Direktor des BAK, Jean-Frédéric Jauslin, sowie der peruanische Botschafter, Carlos Gamarra Skeels, beteiligt. Da der illegale Handel mit archäologischen Fundstücken aus Südamerika weit verbreitet ist und Plünderungen nicht selten sind, existiert seit 2006 eine bilaterale Vereinbarung zwischen Peru und der Schweiz zum Schutz und zur Rückführung solcher Kulturgüter. Die genaue Herkunft der Objekte, die 1973 in die Schweiz gelangten, ist nicht auszumachen. Es ist allerdings sehr wahrscheinlich, dass die Keramiken im 14./15. Jahrhundert in der Nähe der Mittelperuanischen Stadt Huacho von Mitgliedern der Chancay-Kultur angefertigt worden (Bildquelle: Public Domain).


20. August 2012 | Bolivien, Ecuador: Urteil des CIDH stärkt die Rechte der Indigenen auf vorherige Konsultation | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Ecuador

Bolivien: Marsch der Indigenen - Foto: Public Domain, plataformasdelsur.orgIn einem Interview mit der bolivianischen Zeitung Erbol sagte gestern der Führer des ecuadorischen Volkes der Sarayaku, Melva Gualinga, dass die bolivianische Regierung die Indigenen des Landes in einem fairen Verfahren anhören solle. Hintergrund ist die Weigerung von Evo Morales, sich mit den Delegierten des IX. Marsches der Indigenen aus dem Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure (TIPNIS) zu treffen, um den Bau einer umstrittenen Schnellstraße durch das Naturreservat zu erörtern. Der Konflikt dauert schon über ein Jahr. Die Regierung versucht offenbar, die Befragung zu verschleppen, die Führer zu kooptieren und die Bewegung zu spalten. Gualinga betonte in diesem Kontext, dass es mit dem Urteil des Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) zugunsten seines Volkes der Sarayaku nunmehr einen Präzendenzfall für die Rechte der Indigenen auf eine vorherige Konsultation gibt. Am 12. August 2012 hatte der CIDH die ecuadorianische Regierung verantwortlich gemacht, Rechte der Indigenen verletzt zu haben, indem sie 1996 einen Konzessionsvertrag mit der argentinischen Ölfirma Companía General de Combustibles (CGC) abschloss, ohne vorher die Bewohner von Sarayaku zu konsultieren. Nach einem langwierigen Prozess muss Ecuador nun Entschädigungszahlungen von 1,4 Millionen US-Dollar für materielle und immaterielle Schäden sowie für die Kosten des Rechtsstreits an das indigene Volk leisten (Bildrechte: Public Domain, plataformasdelsur.org).


14. August 2012 | Lateinamerika: Erste Auswirkungen der Eurokrise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Erste Auswirkungen der Eurokrise - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie lateinamerikanischen Länder bekommen erste Folgen der Krise in Spanien zu spüren. Am stärksten sind Auswirkungen bei den Remesas zu verzeichnen. Die Geldsendungen von in Spanien arbeitenden Lateinamerikanern in ihre Heimatländer stellen in vielen Ländern des Subkontinents einen wichtigen Teil des BIP. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation geht der Umfang der Geldsendungen zurück. So sank die Summe der Remeseas nach Ecuador allein im ersten Vierteljahr 2012 um 24%, nach Kolumbien um 14%. Zum anderen stagnieren die Exporte der Lateinamerikaner nach Spanien und erreichen nicht mehr die Zuwachsraten der letzten Jahre. Allerdings spielt Spanien für den lateinamerikanischen Export generell keine überragende Rolle, die größte Bedeutung haben noch die Importe aus Peru (5,5%) Argentinien (2,9%) und Chile (1,9%). Trotz der ersten, wenn auch noch moderaten Folgen der Eurokrise gibt es auch Experten, die hoffen, dass dies Vorteile für die Wirtschaft des Kontinents bringen könnte, da die Anlagemöglichkeiten in Lateinamerika zunehmend attraktiver seien. Die Börsen Lateinamerikas, insbesondere die größte in São Paulo, reagieren allerdings sensibel auf die Kursschwankungen in Europa, weshalb es nicht wundert, dass die Lateinamerikaner die Entwicklung des Euros sehr aufmerksam beobachten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


06. August 2012 | Bolivien: Wird Coca Cola des „Landes verwiesen“? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Salar de Uyuni, größter Salzsee der Welt sowie einer der Orte mit den weltweit größten Lithiumvorkommen - Foto: Quetzal-Redaktion, Maxim Karpilowski
Pünktlich zum 187. Jahrestag der bolivianischen Unabhängigkeit, die dieses Jahr in Oruro im Andenmassiv gefeiert wird, wird der bolivianische Außenminister David Choquehuanca in einer Rede zitiert, in der er das Ende des US-Brauseherstellers Coca Cola in Bolivien ankündigt. Abgesehen davon, dass bereits seit 2002 eine große Fast Food Kette (die mit dem großen „M“) mangels Nachfrage den Rückzug aus der bolivianischen Wirtschaft und Gesellschaft angetreten hat, ist diese Ankündigung wohl weniger ernst zu nehmen, da süße Limonaden in Bolivien und Lateinamerika sehr gern getrunken werden. Gleichwohl wird gerade in Bolivien die öffentliche Diskussion über die wirtschaftliche Gesamtsituation stärker. Wie gerade der bolivianische Wirtschaftsminister Luis Alberto Arce Catacora verlautbarte, sind die ökonomischen Grunddaten Boliviens nicht schlecht. Nach 4,1% Wachstum im Jahr 2010 wird für 2011 mit einer Wachstumsrate von 5,1% des BIP gerechnet. Dabei wird allerdings auf die verstärkte Zunahme der öffentlichen Investitionen und auf den Rückgang der (ausländischen) Privatinvestitionen hingewiesen, die sich vor allem auf den Rohstoffsektor (hier allen voran der Kohlenwasserstoffsektor) konzentrieren. Aber auch die staatlichen Investitionen sollen sich in Zukunft – glaubt man den Angaben Arces – insbesondere auf die Diversifizierung des bolivianischen Rohstoffsektors fokussieren (z.B. Lithiumproduktion). Inwiefern die anfallenden Rohstoffeinnahmen neben der Abfederung von sozialen Problemen zu einer nachhaltigen und tiefen Verflechtung der bolivianischen Wirtschaft unter der Beteiligung breiter Teile der Bevölkerung führen wird, muss noch diskutiert werden. Nicht zuletzt sei an dieser Stelle auf eine Konferenz – veranstaltet von Ayni e.V. – am 22.09.2012 in Leipzig hingewiesen, in der über den Lithiumabbau in Bolivien und dessen Umwelt- bzw. Sozialfolgen gesprochen werden wird. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Maxim Karpilowski)


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