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Noticias Lateinamerika

06. November 2018 | Brasilien: Neuer Präsident Jair Bolsonaro wurde gewählt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Noticias_Brasilien_Bild_Quetzal-Redaktion_gcMit den Ergebnissen der Präsidentschaftswahl in Brasilien, bei der der neue Präsident Jair Bolsonaro (Partido Social Liberal/ PSL – Sozialliberale Partei) die Mehrheit der Stimmen erhielt, definiert sich abschließend die politische Landschaft, in der der südamerikanische Koloss bis Ende 2022 regiert wird. Jair Messias Bolsonaro hat sich vergangene Woche mit 55,13% in der Stichwahl gegen Fernando Haddad (Partido dos Trabalhadores/ PT – Arbeiterpartei) durchgesetzt. Zwei Wochen zuvor hatte die erste Runde, bei der außerdem GouverneurInnen, Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie die Mitglieder der Legislativkammer vom Bundesdistrikt Brasilien gewählt wurden, stattgefunden. Auch wenn die PT im Parlament Stimmenverluste hinnehmen musste und der PSL die Gouverneurswahlen in 12 der 27 Bundesstaaten für sich entscheiden konnte, behielt sie die Mehrheit im Parlament. Linke Oppositionsparteien kündigten jetzt die Bildung eines gemeinsamen Blocks im Parlament an – allerdings ohne die Arbeiterpartei. Die Wahlergebnisse in den Bundesstaaten zeigen jedoch eine erhebliche Stärkung rechtskonservativer Kräfte. Sowohl Bolsonaro, welcher seit 1991 brasilianischer Bundesabgeordneter ist, als auch sein Vizepräsident, Antonio Hamilton Mourão, sind hochrangige Angehöriger der Streitkräfte. Bolsonaro, dessen Motto „Brasil acima de tudo e Deus acima de todos“ (dt.: Brasilien vor allem und Gott über alles) ist, versprach im Wahlkampf, eine „beispiellose Säuberung“ durchzuführen und „die roten Banditen von der Landkarte zu fegen“. Am 1. Januar 2019 wird er als Nachfolger von Michel Temer das Präsidentenamt antreten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).

 


22. Oktober 2018 | Mexiko: Die Karawane aus Honduras | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Die Karawane aus Honduras - Foto: Schiene, Eneas de TroyaAuf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Notlage in Honduras hat sich am Samstag, dem 13. Oktober, eine Gruppe von Menschen gebildet, die die Entscheidung traf, von Honduras bis in die Vereinigten Staates zu Fuß zu gehen. Nach einer Woche war diese Gruppe zu einer Karawane von über 3.000 Menschen angewachsen, die nicht nur die Erinnerung an die Heimat, sondern auch die 900 Kilometer von Honduras bis zur mexikanischen Grenze hinter sich ließ. Die amtierende mexikanische Regierung entsendete Einheiten der Bundespolizei und Bundesarmee zur Grenze, um die Karawane in Empfang zu nehmen. Das entspricht zwar dem Wunsch des Präsidenten der USA, verstößt aber gegen die traditionell freundschaftliche mexikanische Asylpolitik. Die Grenze wurde zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Die Menschen aufhalten konnte diese Maßnahme jedoch nicht, das Haupttor wurde von der Karawane zerstört. Die Sicherheitskräfte nutzten den Grenzdurchbruch als perfekten Grund, um die Menschen mit aller Gewalt zurückzudrängen. Außerdem setzte die Polizei Pfefferspray gegen Männer, Frauen und Kinder ein. Nach den ersten heftigen Stunden beruhigte sich die Lage. Viele Personen der Karawane warten seit zwei Tagen auf eine legale Registrierung, damit sie entweder ein Transitvisum oder Asyl beantragen können. Viele andere haben die Grenze ohne Registrierung überschritten. Nach mehr als 72 Stunden fanden sie sich in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Hidalgo wieder, wo sie auf aufrichtige, freundliche mexikanische Art begrüßt wurden; die Bevölkerung empfing sie mit Essen, Getränken und Musik. Die freundliche Seele der Mexikaner und die Position der zukünftigen linksorientierten Regierung haben großen Druck auf die amtierende Regierung ausgeübt. Diese musste ihre Strategie daraufhin ändern. Die neue Regierungsstrategie weckt die Erwartungen, dass die mexikanische Regierung die Menschen aus Mittelamerika endlich nicht nur mit Würde und Wahrung der Menschenrechte behandelt, sondern die aufrichtige freundliche Seele des Volkes widerspiegelt. Der künftige Präsident, Andrés Manuel López Obrador, drückte das mit einem alten mexikanischen Sprichwort aus: „Wo eine Person isst, können auch zwei essen“ (Bildquelle: Eneas de Troya_).


09. Oktober 2018 | Argentinien: Feministinnen gegen „Women 20“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Ni_una_menos_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiDas neulich initiierte Programm Women 20 als Teil des G20 stößt bei argentinischen Feministinnen auf Widerstand. Ende des Jahres sollen sich Mitglieder des G20 in Buenos Aires treffen. Bis dahin wird im Kulturzentrum „Néstor Kirchner“ an einer Agenda der Frauen gearbeitet, die dann den Staatsoberhäuptern präsentiert wird. Dabei werden international Stimmen laut, die bezweifeln, dass Women 20 wirklich repräsentativ wäre. Starke Kritik wurde vor allem vonseiten feministischer Organisationen geübt, wie z.B. des Foro Feminista contra el G20 (dt.: Feministisches Forum gegen die G20). Ihre Proteste stehen unter der Überschrift „No en nuestro nombre“ (dt.: Nicht in unserem Namen). Damit wird deutlich gemacht, dass durch Women 20 keineswegs alle Frauen ihre Interessen vertreten wissen. Das Hauptargument, was gegen die Agenda vorgebracht wird, ist deren Fokus auf Wirtschaftswachstum. Im internationalen Rahmen beurteilen Feministinnen die W20 Debatten als elitär. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Mittelpunkt der Agenda die Business-Frau und ihre finanzielle Absicherung steht. Es werde weder umfassend auf sozial ausgegrenzte Frauen aus benachteiligten Arbeitsverhältnissen eingegangen, noch die Wurzel der mangelnden Gleichstellung diskutiert. Argentinische Feministinnen können sich auch mit den Teilnehmerinnen der W20-Debatten nicht identifizieren. Sie prangern an, dass es sich vor allem um Repräsentantinnen der wirtschaftlich privilegierten Schicht handelt, nicht aber um ein breites Spektrum an Frauen aus unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Realitäten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).


04. Oktober 2018 | Peru: Oberster Gerichtshof schickt Fujimori zurück ins Gefängnis | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Noticias_Peru_Flagge_Bild_Quetzal-Redaktion_gcDer Oberste Gerichtshof Perus hob gestern die im Dezember des letzten Jahres vom damaligen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski ausgesprochene Begnadigung von Ex-Diktator Alberto Fujimori auf. Fujimori muss jetzt zurück ins Gefängnis und seine 25-jährige Haftstrafe absitzen. Nach dem Fall von Präsident Kuczynski, der wegen Korruptionsvorwürfen im März zurücktreten musste, war es in Peru keine Überraschung, dass auch sein umstrittener Gnadenakt für Fujimori noch einmal geprüft wird. Richter Hugo Núñez wies in seiner Begründung darauf hin, dass die Begnadigung Fujimoris verfassungswidrig und nicht mit der Amerikanischen Menschenrechtskonvention vereinbar sei. Des Weiteren verwies er auf Unregelmäßigkeiten in dem Verwaltungsverfahren, das zur Begnadigung führte. Präsident Kuczynski hatte diese nach einem ungewöhnlich kurzen Verfahren ausgesprochen, dabei, so Núñez, wurde gegen den Grundsatz der Unparteilichkeit und Objektivität verstoßen. Zudem wurden Unklarheiten in den medizinischen Protokollen genannt, die seinerzeit als Begründung für die „humanitäre Begnadigung“ dienten. Fujimori, so betonte das Gericht gestern, leide nicht an einer tödlichen Krankheit, weshalb es nicht das vorherrschende Bedürfnis sein könne, ihn freizulassen. Das Gericht ordnete die sofortige Verhaftung Fujimoris an (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


14. September 2018 | Chile: 45 Jahre nach der Ermordung Víctor Jaras | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Das Grab Victor Jaras in Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion_sscVor 45 Jahren wurde der Víctor Jara von Armeeoffizieren seines eigenen Landes ermordet. Der chilenische Musiker, Komponist, Dramaturg und Dozent war unmittelbar nach dem Staatsstreich, der am 11. September 1973 die Regierung der Unidad Popular von Salvador Allendes stürzte, entführt und ins Stadion der Hauptstadt gebracht worden. Das Stadion, das seit 2003 den Namen Víctor Jaras trägt, wurde in ein KZ umgewandelt, wo tausende Anhänger Allendes in Gefangenschaft gehalten wurden. Aufgrund seines politischen Engagements wurde Jara besonders gequält und schließlich erschossen. Seine sterbliche Überreste wurden unmittelbar nach der Ermordung aufgefunden und identifiziert. Víctor Lidio Jara Martínez, der aus bescheidenen Verhältnissen kam, wurde 1932 geboren. Als Musiker hinterließ er ein umfassendes Werk darunter acht Studio- und sechs Liveaufnahmen, sowie mehrere posthum erschienene Alben, das Generationen politisch engagierter Menschen auf der ganzen Welt prägte. Als Künstler, Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles und Kulturbotschafter der Regierung Allendes engagierte er sich für eine gerechtere Welt. Ein chilenisches Gericht befand im vergangenen Juli acht ehemalige Militäroffiziere, die an seiner Ermordung beteiligt waren, für schuldig und verurteilte sie zu achtzehnjähriger Gefängnisstrafe. 2013 war ein anderer ehemaliger, in die USA geflüchteter Offizier der Streitkräfte, von einem US-Gericht zur Zahlung einer Entschädigung an die Familia Jara verurteilt worden. Nach offiziellen Angaben wurden während der Diktatur von General Pinochet (1973-1990) ca. 40.000 Menschen entführt, von denen über 3.000 umgebracht wurden. Die meisten von ihnen gelten bislang als verschwunden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


06. September 2018 | Paraguay: Biennale der Fotografie in Asunción | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Biennale der Fotografie in Asunción, Pablo Piovano - Foto: Julián Roldán, FNPIDer Verein El Ojo Salvaje veranstaltet derzeit bereits die 6. Biennale der Fotografie in der paraguayischen Hauptstadt Asunción. In Kulturzentren, Galerien und auf öffentlichen Plätzen werden die Werke von Fotografen aus Paraguay und anderen Ländern gezeigt; dabei sind in diesem Jahr u.a. Luis Vera aus Paraguay, die Argentinier Pablo Piovano und Walter Astrada, die Ecuadorianerin Isadora Romero, der Katalane Jordi Ruiz Cirera sowie Francene Keery und Daniella Zalcman, die Gründerinnen von Women Photograph aus den USA. Die ausgestellten Fotos widmen sich in diesem Jahr dem Thema „Erde“; sie „nähern sich der Nutzung, dem Besitz und der Verteilung von Land in Paraguay und der Welt aus verschiedenen Perspektiven an“, betont David Marcelo Sandoval, der Präsident von El Ojo Salvaje. Den Auftakt der 15 Ausstellungen macht Pablo Piovano aus Argentinien mit seiner mehrfach prämierten Serie über die Folgen des Einsatzes von Agrargiften für die Menschen. Weiterhin werden die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf die indigene Bevölkerung gezeigt (Vera, Romero), und Jordi Ruiz Cirera widmet seine Fotos der „Vereinigten Soja-Republik“. Jedes Foto, so der Präsident von El Ojo Salvaje, verbirgt eine einzigartige Geschichte, die darauf wartet, der Öffentlichkeit gezeigt zu werden (Bildquelle: Julián Roldán, FNPI_).

 

Für Interessenten: Der Kehrer Verlag Heidelberg brachte bereits im letzten Jahr den Band „El Costo Humano de los Agrotóxicos“ mit den Bildern von Pablo Piovano heraus.


27. Juli 2018 | Kuba: Vor 65 Jahren begann die Revolution | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Vor 65 Jahren begann die Revolution - Foto: Quetzal-Redaktion, pgAm 26. Juli 1953 scheiterte der Versuch, die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba einzunehmen. Auch wenn es damals nicht zur nationalen Erhebung gegen die Batista-Diktatur kam, konnten die Rebellen der „Bewegung des 26. Juli“ fünf Jahre, fünf Monate und fünf Tage später in der Hauptstadt Havanna den militärischen Sieg der Revolution feiern. Wie seitdem jedes Jahr gedachte die kubanische Staats- und Parteiführung mit einem zentralen Festakt in Santiago de Cuba des „Tages der Nationalen Erhebung“. Im innenpolitischen Teil seiner Rede ging Raúl Castro, erster Sekretär der Kommunistischen Partei, vor allem auf die laufende Diskussion über eine neue Verfassung ein und würdigte die Verdienste der Einwohner der Provinz im Süden Kubas als beispielhaft für die Entwicklung des Landes. Mit Blick auf Lateinamerika sicherte er den Brudervölkern Venezuelas und Nicaraguas ebenso wie Luiz Inácio Lula Da Silva, dem inhaftierten Vorsitzenden der brasilianischen Arbeiterpartei, die Solidarität Kubas zu. In einer Zeit, in der US-Präsident Donald Trump unter Berufung auf die fast 200 Jahre alte Monroe-Doktrin die volle Wiederherstellung der Hegemonie Washingtons über die westliche Hemisphäre anstrebt, sei die Festigung der Einheit Lateinamerikas dringender denn je. In Erinnerung an Fidel Castro zeigte sich dessen Bruder Raúl zuversichtlich, dass Kuba dessen Vermächtnis auch in Zukunft erfüllen werde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg).


20. Juli 2018 | Uruguay: Neue Gesetze und das liebe Geld | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Neue Gesetze und das liebe Geld - Foto: Quetzal-Redaktion, tejeDer Vertreter einer Selbsthilfeorganisation von Familienangehörigen psychisch Kranker nannte es ein Verbrechen, dass die Regierung zu wenig Geld bereitstelle, um das neue „Gesetz über psychische Krankheit“ adäquat umzusetzen. Dieses Gesetz war bereits im letzten Jahr einstimmig vom Parlament beschlossen worden, in dieser Woche wurde es von der Exekutive ergänzt. Mit dem „Ley de Salud Mental“, in dem Uruguay eigene Regelungen an internationale Bestimmungen anpasst, soll nicht zuletzt die Situation psychisch Kranker verbessert werden. Gemäß der Regulierung sind Gesundheitsdienstleister jetzt zu einer Meldung an die Gesundheitsbehörden verpflichtet, wenn psychisch Kranke länger als 45 Tage in Einrichtungen behandelt werden. Bei gerichtlich angeordneten Unterbringungen besteht die Pflicht, die Nationale Menschenrechtsinstitution zu informieren. Das Hauptproblem für die Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen ist die Finanzierung. Diese Hürde teilt das Gesetz mit anderen, deren Anwendung ebenfalls durch mangelnde Ressourcen behindert wird: Das Gesetz über „Gewalt gegen Frauen“ benötigt die Schaffung von Fachgerichten, für die neue Strafprozessordnung braucht es einen Umbau der Justizorgane und auch dem Nationalen Pflegesystem zur Betreuung von Kindern, Menschen mit Behinderungen und Senioren – eines der wichtigen Themen im Wahlkampf von Präsident Tabaré Vázquez – mangelt es an ausreichender Finanzierung (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, teje).


12. Juli 2018 | Argentinien: Abkommen mit IWF stößt auf Protest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Macri_Foto Quetzal Redaktion_sole biasattiAm 09. Juli, dem Jahrestag der Unabhängigkeit Argentiniens von 1816, protestierten tausende von Demonstranten gegen das Abkommen der Regierung mit dem Internationalen Währungsfond (IWF). Die Menschenmassen in Buenos Aires rund um den Obelisken forderten wirtschaftliche Unabhängigkeit und sprachen sich gegen eine noch tiefere Verschuldung aus. Die instabile wirtschaftliche Lage des Landes ist bereits seit zwei Jahren ein wachsendes Problem. Vor allem die rasante Inflation setzt den Präsidenten Mauricio Macri schwer unter Druck. Im Juni unterzeichnete er in Kanada im Rahmen des G-7 ein Abkommen mit dem IWF über einen Kredit in Rekordhöhe von 50 Milliarden Dollar über drei Jahre. Allerdings ist diese Summe an die Bedingung des Finanzausgleichs im Jahr 2020 gekoppelt. Dadurch wird sich die Sparpolitik weiter ausweiten. Es herrscht die Befürchtung, dass die Provinzen am meisten betroffen sein werden. Darüber hinaus besteht Unzufriedenheit wegen starker Tarifsteigerung in den Bereichen Licht, Wasser und Gas. Außerdem wird erwartet, dass Zuschüsse in Transport, Energiewirtschaft, dem öffentlichen Dienst und Bauwesen gekürzt werden. Gewerkschaften fordern höhere Löhne, da der drastische Absturz des Peso Konsequenzen spüren lässt und Entlassungen in staatlichen und privaten Betrieben drohen. Die Mehrheit der Bevölkerung in Argentinien erinnert der IWF an die schwere Wirtschaftskrise von 2001 (Bilquelle: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).


07. Juli 2018 | Mexiko: Historischer Sieg bei Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Andrés Manuel López Obrador (zweiter von links) im Wahlkampf - Foto: RosarioEspEntsprechend der Wahlprognosen gewann der linkskonservative Andrés Manuel López Obrador (AMLO) von der „Bewegung der Nationalen Erneuerung“ (MORENA) mit 53,2 Prozent bei den Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag. Der ehemalige Regierungschef des Bundesdistriktes Mexiko-Stadt versprach einen radikalen Richtungswechsel im Umgang mit den dringenden Problemen im Land. López Obrador kündigte an, dass die Schwerpunkte seiner Amtszeit auf der Bewältigung der Drogenkriminalität und der Korruption sowie der Sicherheits- und der Wirtschaftspolitik liegen werden. Damit bricht in Mexiko eine neue Ära an; denn mit seinem Wahlsieg beendete López Obrador die seit fast hundert Jahren andauernde Dominanz von PRI und PAN. Der konservative Ricardo Anaya von der „Partei der Nationalen Aktion“ (PAN) kam auf nur 22,3 Prozent der Stimmen und der Regierungskandidat José Antonio Meade von der Partei der institutionellen Revolution (PRI) konnte lediglich 16,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der Wandel macht sich auch in der Hauptstadt bemerkbar, wo mit Claudia Sheinbaum, einer Umweltpolitikerin aus López Obradors Lager, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes eine Frau regieren wird (Bildquelle: RosarioEsp_).


30. Juni 2018 | Lateinamerika: Waldverluste im Jahr 2017 immer noch dramatisch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Wald_Bild_Quetzal-Redaktion_tejeWie Global Forest Watch auf einer Klimakonferenz in Oslo mitgeteilt hat, waren 2017 die weltweiten Verluste an bewaldeter Fläche mit 15,8 Millionen ha die zweithöchsten seit 2001. Obwohl dieser Wert noch unter dem von 2016 liegt, entspricht er der Größe von Bangladesh. Mit 4,52 Millionen ha nimmt Brasilien unter den betroffenen Ländern die Spitzenposition ein, gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (1,47 Millionen ha) und Indonesien (1,3 Millionen ha). Auf dem sechsten bis achten Platz finden sich die drei südamerikanische Länder Bolivien (463.000 ha), Kolumbien (425.000 ha) und Paraguay (360.000 ha). Insgesamt entfallen damit auf die vier lateinamerikanischen Länder 36,5 Prozent des weltweiten Verlustes an Waldflächen im Jahr 2017. Nach Angaben des World Wildlife Fund (WWF) hat Brasilien in den Jahren von 1990 bis 2015 insgesamt 53,2 Millionen ha an bewaldeten Landschaften verloren, was knapp 10 Prozent seiner Waldfläche von 1990 entspricht. Den dramatischsten Anstieg hatte 2017 Kolumbien zu verzeichnen. Dort nahmen die Waldverluste gegenüber 2016 um 46 Prozent zu. Beobachter führen dies auf das Machtvakuum zurück, das durch die Demobilisierung der FARC-Guerilla im Zuge des Friedensabkommens entstanden ist. Costa Rica ist ein Beispiel dafür, dass im Ergebnis einer klugen Forstpolitik eine Umkehr eingeleitet werden kann. In dem kleinen zentralamerikanischen Land hat die Waldfläche seit 2000 um 16 Prozent zugenommen. Damit wachsen auf 54 Prozent der Landesfläche wieder Bäume, während Honduras lauf WWF von 1990 bis 2015 fast die Hälfte seiner Waldfläche verloren hat (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, teje).


04. Juni 2018 | Mexiko: Präsidentschaftswahlkampf bleibt spannend | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Andrés Manuel López Obrador - Foto: ANDES, Micaela Ayala VIn Mexiko beginnt der entscheidende Monat für die Präsidentschaftswahl im Juli 2018. Laut Wahlprognose stehen die Kandidaten der linkskonservativen Koalition „Coalición Juntos Haremos Historia“, der Parteien MORENA- Arbeiterpartei (PT) sowie der Partei Soziale Begegnung (PES) mit einem deutlichem Vorsprung vor den anderen Kandidaten. Nach der letzten Wahlprognose könnte sich Mexiko auf eine neue Regierungsphase vorbereiten. Allerdings nutzen die anderen politischen und wirtschaftlichen Kräfte des Landes alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, um die Bevölkerung in ihrer Entscheidung zu beeinflussen und die „richtige“ Wahl zu treffen. Zum Beispiel üben die Unternehmen mit unterschiedlichsten Drohungen starken Druck auf ihre Mitarbeiter aus, damit sie sich gegen den Kandidaten der linkskonservativen Koalition, Andrés Manuel López Obrador (AMLO), entscheiden. Die Präsidentschaftswahl bleibt spannend. Nicht weil die Wahlprognosen unklar sind, sondern, weil noch unklar ist, wie und ob die traditionellen regierenden Kräfte des Landes verhindern werden, dass der Kandidat Andrés Manuel López Obrador (von der „Coalición Juntos Haremos Historia“) die Wahl am 1. Juli 2018 gewinnt (Bildquelle: ANDES, Micaela Ayala V).


24. Mai 2018 | Argentinien: G20-Vorbereitungstreffen fand in Buenos Aires statt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

G20_Logo_Bild_g20_PressAnfang dieser Woche endete ein Treffen der Mitgliedstaaten der Gruppe der 20 in Buenos Aires. Die Zusammenkunft diente als Vorbereitung für den nächsten G20-Gipfel, der im kommenden November in der argentinischen Hauptstadt stattfindet wird. In der G20, welche aus dem Zusammenschluss aus 19 Staaten und der Europäische Union besteht, sind die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vertreten. Unter den Themen, die die AußenministerInnen der Mitgliedstaaten in Buenos Aires diskutierten, ragten die am Sonntag stattgefundenen Präsidentschaftswahlen in Venezuela besonders heraus. Bei den Wahlen wurde Präsident Maduro mit mehr als 67 Prozent der Stimmen als Präsident bis 2025 wiedergewählt; Oppositionsführers Falcón kam auf ca. 21 Prozent. Das Wahlergebnis wird jedoch von sechs Ländern (Argentinien, Australien, Chile, Kanada, Mexiko und die USA) als unrechtmäßig bezeichnet, weshalb Sanktionen gegen die Regierung von Nicolás Maduro vorgeschlagen wurden. Allerdings kritisierten mehrere Länder stark die protektionistische Politik der USA. Es bestand ein weitgehendes Einvernehmen darüber, dass sich die Maßnahmen der US-Regierung gegen den Multilateralismus richten, welcher einen bedeutenden Weg für die Entwicklung darstelle. Für den G20-Gipfel im November sind, nach der Erfahrung des Hamburger Gipfels, abermals heftige Massenproteste zu erwarten (Bildquelle: G20_Argentinien_Press).


15. Mai 2018 | Nicaragua: Nationaler Dialog für Mittwoch angekündigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

noticia_nicaragua_Menschen_Dietlind von Poblozki_amDie katholische Kirche kündigte für Mittwoch, 16.Mai 2018, einen nationalen Dialog an. Das Treffen wird im Seminar Nuestra Señora de Fátima in Managua stattfinden. Die Ankündigung erfolgte, nachdem die nicaraguanische Regierung Vertreter der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte nach Nicaragua eingeladen hat, um die Gewaltakte gegen die von der geplanten Rentenreform ausgelösten Proteste zu untersuchen. Bei den seit dem 18. April anhaltenden Auseinandersetzungen wurden mehr als 50 Menschen getötet. Kardinal Brenes betonte, dass die Bedingungen für den Dialog nicht die besten seien. Ziel des Dialogs muss es sein, institutionelle Veränderungen im Land anzustoßen, um den Weg für die Demokratie zu ebnen. Dafür seien grundlegende Vereinbarungen nötig, die in konkrete Entscheidungen münden müssten. Unbedingte Voraussetzung des Dialogs, so heißt es in der Erklärung, sei die Aussetzung der Gewaltakte und Plünderungen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Dietlind von Poblozki / am).

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Aus Sorge um die Entwicklung in ihrem Heimatland rufen in Halle an der Saale lebende Nicaraguaner für den 19.5.2018 ab 14 Uhr zu einer Demonstration auf dem Marktplatz der Stadt auf.


07. Mai 2018 | Chile: Regularisierungkampagne von irregulären ImmigrantInnen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Warteschlange bis vor den Eingang der Ausländerbehörde in Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, Christine SchnichelsPer Dekret verordnet findet zurzeit eine außerordentliche Regularisierung von bis zu 300.000 ImmigrantInnen statt. Damit soll der illegale Aufenthalt unterbunden und den ImmigrantInnen die Möglichkeit gegeben werden, reguläre Arbeit zu finden und mehr Rechte zu erhalten. Neben viel Lob wird an der Initiative kritisiert, dass die vorherige Aufklärungsphase für die MigrantInnen zeitlich nicht ausgereicht habe, um sich vorab ausreichend zu informieren. Zudem würden die ohnehin schon schlechten Zustände in den Zentren der Ausländerbehörde nun noch chaotischer werden: Platzmangel, extrem lange Warteschlangen noch bis mehrere Hundert Meter vor dem Gebäude und stundenlanges Warten teilweise im Stehen belasten vor allem Schwangere, Senioren und Kinder. Die Regierung unter Präsident Piñera, der sich bereits vor seiner Amtszeit für eine Verschärfung des Immigrationsgesetzes ausgesprochen hat, ist derzeit dabei, das veraltete Ausländer- und Migrationsgesetz aus dem Jahr 1975 zu reformieren. Denn seit Jahren kommen immer mehr Menschen nach Chile, und die Regierung schätzt, dass sich mittlerweile rund eine Million ImmigrantInnen im Land befinden, welche einen Anteil von 5,5% an der Gesamtbevölkerung ausmachen. Insbesondere kommen zahlreiche HaitianerInnen (verstärkt seit dem dortigen Erdbeben 2010) und VenezolanerInnen (vor allem wegen der politischen Krise im Land), so dass nun für beide Länder besondere Visa „aus humanitären Gründen“ (Haiti) und „aus demokratischer Verantwortung“ (Venezuela) in Kraft treten werden. Insgesamt zielen die neuen Gesetze damit nicht nur auf eine dringende bürokratische Modernisierung ab, sondern auch auf eine dauerhafte Verschärfung, um die zukünftige Immigration stärker zu kontrollieren und zu reduzieren (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


02. Mai 2018 | Kuba, Brasilien, Argentinien: Der erste Mai – Manifestation und Protest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Kuba

Noticias_Erster_Mai_Bild_Redaktion_solebiasattiDer erste Mai stand in zahlreichen Ländern Lateinamerikas wieder im Zeichen von Demonstrationen und Umzügen. In Kuba wurden die schon traditionellen Massenmanifestationen begleitet von Solidaritätsbekundungen der Gewerkschaft mit Venezuela (Maduro), Nicaragua (Ortega, El Frente Sandinista de Liberación) und Brasilien (Lula da Silva). Die Regierung war u.a. präsent durch den neu eingesetzten Präsidenten Miguel Díaz-Canel, der sich für eine stärkere Überprüfung von Vertrags- und Finanzbeziehungen ausgesprochen hatte. In Brasilien verband sich die Demonstration des ersten Mai mit der Forderung für die Befreiung Lulas, die durch eine Petition der Gewerkschaftsführungen des Landes unterstrichen wurde. Außerdem verlangte die Menge eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitsplätze und Rente ermöglicht und protestierte u.a. gegen Temers Arbeitsmarktreform. Auch in Argentinien wurden die ersten Mai-Paraden als Plattform politischer Unzufriedenheit ausgetragen. Die Organisationen Corriente Clasista y Combativa (CCC), Barrios de Pie und die Confederación de Trabajadores de la Economía Popular (CTEP) stellten sich “telesur” zufolge gegen die Politik des Präsidenten Mauricio Macri. Insbesondere wurden die Forderungen nach mehr Lohn, Entlassungsstopp und dem Ende der Tariferhöhung laut (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, solebiasatti).


25. April 2018 | Nicaragua: Premio Cervantes 2017 an Sergio Ramírez überreicht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua_Sergio_Ramirez_Bild_Centroamérica_cuentaIn Madrid wurde vorgestern der Cervantes-Preis, der bedeutendste Literaturpreis der spanischsprachigen Welt überreicht. Prämiert wurde mit dem Nicaraguaner Sergio Ramírez erstmals ein Autor aus Mittelamerika. Ramírez‘ Werk, begründete die Jury im November 2017, spiegele die „Lebendigkeit des Alltags wider, die Wirklichkeit in ein Kunstwerk verwandelt”. Es verbinde die Erzählung und die Poesie mit der Strenge des Beobachters und des Schauspielers. Die Bücher des Nicaraguaners wurden in 17 Sprachen übersetzt, sein Werk umfasst Erzählungen und Romane ebenso wie Zeitungskolumnen. Doch Ramírez prägte sein Land nicht nur als Autor, sondern auch als Politiker. Nach dem Sieg der Sandinisten hatte er wichtige politische Ämter inne, von 1985 bis 1990 war er unter Ortega Vizepräsident. 1995 verließ er die FSLN aus Protest gegen den Kurs der Partei und gründete eine eigene Partei, den Movimiento Renovadora Sandinista (MRS). Angesichts der massiven Proteste in seinem Land, die sich an der geplanten Rentenreform entzündeten, aber zunehmend das System Ortega angreifen, erinnerte der Schriftsteller an diejenigen, die getötet wurden, weil sie für Gerechtigkeit und Demokratie kämpfen. Er widmete seinen Preis den „Tausenden Jugendlichen, deren Waffen nur Ideale sind und die dafür kämpfen, dass Nikaragua wieder eine Republik wird“ (Bildquelle: centroamerica_cuenta).


12. April 2018 | Brasilien: Lula da Silva tritt unter breiter Solidarität seine Haft an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Noticias_Brasilien_Bild_Quetzal-Redaktion_gcDer ehemalige Präsident Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, bleibt auch nach seinem Haftantritt am 07. April 2018 der Favorit in den Wahlumfragen. Seine Verurteilung zu 12 Jahren und einen Monat Haft aufgrund des sogenannten „Autowaschanlagenskandals“ wird stark angeprangert. Nicht nur Dilma Rouseff und die Mitglieder seiner Arbeiterpartei sehen ihn als Opfer; sein Fall wurde auch vor die UNO getragen. Die Menschenrechtskommission merkte an, dass die Strafverfolgung von unethischen Methoden und materiellem Beweismangel belastet sei. Außerdem sorgt die Tatsache im Volk für Empörung, dass Lula so schnell verurteilt wurde. Tatsächlich wurde im Zuge seines Haftantritts die große Solidarität für ihn deutlich. So hatten linksgerichtete Anhänger und Gewerkschaftsmitglieder zwei Tage lang einen menschlichen Schild rings um das Hauptquartier der Metallarbeitergewerkschaft in São Bernardo do Campo gebildet, um Lulas Selbstauslieferung zu verhindern. In seiner Rede kurz vor dem Haftantritt begründete Lula, dass er an die Justiz glaube und die Gelegenheit nutzen wolle, um offiziell seine Unschuld zu beweisen. Wie Lula erklärte, werde seine Beziehung zum brasilianischen Volk trotz allem immer stärker. Umgekehrt ist die Unterstützung für Lula an Demonstrationen sichtbar. Vor dem Polizeipräsidium in Curitiba, wo er seine Haft antreten soll, hatten sich ebenfalls Protestierende versammelt. Auch in ganz Lateinamerika bekundeten Organisationen und Politiker ihre Solidarität für den Kandidaten der Arbeiterpartei (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


03. April 2018 | Costa Rica: Carlos Alvarado wird neuer Präsident | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Wahlen_Foto_Redaktion_solebiasattiCarlos Alvarado von der Regierungspartei Acción Ciudadana (PAC) hat am Sonntag in der Stichwahl mit knapp 61 Prozent einen deutlichen Sieg errungen. Der 38-jährige Kandidat konnte sich damit gegen seinen gleichnamigen, aber nicht verwandten Konkurrenten Fabricio Alvarado vom Partido Restauración Nacional (PRN) durchsetzen. In der ersten Wahlrunde am 4. Februar, in der auch das neue Parlament gewählt worden war, hatte letzterer mit 24,9 Prozent der abgegebenen Stimmen noch vorn gelegen. Wie vor zwei Monaten dominierte der Evangelikale Fabricio Alvarado mit seiner Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe auch diesmal die Agenda des Wahlkampfes, ohne sich jedoch durchsetzen zu können. Carlos Alvarado, der bereits im Februar offen die Gegenposition vertreten hatte, konnte mit seinem sozialdemokratisch orientierten Programm das höchste Amt des zentralamerikanischen Landes erringen. Allerdings verfügt seine Partei in der Asamblea Legislativa nur über 10 der 57 Sitze. Der neue Präsident steht als politischer Erbe seines Vorgängers Luis Guillermo Solís, der vor vier Jahren erstmals das höchste Staatsamt für die Mitte-Links-Partei PAC erobert hatte, vor enormen Herausforderungen. Neben dringenden Reformen in Bildung, Verkehr, Sozialwesen und Wirtschaft stellt vor allem die ausufernde Kriminalität ein ernsthaftes Problem dar. Mit einer Rate von 12,1 Morden pro 100.000 Einwohnern erreicht das einst als „Schweiz Zentralamerikas“ geltende Land einen traurigen Rekord. Damit nähert sich Costa Rica an die übrigen Länder der Region an, in der mit El Salvador und Honduras die derzeitigen „Mordweltmeister“ zu finden sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Sole Biasatti).


30. März 2018 | Argentinien: Präsident Macri ignoriert nationalen Gedenktag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Noticias_24_März_Macri_Bild_Quetzal-Redaktion_solebiasattiAm 24. März wurde zum 42. Mal an den Putsch 1976 in Argentinien erinnert. Die landesweiten Massenmobilisierungen beschränken sich nicht auf die Verurteilung der damaligen Staatsverbrechen. Neben der Forderung nach Weiterführung der Prozesse gegen Zivilisten und Angehörige der damaligen Sicherheitskräfte werden Beschwerden wegen Menschenrechtsverletzungen erhoben, welche tagtäglich stattfinden. Zwar sah sich Präsident Mauricio Macri im Jahr 2016 auf Bitten von Barack Obama, welcher damals zum offiziellen Besuch in Argentinien war, veranlasst, an einer Veranstaltung zum 40. Jahrestag des Putschs teilzunehmen. Seine Entscheidung, am Tag des diesjährigen Jubiläums eine offizielle Reise ins 1.100 Kilometer entfernte Mendoza anzutreten, um dort die jährliche Versammlung der Inter-American Development Bank (BID) zu eröffnen, zeugt jedoch davon, dass ihm der Gedenktag offensichtlich unangenehm ist. Angesichts dessen, dass der „Tag der Erinnerung für Wahrheit und Gerechtigkeit“ einen unumstrittenen Gedenktag zur Ablehnung aller Formen der Gewalt und zum Aufbau der Demokratie darstellt, gibt die offizielle Haltung Macris ebenso wie dessen Wirtschafts- und Sozialpolitik zunehmend Anlass zur Besorgnis (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Sole Biasatti).


23. März 2018 | Venezuela: Der “starke Bolivar” wird “souverän” | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Der starke Bolivar wird souverän - Foto: Quetzal-Redaktion, glDer venezolanische Präsident Nicolás Maduro kündigte für den 4. Juli eine Währungsumstellung an, in deren Verlauf der Bolivar drei Nullen verlieren soll. Damit wird aus dem faktisch wertlosen Bolivar Fuerte der Bolivar Soberano. Die Maßnahme soll das monetäre Leben im Land stabilisieren und den Wirtschaftskrieg gegen Venezuela beenden. Erst im letzten Jahr hatte die Notenbank des Landes Banknoten im Wert zwischen 20.000 und 200.000 Bolivares herausgegeben. Aufgrund der Hyperinflation kursiert aber kaum noch Papiergeld im Land, Geldgeschäfte werden in Venezuela – staatlich forciert – weitgehend digital abgewickelt. Die Venezolaner bezahlen auch ihre Milch, zwei Liter für 200.000 Bolivares, mit Bankcard. Maduro beschäftigte sich auch ausführlich mit dem Petro, der im letzten Monat eingeführten staatlichen Kryptowährung. Nachdem US-Präsident Trump vor wenigen Tagen seinen Bürgern verboten hatte, mit dem Petro zu handeln, geben Analysten der digitalen Währung nur wenige Chancen. Doch Venezuela erhofft sich nach dem furiosen Start des Petro weiterhin positive Effekte auf die venezolanische Wirtschaft. So kündigte Maduro die Schaffung von vier Sonderwirtschaftszonen an, in denen Waren und Dienstleistungen mit dem Petro vermarktet werden sollen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


15. März 2018 | Kolumbien: Friedensverhandlungen zwischen ELN und Regierung wieder aufgenommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Friedensverhandlungen zwischen ELN und Regierung wieder aufgenommenAm 15.03.2018 fanden sich die Delegation der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) mit ihrem Anführer Pablo Beltrán und Abgeordnete der Regierung unter der Leitung von Gustavo Bell von neuem am Verhandlungstisch zusammen, mit dem Ziel, Frieden für Kolumbien zu ermöglichen. Nachdem die Gespräche durch den Präsidenten Juan Manuel Santos für zwei Monate ausgesetzt worden waren, erklärten sich beide Seiten bereit zu einer Wiederaufnahme. Die fünfte Dialogrunde wurde in Quito (Ecuador) angesetzt und soll bis zum 18. Mai dauern. Ein Programm der wichtigsten Verhandlungspunkte für die nächsten neun Wochen wurde bereits von beiden Verhandlungsparteien zusammengestellt. Eine wichtige Bedeutung wird der Gesellschaft in der Mitgestaltung des Friedensprozesses zukommen. Außerdem soll das vorherige Abkommen zum beiderseitigen Waffenstillstand ausgewertet werden, das vom 01. Oktober 2017 bis zum 09. Januar abgeschlossen worden war. Man hofft im kommenden Dialog auf die Ausarbeitung eines weiteren Abkommens für den Waffenstillstand. Überdies dankten die Delegationen allen Gastgeberländern der Friedensgespräche: Brasilien, Chile, Kuba, Norwegen, Venezuela und Ecuador. Die sechste Gesprächsrunde wird voraussichtlich nach den Wahlen vom 27. Mai stattfinden. Ein Gastgeberland für das künftige Treffen ist noch nicht festgelegt.


01. März 2018 | Mexiko: Superbarrio will die mexikanische Hauptstadt regieren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

noticia_mexiko_Superbarrio_Foto_The_Influencers_festivalEr hatte einmal für das Amt des mexikanischen Präsidenten kandidiert: Das war 1988, und zugunsten von Cuauhtémoc Cárdenas verzichtete er auf seine Kandidatur. Ebenso wie Cárdenas gehörte er später dem PRD, der Partei der demokratischen Revolution, an, der er schließlich, enttäuscht von ihrer Entwicklung, den Rücken kehrte. Jetzt nominierte die Humanistische Partei Mexikos Marco Rascón Cordóva als Kandidat für die Wahl zum Regierungschef der mexikanischen Hauptstadt. Marco Rascón ist der Schöpfer von Superbarrio Gómez, einer Superheldenfigur im roten Stretchanzug und Maske im Stil der Kämpfer des „lucha libre“, der mexikanischen Form des Wrestlings. Seit Mitte der 1980er Jahre symbolisierte Superbarrio die Stadtteilbewegung der mexikanischen Hauptstadt, zunächst im Kampf gegen die Folgen des Erdbebens von 1985 und später bei weiteren Aktionen der städtischen Basisbewegung. Gut zehn Jahre nach seinem Auftauchen verschwand der Superheld wieder, der PRD war zum Sprachrohr der linken Bewegung in Mexiko geworden und die Rolle des Superbarrio damit obsolet. Inzwischen fand Superbarrio Gómez den Weg ins Museum, als wohl einziges Symbol einer demokratischen Bürgerbewegung in Mexiko. Doch nach dem Erdbeben in der mexikanischen Hauptstadt im letzten Jahr waren sein Schöpfer und seine Erfahrungen bei der Mobilisierung von Basisbewegungen wieder gefragt. Damals hatte Rascón seine Absicht bekanntgegeben, bei der Wahl zum Chef der Stadtregierung der Hauptstadt zu kandidieren. Er betonte dieser Tage ausdrücklich, seine Kandidatur solle nicht nur symbolisch sein. Doch realistisch betrachtet, wird er wohl kaum eine Chance haben, gewählt zu werden. (Bildquelle: The Influencers festival_).


15. Februar 2018 | Kuba: Die internationale Buchmesse auf Kuba – ein Rückblick | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba_Buchmesse_Bild_filcuba.cultAm 11. Februar 2018 schloss die 27. Internationale Buchmesse auf Kuba in der Hauptstadt mit einem aussagekräftigen und erfolgreichen Fazit. Nach dem Auftakt am 1. Februar in der Festung San Carlos de la Cabaña und weiteren Standorten in Havanna wird das Großereignis nun durch 15 Provinzen weitergetragen. Am 13. Mai 2018 wird die Messe in Santiago de Cuba ihren krönenden Abschluss finden. Auch diesmal zeichnete sich das Event durch seinen international hervorragenden Ruf aus: Insgesamt 41 Länder zelebrierten den kulturellen Höhepunkt; von 22 Ländern beteiligten sich 120 Messemitglieder mit Ausstellungen. Das Gastland China stellte außerdem 200 Teilnehmer. Im August nächsten Jahres wird Kuba auf der Buchmesse in Peking anwesend sein. Insgesamt nennt die offizielle Website der kubanischen Buchmesse eine beeindruckende Besucherzahl von 445000 bei einer reichen Bandbreite an 2690 Veranstaltungen. Das Angebot umfasste 100 Vorträge, 50 Talkshows, zahlreiche Lesungen, vielseitige Kolloquien (u.a. zum Thema Umwelt) und Präsentationen. Das Kulturprogramm umfasste außerdem Bühnenkunst und Konzerte. Unter dem Motto „Lesen ist Wachsen“ wurde auch auf den Kinder-und Jugendbuchverlag Cubaliteraria aufmerksam gemacht, dessen Projekt Cuba Digital das kostenlose Herunterladen von (Hör)büchern vorsieht. Cuba Digital findet zweifellos großen Anklang. Das beweisen zum einen die 353 erworbenen Exemplare auf der Buchmesse und zum anderen das Interesse der Technologiebranchen an einer Zusammenarbeit mit dem Verlag. Das Unternehmen ISOLTEC wies auf die erweiterte Leserschaft bei digitalisierter Literatur hin und auf Kubas Potential, attraktive und zugleich lehrreiche Produkte zu entwickeln. Im Bezug auf schriftstellerisches Schaffen wurden die Premios Dinosaurios verliehen. Den ersten Preis im internationalen Autorenwettbewerb erlangte die Künstlerin Lisandra Leyé del Toro. Sie hatte Inhalt, Emotion und große metaphorische Ausdruckskraft mit nur einem Satz auf den Punkt gebracht. (Bildquelle: Autores FIL_Cuba).


02. Februar 2018 | Kuba: 27. Internationale Buchmesse in Havanna ehrt Eusebio Leal Spengler | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

notica_kuba_Eusebio_Leal_Foto_Yanet_ToiracEr ist der „Mann, der Havanna retten würde“, wie die Washington Post einmal schrieb. Eusebio Leal Spengler, Jahrgang 1942, ist Historiker und als Stadthistoriker von Havanna für die Restaurierung der Altstadt der kubanischen Metropole verantwortlich. Diese Aufgabe hat er seit 1981 inne, und er erweist sich als sehr einfallsreich bei ihrer Umsetzung. Im Januar 1994 gründete das Büro des Stadthistorikers die Firma Habanaguenex S.A., die den Tourismus in der Altstadt mit organisiert. Zu dieser Firma gehören zurzeit mehr als 300 Hotels, Geschäfte, Restaurants, Einkaufsmärkte und Coffeeshops. Und ihre Zahl wächst weiter. Der Großteil dieser Einrichtungen liegt in Alt-Havanna, aber das Unternehmen hat seine Aktivitäten mittlerweile auch auf benachbarte Stadtteile ausgedehnt. Habanaguenex bietet einerseits mit seiner Kenntnis der kulturellen Stätten der Altstadt ein historisch-kulturelles Produkt für den Tourismus, andererseits werden die Einnahmen aus den Hotels und Restaurants auch für die Restaurierung weiterer historischer Gebäude genutzt. Auf der 27. Internationalen Buchmesse, die heute in Havanna beginnt, werden drei neu aufgelegte Bücher Leals vorgestellt. Die Messe selbst ist 2018 diesem „Historiker der Stadt Havanna und in ganz Iberoamerika hochgeachteten Forscher“ gewidmet. (Bildquelle: Yanet Toirac/ Delegación de la UE en Cuba_).


21. Dezember 2017 | Bolivien: Ärzte wehren sich gegen neues Gesetz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Sthetoskop - Foto: Adrian ClarkIn der bolivianischen Ärzteschaft liegen die Nerven blank. Seit fast einem Monat befinden sich die Mediziner im Streik, um eine Änderung des Strafgesetzbuchs zu verhindern; diese wurde heute mit deutlicher Mehrheit gebilligt. Stein des Anstoßes ist insbesondere Artikel 205, der darauf abzielt, ärztliches Fehlverhalten zu sanktionieren. Konkret sieht das neue Gesetz drei verschiedene Strafen für diejenigen vor, die „in Ausübung ihres Berufs die Gesundheit oder körperliche Unversehrtheit einer anderen Person verletzen“: Freiheitsentzug von drei bis sechs Jahren, Berufsverbote und finanzielle Entschädigungsleistungen. Die Ärzte werfen der Regierung vor, dieses Gesetz behindere die freie Berufsausübung der Ärzte und könne bei hohen Entschädigungszahlungen außerdem zu ihrem Ruin führen. Ihre Patienten könnten das indes anders sehen. Schätzungen zufolge gab es in Bolivien in den letzten Jahren ca. 5.000 Fälle von ärztlichem Fehlverhalten, bei denen Patienten schwer geschädigt wurden oder starben. Opfervertretern zufolge führte keiner der Fälle zu einem Gerichtsurteil, die Ärzte entzögen sich den gesetzlichen Regelungen. Präsident Evo Morales hatte die Mediziner kürzlich aufgefordert, sich um ihre Patienten zu kümmern und die Medizin nicht mit einer Ware zu verwechseln. Die Regierung droht inzwischen mit Entlassungen und organisiert „unentgeltliche Gesundheitsmessen“ mit kubanischen Ärzten. Die Streikenden kündigten nach dem Senatsentscheid härtere Maßnahmen an. (Bildquelle: Adrian Clark_)


14. Dezember 2017 | Argentinien: 11. Ministerkonferenz der WTO beendet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Lateinamerika

Noticias_11_WTO_Bild_WTO_PresseVon Kontroversen überschattet fand vom 10.-13. Dezember die 11. Ministerkonferenz der World Trade Organisation (WTO) in Buenos Aires statt. Bei den Veranstaltungen kamen Präsidenten, Minister, Gesetzgeber und andere VertreterInnen aus den 164 Mitgliedsstaaten zusammen. Nach Ansicht der argentinischen Regierung zielte das Treffen darauf ab, das multilaterale Handelssystem zu verstärken, um das integrative Wachstum zu verwirklichen und die Arbeitsbeschaffung zu begünstigen. Die Konferenz stieß einerseits auf die heftige Ablehnung durch soziale Organisationen und Gewerkschaften, die das WTO-Treffen im Zentrum von Buenos Aires ablehnten. Nachdem die argentinischen Regierung zahlreiche internationale Nichtregierungsorganisationen und Journalisten vom Treffen ausschloss bzw. nicht einreisen ließ, gab es Kritik von Seiten verschiedener Regierungen und der WTO selbst. So sah sich die Regierung Macris schließlich gezwungen, diese restriktiven Maßnahmen zumindest teilweise zurückzunehmen. Einigen „Unerwünschten“ wurde die Einreise erlaubt. Die lange Planung dieser Maßnahme deutet darauf hin, dass den argentinischen Behörden „schwarze Listen“ von NGOs und Aktivisten vorlagen. Einige der ausgeladenen Journalisten und Aktivisten warfen der WTO vor, Entscheidungen, welche ausschlaggebend für die ganze Menschheit sind und wichtige Auswirkungen auf die Menschenrechte haben, paradoxerweise hinter verschlossenen Türen zu behandeln. Außer der Eröffnungssitzung fanden die Tagungen im luxuriösen Hotel Hilton statt. (Bildquelle: WTO_Presse).


21. November 2017 | Chile: Ergebnis der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen verändert politische Landschaft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Präsidentschaftskandidaten Alejandro Guillier und Sebastián Piñera - Foto: Rec79Am vergangenen Sonntag, den 19. November, waren die Chilen*innen aufgerufen, ein neues Staatsoberhaupt sowie Abgeordnete, Landrät*innen und die Hälfte der Senator*innen zu wählen. Vor den Wahlen rechnete man mit einer niedrigen Wahlbeteiligung, obwohl das viel kritisierte binominale Wahlsystem kürzlich abgeschafft worden war und nun auch die im Ausland lebenden Chilen*innen wählen durften. Diese Prognose traf dann auch zu, denn nur 46,7% der Wahlberechtigten machten von ihrem Recht Gebrauch. Weiterhin sagten alle Umfragen voraus, dass der ehemalige konservative Präsident Chiles Sebastián Piñera (2010-2014) die Wahlen klar gewinnen und vielleicht sogar bereits in der ersten Wahlrunde gewählt würde. Umso überraschender war es, dass der Multi-Millionär „nur“ 36,6% der Stimmen auf sich vereinen konnte. Alejandro Guillier, Wunschkandidat der amtierenden sozialistischen Präsidentin Michelle Bachelet, erreichte 22,7%. Für eine weitere Überraschung sorgte das neue 12-Parteien-Bündnis Breite Front, das nun links neben Piñeras Rechtsbündnis und Bachelets Mitte-Linksbündnis als dritter Block die Parteienlandschaft aufmischt. Dessen Präsidentschaftskandidatin Beatriz Sánchez kam Guillier mit 20,3% der Stimmen sehr nah. Der rechtskonservative José Kast kam seinerseits auf 7,9%, was auch als erstaunlich bewertet werden kann, da er offener Anhänger des ehemaligen Diktators Pinochet ist. Zwar werden nun die Chilen*innen in der Stichwahl für das Präsidentenamt am 17. Dezember erwartungsgemäß zwischen Piñera und Guillier entscheiden, doch Guillier wird sich inhaltlich auf die Breite Front zubewegen müssen, um die Stimmen derjenigen zu gewinnen, die Sánchez unterstützt hatten. Auch im Parlament hat der Erfolg des neuen Bündnisses deutliche Spuren hinterlassen: Es stellt nun 20 Abgeordnete und einen Senator. So hat der seit einigen Jahren aufkeimende politische Umbruch im Land nun auch fassbare Folgen: Die neuen politischen Kräfte stellen zwar (noch) nicht die Präsidentin, aber sie haben sich im Parlament endgültig etabliert (Bildquelle: Tu Foto con el Presidente_).


16. November 2017 | USA-Mexiko: US-Regierung setzt Flüchtlingshilfe für Zentralamerika außer Kraft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

USA_Mauer_Grenze_Bild_Redaktion_gcDie Situation unbegleiteter Minderjähriger auf der Flucht vor Gewalt in Honduras, Guatemala und El Salvador verschlechtert sich erneut dramatisch durch die Streichung des CAM-Programms. Das Central American Minors Programm war bereits im Februar 2017 im Zuge des US-„Refugee ban“ für 120 Tage gestoppt worden. Jedoch am Abend des 08. November 2017 verkündete das State Department kurzfristig die endgültige Einstellung der Asylhilfe zur Familienzusammenführung junger zentralamerikanischer Flüchtlinge mit ihren in den USA lebenden Verwandten. Somit blieb für antragstellende Familien kaum 24 Stunden Vorlauf, weil Bewerbungen nur noch bis Mitternacht des 09. Novembers zugelassen waren. CAM stellte bisher das einzige spezifische Hilfsprogramm für Migration aus Zentralamerika dar. Es wurde von Barack Obama 2014 angesichts der Flüchtlingswelle an der südlichen US-Grenze eingeführt. In starke Kritik gerieten die einhergehenden finanziellen Bemühungen, minderjährige Flüchtende noch vor der US-Grenze abzuschieben. 2016 und 2015 wurden 80. 000 Kinder vor ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten zurückgehalten. Im Vergleich dazu, gelangten 1.627 Jugendliche mit Asylantrag und 1.456 Jugendliche mit humanitär begründeter zweijähriger Aufenthaltserlaubnis in die USA (bis August 2017). Ohne CAM sind Jugendliche den Gefahren von Flucht und illegaler Einwanderung wiederum verstärkt ausgesetzt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


10. November 2017 | Mexiko: Hohe Hürden für unabhängige Kandidaten zur Präsidentschaftswahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

noticia_mexiko_Marichuy_Patricio_Foto_radiozapatista866.593 Unterschriften, gesammelt in mindestens 16 der 32 Bundesstaaten, sind notwendig, um sich als unabhängiger Präsidentschaftskandidat in Mexiko zur Wahl zu stellen. Das Nationale Wahlinstitut (INE) hat hohe Hürden für die erstmals zugelassenen unabhängigen Kandidaten geschaffen. Hinzu kommt, dass INE eine APP für die Sammlung der Unterstützerunterschriften eingerichtet hat, die das Verfahren angenehmer und sicherer machen soll. Allerdings funktioniert die APP nur auf moderneren Smartphones und Tablets, die mindestens 260 Dollar kosten, was drei Mindestlöhnen entspricht und eine soziale und wirtschaftliche Diskriminierung darstellt. Die Kampagne für die unabhängige indigene Kandidatin Marichuy Patricio hat deshalb gefordert, nicht nur in den vom INE genehmigten 240 ärmsten Gemeinden Unterstützerunterschriften auf Papier zuzulassen, sondern in allen Wahlbezirken. Die Kandidatur der Ärztin Patricio, die vom Nationalen Indigenen Kongress (CNI) und dem EZLN nominiert wurde, soll nicht zuletzt auf die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung in Mexiko aufmerksam machen. Wie wichtig das ist, zeigte sich im Oktober, als die HSCB Bank der Ärztin aus dem Volk der Nahua die Einrichtung eines Kontos verweigerte. Bereits 2012 hatte die Nationale Kommission gegen Diskriminierung (Conapred) festgestellt, dass es für Indigene in Mexiko faktisch unmöglich ist, Zugang zu einer Kreditkarte oder gar einem Produktivkredit zu bekommen. Daran hat sich nichts geändert. (Bildquelle: Radio Zapatista_).


02. November 2017 | Argentinien: Das Enkelkind Nr.125 wurde wiedergefunden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Großmutter der Plaza de Mayo_LogoIm Rahmen des 40. Geburtstages der Bürgervereinigung Abuelas de Plaza de Mayo (dt.: Großmütter der Plaza de Mayo) wurde von ihrer Präsidentin, Estela de Carlotto, die Wiederauffindung des “Enkelkindes Nr. 125″ öffentlich angekündigt. Großmütter der Plaza de Mayo wurde unter der letzten argentinischen Diktatur 1977 mit dem Ziel gegründet, vom Staat die Rückgabe ihrer Enkelkinder zu verlangen. Nach Angaben der Menschenrechtsvereinigung sind während der Diktatur ca. 500 Kinder, deren Eltern bislang als desaparecidos (dt.: Verschwundene) gelten, in versteckten Gefängnissen bzw. Militärlazaretten geboren worden. Diese Kinder, welche aus der Perspektive der damaligen Junta “Kriegsbeute” darstellten, waren in der Regel an neue Elternpaare vermittelt worden, um sie unter anderen politischen und moralischen Werten zu erziehen. Die Wiederauffindung der Enkelkinder stellt daher nicht nur die Familienzusammenführung, sondern auch das Recht auf Identität dar. Estela de Carlotto, welche erst 2014 ihren Enkelsohn wiederfand, gab bekannt, das Enkelkind Nr.125 sei nicht nur für das argentinische Volk ein Geschenk, sondern auch für die Welt. Außerdem nahm die Vorsitzende der Abuelas de Plaza de Mayo die Gelegenheit wahr, diejenigen zu kritisieren, die stets versuchen, der Menschenrechtsorganisation die Legitimität zu entziehen. Die Aussage Carlottos bezog sich unmissverständlich auf Erklärungen des einstigen Bürgermeisters von Buenos Aires und heutigen Präsidenten Argentiniens, Mauricio Macri. (Bildquelle: Logo_Abuelas de Plaza de Mayo).


19. Oktober 2017 | Kolumbien: Gewalt gegen die Zivilgesellschaft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Gewalt gegen die Zivilgesellschaft - Foto: Camilo Rueda LópezJosé Jair Cortés ist das letzte Todesopfer seit dem 24. November 2016, dem Tag, an dem in Kolumbien der Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC unterzeichnet wurde. Auch wenn infolge des Friedensprozesses die Zahl der zivilen Opfer im Lande gesunken ist, so gibt es seit dem letzten Jahr einen Anstieg der Gewalt gegen Vertreter der Zivilgesellschaft. Ein kürzlich von der Kolumbianischen Juristenkommission und anderen Organisationen vorgelegtes „Panorama der Gewalt“ spricht von einer Tendenz zu selektiven Gewaltakten gegen Menschenrechtler, Gewerkschafter, Führer von kommunalen Aktionsausschüssen, von Organisationen der Bauern, Indigenen und Landlosen. Seit dem 24.11.2016 zählte die Fundación Paz y Reconciliación 89 Morde und 282 Anschläge. Über die Täter wird nach wie vor spekuliert: ELN, Autodefensas Gaitanistas, rechte Paramilitärs, Drogenkartelle, die um die Macht kämpfen. Auffällig ist, dass die meisten Opfer dort zu verzeichnen sind, wo früher die FARC die Kontrolle ausübte. Jedes dritte Todesopfer stammt aus einer der  Regionen des Kokaanbaus. José Jair Cortés, Mitglied des Gemeinderats des Territoriums Alto Mira und Frontera im Departement Nariño – dort gab es am 5. Oktober ein Massaker unter Kokabauern –  befürwortete die Abkehr vom Kokaanbau und die Einführung von alternativen Anbauprodukten. Deshalb vermutet man auch, dass mexikanische Kartelle für seine Ermordung verantwortlich sind. Im „Panorama der Gewalt“ heißt es, dass die Morde gegen Aktivisten der Zivilgesellschaft Angst in den verschiedenen Organisationen erzeugen und den Kampf um die Menschenrechte im Land schwächen (Bildquelle: Camilo Rueda López_).


12. Oktober 2017 | Kuba: Der antiimperialistische Che als Identitäts-und Gesellschaftsmuster wieder aufgenommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Fidel Castro und Che Guevara - Foto: Quetzal-Redaktion, uh Anlässlich der Gedenkzeremonien zu Che Guevarras 50. Todestag am 9. Oktober versammelten sich politische Repräsentanten und Delegationen der Staaten Bolivien, Kuba, Venezuela, Ecuador und Argentinien in Vallegrande, dem Ausgangspunkt der Gedenkansprachen in Bolivien. Zusätzlich zu Regierungsmitgliedern und regionalen Führungskräften waren ebenfalls die Kinder des Che, AktivistInnen, kubanische Jugendgruppen, KünstlerInnen und SchriftstellerInnen zugegen. Die umfassende, fast schon emblematische Bedeutung des Idols, allseits bekannt und wiedererkennbar, sowie seine Reise durch verschiedenste Länder Lateinamerikas lassen PolitikerInnen verschiedener Regierungen und Organisationen darauf hoffen, mit Hilfe der Leitlinien des Revolutionärs die lateinamerikanische Identität zu stärken. Dabei handelt es sich um eine „Solidarität als Zärtlichkeit der Völker“, wie er selbst formuliert; mit einem sehr zielgerichtet ideologischem Antrieb auf eher ökonomisch-sozialistischer Ebene: Der Kampf gegen den „Imperialismus“. Auch der bolivianische Präsident Evo Morales spricht von einer Einigkeit gegen den Imperialismus, weist aber darauf hin, dass sich die Umstände geändert haben. In Zeiten der „demokratischen Befreiung“, so Evo Morales, sei die „Wählerstimme die Waffe“. Eine sozialpolitische Facette erwähnt er allerdings auch, nämlich Ches Anschauungen in der Schule einfließen zu lassen. Die öffentlich-politische Stellungnahme über Che hat sich in Bolivien seit dem Amtsantritt von Evo Morales´ Wahlantritt 2006 zur dessen jetziger Amtszeit stark verändert. Vorher war die Figur des argentinischen Guerilla-Soldaten vom offiziellen, staatlichen Diskurs her stark umstritten oder negativ besetzt, heute werden Feierlichkeiten zu seinem Andenken begangen. Im aktuellen Kontext ehrt man ihn als nationalen Befreier in der neuen politischen Ordnung (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, uh).


04. Oktober 2017 | Chile: Heute wäre Violeta Parra 100 Jahre alt geworden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Violeta Parra - Foto: Argentinische Zeitschrift "Panorama"1917 wurde Violeta del Carmen Parra Sandoval in der Kleinstadt San Carlos südlich der Hauptstadt Santiago in einfachen Verhältnissen geboren. Sie war vielseitig begabt und arbeitete nicht nur als Folklore-Musikerin, sondern auch als Komponistin, Dichterin und bildende Künstlerin. Sie malte, töpferte und schuf Wandteppiche (Arpilleras) und Plastiken. Nach einer kurzen Hinwendung zur Mainstream-Musik (argentinischen Boleros, chilenischen Tonadas und mexikanischen Corridos) wurde sie von ihrem Bruder Nicanor dazu angeregt, die chilenische Volksmusik zu erforschen, die zu diesem Zeitpunkt in Vergessenheit geraten war. So bereiste Violeta Parra ihr Land und sammelte Liedtexte sowie Melodien und versuchte, die Ursprünge der ländlichen Musik der armen Landarbeiter herauszufinden. Bis zuletzt blieb die Volksmusik ihr Bezugspunkt, doch ihre Lieder entwickelten sich weiter, wurden politischer und schufen die Basis für das Neue Chilenische Lied. Ihr Lied „Gracias a la Vida“, das sie 1967 kurz vor ihrem Suizid schrieb, wurde später zur Hymne des Protestes gegen die Unterdrückung während der Militärdiktaturen Lateinamerikas. Während sie den damaligen Eliten und Intellektuellen wegen ihrer einfachen Art suspekt blieb, wurde sie von vielen Landsleuten geschätzt und machte die chilenische Volksmusik wieder einem breiten Publikum zugänglich. Heute wird ihre große Bedeutung nicht mehr infrage gestellt. Anlässlich ihres 100. Geburtstag ist Violeta Parra auf vielen Titelseiten zu sehen, und es finden zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Land statt. Aufgrund der Schlechtwetterprognose wurde das für heute geplante offizielle Gedenkkonzert mit Präsidentin Michelle Bachelet vor dem Regierungspalast La Moneda verschoben. Zudem berichten seit Wochen immer wieder Radiosendungen und Fernsehprogramme über Violeta Parra und ihr Werk, und viele Gemeinden organisieren kostenlose Workshops und Ausstellungen zu ihrer Musik und Kunst (Bildquelle: Argentinische Zeitschrift “Panorama”).


28. September 2017 | Chile: Gedenken an Víctor Jara | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Das Grab Victor Jaras in Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion_sscEin chilenisches Kulturfestival trägt seinen Namen. Der Sänger Miguel „Negro“ Piñera, Bruder des aktuellen Präsidenten Chiles, will ihm mit seinem neuen Album Tribut zollen. Und an seinem Todestag würdigten ihn so unterschiedliche Menschen wie Venezuelas Präsident Maduro oder der „Rage against the Machine“-Gitarrist Tom Morello. Der chilenische Sänger, Liedermacher und Theaterregisseur Víctor Jara ist auch 44 Jahre nach seinem Tod im Gedächtnis Chiles und der Welt lebendig. Jara war ein gefeierter Theaterregisseur, als er sich in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre entschloss, fortan ein Sänger zu sein. Mit der Gitarre sei er nützlicher, meinte er einmal. Seine Karriere als Musiker war sehr erfolgreich, aber eher kurz; sie endete am 16. September 1973. Jaras Ermordung durch die putschenden Militärs im Stadion Chile, das heute seinen Namen trägt, machte seine Lieder weltbekannt und ihn zu einem Symbol für den Widerstand gegen die Militärdiktatur. Für seine Anhänger gab es im letzten Jahr eine späte Genugtuung: Ein Gericht in Florida hatte den Ex-Leutnant Pedro Barrientos, inzwischen US-Bürger, des Mordes an Jara für schuldig befunden und ihn zu einer hohen Schadensersatzzahlung an dessen Familie verurteilt. Jaras Musik blieb bis heute allgegenwärtig, nicht nur in Chile. Die von seiner Witwe Joan Turner gegründete Fundación Víctor Jara startete in diesem Jahr eine Neuedition seiner Platten. Und ab heute, dem 28. September, finden in Santiago unter dem, einem Lied Jaras entlehnten, Motto „El derecho de vivir en paz“ mehrere Konzerte zu seinem Gedenken statt. Víctor Jara wäre heute 85 geworden. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


22. September 2017 | Mexiko: #AlertaMujeresMX klagt Frauenmorde an und trifft auf großen Anklang im Netz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

hashtag“Die Behörden beschützen uns nicht” – das ist die klare Botschaft der Frauen, die das Video #AlertaMujeresMX aufgenommen haben. Wenn die Behörden die Frauen des Landes nicht schützen, dann müssen sie dies selbst tun, so die Meinung der teilnehmenden Frauen im Video #AltertaMujeresMX. Das knapp fünfminütige Video wurde innerhalb von 24 Stunden mehr als 700.000 Mal angesehen. In ihm beziehen bekannte und unbekannte Frauen Mexikos Stellung zu den Morden, die täglich an Frauen in Mexiko geschehen. Und sie nennen einen Katalog mit Maßnahmen, die jede Frau ergreifen sollte, um sich und andere zu schützen. Er besteht aus 15 Punkten und rät unter anderem dazu, Schlüssel stets in der Jackentasche griffbereit zu halten; stets jemandem Bescheid zu geben, wohin man geht und wie man lange man schätzt, für den Weg dorthin zu brauchen; oder schließlich, wie man sich selbst und andere am besten schützt, wenn ein Übergriff auf offener Straße geschieht. In Mexiko wurden in den vergangenen 255 Tagen 1358 Frauen getötet. Die Zeitung El País geht von 6 Frauen pro Tag aus, die in Mexiko gewaltsam ums Leben kommen. Nach Zahlen des Nationalen Zivilen Beoabachtungsbehörde für Frauenmorde werden 25% dieser Fälle nicht aufgeklärt.


31. August 2017 | Argentinien: 40 Jahre nach Ende der letzten Diktatur befürchtet das Land einen neuen “Verschwundenen” | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Maldonado_Foto_Quetzal-Redaktion_solebiasattiSeit einem Monat ist Santiago Maldonado ein neuer “desaparecido”. Am. 1. August hatte sich Maldonado einem Streikposten der Mapuche-Gemeinde in Cushamen (Provinz Chubut) genähert, um die Protestaktion zu unterstützen. Die Mapuche-Gemeinde demonstriert seit 2015 gegen die Zwangsräumung auf dem Gelände der Firma Benetton, die in den 1990er Jahren 900.000 ha kaufte, und fordert vom Staat die Durchsetzung ihres Rechts. Seit 2006 wird vom argentinischen Staat die Präexistenz der Indigenen auf Landesgebiet und ihr Anspruch auf eigenes Land anerkannt. Der Streikposten wurde von Sicherheitskräften der Provinz jedoch mehrmals gewaltsam niedergeschlagen. Anfangs 2017 kam es nach dem Bekanntwerden der Repression auf nationaler Ebene zu Entlassungen von Richtern und zum ausschließlichen Einsatz der Nationalen Gendarmerie (Gendarmería Nacional). Die Festnahme und das Verschwinden Santiago Maldonados fand im Rahmen einer Aktion der Gendarmerie statt, welche ohne Durchsuchungsbefehl die Räumung des Streikposten durchführte. Menschenrechtsorganisationen, Überlebende des Staatsterrorismus und bekannte Persönlichkeiten wie der Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel machen den argentinischen Staat dafür verantwortlich und fordern die Freilassung Maldonados bzw. genaue Informationen über seinen Aufenthaltsort. Die Gendarmerie, welche ihre Beteiligung an der Festnahme Maldonados bestreitet, wird von hochrangigen Beamten unterstützt. Offizielle landesweite Medien veröffentlichten in den letzten Tagen irreführende Nachrichten, wonach der Gesuchte in verschiedenen Orten gesehen worden sei und sich sogar an Straftaten beteiligt hätte. Vertreter der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sammelten bereits Beweise und sicherten Spuren vor Ort. Der argentinische Staat wurde vor dem Ausschuss für das gewaltsam verursachte Verschwinden von Personen der UNO angeklagt. Außerdem verlangen andere internationale Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch von der argentinischen Regierung die Aufklärung des Falls. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Sole Biasatti).


10. August 2017 | Dominikanische Republik: Chef der Gesundheitsbehörde warnt vor Medizin zwischen „Ethik und Goldgrube“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Dominikanische Republik

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDer Leiter der dominikanischen Behörde für Gesundheit und Arbeitsschutz (Superintendencia de Salud y Riesgos Laborales/SISALRIL), Pedro Luis Castellanos, wandte sich an Behörden und Verbände mit dem Appell, strengere Regeln zu schaffen, um unethisches Verhalten im Gesundheitswesen zu verhindern. Er betonte, dass die Mehrzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen entsprechend den ethischen Prinzipien arbeitet, doch berichteten Medien wiederholt über fragwürdiges Verhalten von Ärzten und anderen Mitarbeitern von Gesundheitseinrichtungen. So gibt es Vorwürfe über Firmen, die Medizinern Kongresse oder Auslandsreisen finanzieren. Außerdem seien auch Barzahlungen üblich, wenn Patienten bestimmten Behandlungen oder Einrichtungen zugewiesen werden oder Ärzte die von den Firmen empfohlenen Medikamente verschreiben. Der SISARIL-Superintendent bezog sich in seiner Erklärung ausdrücklich auf einen Artikel in der Tageszeitung „Listin Diario“, der am Montag veröffentlicht wurde. „Listin Diario“ berichtete, dass Privatfirmen bis 1.300 Dollar an Ärzte zahlen, wenn diese ihren Patienten eine Behandlung in eben diesen Firmen empfehlen. Zudem verschreiben Mediziner aufgrund solcher Zahlungen gezielt besonders teure Medikamente, die Patienten als die einzig wirksamen angepriesen werden. Ein solches Verhalten, so Castellanos, ist in anderen Ländern strafbar. Es sei jetzt an der Zeit für die Regulierungsbehörden und zuständigen Gremien, strenge Vorschriften gegen ein solches Fehlverhalten zu schaffen, da dieses nicht nur der ärztlichen Berufsethik widerspricht, sondern auch dem nationalen Interesse. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


04. August 2017 | Bolivien: Weiter Kampf gegen Schnellstraße durch TIPNIS | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

La Paz_Regierungspalast_Foto_Quetzal-Redaktion_gcDie Auseinandersetzung um den Bau der Schnellstraße San Ignacio de Moxos – Villa Tunari mitten durch das indigene Territorium TIPNIS (Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure) hält unvermindert an. Indigene Aktivisten des Tieflands organisierten gestern in La Paz ein Sit-in. Der anschließend geplante Marsch zur Plaza Murillo wurde allerdings von der Polizei gestoppt. Weitere Aktionen gab es in Santa Cruz und Cochabamba. Die gestrigen Aktivitäten sollen nur der Auftakt für weitere Aktionen sein. Die Aktivisten betonen, dass die Straße durch den Nationalpark sowohl soziale als auch ökologische Verwerfungen begünstigen werde. Der Bau bedrohe nicht nur unmittelbar die Biodiversität in dem Nationalpark, sie werde, so der Aktivist Pablo Solón, auch verstärkt Cocabauern und Siedler in die Region ziehen. Die in TIPNIS lebenden Indigenen werfen der Regierung vor, sie versuche das Gesetz 180, das den Schutz von TIPNIS garantiert, abzuschaffen. Während Präsident Evo Morales darauf beharrt, diese Straße quer durch TIPNIS zu bauen, bekräftigen die Indigenen das Recht, ihr Territorium zu verteidigen. Die Stadtverordnete von La Paz, Cecilia Chacón, wirft der Regierung Verrat vor, da sie weiter darauf besteht, den Straßenbau fortzusetzen, obwohl es andere Optionen gibt. „Es sind die Interessen von Unternehmen, die die Regierung verteidigt“, betonte sie. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


13. Juli 2017 | Brasilien: Präsident Temer wegen Korruption angeklagt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien_Temer_Bild_Quetzal-Redaktion_sole biasattiNoch in dieser Woche wird im brasilianischen Parlament diskutiert und abgestimmt, ob der Fall Temer dem Hauptgerichtshof übermittelt wird. Der Hauptgerichtshof ist die einzige Instanz, welche eine Strafverfolgungsmaßnahme gegen den Präsidenten beginnen kann. Präsident Temer wurde wegen Korruption vom Generalstaatsanwaltschaft angeklagt. Bei einer vorläufigen Aussetzung des Staatsüberhaupts würde sein Amt vom Parlamentspräsidenten, Rodrigo Maia, übernommen. Falls Temer schuldig gesprochen wird, käme es zu seiner Amtsenthebung und zu einer Neuwahl für das Präsidentenamt. Der Staatschef hofft, dass die Mehrheit seiner Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB; Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung) im Parlament ausreicht, um die Klage gegen ihn abzuwenden. Sicher ist das allerdings nicht, denn es gibt Differenzen innerhalb der Partei. Brasilien droht nun die zweite Amtsenthebung eines Präsidenten in kurzer Zeit. Nach einem Prozess gegen die damalige Präsidentin Dilma Rousseff vom Partido dos Trabalhadores (PT; Arbeiterpartei) wurde diese des Amtes enthoben, und Michel Temer übernahm im August 2016 die Präsidentschaft Brasiliens. Damals führte das Urteil des Parlaments zu zahlreichen Protesten, bei denen der Rücktritt Temers (Fora Temer!) und Neuwahlen (Elecciones diretas, ja!) gefordert wurden. Gemäß der Verfassung endet die Präsidentschaft Temers im Dezember 2018. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Sole Biasatti).


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