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Noticias Lateinamerika

16. April 2015 | Uruguay: Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano - Foto: Mariela de Marchi MoyanoTausende Menschen nahmen am Dienstag Abschied von Eduardo Galeano. Der uruguayische Schriftsteller und Publizist, der am 13. April verstarb, war im Palacio Legislativo in Montevideo aufgebahrt worden. Neben Uruguays Staatschef Tabaré Vázquez erwiesen auch offizielle Vertreter aus anderen lateinamerikanischen Ländern dem Literaten die letzte Ehre, darunter der Vizepräsident der Bolivarischen Republik Venezuela und die argentinische Kulturministerin. Auch zahlreiche Künstler und Kulturschaffende wie die Schauspielerin Soledad Silveyra und die Sänger Daniel Viglietti und Joan Manuel Serrat reihten sich in das lange Defilee der Trauernden ein. Die nach wie vor ungebrochene Bedeutung des Autors von „Die offenen Adern Lateinamerikas“ und „Erinnerung an das Feuer“ bewies nicht zuletzt die große Zahl junger Menschen, die an seinem aufgebahrten Leichnam Abschied nahmen. Galeano, so sagte die argentinische Kulturministerin Teresa Parodi, sei für alle ein Spiegel gewesen, der eine tiefe und leuchtende Spur in Lateinamerika hinterlasse (Bildquelle: Mariela De Marchi Moyano_).


13. April 2015 | Lateinamerika: Historisches Treffen auf dem VII. Amerika-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: VII OAS - Gipfel in Panamá, April2015 - Foto: Organization of American States (OAS)Der VII. Amerika-Gipfel, der am 10. und 11. April in Panama-Stadt abgehalten wurde, ging ohne gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende. Dass dort dennoch Geschichte geschrieben wurde, hat einen doppelten Grund: Erstmals nahm Kuba an diesem Treffen der latein- und nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs teil, und Raúl Castro kam in Panama mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Zwar brachte das 90minütige Gespräch nichts substantiell Neues, markierte aber dennoch auf höchst symbolische Weise eine neue Etappe der Beziehungen zwischen Kuba und den USA. Übereinstimmend wurde das Ende des Kalten Krieges zwischen beiden Ländern verkündet. Außerdem bekundete Obama seine Bereitschaft, Kuba von der Liste der terrorismusverdächtigen Länder streichen zu wollen. Wie und wann das Embargo gegen die Karibikinsel aufgehoben und ob die US-Basis an der Bucht von Guantanamo an Kuba zurückgegeben wird, blieb aber ebenso offen wie der Zeitpunkt der Eröffnung der Botschaften in Havanna und Washington. Der kubanische Präsident dankte in seiner emotionalen Rede allen lateinamerikanischen Ländern für ihre solidarische Unterstützung. Am Rande des Gipfels traf sich Präsident Obama auch mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolas Maduro zu einem zehnminütigen „privaten“ Gespräch. Hier zeigte sich die historische Symbolik allerdings von ihrer makabren Seite: Am Sonnabend jährte sich zum 13. Mal der Putschversuch gegen Hugo Chávez, und damals wie heute versuchen die USA in Venezuela, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Nach all der Gipfelsymbolik wird Obama durch Taten zeigen müssen, dass er seinen verbalen Abschied von der bisherigen Einmischungspolitik Washingtons gegenüber seinen südlichen Nachbarn ernst meint. (Bildquelle: Organization of American States (OAS))


09. April 2015 | Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs - Bild: Museo del Bicentenario, Public DomainIn der letzten Woche beging Argentinien zum 33. Mal den „Tag des Veteranen und der Gefallenen des Krieges um die Malvinas“. Im Rahmen des offiziellen Gedankentages verkündete die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner einerseits die Schaffung eines Oral History Zentrums, in dem Zeugnisse der Veteranen, Kriegsberichterstatter und Verwandten der Gefallenen aufbewahrt und verbreitet werden, und ordnete andererseits die Aufhebung der Geheimhaltungsstufe für Kriegsdokumente an, die sich in militärischen Archiven befinden.  Großbritannien hatte die von den Argentiniern beanspruchten Malvinas/Falklands 1833 besetzt, seitdem ist die vor Südargentinien liegende Inselgruppe ein Streitpunkt zwischen den beiden Ländern. Am 2. April 1982 versuchte die argentinische Militärjunta (1976-1983) die Inseln zurückzuerobern, nicht zuletzt um Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen. Während der 72 Kriegstage starben ca. 900 Menschen und ca. 1000 wurden verwundet. Mehr als 450 traumatisierte argentinische Veteranen nahmen sich nach Kriegsende das Leben. Die Inseln im Südatlantik sind für Großbritannien von strategischer Bedeutung.. In der Region befinden sich zudem reiche Erdölvorrate und Fischbestände. Drei neue Öl- und Gasreserven wurden in der betreffenden Region gefunden, deren Förderung  durch britische Unternehmen bekannt gegeben wurde.  Die argentinische Regierung, die sich auf diplomatischem Weg nach wie vor um die Rückgabe der Inseln bemüht, kündigte an,  die Geschäftsführer der Firmen  vor dem Nationalen und Internationalen Gerichtshof zu verklagen (Bild: Public Domain).


08. April 2015 | Kuba: Connect 2020 Agenda – Kuba will seinen Verpflichtungen nachkommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Havanna mit Flagge - Foto: Aidutxi18Kuba gehört derzeit zu den am schlechtesten mit Internet versorgten Ländern der Welt. Laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), verfügten im Jahr 2013 lediglich 3,4% der Haushalte im Land über Internet. Zwar gibt es in den größeren Städten rund 150 Internet-Cafés durch die staatliche Telekommunikationsbehörde ETECSA, allerdings kostet eine Stunde Surfen etwa 4 €, ein Viertel des durchschnittlichen Monatslohns. In der vergangenen Woche sprachen die Vereinigten Staaten und Kuba in Havanna u. a. über Technologie und Erweiterung der Internetkapazitäten. Ernesto Rodriguez, CEO der IT im Ministerium für Kommunikation versprach, dass Kuba Strategien für die Bereitstellung von „Internet für alle Kubaner” bis zum Jahr 2020 umsetzen will. Er betonte, dass die Insel strategisch gut vorbereitet ist um die Ziele der Connect 2020 Agenda für die globale Entwicklung der Telekommunikation zu erreichen. Ziele dieser Agenda sind unter anderem, dass in den Entwicklungsländern bis zum Jahr 2020 mindestens 50% der Einwohner zu Hause Internet nutzen können und das die Nutzung des Internets nicht mehr als 5% des durchschnittlichen Monatseinkommens kosten darf. Da die wenigen privaten Verbindungen auf der Insel bislang strikt vom Staat geregelt sind, hält die US Regierung in Washington es nicht für möglich, dass Kuba, die von der ITU festgelegten Ziele erreicht, wenn nicht ein Ende des staatlichen Monopols herbeigeführt wird. Sie drängt darauf, dass die Regierung in Kuba auch den Eintritt ausländischer Wettbewerber ermöglichen soll um die Ziele der Connect 2020 Agenda erreichen zu können (Bildquelle: Aidutxi18) .


01. April 2015 | Peru: Letzte Inka-Siedlung entdeckt? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Inka Siedlung im Regenwald - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc In Peru ereignete sich eine kleine archäologische Sensation, die im Trubel des Besuches von Bundespräsident Joachim Gauck fast unterging. Mitte März entdeckten peruanische Archäologen am Río Ucayali, einem der Quellflüsse des Amazonas, Reste einer unbekannten Siedlung. Nach einer ersten Sichtung der hinterlassenen Artefakte fanden die Forscher erstaunliche Parallelen zu bereits erforschten Inka-Zentren. Allerdings geben diese Funde den Experten zahlreiche Rätsel auf: Einerseits verweisen Bauweise und Struktur der Anlage auf die Kultur der Inka, andererseits legt ihr Zustand nahe, dass der Ort erst vor etwa 50 Jahren von seinen Bewohnern verlassen wurde. So wurden u.a. gut erhaltene Alltagsgegenstände wie Keramik, Werkzeuge, Reste von Kleidung und bemalte Tierhäute sowie verschiedene Kultobjekte gefunden. Die Artefakte lassen sich sowohl der traditionellen Inka-Kultur als auch der frühen Kolonialära zuordnen. So enthalten die gefundenen Tierhäute nicht nur archaisch anmutende Inkasymbole, sondern auch kurze Texte in einem altertümlichen Spanisch. Die dort immer wieder auftauchende Wendung Kawk Ccoaccinrao lässt die Archäologen vermuten, dass es sich hierbei um den Namen der mysteriösen Stätte handelt. Unter anderem findet sich auch ein Satz, der wie die letzte Botschaft der unbekannten Bewohner anmutet: „Die Freiheit wird euch wahr machen“ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


31. März 2015 | Chile, Peru, Ecuador: Naturgewalten haben pazifischen Süden fest im Griff | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Peru

Chile: Folgen der Überschwemmungen März 2015 - Foto: Chris Walker GutiérrezNach tagelangen sintflutartigen Regenfällen zu Beginn der letzten Woche kam es im Norden Chiles, in mehreren Teilen Perus sowie in ganz Ecuador zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. In allen drei Ländern wurden ganze Ortschaften von den Fluten und dem Schlamm zerstört oder von der Außenwelt abgeschnitten. Unzählige Straßen mussten gesperrt werden, und vielerorts fiel der Strom aus. Weiterhin gibt es in vielen Gebieten nicht genügend Trinkwasser, und zahlreiche Personen bleiben weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Katastrophe ist vor allem auf die ungewöhnlich starken Regenfälle in den Höhenlagen der Anden zurückzuführen. Die daraus resultierenden Wassermassen flossen als Sturzflut in die tieferliegenden Gebiete und sorgten zusammen mit dem heftigen Regen in den betroffenen Ortschaften für Überflutungen. In Ecuador ist neben den Provinzen Cotopaxi, Pichincha, Santo Domingo, Esmeraldas und Los Ríos im Nordwesten vor allem die Region Loja im Süden des Landes betroffen. Dort verloren am vergangenen Freitag neun Menschen nach einem Erdrutsch ihr Leben. Insgesamt sind bisher mindestens 25 Menschen durch die heftigen Unwetter und Erdrutsche gestorben. Peru seinerseits leidet seit Anfang des Jahres unter heftigen Regenfällen, die bisher mindestens neun Menschen das Leben kosteten. Während es östlich der Hauptstadt in der Gemeinde Chosica zu einem Erdrutsch kam, verwandelten sich die Straßen Moqueguas in reißende Flüsse, die zahlreiche Häuser überfluteten. Bisher sind in Peru mindestens 2.000 Häuser von den Folgen dieses extremen Wetters betroffen. In einer der trockensten Gegenden der Welt, der Atacama-Region im Norden Chiles, fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie seit 80 Jahren nicht mehr. In den Regionen Atacama, Antofagasta und Coquimbo kam es zu Sturzfluten und heftigen Überschwemmungen. Dem Katastrophenamt ONEMI zufolge sind in Chile bisher 17 Menschen gestorben. 20 Personen werden weiterhin vermisst. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen; in der Atacama-Region verhängte die Regierung sogar eine nächtliche Ausgangssperre, um Plünderungen zu vermeiden. Insgesamt sind ca. 26.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, von denen knapp 6.000 in Notunterkünften untergebracht worden sind. Gut 100 Häuser sind komplett zerstört, mehr als 570 haben größere Schäden zu beklagen. Nach fünf Tagen ohne Nahrung und Wasser gelang es der Polizei 13 Minenarbeiter aus einer Mine in Tierra Amarilla zu befreien. Es wird noch Monate dauern bis die Schäden in den drei Andenstaaten weitestgehend behoben werden können. Insbesondere auch die Landwirtschaft wurde stark getroffen und dürfte einen Millionenschaden davontragen. Doch nicht nur der Norden Chiles ist zurzeit den Naturgewalten ausgesetzt. Seit Monaten wüten Waldbrände in der Hauptstadtregion sowie in den Regionen Valparaíso, Maule, Los Lagos, Bio-Bio und Araucanía, von welchen die letzten zwei am meisten betroffen sind. Nach Angaben der Fortbehörde CONAF hat die Feuerwehr 44 Brandherde, die ein Gebiet von ca. 15.500 ha Wald betreffen, noch immer nicht unter Kontrolle. Insgesamt hat die chilenische Behörde für den Zeitraum ab 2014 4.449 Waldbrände gezählt, die eine Fläche von mehr als 100.000 ha Wald vernichtet haben. Neben der langen Dürreperiode dieses Jahr wurden die Brände vor allem durch unachtsames Verhalten von einzelnen Personen verursacht, etwa durch das Wegwerfen einer Zigarette. Knapp 30% der Brände wurden jedoch vorsätzlich entfacht. Neben der Forstbehörde und der Feuerwehr wurde auch das Militär zum Löschen der Brände abgestellt. Das im Februar dieses Jahres ebenfalls von heftigen Waldbränden heimgesuchte Argentinien (in der Region Chubut auf einer Fläche von circa 40.000 Hektar) sandte zur Unterstützung weitere Helikopter, um die Brände in unzugänglichen Gebieten unter Kontrolle zu bringen (Bildquelle: Chris Walker Gutiérrez).


25. März 2015 | Brasilien: Indigene Proteste gegen „PEC 215/2000“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Das Kongress-Gebäude in Brasília - Foto: Quetzal-Redaktion, lwDer Präsident des brasilianischen Kongresses, Eduardo Cunha vom PMDB (Partido do Movimento Democrático do Brasil/ Partei der demokratischen Bewegung Brasiliens), hat am 20. März 1015 erneut einen Änderungsentwurf der Verfassung auf die Tagesordnung gebracht. Er betrifft den rechtlichen Status der Gebiete der indigenen Bevölkerung und traditionellen Gruppen Brasiliens. Die „Proposição de Emenda Constitucional“/ (PEC) sieht vor, den Kongress mit der Verwaltung und Gemarkung der Territorien zu betrauen, und nicht mehr, wie bisher, die zuständigen nationalen Behörden wie etwa die Behörde FUNAI. Der aus dem Jahr 2000 stammende Entwurf wurde nun von Cunha, einem Vertreter der Agrarlobby, wieder in den Kongress gebracht. Am 23.3.2015 beschloss der Kongress jedoch, die Entscheidung über PEC215/2000 erst in 60 Tagen zu fällen. Grund dafür sind die heftigen Proteste von Seiten der Zivilbevölkerung. Regenwaldschützer und die betroffenen indigenen Gruppen befürchten entscheidende Einschnitte im Regenwaldschutz, sollte der Veränderungsentwurf im Kongress die Mehrheit bekommen. Bereits im November des vergangenen Jahres und im Februar diesen Jahres kam es in Brasília zu Widerständen gegen den Entwurf, wobei die brasilianische Polizei die Proteste unter Einsatz von Pfefferspray unterband. Derzeit sind 1,13 Millionen Quadratkilometer des brasilianischen Territoriums Schutzgebiet für brasilianische Indigene. Sie stellen noch eine wichtige Institution zum Schutz des Regenwalds vor Abholzung dar. In einem Internetblog werfen indigene Führer den Politikern vor, zwar über die Bewahrung des Waldes zu diskutieren, gleichzeitig aber den Agrarunternehmern die Invasion der Gebiete zu ermöglichen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, lw).


23. März 2015 | Ecuador: Die Gemeinde Chibuleo erste Hüterin der Kichwa-Sprache | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Die Gemeinde Chibuleo erste Hüterin der Kichwa-Sprache - Foto: Quetzal-Redaktion, amMit der Eröffnung der ersten Bildungseinheit des Jahrtausends (Unidad Educativa del Milenio) in Chibuleo setzt Ecuador seinen Plan „Hüterinnen der Sprache“ (Guardianas de la Lengua) in die Tat um. Die Gemeinde Chibuleo, in der Provinz Tungurahua im Herzen Ecuadors gelegen, wurde gestern offiziell als Hüterin der Kichwa-Sprache ernannt. Dieses erste von geplanten 14 Zentren hat sich neben der Konservierung und Förderung der Ureinwohnersprache auch der Bewahrung des altertümlichen Wissens und der Gebräuche verschrieben. 12 bilinguale Lehrer und 4 Kichwa-Meister unterrichten in der Schule. Insgesamt sind 806 Schüler eingeschrieben. Neben dem Unterricht in beiden Sprachen gibt es eine bilinguale Bibliothek mit 1500 Texten und Zugang zum Internet. Bis 2017 sollen weitere 13 Zentren als Hüterinnen der Sprache errichtet werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).


19. März 2015 | Chile: Der Vulkan Villarrica zeigt neue Aktivität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Vulkan Villarrica - Foto: ogwenDie chilenische Vulkan Villarrica, der sich an der Grenze zu den Regionen Araucanía und Los Ríos befindet, gehört zu den aktivsten Vulkanen im Land. Bereits Anfang dieses Monats spuckte der fast 3000 m hohe Koloss Lava und Aschewolken in die Luft aus. Die Oberseite des Villarrica wird von einer etwa 40 Quadratkilometer langen Gletscherkappe bedeckt. Droht diese abzuschmelzen, wären Tausende von Menschen in Gefahr, da Überschwemmungen und Schlammlawinen die Folgen wären. Nach Aussage des Nationalen Dienstes für Geologie und Bergbau Chiles (SERNAGEOMIN) zeigt der Vulkan jetzt wieder eine erhöhte Aktivität, die Explosionen und Asche-Emissionen erzeugen können. Es wurde die Alarmstufe orange ausgerufen, was bedeutet, dass der Vulkan eine Phase erhöhter Erregung erreicht hat, die zu einer Phase größerer Instabilität fortschreiten kann. Ähnlich wie am 3. März könnte wieder die eruptive Phase erreicht werden. Aus diesem Grund wurde eine Sperrzone von 5 Kilometern um den Krater verfügt, in der jeglicher Aufenthalt verboten ist (Bildrechte: ogwen_).


12. März 2015 | Uruguay Neue nationale Airline „Alas Uruguay“ will bald abheben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Neue nationale Airline „Alas Uruguay“ will bald abheben - Bild: Alas UruguayMit fast zwei Stunden Verspätung landete gestern Abend die erste Maschine neuen nationalen Fluggesellschaft auf dem Flughafen von Montevideo. Die Alas Uruguay war 2013 gegründet worden, nachdem die nationale Airline PLUNA nach 78 Jahren Insolvenz anmelden und ihren Betrieb im Juni 2012 aufgrund eines Regierungsbeschlusses einstellen musste. Zunächst als Alas-U gegründet, wurde die Gesellschaft, die von ehemaligen PLUNA-Beschäftigten verwaltet wird, schließlich in Alas Uruguay unbenannt. Die bereits für April 2013 geplante Aufnahme des Flugbetriebs verzögerte sich immer wieder, zumal das Oberste Gericht des Landes das Gesetz zur Liquidation der PLUNA für verfassungswidrig erklärte. Probleme bereitete vor allem die Finanzierung, möglich wurde Alas nur mit einem Kredit über elf Millionen Dollar des Fondo de Desarollo (FONDES). Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 55 Mitarbeiter, will deren Zahl aber bis Oktober des Jahres auf 220 erweitern. In den nächsten Tagen wird das zweite Flugzeug der Alas erwartet, das ebenso wie die gestern in Montevideo feierlich getaufte Maschine in Porto Alegre hergerichtet wird. In Kürze wird der erste reguläre Flug nach Asunción abheben und bereits in zwei Monate sollen alle geplanten Destinationen angeflogen werden, darunter Rio de Janeiro, São Paulo, Buenos Aires und Santiago de Chile (Bildquelle: Alas Uruguay_).


10. März 2015 | Chile: Ein Korruptionsskandal folgt dem nächsten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Carlos Alberto Délano und Sebastián Dávalos - Fotos: tu Foto con el Presidente und Gobierno de ChileNachdem gestern der Prozess gegen zehn Manager der drei größten Apotheken-Ketten Ahumada, Cruz Verde und Salcobrand begonnen hat, weil diese zwischen 2007 und 2010 massiv die Preise ihrer Medikamente und anderer Produkte abgesprochen hatten, hat Chile nun noch zwei weitaus gravierendere Korruptionsskandale aufzuarbeiten. Zum einen werden einige PolitikerInnen vor allem der rechtskonservativen Partei Unión Democrática Independiente (UDI) beschuldigt, ihre Wahlkampagnen illegal finanziert zu haben. In diesen Fall sind hochrangige PolitikerInnen wie (ehemalige) SenatorInnen, ehemalige Minister der Regierungen Bachelet und Piñera sowie ehemalige Hauptstadtbürgermeister verwickelt. Es wird vermutet, dass sie während ihrer Wahlkämpfe illegal Gelder der Holding Penta erhielten. Diese ihrerseits wird zudem des Steuerbetrugs und der Bestechung beschuldigt. Nach der Aufnahme des Gerichtsverfahrens gegen die Penta-Gruppe am vergangenen Mittwoch wurden am Samstag sechs der zehn Angeklagten in Untersuchungshaft genommen, weil sie „eine Gefahr für die Gesellschaft“ darstellen. Unter ihnen befinden sich die beiden Firmeninhaber Carlos Alberto Délano und Carlos Eugenio Lavín sowie der ehemalige Staatssekretär Pablo Wagner. Zum anderen wurde kurz danach bekannt, dass auch der Sohn der Präsidentin Michelle Bachelet, der bis zu diesem Eklat „First Gentleman“ Chiles war, in einen Korruptionsfall verwickelt ist. Seine Frau Natalia Compagnon soll einen Kredit von fast 10 Millionen Euro vom zweitgrößten chilenischen Geldinstituts Banco de Chile für einen Kauf von Land erhalten haben. Dabei hat das Unternehmen Compagnons keinerlei Sicherheit bieten können. Nachdem sich jedoch Bachelets Sohn Sebastián Dávalos mit dem Inhaber der Bank – und reichstem Mann Chiles – getroffen hatte, wurde Compagnon der Kredit gewährt. Compagnon verdiente anschließend mit dem Weiterverkauf des Grundstücks fast 3,7 Millionen Euro. Damit ist nicht nur die Wirtschaftswelt von den Korruptionsskandalen betroffen, sondern auch die Politik – womit das ohnehin schon geringe Vertrauen der ChilenInnen in die politischen Eliten des Landes weiter gesunken ist (Bildquelle:  Gobierno de Chile_ und tu Foto con el Presidente_).


05. März 2015 | Kolumbien: Kein Ende der Gewalt in Buenaventura | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Kein Ende der Gewalt in Buenaventura - Foto: Agencia Nacional de Infraestructura de Colombia Buenaventura stellt seit der Eröffnung des Panamakanals mit 60% des Außenhandels eine der wichtigsten kolumbianischen Hafenstädte an der Pazifikküste dar. Doch führen nach wie vor kriminelle Banden einen unerbittlichen Krieg um die Kontrolle des Hafens. Hierbei geht es insbesondere um den Schmuggel von Drogen und anderer illegaler Waren, wie gefälschte Markenkleidung oder Waffen. Im März vor einem Jahr machten die sogenannten “casas de pique” (“Hackhäuser”) Schlagzeilen. In den verlassenen Häusern zerstückelten Paramilitärs ihre Opfer bei lebendigem Leib. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos versprach damals der Gewalt Einhalt zu gebieten und die massiven Sicherheitsprobleme durch eine höhere Anzahl an Polizisten und Marinesoldaten entgegen zu wirken. Auch die Anzahl der Staatsanwälte wurde erhöht, um die Ermittlungen zahlreicher Entführungen und Verschleppungen voranzutreiben. Eine neue Untersuchung durch Human Rights Watch (HRW) ergab jedoch, dass die Missbräuche bis heute alarmierend hoch sind und Nachfolgerbanden die Menschen weiterhin terrorisieren. Nach amtlichen Aufzeichnungen fiel die Mordrate zwar von 150 auf 96 Opfer innerhalb von neun Monaten; die Anzahl an vermissten Personen stieg hingegen leicht an. Im Jahr 2014 sind mit 44 Fällen im Gegensatz zum Vorjahr vier zusätzliche Fälle zu verzeichnen. Die NGO hat hervorgehoben, dass die Zahl der Staatsanwälte zwar zugenommen hat, sich aber lediglich ein Staatsanwalt den Fällen verschwundener Personen widmet. Dieser ist derzeit allerdings für über 400 Fälle zuständig, einige davon sind bereits vor einem Jahrzehnt aufgetreten. Die Regierung von Santos muss sich der Kritik stellen, dass die bislang erfolgten Maßnahmen ungenügend sind. Dies bestätigt auch die Zahl der Vertriebenen im Zeitraum von April bis September 2014. Mindestens 13.000 Einheimische wurden wegen der Gewalt vertrieben (Bildquelle: Agencia Nacional de Infraestructura_).


02. März 2015 | Argentinien: Debatte über die Vereinbarungen mit China | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Veladero 2010, Foto: Quetzal_Redaktion, gcIn den letzten Wochen ist sowohl im Parlament als auch in der Öffentlichkeit die Vereinbarung über eine Partnerschaft zwischen Argentinien und der Volksrepublik China diskutiert worden. In dieser Vereinbarung geht es um eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Was die Zusammenarbeit betrifft, so will die Volksrepublik China in strategischen Bereichen wie der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, im Eisenbahnsektor, im Bergbau, in der Informationstechnologie und der Luft- und Raumfahrtindustrie investieren. Im Gegenzug verpflichtet sich der asiatische Riese, den argentinischen Produkten seine Märkte zu öffnen. Diesbezüglich stellt sich einerseits die Frage nach der Symmetrie der Vereinbarung: Diese bestimmt, dass argentinische Primärprodukte – zwischen 2003 und 2013 konzentrierten sich die Exportgüter hauptsächlich auf Soja, Sojaöl und Erdöl – gegen Produkte getauscht werden, die eine hohe Wertschöpfung haben. Experten betonen, das habe Auswirkungen auf die Lokalindustrie und vertiefe ein Wirtschaftsmodell, dass abhängig ist von der Ausbeutung von Rohstoffen. Da auch andere Länder der Region ähnliche Vereinbarungen mit der Volksrepublik China beschlossen haben, stellt sich die Frage nach den Gründen, die die einzelnen Mitglieder des MERCOSUR dazu bewegten. Der Bedarf an Devisen zwingt Argentinien, auch teure Finanzquellen zu erschließen. Das bringt dem Land allerdings keine neuen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern vertieft den Teufelskreis der Abhängigkeit eher noch (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


27. Februar 2015 | Haiti: Gewalttätige Proteste gegen die Dominikanische Republik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Haiti

Haiti: Frau - Foto: Thalles GomesEine Gruppe von einigen tausend Demonstranten hat das dominikanische Konsulat in Port-au-Prince angegriffen. Der Protest richtete sich gegen den Rassismus und die Xenophobie gegenüber Haitianern in der Dominikanischen Republik. Während der Kundgebung kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen das Konsulat, in dessen Verlauf die Nationalflagge des Nachbarstaates abgenommen und verbrannt wurde. Daraufhin hissten Demonstranten gar die haitianische Flagge. Das Personal des Konsulates wurde nicht verletzt. Die Manifestation ist eine Reaktion auf eine Reihe von gewaltsamen Toden von Haitianern in der Dominikanischen Republik. Viele Haitianer kritisieren die passive Haltung ihres Präsidenten gegenüber diesen Ereignissen sowie gegenüber der Situation haitianischer Auswanderer im Nachbarland, die meist ohne Aufenthaltsgenehmigung dort leben. Die Regierung des Nachbarlandes kritisierte die Ausschreitungen und Vorwürfe. Des Weiteren bestellte sie den haitianischen Botschafter ein. Die Dominikanische Republik und Haiti sind Nachbarstaaten auf der Insel La Española. Seit gut einem Jahrhundert wandern Haitianer ins Nachbarland aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. In der Dominikanischen Republik leben schätzungsweise über eine halbe Million Haitianer, die vorwiegend in geringqualifizierten und schlecht bezahlten Jobs tätig sind, z.B. auf Zuckerrohrplantagen. Der Großteil der Nachkommen der illegal in Haiti lebenden Einwanderer hat laut einem Urteil von 2013 keinen Anspruch auf die dominikanische Staatsbürgerschaft und ist damit staatenlos (Bildquelle: Thalles Gomes_).


26. Februar 2015 | El Salvador: Vorbereitungen für Seligsprechung von Monsignore Óscar Romero haben begonnen | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador

El Salvador: Die Kathedrale des Erzbistums San Salvador - Foto: Public DomainVertreter der salvadorianischen Regierung und der katholischen Kirche haben sich versammelt, um Einzelheiten zu den Feierlichkeiten der Seligsprechung zu Ehren von Monsignore Óscar Romero, der Anfang des Monats von Papst Franziskus zum Märtyrer ernannt wurde, zu besprechen. Die Zeremonie wird auf dem Platz Divino Salvador del Mundo in der Hauptstadt des Landes stattfinden, wo sich auch das gleichnamige Wahrzeichen des Landes befindet. Wann genau der feierliche Akt realisiert werden wird, wurde vom Vatikan noch nicht bekannt gegeben. Der Todestag von Romero, der 24. März, bietet sich für solch eine Feier an, aber aufgrund seiner zeitlichen Nähe ist die Umsetzung schwierig und daher eher unwahrscheinlich. Die Regierung des Landes hat versprochen, den Tag der Seligsprechung zu einem Feiertag auf nationaler Ebene zu erklären, damit die Bürger an den Festlichkeiten teilnehmen können. Der ehemalige Erzbischof von San Salvador wurde am 24. März 1980 während einer Messe von einem Scharfschützen der Todesschwadronen ermordet. Romero engagierte sich für die Armen und den Frieden im Land und nutze seine Stellung, um auf Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund wurde und wird er immer noch von der Bevölkerung geschätzt und verehrt. Die katholische Kirche kategorisiert den Mord an dem Monsignore als Tötung aufgrund von Hass auf den Glauben. Der nächste Schritt könnte eine Heiligsprechung sein, die die salvadorianische Regierung seit 1994 anstrebt und Romero damit in den ersten Heiligen El Salvadors verwandeln könnte (Bildquelle: Public Domain).


23. Februar 2015 | Ecuador: Bergbau-Ministerium gegründet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Neues Bergbau-Ministerium gegründet - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie ecuadorianischen Regierung unter Rafael Correa hat ein neues Ministerium gegründet: Das Ministerio de Minería soll von nun an verantwortlich sein für die Förderung des Bergbaus im Land. Hier gibt es ein großes Potential, das bisher allerdings noch wenig genutzt wird. Der neue Erdbau-Minister heißt Javier Córdova und war früher Vize-Innenminister und Minister für Nicht-Erneuerbare Natürliche Ressourcen. Die Schaffung des Ministeriums geht aus den Bergbaugesetzen von September 2014 hervor, die die Rahmenbedingungen für die Extraktion von Bodenschätzen in Ecuador festlegen und den Investoren Sicherheit und Stabilität signalisieren sollen. Es gibt bereits einige größere Bergbauprojekte im Land, bei denen hauptsächlich Kupfer, Silber und Gold gefördert werden. Die fünf größten Mienen Ecuadors werden von der chinesischen Firma Junefield und den beiden kanadischen Unternehmen Lundin und INV Metals betrieben. Dabei sticht das Projekt „Fruta del Norte“ hervor, das von Lundin betrieben werden soll. Die Region im Süden des Landes soll einen der größten Goldvorräte der Welt bergen. Es ist zu erwarten, dass mit diesen Bemühungen für den Ausbau des Bergbausektors des Landes auch verstärkt soziale Fragen berührt werden. Kritiker, wie beispielsweise die Gegner des Projektes „Mirador“ im Süden des Landes, sehen Luftverschmutzung, Bedrohung der Biodiversität und entscheidende Einschnitte in der Lebensqualität als Folgen der Tagebauminen auf die Bewohner der Region zukommen. Zudem beanstanden verschiedene Politiker, dass das neue Ministerium nicht den Bedürfnissen des ecuadorianischen Arbeitsmarkts entspreche, da der Bergbau bisher lediglich 1% der Stellen im Land schaffe (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


19. Februar 2015 | Uruguay: Beschäftigte sind häufiger krank | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Beschäftigte sind häufiger krank - Bild: Quetzal-Redaktion, gtDer Arbeitsausfall infolge Fernbleibens vom Arbeitsplatz (Absentismus) entwickelt sich in Uruguay zunehmend zu einem ernsten Problem. Betriebe klagen, sie benötigten sieben bis acht Prozent mehr Beschäftigte, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Der Absentismus nimmt in verschiedenen Wirtschaftssektoren zu, so z.B. im Gesundheitsbereich und im Dienstleistungsgewerbe. Die staatliche Sozialversicherung (Banco de Previsión Social, BPS) konstatiert derweil einen deutlichen Anstieg der Gesundheitskosten in den letzten Jahren. Während Vertreter der Industrie versichern, dass mehr als ein Drittel der ausgegebenen Gelder an Menschen gingen, die ihre Krankheit nur vortäuschten, verweist die Statistik des BPS auf Ursachen, die offensichtlich nicht spezifisch für Uruguay sind. So haben insbesondere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates zugenommen, aber auch bei psychischen Erkrankungen ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Betroffen sind vor allem Beschäftigte im Handel, in der industriellen Fertigung, in Land- und Forstwirtschaft sowie in der Gesundheitswirtschaft. In diesen Bereichen ist häufig eine hohe Belastung der Beschäftigten durch schwere körperliche Arbeit festzustellen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


16. Februar 2015 | Honduras: Fluch und Segen der illegalen Migration | Kategorie(n): Noticias, Noticias Honduras

Migration ins Nirgendwo - Foto: Quetzal-Redaktion,glHonduras ist ein Land, das sich aufgrund seiner geostrategischen Lage mit Problemen des Drogen- und Menschenhandels sowie der illegalen Migration auseinandersetzen muss. Die Sicherheit im südlichen Grenzgebiet Honduras ist besonders ungenügend, da die Anzahl der Beamten der Nationalen Polizei vor Ort zu gering ist, um ständige Patrouillen gewährleisten zu können. In den letzten Jahrzehnten hat Honduras eine große Welle der Abwanderung erfahren, hauptsächlich wanderten die Menschen in die USA ohne jeglichen Rechtsstatus oder Aufenthaltserlaubnis aus. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stellt u.a. die Einkommensungleichheit einen wesentlichen Faktor dar, warum die Menschen ihre Heimat verlassen. Die wachsende Kluft innerhalb der Lebensstandards und der Löhne in den einzelnen Ländern wirkt wie ein “Push-Faktor”. Ein weiterer Faktor für die Abwanderung stellt die Organisation sozialer und kultureller Netzwerke von Verwandten in den jeweiligen Zielländern dar. Die honduranische Wirtschaft wiederum hängt stark von dem Geld ab, welches die Migranten nach Hause schicken. Im Jahr 2012 machten Geldüberweisungen  aus dem Ausland 15,7% des Bruttoinlandsprodukts von Honduras (3 Milliarden Euro) aus. Nach dem Pew Research Center kam  die überwiegende Mehrheit der Zahlungen  aus  den USA. Die Aufzeichnungen des National Institute of Migration in Choluteca zeigen, dass im vergangenen Jahr 5.500 Menschen Honduras legal als Brücke nach Amerika nutzten. Die Dunkelziffer illegaler Migranten geht hingegen vermutlich in die Zehntausende. Vor allem die Anzahl an minderjährigen Migranten ist drastisch gestiegen. Für Hunduras ergibt sich die Herausforderung, die Aufnahme und Wiedereingliederung tausender honduranischen Migranten, welche aus Amerika und Mexiko abgeschoben werden, zu organisieren. Dies ist wirtschaftlich ein schmaler Grat für das auf die Zahlungen seiner Exilbewohner angewiesene Land (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


13. Februar 2015 | Argentinien: Stiller Protestmarsch geplant als Hommage an Alberto Nisman | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_marcha_reclamando_Justicia_para_Nisman_foto_JalujMehr als drei Wochen nach dem Tod des 51-jährigen argentinischen Staatsanwaltes Alberto Nisman bleibt es weiterhin unklar, ob es sich um Selbstmord, Anstiftung zum Suizid oder Mord handelt. Nisman wurde mit einer Schusswunde in den Kopf am 18. Januar 2015 in seiner Wohnung aufgefunden. Neue forensische Untersuchungen ergaben, dass Nismans Hände frei von Schmauchspuren waren und sich unbekannte DNA-Spuren auf einer Kaffeetasse befanden. Die Tatwaffe selbst stammte von Diego Lagomarsino, einem langjährigen Bekannten des Opfers. Er war einen Tag zuvor bei Nisman im Apartment und überließ ihm eine Waffe, weil dieser angab, sich nicht sicher zu fühlen. Nach Aussagen der Staatsanwältin, Viviana Fein, steht Lagomarsino aber nicht unter Mordverdacht. Nismans Tod ereignete sich kurz vor seiner geplanten Anhörung im Kongress von Buenos Aires. Nur wenige Tage zuvor veröffentlichte er einen 300-Seiten-Bericht über den Bombenanschlag im Jahr 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA (Asociación Mutual Israelita Argentina), bei dem 85 Menschen ums Leben kamen. Der Bericht behauptet, dass Präsidentin Christina Fernández de Kirchner sowie Außenminister Héctor Timerman die Strafverfolgung iranischer Drahtzieher sabotiert haben. Am kommenden Mittwoch, dem 18. Februar, ist ein stiller Marsch zu Ehren Nismans von seinen Staatsanwalt-Kollegen geplant. Die Regierung steht der Demonstration allerdings kritisch gegenüber und diffamiert diese als einen Anti-Regierungsprotest (Bildquelle: Jaluj).


09. Februar 2015 | Ecuador: Metro in Quito vor dem Baubeginn | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Öffentlicher Nahverkehr in Quito - Foto: Quetzal-Redaktion, sscWie überall in Lateinamerika scheint auch Ecuador zu erkennen, dass sein öffentlicher Nahverkehr nicht mehr Schritt hält mit der Entwicklung der Städte. Vor allem Quito plagt sich mit einem ineffizienten, lauten und schmutzigen Bussystem herum. Die ökologische Trolleybus-Linie hält dagegen mit 250.000 Passagieren pro Tag kaum noch dem Ansturm stand, da sie nur auf 120.000 Passagiere pro Tag ausgelegt war. Deshalb soll nun eine Metro Abhilfe schaffen. Mit geplanten Investitionen von knapp zwei (ursprünglich 1,5) Milliarden US-Dollar ist vorgesehen, einen 22 Kilometer langen Tunnel zwischen den Endpunkten Quitumbe und El Labrador voranzutreiben. Am 03.02.2015 hat bereits Präsident Rafael Correa dem Bürgermeister Quitos, Mauricio Rodas, Garantien gegeben und eine Gegenfinanzierung durch die Zentralregierung in Höhe von 750 Millionen US-Dollar zugesagt. Heute wurde eine Machbarkeitsstudie publiziert, die die positiven Auswirkungen des Projekts auf die lokale Wirtschaft betont. Demnach würden 5000 neue Jobs im Baugewerbe geschaffen und 10.000 Stellen indirekt profitieren. Auch auf die einheimische Stahl-, Sand- und Zementindustrie wird sich die erhöhte Nachfrage nach den benötigten Materialien positiv auswirken, wenngleich die Bauleitung bei der brasilianischen Odebrecht-Acciona liegt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


26. Januar 2015 | Nicaragua: Proteste gegen den Kanal halten an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Landkarte - Karte: University of Texas at AustinÜber einem Monat nachdem die Regierung und die chinesische Firma HKND (Hong Kong Nicaragua Canal Development) Group den Baubeginn des Nicaragua-Kanals am 22. Dezember angekündigt hatten, gibt es immer noch Demonstrationen von mehreren hundert Bauern gegen den Bau des Kanals. Laut einer Befragung der Consulting Firma M&R glauben 47,8 Prozent der auf der geplanten Kanalroute lebenden Bauern, dass die Grundstückseigentümer nur Nachteile haben werden und der Kanal ein Betrug am nicaraguanischen Volk sei. „Aber hier sind wir Bauern, die uns verteidigen, weil wir nichts zu verkaufen und zu verschenken haben. Wir werden bis zur letzten Konsequenz widerstehen“, so der Bauer Mariano Dávila. Hingegen haben 58,6% der Regierungsanhänger großes Vertrauen in das Megaprojekt. Sie glauben, dass durch das Projekt Arbeitsplätze geschaffen und die Löhne und damit die Familieneinkommen steigen werden. Doch diese Befragung ist umstritten, da die Bauern Straßensperren in Rio San Juan planen, um die Befrager fernzuhalten, „denn wenn wir sie reinlassen, dann behaupten sie, wir seien für den Kanal. Aber wir wollen hier nichts vom Kanal wissen“, erklärte einer der Bauern (Bildquelle: University of Texas at Austin).


23. Januar 2015 | Uruguay: Große Pläne am Atlantik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Containerhafen in Montevideo (01.01.2010) - Foto: Quetzal-Redaktion, ecmUruguay will die Kapazität seiner Häfen ausbauen und so zu einem der wichtigsten logistischen Zentren im südlichen Atlantik werden. Gladis Genua, die uruguayische Vertreterin der Andinen Entwicklungsorganisation CAF betonte, als kleines Land mit einem kleinen Binnenmarkt müsse Uruguay seinen Dienstleistungssektor ausbauen, um unabhängiger von Rohstoffen zu werden. In der traditionellen Konkurrenz der Häfen am Río de La Plata – der große Konkurrent des Hafens von Montevideo ist der von Buenos Aires – gedenkt Uruguay gewichtige Trümpfe auszuspielen. Zum einen ist die Steuerbelastung der uruguayischen Häfen geringer, zum anderen ist Montevideo der zweiteffektivste Hafen in Lateinamerika. Das Land setzt insbesondere auf die Binnenländer Bolivien und Paraguay, für die die uruguayischen Häfen eine wachsende Rolle spielen sollen. Seit einigen Jahren schon bietet Uruguay Schiffen aus beiden Ländern einen Zugang zum Atlantik, wobei diese, wenn sie sich in uruguayischen Gewässern befinden, wie einheimische Schiffe behandelt werden. Im Februar wird im Hafen von Montevideo ein neuer Pier eingeweiht, weitere Arbeiten an der Industriezone von Sayago sind geplant. Das ehrgeizigste Projekt ist aber der ca. 300 km nördlich von Montevideo geplante Tiefseehafen von Rocha, auf den sich der uruguayische Seeverkehr im südlichen Atlantik einmal konzentrieren soll. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


15. Dezember 2014 | Kolumbien: Demonstrationen gegen Straffreiheit von FARC-Rebellen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainAm Mittwoch wurden die Friedensverhandlungen in Havanna zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC wieder aufgenommen. Jetzt steht noch aus, die schwierigsten Fragen zu klären, etwa die Niederlegung der Waffen der linken Rebellen und ob die Kommandeure wegen Menschenrechtsverletzungen und Drogenhandel unter Anklage gestellt werden. FARC-Kommandant Pablo Catatumbo, Delegierter bei den Friedensgesprächen, sagte in der Presseerklärung vom 13. Dezember, dass die FARC ein Friedensabkommen ablehnt, das die alleinige Inhaftierung der Rebellenführer erzwingt, während Oligarchie, Politik und Militär nicht belangt werden. Außerdem missbrauche Kolumbiens Regierung den Rechtsrahmen, indem es soziale Forderungen von der kolumbianischen Bevölkerung als Terrorakte und nicht legitime politische Prozesse und Maßnahmen verzerre. Des Weiteren beklagt Catatumbo die Beugung des Rechtsbegriffs eines politischen Verbrechens für eine Rebellion, was zur Folge habe, dass Angehörige der FARC als Terroristen eingestuft würden. Tausende Menschen traten vergangenes Wochenende auf die Straßen, um gegen eine mögliche Amnestie oder Begnadigung für Angehörige der Guerillaorganisation FARC zu demonstrieren. Viele der Demonstranten waren Anhänger des ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe, der seinem Nachfolger Juan Manuel Santos vorwirft, eine Kultur der Straflosigkeit zu schaffen. Die Proteste richteten sich damit gegen einen Frieden, der auf der Straflosigkeit der Rebellen aufgebaut wird. Die FARC soll sich für die in der Vergangenheit vollzogenen Gräueltaten verantworten (Bildquelle: Public Domain).


26. November 2014 | Mexiko: Demonstration in Leipzig für Ayotzinapa | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Demo in Leipzig für Ayotzinapa, Foto: Quetzal-Redaktion, glAm Samstag, den 15. November, fand in Leipzig eine Demonstration mit mehr als 100 Personen statt. Die Demonstranten wollten sich mit den Familien der 43 verschwundenen mexikanischen Studenten solidarisieren und gegen die Politik der mexikanischen Regierung protestieren. Die friedliche Demonstration lief unter dem Motto „Es war der Staat“ durch das Zentrum der Stadt Leipzig. Die verschwundenen mexikanischen Studenten kommen aus einer Fachhochschule für Lehramt des Bundesstaates Guerrero in Mexiko. Sie wollten am 26. September 2014 nach Mexiko-Stadt fahren und am 2. Oktober an der traditionellen Demonstration zur Erinnerung an das Studentenmassaker von 1968 in Tlatelolco, Mexiko, teilnehmen. Als die Studenten am Busbahnhof von Iguala ankamen, wurden sie von der mexikanischen Polizei angegriffen. Bei diesem Einsatz hat die Polizei acht Personen getötet, und 43 Studenten wurden festgenommen. Man brachte sie jedoch nicht ins Gefängnis, sondern an einen unbekannten Ort. Bis heute sind sie spurlos verschwunden. Die Proteste im Land und von Seiten der internationalen Gemeinschaft haben sich intensiviert. Trotz der Erklärungsversuche der mexikanischen Regierung befindet sich das Land in einer politischen Krise, und es zeigt sich, wie schlecht es um die Einhaltung der Menschenrechte im Land steht. Schuld daran hat die Verschmelzung von Politik und illegalen Organisationen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


24. November 2014 | Kolumbien: Einigung im Friedensprozess durch Geiselnahme gestört | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Entführung des Armee-Generals Rubén Darío Alzate sowie vier weiterer Personen am 16.11.2014 durch kolumbianische FARC-Rebellen sorgte für ein vorläufiges Ende der Friedensverhandlungen zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-Guerilla. Die Friedensgespräche, die vor zwei Jahren in Oslo begannen und später in Havanna (Kuba) fortgeführt wurden, zeigten weit mehr Fortschritte als die drei vorherigen Bemühungen. Beide Seiten trafen Vereinbarungen über die Landreform, erreichten eine politische Partizipation für entwaffnete Rebellen und sprachen sich für eine Beendigung des Drogenhandels aus. Präsident Juan Manuel Santos sprach davon, nach erfolgreicher Freilassung der Geisel den Friedensprozess wieder aufzunehmen. Damit könnte die Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens im nächsten Jahr erfolgen (Bildquelle: Public Domain).


17. November 2014 | Brasilien: Runder Tisch zum (Post-)Wachstum | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Abholzung des Amazonas-Regenwaldes - Foto: Agencia BrasilAm kommenden Wochenende findet von Samstag bis Sonntag (21.-22.11.) in Naunhof bei Leipzig der Runde Tisch Brasilien statt. Der diesjährige Runde Tisch befasst sich mit dem Thema “(Post-)Wachstum: Abschied vom Wachstumszwang. (Post-)Wachstum in Brasilien und Deutschland”. Welche Zukunft steht beiden Ländern offen? Wie kann sie gestaltet werden? Welche Rolle können Jugendbewegungen spielen? Wie könnte nachhaltige Entwicklung aussehen? Zu diesen Themen geben ReferentInnen aus Brasilien und Deutschland fachliche Impulse. Es wird Gelegenheit für Diskussionen, Vernetzung und Austausch geben. Die Tagung findet sowohl auf Deutsch als auch auf Portugiesisch statt und wird simultan übersetzt. QUETZAL wird an der Tagung teilnehmen und davon berichten (Bildquelle: Agencia Brasil).


12. November 2014 | Lateinamerika: Die Gewalt ist das größte Problem | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Mexiko: Drogenkrieg - Foto: Diego Fernandez, Public DomainWährend Lateinamerika im letzten Jahrzehnt beachtliche wirtschaftliche Wachstumsraten und einen Rückgang der Armut zu verzeichnen hat, können im Kampf gegen Gewalt und Kriminalität keine vergleichbaren Erfolge konstatiert werden. Ganz im Gegenteil: Im Zeitraum von 2000 bis 2010 starben eine Million Menschen durch kriminelle Gewalt, die Rate von Tötungsdelikten stieg um elf Prozent. Betroffen sind vor allem Jugendliche; ihr Risiko, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, ist mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen. Zudem beeinträchtigt die Gewaltkriminalität alle Bereiche der Gesellschaft: Der Tourismus geht zurück, die Investitionen nehmen ab, und auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Entwicklungsniveau kann das BIP infolge der Gewalt um bis zu zehn Prozent sinken. Darüber hinaus bedroht die Gewaltkriminalität die Festigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Angst und Misstrauen beeinträchtigen das Zusammenleben der Menschen. Da staatlichen Stellen eine wirksame Bekämpfung der Gewalt oft nicht mehr zugetraut wird, wächst die Akzeptanz von Selbstjustiz. Vor allem in der Bekämpfung des Drogenhandels, einer der Hauptquellen der Gewalt, wird heute nach alternativen Szenarien gesucht. Denn der „Krieg gegen die Drogen“, wie er bisher praktiziert wurde, hat zu einem Anstieg der Tötungsdelikte geführt. (Bildquelle: Diego Fernandez, Public Domain)


10. November 2014 | Paraguay: Ein Viertel der Richter korrupt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Lateinamerika: Justitia - Foto: Hans Braxmeier, Public DomainDass ein paar Scheinchen in Paraguay oft helfen, ein gefälliges Gerichtsurteil zu erhalten, galt bislang als weithin anerkanntes Charakteristikum des Rechtsystems in dem südamerikanischen Land. Allerdings fehlte es an Beweisen. Nun hat der Präsident des Richterrates von Paraguay (Consejo de la Magistratura de Paraguay), Enrique Riera Escudero, bestätigt, dass 25 Prozent der Richter korrupt sind und sanktioniert werden müssten. Allerdings würden sich viele der Beschuldigten durch ein positives Votum des Schwurgerichts zur Verurteilung (Tribunal del Jurado de Enjuiciamiento) retten. Doch nicht nur Richter gelten als bestechlich. Von den 1300 Justizmitarbeitern in Paraguay (Richter, Staatsanwälte, Verteidiger) wurden 500 wegen Korruption, Drogenhandel oder anderen Delikten angeklagt. In Konsequenz stellt Enrique Riera Escudero fest, dass das Justizsystem des Landes nicht mehr funktioniere. Meist liegt der Ursprung in einer engen Verquickung zwischen Justiz und Regierung. Demnach hätten sowohl die lange Zeit regierende Partei der Colorados als auch die Liberalen die Posten gemäß einem Pfründen-Mechanismus verteilt. Der Richterrat möchte nun 1000 Mitarbeiter im Justizapparat neu anstellen. Das wäre der erste Schritt einer de facto- und nicht nur de jure-Trennung von Exekutive und Judikative. In dessen Folge könnte auch maßgeblich die Korruption im Land gesenkt werden. Derzeit weist Paraguay einen GINI-Wert von 24 auf dem Korruptionswahrnehmung-Index (Corruption Perception Index, CPI) von Transparency International auf. Ein Wert von 100 bedeutet keine Korruption. Und davon ist der südamerikanische Staat meilenweit entfernt (Foto: Hans Braxmeier, Public Domain).


23. Oktober 2014 | Kuba: Weitere Ärzte und Pflegekräfte helfen im Kampf gegen Ebola | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Vizeminister für Gesundheit Jose Angel Portal Miranda bei der PAHO - Foto: PAHOVertreter der kubanischen Regierung verabschiedeten am vergangenen Mittwoch Ärzte und Pflegekräfte, die in den Ebola-Ländern Liberia und Gambia helfen sollen, die gefährliche Seuche zu bekämpfen. Seit Anfang Oktober schickte Kuba damit 256 Fachleute zur Bekämpfung von Ebola nach Liberia, Sierra Leone und Guinea, weitere 200 wurden bereits für den Einsatz ausgebildet. Für sein schnelles und wirkungsvolles Agieren in der Ebola-Krise erhielt der Inselstaat international viel Lob, selbst der Erzfeind USA anerkannte den Einsatz und bot eine Zusammenarbeit an – im Kampf gegen Ebola. Die kubanische Seite signalisierte ihre Bereitschaft, betonte aber, es müsse eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein. Die medizinische Hilfe, die Kuba gewährt, ist für das Land quasi eine Normalität. Derzeit arbeiten ca. 50.000 kubanische Ärzte in Lateinamerika, Asien und Afrika, die Mehrzahl von ihnen (um die 30.000) in Brasilien und Venezuela. Von den 83 Medizinern und Pflegekräften, die gestern nach Afrika flogen, haben 42% bereits Erfahrung mit Auslandseinsätzen. Vor ihrer Abreise erklärten sich die kubanischen Helfer bereit, im Falle einer Infektion nicht in ihre Heimat zurückzufliegen, sondern sich vor Ort behandeln zu lassen. [Bildquelle: Pan American Health Organization-PAHO]


08. Oktober 2014 | Brasilien: Präsidentschaftswahlen – Erste Runde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Präsidentschaftswahlen 2014 - Brasilianer zur Wahlurne - Foto: Agencia BrasilAm Sonntag wurde in Brasilien gewählt. Es standen sich in dieser ersten Runde der Präsidentschaftswahlen die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei und die Kontrahenten Aécio Neves von der sozialdemokratischen Partei PSDB sowie die Ökologin Marina Silver von der Sozialistischen Partei gegenüber. Amtsinhaberin Dilma Rouseff hat mit fast 42 Prozent der Stimmen den Sozialdemokraten Neves, der rund 34 Prozent der Stimmen erreichte, überholt. Dennoch erhielt Rousseff nicht die absolute Mehrheit und muss zur Stichwahl am 26. Oktober erneut antreten. Marina Silver dagegen erhielt nur 21 Prozent der Stimmen. Ein haushoher Sieg Rousseffs blieb aus. Viele Brasilianer machen sie für das stockende Wirtschaftswachstum, die steigende Inflation sowie hohe Staatsausgaben wie zum Beispiel bei der Fußball-WM 2014 verantwortlich. Des Weiteren musste sich Rousseff fortwährend Korruptionsvorwürfen stellen. Ihr stärkster Gegner Aécio Neves könnte bei der Stichwahl die Präsidentschaftswahl gewinnen, wenn er die Wähler Marina Silver für sich gewinnen könnte. Neves steht für eine Liberalisierung der brasilianischen Wirtschaft. Mit der Übernahme einiger prägnanter Programmpunkte Marina Silvers könnte die Angst vor Repressionen gegen soziale Förderprogramme schwinden. Am vergangenen Sonntag wurden rund 140 Millionen Brasilianer zur Wahlurne gebeten, um über einen neuen Präsidenten, einen neuen Kongress und neue Landesparlamente in allen 26 Bundesstaaten zu entscheiden. Rund 25500 Kandidaten traten zur Wahl an (Bildquelle: Agência Brasil).


01. Oktober 2014 | Argentinien: Fortsetzung des Schuldenstreits | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: FlaggeDie Auseinandersetzung mit den Hedgefonds resultiert aus der letzten Staatspleite von 2001. Die Mehrheit der Gläubiger hatte sich damals mit der argentinischen Regierung entweder auf geringere Zahlungen, Schuldenerlässe oder Umschuldungen geeinigt. Lediglich zwei Hedgefonds fordern eine vollständige Rückzahlung in Höhe von mehr als $ 1,5 Mrd., obwohl die Fonds während der Krise nur für ein siebzehntel des Wertes gekauft wurden. Da die Anleihen in US-Dollar unter amerikanischem Recht emittiert wurden, findet der Rechtsstreit in den USA statt. Der New Yorker Bezirksrichter Thomas Griesa verbot Argentinien, den Schuldendienst wieder aufzunehmen, solange die Forderungen der Hedgefonds nicht beglichen sind. Das hat zur Folge, dass Anleihezinsen in Millionenhöhe nicht bedient werden können und Argentinien damit technisch zahlungsunfähig wurde. Argentinien versucht nun das US-Urteil zu umgehen. Das Parlament in Buenos Aires verabschiedete dazu ein neues Gesetz, das den Investoren erlaubt, ihre nach US-Recht begebenen Staatsanleihen in Anleihen nach argentinischem Recht umzutauschen. Richter Griesa wertet dies als illegal und Missachtung des Gerichts. Den Forderungen der Hedgefonds, Argentinien pro Tag der Nichtzahlung mit $ 50.000 Strafe zu belegen, schloss er sich jedoch nicht an. Die argentinische Regierung sieht sich außerstande, den Forderungen nachzukommen, da eine Vertragsklausel Argentinien dazu verpflichtet, auch Gläubigern, die bereits auf ihre Forderung verzichtet haben, dieselben Konditionen wie den Hedgefonds zu gewähren. Damit wäre das Land nicht nur technisch, sondern auch faktisch zahlungsunfähig, da alle Schuldenverzichte nichtig werden würden.


25. September 2014 | Lateinamerika: Kritik auf dem Klima-Gipfel der Vereinten Nationen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleAuf dem am Dienstag in New York zu Ende gegangenen Klima-Gipfel haben sich zahlreiche Staatsoberhäupter Lateinamerikas kritisch geäußert. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet verwies darauf, dass der Klimawandel die soziale Ungleichheit weiter vertiefe. Nicolas Maduro (Venezuela) verwies auf die Fortschritte seines Landes bei der Umsetzung klimapolitischer Ziele. So bezieht Venezuela 70 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft und 60 Prozent des Territoriums stehen unter Naturschutz. Evo Morales (Bolivien), der im Namen der Gruppe der 77 und Chinas sprach, kritisierte die „Konsumgier des Kapitalismus“ scharf. Wenn diese nicht eingeschränkt würde, seien 2050 vier Planeten notwendig, um dessen Ansprüche zu erfüllen. Dass besonders die indigenen Völker unter dem kapitalistischen Raubbau an der Natur zu leiden haben, zeigt ein Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL), der am Montag veröffentlicht wurde. Zwischen 2010 und 2013 hat es in indigenen Territorien der Region über 200 Konflikte gegeben, die in Zusammenhang mit dem Abbau fossiler Brennstoffe und der Ausweitung des Bergbaus stehen. Ollanta Humala (Peru), dessen Land im Dezember Gastgeber des nächsten  Klima-Gipfels sein wird, verwies auf die Dringlichkeit konkreter Vereinbarungen. 2015 soll in Paris ein universelles und verbindliches Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels beschlossen werden. Angesichts dieses Zeitdrucks war der Verlauf des Klima-Gipfels, auf dem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel durch Abwesenheit glänzte, enttäuschend (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble).


15. September 2014 | Bolivien: Futuristischer Personennahverkehr in La Paz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Größtes Seilbahnnetz der Welt in La Paz - Foto: DoppelmayrIn La Paz hält die Zukunft Einzug. Mit der heutigen Eröffnung der „Gelben Linie“ nimmt das geplante Seilbahnnetz der Metropole langsam Gestalt an. Bereits im Mai 2014 war die „Rote Linie“ an den Start gegangen – die „Grüne Linie“ und fünf weitere Strecken sollen folgen. Wenn das Netz fertig gestellt ist, wird es die größte urbane Seilbahninfrastruktur weltweit sein. Der Schritt zum Transport mit Gondelbahnen wurde notwendig, um das tägliche Verkehrschaos zwischen dem Stadtzentrum und El Alto zu verringern. Aufgrund der Hanglage sind die Straßen zwischen beiden Städten sehr schmal und nur schwer zu verbreitern. Außerdem müssen zwischen El Alto (4100 Meter ü. NN.) und dem Zentrum von La Paz mindestens 500 Höhenmeter überwunden werden. Das Seilbahnprojekt koordiniert und baut der österreichische Konzern Doppelmayr. Insgesamt stellt Bolivien dafür 234,6 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Seit Ende Mai haben bereits 3,5 Millionen Personen die Seilbahn genutzt. Die Fahrt kostet ungefähr 0,40 US-Dollar – und bringt eine Zeitersparnis von etwa 20 bis 30 Minuten pro Strecke. Die Kapazität auf der ca. 3,7 Kilometer langen Strecke der „Gelben Linie“ wird mit 6000 Passagieren pro Stunde angegeben (Bildquelle: Doppelmayr).


12. September 2014 | Chile: Erneuter Bombenanschlag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Carabineros sind Teil der Streitkräfte, Foto: Quetzal-Redaktion, csDer erste Anschlag erfolgte am Montag, den 08.09.14, in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Dort wurde die Bombe in einem Papierkorb in der U-Bahn-Station Escuela Militar deponiert. Es wurden 14 Menschen leicht verletzt.  Der Sprengsatz wurde aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder hergestellt und ähnelt der Bombe, die im Juli in einem U-Bahn-Waggon detonierte. Am darauffolgenden Dienstag ereignete sich dann wieder eine Explosion. Diesmal in einem Supermarkt der Kette Tottus in der Stadt Viña del Mar, die 125 Kilometer westlich von Santiago gelegen ist.  Die Anzahl der Verletzten war wesentlich geringer als beim ersten Anschlag. Eine Frau musste mit einem Gehörtrauma ins Krankenhaus gebracht werden. Laut Quellen bestand die Bombe aus einer Kunststoff-Flasche mit explosivem Material, Münzen und anderen Metallgegenständen sowie Salzsäure im Inneren. Die Täter konnten bislang nicht gestellt werden, doch wird davon ausgegangen, dass die Attentate auf anarchistische Gruppen zurückgehen. Inzwischen musste die Polizei weiteren 18 Bombenalarmen in verschiedenen Teilen von Santiago nachgehen, die sich jedoch alle als falsch erwiesen. Chile galt als eines der sichersten Länder in Lateinamerika, doch gibt es allein in diesem Jahr bisher 30 ungelöste Bombenanschläge. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei stehen nach den erneuten Angriffen unter heftiger Kritik. Die Regierung von Michelle Bachelet geht von einem Terrorakt aus und will zusammen mit der Opposition ein politisches Bündnis zur Bekämpfung des Terrorismus eingehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


08. August 2014 | Peru, Ecuador: Inti Raymi – Wiederbelebt und gelebt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Inti Raymi - Foto: Quetzal-Redaktion, amDas hat es schon in vielen Regionen der Welt gegeben: Alte, im Alltag nicht mehr existente Traditionen werden wieder praktiziert. Mitunter ist es dann aber nach einiger Zeit wieder eingeschlafen, und man weiß, die kulturelle Basis ist nicht mehr vorhanden. Mit dem Sonnenfest, in der Quechuasprache Inti Raymi genannt, ist das anders. Als vor 60 Jahren indigene Künstler, Schauspieler und Funktionäre diese Feierlichkeiten in Peru wieder belebten, haben sie sicherlich gehofft, das sich das Fest im Kulturraum des alten Inka-Reiches wieder etabliert. Voraussehen konnten sie dies sicher nicht. Inti Raymi ist wieder eine feste Größe im Kalender, in der Zeit der Sonnenwende im Juni geworden. Dank der Beschreibungen der Chronisten, die glücklicherweise die Zeiten seit dem letzten Fest 1535 in Cuzco überstanden haben, hatte man eine Gestaltungsgrundlage. Sieht man die heutige Resonanz, dann kann man nicht anders, als den Wiederbegründern und ihren Nachfolgern ganze Arbeit zu attestieren und zum Erfolg zu gratulieren. Sicher sollten die Feierlichkeiten in der Inkazeit auch den Herrschaftsanspruch dieser Theokratie untermauern. Ihr Ursprung liegt aber in der bäuerlichen Kultur des Andenraumes. Die Terassenlandwirtschaft im Hochgebirge war und ist extrem von der Sonne abhängig. Auch heute finden sich z. B. in Ecuador Kartoffelfelder bis in Höhen an die 4000 m. Ereignisse, die dort die Sonneneinstrahlung stark verringern, führen durch Temperaturabfälle umgehend zum Absterben der Pflanzen. Und damit zur Zerstörung der Nahrungsgrundlage. Inti Raymi zeigt dem Menschen seine Abhängigkeit von seiner natürlichen Umwelt, seine Verletzlichkeit. Das ist ein Teil der Basis dieses Festes und nicht unwesentlich für seine erfolgreiche Renaissance (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).


04. August 2014 | Argentinien: Nach dem Default in der Klemme | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmArgentinien hat den neuerlichen Verzug bei der Schuldentilgung nicht abwenden können. Kritiker gehen sogar so weit zu behaupten, es stand nie in Aussicht, dass sich das Land mit den Hedgefonds auf eine Lösung einigt. Doch egal, wie verwerflich man das Geschäftsgebahren von NML Capital auch finden mag: Sie bekamen vor Gericht Recht – obwohl sie Argentinien nie einen Kredit gewährt hatten, obwohl sie mit 80 bis 85 Prozent Abschlag argentinische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt aufkauften, obwohl sie damit aus 48 Millionen US-Dollar 832 Millionen US-Dollar gemacht haben. Das Gericht entschied, dass Argentinien den vollen Nennwert der Anleihen – inklusive Zins und Zinseszins – an NML Capital (und andere) zurückzahlen müsse. Die sogenannte Hold-out-Strategie der Hedgefonds ging also auf. Denn die basiert auf US-Recht und -Rechtsprechung. Argentinien befindet sich daher in einer Klemme: Zahlt sie NML Capital aus, folgen bald weitere Forderungen, schließlich hält NML nur knapp 15 Prozent der Hold-Out-Bonds mit einem Nennwert von 11 Milliarden US-Dollar. Außerdem könnten all diejenigen klagen, die zum Teil auf 75 Prozent ihrer Forderungen bei den vorangegangenen Umschuldungen seit 2002 (unfreiwillig) verzichten mussten. Es läge gegenüber NML Capital eine Ungleichbehandlung vor. Sollten entsprechende Gerichtsprozesse geführt und gegen Argentinien entschieden werden, ergäben sich weitere Forderungen in Höhe von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Das Geld fehlt dann natürlich für nationale Entwicklungs- und Sozialprogramme, was den Unmut der Bevölkerung wecken wird. Zahlt hingegen Argentinien die Hedgefonds nicht aus, träte der „Zahlungsausfall“ ein. Das Land wäre wieder einmal pleite. Die katastrophale Folge bestünde dann vor allem darin, dass die Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte versperrt bliebe. Noch vor kurzem sah es so aus, als würde Argentinien nach knapp zwölf Jahren über Schuldenschnitte und Rückzahlung von Altschulden diesen Schritt bald schaffen. Jetzt hingegen ist die Lage düsterer denn je (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


01. August 2014 | Argentinien: Uruguay ist besorgt über Schuldenkrise in Argentinien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie Verhandlungen Argentiniens mit einer Gruppe von Gläubigern sind in der Nacht zum Donnerstag (31.07.2014) ergebnislos zu Ende gegangen, das südamerikanische Land war gegenüber den Forderungen der Hedgefonds hart geblieben. In Uruguay wird die Entwicklung indessen aufmerksam beobachtet. Die uruguayische Regierung hatte schon früh vor den Gefahren der sogenannten Geierfonds gewarnt. Mit Argentinien, so heißt es, könne ein Präzedenzfall für Länder geschaffen werden, die einen Schuldenkompromiss anstreben. Der Umgang mit Argentinien betreffe auch die anderen Länder der Region, denn „wenn Argentinien durch eine sehr schwere Konjunktur geht“, dann wird das Auswirkungen auch auf die Länder haben, die wirtschaftliche Beziehungen zu Argentinien pflegen. Auf dem jüngsten Mercosur-Gipfel hatten die versammelten Staatschefs sich hinter Argentinien gestellt und dem Land ihre Unterstützung zugesichert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


25. Juli 2014 | Brasilien: Diplomatische Beziehungen mit Israel zerrüttet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Außenminister Luiz Alberto Figueiredo, 2014Nachdem Brasilien als zweites Land nach Ecuador seinen Botschafter in Tel Aviv zwecks Konsultationen zum Gaza Konflikt zurückrief, antwortete Israels Regierung mit harscher Kritik. Nach Aussagen des israelischen Pressesprechers des Außenministeriums, Yigal Palmor, berücksichtigt Brasilien nicht Israels Recht auf Selbstverteidigung und bezeichnete das lateinamerikanische Land in der Folge als „diplomatischen Zwerg“ und „irrelevanten diplomatischen Partner“. Die brasilianische Regierung hatte zuvor die Eskalation im Gaza Konflikt kritisiert und angedeutet, dass Israel seine militärische Macht gegenüber Palästina unverhältnismäßig ausnutzt. Palmor antwortete, dass Israels Reaktion gemäß internationaler Gesetze angemessen sei und dass ein 1:7 in einem Fußballspiel als unverhältnismäßig gilt (in Anlehnung an Brasiliens Niederlage bei der Weltmeisterschaft 2014 gegen Deutschland). Hinzu kam noch die brasilianische Zustimmung im UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) für die Einsetzung eines Untersuchungskomitees gegen israelische Kriegsverbrechen, was die Beziehung zwischen beiden Ländern noch mehr zerrüttete. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


15. Juli 2014 | Argentinien: Ein Schritt zur Gerechtigkeit für Bischof Angelelli | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Enrique Angelelli - Foto: Public Domain Vorige Woche wurden zwei Angeklagte wegen des Todes von Bischof Enrique Angelelli  schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Angelelli wurde 1968 in der argentinischen Provinz La Rioja zum Bischof geweiht. Schon damals war La Rioja eine Provinz, in der es eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich gab. Diese sozialen Unterschiede wurden vom Bischof angeprangert, der – wie andere Priester auch – eine andere, neue Katholische Kirche repräsentierte, zu der die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 und die Konferenz der Bischöfe Lateinamerikas (CELAM) 1968 in Medellín die Richtung gewiesen hatten. Bereits während seiner ersten Amtsjahre gründete Angelelli die „Agrar- Diözesenbewegung“, deren Hauptziele eine bessere Verteilung sowie eine  demokratische, partizipative Verwaltung der produktiven Flächen waren. Die Antwort der lokalen Oligarchie ließ nicht lange auf sich warten: Der Bischof wurde als „Roter“ verunglimpft; viele seiner Mitstreiter/innen wurden verfolgt und fielen Attentaten zum Opfer. Nach dem Putsch 1976 wurde Angelelli unter fragwürdigen Umständen, die die Justiz rasch als „Verkehrsunfall“ deklarierte, umgebracht. Obwohl er seine Vorgesetzen davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass er vermutlich bald getötet werden würde, hüllten sie sich in Schweigen. Der Fall von Bischof Angelelli entlarvt die Rolle, die die Führung der Kirche während der Diktatur als moralische Unterstützer der Militärjunta gespielt hat. Nachdem 2004 die so genannten Straflosigkeitsgesetze abgeschafft worden waren, eröffnete die Justiz mit einer Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschheit den „Fall Angelelli“ wieder und nannte die Dinge beim Namen. Innerhalb des Verfahrens tauchten einige kirchliche Dokumente auf, was hoffentlich bezeugt,  dass die Kirche bezüglich ihres Schweigens während der Diktatur eine neue Haltung einnimmt. Wenn man bedenkt, dass die Justiz 38 Jahre benötigte, um den Mord, den Angelelli selbst voraus gesehen hatte, zu ahnden, dann bedeutet das Strafurteil nur einen ersten Schritt zur Gerechtigkeit. Wenn wir uns vor der von Angelelli geträumten gerechteren Gesellschaft befänden, dann könnten wir von Gerechtichkeit sprechen (Bildquelle: Public Domain).


11. Juli 2014 | Brasilien: 100.000 Argentinier für WM-Finale in Rio de Janeiro zu Gast | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien

Brasilien: Maracanã Umbau für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Governo do Estado do Rio de Janeiro_Für das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 zwischen Deutschland und Argentinein am kommenden Sonntag (13.07.2014) erwartet Rio de Janeiro als Austragungsort ca. 100.000 Besucher aus Argentinien. Zwar haben zahlreiche Argentinier bereits im Vorfeld Karten für das Spiel im legendären Maracanã-Stadium gekauft, eine Vielzahl davon wird aber mit dem Public-Viewing an der Copacabana Vorlieb nehmen müssen. Nichts desto trotz wäre es für viele Argentinier eine Genugtuung im Nachbarland zu gewinnen. Einziger Wehrmutstropfen bei einem solchen Szenario wären geschätze Einnahmen von ca. 100 Millionen US-Dollar, welche die Tourismusbehörde des Bundesstaates für das Wochenende geschätzt hat. Während in Rio de Janeiro in den touristischen Stadtteilen die Hotels bereits zu 100 Prozent ausgelastet sind, gibt es in anderen Stadtteilen noch Übernachtungsmöglichkeiten (Auslastung von 90 Prozent). Nicht erwartet wurden jedoch eine Vielzahl von Wohnmobilen, mit denen die Argentinier anreisen. Nach Aussagen der Tourismusbehörde hat man für diese Art von Fahrzeugen jedoch keinerlei Vorkehrungen getroffen bzw. fehle hierfür generell eine Infrastruktur (wie z.B. Kampingplätze). Somit wird versucht die geschätzten 200 Wohnwagen an verschiedenen Stellen der Stadt zu konzentrieren, so u.a. in Níteroi – ein Vorort von Rio de Janeiro – wo 50 Plätze bereitgestellt werden. (Bildquelle: Governo do Estado do Rio de Janeiro_)


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