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Noticias Lateinamerika

01. Oktober 2014 | Argentinien: Fortsetzung des Schuldenstreits | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: FlaggeDie Auseinandersetzung mit den Hedgefonds resultiert aus der letzten Staatspleite von 2001. Die Mehrheit der Gläubiger hatte sich damals mit der argentinischen Regierung entweder auf geringere Zahlungen, Schuldenerlässe oder Umschuldungen geeinigt. Lediglich zwei Hedgefonds fordern eine vollständige Rückzahlung in Höhe von mehr als $ 1,5 Mrd., obwohl die Fonds während der Krise nur für ein siebzehntel des Wertes gekauft wurden. Da die Anleihen in US-Dollar unter amerikanischem Recht emittiert wurden, findet der Rechtsstreit in den USA statt. Der New Yorker Bezirksrichter Thomas Griesa verbot Argentinien, den Schuldendienst wieder aufzunehmen, solange die Forderungen der Hedgefonds nicht beglichen sind. Das hat zur Folge, dass Anleihezinsen in Millionenhöhe nicht bedient werden können und Argentinien damit technisch zahlungsunfähig wurde. Argentinien versucht nun das US-Urteil zu umgehen. Das Parlament in Buenos Aires verabschiedete dazu ein neues Gesetz, das den Investoren erlaubt, ihre nach US-Recht begebenen Staatsanleihen in Anleihen nach argentinischem Recht umzutauschen. Richter Griesa wertet dies als illegal und Missachtung des Gerichts. Den Forderungen der Hedgefonds, Argentinien pro Tag der Nichtzahlung mit $ 50.000 Strafe zu belegen, schloss er sich jedoch nicht an. Die argentinische Regierung sieht sich außerstande, den Forderungen nachzukommen, da eine Vertragsklausel Argentinien dazu verpflichtet, auch Gläubigern, die bereits auf ihre Forderung verzichtet haben, dieselben Konditionen wie den Hedgefonds zu gewähren. Damit wäre das Land nicht nur technisch, sondern auch faktisch zahlungsunfähig, da alle Schuldenverzichte nichtig werden würden.


25. September 2014 | Lateinamerika: Kritik auf dem Klima-Gipfel der Vereinten Nationen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleAuf dem am Dienstag in New York zu Ende gegangenen Klima-Gipfel haben sich zahlreiche Staatsoberhäupter Lateinamerikas kritisch geäußert. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet verwies darauf, dass der Klimawandel die soziale Ungleichheit weiter vertiefe. Nicolas Maduro (Venezuela) verwies auf die Fortschritte seines Landes bei der Umsetzung klimapolitischer Ziele. So bezieht Venezuela 70 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft und 60 Prozent des Territoriums stehen unter Naturschutz. Evo Morales (Bolivien), der im Namen der Gruppe der 77 und Chinas sprach, kritisierte die „Konsumgier des Kapitalismus“ scharf. Wenn diese nicht eingeschränkt würde, seien 2050 vier Planeten notwendig, um dessen Ansprüche zu erfüllen. Dass besonders die indigenen Völker unter dem kapitalistischen Raubbau an der Natur zu leiden haben, zeigt ein Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL), der am Montag veröffentlicht wurde. Zwischen 2010 und 2013 hat es in indigenen Territorien der Region über 200 Konflikte gegeben, die in Zusammenhang mit dem Abbau fossiler Brennstoffe und der Ausweitung des Bergbaus stehen. Ollanta Humala (Peru), dessen Land im Dezember Gastgeber des nächsten  Klima-Gipfels sein wird, verwies auf die Dringlichkeit konkreter Vereinbarungen. 2015 soll in Paris ein universelles und verbindliches Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels beschlossen werden. Angesichts dieses Zeitdrucks war der Verlauf des Klima-Gipfels, auf dem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel durch Abwesenheit glänzte, enttäuschend (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble).


15. September 2014 | Bolivien: Futuristischer Personennahverkehr in La Paz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Größtes Seilbahnnetz der Welt in La Paz - Foto: DoppelmayrIn La Paz hält die Zukunft Einzug. Mit der heutigen Eröffnung der „Gelben Linie“ nimmt das geplante Seilbahnnetz der Metropole langsam Gestalt an. Bereits im Mai 2014 war die „Rote Linie“ an den Start gegangen – die „Grüne Linie“ und fünf weitere Strecken sollen folgen. Wenn das Netz fertig gestellt ist, wird es die größte urbane Seilbahninfrastruktur weltweit sein. Der Schritt zum Transport mit Gondelbahnen wurde notwendig, um das tägliche Verkehrschaos zwischen dem Stadtzentrum und El Alto zu verringern. Aufgrund der Hanglage sind die Straßen zwischen beiden Städten sehr schmal und nur schwer zu verbreitern. Außerdem müssen zwischen El Alto (4100 Meter ü. NN.) und dem Zentrum von La Paz mindestens 500 Höhenmeter überwunden werden. Das Seilbahnprojekt koordiniert und baut der österreichische Konzern Doppelmayr. Insgesamt stellt Bolivien dafür 234,6 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Seit Ende Mai haben bereits 3,5 Millionen Personen die Seilbahn genutzt. Die Fahrt kostet ungefähr 0,40 US-Dollar – und bringt eine Zeitersparnis von etwa 20 bis 30 Minuten pro Strecke. Die Kapazität auf der ca. 3,7 Kilometer langen Strecke der „Gelben Linie“ wird mit 6000 Passagieren pro Stunde angegeben (Bildquelle: Doppelmayr).


12. September 2014 | Chile: Erneuter Bombenanschlag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Carabineros sind Teil der Streitkräfte, Foto: Quetzal-Redaktion, csDer erste Anschlag erfolgte am Montag, den 08.09.14, in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Dort wurde die Bombe in einem Papierkorb in der U-Bahn-Station Escuela Militar deponiert. Es wurden 14 Menschen leicht verletzt.  Der Sprengsatz wurde aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder hergestellt und ähnelt der Bombe, die im Juli in einem U-Bahn-Waggon detonierte. Am darauffolgenden Dienstag ereignete sich dann wieder eine Explosion. Diesmal in einem Supermarkt der Kette Tottus in der Stadt Viña del Mar, die 125 Kilometer westlich von Santiago gelegen ist.  Die Anzahl der Verletzten war wesentlich geringer als beim ersten Anschlag. Eine Frau musste mit einem Gehörtrauma ins Krankenhaus gebracht werden. Laut Quellen bestand die Bombe aus einer Kunststoff-Flasche mit explosivem Material, Münzen und anderen Metallgegenständen sowie Salzsäure im Inneren. Die Täter konnten bislang nicht gestellt werden, doch wird davon ausgegangen, dass die Attentate auf anarchistische Gruppen zurückgehen. Inzwischen musste die Polizei weiteren 18 Bombenalarmen in verschiedenen Teilen von Santiago nachgehen, die sich jedoch alle als falsch erwiesen. Chile galt als eines der sichersten Länder in Lateinamerika, doch gibt es allein in diesem Jahr bisher 30 ungelöste Bombenanschläge. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei stehen nach den erneuten Angriffen unter heftiger Kritik. Die Regierung von Michelle Bachelet geht von einem Terrorakt aus und will zusammen mit der Opposition ein politisches Bündnis zur Bekämpfung des Terrorismus eingehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


08. August 2014 | Peru, Ecuador: Inti Raymi – Wiederbelebt und gelebt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Inti Raymi - Foto: Quetzal-Redaktion, amDas hat es schon in vielen Regionen der Welt gegeben: Alte, im Alltag nicht mehr existente Traditionen werden wieder praktiziert. Mitunter ist es dann aber nach einiger Zeit wieder eingeschlafen, und man weiß, die kulturelle Basis ist nicht mehr vorhanden. Mit dem Sonnenfest, in der Quechuasprache Inti Raymi genannt, ist das anders. Als vor 60 Jahren indigene Künstler, Schauspieler und Funktionäre diese Feierlichkeiten in Peru wieder belebten, haben sie sicherlich gehofft, das sich das Fest im Kulturraum des alten Inka-Reiches wieder etabliert. Voraussehen konnten sie dies sicher nicht. Inti Raymi ist wieder eine feste Größe im Kalender, in der Zeit der Sonnenwende im Juni geworden. Dank der Beschreibungen der Chronisten, die glücklicherweise die Zeiten seit dem letzten Fest 1535 in Cuzco überstanden haben, hatte man eine Gestaltungsgrundlage. Sieht man die heutige Resonanz, dann kann man nicht anders, als den Wiederbegründern und ihren Nachfolgern ganze Arbeit zu attestieren und zum Erfolg zu gratulieren. Sicher sollten die Feierlichkeiten in der Inkazeit auch den Herrschaftsanspruch dieser Theokratie untermauern. Ihr Ursprung liegt aber in der bäuerlichen Kultur des Andenraumes. Die Terassenlandwirtschaft im Hochgebirge war und ist extrem von der Sonne abhängig. Auch heute finden sich z. B. in Ecuador Kartoffelfelder bis in Höhen an die 4000 m. Ereignisse, die dort die Sonneneinstrahlung stark verringern, führen durch Temperaturabfälle umgehend zum Absterben der Pflanzen. Und damit zur Zerstörung der Nahrungsgrundlage. Inti Raymi zeigt dem Menschen seine Abhängigkeit von seiner natürlichen Umwelt, seine Verletzlichkeit. Das ist ein Teil der Basis dieses Festes und nicht unwesentlich für seine erfolgreiche Renaissance (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).


04. August 2014 | Argentinien: Nach dem Default in der Klemme | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmArgentinien hat den neuerlichen Verzug bei der Schuldentilgung nicht abwenden können. Kritiker gehen sogar so weit zu behaupten, es stand nie in Aussicht, dass sich das Land mit den Hedgefonds auf eine Lösung einigt. Doch egal, wie verwerflich man das Geschäftsgebahren von NML Capital auch finden mag: Sie bekamen vor Gericht Recht – obwohl sie Argentinien nie einen Kredit gewährt hatten, obwohl sie mit 80 bis 85 Prozent Abschlag argentinische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt aufkauften, obwohl sie damit aus 48 Millionen US-Dollar 832 Millionen US-Dollar gemacht haben. Das Gericht entschied, dass Argentinien den vollen Nennwert der Anleihen – inklusive Zins und Zinseszins – an NML Capital (und andere) zurückzahlen müsse. Die sogenannte Hold-out-Strategie der Hedgefonds ging also auf. Denn die basiert auf US-Recht und -Rechtsprechung. Argentinien befindet sich daher in einer Klemme: Zahlt sie NML Capital aus, folgen bald weitere Forderungen, schließlich hält NML nur knapp 15 Prozent der Hold-Out-Bonds mit einem Nennwert von 11 Milliarden US-Dollar. Außerdem könnten all diejenigen klagen, die zum Teil auf 75 Prozent ihrer Forderungen bei den vorangegangenen Umschuldungen seit 2002 (unfreiwillig) verzichten mussten. Es läge gegenüber NML Capital eine Ungleichbehandlung vor. Sollten entsprechende Gerichtsprozesse geführt und gegen Argentinien entschieden werden, ergäben sich weitere Forderungen in Höhe von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Das Geld fehlt dann natürlich für nationale Entwicklungs- und Sozialprogramme, was den Unmut der Bevölkerung wecken wird. Zahlt hingegen Argentinien die Hedgefonds nicht aus, träte der „Zahlungsausfall“ ein. Das Land wäre wieder einmal pleite. Die katastrophale Folge bestünde dann vor allem darin, dass die Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte versperrt bliebe. Noch vor kurzem sah es so aus, als würde Argentinien nach knapp zwölf Jahren über Schuldenschnitte und Rückzahlung von Altschulden diesen Schritt bald schaffen. Jetzt hingegen ist die Lage düsterer denn je (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


01. August 2014 | Argentinien: Uruguay ist besorgt über Schuldenkrise in Argentinien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie Verhandlungen Argentiniens mit einer Gruppe von Gläubigern sind in der Nacht zum Donnerstag (31.07.2014) ergebnislos zu Ende gegangen, das südamerikanische Land war gegenüber den Forderungen der Hedgefonds hart geblieben. In Uruguay wird die Entwicklung indessen aufmerksam beobachtet. Die uruguayische Regierung hatte schon früh vor den Gefahren der sogenannten Geierfonds gewarnt. Mit Argentinien, so heißt es, könne ein Präzedenzfall für Länder geschaffen werden, die einen Schuldenkompromiss anstreben. Der Umgang mit Argentinien betreffe auch die anderen Länder der Region, denn „wenn Argentinien durch eine sehr schwere Konjunktur geht“, dann wird das Auswirkungen auch auf die Länder haben, die wirtschaftliche Beziehungen zu Argentinien pflegen. Auf dem jüngsten Mercosur-Gipfel hatten die versammelten Staatschefs sich hinter Argentinien gestellt und dem Land ihre Unterstützung zugesichert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


25. Juli 2014 | Brasilien: Diplomatische Beziehungen mit Israel zerrüttet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Außenminister Luiz Alberto Figueiredo, 2014Nachdem Brasilien als zweites Land nach Ecuador seinen Botschafter in Tel Aviv zwecks Konsultationen zum Gaza Konflikt zurückrief, antwortete Israels Regierung mit harscher Kritik. Nach Aussagen des israelischen Pressesprechers des Außenministeriums, Yigal Palmor, berücksichtigt Brasilien nicht Israels Recht auf Selbstverteidigung und bezeichnete das lateinamerikanische Land in der Folge als „diplomatischen Zwerg“ und „irrelevanten diplomatischen Partner“. Die brasilianische Regierung hatte zuvor die Eskalation im Gaza Konflikt kritisiert und angedeutet, dass Israel seine militärische Macht gegenüber Palästina unverhältnismäßig ausnutzt. Palmor antwortete, dass Israels Reaktion gemäß internationaler Gesetze angemessen sei und dass ein 1:7 in einem Fußballspiel als unverhältnismäßig gilt (in Anlehnung an Brasiliens Niederlage bei der Weltmeisterschaft 2014 gegen Deutschland). Hinzu kam noch die brasilianische Zustimmung im UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) für die Einsetzung eines Untersuchungskomitees gegen israelische Kriegsverbrechen, was die Beziehung zwischen beiden Ländern noch mehr zerrüttete. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


15. Juli 2014 | Argentinien: Ein Schritt zur Gerechtigkeit für Bischof Angelelli | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Enrique Angelelli - Foto: Public Domain Vorige Woche wurden zwei Angeklagte wegen des Todes von Bischof Enrique Angelelli  schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Angelelli wurde 1968 in der argentinischen Provinz La Rioja zum Bischof geweiht. Schon damals war La Rioja eine Provinz, in der es eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich gab. Diese sozialen Unterschiede wurden vom Bischof angeprangert, der – wie andere Priester auch – eine andere, neue Katholische Kirche repräsentierte, zu der die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 und die Konferenz der Bischöfe Lateinamerikas (CELAM) 1968 in Medellín die Richtung gewiesen hatten. Bereits während seiner ersten Amtsjahre gründete Angelelli die „Agrar- Diözesenbewegung“, deren Hauptziele eine bessere Verteilung sowie eine  demokratische, partizipative Verwaltung der produktiven Flächen waren. Die Antwort der lokalen Oligarchie ließ nicht lange auf sich warten: Der Bischof wurde als „Roter“ verunglimpft; viele seiner Mitstreiter/innen wurden verfolgt und fielen Attentaten zum Opfer. Nach dem Putsch 1976 wurde Angelelli unter fragwürdigen Umständen, die die Justiz rasch als „Verkehrsunfall“ deklarierte, umgebracht. Obwohl er seine Vorgesetzen davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass er vermutlich bald getötet werden würde, hüllten sie sich in Schweigen. Der Fall von Bischof Angelelli entlarvt die Rolle, die die Führung der Kirche während der Diktatur als moralische Unterstützer der Militärjunta gespielt hat. Nachdem 2004 die so genannten Straflosigkeitsgesetze abgeschafft worden waren, eröffnete die Justiz mit einer Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschheit den „Fall Angelelli“ wieder und nannte die Dinge beim Namen. Innerhalb des Verfahrens tauchten einige kirchliche Dokumente auf, was hoffentlich bezeugt,  dass die Kirche bezüglich ihres Schweigens während der Diktatur eine neue Haltung einnimmt. Wenn man bedenkt, dass die Justiz 38 Jahre benötigte, um den Mord, den Angelelli selbst voraus gesehen hatte, zu ahnden, dann bedeutet das Strafurteil nur einen ersten Schritt zur Gerechtigkeit. Wenn wir uns vor der von Angelelli geträumten gerechteren Gesellschaft befänden, dann könnten wir von Gerechtichkeit sprechen (Bildquelle: Public Domain).


11. Juli 2014 | Brasilien: 100.000 Argentinier für WM-Finale in Rio de Janeiro zu Gast | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien

Brasilien: Maracanã Umbau für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Governo do Estado do Rio de Janeiro_Für das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 zwischen Deutschland und Argentinein am kommenden Sonntag (13.07.2014) erwartet Rio de Janeiro als Austragungsort ca. 100.000 Besucher aus Argentinien. Zwar haben zahlreiche Argentinier bereits im Vorfeld Karten für das Spiel im legendären Maracanã-Stadium gekauft, eine Vielzahl davon wird aber mit dem Public-Viewing an der Copacabana Vorlieb nehmen müssen. Nichts desto trotz wäre es für viele Argentinier eine Genugtuung im Nachbarland zu gewinnen. Einziger Wehrmutstropfen bei einem solchen Szenario wären geschätze Einnahmen von ca. 100 Millionen US-Dollar, welche die Tourismusbehörde des Bundesstaates für das Wochenende geschätzt hat. Während in Rio de Janeiro in den touristischen Stadtteilen die Hotels bereits zu 100 Prozent ausgelastet sind, gibt es in anderen Stadtteilen noch Übernachtungsmöglichkeiten (Auslastung von 90 Prozent). Nicht erwartet wurden jedoch eine Vielzahl von Wohnmobilen, mit denen die Argentinier anreisen. Nach Aussagen der Tourismusbehörde hat man für diese Art von Fahrzeugen jedoch keinerlei Vorkehrungen getroffen bzw. fehle hierfür generell eine Infrastruktur (wie z.B. Kampingplätze). Somit wird versucht die geschätzten 200 Wohnwagen an verschiedenen Stellen der Stadt zu konzentrieren, so u.a. in Níteroi – ein Vorort von Rio de Janeiro – wo 50 Plätze bereitgestellt werden. (Bildquelle: Governo do Estado do Rio de Janeiro_)


06. Juli 2014 | Mexiko: Aztekische Quetzalfederkrone weiterhin in Wien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Immer wieder betonen Mexikaner die große historische Bedeutung der Federkrone für ihr Land und fordern sie von Österreich zurück. (Foto: Quetzal-Redaktion, gt)Ein Dokumentarfilm, der dieser Tage in Mexiko-Stadt uraufgeführt wurde, brachte ein altes Streitobjekt wieder in Erinnerung: den Federschmuck von Moctezuma. Der prachtvolle penacho, bestehend aus 400 Quetzalfedern und mehr als 1.500 Metallplättchen (aus Gold Silber und Kupfer), fand sich im Nachlass von Erzherzog Ferdinand II. von Tirol (1529-1595) und wird bis heute im Weltmuseum Wien ausgestellt. Ob er wirklich einst Moctezuma II. gehörte, der am 30 Juni 1520 von den spanischen Konquistadoren ermordet wurde, ist umstritten. Doch immer wieder betonen Mexikaner die große historische Bedeutung der Federkrone für ihr Land und fordern sie zurück. Die mexikanische Regierung hat ihre 1991 erstmals erhobene Bitte um Rückgabe im Jahr 2011 zwar unterstrichen, bemüht sich aber um eine enge Zusammenarbeit mit den Österreichern in dieser Frage. So wurde der Kopfschmuck von 2010-2012 gemeinsam von mexikanischen und österreichischen Experten aufwändig restauriert. Von mexikanischer Seite hofft man, das kostbare Stück zumindest leihweise einmal zu Hause zeigen zu können. Aber auch das könnte sich als schwierig erweisen, denn ein Gutachten der TU Wien bescheinigt dem penacho, nicht transportfähig zu sein. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


01. Juli 2014 | Bolivien: Polizeiproteste und Hungerstreik – Unruhen in La Paz gehen in die nächste Runde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: FlaggeBereits 2012 drückten streikende Polizeieinheiten im bolivianischen La Paz ihren Unmut über die schlechten Arbeitsbedingungen und über die zu niedrigen Löhnen aus. Das damals ausgehandelte Abkommen versprach eine Erhöhung der Gehälter um ca. 20%. Carlos Romero verkündete vergangene Woche, dass die bolivianische Polizei eine Gehaltserhöhung im Zeitraum von 2006 bis 2013 von 48% erhielt, bei einer Inflation im selben Zeitraum von 43%. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass die Vorgängerregierung die Gehälter im Zeitraum von 1999  bis 2005 nur um 11% erhöht hatte, obwohl die Inflation 21% betrug. In diesem Zeitraum ging das Gehalt der Polizisten real um 10% zurück. Die große Kluft zwischen den Gehältern von Polizei-Offizieren und einfachen Polizisten wurde von der Regierung bislang nicht geschlossen. Und trotz ähnlicher Aufgaben wird die Armee immer noch deutlich besser bezahlt als die Polizei. Von den Streikenden zitierte Studien sprechen von einem Lohnunterschied von derzeit 58%.  Erste Verhandlungen zwischen Vertretern von Regierung und Polizei blieben bislang ergebnislos. In der vergangenen Woche kam es deshalb zu erneuten Unruhen und Protesten. Um den Druck zu erhöhen, setzten die Beamten den bereits am 23.06.14 begonnenen Hungerstreik fort. Die Vereinigung der Ehefrauen der Beamten beteiligt sich ebenfalls an dem Streik. Zurzeit verweigern insgesamt 5 Beamte und 3 Frauen die Aufnahme von Nahrung. Die Forderung der Streikenden ist eine bessere Bezahlung der Polizei sowie eine regelmäßige Angleichung der Gehälter an die Inflationsrate. Die Anpassung sollte von derzeit 1800 auf 2200 Bolivianos erfolgen. Sie bemängeln ebenfalls, dass die Arbeitskreise zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Festlegung neuer Gehaltsbedingungen nicht zum Erfolg geführt haben – und das seit Juni 2012, dem Datum des letzten Abkommens mit der Regierung. Besonders die Ausrüstung und die Infrastruktur seien in einem alarmierenden Zustand, die ein sicheres Arbeiten nahezu unmöglich machen. Ein für Montag den 30.06.14 anberaumtes Krisengespräch zwischen den Parteien verlief bisher ohne Ergebnis (Bildquelle: Quetzal-Redaktion).


26. Juni 2014 | Brasilien: Schießerei in Rio de Janeiro | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Militärpolizei - Foto: Agencia Brasil, Elza FiuzaZu Beginn der Woche kam es in der Favela Complexo Alemano in Rio de Janeiro zu einer Schießerei zwischen der Polizei und einigen Anwohnern. Die Polizei beschuldigte diese als Drogendealer und führte auf diesen Verdacht hin eine umfangreiche Razzia durch. Bei dem Konflikt kamen drei Menschen ums Leben, ein Polizist und zwei Jugendliche. Seit dem Jahr 2012 und der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Brasilien herrscht ein reger Kampf um die Kontrolle der Armutsviertel in den Metropolen zwischen der Polizei und der organisierten Kriminalität. Mit einer Einwohnerzahl von ca. 100.000 Menschen ist die Complexo Alemano eine der größten Favela in Rio de Janeiro und auch Anzugspunkt vieler Touristen. Seit den Befriedungsprojekten der Regierung kam und kommt es seither immer wieder zu derartigen Zwischenfällen. Während der Fußball-Weltmeisterschaft wurden die Maßnahmen von Seiten der Polizei weiter verschärft, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Die Behörden haben in den letzten Jahren mehr als 30 neue Polizeistationen in den Favelas installiert, um die Drogendealer zu vertreiben. Quellen berichten, dass Schießereien und Morde tatsächlich rückläufig sind, jedoch kritisieren die Bewohner kontinuierlich die Methodik der Polizei zur Herstellung dieser Ordnung (Bildquelle: Agencia Brasil, Elza Fiuza).


24. Juni 2014 | Chile: Regierung lehnt das umstrittene Mega-Staudammprojekt HidroAysén ab | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: 'ChaoHidroaysen' - Foto: Consejo de Defensa de la Patagonia ChilenaAm 10. Juni – knapp sechs Jahre nach Beginn des Genehmigungsverfahrens – verwarf der chilenische Ministerrat die Pläne für das Staudammprojekt des Joint-Venture Endesa-Colbún. Das Unternehmen wollte fünf Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2.750 Megawatt in der südchilenischen Region Aysén bauen, die insgesamt zwanzig Prozent des chilenischen Strombedarfs hätten decken können. Die MinisterInnen begründeten ihre Entscheidung mit potenziellen Umweltschäden, gravierenden Fehlern bei der Planung des Projekts und der fehlenden Einbeziehung der Bevölkerung. Obwohl Endesa-Colbún noch gerichtlich gegen die Ablehnung durch den Ministerrat vorgehen kann, feierten die HydoAysén-GegnerInnen im ganzen Land. Diese hatten sich im Laufe der jahrelangen Massenproteste unter dem Motto „Patagonien ohne Staudämme“ zusammengeschlossen und die vergangene Regierung unter Sebastián Piñera stark unter Druck gesetzt. Denn die rechtskonservative Regierung hatte Hidro-Aysén im Mai 2011 grünes Licht gegeben. Daher beruht die aktuelle Entscheidung der neuen Regierung unter Präsidentin Michelle Bachelet wohl vielmehr auf politischen denn auf fachlichen Argumenten. Schließlich hat die Regierung noch einige Mammutprojekte wie die Bildungs-, Steuer- und Verfassungsreformen vor sich, für welche sie die Unterstützung der Bevölkerung hinter sich wissen will (Bildquelle: Consejo de Defensa de la Patagonia).


22. Juni 2014 | Brasilien: Fussball-WM schafft ca. eine Million Arbeitsplätze | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Maracanã Umbau für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Governo do Estado do Rio de Janeiro_Gemäß einer Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (Fipe) im Auftrag des Ministeriums für Tourismus schafft die Fussball-Weltmeisterschaft ca. 1 Million zusätzliche Arbeitsplätze in Brasilien. Der Großteil, d.h. 700.000 Stellen, wurden im formellen Sektor geschaffen, während – wie für Schwellenländer typisch – ein nicht unerheblicher Teil im informellen Sektor (= Schattenwirtschaft) geschaffen wurde. Die Aussagen basieren zum einen auf prognostizierten Effekten zur Fussball-WM und zum anderen auf Zahlen der Arbeits- und Arbeitslosenstatistik (Cadastro Geral de Empregados e Desempregados, Caged) mit Daten von 2011 bis März 2014. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen sollen durch die WM auch ca. 30 Milliarden Reais (ca. 10 Mrd. €) in die Wirtschaft fließen. Nach Zahlen des brasilianischen Fremdenverkehrsamts EMBRATUR allein 6,7 Milliarden Reais (ca. 2,2 Mrd. €) im Tourismussektor. Offen ist jedoch nach wie vor, wie langfristig die Effekte sind, vor allem in Bezug auf die Beschäftigung. Aufgrund des verhältnismäßig gering regulierten Arbeitsmarkts werden die Firmen spätestens in 2015 ihre Kostenstrukturen “optimieren”. Am ehesten könnte noch Rio de Janeiro, als wichtigstes Urlaubsziel des Landes, von mittelfristig positiven Effekten profitieren. Durch die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016 sollte 2015 hoffentlich nur ein geringer Einbruch zu verzeichnen sein. (Bildquelle: Governo do Estado do Rio de Janeiro_)


17. Juni 2014 | Kolumbien: Stichwahl zwischen Santos und Zuluaga entschieden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Neuer und alter Präsident Juan Manuel Santos - Foto: Public DomainMit 7.816.986 Stimmen (50,95%) wurde Juan Manuel Santos am vergangenen Sonntag erneut zum Staatspräsident gewählt. Sein Herausforderer Óscar Iván Zuluaga erhielt 6.905.001 Stimmen (45,00%). Fast 48% der 33 Millionen Kolumbianer nahmen an der Wahl teil. Die Ergebnisse wurden wie schon in der ersten Runde, am 25. Mai, in Rekordzeit verzeichnet. Bereits eine Stunde nach Schließung der Wahllokale stand der neue, alte Staatschef fest. Mit der Wiederwahl von Präsident Santos für den Zeitraum 2014-2018 entschied sich die Bevölkerung gegen eine militärische Auseinandersetzung und für einen friedlichen Verhandlungskurs mit der FARC. Santos will die im November 2012 in Havanna begonnenen Friedensgespräche fortführen und den über ein halbes Jahrhundert andauernden Konflikt beilegen. Zuluaga forderte auch Mindesthaftstrafen für die Chefs der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens. Dass die FARC-Chefs eines Tages, ungestraft für ihre Vergehen, im Parlament sitzen können, steht allerdings auch für Santos außer Frage (Bildquelle: Public Domain).


16. Juni 2014 | Argentinien: Die Überreste von Miguel Ángel Bustos wurden identifiziert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Gelesen: Miguel Angel Bustos - Foto: BuchcoverDie sterblichen Überreste von Miguel Ángel Bustos, eines seit fast 40 Jahren Verschwundenen, konnten endlich identifiziert werden. Bustos wirkte als Dichter, Anthropologe, Journalist und Dozent an der Universität. Während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) wurde er von der Polizei Ende Mai 1976 in Buenos Aires verschleppt.  Das „Verschwindenlassen“ von zehntausenden Gegnern der Putschisten war gängige Praxis, der auch Miguel Ángel Bustos zum Opfer fiel. Dank der Arbeit des Argentinischen Anthropologischen Forensik-Teams (EAAF) kann nun die traumatische Frage nach seinem weiteren Schicksal beantwortet werden. Der Dichter wurde in einem geheimen Gefängnis (Centro Clandestino de Detención) gefangen gehalten und 20 Tage später in einer fingierten Konfrontation umgebracht. Seine Leiche wurde als „N.N.“ in einem Massengrab auf dem Friedhof beigesetzt. Von offizieller Seite wurden über sein Leben und seinen Tod zahlreiche Lügen verbreitet.  An der Verleumdungskampagne beteiligten sich auch die etablierten Massenmedien und Machtgruppen. Wie das Schicksal der vielen Menschen, die bis heute als verschwunden gelten, die inzwischen identifiziert wurden oder die ihre Entführung überlebt haben, zeigt, ist der Fall von Miguel Ángel Bustos kein Zufall. Es ist deshalb an der Zeit, seine ganze Lebensgeschichte zu erzählen: Sein Wirken als Intellektueller, als Mitglied der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT), als ein Mensch, der sich für die Probleme seiner Zeit engagierte, der gegen die Ungerechtigkeit des bestehenden Gesellschaftsmodells kämpfte und  der an eine bessere Gegenwart glaubte. Werke Miguel Ángel Bustos: Corazón de piel afuera (1959), Cuatro murales (1957), Fragmentos fantásticos (1965) El Himalaya o la moral de los pájaros (1970), Visión de los hijos del mal (1967), Prosa 1960–1976 (2007) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion).


09. Juni 2014 | Uruguay: Immer mehr Emigranten kehren in ihre Heimat zurück | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Immer mehr Emigranten kehren in ihre Heimat zurück - Bild: Quetzal-Redaktion, gtEtwa 18 Prozent der Uruguayer, so stellte die Internationale Organisation für Migration fest, leben im Ausland. Vor allem junge Leute kehrten und kehren ihrer Heimat den Rücken, was zu einem Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung in dem Land am Río de la Plata führt. Doch bereits vor einigen Jahren wurde von der Organisation ein Trend der Remigration konstatiert. Jetzt meldete das uruguayische Büro für Rückkehrer (Oficina de Retorno y Bienvenida) einen weiteren Anstieg derjenigen, die in ihr Land heimkehren. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind im Vergleich zum letzten Jahr zehn Prozent mehr Uruguayer remigriert, durchschnittlich 200 monatlich. Seit 2011 kamen insgesamt mehr als 9.000 Orientales in ihr Land zurück. Zwei Fünftel von ihnen geben wirtschaftliche Gründe für die Heimkehr an, knapp ein Drittel nennt familiäre Probleme. Die Rückkehrer sind zumeist weitgehend mittellos. Um ihre Eingliederung zu erleichtern, wurde der Nationale Migrationsrat gegründet, der die Migrationspolitik koordinieren soll und in dem Vertreter des Innenministeriums, des Ministeriums für Arbeit und soziale Sicherheit sowie des Auswärtigen Amtes vertreten sind. Alles in allem, so betont das Büro für Rückkehrer, ist die Remigration ein großer Gewinn für das Land (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


05. Juni 2014 | Brasilien: Proteste und Streiks kurz vor WM | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Dilma beim Countdown für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Blog do Planalto BrasilCopa sem o povo, tô na rua de novo! (WM ohne Volkesmasse, ich bin wieder auf der Straße!) – so tönte es gestern durch die Innenstadt von São Paulo. Mehr als zwanzig Tausend Menschen haben sich erneut zusammengefunden, um gegen die Fifa und die eigene Regierung zu demonstrieren. Die Menschen waren und sind nicht gegen das sportliche Großereignis der Fußballweltmeisterschaft an sich, aber gegen die Art und Weise, wie sie organisiert wurde und wie sie stattfinden wird. „Die Spiele dürfen kein Ereignis sein, das nur den Reichen Vorteile verschaffe“, meint Guilherme Boulos, natinonaler Koordinator der Arbeiterbewegung MTST (Movimento dos Trabalhadores Sem-Teto). Das einfache Volk habe schon keinen Zugang zu den Spielen, bei denen die Eintrittskarte 500 Reais kostet. „Sollten unsere Forderungen ohne Antwort bleiben, wird es viele Menschen geben, die ohne Eintrittskarten die Eröffnung der Weltmeisterschaft im Stadion in São Paulo werden sehen wollen“. Während der Proteste vor dem Itaquerão Stadion wurden unter anderem Forderungen zu Reformen im Gesundheitswesen, in der Bildung, im öffentlichen Nahverkehr und zur prekären urbanen Wohnsituation laut. Außerdem wurden lebenslängliche Renten für die Hinterbliebenen der während der Bauarbeiten zu Tode gekommenen Arbeiter gefordert. Heute legt zusätzlich ein Streik der Arbeiter im öffentlichen Nahverkehr große Teile São Paulos lahm. Die Mitarbeiter der Companhia de Engenharia de Tráfego (CET) fordern höhere Löhne sowie mehr Arbeitsplätze. Die Proteste in Brasilien werden auch kurz vor Anpfiff nicht leiser (Bildquelle: Blog do Planalto Brasil).


26. Mai 2014 | Argentinien: Repsol erhält Entschädigung für Teilverstaatlichung der YPF | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: YPF - Foto: Mendoza EconomicoDie Teilverstaatlichung der Tochterfirma Yacimientos Petrolíferos Fiscales (YPF) des spanischen Erdölkonzerns Repsol durch die argentinische Regierung im April 2012 hatte für internationale Kritik gesorgt, während in Argentinien das Vorgehen auf mehrheitliche Zustimmung traf. YPF bildete mit rund einem Drittel der argentinischen Öl- und einem Viertel seiner Gas-Fördermenge den größten Förderkonzern des Landes. Mit der Verstaatlichung erhoffte sich Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, wieder mehr Kontrolle über die Energieressourcen sowie einen Ausgleich in der Energie- und Handelsbilanz zu schaffen. Nach der Enteignung von 51 Prozent der YPF-Aktien reichte Repsol u. a. Klage vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank ein. Gefordert wurde ein Übernahmeangebot der argentinischen Regierung für die verstaatlichten YPF-Anteile und eine angemessene Entschädigung für die durch den Kurseinbruch entstandenen Verluste. Ursprünglich forderte Repsol eine Ausgleichszahlung von 10,5 Mrd. US-Dollar. Nach zweijährigen Verhandlungen einigte man sich auf etwa die Hälfte des Betrages in Form von argentinischen Staatsanleihen. Mit der Veräußerung des gesamten Portfolios der argentinischen Anleihen verdiente Repsol 4,9972 Mrd. US-Dollar. Damit wurden sämtliche Rechtsstreitigkeiten für beendet erklärt. Zusätzlich erlöste Repsol noch 1,255 Mrd. US-Dollar durch den Verkauf des Restanteils der Aktien an YPF in Höhe von 11,86 Prozent. Insgesamt hat Repsol Entschädigungszahlungen von mehr als 6 Mrd. US-Dollar erhalten und plant damit eine Sonderdividende von 1,00 € pro Aktie an seine Aktionäre auszuschütten. Mit der Beendigung des Streits hofft Argentinien wieder auf neue Investoren, um die Öl- und Gasförderung weiter vorantreiben zu können (Bildquelle: Mendoza Economico).


12. Mai 2014 | Brasilien: Deutliche Zunahme der Asylanträge | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: FlaggeIn den letzten vier Jahren ist eine Steigerung der Asylanträge in Brasilien zu beobachten. Im Jahr 2013 wurden 5.256 Anträge gestellt, 2010 waren es noch 566. Laut Brasiliens Justizsekretär Paulo Abrão ist die Erhöhung der Asylanträge eine Folge zunehmender bewaffneter Konflikte in einigen Ländern in Afrika und im Nahen Osten. Die Flüchtlinge, die in Brasilien um Aufnahme ersuchen, kommen aus 15 Ländern, davon zwei Drittel aus Bangladesch, Senegal, Libanon und Syrien. Für André Ramírez, den Vertreter des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen in Brasilien, weist die Zunahme der Asylanträge auf die stärkere Bedeutung Brasiliens im internationalen Geschehen hin. Für ein Land mit einer Bevölkerung von ca. 201 Millionen nimmt sich die Zahl der aufgenommenen Flüchtlinge allerdings bescheiden aus: 2010 wurden gerade einmal 126 Anträge bewilligt, 2013 auch nur 649. Mittlerweile ist die brasilianische Regierung auf Forderungen der Flüchtlinge eingegangen; seit Oktober 2013 werden diese im Ausweis als Einwohner und nicht mehr als Flüchtlinge bezeichnet. Besitzer alter Ausweise haben das Recht auf eine Veränderung des Eintrags, müssen aber die Kosten selbst übernehmen. Darüber hinaus bekommen Flüchtlinge in Brasilien inzwischen auch eine Arbeitserlaubnis.


05. Mai 2014 | Panama: Überraschender Wahlausgang bei der Präsidentschaftswahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Panama

Panama: Juan Varela siegt bei den Präsidentschaftswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscJuan Carlos Varela heißt der neue Präsident Panamas. Er löst Ricardo Martinelli ab, der laut Verfassung nicht zur Wiederwahl antreten durfte. Dieser hatte jedoch alles Mögliche versucht, weiterhin Einfluss auf die Politik des Landes auszuüben. Beispielsweise stellte er an die Seite des Regierungskandidaten der Partei Cambio Democrático (CD), José Domingo Arias, seine Ehefrau Marta Linares als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin auf. Umso überraschender fiel die Niederlage dieses Duos gegen Juan Varela aus, der noch 2011 Außenminister unter Martinelli gewesen war. Varela erzielte nach dem vorläufigen Endergebnis 39 Prozent der Stimmen, Arias 32 Prozent. Der neue Präsident profitierte damit sicherlich von dem starken Abschneiden des Drittplatzierten, Juan Carlos Navarro von der Partido Revolucionario Democrático (PRD), der 27 Prozent auf sich vereinigen konnte. Wichtigstes Thema bei der Wahl bildete die (gegenseitige Anschuldigung von) Korruption und der zunehmend autoritäre Stils Martinellis, der nach und nach seinen Einfluss auf die anderen Gewalten im Staat vergrößert hat. Varelas Wahlbündnis zwischen der Partido Panameñista und der Partido Popular kam auch bei den zeitgleich abgehaltenen Wahlen zur Nationalversammlung auf die meisten Stimmen, verpasste aber die absolute Mehrheit (Bildrechte: Quetzal-Redaktion, ssc).


02. Mai 2014 | Lateinamerika: Vielfältige Aktionen zum Internationalen Tag der Arbeit | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Vielfältige Aktionen zum Internationalen Tag der Arbeit - Foto: Quetzal-Redaktion, sscAm 1. Mai fanden überall in Lateinamerika Demonstrationen und Protestaktionen statt. In Caracas bekundeten zwei Millionen Venezolaner ihre Unterstützung für den Kurs der Regierung von Nicolás Maduro. Evo Morales, der in La Paz zusammen mit Führern der bolivianischen Gewerkschafts-zentrale COB die Mai-Kundgebung anführte, gab die Anhebung des Mindestlohnes um 20 Prozent bekannt. In Kolumbien forderten die drei großen Gewerkschaftsverbände CUT (Confederación Unitaria de Trabajadores) CGT (Confederación General de Trabajadores) und CTC (Confederación de Trabajadores de Colombia) bessere Arbeitsbedingungen und solidarisierten sich mit dem Streik im Agrarsektor des Landes. In Brasilien forderten die Gewerkschaften die Einführung der 40-Stunden-Woche. In Havanna war der Platz der Revolution voller Menschen, die von Staatschef Raúl Castro und Ulises Guilarte Nacimiento, Generalsekretär des kubanischen Gewerkschaftsverbandes CTC (Central de Trabajadores de Cuba) begrüßt worden. Am selben Tag stellte Elizabeth Tinoco, Regionalbeauftragte der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) für Lateinamerika eine Studie vor, in der die Schaffung von 43,5 Millionen neuen Arbeitsplätzen im Lauf der nächsten zehn Jahre gefordert wird. Außerdem wird darauf verwiesen, dass über die Hälfte der Beschäftigten im informellen Sektor beschäftigt sind. Angesicht von Prognosen, die eine deutliche Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums (2,3 bis 2,7 Prozent) vorhersagen, wird es schwer sein, die  Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent (2013) auf diesem historisch niedrigen Niveau zu halten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


27. April 2014 | Kolumbien: Gustavo Petro Urrego wieder zum Bürgermeister von Bogotá ernannt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Präsident und Ex-Verteidigungsminister Juan Manuel Santos - Foto: Public DomainStaatspräsident Juan Manuel Santos gab am vergangenen Mittwoch bekannt, dass der von ihm im Dezember 2013 abgesetzte Bürgermeister von Bogotá, Gustavo Petro Urrego, nun wieder sein Amt ausführen wird. Der beliebte Politiker aus der linken Fraktion wurde damals u. a. beschuldigt, die Verfassungsgrundsätze der freien Marktwirtschaft verletzt zu haben, da er private Entsorgungsdienstleistungen bei der Vergabe von Aufträgen für die städtische Müllabfuhr ausschloss. Die Amtsenthebung sowie das fünfzehnjährige Ausführungsverbot öffentlicher Ämter erfolgte trotz gegenläufiger Forderung der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) und zog zahlreiche Anhänger Petros auf die Straßen, um gegen seine Absetzung zu protestieren. Nun musste sich der konservative Präsident Santos dem gerichtlichen Beschluss beugen. Per Twitter äußerte er: »Ich habe ein Dekret unterschrieben, den Bürgermeister Petro wieder einzusetzen. Meine Pflicht als Präsident ist, war und wird es immer sein, die Gesetze zu befolgen.« (Bildquelle: Public Domain)


24. April 2014 | Brasilien: Krawalle auf der Copacabana nach Tod eines jungen Tänzers | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Favela Dona Marta. Foto: Quetzal Redaktion, hlrDie genauen Umstände sind noch ungeklärt. Der 26-Jährige Rafael da Silva Pereira war am Dienstagmittag nach Angaben seiner Mutter auf dem Weg zu seiner Tochter, als er zu Tode kam. Polizisten sollen ihn nach Angaben der Anwohner geprügelt und dann erschossen haben. Die Polizei weist die Beschuldigungen zurück und wartet nun auf das Ergebnis der Untersuchungen. Noch am selben Abend versetzten hunderte Menschen mit brennenden Barrikaden und selbstgebauten Sprengkörpern das weltbekannte Viertel Copacabana in Ausnahmezustand. Sie protestierten gegen die vehemente Polizeigewalt in den favelas. Die bewaffnete Polizei rückte daraufhin mit Wasserwerfern und Helikoptern an, wobei wiederum ein Mann durch einen Kopfschuss getötet und ein 12-Jähriger Junge angeschossen wurde. Strukturelle Gewalt von Polizisten gegen Bewohner der Armenviertel, oftmals, wie auch in diesem Fall, dunkler Hautfarbe, sind leider immer noch eher Regel als Ausnahme. Von jährlich bis zu 1000 durch Polizisten getöteten Menschen geht Amnesty International allein in Rio de Janeiro aus. Der Tod des jungen Mannes zeugt jedoch von besonderer Tragik. Erst im vergangenen Jahr spielte er als Protagonist in dem Kurzfilm Made in Brazil mit. Der sechsminütige Film erzählt mit kritischem Blick auf die bevorstehende WM die Geschichte eines jungen Mannes, der vom Fußballspiel mit Freunden an der Copacabana zurück in die favela Pavão Pavãozinho kehrt. Dabei wird er von zwei Polizisten ohne Grund beleidigt und erschossen. Jetzt ist Rafael dieser immer widerkehrenden Geschichte wohl selbst zum Opfer gefallen, in genau derselben favela. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, hlr)


23. April 2014 | Lateinamerika: Aufruf zu gemeinsamer Ressourcenpolitik der UNASUR | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA Worldwind Blue MarbleAlí Rodríguez Araque, der venezolanische Sekretär der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), rief im vergangenen Monat in Buenos Aires die zwölf Mitgliedsländer auf, eine Vereinbarung über den gemeinsamen Umgang mit ihren Ressourcen zu erreichen. Unter den mehr als 17 Millionen Quadratkilometern, die die UNASUR-Länder einnehmen, befinden sich 20 Prozent der weltweiten Erdölreserven sowie andere Mineralien, so zum Beispiel 65 Prozent des  Lithiums, 42 Prozent des Silbers und 38 Prozent des weltweiten Kupfers. Eine der wichtigsten Süßwassersreserven der Erde ist das Guaraní-Grundwasservorkommen. Doch trotz des Reichtums an Ressourcen lebt ein großer Teil der Bevölkerung (ca. 137 Millionen Menschen) unterhalb der Armutsgrenze. Wie kann dieser Widerspruch gelöst werden? Die Antwort von Rodríguez Araque darauf lautet, dass man die Unabhängigkeit und soziale Entwicklung Südamerikas nur fördern kann, wenn alle Länder an einem Strang ziehen. Echte Unabhängigkeit ist nur möglich, wenn das Problem der einseitigen Abhängigkeit Lateinamerikas gelöst wird – eine Aufgabe, die nur gemeinsam und mit Aufrichtigkeit bewältigt werden kann. (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble)


17. April 2014 | Kolumbien, Lateinamerika: Gabriel García Márquez ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

Gabriel García Márquez - Foto: Jose LaraDer kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist heute im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben. Noch vor wenigen Tagen konnte er aus einer Klinik entlassen werden, nachdem er dort Anfang April aufgrund einer Lungenentzündung eingeliefert worden war. „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Chronik eines angekündigten Todes“ sind die Werke, die ihn weltweit berühmt gemacht hatten. Allein sein Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ wurde in 37 Sprachen übersetzt und 25 Millionen mal verkauft. 1982 erhielt er den Literaturnobelpreis. Er hat nicht nur den Magischen Realismus zur Blüte gebracht, sondern war auch stets sehr engagiert, wenn es um politische Fragen in Lateinamerika ging. Die Welt hat einen großen Schriftsteller verloren (Bildquelle: Jose Lara_).


11. April 2014 | Chile: Fischer nehmen nach Tsunami-Katastrophe die Arbeit wieder auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Fischereischiffe, Foto: Cristián Becerra AbarcaDie Präsidentin Michelle Bachelet rief als Folge des Erdbebens und des davon ausgelösten Tsunamis vom vergangenen Dienstag die Minister zusammen. Innerhalb von 24 Stunden verabschiedete der Kongress eine Übergangsregelung, die der Fischerei in den betroffenen Regionen Arica, Parinacota und Tarapacá eine schnelle Wiederaufnahme des Fischfangs ermöglichen soll. Gesetzliche Richtlinien für die Fischerei sollen dafür gelockert sowie Unterstützung bei der Reparatur oder Ersetzung beschädigter Boote zugesichert werden, so Luis Felipe Céspedes, Minister für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus im chilenischen Parlament. Die Fischerei in Iquique beklagte dabei einen immensen Schaden ihrer Flotte. Die Mehrzahl der Schiffe sei verschwunden oder zerstört. Das Bild gleiche einem Meer von schwimmendem Holz. Die Lebensgrundlage der Fischer sei dadurch zerstört, und sie wären auf die Hilfe der Regierung angewiesen. Bereits im Jahr 2010 erfasste ein Erdbeben die zentrale Region Chile und löste einen Tsunami aus. Dabei starben ca. 500 Menschen, und es entstand ein erheblicher Sachschaden. Die freigesetzte Energie des Bebens war so stark, dass sogar die Rotation der Erde beeinflusst wurde und jener Tag um einen Bruchteil einer Sekunde verkürzte. Das weltweit stärkste Beben mit der Größe 9,5 ereignete sich ebenfalls in Chile im Jahr 1960. Mehr als 5.000 Menschen wurden damals getötet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Cristián Becerra Abarca)


07. April 2014 | Costa Rica: Erwartetes Resultat bei der Stichwahl um das Präsidentenamt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Luis G. Solís ist Sieger bei den Präsidentschaftswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Costa Rica am Sonntag, 06.04.2014, gab es das erwartete Ergebnis: Luis G. Solís setzte sich mit 77,9 Prozent der Stimmen klar gegen Johnny Araya, der 22,1 Prozent erhielt, durch. Nur knapp 1,6 Millionen Wähler gingen zu den Wahlurnen. Die Wahlbeteiligung lag damit bei lediglich 56,8 Prozent. Allerdings war diese schlechte Wahlbeteiligung bereits im Vorfeld der Stichwahl erwartet worden. Denn Johnny Araya, Kandidat der bislang regierenden Partei der Nationalen Befreiung (Partido Liberación Nacional, PLN), hatte bereits Anfang März angekündigt, seine Wahlkampagne einzustellen, da schon damals die Umfragen Solís weit vorn sahen. Um kein Geld zu verschwenden, wollte Araya gar von der Stichwahl zurücktreten. Das ist aber laut costa-riguanischer Verfassung verboten. Und so wurde die Stichwahl zur Farce. Araya gestand seine Niederlage bereits ein und gratulierte dem neuen Präsidenten. Der Universitätsprofessor Luis G. Solís erhielt im Gegensatz zum ersten Wahlgang nun in allen Provinzen eine klare Zustimmung. Allerdings wird seine Regierungszeit nicht einfach. Denn im Parlament verfügt seine Partei der Bürgerlichen Aktion (Partido Acción Ciudadana, PAC) über gerade ein Viertel der Sitze. Koalitionen sind also notwendig, wobei auch Araya eine Zusammenarbeit angeboten hat. Mit Blick auf Solís’ Hauptprogrammpunkt, die Korruptionsbekämpfung in der öffentlichen Verwaltung, wird dies eine schwierige Aufgabe. Laura Chinchilla, Präsidentin des Landes von 2010 bis 2014, durfte sich laut Verfassung nicht zur Wiederwahl stellen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


03. April 2014 | Ecuador: Neue Einwanderungsbestimmungen für kubanische Staatsbürger | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kuba

Ecuador: Neue Einwanderungsbestimmungen für kubanische Staatsbürger - Foto: Aidutxi18Das ecuadorianische Außenministerium gab bekannt, dass ab dem 01. April 2014 die Erfordernis einer eidesstattlichen Verpflichtungserklärung für die Einreise kubanischer Bürger/innen nach Ecuador entfällt. Zuvor musste sich der/die Einladende in einem notariell beglaubigten Einladungsschreiben verpflichten, die Kosten für den Lebensunterhalt sowie die medizinische Versorgung des kubanischen Gastes zu übernehmen. Die Verpflichtungserklärung wurde im Januar 2013  eingeführt, um Migrationsströme effektiv verwalten und steuern zu können. Im Jahr 2008 wurden nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik und Volkszählung (INEC) 10.955 Kubaner in Ecuador aufgenommen. Im darauf folgenden Jahr stieg die Zahl der kubanischen Emigranten auf 27.065 Kubaner an. Im Jahr 2012 wurden schließlich 18.058 Exil-Kubaner registriert. Von der Aufhebung der Einreisebeschränkung profitieren nach Einschätzung der ecuadorianischen Regierung beide Länder. In verschiedenen Branchen wie Gesundheit, Bildung oder Technik können kubanische Fachleute einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung Ecuadors leisten. So gab Fernando Cordero, der Präsident des Verwaltungsrates des ecuadorianischen Instituts für Soziale Sicherheit (IESS), am vergangenen Freitag die Einreise von mehr als 200 kubanischen medizinischen Fachkräften nach Ecuador in den kommenden zwei Monaten bekannt (Bildquelle: Aidutxi18).


31. März 2014 | Mexiko: 100. Geburtstag von Octavio Paz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: 100. Geburtstag von Octavio Paz - Foto: John LeffmannMit einer Briefmarke und einem Los der Nationalen Lotterie, die sein Porträt tragen, erinnert Mexiko an seinen Literaturnobelpreisträger Octavio Paz (1914-1998). Wichtiger dürften jedoch die zahlreichen Neuauflagen seiner Werke sein sowie die Veranstaltungen und Lesungen aus Anlass des 100. Geburtstages des Dichters und Essayisten am heutigen 31. März. Vor einer Woche, am 24. März, begann das offizielle Gedenken, das mexikanische Parlament rief das Jahr 2014 als Octavio-Paz-Jahr aus. So ungetrübt war das Verhältnis des mexikanischen Staates zu dem Dichter nicht immer. Paz bezeichnete sich einst selbst als einen „vollkommenen Liberalen“ und „verantwortungsvollen Linken“, aus Protest gegen das Massaker von Tlatelolco 1968 legte er sein Amt als Botschafter in Indien nieder und ging für zwei Jahre in ein freiwilliges Exil. Jahre später söhnte er sich mit den Herrschenden aus, für die Politik der Präsidenten Salinas de Gortari und Zedillo zeigte er Verständnis und schlug z.B. eine militärische Lösung als Reaktion auf den Aufstand der Zapatisten vor. Andererseits warf er Kollegen wie Gabriel García Márquez und Carlos Fuentes ihr politisches Engagement vor. Octavio Paz hatte mit seinem 1950 veröffentlichten Essay „Das Labyrinth der Einsamkeit“ einen Klassiker der mexikanischen Literatur geschaffen, eine kulturell, historisch und soziologisch angelegte Erkundung der mexicanidad. Sein umfangreiches und facettenreiches lyrisches Werk ist bis heute von großem Einfluss, vor allem in der spanischsprachigen Welt. Bereits als Siebzehnjähriger veröffentlichte Octavio Paz seine ersten Gedichte; der Dichter, so schrieb er einmal, habe die Aufgabe, „die Worte aufzuwerten“ (Bildquelle: John Leffmann_).


25. März 2014 | Brasilien: Wasserknappheit in São Paulo | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Wasserversorgungsreservoirs der Region São Paulo, betrieben vom Unternehmen Sapesp (Foto: Agencia Brasil, Sapesp / Divulgação )Aufgrund übermäßiger Hitze und geringen Niederschlägen in den letzten Monaten ist der Pegel des größten Wasserversorgungsreservoirs der Region São Paulo, das Sistema Cantareira, auf ein Rekordtief gesunken. Das verbleibende Volumen des Wasserspeichers beläuft sich aktuell nur noch auf knapp 14,5%. Das könnte bei anhaltendem Regenmangel zur Folge haben, dass viele Haushalte in den kommenden Monaten extremer Wasserknappheit ausgesetzt sein werden. Es wurde bereits von Anwohnern in São Paulo berichtet, dass sie seit einigen Tagen von der Wasserversorgung gänzlich abgeschnitten seien. Das zuständige Unternehmen Sabesp versicherte unterdessen, dass die letzten Sicherheitsreserven, das „volume morto“, die Wasserversorgung noch vier Monate tragen könne. Der Vorsitzende der Sapesp erklärte, die Nutzung der Notfallreserven könne „kurzfristig dazu beitragen, den Versorgungsnotstand zu vermindern.“ Dass sich das System davon wieder erholt, könne jedoch lange dauern. Für die kommenden Wochen ist weiterhin kaum Niederschlag in Aussicht. (Bildquelle: Agencia Brasil, Sapesp / Divulgação)


20. März 2014 | Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter - Bild: © OECDDer am vergangenen Dienstag erschienene OECD-Bericht „Gesellschaft auf einen Blick“ weist den beiden lateinamerikanischen OECD-Mitgliedern Chile und Mexiko quasi die rote Laterne zu. Bei einer Vielzahl der erfassten sozialen Indikatoren schneiden diese beiden Ländern sehr schlecht ab. So ist Chile das Land mit der höchsten Einkommensungleichheit. Der Gini-Index in dem südamerikanischen Land liegt bei 0,5, in Mexiko, das auf dem vorletzten Platz liegt, bei 0,47. Im OECD-Durchschnitt beträgt der Index 0,39. Mit 4.800 US-Dollar haben die Mexikaner das niedrigste jährliche Durchschnittseinkommen (OECD-Durchschnitt: 20.400 USD). 38% von ihnen verdienen nicht genug, um sich ausreichend Lebensmittel zu kaufen. In Chile betrifft das gut ein Viertel der Bevölkerung. Kein OECD-Mitglied gibt so wenig Geld für Sozialausgaben aus wie Mexiko, gerade einmal 7% werden für soziale Unterstützungen aufgewendet. In Chile sind es nur 3% mehr. Mexiko ist in der OECD-Gruppe zudem eines der wenigen Länder ohne Arbeitslosenversicherung (Bildquelle: © OECD_).


15. März 2014 | Chile: Michelle Bachelet – Eine besondere Frau geht ihren nicht gewöhnlichen Weg | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ex-Präsidentin Michelle Bachelet im Jahr 2012 - Foto: Ricardo Stuckert, AgenciaBrasilMichelle Bachelet ist erst am 11.03.2006 ins Blickfeld vieler gerückt, als erste Frau im chilenischen Präsidentenamt. Politisch aktiv ist sie sehr viel länger. Und ihre Biographie ist geprägt durch die Entwicklungen, Brüche und Widersprüche des Chile der letzten 50 Jahre. Ein wichtiger Punkt war ihr Eintritt in die Sozialistische Partei nach ihrer Rückkehr nach Chile im Jahr 1979. Eine besondere Wegmarke ist ihre Ernennung zur Gesundheitsministerin im Jahr 2000, noch mehr aber 2002 die zur Verteidigungsministerin. Und damit wurde sie die Dienstherrin der von der Pinochet-Diktatur geprägten Armee, unter deren Terror ihre Familie und sie selbst gelitten hatten. Weltweit bekannt wurde sie dann durch ihre Wahl zur chilenischen Präsidentin. Das Verfassungsverbot einer direkt anschließenden Wiederwahl gab ihr 2010 die Möglichkeit, die Leitung der UNO- Frauenorganisation zu übernehmen, worum sie vom UNO- Generalsekretär gebeten worden war. Seit dem 15.12.2013 ist sie wieder die Präsidentin Chiles. Ihre Wahl erfolgte mit einer erheblich deutlicheren Mehrheit als 2006! Wird sie ihre Ziele wie z. B. ein gerechteres und moderneres Bildungssystem umsetzen können? Was bringt die Zukunft, Senñora Presidente? (Bildrechte: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert).


10. März 2014 | Kolumbien: Kongresswahlen im Zeichen der Konservativen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Kongresswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei den Senats- und Abgeordnetenwahlen in Kolumbien hat die Allianz Unidad Nacional der drei Mitte-Rechts-Parteien um den Präsidenten Juan Manuel Santos einen deutlichen Sieg errungen. Die Koalition erreichte 47 von 102 Sitzen im Senat und 91 von 167 Mandaten im Abgeordnetenhaus. Damit gilt Santos auch als Favorit bei den Präsidentschaftswahlen am 25. Mai 2014. Sein schärfster Widersacher kommt jedoch nicht aus dem linken Lager, das mit zehn Sitzen im Senat weiterhin schwach bleibt. Vielmehr etabliert sich Ex-Präsident Álvaro Uribe mit seiner neu gegründeten Partei Centro Democrático am rechten Rand zur stärksten Oppositionspartei. Er kritisiert Santos für dessen Verhandlungen mit der FARC, die dadurch als politische Akteure anerkannt würden und favorisiert stattdessen das militärische Vorgehen gegen die Guerilla-Organisation. Der Machtkampf zwischen Präsident und Ex-Präsident spiegelt sich auch im Wahlverhalten in den Departments wider. An der Karibik- und Pazifikküste und einem Teil der Llanos Orientales triumphiert weitgehend die Koalition um Santos, während im Landesinnern, im Eje Cafetero, in den Llanos und im Süden Uribes Centro Democrático die meisten Stimmen erhielt. Umweltthemen und die Grüne Partei gewinnen an Bedeutung. Mit 540.000 Stimmen gewann sie fünf Sitze im Senat. Diese parteispezifische Betrachtung der Wahl darf jedoch nicht vergessen machen, dass nach wie vor das politische Geschehen in Kolumbien weitgehend auf drei Pfeilern ruht: 1) regionale Dynastien von Politikern; 2) der Nepotismus von Bürgermeistern und Gouverneuren zugunsten von Familienangehörigen; 3) der Fortbestand des Erbes von verurteilten Politikern (meist Paramilitärs) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


06. März 2014 | Mexiko: Sympathie für „El Chapo“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Kokain - Foto: Presidencia de la República MexicoDie mexikanische Regierung bemüht sich, die Identität von Joaquín „El Chapo“ Guzmán, des am 22. Februar 2014 festgenommenen Drogenbosses des Sinaloa-Kartells, zweifelsfrei zu bestätigen. Währenddessen sammeln sich Unterstützer für „El Chapo“. In Culiacán und Guamúchil, zwei Städten im Bundesstaat Sinaloa, fanden sich mehr als 1.000 Sympathisanten, um für den Drogenboss zu demonstrieren. Sie setzten sich für seine Freilassung ein und wollen seine Auslieferung in die USA verhindern. Diese Form der Unterstützung von Schwerstkriminellen durch Teile der Bevölkerung ist in Mexiko kein neues Phänomen. Im Jahr 2010 gingen Einwohner der Stadt Apatzingán im Bundesstaat Michoacán auf die Straße, um ihre Sympathie für das Drogenkartell „La Familia“ zu bekunden. Seinerzeit war der Führer dieses Kartells von der Polizei in Apatzingán erschossen worden. Da die Kartelle dort wirksam werden, wo die Regierung es schon lange nicht mehr ist und Arbeit, Geld für Arme oder für Schulen zur Verfügung stellen, ist die große Sympathie, die ihnen in Teilen der Bevölkerung entgegengebracht wird, nicht wirklich verwunderlich. Nach Meinung von Experten sind solche Demonstrationen ein klarer Beleg für die Verankerung der kriminellen Gruppen in der Gesellschaft und für die Schwäche der Regierung.(Bildquelle: Presidencia de la República Mexico)


04. März 2014 | Chile: Zehn Jahre Geisterstadt Chuquicamata | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Die Kupfer-Mine Chuquicamata - Foto: Quetzal-Redaktion, mkChuquicamata ist vor allem wegen einem der grössten Kupfertagebaue der Welt bekannt. Aber nach dem Beitritt von Chile zum internationalen Umweltschutzabkommen wurden die Bewohner der gleichnamigen Stadt 2004 evakuiert, weil die Gesundheitsgefährdung durch die Staubemissionen aus den Bergbauaktivitäten zu hoch war – zumal es eine Gegend ist, in der es so gut wie nie regnet und somit die Luft nicht mit Regen „gewaschen“ wird. Die ehemaligen Bewohner wurden in die Großstadt Calama umgesiedelt, die ca. 15 km entfernt ist. Dieser Einschnitt in ihr Leben brachte für die Chuquimateños wenig Positives mit sich. Neben dem Verlust der Heimat droht vielen auch das Abgleiten in Armut. Denn in Chuquicamata wurden den Arbeitern die Wohnungen kostenlos zur Nutzung übergeben, in Calama kosten diese Geld. In der Region wurden unlängst weitere Kupfererzvorkommen entdeckt, und es finden sich auch andere abbauwürdige Minerale. Ein Ende des Bergbaus ist deshalb nicht zu erwarten. Inwiefern Chile dabei Umweltbelange beachtet, bleibt die große Unbekannte. Das Beispiel Chuqicamata zeigt ja, dass zwar die Bewohner des Dorfer vor den Feinstaubemissionen in Sicherheit gebracht wurden. Aber die Emissionen gibt es weiterhin. Auch zeigt sich beim Abbau sehr häufig, dass die verwendeten giftigen Chemikalien die Natur verseuchen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mk).


17. Februar 2014 | Brasilien: Weitere Anklagen im Prozess zum Carandiru-Massaker | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Carandiru - Foto: Agencia Brasil, Sergio AndradeAm heutigen Tag beginnen in dritter Instanz die Verhandlungen zum Carandiru-Massaker vom 2. Oktober 1992. Vor mehr als 21 Jahren wurde während eines Gefängnisaufstandes die Erstürmung einzelner Zellenblöcke durch die Militärpolizei angeordnet. Hierbei wurden 111 Menschen getötet und 87 verletzt. An der gewaltsamen Niederschlagung – bei der auch unbewaffnete, sich bereits ergebene Insassen erschossen wurden – müssen sich nun erneut 15 Polizisten für den Tod von acht Gefangenen verantworten. Durch die Einbindung einer großen Anzahl an Angeklagten und Opfern wurde der Prozess in insgesamt vier Instanzen unterteilt, analog der vier Etagen von Haus 9, in welchem das Massaker stattgefunden hat. Im April 2013 wurden bereits 23 Polizisten für den Mord an 13 Häftlingen zu je insgesamt 156 Jahren Haft verurteilt. In zweiter Instanz weitere 25 Polizisten zu je 624 Jahren Haft wegen Mordes von 52 Insassen. Wie auch schon bei der Verurteilung des kommandierenden der Militärpolizei, Ubiratan Guimarães, bleiben die Polizisten durch Unfähigkeit der Justiz in der Regel auf freiem Fuß oder erwirken in weiteren Instanzen zweifelhafte Freisprüche. Das Casa de Detenção de São Paulo, wie Carandiru offiziell bezeichnet wird, wurde im 2002 geschlossen. Mit über 8.000 Insassen galt es einst als größte Haftanstalt in Südamerika. (Bildquelle: Agencia Brasil, Sérgio Andrade)


13. Februar 2014 | Mexico: Nahrungsmittelkrise in Guerrero | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexico: Mais- Foto Quetzal Redaktion glIm Bundesstaat Guerrero, Mexiko, befinden sich über 150 Kommunen am Rand einer Nahrungsmittelkrise. Diese im Hochgebirge von Guerrero gelegenen Kommunen wurden von den Hurrikans Manuel und Ingrid im September 2013 komplett zerstört. Viele der Opfer stehen vor dem Nichts. Auf Grund der mangelhaften Unterstützung seitens der Regierung mussten die Einwohner, die mehrheitlich zu den Nahua gehören, für den Neuaufbau auf ihre einigen Reserven zurückgreifen. Die Erntevorräte an Mais und anderen Nahrungsmitteln aus dem letzten Jahr sind aber inzwischen fast aufgebraucht. Damit sind die circa 92.000 Einwohner der Region auf Regierungshilfe angewiesen. Insgesamt wären für das kommende Jahr circa 30.800 Tonnen Mais, 6161 Tonnen Reis und 6161 Tonnen Bohnen für die betroffenen 20.000 Familien notwendig. Berichten zufolge hat die Regierung 16 Millionen Euro für diese Phase bereitgestellt, das sind nur 0,9 Prozent des gesamten Investitionsvolumens von Guerrero. Diese Region in Guerrero gilt als eine der der ärmsten Regionen weltweit (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl)


11. Februar 2014 | Nicaragua: Parlament stimmt mehrheitlich für die umstrittene Verfassungsreform | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Wahlkampagne der FSLN-Partei 2012 - Foto: Quetzal-Redaktion, achAm 29.01.2014 stimmten die Abgeordneten mehrheitlich für die Reform von 51 Artikeln der nicaraguanischen Verfassung. Besonders die Reform des Artikels 147 ruft viel Kritik seitens der Opposition und der Zivilgesellschaft hervor. Denn damit wurde die Begrenzung auf insgesamt zwei Amtsperioden des Staatschefs aufgehoben und die unbegrenzte Wiederwahl zugelassen. Somit darf der jetzige Staatpräsident, FSLN-Führer Daniel Ortega, wiedergewählt werden. Für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen reicht nunmehr eine einfache Mehrheit, die zweite Runde wurde abgeschafft. Der Staatschef hat künftig das Recht, Dekrete mit Gesetzeskraft zu erlassen. Zudem dürfen Angehörige von Militär und Polizei öffentliche Ämter innehaben. Darüber hinaus wurden die sozialistischen, christlichen und solidarischen Werte als Werte der Nation in der neuen Verfassung aufgenommen. Daniel Ortega, der schon das Parlament, die Legislative und die Wahlbehörde kontrolliert, sichert sich mit den Reformen weitere Machtbefugnisse. Die Verfassungsreform, so Kritiker, verletze die demokratischen Werte des Landes. Für die Abstimmung der Verfassungsänderung reichten 64 Stimmen, die leicht mit den Stimmen der FSLN-Abgeordneten (63 von 92 Sitzen in der Nationalversammlung) zu erreichen waren (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach).


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