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Noticias Lateinamerika

21. Mai 2015 | Kuba, USA: Dritte Verhandlungsrunde für Normalisierung der Beziehungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Cuba: Barack Obama trifft Raúl Castro - Foto: The White HouseHeute treffen sich Vertreter Kubas und der USA zum dritten Mal zu bilateralen Gesprächen. Es wird erwartet, dass in dieser Runde die letzten Hindernisse für die Eröffnung von Botschaften ausgeräumt werden. Während die US-Seite u.a. eine Garantie für den freien Zugang von kubanischen Dissidenten zu ihrer Vertretung anstrebt, verlangen die Kubaner die Einhaltung des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen, das Diplomaten verpflichtet, die Gesetze des Empfängerstaates zu respektieren und sich nicht in seine inneren Angelegenheiten einzumischen. In den USA wächst derweil die Lobbyarbeit für eine schnelle Umsetzung der Lockerungen gegenüber Kuba. Die Wirtschaft steht in den Startlöchern und hofft auf Unterstützung für ihr Engagement in dem Karibikstaat. Das in diesem Monat gegründete Komitee „New Cuba PAC“ soll Gelder akquirieren, um Kongresskandidaten zu unterstützen, die die Öffnung gegenüber Kuba vorantreiben. Die Organisation „Engage Cuba“, ein Zusammenschluss von Unternehmen, Handelsorganisationen und Gruppen der Zivilgesellschaft, soll in Kürze formal gegründet werden. Erklärtes Ziel ist es, schnell Bedingungen zu schaffen, damit die US-Unternehmen nicht weiter am Rande stehen müssen, während andere Länder schon lange Wirtschaftsbeziehungen zu Kuba pflegen (Bildquelle: The White House).


19. Mai 2015 | Mexiko: Im Fokus auf der spanischsprachigen Buchmesse in Los Angeles | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Landkarte USA und Mexiko - Karte: University of Texas at AustinVom 15. bis zum 17. Mai 2015 fand in Los Angeles die große „Latino“-Buchmesse LéaLA statt. Organisatoren waren die Macher der Feria Internacional del Libro de Guadalajara. Bereits zum 4. Male fand die Verkaufsmesse statt, und es waren neben ca. 85.000 Besuchern auch 300 Verlage im Los Angeles Congress Center vertreten. Los Angeles ist der County mit der höchsten Einwohnerzahl der USA und gleichzeitig auch derjenige mit dem größten Anteil an Bevölkerung mit lateinamerikanischer Abstammung: 48% der Bewohner Los Angeles’ stammen aus Ländern südlich des Rio Grande. „Gaststadt“ bei der diesjährigen Messe war Mexiko-Stadt. Die Messe stellt nämlich nicht nur eine Plattform zur Kulturvermittlung dar, sondern soll die latino-stämmige Bevölkerung in den USA, in diesem Fall explizit auch die mexikanische, zu den Vorkomnissen in ihrem Herkunftsland informieren. An zahlreichen runden Tischen informierten und diskutierten Journalisten und Autoren über die Themen, die derzeit in Mexiko wohl oder übel an der Tagesordnung stehen: die Verstrickung der Regierung in den Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen, die Verfassungskrise. Obwohl Rücküberweisungen an die Angehörigen im Land den zweitwichtigsten Wirtschaftsfaktor Mexikos darstellen, hat die mexikanische Bevölkerung in den USA oft wenig Zugang zu zuverlässigen Informationen über das, was im Land tatsächlich vor sich geht. Der Journalist Javier Valdez betont, dass es eine derartige Diskussions-Plattform wie in Los Angeles in Mexiko beinahe nicht gebe. Viele Mexikaner in den USA seien jedoch begierig auf Neuigkeiten aus ihrem Land, welche sie zum Beispiel in den Publikationen von Valdez und einige seiner Kollegen zum Thema Drogenhandel und die Beziehungen zum mexikanischen Staat auffinden. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


16. Mai 2015 | Südamerika: Mehr Integration durch Re-Industrialisierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Union Südamerikanischer Staaten: UNASURErnesto Samper, Generalsekretär der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) und von 1994 bis 1998 Präsident Kolumbiens, hat sich bei seinem viertägigen Besuch in Brasilien für die Re-Industrialisierung der Region ausgesprochen. Auf einem Seminar zur „Integration der Wertschöpfungsketten in Südamerika“ in Sao Paulo, an dem auch der brasilianische Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva teilnahm, verwies er auf die Notwendigkeit, die Infrastruktur auszubauen. In diesem Zusammenhang hob er sieben Projekte hervor, darunter den Korridor Caracas – Bogotá – Buenaventura / Quito, die interozeanische Eisenbahnverbindung Paranaguá – Antofagasta sowie die Verbesserung des Schiffsverkehrs der Flüsse des Rio-de-la-Plata-Beckens. Neben der engeren Integration der 12 UNASUR-Staaten komme es auch darauf an, die Zusammenarbeit mit China, Indien und Russland zu verbessern. Vor allem die 2014 geschaffene Entwicklungsbank der BRICS böte gute Möglichkeiten, die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. In einem Interview setzte sich Samper für die Schaffung einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft für alle Südamerikaner ein. Auf die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern angesprochen, erwiderte er, dass es darauf ankomme, die Entideologisierung der gegenseitigen Beziehungen mit einer Repolitisierung der UNASUR zu verbinden. Jede Nation könne auf der Basis der eigenen Vorstellungen ihren Beitrag zur Integration leisten. Nach dem neoliberalen Alptraum der 1990er Jahre sei es außerdem an der Zeit, die soziale Inklusion aller Bürger zu einem festen Bestandteil der Relegitimation des demokratischen Systems zu machen.


12. Mai 2015 | Peru: Der Konflikt um das Bergbauprojekt Tía María hält weiter an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: NationalflaggeDas Tia Maria Bergwerk in der Nähe von Arequipa stellt eine der größten Kupferreserven in Peru dar. Die internationale Bergbaufirma Southern Copper Corporation spricht von einer durchschnittlichen Produktion von ca. 120.000 Tonnen Kupfer jährlich bei einer voraussichtlichen Lebensdauer der Mine von zwanzig Jahren. Die Investition beträgt rund 1.400 Millionen US-Dollar. Trotz der Erklärung der Minengesellschaft, dass nur Technologien verwendet werden, die den höchsten internationalen Umweltstandards entsprechen, befürchten vor allem die Anwohner des Tambo-Tals in der Provinz von Islay, dass die Inbetriebnahme des Bergwerks der Umwelt erheblich schaden wird. Die jüngsten Proteste gegen das Bergbauprojekt Tía María begannen im März und forderten, laut dem Büro des Bürgerbeauftragten, bislang 186 Verletzte, darunter 111 Polizisten, sowie drei Tote, zwei von ihnen in der vergangenen Woche. Die Regierung versuchte nun in einem Gespräch eine Lösung des Konflikts zwischen Behörden, Landwirten und Vertretern der Bergbaufirma zu erreichen, aber ohne Erfolg. Um eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern, ermächtigte der peruanische Präsident Ollanta Humala am Samstag das Militär, die Kontrolle über ein Gebiet im Süden von Peru zu übernehmen. Die Regierung ermächtigt damit ihr Militär bis zum 7. Juni zum direkten Eingreifen und zur Gewaltprävention, um die Zusammenstöße zwischen Polizei und den Landwirten zu verhindern, die gegen das Bergbauprojekt demonstrieren. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nicht sagen, ob die Lage damit deeskaliert werden kann.


07. Mai 2015 | Bolivien, Chile: Beide Länder verhandeln vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Chile

Chile/Bolivien/Peru: Karte des von Peru und Bolivien verlorenen Territoriums  während des Salpeterkriegs - Foto: KeysangerWährend Ernesto Samper, der Sekretär der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), über die Notwendigkeit der Vereinigung der Länder der Region spricht, bringen Bolivien und Chile ihre Territorialkonflikte jetzt vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Im Jahre 1884 ging der fünfjährige „Salpeterkrieg“ zwischen Chile einerseits sowie Bolivien und Peru andererseits zu Ende. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags von 1904 zwischen Chile und Bolivien verlor letzteres Land 120.000 Quadratkilometer Territorium und damit 400 Kilometer Küste. Nach mehr als einem Jahrhundert reklamiert Bolivien beim Internationalen Gerichtshof eine Revision der territorialen Verluste mit der Hoffnung, den Zugang zum Pazifik wiederzuerlangen. Bolivien argumentiert, Chile habe gegen die Klauseln des von ihm selbst vorgeschlagenen Vertrags verstoßen. Die chilenische Delegation legt heute ihren Standpunkt in dieser Frage vor Gericht dar; danach wird noch in dieser Woche eine zweite Diskussionsrunde stattfinden. In den nächsten Monaten wird der Gerichtshof endgültig entscheiden, ob er für diesen Fall zuständig ist (Bildquelle: Keysanger_).


05. Mai 2015 | Peru: Nahe dran am Minimum des Mindestlohns | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Gewerkschaft CGTP, Generalsekretär Mario Huamán - Foto: Coordinadora Nacional de RadioWährend bei den Mai-Demonstrationen in Deutschland von den Gewerkschaften erneut auf die Notwendigkeit eingegangen wurde, den eingeführten Mindestlohn zu verteidigen und bald möglichst zu erhöhen, steht in Peru eine Anpassung des Mindestlohns auf ein menschenwürdiges Niveau noch in ferner Zukunft. Zwar diskutiert der Nationale Rat der Arbeit (Consejo Nacional de Trabajo) am 07.05.2015 über eine Erhöhung des Satzes. Die Anschauungen über die Höhe der Anpassung liegen dabei allerdings weit auseinander. Während die Arbeitsgeber ein Plus von 75 Nuevos Soles vorsehen, fordern die Gewerkschaften eine Verdopplung des aktuellen Satzes auf dann 1500 Nuevos Soles. Gemäß OECD ist Peru das Land mit dem zweitniedrigsten Mindestlohn weltweit, und das, obwohl der Satz seit seiner Einführung im Jahr 2000 von 345 Nuevos Soles auf 750 Nuevos Soles erhöht wurde. Bei dem derzeitigen Wechselkurs zum Euro entspricht dies 214 Euro pro Monat oder gerade einmal 1,35 Euro pro Stunde bei einer 40 Stundenwoche. Dieser Wert wird noch niedriger, wenn man bedenkt, dass die 40 Stundenwoche oft die Ausnahme darstellt und viele Arbeitnehmer meist 45 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten müssen (Bildrechte: Coordinadora Nacional de Radio Peru).


27. April 2015 | Brasilien: Awá-Indigene nicht mehr sicher | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Abholzung des Amazonas-Regenwaldes - Foto: Agencia Brasil, Antonio CruzDie Führerin einer Gruppe von Awá-Indigenen im Nordosten des brasilianischen Amazonasgebietes ist schwer an Grippe erkrankt. Die Gruppe der Awá lebt zum Teil sesshaft, zum Teil noch zurückgezogen im Wald, wobei die sesshaften Mitglieder bereits Kontakt zur brasilianischen Mehrheitsgesellschaft haben, während die zurückgezogen lebende Gruppe bisher den Kontakt gemieden hat. Die an Grippe und Atemwegsbeschwerden erkrankte Jakarewyj ist Führerin der unkontaktierten Gruppe, welche etwa 100 Mitglieder hat. Im Januar diesen Jahres stellte sie zusammen mit einer weiteren Frau und einem Mann den Kontakt mit ihren sesshaften Verwandten her – aus Gründen, die bisher unbekannt sind. Gegenüber dem Indiginen Missionsrat Brasiliens (CIMI) erläuterte ein Mitglied der kontaktierten Awá, dass die Gruppe um Jakarewyj in eine Situation geraten war, in welcher sie sich von Holzfällern umzingelt sahen. Diese dringen schon seit Jahren in das eigentlich staatlich geschützte Gebiet ein. Im Januar 2014 hatte die brasilianische Regierung nach internationalem Druck die Siedler, Holzfäller und Viehzüchter zwar aus dem Gebiet ausgewiesen. Die Erschließung des Gebietes und damit die Bedrohung von unkontaktierten Gruppen wird jedoch nicht enden, wenn die Behörden nicht nachdrücklicher das Recht der Awá-Gruppen auf ihr Territorium verteidigen (Bildrechte: Agencia Brasil, Antonio Cruz).


24. April 2015 | Chile: Überraschender und spektakulärer Ausbruch des Calbuco | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ausbruch des Calbuco im April 2015 - Foto: AeveraalNach mehr als 42 Jahren Inaktivität und ohne vorherige Anzeichen ist am Mittwoch der Vulkan Calbuco in der Nähe der Stadt Puerto Montt im Süden Chiles zweifach ausgebrochen. Die Eruptionen hatten eine rund 20 Kilometer hohe Asche- und Lavawolke zur Folge. Da sich auch Gase in dem Gemisch befanden, konnten BeobachterInnen spektakuläre Explosionen bestaunen. Die von dem Ereignis am stärksten betroffene Ortschaft Ensenada ist unter einer bis zu 35 cm hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Die Aschewolke war noch aus 100 km Entfernung zu sehen und hat bereits ihren Weg über die Anden nach Argentinien gefunden. Gestern bildete sich zudem ein neuer Krater in der Nähe der Ausbruchstelle. Die Behörden evakuierten rund 4.500 Menschen in einem Umkreis von 20 Km, während Präsidentin Bachelet in der Region den Ausnahmezustand ausrief. Da ein Großteil der Bevölkerung vor Ort von der Landwirtschaft lebt, verloren zahlreiche Betroffene ihre Ernten und teils ihr Vieh. Die Polizei ist neben der Evakuierung damit beschäftigt, Menschen aus unzugänglichen Regionen zu bergen. Der Flughafen von Puerto Montt wurde komplett geschlossen. Weiterhin treten Gase aus, und es bleibt abzuwarten, ob es nicht noch zu einer weiteren – und stärkeren Eruption kommt. In Chile gibt es 90 aktive Vulkane, von denen der Calbuco zu den drei gefährlichsten zählt (Bildquelle: Aeveraal_).


23. April 2015 | Argentinien: Indigene Frauen für die Rechte des guten Lebens | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Comunidad Mapuche - Foto: Quetzal-Redaktion,gcDer Dienstag war ein historischer Tag für die argentinische Bevölkerung. Vertreterinnen der 36 indigenen Völker kamen aus dem ganzen Land nach Buenos Aires, um dem Nationalkongress einen Gesetzentwurf vorzulegen. Es war das erste Mal seit der Gründung des Staats, dass die Stimme der Indigenen im Kongress gehört wurde. Der Gesetzestext mit dem Namen „Gesetz für das gute Leben“ vereint die Beschlüsse der zahlreichen Versammlungen, die seit langer Zeit mit Blick auf diesen Tag in Argentinien stattfanden. Obwohl die Gleichberechtigung der Indigenen sogar in der argentinischen Hymne besungen wird, bekämpfte der Staat die indigene Bevölkerung zunächst mit Waffen und danach durch Diskriminierung, Ausgrenzung, Verarmung und Verseuchung. Zurzeit stammt der größte Teil der Schwarzarbeiter und Gefängnisinsassen aus der indigenen Bevölkerung. Das Ziel der Mobilisierung, die im Nationalkongress endete, war, so die Sprecherinnen, nicht bloß zu protestieren, sondern auch Vorschläge zu machen, um einen multikulturellen Staat zu schaffen. Denn im vorgelegten Gesetzestext geht es um Multikulturalität im Gesundheits- und Schulwesen, den Wohnungsbau, den Verkehr und die Strafvollzugspolitik u.v.a. Wie bereits bei den Müttern der Plaza de Mayo sind es auch hier wieder die Frauen, die gegen die Ungerechtigkeit aktiv werden. Indigene Frauen sind dreifach benachteiligt: Sie sind weiblich, arm und indigen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


20. April 2015 | Mexiko: Universität von Puebla erstellt “Globalen Straflosigkeitsindex“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoUnter der Federführung des Direktors der Universidad de las Américas Puebla, Luis Ernesto Derbez Bautista, und dem Präsidenten des Bürgerrates für Sicherheit und Gerechtigkeit in Puebla, Andrea Ambrogi Domínguez, wurde der „globale Index zur Straflosigkeit“ (spanisch: Índice Global de Impunidad, IGI) erstellt. Er misst in vergleichbarer Weise die öffentliche Sicherheit und das Rechtssystem eines Landes und bis zu welchem Maße Menschenrechte respektiert werden. Dabei wird von offiziellen Zahlen der jeweiligen Regierungen ausgegangen und keine Daten miteinbezogen, welche auf Wahrnehmung basieren. Untersucht wird der Weg vom Delikt zur Bestrafung, also von der offiziellen Registrierung der Straftat hin zur gerichtlichen Verurteilung. Dabei werden die physischen und Human-Ressourcen der Sicherheits- und Rechtssysteme untersucht, denn ein Mangel in diesem Bereich hat eine Erhöhung der Straflosigkeitsquote zur Folge. 14 potentielle Indikatoren enthält der Index für seine Berechnung, darunter: Wie viele Polizisten und Richter gibt es pro 100.000 Einwohner? Welches Verhältnis herrscht zwischen Kapazität der Vollzugsanstalten und der Anzahl an Gefangenen? Wie hoch ist der Anteil von Gefangenen ohne Urteil oder Anteil an Gefangenen, die zu einer Strafe von mehr als 20 Jahren verurteilt sind? Die Forscher haben über ein Jahr lang Daten aus 59 Ländern analysiert und kommen für ihr eigenes Land, Mexiko, zu folgendem Urteil: „Wenn man in Mexiko das Problem der Straflosigkeit bekämpfen würde, dann könnte man die Korruption auf den unterschiedlichen Regierungsebenen verringern“, so lautet es im vorgelegten Bericht. Denn: „Straflosigkeit ruft Misstrauen gegenüber den öffentlichen Einrichtungen hervor; das heißt, die Abwesenheit von Bestrafung repräsentiert eines der wichtigsten Hindernisse für die Konsolidierung und die Wahrung der Menschenrechte: Sicherheit, Freiheit und Gerechtigkeit.“


16. April 2015 | Uruguay: Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Lateinamerika nahm Abschied von Eduardo Galeano - Foto: Mariela de Marchi MoyanoTausende Menschen nahmen am Dienstag Abschied von Eduardo Galeano. Der uruguayische Schriftsteller und Publizist, der am 13. April verstarb, war im Palacio Legislativo in Montevideo aufgebahrt worden. Neben Uruguays Staatschef Tabaré Vázquez erwiesen auch offizielle Vertreter aus anderen lateinamerikanischen Ländern dem Literaten die letzte Ehre, darunter der Vizepräsident der Bolivarischen Republik Venezuela und die argentinische Kulturministerin. Auch zahlreiche Künstler und Kulturschaffende wie die Schauspielerin Soledad Silveyra und die Sänger Daniel Viglietti und Joan Manuel Serrat reihten sich in das lange Defilee der Trauernden ein. Die nach wie vor ungebrochene Bedeutung des Autors von „Die offenen Adern Lateinamerikas“ und „Erinnerung an das Feuer“ bewies nicht zuletzt die große Zahl junger Menschen, die an seinem aufgebahrten Leichnam Abschied nahmen. Galeano, so sagte die argentinische Kulturministerin Teresa Parodi, sei für alle ein Spiegel gewesen, der eine tiefe und leuchtende Spur in Lateinamerika hinterlasse (Bildquelle: Mariela De Marchi Moyano_).


13. April 2015 | Lateinamerika: Historisches Treffen auf dem VII. Amerika-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: VII OAS - Gipfel in Panamá, April2015 - Foto: Organization of American States (OAS)Der VII. Amerika-Gipfel, der am 10. und 11. April in Panama-Stadt abgehalten wurde, ging ohne gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende. Dass dort dennoch Geschichte geschrieben wurde, hat einen doppelten Grund: Erstmals nahm Kuba an diesem Treffen der latein- und nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs teil, und Raúl Castro kam in Panama mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Zwar brachte das 90minütige Gespräch nichts substantiell Neues, markierte aber dennoch auf höchst symbolische Weise eine neue Etappe der Beziehungen zwischen Kuba und den USA. Übereinstimmend wurde das Ende des Kalten Krieges zwischen beiden Ländern verkündet. Außerdem bekundete Obama seine Bereitschaft, Kuba von der Liste der terrorismusverdächtigen Länder streichen zu wollen. Wie und wann das Embargo gegen die Karibikinsel aufgehoben und ob die US-Basis an der Bucht von Guantanamo an Kuba zurückgegeben wird, blieb aber ebenso offen wie der Zeitpunkt der Eröffnung der Botschaften in Havanna und Washington. Der kubanische Präsident dankte in seiner emotionalen Rede allen lateinamerikanischen Ländern für ihre solidarische Unterstützung. Am Rande des Gipfels traf sich Präsident Obama auch mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolas Maduro zu einem zehnminütigen „privaten“ Gespräch. Hier zeigte sich die historische Symbolik allerdings von ihrer makabren Seite: Am Sonnabend jährte sich zum 13. Mal der Putschversuch gegen Hugo Chávez, und damals wie heute versuchen die USA in Venezuela, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Nach all der Gipfelsymbolik wird Obama durch Taten zeigen müssen, dass er seinen verbalen Abschied von der bisherigen Einmischungspolitik Washingtons gegenüber seinen südlichen Nachbarn ernst meint. (Bildquelle: Organization of American States (OAS))


09. April 2015 | Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs - Bild: Museo del Bicentenario, Public DomainIn der letzten Woche beging Argentinien zum 33. Mal den „Tag des Veteranen und der Gefallenen des Krieges um die Malvinas“. Im Rahmen des offiziellen Gedankentages verkündete die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner einerseits die Schaffung eines Oral History Zentrums, in dem Zeugnisse der Veteranen, Kriegsberichterstatter und Verwandten der Gefallenen aufbewahrt und verbreitet werden, und ordnete andererseits die Aufhebung der Geheimhaltungsstufe für Kriegsdokumente an, die sich in militärischen Archiven befinden.  Großbritannien hatte die von den Argentiniern beanspruchten Malvinas/Falklands 1833 besetzt, seitdem ist die vor Südargentinien liegende Inselgruppe ein Streitpunkt zwischen den beiden Ländern. Am 2. April 1982 versuchte die argentinische Militärjunta (1976-1983) die Inseln zurückzuerobern, nicht zuletzt um Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen. Während der 72 Kriegstage starben ca. 900 Menschen und ca. 1000 wurden verwundet. Mehr als 450 traumatisierte argentinische Veteranen nahmen sich nach Kriegsende das Leben. Die Inseln im Südatlantik sind für Großbritannien von strategischer Bedeutung.. In der Region befinden sich zudem reiche Erdölvorrate und Fischbestände. Drei neue Öl- und Gasreserven wurden in der betreffenden Region gefunden, deren Förderung  durch britische Unternehmen bekannt gegeben wurde.  Die argentinische Regierung, die sich auf diplomatischem Weg nach wie vor um die Rückgabe der Inseln bemüht, kündigte an,  die Geschäftsführer der Firmen  vor dem Nationalen und Internationalen Gerichtshof zu verklagen (Bild: Public Domain).


08. April 2015 | Kuba: Connect 2020 Agenda – Kuba will seinen Verpflichtungen nachkommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Havanna mit Flagge - Foto: Aidutxi18Kuba gehört derzeit zu den am schlechtesten mit Internet versorgten Ländern der Welt. Laut der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), verfügten im Jahr 2013 lediglich 3,4% der Haushalte im Land über Internet. Zwar gibt es in den größeren Städten rund 150 Internet-Cafés durch die staatliche Telekommunikationsbehörde ETECSA, allerdings kostet eine Stunde Surfen etwa 4 €, ein Viertel des durchschnittlichen Monatslohns. In der vergangenen Woche sprachen die Vereinigten Staaten und Kuba in Havanna u. a. über Technologie und Erweiterung der Internetkapazitäten. Ernesto Rodriguez, CEO der IT im Ministerium für Kommunikation versprach, dass Kuba Strategien für die Bereitstellung von „Internet für alle Kubaner” bis zum Jahr 2020 umsetzen will. Er betonte, dass die Insel strategisch gut vorbereitet ist um die Ziele der Connect 2020 Agenda für die globale Entwicklung der Telekommunikation zu erreichen. Ziele dieser Agenda sind unter anderem, dass in den Entwicklungsländern bis zum Jahr 2020 mindestens 50% der Einwohner zu Hause Internet nutzen können und das die Nutzung des Internets nicht mehr als 5% des durchschnittlichen Monatseinkommens kosten darf. Da die wenigen privaten Verbindungen auf der Insel bislang strikt vom Staat geregelt sind, hält die US Regierung in Washington es nicht für möglich, dass Kuba, die von der ITU festgelegten Ziele erreicht, wenn nicht ein Ende des staatlichen Monopols herbeigeführt wird. Sie drängt darauf, dass die Regierung in Kuba auch den Eintritt ausländischer Wettbewerber ermöglichen soll um die Ziele der Connect 2020 Agenda erreichen zu können (Bildquelle: Aidutxi18) .


01. April 2015 | Peru: Letzte Inka-Siedlung entdeckt? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Inka Siedlung im Regenwald - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc In Peru ereignete sich eine kleine archäologische Sensation, die im Trubel des Besuches von Bundespräsident Joachim Gauck fast unterging. Mitte März entdeckten peruanische Archäologen am Río Ucayali, einem der Quellflüsse des Amazonas, Reste einer unbekannten Siedlung. Nach einer ersten Sichtung der hinterlassenen Artefakte fanden die Forscher erstaunliche Parallelen zu bereits erforschten Inka-Zentren. Allerdings geben diese Funde den Experten zahlreiche Rätsel auf: Einerseits verweisen Bauweise und Struktur der Anlage auf die Kultur der Inka, andererseits legt ihr Zustand nahe, dass der Ort erst vor etwa 50 Jahren von seinen Bewohnern verlassen wurde. So wurden u.a. gut erhaltene Alltagsgegenstände wie Keramik, Werkzeuge, Reste von Kleidung und bemalte Tierhäute sowie verschiedene Kultobjekte gefunden. Die Artefakte lassen sich sowohl der traditionellen Inka-Kultur als auch der frühen Kolonialära zuordnen. So enthalten die gefundenen Tierhäute nicht nur archaisch anmutende Inkasymbole, sondern auch kurze Texte in einem altertümlichen Spanisch. Die dort immer wieder auftauchende Wendung Kawk Ccoaccinrao lässt die Archäologen vermuten, dass es sich hierbei um den Namen der mysteriösen Stätte handelt. Unter anderem findet sich auch ein Satz, der wie die letzte Botschaft der unbekannten Bewohner anmutet: „Die Freiheit wird euch wahr machen“ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


31. März 2015 | Chile, Peru, Ecuador: Naturgewalten haben pazifischen Süden fest im Griff | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Peru

Chile: Folgen der Überschwemmungen März 2015 - Foto: Chris Walker GutiérrezNach tagelangen sintflutartigen Regenfällen zu Beginn der letzten Woche kam es im Norden Chiles, in mehreren Teilen Perus sowie in ganz Ecuador zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. In allen drei Ländern wurden ganze Ortschaften von den Fluten und dem Schlamm zerstört oder von der Außenwelt abgeschnitten. Unzählige Straßen mussten gesperrt werden, und vielerorts fiel der Strom aus. Weiterhin gibt es in vielen Gebieten nicht genügend Trinkwasser, und zahlreiche Personen bleiben weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Katastrophe ist vor allem auf die ungewöhnlich starken Regenfälle in den Höhenlagen der Anden zurückzuführen. Die daraus resultierenden Wassermassen flossen als Sturzflut in die tieferliegenden Gebiete und sorgten zusammen mit dem heftigen Regen in den betroffenen Ortschaften für Überflutungen. In Ecuador ist neben den Provinzen Cotopaxi, Pichincha, Santo Domingo, Esmeraldas und Los Ríos im Nordwesten vor allem die Region Loja im Süden des Landes betroffen. Dort verloren am vergangenen Freitag neun Menschen nach einem Erdrutsch ihr Leben. Insgesamt sind bisher mindestens 25 Menschen durch die heftigen Unwetter und Erdrutsche gestorben. Peru seinerseits leidet seit Anfang des Jahres unter heftigen Regenfällen, die bisher mindestens neun Menschen das Leben kosteten. Während es östlich der Hauptstadt in der Gemeinde Chosica zu einem Erdrutsch kam, verwandelten sich die Straßen Moqueguas in reißende Flüsse, die zahlreiche Häuser überfluteten. Bisher sind in Peru mindestens 2.000 Häuser von den Folgen dieses extremen Wetters betroffen. In einer der trockensten Gegenden der Welt, der Atacama-Region im Norden Chiles, fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie seit 80 Jahren nicht mehr. In den Regionen Atacama, Antofagasta und Coquimbo kam es zu Sturzfluten und heftigen Überschwemmungen. Dem Katastrophenamt ONEMI zufolge sind in Chile bisher 17 Menschen gestorben. 20 Personen werden weiterhin vermisst. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen; in der Atacama-Region verhängte die Regierung sogar eine nächtliche Ausgangssperre, um Plünderungen zu vermeiden. Insgesamt sind ca. 26.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, von denen knapp 6.000 in Notunterkünften untergebracht worden sind. Gut 100 Häuser sind komplett zerstört, mehr als 570 haben größere Schäden zu beklagen. Nach fünf Tagen ohne Nahrung und Wasser gelang es der Polizei 13 Minenarbeiter aus einer Mine in Tierra Amarilla zu befreien. Es wird noch Monate dauern bis die Schäden in den drei Andenstaaten weitestgehend behoben werden können. Insbesondere auch die Landwirtschaft wurde stark getroffen und dürfte einen Millionenschaden davontragen. Doch nicht nur der Norden Chiles ist zurzeit den Naturgewalten ausgesetzt. Seit Monaten wüten Waldbrände in der Hauptstadtregion sowie in den Regionen Valparaíso, Maule, Los Lagos, Bio-Bio und Araucanía, von welchen die letzten zwei am meisten betroffen sind. Nach Angaben der Fortbehörde CONAF hat die Feuerwehr 44 Brandherde, die ein Gebiet von ca. 15.500 ha Wald betreffen, noch immer nicht unter Kontrolle. Insgesamt hat die chilenische Behörde für den Zeitraum ab 2014 4.449 Waldbrände gezählt, die eine Fläche von mehr als 100.000 ha Wald vernichtet haben. Neben der langen Dürreperiode dieses Jahr wurden die Brände vor allem durch unachtsames Verhalten von einzelnen Personen verursacht, etwa durch das Wegwerfen einer Zigarette. Knapp 30% der Brände wurden jedoch vorsätzlich entfacht. Neben der Forstbehörde und der Feuerwehr wurde auch das Militär zum Löschen der Brände abgestellt. Das im Februar dieses Jahres ebenfalls von heftigen Waldbränden heimgesuchte Argentinien (in der Region Chubut auf einer Fläche von circa 40.000 Hektar) sandte zur Unterstützung weitere Helikopter, um die Brände in unzugänglichen Gebieten unter Kontrolle zu bringen (Bildquelle: Chris Walker Gutiérrez).


25. März 2015 | Brasilien: Indigene Proteste gegen „PEC 215/2000“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Das Kongress-Gebäude in Brasília - Foto: Quetzal-Redaktion, lwDer Präsident des brasilianischen Kongresses, Eduardo Cunha vom PMDB (Partido do Movimento Democrático do Brasil/ Partei der demokratischen Bewegung Brasiliens), hat am 20. März 1015 erneut einen Änderungsentwurf der Verfassung auf die Tagesordnung gebracht. Er betrifft den rechtlichen Status der Gebiete der indigenen Bevölkerung und traditionellen Gruppen Brasiliens. Die „Proposição de Emenda Constitucional“/ (PEC) sieht vor, den Kongress mit der Verwaltung und Gemarkung der Territorien zu betrauen, und nicht mehr, wie bisher, die zuständigen nationalen Behörden wie etwa die Behörde FUNAI. Der aus dem Jahr 2000 stammende Entwurf wurde nun von Cunha, einem Vertreter der Agrarlobby, wieder in den Kongress gebracht. Am 23.3.2015 beschloss der Kongress jedoch, die Entscheidung über PEC215/2000 erst in 60 Tagen zu fällen. Grund dafür sind die heftigen Proteste von Seiten der Zivilbevölkerung. Regenwaldschützer und die betroffenen indigenen Gruppen befürchten entscheidende Einschnitte im Regenwaldschutz, sollte der Veränderungsentwurf im Kongress die Mehrheit bekommen. Bereits im November des vergangenen Jahres und im Februar diesen Jahres kam es in Brasília zu Widerständen gegen den Entwurf, wobei die brasilianische Polizei die Proteste unter Einsatz von Pfefferspray unterband. Derzeit sind 1,13 Millionen Quadratkilometer des brasilianischen Territoriums Schutzgebiet für brasilianische Indigene. Sie stellen noch eine wichtige Institution zum Schutz des Regenwalds vor Abholzung dar. In einem Internetblog werfen indigene Führer den Politikern vor, zwar über die Bewahrung des Waldes zu diskutieren, gleichzeitig aber den Agrarunternehmern die Invasion der Gebiete zu ermöglichen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, lw).


23. März 2015 | Ecuador: Die Gemeinde Chibuleo erste Hüterin der Kichwa-Sprache | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Die Gemeinde Chibuleo erste Hüterin der Kichwa-Sprache - Foto: Quetzal-Redaktion, amMit der Eröffnung der ersten Bildungseinheit des Jahrtausends (Unidad Educativa del Milenio) in Chibuleo setzt Ecuador seinen Plan „Hüterinnen der Sprache“ (Guardianas de la Lengua) in die Tat um. Die Gemeinde Chibuleo, in der Provinz Tungurahua im Herzen Ecuadors gelegen, wurde gestern offiziell als Hüterin der Kichwa-Sprache ernannt. Dieses erste von geplanten 14 Zentren hat sich neben der Konservierung und Förderung der Ureinwohnersprache auch der Bewahrung des altertümlichen Wissens und der Gebräuche verschrieben. 12 bilinguale Lehrer und 4 Kichwa-Meister unterrichten in der Schule. Insgesamt sind 806 Schüler eingeschrieben. Neben dem Unterricht in beiden Sprachen gibt es eine bilinguale Bibliothek mit 1500 Texten und Zugang zum Internet. Bis 2017 sollen weitere 13 Zentren als Hüterinnen der Sprache errichtet werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am).


19. März 2015 | Chile: Der Vulkan Villarrica zeigt neue Aktivität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Vulkan Villarrica - Foto: ogwenDie chilenische Vulkan Villarrica, der sich an der Grenze zu den Regionen Araucanía und Los Ríos befindet, gehört zu den aktivsten Vulkanen im Land. Bereits Anfang dieses Monats spuckte der fast 3000 m hohe Koloss Lava und Aschewolken in die Luft aus. Die Oberseite des Villarrica wird von einer etwa 40 Quadratkilometer langen Gletscherkappe bedeckt. Droht diese abzuschmelzen, wären Tausende von Menschen in Gefahr, da Überschwemmungen und Schlammlawinen die Folgen wären. Nach Aussage des Nationalen Dienstes für Geologie und Bergbau Chiles (SERNAGEOMIN) zeigt der Vulkan jetzt wieder eine erhöhte Aktivität, die Explosionen und Asche-Emissionen erzeugen können. Es wurde die Alarmstufe orange ausgerufen, was bedeutet, dass der Vulkan eine Phase erhöhter Erregung erreicht hat, die zu einer Phase größerer Instabilität fortschreiten kann. Ähnlich wie am 3. März könnte wieder die eruptive Phase erreicht werden. Aus diesem Grund wurde eine Sperrzone von 5 Kilometern um den Krater verfügt, in der jeglicher Aufenthalt verboten ist (Bildrechte: ogwen_).


12. März 2015 | Uruguay Neue nationale Airline „Alas Uruguay“ will bald abheben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay Neue nationale Airline „Alas Uruguay“ will bald abheben - Bild: Alas UruguayMit fast zwei Stunden Verspätung landete gestern Abend die erste Maschine neuen nationalen Fluggesellschaft auf dem Flughafen von Montevideo. Die Alas Uruguay war 2013 gegründet worden, nachdem die nationale Airline PLUNA nach 78 Jahren Insolvenz anmelden und ihren Betrieb im Juni 2012 aufgrund eines Regierungsbeschlusses einstellen musste. Zunächst als Alas-U gegründet, wurde die Gesellschaft, die von ehemaligen PLUNA-Beschäftigten verwaltet wird, schließlich in Alas Uruguay unbenannt. Die bereits für April 2013 geplante Aufnahme des Flugbetriebs verzögerte sich immer wieder, zumal das Oberste Gericht des Landes das Gesetz zur Liquidation der PLUNA für verfassungswidrig erklärte. Probleme bereitete vor allem die Finanzierung, möglich wurde Alas nur mit einem Kredit über elf Millionen Dollar des Fondo de Desarollo (FONDES). Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 55 Mitarbeiter, will deren Zahl aber bis Oktober des Jahres auf 220 erweitern. In den nächsten Tagen wird das zweite Flugzeug der Alas erwartet, das ebenso wie die gestern in Montevideo feierlich getaufte Maschine in Porto Alegre hergerichtet wird. In Kürze wird der erste reguläre Flug nach Asunción abheben und bereits in zwei Monate sollen alle geplanten Destinationen angeflogen werden, darunter Rio de Janeiro, São Paulo, Buenos Aires und Santiago de Chile (Bildquelle: Alas Uruguay_).


10. März 2015 | Chile: Ein Korruptionsskandal folgt dem nächsten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Carlos Alberto Délano und Sebastián Dávalos - Fotos: tu Foto con el Presidente und Gobierno de ChileNachdem gestern der Prozess gegen zehn Manager der drei größten Apotheken-Ketten Ahumada, Cruz Verde und Salcobrand begonnen hat, weil diese zwischen 2007 und 2010 massiv die Preise ihrer Medikamente und anderer Produkte abgesprochen hatten, hat Chile nun noch zwei weitaus gravierendere Korruptionsskandale aufzuarbeiten. Zum einen werden einige PolitikerInnen vor allem der rechtskonservativen Partei Unión Democrática Independiente (UDI) beschuldigt, ihre Wahlkampagnen illegal finanziert zu haben. In diesen Fall sind hochrangige PolitikerInnen wie (ehemalige) SenatorInnen, ehemalige Minister der Regierungen Bachelet und Piñera sowie ehemalige Hauptstadtbürgermeister verwickelt. Es wird vermutet, dass sie während ihrer Wahlkämpfe illegal Gelder der Holding Penta erhielten. Diese ihrerseits wird zudem des Steuerbetrugs und der Bestechung beschuldigt. Nach der Aufnahme des Gerichtsverfahrens gegen die Penta-Gruppe am vergangenen Mittwoch wurden am Samstag sechs der zehn Angeklagten in Untersuchungshaft genommen, weil sie „eine Gefahr für die Gesellschaft“ darstellen. Unter ihnen befinden sich die beiden Firmeninhaber Carlos Alberto Délano und Carlos Eugenio Lavín sowie der ehemalige Staatssekretär Pablo Wagner. Zum anderen wurde kurz danach bekannt, dass auch der Sohn der Präsidentin Michelle Bachelet, der bis zu diesem Eklat „First Gentleman“ Chiles war, in einen Korruptionsfall verwickelt ist. Seine Frau Natalia Compagnon soll einen Kredit von fast 10 Millionen Euro vom zweitgrößten chilenischen Geldinstituts Banco de Chile für einen Kauf von Land erhalten haben. Dabei hat das Unternehmen Compagnons keinerlei Sicherheit bieten können. Nachdem sich jedoch Bachelets Sohn Sebastián Dávalos mit dem Inhaber der Bank – und reichstem Mann Chiles – getroffen hatte, wurde Compagnon der Kredit gewährt. Compagnon verdiente anschließend mit dem Weiterverkauf des Grundstücks fast 3,7 Millionen Euro. Damit ist nicht nur die Wirtschaftswelt von den Korruptionsskandalen betroffen, sondern auch die Politik – womit das ohnehin schon geringe Vertrauen der ChilenInnen in die politischen Eliten des Landes weiter gesunken ist (Bildquelle:  Gobierno de Chile_ und tu Foto con el Presidente_).


05. März 2015 | Kolumbien: Kein Ende der Gewalt in Buenaventura | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Kein Ende der Gewalt in Buenaventura - Foto: Agencia Nacional de Infraestructura de Colombia Buenaventura stellt seit der Eröffnung des Panamakanals mit 60% des Außenhandels eine der wichtigsten kolumbianischen Hafenstädte an der Pazifikküste dar. Doch führen nach wie vor kriminelle Banden einen unerbittlichen Krieg um die Kontrolle des Hafens. Hierbei geht es insbesondere um den Schmuggel von Drogen und anderer illegaler Waren, wie gefälschte Markenkleidung oder Waffen. Im März vor einem Jahr machten die sogenannten “casas de pique” (“Hackhäuser”) Schlagzeilen. In den verlassenen Häusern zerstückelten Paramilitärs ihre Opfer bei lebendigem Leib. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos versprach damals der Gewalt Einhalt zu gebieten und die massiven Sicherheitsprobleme durch eine höhere Anzahl an Polizisten und Marinesoldaten entgegen zu wirken. Auch die Anzahl der Staatsanwälte wurde erhöht, um die Ermittlungen zahlreicher Entführungen und Verschleppungen voranzutreiben. Eine neue Untersuchung durch Human Rights Watch (HRW) ergab jedoch, dass die Missbräuche bis heute alarmierend hoch sind und Nachfolgerbanden die Menschen weiterhin terrorisieren. Nach amtlichen Aufzeichnungen fiel die Mordrate zwar von 150 auf 96 Opfer innerhalb von neun Monaten; die Anzahl an vermissten Personen stieg hingegen leicht an. Im Jahr 2014 sind mit 44 Fällen im Gegensatz zum Vorjahr vier zusätzliche Fälle zu verzeichnen. Die NGO hat hervorgehoben, dass die Zahl der Staatsanwälte zwar zugenommen hat, sich aber lediglich ein Staatsanwalt den Fällen verschwundener Personen widmet. Dieser ist derzeit allerdings für über 400 Fälle zuständig, einige davon sind bereits vor einem Jahrzehnt aufgetreten. Die Regierung von Santos muss sich der Kritik stellen, dass die bislang erfolgten Maßnahmen ungenügend sind. Dies bestätigt auch die Zahl der Vertriebenen im Zeitraum von April bis September 2014. Mindestens 13.000 Einheimische wurden wegen der Gewalt vertrieben (Bildquelle: Agencia Nacional de Infraestructura_).


02. März 2015 | Argentinien: Debatte über die Vereinbarungen mit China | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Veladero 2010, Foto: Quetzal_Redaktion, gcIn den letzten Wochen ist sowohl im Parlament als auch in der Öffentlichkeit die Vereinbarung über eine Partnerschaft zwischen Argentinien und der Volksrepublik China diskutiert worden. In dieser Vereinbarung geht es um eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Was die Zusammenarbeit betrifft, so will die Volksrepublik China in strategischen Bereichen wie der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, im Eisenbahnsektor, im Bergbau, in der Informationstechnologie und der Luft- und Raumfahrtindustrie investieren. Im Gegenzug verpflichtet sich der asiatische Riese, den argentinischen Produkten seine Märkte zu öffnen. Diesbezüglich stellt sich einerseits die Frage nach der Symmetrie der Vereinbarung: Diese bestimmt, dass argentinische Primärprodukte – zwischen 2003 und 2013 konzentrierten sich die Exportgüter hauptsächlich auf Soja, Sojaöl und Erdöl – gegen Produkte getauscht werden, die eine hohe Wertschöpfung haben. Experten betonen, das habe Auswirkungen auf die Lokalindustrie und vertiefe ein Wirtschaftsmodell, dass abhängig ist von der Ausbeutung von Rohstoffen. Da auch andere Länder der Region ähnliche Vereinbarungen mit der Volksrepublik China beschlossen haben, stellt sich die Frage nach den Gründen, die die einzelnen Mitglieder des MERCOSUR dazu bewegten. Der Bedarf an Devisen zwingt Argentinien, auch teure Finanzquellen zu erschließen. Das bringt dem Land allerdings keine neuen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern vertieft den Teufelskreis der Abhängigkeit eher noch (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


27. Februar 2015 | Haiti: Gewalttätige Proteste gegen die Dominikanische Republik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Haiti

Haiti: Frau - Foto: Thalles GomesEine Gruppe von einigen tausend Demonstranten hat das dominikanische Konsulat in Port-au-Prince angegriffen. Der Protest richtete sich gegen den Rassismus und die Xenophobie gegenüber Haitianern in der Dominikanischen Republik. Während der Kundgebung kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen das Konsulat, in dessen Verlauf die Nationalflagge des Nachbarstaates abgenommen und verbrannt wurde. Daraufhin hissten Demonstranten gar die haitianische Flagge. Das Personal des Konsulates wurde nicht verletzt. Die Manifestation ist eine Reaktion auf eine Reihe von gewaltsamen Toden von Haitianern in der Dominikanischen Republik. Viele Haitianer kritisieren die passive Haltung ihres Präsidenten gegenüber diesen Ereignissen sowie gegenüber der Situation haitianischer Auswanderer im Nachbarland, die meist ohne Aufenthaltsgenehmigung dort leben. Die Regierung des Nachbarlandes kritisierte die Ausschreitungen und Vorwürfe. Des Weiteren bestellte sie den haitianischen Botschafter ein. Die Dominikanische Republik und Haiti sind Nachbarstaaten auf der Insel La Española. Seit gut einem Jahrhundert wandern Haitianer ins Nachbarland aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. In der Dominikanischen Republik leben schätzungsweise über eine halbe Million Haitianer, die vorwiegend in geringqualifizierten und schlecht bezahlten Jobs tätig sind, z.B. auf Zuckerrohrplantagen. Der Großteil der Nachkommen der illegal in Haiti lebenden Einwanderer hat laut einem Urteil von 2013 keinen Anspruch auf die dominikanische Staatsbürgerschaft und ist damit staatenlos (Bildquelle: Thalles Gomes_).


26. Februar 2015 | El Salvador: Vorbereitungen für Seligsprechung von Monsignore Óscar Romero haben begonnen | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador

El Salvador: Die Kathedrale des Erzbistums San Salvador - Foto: Public DomainVertreter der salvadorianischen Regierung und der katholischen Kirche haben sich versammelt, um Einzelheiten zu den Feierlichkeiten der Seligsprechung zu Ehren von Monsignore Óscar Romero, der Anfang des Monats von Papst Franziskus zum Märtyrer ernannt wurde, zu besprechen. Die Zeremonie wird auf dem Platz Divino Salvador del Mundo in der Hauptstadt des Landes stattfinden, wo sich auch das gleichnamige Wahrzeichen des Landes befindet. Wann genau der feierliche Akt realisiert werden wird, wurde vom Vatikan noch nicht bekannt gegeben. Der Todestag von Romero, der 24. März, bietet sich für solch eine Feier an, aber aufgrund seiner zeitlichen Nähe ist die Umsetzung schwierig und daher eher unwahrscheinlich. Die Regierung des Landes hat versprochen, den Tag der Seligsprechung zu einem Feiertag auf nationaler Ebene zu erklären, damit die Bürger an den Festlichkeiten teilnehmen können. Der ehemalige Erzbischof von San Salvador wurde am 24. März 1980 während einer Messe von einem Scharfschützen der Todesschwadronen ermordet. Romero engagierte sich für die Armen und den Frieden im Land und nutze seine Stellung, um auf Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund wurde und wird er immer noch von der Bevölkerung geschätzt und verehrt. Die katholische Kirche kategorisiert den Mord an dem Monsignore als Tötung aufgrund von Hass auf den Glauben. Der nächste Schritt könnte eine Heiligsprechung sein, die die salvadorianische Regierung seit 1994 anstrebt und Romero damit in den ersten Heiligen El Salvadors verwandeln könnte (Bildquelle: Public Domain).


23. Februar 2015 | Ecuador: Bergbau-Ministerium gegründet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Neues Bergbau-Ministerium gegründet - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie ecuadorianischen Regierung unter Rafael Correa hat ein neues Ministerium gegründet: Das Ministerio de Minería soll von nun an verantwortlich sein für die Förderung des Bergbaus im Land. Hier gibt es ein großes Potential, das bisher allerdings noch wenig genutzt wird. Der neue Erdbau-Minister heißt Javier Córdova und war früher Vize-Innenminister und Minister für Nicht-Erneuerbare Natürliche Ressourcen. Die Schaffung des Ministeriums geht aus den Bergbaugesetzen von September 2014 hervor, die die Rahmenbedingungen für die Extraktion von Bodenschätzen in Ecuador festlegen und den Investoren Sicherheit und Stabilität signalisieren sollen. Es gibt bereits einige größere Bergbauprojekte im Land, bei denen hauptsächlich Kupfer, Silber und Gold gefördert werden. Die fünf größten Mienen Ecuadors werden von der chinesischen Firma Junefield und den beiden kanadischen Unternehmen Lundin und INV Metals betrieben. Dabei sticht das Projekt „Fruta del Norte“ hervor, das von Lundin betrieben werden soll. Die Region im Süden des Landes soll einen der größten Goldvorräte der Welt bergen. Es ist zu erwarten, dass mit diesen Bemühungen für den Ausbau des Bergbausektors des Landes auch verstärkt soziale Fragen berührt werden. Kritiker, wie beispielsweise die Gegner des Projektes „Mirador“ im Süden des Landes, sehen Luftverschmutzung, Bedrohung der Biodiversität und entscheidende Einschnitte in der Lebensqualität als Folgen der Tagebauminen auf die Bewohner der Region zukommen. Zudem beanstanden verschiedene Politiker, dass das neue Ministerium nicht den Bedürfnissen des ecuadorianischen Arbeitsmarkts entspreche, da der Bergbau bisher lediglich 1% der Stellen im Land schaffe (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


19. Februar 2015 | Uruguay: Beschäftigte sind häufiger krank | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Beschäftigte sind häufiger krank - Bild: Quetzal-Redaktion, gtDer Arbeitsausfall infolge Fernbleibens vom Arbeitsplatz (Absentismus) entwickelt sich in Uruguay zunehmend zu einem ernsten Problem. Betriebe klagen, sie benötigten sieben bis acht Prozent mehr Beschäftigte, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Der Absentismus nimmt in verschiedenen Wirtschaftssektoren zu, so z.B. im Gesundheitsbereich und im Dienstleistungsgewerbe. Die staatliche Sozialversicherung (Banco de Previsión Social, BPS) konstatiert derweil einen deutlichen Anstieg der Gesundheitskosten in den letzten Jahren. Während Vertreter der Industrie versichern, dass mehr als ein Drittel der ausgegebenen Gelder an Menschen gingen, die ihre Krankheit nur vortäuschten, verweist die Statistik des BPS auf Ursachen, die offensichtlich nicht spezifisch für Uruguay sind. So haben insbesondere Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates zugenommen, aber auch bei psychischen Erkrankungen ist ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Betroffen sind vor allem Beschäftigte im Handel, in der industriellen Fertigung, in Land- und Forstwirtschaft sowie in der Gesundheitswirtschaft. In diesen Bereichen ist häufig eine hohe Belastung der Beschäftigten durch schwere körperliche Arbeit festzustellen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


16. Februar 2015 | Honduras: Fluch und Segen der illegalen Migration | Kategorie(n): Noticias, Noticias Honduras

Migration ins Nirgendwo - Foto: Quetzal-Redaktion,glHonduras ist ein Land, das sich aufgrund seiner geostrategischen Lage mit Problemen des Drogen- und Menschenhandels sowie der illegalen Migration auseinandersetzen muss. Die Sicherheit im südlichen Grenzgebiet Honduras ist besonders ungenügend, da die Anzahl der Beamten der Nationalen Polizei vor Ort zu gering ist, um ständige Patrouillen gewährleisten zu können. In den letzten Jahrzehnten hat Honduras eine große Welle der Abwanderung erfahren, hauptsächlich wanderten die Menschen in die USA ohne jeglichen Rechtsstatus oder Aufenthaltserlaubnis aus. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stellt u.a. die Einkommensungleichheit einen wesentlichen Faktor dar, warum die Menschen ihre Heimat verlassen. Die wachsende Kluft innerhalb der Lebensstandards und der Löhne in den einzelnen Ländern wirkt wie ein “Push-Faktor”. Ein weiterer Faktor für die Abwanderung stellt die Organisation sozialer und kultureller Netzwerke von Verwandten in den jeweiligen Zielländern dar. Die honduranische Wirtschaft wiederum hängt stark von dem Geld ab, welches die Migranten nach Hause schicken. Im Jahr 2012 machten Geldüberweisungen  aus dem Ausland 15,7% des Bruttoinlandsprodukts von Honduras (3 Milliarden Euro) aus. Nach dem Pew Research Center kam  die überwiegende Mehrheit der Zahlungen  aus  den USA. Die Aufzeichnungen des National Institute of Migration in Choluteca zeigen, dass im vergangenen Jahr 5.500 Menschen Honduras legal als Brücke nach Amerika nutzten. Die Dunkelziffer illegaler Migranten geht hingegen vermutlich in die Zehntausende. Vor allem die Anzahl an minderjährigen Migranten ist drastisch gestiegen. Für Hunduras ergibt sich die Herausforderung, die Aufnahme und Wiedereingliederung tausender honduranischen Migranten, welche aus Amerika und Mexiko abgeschoben werden, zu organisieren. Dies ist wirtschaftlich ein schmaler Grat für das auf die Zahlungen seiner Exilbewohner angewiesene Land (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


13. Februar 2015 | Argentinien: Stiller Protestmarsch geplant als Hommage an Alberto Nisman | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_marcha_reclamando_Justicia_para_Nisman_foto_JalujMehr als drei Wochen nach dem Tod des 51-jährigen argentinischen Staatsanwaltes Alberto Nisman bleibt es weiterhin unklar, ob es sich um Selbstmord, Anstiftung zum Suizid oder Mord handelt. Nisman wurde mit einer Schusswunde in den Kopf am 18. Januar 2015 in seiner Wohnung aufgefunden. Neue forensische Untersuchungen ergaben, dass Nismans Hände frei von Schmauchspuren waren und sich unbekannte DNA-Spuren auf einer Kaffeetasse befanden. Die Tatwaffe selbst stammte von Diego Lagomarsino, einem langjährigen Bekannten des Opfers. Er war einen Tag zuvor bei Nisman im Apartment und überließ ihm eine Waffe, weil dieser angab, sich nicht sicher zu fühlen. Nach Aussagen der Staatsanwältin, Viviana Fein, steht Lagomarsino aber nicht unter Mordverdacht. Nismans Tod ereignete sich kurz vor seiner geplanten Anhörung im Kongress von Buenos Aires. Nur wenige Tage zuvor veröffentlichte er einen 300-Seiten-Bericht über den Bombenanschlag im Jahr 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA (Asociación Mutual Israelita Argentina), bei dem 85 Menschen ums Leben kamen. Der Bericht behauptet, dass Präsidentin Christina Fernández de Kirchner sowie Außenminister Héctor Timerman die Strafverfolgung iranischer Drahtzieher sabotiert haben. Am kommenden Mittwoch, dem 18. Februar, ist ein stiller Marsch zu Ehren Nismans von seinen Staatsanwalt-Kollegen geplant. Die Regierung steht der Demonstration allerdings kritisch gegenüber und diffamiert diese als einen Anti-Regierungsprotest (Bildquelle: Jaluj).


09. Februar 2015 | Ecuador: Metro in Quito vor dem Baubeginn | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Öffentlicher Nahverkehr in Quito - Foto: Quetzal-Redaktion, sscWie überall in Lateinamerika scheint auch Ecuador zu erkennen, dass sein öffentlicher Nahverkehr nicht mehr Schritt hält mit der Entwicklung der Städte. Vor allem Quito plagt sich mit einem ineffizienten, lauten und schmutzigen Bussystem herum. Die ökologische Trolleybus-Linie hält dagegen mit 250.000 Passagieren pro Tag kaum noch dem Ansturm stand, da sie nur auf 120.000 Passagiere pro Tag ausgelegt war. Deshalb soll nun eine Metro Abhilfe schaffen. Mit geplanten Investitionen von knapp zwei (ursprünglich 1,5) Milliarden US-Dollar ist vorgesehen, einen 22 Kilometer langen Tunnel zwischen den Endpunkten Quitumbe und El Labrador voranzutreiben. Am 03.02.2015 hat bereits Präsident Rafael Correa dem Bürgermeister Quitos, Mauricio Rodas, Garantien gegeben und eine Gegenfinanzierung durch die Zentralregierung in Höhe von 750 Millionen US-Dollar zugesagt. Heute wurde eine Machbarkeitsstudie publiziert, die die positiven Auswirkungen des Projekts auf die lokale Wirtschaft betont. Demnach würden 5000 neue Jobs im Baugewerbe geschaffen und 10.000 Stellen indirekt profitieren. Auch auf die einheimische Stahl-, Sand- und Zementindustrie wird sich die erhöhte Nachfrage nach den benötigten Materialien positiv auswirken, wenngleich die Bauleitung bei der brasilianischen Odebrecht-Acciona liegt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


26. Januar 2015 | Nicaragua: Proteste gegen den Kanal halten an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Landkarte - Karte: University of Texas at AustinÜber einem Monat nachdem die Regierung und die chinesische Firma HKND (Hong Kong Nicaragua Canal Development) Group den Baubeginn des Nicaragua-Kanals am 22. Dezember angekündigt hatten, gibt es immer noch Demonstrationen von mehreren hundert Bauern gegen den Bau des Kanals. Laut einer Befragung der Consulting Firma M&R glauben 47,8 Prozent der auf der geplanten Kanalroute lebenden Bauern, dass die Grundstückseigentümer nur Nachteile haben werden und der Kanal ein Betrug am nicaraguanischen Volk sei. „Aber hier sind wir Bauern, die uns verteidigen, weil wir nichts zu verkaufen und zu verschenken haben. Wir werden bis zur letzten Konsequenz widerstehen“, so der Bauer Mariano Dávila. Hingegen haben 58,6% der Regierungsanhänger großes Vertrauen in das Megaprojekt. Sie glauben, dass durch das Projekt Arbeitsplätze geschaffen und die Löhne und damit die Familieneinkommen steigen werden. Doch diese Befragung ist umstritten, da die Bauern Straßensperren in Rio San Juan planen, um die Befrager fernzuhalten, „denn wenn wir sie reinlassen, dann behaupten sie, wir seien für den Kanal. Aber wir wollen hier nichts vom Kanal wissen“, erklärte einer der Bauern (Bildquelle: University of Texas at Austin).


23. Januar 2015 | Uruguay: Große Pläne am Atlantik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Containerhafen in Montevideo (01.01.2010) - Foto: Quetzal-Redaktion, ecmUruguay will die Kapazität seiner Häfen ausbauen und so zu einem der wichtigsten logistischen Zentren im südlichen Atlantik werden. Gladis Genua, die uruguayische Vertreterin der Andinen Entwicklungsorganisation CAF betonte, als kleines Land mit einem kleinen Binnenmarkt müsse Uruguay seinen Dienstleistungssektor ausbauen, um unabhängiger von Rohstoffen zu werden. In der traditionellen Konkurrenz der Häfen am Río de La Plata – der große Konkurrent des Hafens von Montevideo ist der von Buenos Aires – gedenkt Uruguay gewichtige Trümpfe auszuspielen. Zum einen ist die Steuerbelastung der uruguayischen Häfen geringer, zum anderen ist Montevideo der zweiteffektivste Hafen in Lateinamerika. Das Land setzt insbesondere auf die Binnenländer Bolivien und Paraguay, für die die uruguayischen Häfen eine wachsende Rolle spielen sollen. Seit einigen Jahren schon bietet Uruguay Schiffen aus beiden Ländern einen Zugang zum Atlantik, wobei diese, wenn sie sich in uruguayischen Gewässern befinden, wie einheimische Schiffe behandelt werden. Im Februar wird im Hafen von Montevideo ein neuer Pier eingeweiht, weitere Arbeiten an der Industriezone von Sayago sind geplant. Das ehrgeizigste Projekt ist aber der ca. 300 km nördlich von Montevideo geplante Tiefseehafen von Rocha, auf den sich der uruguayische Seeverkehr im südlichen Atlantik einmal konzentrieren soll. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


15. Dezember 2014 | Kolumbien: Demonstrationen gegen Straffreiheit von FARC-Rebellen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainAm Mittwoch wurden die Friedensverhandlungen in Havanna zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC wieder aufgenommen. Jetzt steht noch aus, die schwierigsten Fragen zu klären, etwa die Niederlegung der Waffen der linken Rebellen und ob die Kommandeure wegen Menschenrechtsverletzungen und Drogenhandel unter Anklage gestellt werden. FARC-Kommandant Pablo Catatumbo, Delegierter bei den Friedensgesprächen, sagte in der Presseerklärung vom 13. Dezember, dass die FARC ein Friedensabkommen ablehnt, das die alleinige Inhaftierung der Rebellenführer erzwingt, während Oligarchie, Politik und Militär nicht belangt werden. Außerdem missbrauche Kolumbiens Regierung den Rechtsrahmen, indem es soziale Forderungen von der kolumbianischen Bevölkerung als Terrorakte und nicht legitime politische Prozesse und Maßnahmen verzerre. Des Weiteren beklagt Catatumbo die Beugung des Rechtsbegriffs eines politischen Verbrechens für eine Rebellion, was zur Folge habe, dass Angehörige der FARC als Terroristen eingestuft würden. Tausende Menschen traten vergangenes Wochenende auf die Straßen, um gegen eine mögliche Amnestie oder Begnadigung für Angehörige der Guerillaorganisation FARC zu demonstrieren. Viele der Demonstranten waren Anhänger des ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe, der seinem Nachfolger Juan Manuel Santos vorwirft, eine Kultur der Straflosigkeit zu schaffen. Die Proteste richteten sich damit gegen einen Frieden, der auf der Straflosigkeit der Rebellen aufgebaut wird. Die FARC soll sich für die in der Vergangenheit vollzogenen Gräueltaten verantworten (Bildquelle: Public Domain).


26. November 2014 | Mexiko: Demonstration in Leipzig für Ayotzinapa | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Demo in Leipzig für Ayotzinapa, Foto: Quetzal-Redaktion, glAm Samstag, den 15. November, fand in Leipzig eine Demonstration mit mehr als 100 Personen statt. Die Demonstranten wollten sich mit den Familien der 43 verschwundenen mexikanischen Studenten solidarisieren und gegen die Politik der mexikanischen Regierung protestieren. Die friedliche Demonstration lief unter dem Motto „Es war der Staat“ durch das Zentrum der Stadt Leipzig. Die verschwundenen mexikanischen Studenten kommen aus einer Fachhochschule für Lehramt des Bundesstaates Guerrero in Mexiko. Sie wollten am 26. September 2014 nach Mexiko-Stadt fahren und am 2. Oktober an der traditionellen Demonstration zur Erinnerung an das Studentenmassaker von 1968 in Tlatelolco, Mexiko, teilnehmen. Als die Studenten am Busbahnhof von Iguala ankamen, wurden sie von der mexikanischen Polizei angegriffen. Bei diesem Einsatz hat die Polizei acht Personen getötet, und 43 Studenten wurden festgenommen. Man brachte sie jedoch nicht ins Gefängnis, sondern an einen unbekannten Ort. Bis heute sind sie spurlos verschwunden. Die Proteste im Land und von Seiten der internationalen Gemeinschaft haben sich intensiviert. Trotz der Erklärungsversuche der mexikanischen Regierung befindet sich das Land in einer politischen Krise, und es zeigt sich, wie schlecht es um die Einhaltung der Menschenrechte im Land steht. Schuld daran hat die Verschmelzung von Politik und illegalen Organisationen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


24. November 2014 | Kolumbien: Einigung im Friedensprozess durch Geiselnahme gestört | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Entführung des Armee-Generals Rubén Darío Alzate sowie vier weiterer Personen am 16.11.2014 durch kolumbianische FARC-Rebellen sorgte für ein vorläufiges Ende der Friedensverhandlungen zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-Guerilla. Die Friedensgespräche, die vor zwei Jahren in Oslo begannen und später in Havanna (Kuba) fortgeführt wurden, zeigten weit mehr Fortschritte als die drei vorherigen Bemühungen. Beide Seiten trafen Vereinbarungen über die Landreform, erreichten eine politische Partizipation für entwaffnete Rebellen und sprachen sich für eine Beendigung des Drogenhandels aus. Präsident Juan Manuel Santos sprach davon, nach erfolgreicher Freilassung der Geisel den Friedensprozess wieder aufzunehmen. Damit könnte die Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens im nächsten Jahr erfolgen (Bildquelle: Public Domain).


17. November 2014 | Brasilien: Runder Tisch zum (Post-)Wachstum | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Abholzung des Amazonas-Regenwaldes - Foto: Agencia BrasilAm kommenden Wochenende findet von Samstag bis Sonntag (21.-22.11.) in Naunhof bei Leipzig der Runde Tisch Brasilien statt. Der diesjährige Runde Tisch befasst sich mit dem Thema “(Post-)Wachstum: Abschied vom Wachstumszwang. (Post-)Wachstum in Brasilien und Deutschland”. Welche Zukunft steht beiden Ländern offen? Wie kann sie gestaltet werden? Welche Rolle können Jugendbewegungen spielen? Wie könnte nachhaltige Entwicklung aussehen? Zu diesen Themen geben ReferentInnen aus Brasilien und Deutschland fachliche Impulse. Es wird Gelegenheit für Diskussionen, Vernetzung und Austausch geben. Die Tagung findet sowohl auf Deutsch als auch auf Portugiesisch statt und wird simultan übersetzt. QUETZAL wird an der Tagung teilnehmen und davon berichten (Bildquelle: Agencia Brasil).


12. November 2014 | Lateinamerika: Die Gewalt ist das größte Problem | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Mexiko: Drogenkrieg - Foto: Diego Fernandez, Public DomainWährend Lateinamerika im letzten Jahrzehnt beachtliche wirtschaftliche Wachstumsraten und einen Rückgang der Armut zu verzeichnen hat, können im Kampf gegen Gewalt und Kriminalität keine vergleichbaren Erfolge konstatiert werden. Ganz im Gegenteil: Im Zeitraum von 2000 bis 2010 starben eine Million Menschen durch kriminelle Gewalt, die Rate von Tötungsdelikten stieg um elf Prozent. Betroffen sind vor allem Jugendliche; ihr Risiko, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, ist mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen. Zudem beeinträchtigt die Gewaltkriminalität alle Bereiche der Gesellschaft: Der Tourismus geht zurück, die Investitionen nehmen ab, und auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Entwicklungsniveau kann das BIP infolge der Gewalt um bis zu zehn Prozent sinken. Darüber hinaus bedroht die Gewaltkriminalität die Festigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Angst und Misstrauen beeinträchtigen das Zusammenleben der Menschen. Da staatlichen Stellen eine wirksame Bekämpfung der Gewalt oft nicht mehr zugetraut wird, wächst die Akzeptanz von Selbstjustiz. Vor allem in der Bekämpfung des Drogenhandels, einer der Hauptquellen der Gewalt, wird heute nach alternativen Szenarien gesucht. Denn der „Krieg gegen die Drogen“, wie er bisher praktiziert wurde, hat zu einem Anstieg der Tötungsdelikte geführt. (Bildquelle: Diego Fernandez, Public Domain)


10. November 2014 | Paraguay: Ein Viertel der Richter korrupt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Lateinamerika: Justitia - Foto: Hans Braxmeier, Public DomainDass ein paar Scheinchen in Paraguay oft helfen, ein gefälliges Gerichtsurteil zu erhalten, galt bislang als weithin anerkanntes Charakteristikum des Rechtsystems in dem südamerikanischen Land. Allerdings fehlte es an Beweisen. Nun hat der Präsident des Richterrates von Paraguay (Consejo de la Magistratura de Paraguay), Enrique Riera Escudero, bestätigt, dass 25 Prozent der Richter korrupt sind und sanktioniert werden müssten. Allerdings würden sich viele der Beschuldigten durch ein positives Votum des Schwurgerichts zur Verurteilung (Tribunal del Jurado de Enjuiciamiento) retten. Doch nicht nur Richter gelten als bestechlich. Von den 1300 Justizmitarbeitern in Paraguay (Richter, Staatsanwälte, Verteidiger) wurden 500 wegen Korruption, Drogenhandel oder anderen Delikten angeklagt. In Konsequenz stellt Enrique Riera Escudero fest, dass das Justizsystem des Landes nicht mehr funktioniere. Meist liegt der Ursprung in einer engen Verquickung zwischen Justiz und Regierung. Demnach hätten sowohl die lange Zeit regierende Partei der Colorados als auch die Liberalen die Posten gemäß einem Pfründen-Mechanismus verteilt. Der Richterrat möchte nun 1000 Mitarbeiter im Justizapparat neu anstellen. Das wäre der erste Schritt einer de facto- und nicht nur de jure-Trennung von Exekutive und Judikative. In dessen Folge könnte auch maßgeblich die Korruption im Land gesenkt werden. Derzeit weist Paraguay einen GINI-Wert von 24 auf dem Korruptionswahrnehmung-Index (Corruption Perception Index, CPI) von Transparency International auf. Ein Wert von 100 bedeutet keine Korruption. Und davon ist der südamerikanische Staat meilenweit entfernt (Foto: Hans Braxmeier, Public Domain).


23. Oktober 2014 | Kuba: Weitere Ärzte und Pflegekräfte helfen im Kampf gegen Ebola | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Vizeminister für Gesundheit Jose Angel Portal Miranda bei der PAHO - Foto: PAHOVertreter der kubanischen Regierung verabschiedeten am vergangenen Mittwoch Ärzte und Pflegekräfte, die in den Ebola-Ländern Liberia und Gambia helfen sollen, die gefährliche Seuche zu bekämpfen. Seit Anfang Oktober schickte Kuba damit 256 Fachleute zur Bekämpfung von Ebola nach Liberia, Sierra Leone und Guinea, weitere 200 wurden bereits für den Einsatz ausgebildet. Für sein schnelles und wirkungsvolles Agieren in der Ebola-Krise erhielt der Inselstaat international viel Lob, selbst der Erzfeind USA anerkannte den Einsatz und bot eine Zusammenarbeit an – im Kampf gegen Ebola. Die kubanische Seite signalisierte ihre Bereitschaft, betonte aber, es müsse eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein. Die medizinische Hilfe, die Kuba gewährt, ist für das Land quasi eine Normalität. Derzeit arbeiten ca. 50.000 kubanische Ärzte in Lateinamerika, Asien und Afrika, die Mehrzahl von ihnen (um die 30.000) in Brasilien und Venezuela. Von den 83 Medizinern und Pflegekräften, die gestern nach Afrika flogen, haben 42% bereits Erfahrung mit Auslandseinsätzen. Vor ihrer Abreise erklärten sich die kubanischen Helfer bereit, im Falle einer Infektion nicht in ihre Heimat zurückzufliegen, sondern sich vor Ort behandeln zu lassen. [Bildquelle: Pan American Health Organization-PAHO]


08. Oktober 2014 | Brasilien: Präsidentschaftswahlen – Erste Runde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Präsidentschaftswahlen 2014 - Brasilianer zur Wahlurne - Foto: Agencia BrasilAm Sonntag wurde in Brasilien gewählt. Es standen sich in dieser ersten Runde der Präsidentschaftswahlen die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei und die Kontrahenten Aécio Neves von der sozialdemokratischen Partei PSDB sowie die Ökologin Marina Silver von der Sozialistischen Partei gegenüber. Amtsinhaberin Dilma Rouseff hat mit fast 42 Prozent der Stimmen den Sozialdemokraten Neves, der rund 34 Prozent der Stimmen erreichte, überholt. Dennoch erhielt Rousseff nicht die absolute Mehrheit und muss zur Stichwahl am 26. Oktober erneut antreten. Marina Silver dagegen erhielt nur 21 Prozent der Stimmen. Ein haushoher Sieg Rousseffs blieb aus. Viele Brasilianer machen sie für das stockende Wirtschaftswachstum, die steigende Inflation sowie hohe Staatsausgaben wie zum Beispiel bei der Fußball-WM 2014 verantwortlich. Des Weiteren musste sich Rousseff fortwährend Korruptionsvorwürfen stellen. Ihr stärkster Gegner Aécio Neves könnte bei der Stichwahl die Präsidentschaftswahl gewinnen, wenn er die Wähler Marina Silver für sich gewinnen könnte. Neves steht für eine Liberalisierung der brasilianischen Wirtschaft. Mit der Übernahme einiger prägnanter Programmpunkte Marina Silvers könnte die Angst vor Repressionen gegen soziale Förderprogramme schwinden. Am vergangenen Sonntag wurden rund 140 Millionen Brasilianer zur Wahlurne gebeten, um über einen neuen Präsidenten, einen neuen Kongress und neue Landesparlamente in allen 26 Bundesstaaten zu entscheiden. Rund 25500 Kandidaten traten zur Wahl an (Bildquelle: Agência Brasil).


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