lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Lateinamerika

09. Oktober 2015 | Brasilien: Präsidentin Rousseff mächtig unter Druck | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Präsidentin Dilma Rousseff - Foto: Agencia BrasilGestern erklärte das für den Haushalt zuständige Bundesrechnungsgericht den Etat des letzten Jahres für illegal, da die Bücher manipuliert worden seien. Die Regierung habe versucht, das zunehmende Defizit zu verbergen, so der Vorwurf. Zwar ist der Richterspruch juristisch nicht bindend; das Gericht riet den Parlamentariern jedoch, den vergangenen Etat abzulehnen. Während die Regierung bereits Widerspruch einlegte, schwor die Opposition ihrerseits das baldige Ende der Rousseff-Regierung herauf – und tatsächlich rückt dieser neuerliche Vorwurf ein Amtsenthebungsverfahren in erreichbare Nähe. Denn Rousseff geriet insbesondere während ihrer zweiten Amtszeit zunehmend in die Kritik. Hinzu kam just am Vortag dieses Urteils, dass nach dem mit 5:2 ausgefallenen Rechtsspruch des Obersten Wahlgerichtshofs ein Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdachts gegen Rousseff eingeleitet wird. Der brasilianischen Präsidentin wird vorgeworfen, während ihres Wahlkampfs illegale Spenden von Zulieferern des Energiekonzerns Petrobras erhalten zu haben. Im sogenannten Petrobras-Skandal wird ihrer Arbeiterpartei vorgeworfen, vom genannten Staatskonzern bis zu 200 Millionen Dollar an Schmiergeldern empfangen haben. Da Rousseff dort von 2003 bis 2010 Aufsichtsratsvorsitzende war, ist sie ins Zentrum des Skandals geraten. Zusätzlich soll sie illegal Gelder von staatlichen Finanzgruppen für Sozialprogramme zur Armutsbekämpfung verwendet haben. In der Folge liegen ihre Umfragewerte mit weniger als zehn Prozent Zustimmung auf einem Rekordtief. So wundert es kaum, dass mittlerweile die große Mehrheit der Bevölkerung ihren Rücktritt befürwortet (Bildquelle: Agência Brasil).


05. Oktober 2015 | Guatemala: Unglück mit Ankündigung? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Landkarte, University of Texas at AustinNach der verheerenden Schlammlawine nahe der Hauptstadt Guatemala-Stadt wird das Ausmaß des Unglücks sichtbar. Das betroffene Dorf El Cambray ll beklagt zum jetzigen Zeitpunkt 131 Tote und vermisst weitere 300 Menschen. Mehrere Tage nach der Katastrophe wurden viele der bereits geborgenen Opfer beigesetzt, während die Hoffnung schwindet, die Vermissten noch lebend zu bergen. Die Bergungskräfte erhalten Unterstützung von Kollegen aus Mexiko. Tage mit starken Regenfällen führten am späten Abend des 01.10.2015 zu einer Schlammlawine und Überschwemmungen. Viele der Betroffenen leben in ärmlichen Verhältnissen in einfachen Barracken. Viele Bewohner der Zone waren sich der gefährlichen Lage ihrer Häuser bewusst, hatten aber nicht die finanziellen Mittel, um wegzuziehen. In einer schriftlichen Einschätzung warnte die Coordinadora Nacional para la Reducción de Desastres (Conred) im November letzten Jahres den Gemeinderat von Santa Catarina Pinula vor den Gefahren, die für die Bewohner des Gemeindeteils El Cambray ll bestehen, u.a. durch vereinzelte Erdrutsche, die den Flusslauf beeinflussen können. In dem Bericht wird eine Umsiedlung der betroffenen Bewohner an geeignetere Orte vorgeschlagen oder durch Bauarbeiten einzugreifen, die die Umgebung sicher machen. Ein Sprecher des Gemeinderates erklärte, man habe die Bewohner über die festgestellten Gefahren informiert. Allerdings stellt sich die Frage, wohin die zumeist armen Bewohner hätten ziehen sollen. El Cambray ll befindet sich in einem schmalen Tal, das an hohen und geneigten Hängen grenzt und durch das der Fluss Pinula fließt. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


24. September 2015 | Mexiko: VW-Krise bedroht mexikanische Autoindustrie | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Noticias Mexiko Quetzalredaktion gtDer Skandal wegen gefälschter Abgaswerte bei VW löst in Mexiko große Befürchtungen aus. Der bereits jetzt zu verzeichnende drastische Verkaufseinbruch bei den Dieselmodellen trifft das Land besonders hart. Im mexikanischen Bundesstaat Puebla ist VW einer der größten Arbeitgeber. Rechnet man die Zulieferindustrie mit, dann sind mehr als 40.000 Beschäftigte von den erwarteten Einschränkungen betroffen. Im VW-Werk in Puebla arbeiten über 11.000 Beschäftigte. Puebla produziert hauptsächlich für den Export, vier Fünftel der dort hergestellten Fahrzeuge gehen in den Norden, die Mehrzahl davon in die USA. Drei der fünf in den USA beanstandeten Diesel-Modelle von VW werden in Puebla produziert: Golf, Beetle und Jetta. Inzwischen hat Volkswagen Mexiko seine Produktion vorrübergehend eingestellt, um die notwendigen Veränderungen an den Produktionslinien ihrer Modelle vorzunehmen. Man rechnet mit zwei Wochen Arbeitsunterbrechung, das technische Personal – etwa 10.000 Mitarbeiter – wurde in die Ferien geschickt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


21. September 2015 | Peru: Klassische lateinamerikanische Literatur auf Quechua übersetzt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Klassische lateinamerikanische Literatur auf Quechua übersetzt - Bildquelle: Quechua-Sprachgruppen-Karte, PhJFünf Kurzgeschichten klassischer lateinamerikanischer Autoren wurden ins Quechua übersetzt. Es handelt sich dabei um Werke von Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa, Juan Carlos Onetti, Adolfo Bioy Casares und Clarice Lispector. Alle Übersetzungen umfassen 50 bis 110 Seiten und werden von der Dirección Desconcentrada de Cultura de Cuzco (DDCC) in 5000-facher Auflage verlegt. Damit wird zum ersten Mal lateinamerikanische Literatur in eine indigene Sprache des Kontinents übersetzt. Ziel der Initiatoren ist es, die Sprache aus der prekären Situation zu befreien, in der sie sich befindet. Quechua-sprachige Schriftsteller aus Bolivien und Peru beklagen, dass Quechua zwar eine sehr lebendige Sprache sei, es für die Sprecher jedoch keine Bücher in ihrer Sprache gebe. Luis Nieto Degregori, Berater der DDCC, bemängelt außerdem, dass es den Andenländern an einer Sprachenpolitik mangele, welche auf die Förderung des Quechua abziele. Die Sprache wird von ca. 8 bis 10 Millionen Sprechern gesprochen und ist größtenteils in Ecuador, Peru und Bolivien, sowie in kleineren Teilen in Kolumbien, Argentinien und Chile vertreten. Die Kurzgeschichten sollen ab November in den Buchhandlungen liegen. Verantwortlich für die Übersetzungen sind die peruanischen Sprachwissenschaftler Sócrates Zuzunaga und Geogrina Maldonado. (Bildquelle: PhJ_)


18. September 2015 | Chile: Nach einem gewaltigen Erdbeben bleiben die Folgen vergleichsweise gering | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Folgen des Tsunamis in San Antonio 2010 - Foto: Atilio LeandroAm vergangenen Mittwoch um kurz vor acht Uhr abends bebte in Chile erneut die Erde. Die sechststärkste Erschütterung in der Geschichte des Landes von 8,4 auf der Richterskala war im gesamten Land, ja sogar noch in Teilen Argentiniens und Brasilien, wahrzunehmen. Das Epizentrum des Bebens befand sich in der vierten Region Coquimbo (gut 200 km nördlich der Hauptstadt Santiago), welche demnach am stärksten unter den Folgen litt. Neben einem Stromausfall in der gesamten vierten Region hatte die gewaltige Wucht des Erdstoßes zahlreiche Beschädigungen an Gebäuden sowie Blockaden von Straßen durch Geröll und Schlamm zur Folge. Einige – besonders ländliche – Gebiete sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten; vielerorts gibt es immer noch kein fließend Wasser. Zeitweise wurden eine Million Menschen an der gesamten chilenischen Küste von Arica bis Punta Arenas aufgrund von Tsunami-Gefahr evakuiert. Nachdem sich das Meer von den Stränden zurückgezogen hatte, kehrte es kurz darauf mit bis zu 4,5 m hohen Wellen zurück. Das Wasser drang in einigen Küstenorten in die Innenstädte vor und manövrierte sogar einige Schiffe vom Hafen an die Ortsränder. So wurden in den Küstenorten Coquimbo, Concón und Tongoy, aber auch in einigen weiteren Häfen größere Schäden angerichtet. In Folge des Bebens sind mindestens zwölf Menschen gestorben. Weiterhin werden fünf Menschen vermisst. Bisher gab es mehr als 200 Nachbeben, zwei davon noch mit einer Stärke von mehr als 7 auf der Richterskala. Mittlerweile haben die Aufräumarbeiten begonnen. So hatten sich die ChilenInnen wohl kaum die heute beginnenden Nationalfeiertage vorgestellt (Bildquelle: Atilio Leandro_).


17. September 2015 | Paraguay: 35. Jahrestag des Attentats auf Somoza | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua, Noticias Paraguay

Paraguay_FlaggeHeute vor 35 Jahren wurde der ehemalige Diktator Nicaraguas, Anastasio Somoza Debayle, in Asunción bei einem Anschlag getötet. Das Attentat wurde von Mitgliedern der argentinischen Revolutionären Volksarmee (Ejército Revolucionario del Pueblo, ERP) ausgeführt. Damit entschloss sich der bewaffnete Arm der Revolutionären Arbeiterpartei Argentiniens (Partido Revolucionario de los Trabajadores, PRT), einem Teil der lateinamerikanischen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen. Somoza war Kopf eines Clans, der die Macht in Nicaragua seit 1934 innehatte. Sein Vermögen wurde auf 1.000 bis 5.000 Millionen Dollar geschätzt. Nach dem langen Kampf des nicaraguanischen Volkes und dem Stopp der Unterstützung der USA für Somoza floh dieser 1979. Obwohl er einer der besten Schülern Washingtons war, fand er kein politisches Asyl in den Vereinigten Staaten, sondern in Paraguay, das damals noch unter der Diktatur Alfredo Stroessners litt. Passend zu seiner dunklen politischen Geschichte wurde Somoza auf der „Straße der Generalísimo Franco“ von den Schüssen getroffen. Seine sterblichen Überreste wurden in den USA beerdigt. Das Attentat am 17. September 1980 leitete Enrique Gorriarán Merlo. Eine Volksbibliothek in Managua trägt heute seinen Namen.


10. September 2015 | Argentinien: Das Recht auf Identität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Das Recht auf Identität - Foto: Quetzal Redaktion, Soledad BiasattiIn der letzten Woche berichtete die argentinische Menschenrechtsorganisation Abuelas de Plaza de Mayo (Großmütter der Plaza de Mayo) in einer Pressemitteilung über das Wiederauffinden des 117. verschwundenen Enkels. Es handelt sich um ein 1978 geborenes Mädchen, dessen Eltern Walter und Gladys, Aktivisten der kommunistischen Partei, Ende 1977 in der Provinz Mendoza verschleppt wurden und seitdem als verschwunden gelten. Gladys war zu diesem Zeitpunkt im sechsten Monat schwanger. Während der letzten argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) war die Kindesentführung mit anschließendem Identitätsraub eine systematische Maßnahme gegen Oppositionelle. Nach der Geburt, die zumeist in Gefängnissen oder Militärkrankenhäusern stattfand, wurden die Säuglinge an neue Familien übergeben, um ihnen eine „westliche, christliche“ Erziehung zu gewährleisten. Die geraubten Kinder waren Kriegsbeute einer Diktatur, deren Maßnahmen traumatische Folgen in der ganzen Gesellschaft hinterlassen haben. Die Geschichte der „Enkelin 117“, die erst jetzt ihre eigene Identität erfahren konnte, ist Teil der Geschichte einer Gesellschaft, die eine Diktatur ertrug und jetzt deren langfristige Folgen lösen muss. Neben der langen Suche durch die biologischen Verwandten wurde die junge Frau auch mit Hilfe der nationalen Genbank und der Arbeit von CONADI gefunden. CONADI (Nationaler Ausschuss für das Recht auf die Identität) widmet sich der Forschung nach weiteren Fällen von Kindern von Verschwundenen. Die Zahl der möglichen Fälle wird von den Abuelas de Plaza de Mayo auf ca.400 geschätzt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


31. August 2015 | Venezuela: Eskalation und Massenflucht im Grenzgebiet zu Kolumbien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Venezuela

Kolumbien: Paramilitär Salvatore Mancuso - Foto: Public Domain Nachdem es in kolumbianischer Grenznähe zu einer Schießerei zwischen venezolanischen Soldaten und Drogenschmugglern gekommen war, bei der drei Soldaten und ein Zivilist verletzt worden waren, ließ der venezolanische Präsident Maduro die 2.200 km lange Grenze auf unbestimmte Zeit schließen. Nicolás Maduro, der rechte Paramilitärs aus Kolumbien für den Zwischenfall verantwortlich macht, rief zudem in sechs Grenzbezirken im westlichen Bundesstaat Táchira den Ausnahmezustand aus und entsandte ca. 3.000 Soldaten in die Region. Ziel der genannten Maßnahmen sei der Kampf gegen den stark verbreiteten Schmuggel. In dem Gebiet hatten sich vor einiger Zeit zahlreiche rechte Paramilitärs und linke Guerilleros sowie die Drogenmafia und Schmuggler ausgebreitet, da die anhaltende Wirtschafts- und Versorgungskrise in Venezuela den Schmuggel zu einem sehr lukrativen Geschäft gemacht hat: die stark subventionierten und damit extrem billigen venezolanischen Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Benzin werden nach Kolumbien geschmuggelt und dort deutlich teurer verkauft. Nach Regierungsangaben führe dies zu der Warenknappheit in Venezuela. Die Situation verschärfte sich noch, als venezolanische Behörden damit begannen, mehr als tausend illegal eingewanderte KolumbianerInnen abrupt auszuweisen, da sie gemäß Staatschef Maduro am Schmuggel beteiligt seien. Daraufhin flohen mehrere Tausend weitere ImmigrantInnen freiweillig, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Aufgrund dieser Vorkommnisse hat sich das ohnehin schon gereizte Verhältnis beider Karibikstaaten noch verschlechtert. Kolumbien kritisierte neben der Abschiebung der kolumbianischen StaatsbürgerInnen auch die Grenzschließung scharf (Bildquelle: Public Domain).


27. August 2015 | Mexiko: Spitzenköche gegen Genmais | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Spitzenköche gegen Genmais - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc74 mexikanische Köche des Colectivo Mexicano de Cocina haben sich am Dienstag, 25.08.2015, in einem Offenen Brief an die mexikanische Regierung gegen eine Anerkennung von genmanipuliertem Mais in Mexiko ausgesprochen. Anlass für das Schreiben ist eine juristische Entscheidung vom Juni dieses Jahres, die eine Überprüfung des 2013 ausgesprochenen Verbots des Anbaus von Genmais fordert. Das Gericht hatte damit auf eine Eingabe von Monsanto reagiert, in der behauptet wurde, das Verbot sei nicht wissenschaftlich untermauert. Die Köche argumentieren, dass der Genmais die Vielfalt einheimischer Maissorten gefährde. Zudem beschränke er die Rechte der Bauern, die seit Jahrhunderten ihre Pflanzen aus eigenen Samen ziehen. Die Entwicklung in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, so z.B. in Argentinien, zeige in alarmierender Weise, welch verheerende Auswirkungen genmanipulierte Produkte auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Darüber hinaus führe der Anbau von Genmais zu einer Konzentration des Bodenbesitzes in den Händen transnationaler Konzerne und gefährde die Ernährungssouveränität des Landes. Enrique Olvera, Chef des hochgelobten Restaurants „Pujol“, betonte auf einer Pressekonferenz, dass der Anbau von Genmais nicht erlaubt werden dürfe, solange es keine Klarheit über mögliche Folgen gebe (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


24. August 2015 | Bolivien: Thüringer Unternehmen plant Förderanlage zum Abbau von Lithium im Salar de Uyuni | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Thüringer Unternehmen plant Förderanlage zum Abbau von Lithium im Salar de Uyuni - Foto: Quetzal-Redaktion, Maxim KarpilowskiDer Startschuss ist gefallen. Nachdem die bolivianische Regierung seit mehr als acht Jahren intensiv untersucht, ob, auf welche Art und Weise und mit welchen Technologien das Lithium im Salar de Uyuni gewonnen werden kann, scheint nun eine vorläufige Entscheidung gefallen. Die Regierung von Evo Morales unterzeichnete einen Vertrag mit dem Thüringer Unternehmen K-Utec, das eine erste Förderanlage planen soll. Das Volumen des Projektes beläuft sich auf 4,5 Millionen Euro. Die Fördersumme soll bei 30.000 Tonnen Lithium-Karbonat pro Jahr liegen. Die Indigenen der Region befürchten ein zweites Potosí, eine Fortsetzung der jahrhundertelangen Ausbeutung, bei der Lithium lediglich das Silber ablöst. Denn der “weiße Schatz” der Zukunft, der maßgeblich für den Ausbau der Elektromobilität in den industrialisierten Staaten benötigt wird, manifestiert die Armut in der Region. Die ansässige Bevölkerung wurde bei den geplanten Lithiumvorhaben des bolivianischen Staates nicht mit einbezogen. Es ist daher unklar, ob das Projekt mit K-Utec wie geplant durchgeführt werden kann oder ob die Indigenen der Region erneut zu Protesten aufrufen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Maxim  Karpilowski).


17. August 2015 | Mexiko: PAN wählt jüngsten Vorsitzenden der Geschichte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: PAN wählt jüngsten Vorsitzenden der GeschichteDie größte mexikanische Oppositionspartei PAN hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der Jurist, Sozial- und Politikwissenschaftler Ricardo Anaya ist mit seinen 36 Jahren der jüngste Parteivorstand in der Geschichte der Partei. Seine Wahl fiel eindeutig aus: 81% der PAN-Mitglieder wählten ihn, wobei die Wählerbeteiligung bei nicht einmal 50% lag. Anaya hatte das Amt bereits als Interimsvorsitzender im Zeitraum von 2014 bis Januar 2015 innegehabt. Er gilt als Nachfolger des jetzigen Präsidenten Madero und wird voraussichtlich dessen Nähe zum PRI nicht abbrechen lassen. In seinem politischen Programm finden sich unter anderem die Forderung nach einer gemäßigteren Bezahlung von Abgeordneten und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber der Korruption. Dazu möchte er seinen eigenen Lohn um 50% senken, und eigene, PAN-interne autonome Institutionen zur Korruptionsbekämpfung aufbauen. Gleichzeitig beschwört er die Einheit der Partei und ganz Mexikos. Den Steuererhöhungen der Regierung Peña Nieto steht er kritisch gegenüber (Bildquelle: Raulhernandezqro_).


10. August 2015 | Panama: Arbeiter für die Erweiterung des Panamakanals kündigen Streik an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Panama

Panama: Arbeiter für die Erweiterung des Panamakanals kündigen Streik an - Foto: Panamakanal (Miraflores Schleusen), Chris SteveSaúl Méndez, Generalsekretär der Nationalen Union der Arbeiter der Bauindustrie und ähnlichen Branchen (SUNTRACS), gab am Sonntag bekannt, dass nach zwei Monaten der Verhandlungen für eine Lohnerhöhung mit dem Baukonsortium GUPC (Grupo Unidos por el Canal) der Vorstand der Gewerkschaft zum Streik aufrufe. Der Streik soll am kommenden Mittwoch 07:00 Ortszeit beginnen und auf unbestimmte Zeit erfolgen. Méndez erklärte, dass 6.000 Arbeiter ihre Arbeit niederlegen werden, um die jährliche Lohnerhöhung von 8%, welche im Juli 2014 in einem Tarifvertrag mit der panamaischen Baukammer ausgehandelt wurde, durchzusetzen. Méndez erklärte weiterhin, dass der Protest erst enden werde, wenn den Forderungen der Lohnerhöhung, welche rückwirkend zum 1. Juli in Kraft treten müsse, nachgegangen wird. Die Arbeiten an der Panama-Kanal Erweiterung müssen innerhalb von sechs Monaten nach den Prognosen von GUPC abgeschlossen sein, um die Öffnung für den Welthandel im April 2016 einzuhalten. Der Streik könnte die Fertigstellung der Expansion erheblich verzögern (Bildquelle: Chris Steve).


06. August 2015 | Bolivien: Fortdauernde Spannungen zwischen Bolivien und Chile | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Präsident Evo Morales - Fernando Lugo APCDie chilenische Regierung stellt die mögliche Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Bolivien in Frage, nachdem am vergangenen Dienstag der bolivianische Präsident Evo Morales drohte, den chilenischen Konsul in La Paz zur Persona non grata zu erklären. In einem Interview mit der Tageszeitung El Deber beschuldigte Morales den Konsul Milenko Skoknic, Absprachen mit Oppositionsparteien über eine “Destabilisierung” der Regierung in La Paz getroffen zu haben. Gemäß dem chilenischen Außenminister Heraldo Munoz zeige die bolivianische Regierung mit dieser Drohung nicht den “politischen Willen”, die diplomatischen Beziehungen wieder herzustellen. Darüber hinaus betonte Munoz, dass alles eine Grenze habe und bat den Internationalen Gerichtshof sowie Papst Franciscus die Worte von Evo Morales zu beachten. Papst Franziskus hatte die beiden Regierungen zuvor dazu aufgefordert, in einen Dialog zu treten, um die Streitigkeiten in Bezug auf die Pazifik-Küste, die Bolivien im 19. Jahrhundert infolge eines Krieges an Chile verloren hatte, beizulegen (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


30. Juli 2015 | Peru: Militär und Polizei befreien Geiseln des „Leuchtenden Pfads“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Militär und Polizei befreien Geiseln des „Leuchtenden Pfads“ - Bild: TzzzpfffIn einem schwer zugänglichen Urwaldgebiet zwischen den Regionen Huancayo, Ayacucho, Apurímac und Cusco befreiten das peruanische Militär und Einsatzkräfte der Polizei mit der Hilfe eines ehemaligen Gefangenen am vergangenen Donnerstag 39 Menschen, die sich in einem sogenannten „Produktionscamp“ der linksextremistischen, maoistischen Rebellengruppe „Sendero Luminoso“ befunden hatten. Unter den Geiseln waren 26 Kinder bis 14 Jahre sowie Erwachsene, die bereits vor 25 gefangen genommen worden waren. Die entführten Frauen wurden jahrelang vergewaltigt, um Nachwuchs für die Rebellenarmee zu zeugen. Die Kinder wurden nach ihrer Geburt militärisch sowie ideologisch ausgebildet, bis sie bereits mit 13 oder 14 Jahren für den „Leuchtenden Pfad“ kämpfen mussten. Neben der üblichen Feldarbeit und der Tierzucht wurden die älteren Gefangenen zum Koka-Anbau gezwungen – die Rebellen finanzieren sich vor allem durch den Kokainhandel. Der „Leuchtende Pfad“ kämpfte zwischen 1980 und 2000 gegen peruanische Sicherheitskräfte und verübte Terroranschläge mit dem Ziel, ein revolutionäres, kommunistisches Regime in Peru zu errichten. In Folge der bürgerkriegsähnlichen Kämpfe verloren knapp 70.000 Menschen, vor allem indigene Bauern, ihr Leben. Nach der Inhaftierung ihres Gründers und Anführers Abimael Guzmán 1992 zerfiel die Rebellengruppe. Heute gibt es nur noch wenige, kleine Gruppen in abgelegenen Dschungelgebieten im Süden des Landes (Bildquelle: Tzzzpfff_).


14. Juli 2015 | Mexiko: Künstler Francisco Toledo geehrt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Künstler Francisco Toledo geehrt - Foto: Arturo EspinosaDer mexikanisch-zapotekische Künstler Francisco Toledo wird derzeit in Mexiko in mehreren Veranstaltungen geehrt. Anlass ist sein 75. Geburtstag, den er am Freitag, 17.7., begeht. Das Nationale Institut der Schönen Künste zeichnete ihn für sein Lebenswerk, sein soziales Engagement und seinen großzügigen Beitrag zum kulturellen Erbe Mexikos aus. Toledo ist nicht nur als Bildhauer, Grafiker und Zeichner aktiv und international bekannt, sondern fördert auch die Kultur, den Naturschutz und die Literatur in seinem Heimatstaat Oaxaca. Teil dieser Aktivität ist sein Verlag „Camalus“, in dem Publikationen in den indigenen Sprachen des Bundesstaates erscheinen. Diese Tätigkeit als Verleger wird auch Thema sein beim „Runden Tisch“ im Museum der Bildenden Künste am kommenden Mittwoch in Mexiko-Stadt (Bildquelle: Arturo Espinosa_).


09. Juli 2015 | Südamerika: Papst Franziskus on Tour | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Ecuador, Noticias Paraguay

Südamerika: Papst Franziskus on Tour - Bild: Quetzal-Redaktion, gcPapst Franziskus begann am letzten Sonntag eine einwöchige Besuchsreise durch drei lateinamerikanische Länder. Am Sonntag landete er in Ecuador, Mitte dieser Woche wird er nach Bolivien fliegen und danach seine Reise mit einem Besuch in Paraguay beenden. Die Reise ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil Jorge Bergoglio das erste Mal spanischsprachige Länder besucht, seit er 2013 Papst wurde, sondern auch, weil die drei Zielländer derzeit eine angespannte politische Lage durchleben. Ebenso wie in Ecuador wird sich Franziskus auch in Bolivien und Paraguay mit den Präsidenten treffen sowie an sozialen Veranstaltungen teilnehmen. So wird er z.B. Gast beim Zweiten Welttreffen der Bevölkerungsbewegungen (Segundo Encuentro Mundial de Movimientos Populares) sein und dort auf Einladung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales einen Vortrag halten. In Ecuador führte der Besuch bereits im Vorfeld zu Spekulationen, einerseits über den Inhalt der Rede des Papstes, andererseits über eine mögliche Instrumentalisierung des charismatischen Kirchenführers durch die Regierung von Rafael Correa. In Paraguay fanden Demonstrationen statt, die die Regierung aufforderten, dem Papst die wirkliche Lage der Bevölkerung zu zeigen und nicht eine bloße Inszenierung. Obwohl der Heilige Vater sich in die politischen Angelegenheiten der besuchten Länder nicht einmischen soll, haben die zwei letzten päpstlichen Enzykliken einen zutiefst sozialpolitischen Inhalt. Während es in Evangelii gaudium (2013) um die Krise des gemeinschaftlichen Engagements und die Vergötterung des Geldes geht, spricht Laudatio si (2015) über die Umwelt und den Klimaschutz. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


06. Juli 2015 | Guatemala: Tochter von Ex-Diktator darf sich nicht um Präsidentschaft des Landes bewerben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Rios Montt in der Gerichtsverhandlung des Genozids - Foto: MiMundo.org, James RodríguezDer Oberste Wahlgerichtshof hat die Aufstellung von Zury Ríos, Tochter von Guatemalas Ex-Diktator Efraín Ríos Montt, als Kandidatin der Partei Visión con Valores für die Präsidentschaftswahl am 06. September dieses Jahres verboten. Das Gericht erachtet die Kandidatur für verfassungswidrig und beruft sich auf Artikel 186 der Verfassung des Landes, der definiert, welche Personen sich nicht um das Amt des Präsidenten oder Vizepräsidenten bewerben dürfen. So ist es u.a. Verwandten von Putschisten verboten, sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Zury Ríos will die Entscheidung anfechten und beruft sich auf Expertenmeinungen sowie eine Entscheidung des Verfassungsgerichtes von 1989, die ihre Bewerbung juristisch unterstützen sollen. Kritische Stimmen zur Entscheidung des Gerichts argumentieren, dass sie unrechtmäßig sei, da Zury Ríos selbst nicht am Putsch beteiligt gewesen war und die strafrechtliche Verantwortung einer Tat nicht an Verwandte übertragen werden darf. Efraín Ríos Montt war im März 1982 durch einen Putsch an die Macht gekommen, aber schon im August 1983 abgesetzt worden. Sein Regime war für seine Brutalität und Menschenrechtsverletzungen berüchtigt. Für den Genozid an 1.771 Indigenen der Ixiles steht Ríos Montt in den nächsten Wochen erneut vor Gericht, nachdem ein früheres Urteil aufgrund von Prozessfehlern annulliert worden war (Bildrechte: MiMundo.org, James Rodríguez).


02. Juli 2015 | Uruguay: Staatsunternehmen ANCAP will Defizit abbauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Staatsunternehmen ANCAP will Defizit abbauen - Foto: Jimmy BaikoviciusDie uruguayische Ministerin für Industrie, Energie und Bergbau, Carolina Cosse, hat versichert, dass das staatliche Unternehmen ANCAP (Administración Nacional de Combustibles, Alcoholes y Portland) im Jahr 2015 sein Defizit entscheidend reduzieren werde. Bei einer Anhörung im Parlament betonte sie gestern, für ANCAP bestehe das Ziel, im laufenden Jahr den Fehlbetrag auf 50 Millionen Dollar zu reduzieren. Das bedeutet, dass das Unternehmen das Defizit um 273 Millionen Dollar abbauen will, denn das Jahr 2014 hatte ANCAP mit einem Minus von 323 US-Dollar abgeschlossen. Als einen wesentlichen Grund für die negative Bilanz nannte Cosse die Veränderungen im Wechselkurs des Dollars, die nicht ausgeglichen werden konnten. Die Ministerin führte aus, dass die Maßnahmen zum Umbau von ANCAP bereits greifen, auch wenn es nicht gelingen werde, dieses Jahr mit einer positiven Bilanz abzuschließen. Zu den in Angriff genommenen Maßnahmen gehöre auch die Erarbeitung eines Handbuchs mit Handlungsanweisungen für Energieunternehmen, welches u.a. einen besseren Umgang mit den Lagerbeständen behandelt. Inzwischen prüft die uruguayische Regierung auch die Erhöhung der Brennstoffpreise (Bildquelle: Jimmy Baikovicius_).


25. Juni 2015 | Chile: Die Hauptstadtregion ruft vorübergehend den Umwelt-Notstand aus | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Smog erreicht die Vororte von Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, csNachdem die Smogwolke über Santiago de Chile immer größer geworden ist, rufen die Behörden seit vergangenem Donnerstag verschiedene Umwelt-Warnstufen aus: nach mehreren Tagen des Alarms und des Vornotstands gipfelte die Smogbelastung am vergangenen Montag im ersten Umweltnotstand seit sechzehn Jahren. Seit gestern geben die Behörden eine vorsichtige Entwarnung und rufen wieder die niedrigste Warnstufe (Alarm) aus. Je nach Warnstufe werden verschiedene Maßnahmen durchgesetzt: Neben Fahrverboten für Autos, Verboten der Nutzung der weitverbreiteten Heizöfen und landwirtschaftlicher Feuer, dem kompletten Abschalten umweltbelastender Betriebe, empfehlen die Behörden das Aussetzen vom Sportunterricht an den Schulen und das Vermeiden von sportlichen Aktivitäten im Freien. Zudem bietet das Umweltministerium eine Smog-App an, welche die BürgerInnen über die aktuelle Warnstufe, die Maßnahmen und die Luftqualität informiert. Langfristig können diese akuten Maßnahmen jedoch kaum das hauptsächlich im Winter auftretende Smog-Problem lösen. In der Hauptstadtregion leiden viele Menschen aufgrund der schlechten Luftqualität an Herz-Lungen-Erkrankungen, Asthma, Bronchitis sowie an Halsschmerzen und Hauterkrankungen. Aktuell wird die Luftverschmutzung durch den anhaltenden Regenmangel, die unzureichende Luftzirkulation im Santiago-Becken und die relativ milden Temperaturen verstärkt. Der Smog vermag jedoch kaum die euphorische Stimmung der ChilenInnen zu trüben; denn die SüdamerikanerInnen tragen dieses Jahr nicht nur die Fußball-Südamerikameisterschaft der Männer aus, sondern haben sich gestern auch in einem intensiven Spiel gegen eine starke uruguayische Mannschaft als erstes Team für das Halbfinale qualifiziert – und träumen nun vom ersten Copa-Amércia-Sieg (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


22. Juni 2015 | Kolumbien: Der kolumbianische Kongress stimmt für das Freihandelsabkommen mit Costa Rica | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Der kolumbianische Kongress stimmt für das Freihandelsabkommen mit Costa Rica, Foto: Leandro Neumann CiuffoAm 16. Juni 2015 wurde das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Kolumbien und Costa Rica, das bereits im Frühjahr 2013 unterzeichnet wurde, vom Plenum des Repräsentantenhauses in Bogotá mit 85 Ja- und 11 Gegenstimmen genehmigt. Wirtschaftsministerin Cecilia Alvarez-Correa äußerte ihre Zufriedenheit über die Annahme dieser Initiative und verweist auf die Wichtigkeit des Abkommens, da die Exporte in Zukunft diversifiziert werden sollen, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von mineralischen Energieprodukten zu reduzieren, da Rohstoffe aus dem Energie- und Bergbausektor derzeit etwa 70 % der Gesamtexporte Kolumbiens ausmachen. Insgesamt sind gegenwärtig über 90 % der Exporte von Kolumbien nach Costa Rica Industriegüter wie Chemikalien, Bekleidung und Textilien, Autos/Autoteile, Seifen, Medikamente, Kosmetika, Spielzeuge aber auch agro-industrielle Güter. Laut Alvarez-Correa werden zunächst 74% der Industriegüter zollfrei gestellt, während der Rest in den kommenden 5 bis 15 Jahren folgen soll. Dadurch erhält Kolumbien einen einfachen Zugang zu dem importorientierten Markt Costa Ricas. Mit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens rückt Costa Rica auch seinem Ziel näher, Mitgliedsland der Pazifischen Allianz zu werden. Das Abkommen enthält auch ein Kapitel zum Investitionsschutz. Hierzu gehört unter anderem die Gleichbehandlung ausländischer Investoren sowie zeitnahe verbindliche Streitbeilegungsverfahren durch Schiedsgerichte. Beide Länder erhoffen sich dadurch, gegenseitig von höheren Investitionen zu profitieren. Aktuell betragen die Direktinvestitionen von Kolumbien in Costa Rica 448 Millionen Dollar, die sich in den letzten 11 Jahren intensiviert haben (Bildquelle: Leandro Neumann Ciuffo_).


18. Juni 2015 | Brasilien: Das brasilianische Portugiesisch entfernt sich immer weiter vom europäischen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Das brasilianische Portugiesisch entfernt sich immer weiter vom europäischen - Foto: Jonatan ArgentoDer Sprachwissenschaftler Marco Bagno (Universidad de Brasília) stellte in einem Interview mit dem online-Magazin “Jornal Opção” (Ausgabe 2084) klar, dass aus seiner Sicht die Variation des Portugiesischen, die in seinem Land gesprochen wird, als neue, eigene Sprache behandelt werden kann. Die Gräben zwischen dem, was die Portugiesen sprächen und dem, was in Brasilien Alltagssprache sei, seien inzwischen unüberwindbar. Unterscheidende Faktoren seien dabei nicht allein der mit afrikanischen und indigenen Wörtern ausgestattete Wortschatz des brasilianischen oder die ungleich komplexere Aussprache des europäischen Portugiesisch. Besonders in der Morphosyntax, also hinsichtlich der Frage, an welcher Stelle des Satzes welche Worte stehen und wie diese geformt sind, tun sich den Forschern bei genauerer Untersuchung tiefgreifende Differenzen auf. Im brasilianischen Portugiesisch fällt zum Beispiel in gewissen Kontexten die Numerus-Übereinstimmung zwischen Verb und Subjekt weg, ein Phämomen, welches in keiner anderen vom Latein abstammenden Sprache zu beobachten ist. Das sei nicht nur eine Laune der Sprecher – diese Konstruktion hat es inzwischen in die Schriftsprache gebracht, i.e., sie ist weitgehend als “Standard”-Sprache anerkannt. Bagno sieht die brasilianischen Linguisten in der Pflicht, politische Stellung zu beziehen und über die Landesgrenzen hinaus aktive Sprachenpolitik zu betreiben, denn nur so könne Brasilien langfristig seine Interessen sichern, indem es z.B. lateinamerikanischen, spanischsprachigen Studenten die brasilianische Variante des Portugiesischen beibringt (Bildquelle: Jonatan Argento_)


16. Juni 2015 | Kolumbien: Zwischen Verhandlungen und erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerrillagruppe FARC, die seit 2012 regelmäßig stattfinden, sind in den letzten Monaten ins Stocken gekommen. Seit einigen Wochen steigt auch die Zahl der Anschläge der FARC auf Mitglieder der Sicherheitskräfte. Vergangene Woche wurden drei Menschen, ein Angehöriger des Militärs, ein Polizist und ein Zivilist, bei einer Guerrillaattacke durch einen Sprengkörper verletzt und dann mit Schüssen getötet. Solche gewaltsamen Angriffe haben zugenommen, nachdem Ende Mai 26 Guerrillakämpfer bei einem Luftangriff des kolumbianischen Militärs getötet wurden und die Organisation den unilateralen Waffenstillstand als Konsequenz aufhob. Unter diesen Umständen startet am heutigen 17. Juni die 38. Verhandlungsrunde in den Friedensverhandlungen. Die FARC haben angekündigt, an einer Vereinbarung mit der Regierung arbeiten zu wollen, die es Jugendlichen unter 15 Jahren ermöglicht, die FARC zu verlassen (Bildquelle: Public Domain).


11. Juni 2015 | Argentinien: Operación Cóndor vor Gericht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Chile: Ehemaliger chilenischer Geheimdienst DINA - Foto: Public DomainNach gut zwei Jahren Verhandlungen erreicht der Prozess gegen die Operation Cóndor seine finale Phase in Buenos Aires. Unter diesem Name Operación Cóndor hatten Geheimdienste von Chile, Brasilien, Paraguay, Argentinien, Bolivien und Uruguay seit 1975 ihre Arbeit koordiniert. Zeitweise schlossen sich ebenfalls Peru, Ecuador, Venezuela und Kolumbien den Aktionen des Geheimdienstbündnisses an. Der Traum Simón Bolivars von der Einheit Lateinamerikas verwandelte sich in einen Albtraum. Ziel des Plans waren die Vernichtung politischer Gegner im Ausland sowie der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Mit Hilfe der zahlreichen Unterlagen und Zeugenaussagen, die dem Gericht vorliegen, konnte nicht nur die Entstehung dieses repressiven Plans rekonstruiert, sondern auch die Rolle der Vereinigten Staaten nachgewiesen werden. Obwohl der Plan Cóndor eine südamerikanische Operation war, spielte Washington dabei eine zentrale Rolle: einerseits durch die Verbreitung der Strategie für Nationale Sicherheit in der panamaischen School of Americas während des Kalten Krieges und andererseits mit der Unterstützung der südamerikanischen Diktaturen, um das Erreichen der Ziele der Operación Cóndor sicherzustellen (Bildquelle: Public Domain).


08. Juni 2015 | Mexiko: Trotz Verlusten gewinnt PRI die Wahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Trotz Verlusten gewinnt PRI die Wahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie Kommunal-, Regional- und Parlamentswahlen, die gestern in Mexiko stattfanden, waren in ihrem Vorfeld abermals von einer beispiellosen Gewaltwelle begleitet; im Land wurden etwa 70 Angriffe auf und 19 Morde an Kandidaten gezählt. Im Süden des Landes, insbesondere in Oaxaca, Chiapas und Guerrero, sollten tausende Polizisten die Wahlen absichern. Bürgerrechtsorganisationen klagen an, dass das militärische Aufgebot in den von sozialen Protesten gekennzeichneten Regionen nicht zu einem demokratischen Klima beiträgt. Verschiedene Organisationen und Aktivisten hatten deshalb zu einem Boykott der Wahlen aufgerufen. Nach Auszählung von 60 Prozent der Stimmen zeichnet sich ab, dass der Partido Revolucionario Institucional (PRI) trotz Verlusten die Wahlen gewonnen hat und mit seinen Bündnispartnern weiter regieren kann. Allerdings zeigen sich Verschiebungen in der politischen Landschaft Mexikos. In der Hauptstadt hat der seit langem dominierende Partido de la Revolución Democrática (PRD) starke Verluste hinnehmen müssen. In fünf der 16 Colonias wird künftig der Movimiento Regeneración Nacional (Morena) regieren, eine Abspaltung vom PRD, die erst im letzten Jahr von Andrés Manuel López Obrador gegründet wurde. Morena gewann im Land immerhin 10 Prozent der Stimmen. Im nördlichen Bundesstaat Nueva León entschied mit dem ehemaligen PRI-Aktivisten Jaime Rodríguez Calderón (“El Bronco”) erstmals in der mexikanischen Geschichte ein parteiunabhängiger Kandidat die Gouverneurswahlen für sich (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


21. Mai 2015 | Kuba, USA: Dritte Verhandlungsrunde für Normalisierung der Beziehungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Cuba: Barack Obama trifft Raúl Castro - Foto: The White HouseHeute treffen sich Vertreter Kubas und der USA zum dritten Mal zu bilateralen Gesprächen. Es wird erwartet, dass in dieser Runde die letzten Hindernisse für die Eröffnung von Botschaften ausgeräumt werden. Während die US-Seite u.a. eine Garantie für den freien Zugang von kubanischen Dissidenten zu ihrer Vertretung anstrebt, verlangen die Kubaner die Einhaltung des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen, das Diplomaten verpflichtet, die Gesetze des Empfängerstaates zu respektieren und sich nicht in seine inneren Angelegenheiten einzumischen. In den USA wächst derweil die Lobbyarbeit für eine schnelle Umsetzung der Lockerungen gegenüber Kuba. Die Wirtschaft steht in den Startlöchern und hofft auf Unterstützung für ihr Engagement in dem Karibikstaat. Das in diesem Monat gegründete Komitee „New Cuba PAC“ soll Gelder akquirieren, um Kongresskandidaten zu unterstützen, die die Öffnung gegenüber Kuba vorantreiben. Die Organisation „Engage Cuba“, ein Zusammenschluss von Unternehmen, Handelsorganisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft, soll in Kürze formal gegründet werden. Erklärtes Ziel ist es, schnell Bedingungen zu schaffen, damit die US-Unternehmen nicht weiter am Rande stehen müssen, während andere Länder schon lange Wirtschaftsbeziehungen zu Kuba pflegen (Bildquelle: The White House).


19. Mai 2015 | Mexiko: Im Fokus auf der spanischsprachigen Buchmesse in Los Angeles | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Landkarte USA und Mexiko - Karte: University of Texas at AustinVom 15. bis zum 17. Mai 2015 fand in Los Angeles die große „Latino“-Buchmesse LéaLA statt. Organisatoren waren die Macher der Feria Internacional del Libro de Guadalajara. Bereits zum 4. Male fand die Verkaufsmesse statt, und es waren neben ca. 85.000 Besuchern auch 300 Verlage im Los Angeles Congress Center vertreten. Los Angeles ist der County mit der höchsten Einwohnerzahl der USA und gleichzeitig auch derjenige mit dem größten Anteil an Bevölkerung mit lateinamerikanischer Abstammung: 48% der Bewohner Los Angeles’ stammen aus Ländern südlich des Rio Grande. „Gaststadt“ bei der diesjährigen Messe war Mexiko-Stadt. Die Messe stellt nämlich nicht nur eine Plattform zur Kulturvermittlung dar, sondern soll die latino-stämmige Bevölkerung in den USA, in diesem Fall explizit auch die mexikanische, zu den Vorkomnissen in ihrem Herkunftsland informieren. An zahlreichen runden Tischen informierten und diskutierten Journalisten und Autoren über die Themen, die derzeit in Mexiko wohl oder übel an der Tagesordnung stehen: die Verstrickung der Regierung in den Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen, die Verfassungskrise. Obwohl Rücküberweisungen an die Angehörigen im Land den zweitwichtigsten Wirtschaftsfaktor Mexikos darstellen, hat die mexikanische Bevölkerung in den USA oft wenig Zugang zu zuverlässigen Informationen über das, was im Land tatsächlich vor sich geht. Der Journalist Javier Valdez betont, dass es eine derartige Diskussions-Plattform wie in Los Angeles in Mexiko beinahe nicht gebe. Viele Mexikaner in den USA seien jedoch begierig auf Neuigkeiten aus ihrem Land, welche sie zum Beispiel in den Publikationen von Valdez und einige seiner Kollegen zum Thema Drogenhandel und die Beziehungen zum mexikanischen Staat auffinden. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


16. Mai 2015 | Südamerika: Mehr Integration durch Re-Industrialisierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Union Südamerikanischer Staaten: UNASURErnesto Samper, Generalsekretär der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) und von 1994 bis 1998 Präsident Kolumbiens, hat sich bei seinem viertägigen Besuch in Brasilien für die Re-Industrialisierung der Region ausgesprochen. Auf einem Seminar zur „Integration der Wertschöpfungsketten in Südamerika“ in Sao Paulo, an dem auch der brasilianische Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva teilnahm, verwies er auf die Notwendigkeit, die Infrastruktur auszubauen. In diesem Zusammenhang hob er sieben Projekte hervor, darunter den Korridor Caracas – Bogotá – Buenaventura / Quito, die interozeanische Eisenbahnverbindung Paranaguá – Antofagasta sowie die Verbesserung des Schiffsverkehrs der Flüsse des Rio-de-la-Plata-Beckens. Neben der engeren Integration der 12 UNASUR-Staaten komme es auch darauf an, die Zusammenarbeit mit China, Indien und Russland zu verbessern. Vor allem die 2014 geschaffene Entwicklungsbank der BRICS böte gute Möglichkeiten, die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. In einem Interview setzte sich Samper für die Schaffung einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft für alle Südamerikaner ein. Auf die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern angesprochen, erwiderte er, dass es darauf ankomme, die Entideologisierung der gegenseitigen Beziehungen mit einer Repolitisierung der UNASUR zu verbinden. Jede Nation könne auf der Basis der eigenen Vorstellungen ihren Beitrag zur Integration leisten. Nach dem neoliberalen Alptraum der 1990er Jahre sei es außerdem an der Zeit, die soziale Inklusion aller Bürger zu einem festen Bestandteil der Relegitimation des demokratischen Systems zu machen.


12. Mai 2015 | Peru: Der Konflikt um das Bergbauprojekt Tía María hält weiter an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: NationalflaggeDas Tia Maria Bergwerk in der Nähe von Arequipa stellt eine der größten Kupferreserven in Peru dar. Die internationale Bergbaufirma Southern Copper Corporation spricht von einer durchschnittlichen Produktion von ca. 120.000 Tonnen Kupfer jährlich bei einer voraussichtlichen Lebensdauer der Mine von zwanzig Jahren. Die Investition beträgt rund 1.400 Millionen US-Dollar. Trotz der Erklärung der Minengesellschaft, dass nur Technologien verwendet werden, die den höchsten internationalen Umweltstandards entsprechen, befürchten vor allem die Anwohner des Tambo-Tals in der Provinz von Islay, dass die Inbetriebnahme des Bergwerks der Umwelt erheblich schaden wird. Die jüngsten Proteste gegen das Bergbauprojekt Tía María begannen im März und forderten, laut dem Büro des Bürgerbeauftragten, bislang 186 Verletzte, darunter 111 Polizisten, sowie drei Tote, zwei von ihnen in der vergangenen Woche. Die Regierung versuchte nun in einem Gespräch eine Lösung des Konflikts zwischen Behörden, Landwirten und Vertretern der Bergbaufirma zu erreichen, aber ohne Erfolg. Um eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern, ermächtigte der peruanische Präsident Ollanta Humala am Samstag das Militär, die Kontrolle über ein Gebiet im Süden von Peru zu übernehmen. Die Regierung ermächtigt damit ihr Militär bis zum 7. Juni zum direkten Eingreifen und zur Gewaltprävention, um die Zusammenstöße zwischen Polizei und den Landwirten zu verhindern, die gegen das Bergbauprojekt demonstrieren. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nicht sagen, ob die Lage damit deeskaliert werden kann.


07. Mai 2015 | Bolivien, Chile: Beide Länder verhandeln vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Chile

Chile/Bolivien/Peru: Karte des von Peru und Bolivien verlorenen Territoriums  während des Salpeterkriegs - Foto: KeysangerWährend Ernesto Samper, der Sekretär der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), über die Notwendigkeit der Vereinigung der Länder der Region spricht, bringen Bolivien und Chile ihre Territorialkonflikte jetzt vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Im Jahre 1884 ging der fünfjährige „Salpeterkrieg“ zwischen Chile einerseits sowie Bolivien und Peru andererseits zu Ende. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags von 1904 zwischen Chile und Bolivien verlor letzteres Land 120.000 Quadratkilometer Territorium und damit 400 Kilometer Küste. Nach mehr als einem Jahrhundert reklamiert Bolivien beim Internationalen Gerichtshof eine Revision der territorialen Verluste mit der Hoffnung, den Zugang zum Pazifik wiederzuerlangen. Bolivien argumentiert, Chile habe gegen die Klauseln des von ihm selbst vorgeschlagenen Vertrags verstoßen. Die chilenische Delegation legt heute ihren Standpunkt in dieser Frage vor Gericht dar; danach wird noch in dieser Woche eine zweite Diskussionsrunde stattfinden. In den nächsten Monaten wird der Gerichtshof endgültig entscheiden, ob er für diesen Fall zuständig ist (Bildquelle: Keysanger_).


05. Mai 2015 | Peru: Nahe dran am Minimum des Mindestlohns | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Gewerkschaft CGTP, Generalsekretär Mario Huamán - Foto: Coordinadora Nacional de RadioWährend bei den Mai-Demonstrationen in Deutschland von den Gewerkschaften erneut auf die Notwendigkeit eingegangen wurde, den eingeführten Mindestlohn zu verteidigen und bald möglichst zu erhöhen, steht in Peru eine Anpassung des Mindestlohns auf ein menschenwürdiges Niveau noch in ferner Zukunft. Zwar diskutiert der Nationale Rat der Arbeit (Consejo Nacional de Trabajo) am 07.05.2015 über eine Erhöhung des Satzes. Die Anschauungen über die Höhe der Anpassung liegen dabei allerdings weit auseinander. Während die Arbeitsgeber ein Plus von 75 Nuevos Soles vorsehen, fordern die Gewerkschaften eine Verdopplung des aktuellen Satzes auf dann 1500 Nuevos Soles. Gemäß OECD ist Peru das Land mit dem zweitniedrigsten Mindestlohn weltweit, und das, obwohl der Satz seit seiner Einführung im Jahr 2000 von 345 Nuevos Soles auf 750 Nuevos Soles erhöht wurde. Bei dem derzeitigen Wechselkurs zum Euro entspricht dies 214 Euro pro Monat oder gerade einmal 1,35 Euro pro Stunde bei einer 40 Stundenwoche. Dieser Wert wird noch niedriger, wenn man bedenkt, dass die 40 Stundenwoche oft die Ausnahme darstellt und viele Arbeitnehmer meist 45 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten müssen (Bildrechte: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


27. April 2015 | Brasilien: Awá-Indigene nicht mehr sicher | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Abholzung des Amazonas-Regenwaldes - Foto: Agencia Brasil, Antonio CruzDie Führerin einer Gruppe von Awá-Indigenen im Nordosten des brasilianischen Amazonasgebietes ist schwer an Grippe erkrankt. Die Gruppe der Awá lebt zum Teil sesshaft, zum Teil noch zurückgezogen im Wald, wobei die sesshaften Mitglieder bereits Kontakt zur brasilianischen Mehrheitsgesellschaft haben, während die zurückgezogen lebende Gruppe bisher den Kontakt gemieden hat. Die an Grippe und Atemwegsbeschwerden erkrankte Jakarewyj ist Führerin der unkontaktierten Gruppe, welche etwa 100 Mitglieder hat. Im Januar diesen Jahres stellte sie zusammen mit einer weiteren Frau und einem Mann den Kontakt mit ihren sesshaften Verwandten her – aus Gründen, die bisher unbekannt sind. Gegenüber dem Indiginen Missionsrat Brasiliens (CIMI) erläuterte ein Mitglied der kontaktierten Awá, dass die Gruppe um Jakarewyj in eine Situation geraten war, in welcher sie sich von Holzfällern umzingelt sahen. Diese dringen schon seit Jahren in das eigentlich staatlich geschützte Gebiet ein. Im Januar 2014 hatte die brasilianische Regierung nach internationalem Druck die Siedler, Holzfäller und Viehzüchter zwar aus dem Gebiet ausgewiesen. Die Erschließung des Gebietes und damit die Bedrohung von unkontaktierten Gruppen wird jedoch nicht enden, wenn die Behörden nicht nachdrücklicher das Recht der Awá-Gruppen auf ihr Territorium verteidigen (Bildrechte: Agencia Brasil, Antonio Cruz).


24. April 2015 | Chile: Überraschender und spektakulärer Ausbruch des Calbuco | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ausbruch des Calbuco im April 2015 - Foto: AeveraalNach mehr als 42 Jahren Inaktivität und ohne vorherige Anzeichen ist am Mittwoch der Vulkan Calbuco in der Nähe der Stadt Puerto Montt im Süden Chiles zweifach ausgebrochen. Die Eruptionen hatten eine rund 20 Kilometer hohe Asche- und Lavawolke zur Folge. Da sich auch Gase in dem Gemisch befanden, konnten BeobachterInnen spektakuläre Explosionen bestaunen. Die von dem Ereignis am stärksten betroffene Ortschaft Ensenada ist unter einer bis zu 35 cm hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Die Aschewolke war noch aus 100 km Entfernung zu sehen und hat bereits ihren Weg über die Anden nach Argentinien gefunden. Gestern bildete sich zudem ein neuer Krater in der Nähe der Ausbruchstelle. Die Behörden evakuierten rund 4.500 Menschen in einem Umkreis von 20 Km, während Präsidentin Bachelet in der Region den Ausnahmezustand ausrief. Da ein Großteil der Bevölkerung vor Ort von der Landwirtschaft lebt, verloren zahlreiche Betroffene ihre Ernten und teils ihr Vieh. Die Polizei ist neben der Evakuierung damit beschäftigt, Menschen aus unzugänglichen Regionen zu bergen. Der Flughafen von Puerto Montt wurde komplett geschlossen. Weiterhin treten Gase aus, und es bleibt abzuwarten, ob es nicht noch zu einer weiteren – und stärkeren Eruption kommt. In Chile gibt es 90 aktive Vulkane, von denen der Calbuco zu den drei gefährlichsten zählt (Bildquelle: Aeveraal_).


23. April 2015 | Argentinien: Indigene Frauen für die Rechte des guten Lebens | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Comunidad Mapuche - Foto: Quetzal-Redaktion,gcDer Dienstag war ein historischer Tag für die argentinische Bevölkerung. Vertreterinnen der 36 indigenen Völker kamen aus dem ganzen Land nach Buenos Aires, um dem Nationalkongress einen Gesetzentwurf vorzulegen. Es war das erste Mal seit der Gründung des Staats, dass die Stimme der Indigenen im Kongress gehört wurde. Der Gesetzestext mit dem Namen „Gesetz für das gute Leben“ vereint die Beschlüsse der zahlreichen Versammlungen, die seit langer Zeit mit Blick auf diesen Tag in Argentinien stattfanden. Obwohl die Gleichberechtigung der Indigenen sogar in der argentinischen Hymne besungen wird, bekämpfte der Staat die indigene Bevölkerung zunächst mit Waffen und danach durch Diskriminierung, Ausgrenzung, Verarmung und Verseuchung. Zurzeit stammt der größte Teil der Schwarzarbeiter und Gefängnisinsassen aus der indigenen Bevölkerung. Das Ziel der Mobilisierung, die im Nationalkongress endete, war, so die Sprecherinnen, nicht bloß zu protestieren, sondern auch Vorschläge zu machen, um einen multikulturellen Staat zu schaffen. Denn im vorgelegten Gesetzestext geht es um Multikulturalität im Gesundheits- und Schulwesen, den Wohnungsbau, den Verkehr und die Strafvollzugspolitik u.v.a. Wie bereits bei den Müttern der Plaza de Mayo sind es auch hier wieder die Frauen, die gegen die Ungerechtigkeit aktiv werden. Indigene Frauen sind dreifach benachteiligt: Sie sind weiblich, arm und indigen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


20. April 2015 | Mexiko: Universität von Puebla erstellt “Globalen Straflosigkeitsindex“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoUnter der Federführung des Direktors der Universidad de las Américas Puebla, Luis Ernesto Derbez Bautista, und dem Präsidenten des Bürgerrates für Sicherheit und Gerechtigkeit in Puebla, Andrea Ambrogi Domínguez, wurde der „globale Index zur Straflosigkeit“ (spanisch: Índice Global de Impunidad, IGI) erstellt. Er misst in vergleichbarer Weise die öffentliche Sicherheit und das Rechtssystem eines Landes und bis zu welchem Maße Menschenrechte respektiert werden. Dabei wird von offiziellen Zahlen der jeweiligen Regierungen ausgegangen und keine Daten miteinbezogen, welche auf Wahrnehmung basieren. Untersucht wird der Weg vom Delikt zur Bestrafung, also von der offiziellen Registrierung der Straftat hin zur gerichtlichen Verurteilung. Dabei werden die physischen und Human-Ressourcen der Sicherheits- und Rechtssysteme untersucht, denn ein Mangel in diesem Bereich hat eine Erhöhung der Straflosigkeitsquote zur Folge. 14 potentielle Indikatoren enthält der Index für seine Berechnung, darunter: Wie viele Polizisten und Richter gibt es pro 100.000 Einwohner? Welches Verhältnis herrscht zwischen Kapazität der Vollzugsanstalten und der Anzahl an Gefangenen? Wie hoch ist der Anteil von Gefangenen ohne Urteil oder Anteil an Gefangenen, die zu einer Strafe von mehr als 20 Jahren verurteilt sind? Die Forscher haben über ein Jahr lang Daten aus 59 Ländern analysiert und kommen für ihr eigenes Land, Mexiko, zu folgendem Urteil: „Wenn man in Mexiko das Problem der Straflosigkeit bekämpfen würde, dann könnte man die Korruption auf den unterschiedlichen Regierungsebenen verringern“, so lautet es im vorgelegten Bericht. Denn: „Straflosigkeit ruft Misstrauen gegenüber den öffentlichen Einrichtungen hervor; das heißt, die Abwesenheit von Bestrafung repräsentiert eines der wichtigsten Hindernisse für die Konsolidierung und die Wahrung der Menschenrechte: Sicherheit, Freiheit und Gerechtigkeit.“


16. April 2015 | Uruguay: Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano - Foto: Mariela de Marchi MoyanoTausende Menschen nahmen am Dienstag Abschied von Eduardo Galeano. Der uruguayische Schriftsteller und Publizist, der am 13. April verstarb, war im Palacio Legislativo in Montevideo aufgebahrt worden. Neben Uruguays Staatschef Tabaré Vázquez erwiesen auch offizielle Vertreter aus anderen lateinamerikanischen Ländern dem Literaten die letzte Ehre, darunter der Vizepräsident der Bolivarischen Republik Venezuela und die argentinische Kulturministerin. Auch zahlreiche Künstler und Kulturschaffende wie die Schauspielerin Soledad Silveyra und die Sänger Daniel Viglietti und Joan Manuel Serrat reihten sich in das lange Defilee der Trauernden ein. Die nach wie vor ungebrochene Bedeutung des Autors von „Die offenen Adern Lateinamerikas“ und „Erinnerung an das Feuer“ bewies nicht zuletzt die große Zahl junger Menschen, die an seinem aufgebahrten Leichnam Abschied nahmen. Galeano, so sagte die argentinische Kulturministerin Teresa Parodi, sei für alle ein Spiegel gewesen, der eine tiefe und leuchtende Spur in Lateinamerika hinterlasse (Bildquelle: Mariela De Marchi Moyano_).


13. April 2015 | Lateinamerika: Historisches Treffen auf dem VII. Amerika-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: VII OAS - Gipfel in Panamá, April2015 - Foto: Organization of American States (OAS)Der VII. Amerika-Gipfel, der am 10. und 11. April in Panama-Stadt abgehalten wurde, ging ohne gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende. Dass dort dennoch Geschichte geschrieben wurde, hat einen doppelten Grund: Erstmals nahm Kuba an diesem Treffen der latein- und nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs teil, und Raúl Castro kam in Panama mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Zwar brachte das 90minütige Gespräch nichts substantiell Neues, markierte aber dennoch auf höchst symbolische Weise eine neue Etappe der Beziehungen zwischen Kuba und den USA. Übereinstimmend wurde das Ende des Kalten Krieges zwischen beiden Ländern verkündet. Außerdem bekundete Obama seine Bereitschaft, Kuba von der Liste der terrorismusverdächtigen Länder streichen zu wollen. Wie und wann das Embargo gegen die Karibikinsel aufgehoben und ob die US-Basis an der Bucht von Guantanamo an Kuba zurückgegeben wird, blieb aber ebenso offen wie der Zeitpunkt der Eröffnung der Botschaften in Havanna und Washington. Der kubanische Präsident dankte in seiner emotionalen Rede allen lateinamerikanischen Ländern für ihre solidarische Unterstützung. Am Rande des Gipfels traf sich Präsident Obama auch mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolas Maduro zu einem zehnminütigen „privaten“ Gespräch. Hier zeigte sich die historische Symbolik allerdings von ihrer makabren Seite: Am Sonnabend jährte sich zum 13. Mal der Putschversuch gegen Hugo Chávez, und damals wie heute versuchen die USA in Venezuela, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Nach all der Gipfelsymbolik wird Obama durch Taten zeigen müssen, dass er seinen verbalen Abschied von der bisherigen Einmischungspolitik Washingtons gegenüber seinen südlichen Nachbarn ernst meint. (Bildquelle: Organization of American States (OAS))


09. April 2015 | Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs - Bild: Museo del Bicentenario, Public DomainIn der letzten Woche beging Argentinien zum 33. Mal den „Tag des Veteranen und der Gefallenen des Krieges um die Malvinas“. Im Rahmen des offiziellen Gedankentages verkündete die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner einerseits die Schaffung eines Oral History Zentrums, in dem Zeugnisse der Veteranen, Kriegsberichterstatter und Verwandten der Gefallenen aufbewahrt und verbreitet werden, und ordnete andererseits die Aufhebung der Geheimhaltungsstufe für Kriegsdokumente an, die sich in militärischen Archiven befinden.  Großbritannien hatte die von den Argentiniern beanspruchten Malvinas/Falklands 1833 besetzt, seitdem ist die vor Südargentinien liegende Inselgruppe ein Streitpunkt zwischen den beiden Ländern. Am 2. April 1982 versuchte die argentinische Militärjunta (1976-1983) die Inseln zurückzuerobern, nicht zuletzt um Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen. Während der 72 Kriegstage starben ca. 900 Menschen und ca. 1000 wurden verwundet. Mehr als 450 traumatisierte argentinische Veteranen nahmen sich nach Kriegsende das Leben. Die Inseln im Südatlantik sind für Großbritannien von strategischer Bedeutung.. In der Region befinden sich zudem reiche Erdölvorrate und Fischbestände. Drei neue Öl- und Gasreserven wurden in der betreffenden Region gefunden, deren Förderung  durch britische Unternehmen bekannt gegeben wurde.  Die argentinische Regierung, die sich auf diplomatischem Weg nach wie vor um die Rückgabe der Inseln bemüht, kündigte an,  die Geschäftsführer der Firmen  vor dem Nationalen und Internationalen Gerichtshof zu verklagen (Bild: Public Domain).


08. April 2015 | Kuba: Connect 2020 Agenda – Kuba will seinen Verpflichtungen nachkommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Havanna mit Flagge - Foto: Aidutxi18Kuba gehört derzeit zu den am schlechtesten mit Internet versorgten Ländern der Welt. Laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), verfügten im Jahr 2013 lediglich 3,4% der Haushalte im Land über Internet. Zwar gibt es in den größeren Städten rund 150 Internet-Cafés durch die staatliche Telekommunikationsbehörde ETECSA, allerdings kostet eine Stunde Surfen etwa 4 €, ein Viertel des durchschnittlichen Monatslohns. In der vergangenen Woche sprachen die Vereinigten Staaten und Kuba in Havanna u. a. über Technologie und Erweiterung der Internetkapazitäten. Ernesto Rodriguez, CEO der IT im Ministerium für Kommunikation versprach, dass Kuba Strategien für die Bereitstellung von „Internet für alle Kubaner” bis zum Jahr 2020 umsetzen will. Er betonte, dass die Insel strategisch gut vorbereitet ist um die Ziele der Connect 2020 Agenda für die globale Entwicklung der Telekommunikation zu erreichen. Ziele dieser Agenda sind unter anderem, dass in den Entwicklungsländern bis zum Jahr 2020 mindestens 50% der Einwohner zu Hause Internet nutzen können und das die Nutzung des Internets nicht mehr als 5% des durchschnittlichen Monatseinkommens kosten darf. Da die wenigen privaten Verbindungen auf der Insel bislang strikt vom Staat geregelt sind, hält die US Regierung in Washington es nicht für möglich, dass Kuba, die von der ITU festgelegten Ziele erreicht, wenn nicht ein Ende des staatlichen Monopols herbeigeführt wird. Sie drängt darauf, dass die Regierung in Kuba auch den Eintritt ausländischer Wettbewerber ermöglichen soll um die Ziele der Connect 2020 Agenda erreichen zu können (Bildquelle: Aidutxi18) .


01. April 2015 | Peru: Letzte Inka-Siedlung entdeckt? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Inka Siedlung im Regenwald - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc In Peru ereignete sich eine kleine archäologische Sensation, die im Trubel des Besuches von Bundespräsident Joachim Gauck fast unterging. Mitte März entdeckten peruanische Archäologen am Río Ucayali, einem der Quellflüsse des Amazonas, Reste einer unbekannten Siedlung. Nach einer ersten Sichtung der hinterlassenen Artefakte fanden die Forscher erstaunliche Parallelen zu bereits erforschten Inka-Zentren. Allerdings geben diese Funde den Experten zahlreiche Rätsel auf: Einerseits verweisen Bauweise und Struktur der Anlage auf die Kultur der Inka, andererseits legt ihr Zustand nahe, dass der Ort erst vor etwa 50 Jahren von seinen Bewohnern verlassen wurde. So wurden u.a. gut erhaltene Alltagsgegenstände wie Keramik, Werkzeuge, Reste von Kleidung und bemalte Tierhäute sowie verschiedene Kultobjekte gefunden. Die Artefakte lassen sich sowohl der traditionellen Inka-Kultur als auch der frühen Kolonialära zuordnen. So enthalten die gefundenen Tierhäute nicht nur archaisch anmutende Inkasymbole, sondern auch kurze Texte in einem altertümlichen Spanisch. Die dort immer wieder auftauchende Wendung Kawk Ccoaccinrao lässt die Archäologen vermuten, dass es sich hierbei um den Namen der mysteriösen Stätte handelt. Unter anderem findet sich auch ein Satz, der wie die letzte Botschaft der unbekannten Bewohner anmutet: „Die Freiheit wird euch wahr machen“ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


31. März 2015 | Chile, Peru, Ecuador: Naturgewalten haben pazifischen Süden fest im Griff | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Peru

Chile: Folgen der Überschwemmungen März 2015 - Foto: Chris Walker GutiérrezNach tagelangen sintflutartigen Regenfällen zu Beginn der letzten Woche kam es im Norden Chiles, in mehreren Teilen Perus sowie in ganz Ecuador zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. In allen drei Ländern wurden ganze Ortschaften von den Fluten und dem Schlamm zerstört oder von der Außenwelt abgeschnitten. Unzählige Straßen mussten gesperrt werden, und vielerorts fiel der Strom aus. Weiterhin gibt es in vielen Gebieten nicht genügend Trinkwasser, und zahlreiche Personen bleiben weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Katastrophe ist vor allem auf die ungewöhnlich starken Regenfälle in den Höhenlagen der Anden zurückzuführen. Die daraus resultierenden Wassermassen flossen als Sturzflut in die tieferliegenden Gebiete und sorgten zusammen mit dem heftigen Regen in den betroffenen Ortschaften für Überflutungen. In Ecuador ist neben den Provinzen Cotopaxi, Pichincha, Santo Domingo, Esmeraldas und Los Ríos im Nordwesten vor allem die Region Loja im Süden des Landes betroffen. Dort verloren am vergangenen Freitag neun Menschen nach einem Erdrutsch ihr Leben. Insgesamt sind bisher mindestens 25 Menschen durch die heftigen Unwetter und Erdrutsche gestorben. Peru seinerseits leidet seit Anfang des Jahres unter heftigen Regenfällen, die bisher mindestens neun Menschen das Leben kosteten. Während es östlich der Hauptstadt in der Gemeinde Chosica zu einem Erdrutsch kam, verwandelten sich die Straßen Moqueguas in reißende Flüsse, die zahlreiche Häuser überfluteten. Bisher sind in Peru mindestens 2.000 Häuser von den Folgen dieses extremen Wetters betroffen. In einer der trockensten Gegenden der Welt, der Atacama-Region im Norden Chiles, fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie seit 80 Jahren nicht mehr. In den Regionen Atacama, Antofagasta und Coquimbo kam es zu Sturzfluten und heftigen Überschwemmungen. Dem Katastrophenamt ONEMI zufolge sind in Chile bisher 17 Menschen gestorben. 20 Personen werden weiterhin vermisst. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen; in der Atacama-Region verhängte die Regierung sogar eine nächtliche Ausgangssperre, um Plünderungen zu vermeiden. Insgesamt sind ca. 26.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, von denen knapp 6.000 in Notunterkünften untergebracht worden sind. Gut 100 Häuser sind komplett zerstört, mehr als 570 haben größere Schäden zu beklagen. Nach fünf Tagen ohne Nahrung und Wasser gelang es der Polizei 13 Minenarbeiter aus einer Mine in Tierra Amarilla zu befreien. Es wird noch Monate dauern bis die Schäden in den drei Andenstaaten weitestgehend behoben werden können. Insbesondere auch die Landwirtschaft wurde stark getroffen und dürfte einen Millionenschaden davontragen. Doch nicht nur der Norden Chiles ist zurzeit den Naturgewalten ausgesetzt. Seit Monaten wüten Waldbrände in der Hauptstadtregion sowie in den Regionen Valparaíso, Maule, Los Lagos, Bio-Bio und Araucanía, von welchen die letzten zwei am meisten betroffen sind. Nach Angaben der Fortbehörde CONAF hat die Feuerwehr 44 Brandherde, die ein Gebiet von ca. 15.500 ha Wald betreffen, noch immer nicht unter Kontrolle. Insgesamt hat die chilenische Behörde für den Zeitraum ab 2014 4.449 Waldbrände gezählt, die eine Fläche von mehr als 100.000 ha Wald vernichtet haben. Neben der langen Dürreperiode dieses Jahr wurden die Brände vor allem durch unachtsames Verhalten von einzelnen Personen verursacht, etwa durch das Wegwerfen einer Zigarette. Knapp 30% der Brände wurden jedoch vorsätzlich entfacht. Neben der Forstbehörde und der Feuerwehr wurde auch das Militär zum Löschen der Brände abgestellt. Das im Februar dieses Jahres ebenfalls von heftigen Waldbränden heimgesuchte Argentinien (in der Region Chubut auf einer Fläche von circa 40.000 Hektar) sandte zur Unterstützung weitere Helikopter, um die Brände in unzugänglichen Gebieten unter Kontrolle zu bringen (Bildquelle: Chris Walker Gutiérrez).


Seite 7 von 34« Erste...3456789101112...2030...Letzte »

top