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Noticias Lateinamerika

28. Januar 2016 | Ecuador: IV. Treffen der Celac am 26. und 27. Januar 2016 in Quito | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_Celac_Foto presidencia de la republica mexicanaDer derzeit in Brasilien grassierende Zika-Virus gehörte ebenso zu den Diskussionsthemen beim IV. Treffen der Celac (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) am 26./27.01.2016 in Quito wie der Friedensprozess in Kolumbien. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff mahnte eine schnelle Zusammenarbeit der Organisation im Kampf gegen das Zika-Virus an, das bald die gesamte Region betreffen dürfte. Sie vereinbarte eine Zusammenkunft zu diesem Thema im Rahmen des Mercosur am kommenden Dienstag in Montevideo. Das kolumbianische Staatsoberhaupt Santos erklärte, der Krieg in Kolumbien sei der einzige Konflikt der Welt, der im Dialog beendet wird. Der UNO-Sicherheitsrat werde jetzt die Beobachter, deren Mission von der Celac einmütig unterstützt wird, für die vereinbarte Waffenübergabe der FARC-Rebellen auswählen. Die Verhandlungen mit dem ELN bezeichnete Santos, ohne weitere Details zu nennen, als vertrauensvoll, und er zeigte sich zuversichtlich, dass auch hier schnelle Fortschritte zu verzeichnen sein werden. Der dominikanische Präsident Danilo Medina, der von seinem ecuadorianischen Amtskollegen die Präsidentschaft der Celac übernahm, verwies darauf, dass der Kampf gegen Armut und Ungleichheit weiterhin wesentliche Aufgaben in der Region sein werden: „Lateinamerika ist nach Asien die Region mit dem größten Wachstum der Mittelschicht, aber mit den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Region mit der größten Ungleichheit.“ (Bildquelle: Presidencia de la República Mexico)


25. Januar 2016 | Haiti: Stichwahl erneut verschoben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti

Stichwahl_Haiti_Bild Public DomainIn Haiti hat der Provisorische Wahlrat (CEP) die noch ausstehende zweite Runde der Präsidentschaftswahlen, die am vergangenen Sonntag, dem 24. Januar 2016, stattfinden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor hatte der Oppositionskandidat Jude Célestin zum Boykott des Urnengangs aufgerufen, woraufhin es am Freitag in der Hauptstadt Port-au-Prince zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Die Abstimmung in dem karibischen Inselstaat wird seit Wochen von Betrugsvorwürfen überschattet. Bei den Protesten, auf denen auch der Rücktritt von Präsident Michel Martelly gefordert worden war, kam nach Medienberichten ein Mensch ums Leben. Célestin hatte bereits die Ergebnisse des ersten Wahlgangs nicht anerkannt, der am 25. Oktober 2015 durchgeführt worden war. Damals soll der als Regierungskandidat angetretene Unternehmer Jovenel Moïse 32,6 Prozent der Stimmen erhalten haben, während sein Kontrahent sich mit 25, 2 Prozent zufrieden geben musste. Der Termin der Stichwahl, die für den 27. Dezember 2015 geplant war, mußte schon einmal verschoben werden. Im Januar hatte eine unabhängige Untersuchungskommission gravierende Mängel beim ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl dokumentiert. Neben Wahlmanipulationen ging es auch um Stimmenkauf und massive Einschüchterung von Wählern. Wann die Stichwahl nun nachgeholt werden kann, ist unklar. Präsident Martelly scheidet nach fünf Jahren offiziell am 7. Februar 2016 aus seinem Amt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich besorgt über die Lage in Haiti. Es sei nun entscheidend, die Gewalt zu stoppen, um den Wahlprozess erfolgreich abschließen zu können. (Bildquelle: Public Domain)


21. Januar 2016 | Mexiko: Film über “El Chapos” Flucht in den mexikanischen Kino | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Filmplakat_ELChapoElEscapedelSiglo_Bild: DragonfilmsAm 15.1.2016 wurde in den mexikanischen Kinos “Capo – El escape del siglo” (dt.: “Capo – die Flucht des Jahrhunderts”) ausgestrahlt. Der Film zeichnet die Flucht des Drogenbosses Joaquín Loera “El Chapo Guzmán” aus dem Gefängnis Altiplano in Mexiko-Stadt im Jahr 2015 nach und ist der erste professional gedrehte Film über das Leben des “Chapo”. Die Drehzeit betrug acht Wochen und fand im Geheimen statt, um Einflussnahme von außen zu vermeiden. Regisseur ist Axel Uriegas. Im Interview mit der mexikanischen Wochenzeitschrift Proceso betont er, dass sein Film “die Korruption, in der wir leben” anklagen soll, “ohne dabei irgendjemanden zu glorifizieren”. Ziel des Filmes sei es, die Person zu zeigen, die hinter “El Chapo” steckt, so, “wie er seine Geschäfte erledigt, und wie er mit den Menschen lebt, die er liebt.” Zusätzliche Publicity erhielt der Film am 8. Januar durch die erneute Verhaftung Joaquín Loeras im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa durch das mexikanische Militär. Im Juli 2015 flüchtete Gúzman bereits auf spektakuläre Weise aus einem Hochsicherheitsgefängnis, indem er einen Tunnel nutzte, der unterhalb seiner Zelle von einem Wohnhaus ausgehend gegraben worden war. Die Verleiherfirma “Dragon Films” möchte nicht sagen, wer den Film in Auftrag gegeben hat und erklärt vorsorglich: “Die verleihende Firma ist nicht verantwortlich für den Inhalt des Filmes”. Die Geschäftsführerin des Unternehmens begründet die Entscheidung, den Film dennoch zu zeigen, so: “Mexiko ist gerade dabei aufzuwachen. Dieser Film ist eine weitere Stimme, zwischen all den anderen Stimmen, die noch Erklärungen suchen.” Dem Twitter-Accounts von “Dragon Films” zufolge sahen am 18.1. bereits 18.000 Mexikaner den Film. Über einen Export in die USA werde nachgedacht. (Bildquelle: Dragon Films)


07. Januar 2016 | Kolumbien: Bereits vier Frauenmorde und ein neues Gesetz zum Schutz der Frauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FlaggeIn den ersten Tagen des neuen Jahres wurden in Kolumbien bereits vier Frauenmorde registriert, davon drei allein in Cali. Obwohl eine Reduktion der Mordrate zu beobachten ist, scheint die Gewalt gegen Frauen diesem Trend nicht zu folgen. Die Statistiken zeigen, dass Cali dabei zu den gefährlichsten Städten für Frauen zählt, denn die Gewalttaten gegen Frauen steigen seit Jahren. Lokale Behörden und Frauenrechtsorganisationen trafen sich bereits und vereinbarten, dass zwei Mitglieder der NGOs an den wöchentlichen Treffen des Sicherheitsrates teilnehmen und die Problematik dauerhaft adressiert wird. Nach Schätzungen befinden sich rund hundert Frauen in höchster Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens in Cali zu werden. Zum Schutz der Frauen wurde diese Woche das Gesetz „Natalia Ponce“ verabschiedet, dass schärfere Strafen für Attacken mit ätzenden Substanzen vorsieht. Laut dem neuen Gesetz droht eine Verurteilung von bis zu 360 Monaten für ein solches Verbrechen sowie das Ende von strafrechtlichen Erleichterungen wie beispielsweise Hausarrest. Des Weiteren soll innerhalb der nächsten sechs Monate eine gesetzliche Regelung erarbeitet werden, die den Opfern von Attacken mit chemischen Substanzen Zugang zu medizinischer und psychologischer Versorgung garantiert.


18. Dezember 2015 | Kuba, USA: US-Abgeordnete gründen parteiübergreifende Gruppe gegen Embargo | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

noticia kuba fahne quetzal redaktion pgGenau ein Jahr, nachdem die Präsidenten Kubas und der USA, Raúl Castro und Barack Obama, eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern angekündigte hatten, gründeten Abgeordnete der Republikanischen und der Demokratischen Partei gestern in Washington eine parteiübergreifende Gruppe zur Unterstützung dieses Vorhabens. In einem Schreiben wird betont, dass diese Arbeitsgruppe politische Vorschläge machen will, die den nationalen Interessen der USA dienlich sind. Auch wenn das Wort Embargo ausdrücklich vermieden wird, machen die zehn Unterzeichner deutlich, dass sie vor allem ein Ende der Handels- und Finanzsanktionen gegen Kuba anstreben. Eine neue Politik gegenüber Kuba solle nicht allein die Entwicklung der Wirtschaft und der Menschenrechte in Kuba befördern, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in den USA beitragen, heißt es. Berechnungen zufolge verursacht das Embargo gegenüber Kuba jedes Jahr Verluste an Exporten in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar für die US-Wirtschaft (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg).


07. Dezember 2015 | Venezuela: Ende des Sozialismus? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela_Maduro_Foto_Presidencia de la RepúblicaGestern wählte Venezuela das neue Parlament des Landes. Die Wahlbeteiligung lag mit 74,25% so hoch wie schon lange nicht mehr. Nach aktuellen Auszählungen gewinnt die Opposition MUD „Mesa de la Unidad Democrática“ (Mitte-Rechts) mit einer deutlichen Mehrheit. Damit scheint der vor 16 Jahren durch Hugo Chávez eingeleiteten Ära des Sozialismus, die derzeit vom amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro vertreten wird, ein Ende gesetzt. Die Opposition erhält ab dem 1. Januar 2016 mindestens 99 Parlamentsplätze, neben den 46 der regierenden sozialistischen Partei PSUV. Die fehlenden 22 Plätze werden noch ausgezählt. Maduro akzeptierte das Wahlergebnis als demokratische Entscheidung und eine Art Kontrarevolution. Seine Politik wurde bei den Venezolanern durch den Mangel an Lebensmitteln, Medizin und der hohen Inflation zunehmend unpopulär. Die Wahlen wurden von vielen Lateinamerikanischen Nachbarländern für ihre Transparenz und Professionalität gelobt. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


30. November 2015 | Argentinien: Erster nationaler Feiertag des Mate-Tees | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Mate_Foto_Theresa Rabano_Quetzal RedaktionEl Mate es compañero“ (Der Mate ist ein Begleiter) heißt es oft in Argentinien. Das beliebteste Heißgetränk des Landes wird in 90 % der Haushalte getrunken. Im Schnitt werden 256 Millionen Kilo Mate-Tee im Jahr verbraucht. Der koffeinhaltige Tee mit hohem Anteil an Antioxidantien ist besonders wegen seines solidarischen Charakters beliebt, da er häufig in der Runde („en ronda“) getrunken wird, was durch seine festgelegten Abläufe einem kleinen Zeremoniell gleich kommt. Bekannt wurde der Mate-Tee durch die Guaraníes, welche den Tee ebenfalls in der Runde tranken. Eine Verwendung als Währung und als rituelles Objekt ist auch z.B. bei den Inkas und den Charrúas bekannt. In der Zeit der spanischen Kolonialisierung verbreitete sich der Tee aufgrund seiner anregenden Wirkung rasant. Die Jesuitenmissionen des heutigen Paraguays unterhielten einen regelrechten Vertrieb des Krautes. Die Wahl des Tages zur Ehrung des Nationalgetränks fiel auf den Geburtstag von Andrés Guacurarí y Artigas, dem ersten und bislang einzigen indigenen (Guaraníe) Gouverneur Argentiniens. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Theresa Rabano).


24. November 2015 | Argentinien: Neuer Präsident Mauricio Macri wurde gewählt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Präsidentschaftswahl 2015_Foto: Soledad Biasatti_Quetzal RedaktionDer Unternehmer und derzeitige Bürgermeister der autonomen Stadt Buenos Aires, Mauricio Macri, wurde vorgestern als Präsident Argentiniens in der Stichwahl gewählt. Während Macri (Cambiemos – Lasst uns ändern) 51,40% der Stimmen erhielt, gingen an den Kandidaten des regierenden Parteibündnisses und aktuellen Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli (Frente para la Victoria, FPV – Front für den Sieg), 48,60% der Stimmen. Obwohl Macri und Scioli als Vertreter zweier unversöhnlicher politischer Modelle im Wahlkampf gezeigt wurden, stand das Anforderungsprofil Sciolis nicht im Zusammenhang mit der in der 12-jährigen Regierung Kirchners beförderten Erneuerungspolitik. Doch überraschend kam dieses Ergebnis nicht. Denn vorigen Sonntag wurde nicht nur über den Präsidenten der kommenden vier Jahre entschieden, sondern auch über die FPV-Spitze und den Kandidaten für die Wahl 2019. Mit den kommenden unpopulären Maßnahmen einer konservativen Regierung wird die Kandidatin des FPV 2019 mit größerer Wahrscheinlichkeit von einer Mehrheit gewählt. Jenseits aller politischen Spekulation, die die Abwesenheit eines langfristigen Projekts vom Staat erklärt, werden die am stärksten benachteiligten Teile der Gesellschaft nun die Maßnahmen der kommenden Cambiemos-Regierung ertragen müssen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


20. November 2015 | Kuba: Kuba macht die US-Politik für die zunehmende Migration verantwortlich | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: FlaggeDas kubanische Außenministerium wirft der US-Politik vor, die illegale Einwanderung aus Kuba in die Vereinigten Staaten durch bestehende Gesetze zu fördern und damit die aktuellen Migrationsvereinbarungen absichtlich zu verletzen. Insbesondere der Cuban Adjustment Act von 1966 ermöglicht den Kubanern, leichter eine Aufenthaltserlaubnis in den USA zu erhalten. Zudem führt Washington seit 1994 die sogenannte Wet feet, dry feet policy (Nasse-Füße-Trockene-Füße-Politik), welche es denjenigen Kubanern, die den US-Boden auf dem Landweg erreichen, erlaubt, in den USA zu bleiben, während diejenigen, die auf See gefangen genommen werden, zurück nach Kuba deportiert werden. In einer Erklärung sagte das kubanische Außenministerium, dass diese Politik im Widerspruch zu dem derzeitigen bilateralen Kontext steht und die Normalisierung der Migrationsbeziehungen zwischen Kuba und den USA behindert und zudem Probleme für andere Länder erzeugt. Die Obama-Regierung sieht allerdings keinen Grund, die aktuelle Migrationspolitik gegenüber Kuba zu ändern. Viele der Migranten fliehen von Kuba nach Ecuador, da hier kein Visum erforderlich ist. Von dort reisen sie nach Norden durch Kolumbien, Panama und Costa Rica. Nicaragua, ein enger Verbündeter von Kuba, hat am vergangenen Sonntag vorübergehend seine Landgrenze geschlossen, um eine Durchreise nach Norden zu verhindern. Derzeit sind rund 2.500 kubanische Migranten in Costa Rica. Die Regierung stellte am Samstag allerdings nur 1.790 Kubanern sieben Tage gültige Transitvisa aus. Nicaraguas Verweigerung, die Kubaner passieren zu lassen, hat einen Engpass geschaffen. Costa Rica warnt, dass hunderte, wenn nicht sogar tausende kubanische Migranten bereits auf dem Weg von Ecuador sind und fordert Nicaragua auf, einen “humanitären Korridor” zu schaffen, damit die Migranten ihre Reise fortsetzen können.


16. November 2015 | Peru: Der illegale Bergbau am Madre de Dios erreicht die Grenze zum Naturschutzgebiet Tambopata | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru_Tambopata_Foto Theresa Rabano_Quetzal RedaktionDas seit den 1960er Jahren bekannte und bekämpfte Problem des illegalen Bergbaus rund um den Madre de Dios und seinen Nebenflüssen in Peru nimmt immer mehr Raum ein. Inzwischen sind hunderte mobile Goldsucher-Boote am Malinowski Fluss angekommen – ein Grenzfluss des Naturschutzgebietes Tambopata. Die Goldsucher hinterlassen neben Diesel und Abfall vor allem giftiges Quecksilber im Fluss, welches horrende Umwelt- und Gesundheitsschäden anrichtet. Die zuständigen Behörden zum Schutz des Parks fordern bereits seit Langem die Hilfe des Umweltministers und des Militärs. Im März 2012 kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den illegalen Bergbauern und der Polizei mit drei Toten in der Folge. Daraufhin äußerte sich der Umweltminister, dass die illegalen Goldsucher auf keinen Fall in den Pufferzonen der Naturschutzgebiete geduldet werden würden. Nun, drei Jahre später, ist es doch soweit gekommen, und bislang wird von der Politik nichts dagegen unternommen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Theresa Rabano).


12. November 2015 | Mexiko: Cervantespreis geht an den Mexikaner Fernando del Paso | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Fernando del Paso - Foto: Public DomainDer Mexikaner Fernando del Paso wurde heute mit dem Premio Miguel de Cervantes, dem wichtigsten Preis für spanischsprachige Literatur, ausgezeichnet. Der Premio Cervantes, der jeweils das Werk eines Künstlers ehrt, geht an den Mexikaner wegen seines Tradition und Moderne vereinenden Beitrags zur Entwicklung des Romans. Die Jury-Präsidentin, Inés Fernández Ordóñez, betonte, del Paso habe eine Literatur geschaffen, die gewagt und innovativ sei. Fernando del Paso, geboren 1935 in Mexiko-Stadt, ist Schriftsteller, Essayist, Lyriker, Maler und hat auch für verschiedene Radiosender gearbeitet. Insbesondere drei seiner Romane erreichten eine herausragende Bedeutung in der mexikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts: José Trigo (1966), Palinuro de México (1977/ dt. 1992: Palinurus von Mexiko) y Noticias del Imperio (1987/ dt. 1996: Nachrichten aus dem Imperium). Der Preis wird am 23. April 2016 vom spanischen König Felipe VI. in Alcalá de Henares, dem Geburtsort von Miguel de Cervantes, überreicht (Bildquelle: Public Domain).


05. November 2015 | Bolivien, Peru: Totora-Schilf des Titicaca-Sees durch Umweltverschmutzung unbrauchbar geworden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Peru

Titicacasee_Foto Theresa Schmidt_Quetzal RedaktionDie Floß- und Schiffsbauer der Insel Suriqui im Titicaca See bestätigen die schlechte Qualität des Totora-Schilfs, welches der Grundstoff der traditionell hergestellten und handgemachten Boote ist. Die spezielle Schilfart findet auch im Hausbau und der Medizin der Region Verwendung. Die Urus leben noch heute auf ihren, aus Totora-Schilf bestehenden, schwimmenden Inseln auf dem See und verwenden den Rohstoff in vielfältiger Weise. Durch die Umweltverschmutzung verfärbt sich das Schilf dunkel und wird, nach Angaben der Bootsbauer, für alle Arbeiten unbrauchbar. Suriqui, wie auch andere Gebiete des Titicaca, werden durch Abwässer aus Privathaushalten, Märkten, Krankenhäusern, Industriegebieten und dem Bergbau verschmutzt. Ein weiterer Prozentsatz kommt hinzu, wenn die Flüsse, mit dem steigenden Wasserpegel, Abwässer aus dem Umland mit sich bringen, die allesamt im Titicaca enden. Die Bevölkerung fordert mehr Umweltschutz für den See, was von der Umweltministerin, Alexandra Moreira, erst im September dieses Jahres versprochen wurde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Theresa Schmidt).


02. November 2015 | Bolivien: San Buenaventura geht in Betrieb | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: FlaggeIm Jahr 2011 verkündete die bolivianische Regierung den Plan, mit Hilfe der chinesischen Baufirma CAMC Engineering, die Zuckerfabrik San Buenaventura (EASBA) zu realisieren, eines der größten historischen Bestrebungen des Volkes von La Paz. Vergangene Woche nahm Präsident Evo Morales an dem offiziellen Start des Betriebes und der Durchführung der Installationskontrolle teil. Die Anlage stellt eine der modernsten in Bolivien dar. Sie soll etwa 7.000 Tonnen Zuckerrohr pro Tag verarbeiten. Die Investition für den Bau beläuft sich auf 174 Mio. $, welche durch ein Darlehen der Zentralbank von Bolivien (BCB) finanziert wird. Ramiro Elizondo, Geschäftsführer der EASBA, berichtete gestern, dass der Staat noch in diesem Jahr 1.000 Tonnen Zucker nutzen wird, um die Qualität ihrer Produktion auf dem Inlandsmarkt zu fördern. Die Anlage wird zudem 100.000 Liter Trinkalkohol und 1.650 Tonnen Bagasse-Hydrolysat (organischer Dünger und Tierfutter) pro Jahr produzieren. Insgesamt werden etwa 500 direkte und 5.000 indirekte Arbeitsplätze geschaffen.


29. Oktober 2015 | Brasilien: Musikproduzent veröffentlicht hispanoamerikanische Musik auf portugiesisch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Musikproduzent veröffentlicht hispanoamerikanische Musik auf portugiesisch - Bild: CarlosArturoAcosta_Leonardo Vinhas möchte mit dem Album “Somos todos Latinos” die hispanoamerikanische Musik im Land bekannt machen. Der Titel der von ihm zusammengestellte Sammlung bedeutet sowohl auf Spanisch als auch auf Portugiesisch „Wir sind alle Latinos“. Die Website „Scream & Yell“ bietet sie derzeit kostenlos auf ihrer Homepage zum Download an. Vinhas möchte damit auch brasilianischen Musikliebhabern das Schaffen der Künstler jenseits des Amazonsbeckens und der Anden nahebringen. Gustavo Ceratí, Franny Glass, Jorge Drexler und andere werden dabei von brasilianischen Künstlern in portugiesischer Sprache neu interpretiert. Der Produzent weist zwar darauf hin, dass die sprachlichen Gemeinsamkeiten von Mexiko bis Feuerland nicht genügen, um von einer Gleichheit aller „Latinos“ zu sprechen. Doch gleichzeitig sei es über die Musik möglich, gemeinsame Hoffnungen und Sehnsüchte zu teilen und so ein Gefühl von Gemeinsamkeit zu schaffen (Bildquelle: CarlosArturoAcosta_).


27. Oktober 2015 | Argentinien: Präsidentschaftswahlen gehen in die Stichwahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Wahlkampf_Foto Soledad Biasatti_Quetzal RedaktionDie gestrige Präsidentschaftswahl in Argentinien blieb ohne Sieger. Während Daniel Scioli, der Kandidat des regierenden Parteienbündnisses (Frente para la Victoria, FPV – Front für den Sieg), 36,86% der Stimmen erhielt, gingen an den Kandidaten des Bündnisses Cambiemos (Lasst uns wechseln) Mauricio Macri 34,33% der Stimmen. Aufgrund dieses Ergebnisses wird es am 22. November einen zweiten Wahlgang geben, was bisher in der argentinischen Geschichte noch nie passierte. Die Wahlbeteiligung war hoch, über 80% der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Nachdem die FPV 2003 mit knapp 22% der Stimmen die Regierung übernommen hatte, stieg die Zustimmung für die Allianz in den Wahlen von 2007 und 2011 um mehr als das Doppelte. Nach 12 Jahren Regierungsverantwortung und der innerhalb der drei Wahlperioden steigenden Popularität sank die Zustimmung jedoch, wie die Wahl von gestern zeigt. Beide Kandidaten werden bis November versuchen, die Wähler und Wählerinnen, die für andere Parteien gestimmt haben, auf ihre Seite zu ziehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


23. Oktober 2015 | Venezuela: Hilfe durch internationale Organisationen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: FlaggeEs scheint, dass die Regierung von Venezuela die finanzielle Unterstützung multilateraler Organisationen benötigen wird, um die Wirtschaftskrise zu überwinden. Für das kommende Jahr erwartet die Regierung eine Inflationsrate von 60 Prozent. José Guerra schätzt, dass das Haushaltsdefizit Venezuelas in der Größenordnung von 15% bis 20% des BIP liegt. Ein Defizit, welches nicht mit dem Ölexport ausgeglichen werden kann, auch wenn dieser 96% aller Exporterlöse und damit mehr als die Hälfte der Einnahmen des Landes ausmacht. Schuld ist der drastische Rückgang der Ölpreise. Die weitere Kreditaufnahme von fünf Milliarden Dollar aus China und der Verkauf von Vermögenswerten (Ölraffinerien) reichen nicht aus, um der Wirtschaftsmisere zu entfliehen. Der Anleihenmarkt verdeutlicht, in welch schwerer Wirtschaftskrise sich das Land befindet. Der derzeitige Handelskurs der im Februar auslaufenden Anleihe liegt bei 77 Prozent des ursprünglichen Preises. Das bedeutet, dass Anleger aktuell ca. 41,5%, inklusive der Zinsen als Risikoprämie, verlangen, um in diese Papiere zu investieren, was ein offensichtliches Zeichen für einen drohenden Zahlungsausfall darstellt. Nur der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank könnten das Regime noch vor dem finanziellen Untergang bewahren. Unter der Präsidentschaft von Hugo Chávez (1999-2013) hatte Venezuela allerdings kaum Kontakte zu beiden Organisationen. Im Mai 2007 kündigte er sogar den Austritt seines Landes aus dem IWF und der Weltbank an, da er ihnen die Schuld der andauernden Armut vorwarf und sie als „Instrument des amerikanischen Imperialismus“ darstellte, die seinem Land „eine wilde und ausbeutende Sozial- und Wirtschaftspolitik aufzuzwingen“ versuchten.


19. Oktober 2015 | Kolumbien: FARC und Regierung gemeinsam zu mehr Humanität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Das Awa-Massaker - Auf dem Friedhof - Foto: Von BergenDie FARC und die kolumbianische Regierung haben am Samstag auf Kuba eine weitreichende Einigung erzielt. Ab sofort wollen beide Seiten zusammenarbeiten, um die Vermissten des Bürgerkrieges zu finden, identifizieren und ggf. Überreste Angehörigen übergeben. Dafür soll ein spezieller Plan mit Hilfe des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes ausgearbeitet und eine gemeinsame Suchkommission für verschwundene Personen (Comisión de Búsqueda de Personas Desaparecidas) eingerichtet werden. Von Regierungsseite ist beispielsweise vorgesehen, bislang als N. N. begrabene Opfer von Friedhöfen zu exhumieren und durch die Gerichtsmedizin die Identität (so weit möglich) und die Todesursache feststellen zu lassen. Der Plan heißt etwas makaber „Plan Friedhof“. Die FARC möchte im Gegenzug die Koordinaten von Orten mitteilen, wo sie Personen begraben hat. In dem Konflikt zwischen der FARC, Paramilitärs und dem Staat kamen nach offiziellen Angaben 220.000 Menschen ums Leben; sechs Millionen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben. Hinzu kommen etwa 50.000 Verschwundene. Über die Zahl herrscht aber große Unklarheit. In einem Bericht des Nationalen Zentrums für das Historische Gedächtnis (Centro Nacional de Memoria Histórica) wird geschätzt, dass allein zwischen 1985 und 2012 insgesamt 25.007 Personen vermisst wurden (Bildquelle: Von_Bergen).


09. Oktober 2015 | Brasilien: Präsidentin Rousseff mächtig unter Druck | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Präsidentin Dilma Rousseff - Foto: Agencia BrasilGestern erklärte das für den Haushalt zuständige Bundesrechnungsgericht den Etat des letzten Jahres für illegal, da die Bücher manipuliert worden seien. Die Regierung habe versucht, das zunehmende Defizit zu verbergen, so der Vorwurf. Zwar ist der Richterspruch juristisch nicht bindend; das Gericht riet den Parlamentariern jedoch, den vergangenen Etat abzulehnen. Während die Regierung bereits Widerspruch einlegte, schwor die Opposition ihrerseits das baldige Ende der Rousseff-Regierung herauf – und tatsächlich rückt dieser neuerliche Vorwurf ein Amtsenthebungsverfahren in erreichbare Nähe. Denn Rousseff geriet insbesondere während ihrer zweiten Amtszeit zunehmend in die Kritik. Hinzu kam just am Vortag dieses Urteils, dass nach dem mit 5:2 ausgefallenen Rechtsspruch des Obersten Wahlgerichtshofs ein Ermittlungsverfahren wegen Korruptionsverdachts gegen Rousseff eingeleitet wird. Der brasilianischen Präsidentin wird vorgeworfen, während ihres Wahlkampfs illegale Spenden von Zulieferern des Energiekonzerns Petrobras erhalten zu haben. Im sogenannten Petrobras-Skandal wird ihrer Arbeiterpartei vorgeworfen, vom genannten Staatskonzern bis zu 200 Millionen Dollar an Schmiergeldern empfangen haben. Da Rousseff dort von 2003 bis 2010 Aufsichtsratsvorsitzende war, ist sie ins Zentrum des Skandals geraten. Zusätzlich soll sie illegal Gelder von staatlichen Finanzgruppen für Sozialprogramme zur Armutsbekämpfung verwendet haben. In der Folge liegen ihre Umfragewerte mit weniger als zehn Prozent Zustimmung auf einem Rekordtief. So wundert es kaum, dass mittlerweile die große Mehrheit der Bevölkerung ihren Rücktritt befürwortet (Bildquelle: Agência Brasil).


05. Oktober 2015 | Guatemala: Unglück mit Ankündigung? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Landkarte, University of Texas at AustinNach der verheerenden Schlammlawine nahe der Hauptstadt Guatemala-Stadt wird das Ausmaß des Unglücks sichtbar. Das betroffene Dorf El Cambray ll beklagt zum jetzigen Zeitpunkt 131 Tote und vermisst weitere 300 Menschen. Mehrere Tage nach der Katastrophe wurden viele der bereits geborgenen Opfer beigesetzt, während die Hoffnung schwindet, die Vermissten noch lebend zu bergen. Die Bergungskräfte erhalten Unterstützung von Kollegen aus Mexiko. Tage mit starken Regenfällen führten am späten Abend des 01.10.2015 zu einer Schlammlawine und Überschwemmungen. Viele der Betroffenen leben in ärmlichen Verhältnissen in einfachen Barracken. Viele Bewohner der Zone waren sich der gefährlichen Lage ihrer Häuser bewusst, hatten aber nicht die finanziellen Mittel, um wegzuziehen. In einer schriftlichen Einschätzung warnte die Coordinadora Nacional para la Reducción de Desastres (Conred) im November letzten Jahres den Gemeinderat von Santa Catarina Pinula vor den Gefahren, die für die Bewohner des Gemeindeteils El Cambray ll bestehen, u.a. durch vereinzelte Erdrutsche, die den Flusslauf beeinflussen können. In dem Bericht wird eine Umsiedlung der betroffenen Bewohner an geeignetere Orte vorgeschlagen oder durch Bauarbeiten einzugreifen, die die Umgebung sicher machen. Ein Sprecher des Gemeinderates erklärte, man habe die Bewohner über die festgestellten Gefahren informiert. Allerdings stellt sich die Frage, wohin die zumeist armen Bewohner hätten ziehen sollen. El Cambray ll befindet sich in einem schmalen Tal, das an hohen und geneigten Hängen grenzt und durch das der Fluss Pinula fließt. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


24. September 2015 | Mexiko: VW-Krise bedroht mexikanische Autoindustrie | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Noticias Mexiko Quetzalredaktion gtDer Skandal wegen gefälschter Abgaswerte bei VW löst in Mexiko große Befürchtungen aus. Der bereits jetzt zu verzeichnende drastische Verkaufseinbruch bei den Dieselmodellen trifft das Land besonders hart. Im mexikanischen Bundesstaat Puebla ist VW einer der größten Arbeitgeber. Rechnet man die Zulieferindustrie mit, dann sind mehr als 40.000 Beschäftigte von den erwarteten Einschränkungen betroffen. Im VW-Werk in Puebla arbeiten über 11.000 Beschäftigte. Puebla produziert hauptsächlich für den Export, vier Fünftel der dort hergestellten Fahrzeuge gehen in den Norden, die Mehrzahl davon in die USA. Drei der fünf in den USA beanstandeten Diesel-Modelle von VW werden in Puebla produziert: Golf, Beetle und Jetta. Inzwischen hat Volkswagen Mexiko seine Produktion vorrübergehend eingestellt, um die notwendigen Veränderungen an den Produktionslinien ihrer Modelle vorzunehmen. Man rechnet mit zwei Wochen Arbeitsunterbrechung, das technische Personal – etwa 10.000 Mitarbeiter – wurde in die Ferien geschickt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


21. September 2015 | Peru: Klassische lateinamerikanische Literatur auf Quechua übersetzt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Klassische lateinamerikanische Literatur auf Quechua übersetzt - Bildquelle: Quechua-Sprachgruppen-Karte, PhJFünf Kurzgeschichten klassischer lateinamerikanischer Autoren wurden ins Quechua übersetzt. Es handelt sich dabei um Werke von Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa, Juan Carlos Onetti, Adolfo Bioy Casares und Clarice Lispector. Alle Übersetzungen umfassen 50 bis 110 Seiten und werden von der Dirección Desconcentrada de Cultura de Cuzco (DDCC) in 5000-facher Auflage verlegt. Damit wird zum ersten Mal lateinamerikanische Literatur in eine indigene Sprache des Kontinents übersetzt. Ziel der Initiatoren ist es, die Sprache aus der prekären Situation zu befreien, in der sie sich befindet. Quechua-sprachige Schriftsteller aus Bolivien und Peru beklagen, dass Quechua zwar eine sehr lebendige Sprache sei, es für die Sprecher jedoch keine Bücher in ihrer Sprache gebe. Luis Nieto Degregori, Berater der DDCC, bemängelt außerdem, dass es den Andenländern an einer Sprachenpolitik mangele, welche auf die Förderung des Quechua abziele. Die Sprache wird von ca. 8 bis 10 Millionen Sprechern gesprochen und ist größtenteils in Ecuador, Peru und Bolivien, sowie in kleineren Teilen in Kolumbien, Argentinien und Chile vertreten. Die Kurzgeschichten sollen ab November in den Buchhandlungen liegen. Verantwortlich für die Übersetzungen sind die peruanischen Sprachwissenschaftler Sócrates Zuzunaga und Geogrina Maldonado. (Bildquelle: PhJ_)


18. September 2015 | Chile: Nach einem gewaltigen Erdbeben bleiben die Folgen vergleichsweise gering | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Folgen des Tsunamis in San Antonio 2010 - Foto: Atilio LeandroAm vergangenen Mittwoch um kurz vor acht Uhr abends bebte in Chile erneut die Erde. Die sechststärkste Erschütterung in der Geschichte des Landes von 8,4 auf der Richterskala war im gesamten Land, ja sogar noch in Teilen Argentiniens und Brasilien, wahrzunehmen. Das Epizentrum des Bebens befand sich in der vierten Region Coquimbo (gut 200 km nördlich der Hauptstadt Santiago), welche demnach am stärksten unter den Folgen litt. Neben einem Stromausfall in der gesamten vierten Region hatte die gewaltige Wucht des Erdstoßes zahlreiche Beschädigungen an Gebäuden sowie Blockaden von Straßen durch Geröll und Schlamm zur Folge. Einige – besonders ländliche – Gebiete sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten; vielerorts gibt es immer noch kein fließend Wasser. Zeitweise wurden eine Million Menschen an der gesamten chilenischen Küste von Arica bis Punta Arenas aufgrund von Tsunami-Gefahr evakuiert. Nachdem sich das Meer von den Stränden zurückgezogen hatte, kehrte es kurz darauf mit bis zu 4,5 m hohen Wellen zurück. Das Wasser drang in einigen Küstenorten in die Innenstädte vor und manövrierte sogar einige Schiffe vom Hafen an die Ortsränder. So wurden in den Küstenorten Coquimbo, Concón und Tongoy, aber auch in einigen weiteren Häfen größere Schäden angerichtet. In Folge des Bebens sind mindestens zwölf Menschen gestorben. Weiterhin werden fünf Menschen vermisst. Bisher gab es mehr als 200 Nachbeben, zwei davon noch mit einer Stärke von mehr als 7 auf der Richterskala. Mittlerweile haben die Aufräumarbeiten begonnen. So hatten sich die ChilenInnen wohl kaum die heute beginnenden Nationalfeiertage vorgestellt (Bildquelle: Atilio Leandro_).


17. September 2015 | Paraguay: 35. Jahrestag des Attentats auf Somoza | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua, Noticias Paraguay

Paraguay_FlaggeHeute vor 35 Jahren wurde der ehemalige Diktator Nicaraguas, Anastasio Somoza Debayle, in Asunción bei einem Anschlag getötet. Das Attentat wurde von Mitgliedern der argentinischen Revolutionären Volksarmee (Ejército Revolucionario del Pueblo, ERP) ausgeführt. Damit entschloss sich der bewaffnete Arm der Revolutionären Arbeiterpartei Argentiniens (Partido Revolucionario de los Trabajadores, PRT), einem Teil der lateinamerikanischen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen. Somoza war Kopf eines Clans, der die Macht in Nicaragua seit 1934 innehatte. Sein Vermögen wurde auf 1.000 bis 5.000 Millionen Dollar geschätzt. Nach dem langen Kampf des nicaraguanischen Volkes und dem Stopp der Unterstützung der USA für Somoza floh dieser 1979. Obwohl er einer der besten Schülern Washingtons war, fand er kein politisches Asyl in den Vereinigten Staaten, sondern in Paraguay, das damals noch unter der Diktatur Alfredo Stroessners litt. Passend zu seiner dunklen politischen Geschichte wurde Somoza auf der „Straße der Generalísimo Franco“ von den Schüssen getroffen. Seine sterblichen Überreste wurden in den USA beerdigt. Das Attentat am 17. September 1980 leitete Enrique Gorriarán Merlo. Eine Volksbibliothek in Managua trägt heute seinen Namen.


10. September 2015 | Argentinien: Das Recht auf Identität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Das Recht auf Identität - Foto: Quetzal Redaktion, Soledad BiasattiIn der letzten Woche berichtete die argentinische Menschenrechtsorganisation Abuelas de Plaza de Mayo (Großmütter der Plaza de Mayo) in einer Pressemitteilung über das Wiederauffinden des 117. verschwundenen Enkels. Es handelt sich um ein 1978 geborenes Mädchen, dessen Eltern Walter und Gladys, Aktivisten der kommunistischen Partei, Ende 1977 in der Provinz Mendoza verschleppt wurden und seitdem als verschwunden gelten. Gladys war zu diesem Zeitpunkt im sechsten Monat schwanger. Während der letzten argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) war die Kindesentführung mit anschließendem Identitätsraub eine systematische Maßnahme gegen Oppositionelle. Nach der Geburt, die zumeist in Gefängnissen oder Militärkrankenhäusern stattfand, wurden die Säuglinge an neue Familien übergeben, um ihnen eine „westliche, christliche“ Erziehung zu gewährleisten. Die geraubten Kinder waren Kriegsbeute einer Diktatur, deren Maßnahmen traumatische Folgen in der ganzen Gesellschaft hinterlassen haben. Die Geschichte der „Enkelin 117“, die erst jetzt ihre eigene Identität erfahren konnte, ist Teil der Geschichte einer Gesellschaft, die eine Diktatur ertrug und jetzt deren langfristige Folgen lösen muss. Neben der langen Suche durch die biologischen Verwandten wurde die junge Frau auch mit Hilfe der nationalen Genbank und der Arbeit von CONADI gefunden. CONADI (Nationaler Ausschuss für das Recht auf die Identität) widmet sich der Forschung nach weiteren Fällen von Kindern von Verschwundenen. Die Zahl der möglichen Fälle wird von den Abuelas de Plaza de Mayo auf ca.400 geschätzt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


31. August 2015 | Venezuela: Eskalation und Massenflucht im Grenzgebiet zu Kolumbien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Venezuela

Kolumbien: Paramilitär Salvatore Mancuso - Foto: Public Domain Nachdem es in kolumbianischer Grenznähe zu einer Schießerei zwischen venezolanischen Soldaten und Drogenschmugglern gekommen war, bei der drei Soldaten und ein Zivilist verletzt worden waren, ließ der venezolanische Präsident Maduro die 2.200 km lange Grenze auf unbestimmte Zeit schließen. Nicolás Maduro, der rechte Paramilitärs aus Kolumbien für den Zwischenfall verantwortlich macht, rief zudem in sechs Grenzbezirken im westlichen Bundesstaat Táchira den Ausnahmezustand aus und entsandte ca. 3.000 Soldaten in die Region. Ziel der genannten Maßnahmen sei der Kampf gegen den stark verbreiteten Schmuggel. In dem Gebiet hatten sich vor einiger Zeit zahlreiche rechte Paramilitärs und linke Guerilleros sowie die Drogenmafia und Schmuggler ausgebreitet, da die anhaltende Wirtschafts- und Versorgungskrise in Venezuela den Schmuggel zu einem sehr lukrativen Geschäft gemacht hat: die stark subventionierten und damit extrem billigen venezolanischen Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Benzin werden nach Kolumbien geschmuggelt und dort deutlich teurer verkauft. Nach Regierungsangaben führe dies zu der Warenknappheit in Venezuela. Die Situation verschärfte sich noch, als venezolanische Behörden damit begannen, mehr als tausend illegal eingewanderte KolumbianerInnen abrupt auszuweisen, da sie gemäß Staatschef Maduro am Schmuggel beteiligt seien. Daraufhin flohen mehrere Tausend weitere ImmigrantInnen freiweillig, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Aufgrund dieser Vorkommnisse hat sich das ohnehin schon gereizte Verhältnis beider Karibikstaaten noch verschlechtert. Kolumbien kritisierte neben der Abschiebung der kolumbianischen StaatsbürgerInnen auch die Grenzschließung scharf (Bildquelle: Public Domain).


27. August 2015 | Mexiko: Spitzenköche gegen Genmais | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Spitzenköche gegen Genmais - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc74 mexikanische Köche des Colectivo Mexicano de Cocina haben sich am Dienstag, 25.08.2015, in einem Offenen Brief an die mexikanische Regierung gegen eine Anerkennung von genmanipuliertem Mais in Mexiko ausgesprochen. Anlass für das Schreiben ist eine juristische Entscheidung vom Juni dieses Jahres, die eine Überprüfung des 2013 ausgesprochenen Verbots des Anbaus von Genmais fordert. Das Gericht hatte damit auf eine Eingabe von Monsanto reagiert, in der behauptet wurde, das Verbot sei nicht wissenschaftlich untermauert. Die Köche argumentieren, dass der Genmais die Vielfalt einheimischer Maissorten gefährde. Zudem beschränke er die Rechte der Bauern, die seit Jahrhunderten ihre Pflanzen aus eigenen Samen ziehen. Die Entwicklung in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, so z.B. in Argentinien, zeige in alarmierender Weise, welch verheerende Auswirkungen genmanipulierte Produkte auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Darüber hinaus führe der Anbau von Genmais zu einer Konzentration des Bodenbesitzes in den Händen transnationaler Konzerne und gefährde die Ernährungssouveränität des Landes. Enrique Olvera, Chef des hochgelobten Restaurants „Pujol“, betonte auf einer Pressekonferenz, dass der Anbau von Genmais nicht erlaubt werden dürfe, solange es keine Klarheit über mögliche Folgen gebe (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


24. August 2015 | Bolivien: Thüringer Unternehmen plant Förderanlage zum Abbau von Lithium im Salar de Uyuni | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Thüringer Unternehmen plant Förderanlage zum Abbau von Lithium im Salar de Uyuni - Foto: Quetzal-Redaktion, Maxim KarpilowskiDer Startschuss ist gefallen. Nachdem die bolivianische Regierung seit mehr als acht Jahren intensiv untersucht, ob, auf welche Art und Weise und mit welchen Technologien das Lithium im Salar de Uyuni gewonnen werden kann, scheint nun eine vorläufige Entscheidung gefallen. Die Regierung von Evo Morales unterzeichnete einen Vertrag mit dem Thüringer Unternehmen K-Utec, das eine erste Förderanlage planen soll. Das Volumen des Projektes beläuft sich auf 4,5 Millionen Euro. Die Fördersumme soll bei 30.000 Tonnen Lithium-Karbonat pro Jahr liegen. Die Indigenen der Region befürchten ein zweites Potosí, eine Fortsetzung der jahrhundertelangen Ausbeutung, bei der Lithium lediglich das Silber ablöst. Denn der “weiße Schatz” der Zukunft, der maßgeblich für den Ausbau der Elektromobilität in den industrialisierten Staaten benötigt wird, manifestiert die Armut in der Region. Die ansässige Bevölkerung wurde bei den geplanten Lithiumvorhaben des bolivianischen Staates nicht mit einbezogen. Es ist daher unklar, ob das Projekt mit K-Utec wie geplant durchgeführt werden kann oder ob die Indigenen der Region erneut zu Protesten aufrufen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Maxim  Karpilowski).


17. August 2015 | Mexiko: PAN wählt jüngsten Vorsitzenden der Geschichte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: PAN wählt jüngsten Vorsitzenden der GeschichteDie größte mexikanische Oppositionspartei PAN hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der Jurist, Sozial- und Politikwissenschaftler Ricardo Anaya ist mit seinen 36 Jahren der jüngste Parteivorstand in der Geschichte der Partei. Seine Wahl fiel eindeutig aus: 81% der PAN-Mitglieder wählten ihn, wobei die Wählerbeteiligung bei nicht einmal 50% lag. Anaya hatte das Amt bereits als Interimsvorsitzender im Zeitraum von 2014 bis Januar 2015 innegehabt. Er gilt als Nachfolger des jetzigen Präsidenten Madero und wird voraussichtlich dessen Nähe zum PRI nicht abbrechen lassen. In seinem politischen Programm finden sich unter anderem die Forderung nach einer gemäßigteren Bezahlung von Abgeordneten und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber der Korruption. Dazu möchte er seinen eigenen Lohn um 50% senken, und eigene, PAN-interne autonome Institutionen zur Korruptionsbekämpfung aufbauen. Gleichzeitig beschwört er die Einheit der Partei und ganz Mexikos. Den Steuererhöhungen der Regierung Peña Nieto steht er kritisch gegenüber (Bildquelle: Raulhernandezqro_).


10. August 2015 | Panama: Arbeiter für die Erweiterung des Panamakanals kündigen Streik an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Panama

Panama: Arbeiter für die Erweiterung des Panamakanals kündigen Streik an - Foto: Panamakanal (Miraflores Schleusen), Chris SteveSaúl Méndez, Generalsekretär der Nationalen Union der Arbeiter der Bauindustrie und ähnlichen Branchen (SUNTRACS), gab am Sonntag bekannt, dass nach zwei Monaten der Verhandlungen für eine Lohnerhöhung mit dem Baukonsortium GUPC (Grupo Unidos por el Canal) der Vorstand der Gewerkschaft zum Streik aufrufe. Der Streik soll am kommenden Mittwoch 07:00 Ortszeit beginnen und auf unbestimmte Zeit erfolgen. Méndez erklärte, dass 6.000 Arbeiter ihre Arbeit niederlegen werden, um die jährliche Lohnerhöhung von 8%, welche im Juli 2014 in einem Tarifvertrag mit der panamaischen Baukammer ausgehandelt wurde, durchzusetzen. Méndez erklärte weiterhin, dass der Protest erst enden werde, wenn den Forderungen der Lohnerhöhung, welche rückwirkend zum 1. Juli in Kraft treten müsse, nachgegangen wird. Die Arbeiten an der Panama-Kanal Erweiterung müssen innerhalb von sechs Monaten nach den Prognosen von GUPC abgeschlossen sein, um die Öffnung für den Welthandel im April 2016 einzuhalten. Der Streik könnte die Fertigstellung der Expansion erheblich verzögern (Bildquelle: Chris Steve).


06. August 2015 | Bolivien: Fortdauernde Spannungen zwischen Bolivien und Chile | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Präsident Evo Morales - Fernando Lugo APCDie chilenische Regierung stellt die mögliche Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Bolivien in Frage, nachdem am vergangenen Dienstag der bolivianische Präsident Evo Morales drohte, den chilenischen Konsul in La Paz zur Persona non grata zu erklären. In einem Interview mit der Tageszeitung El Deber beschuldigte Morales den Konsul Milenko Skoknic, Absprachen mit Oppositionsparteien über eine “Destabilisierung” der Regierung in La Paz getroffen zu haben. Gemäß dem chilenischen Außenminister Heraldo Munoz zeige die bolivianische Regierung mit dieser Drohung nicht den “politischen Willen”, die diplomatischen Beziehungen wieder herzustellen. Darüber hinaus betonte Munoz, dass alles eine Grenze habe und bat den Internationalen Gerichtshof sowie Papst Franciscus die Worte von Evo Morales zu beachten. Papst Franziskus hatte die beiden Regierungen zuvor dazu aufgefordert, in einen Dialog zu treten, um die Streitigkeiten in Bezug auf die Pazifik-Küste, die Bolivien im 19. Jahrhundert infolge eines Krieges an Chile verloren hatte, beizulegen (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


30. Juli 2015 | Peru: Militär und Polizei befreien Geiseln des „Leuchtenden Pfads“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Militär und Polizei befreien Geiseln des „Leuchtenden Pfads“ - Bild: TzzzpfffIn einem schwer zugänglichen Urwaldgebiet zwischen den Regionen Huancayo, Ayacucho, Apurímac und Cusco befreiten das peruanische Militär und Einsatzkräfte der Polizei mit der Hilfe eines ehemaligen Gefangenen am vergangenen Donnerstag 39 Menschen, die sich in einem sogenannten „Produktionscamp“ der linksextremistischen, maoistischen Rebellengruppe „Sendero Luminoso“ befunden hatten. Unter den Geiseln waren 26 Kinder bis 14 Jahre sowie Erwachsene, die bereits vor 25 gefangen genommen worden waren. Die entführten Frauen wurden jahrelang vergewaltigt, um Nachwuchs für die Rebellenarmee zu zeugen. Die Kinder wurden nach ihrer Geburt militärisch sowie ideologisch ausgebildet, bis sie bereits mit 13 oder 14 Jahren für den „Leuchtenden Pfad“ kämpfen mussten. Neben der üblichen Feldarbeit und der Tierzucht wurden die älteren Gefangenen zum Koka-Anbau gezwungen – die Rebellen finanzieren sich vor allem durch den Kokainhandel. Der „Leuchtende Pfad“ kämpfte zwischen 1980 und 2000 gegen peruanische Sicherheitskräfte und verübte Terroranschläge mit dem Ziel, ein revolutionäres, kommunistisches Regime in Peru zu errichten. In Folge der bürgerkriegsähnlichen Kämpfe verloren knapp 70.000 Menschen, vor allem indigene Bauern, ihr Leben. Nach der Inhaftierung ihres Gründers und Anführers Abimael Guzmán 1992 zerfiel die Rebellengruppe. Heute gibt es nur noch wenige, kleine Gruppen in abgelegenen Dschungelgebieten im Süden des Landes (Bildquelle: Tzzzpfff_).


14. Juli 2015 | Mexiko: Künstler Francisco Toledo geehrt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Künstler Francisco Toledo geehrt - Foto: Arturo EspinosaDer mexikanisch-zapotekische Künstler Francisco Toledo wird derzeit in Mexiko in mehreren Veranstaltungen geehrt. Anlass ist sein 75. Geburtstag, den er am Freitag, 17.7., begeht. Das Nationale Institut der Schönen Künste zeichnete ihn für sein Lebenswerk, sein soziales Engagement und seinen großzügigen Beitrag zum kulturellen Erbe Mexikos aus. Toledo ist nicht nur als Bildhauer, Grafiker und Zeichner aktiv und international bekannt, sondern fördert auch die Kultur, den Naturschutz und die Literatur in seinem Heimatstaat Oaxaca. Teil dieser Aktivität ist sein Verlag „Camalus“, in dem Publikationen in den indigenen Sprachen des Bundesstaates erscheinen. Diese Tätigkeit als Verleger wird auch Thema sein beim „Runden Tisch“ im Museum der Bildenden Künste am kommenden Mittwoch in Mexiko-Stadt (Bildquelle: Arturo Espinosa_).


09. Juli 2015 | Südamerika: Papst Franziskus on Tour | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Ecuador, Noticias Paraguay

Südamerika: Papst Franziskus on Tour - Bild: Quetzal-Redaktion, gcPapst Franziskus begann am letzten Sonntag eine einwöchige Besuchsreise durch drei lateinamerikanische Länder. Am Sonntag landete er in Ecuador, Mitte dieser Woche wird er nach Bolivien fliegen und danach seine Reise mit einem Besuch in Paraguay beenden. Die Reise ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil Jorge Bergoglio das erste Mal spanischsprachige Länder besucht, seit er 2013 Papst wurde, sondern auch, weil die drei Zielländer derzeit eine angespannte politische Lage durchleben. Ebenso wie in Ecuador wird sich Franziskus auch in Bolivien und Paraguay mit den Präsidenten treffen sowie an sozialen Veranstaltungen teilnehmen. So wird er z.B. Gast beim Zweiten Welttreffen der Bevölkerungsbewegungen (Segundo Encuentro Mundial de Movimientos Populares) sein und dort auf Einladung des bolivianischen Präsidenten Evo Morales einen Vortrag halten. In Ecuador führte der Besuch bereits im Vorfeld zu Spekulationen, einerseits über den Inhalt der Rede des Papstes, andererseits über eine mögliche Instrumentalisierung des charismatischen Kirchenführers durch die Regierung von Rafael Correa. In Paraguay fanden Demonstrationen statt, die die Regierung aufforderten, dem Papst die wirkliche Lage der Bevölkerung zu zeigen und nicht eine bloße Inszenierung. Obwohl der Heilige Vater sich in die politischen Angelegenheiten der besuchten Länder nicht einmischen soll, haben die zwei letzten päpstlichen Enzykliken einen zutiefst sozialpolitischen Inhalt. Während es in Evangelii gaudium (2013) um die Krise des gemeinschaftlichen Engagements und die Vergötterung des Geldes geht, spricht Laudatio si (2015) über die Umwelt und den Klimaschutz. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


06. Juli 2015 | Guatemala: Tochter von Ex-Diktator darf sich nicht um Präsidentschaft des Landes bewerben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Rios Montt in der Gerichtsverhandlung des Genozids - Foto: MiMundo.org, James RodríguezDer Oberste Wahlgerichtshof hat die Aufstellung von Zury Ríos, Tochter von Guatemalas Ex-Diktator Efraín Ríos Montt, als Kandidatin der Partei Visión con Valores für die Präsidentschaftswahl am 06. September dieses Jahres verboten. Das Gericht erachtet die Kandidatur für verfassungswidrig und beruft sich auf Artikel 186 der Verfassung des Landes, der definiert, welche Personen sich nicht um das Amt des Präsidenten oder Vizepräsidenten bewerben dürfen. So ist es u.a. Verwandten von Putschisten verboten, sich zur Wahl aufstellen zu lassen. Zury Ríos will die Entscheidung anfechten und beruft sich auf Expertenmeinungen sowie eine Entscheidung des Verfassungsgerichtes von 1989, die ihre Bewerbung juristisch unterstützen sollen. Kritische Stimmen zur Entscheidung des Gerichts argumentieren, dass sie unrechtmäßig sei, da Zury Ríos selbst nicht am Putsch beteiligt gewesen war und die strafrechtliche Verantwortung einer Tat nicht an Verwandte übertragen werden darf. Efraín Ríos Montt war im März 1982 durch einen Putsch an die Macht gekommen, aber schon im August 1983 abgesetzt worden. Sein Regime war für seine Brutalität und Menschenrechtsverletzungen berüchtigt. Für den Genozid an 1.771 Indigenen der Ixiles steht Ríos Montt in den nächsten Wochen erneut vor Gericht, nachdem ein früheres Urteil aufgrund von Prozessfehlern annulliert worden war (Bildrechte: MiMundo.org, James Rodríguez).


02. Juli 2015 | Uruguay: Staatsunternehmen ANCAP will Defizit abbauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Staatsunternehmen ANCAP will Defizit abbauen - Foto: Jimmy BaikoviciusDie uruguayische Ministerin für Industrie, Energie und Bergbau, Carolina Cosse, hat versichert, dass das staatliche Unternehmen ANCAP (Administración Nacional de Combustibles, Alcoholes y Portland) im Jahr 2015 sein Defizit entscheidend reduzieren werde. Bei einer Anhörung im Parlament betonte sie gestern, für ANCAP bestehe das Ziel, im laufenden Jahr den Fehlbetrag auf 50 Millionen Dollar zu reduzieren. Das bedeutet, dass das Unternehmen das Defizit um 273 Millionen Dollar abbauen will, denn das Jahr 2014 hatte ANCAP mit einem Minus von 323 US-Dollar abgeschlossen. Als einen wesentlichen Grund für die negative Bilanz nannte Cosse die Veränderungen im Wechselkurs des Dollars, die nicht ausgeglichen werden konnten. Die Ministerin führte aus, dass die Maßnahmen zum Umbau von ANCAP bereits greifen, auch wenn es nicht gelingen werde, dieses Jahr mit einer positiven Bilanz abzuschließen. Zu den in Angriff genommenen Maßnahmen gehöre auch die Erarbeitung eines Handbuchs mit Handlungsanweisungen für Energieunternehmen, welches u.a. einen besseren Umgang mit den Lagerbeständen behandelt. Inzwischen prüft die uruguayische Regierung auch die Erhöhung der Brennstoffpreise (Bildquelle: Jimmy Baikovicius_).


25. Juni 2015 | Chile: Die Hauptstadtregion ruft vorübergehend den Umwelt-Notstand aus | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Smog erreicht die Vororte von Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, csNachdem die Smogwolke über Santiago de Chile immer größer geworden ist, rufen die Behörden seit vergangenem Donnerstag verschiedene Umwelt-Warnstufen aus: nach mehreren Tagen des Alarms und des Vornotstands gipfelte die Smogbelastung am vergangenen Montag im ersten Umweltnotstand seit sechzehn Jahren. Seit gestern geben die Behörden eine vorsichtige Entwarnung und rufen wieder die niedrigste Warnstufe (Alarm) aus. Je nach Warnstufe werden verschiedene Maßnahmen durchgesetzt: Neben Fahrverboten für Autos, Verboten der Nutzung der weitverbreiteten Heizöfen und landwirtschaftlicher Feuer, dem kompletten Abschalten umweltbelastender Betriebe, empfehlen die Behörden das Aussetzen vom Sportunterricht an den Schulen und das Vermeiden von sportlichen Aktivitäten im Freien. Zudem bietet das Umweltministerium eine Smog-App an, welche die BürgerInnen über die aktuelle Warnstufe, die Maßnahmen und die Luftqualität informiert. Langfristig können diese akuten Maßnahmen jedoch kaum das hauptsächlich im Winter auftretende Smog-Problem lösen. In der Hauptstadtregion leiden viele Menschen aufgrund der schlechten Luftqualität an Herz-Lungen-Erkrankungen, Asthma, Bronchitis sowie an Halsschmerzen und Hauterkrankungen. Aktuell wird die Luftverschmutzung durch den anhaltenden Regenmangel, die unzureichende Luftzirkulation im Santiago-Becken und die relativ milden Temperaturen verstärkt. Der Smog vermag jedoch kaum die euphorische Stimmung der ChilenInnen zu trüben; denn die SüdamerikanerInnen tragen dieses Jahr nicht nur die Fußball-Südamerikameisterschaft der Männer aus, sondern haben sich gestern auch in einem intensiven Spiel gegen eine starke uruguayische Mannschaft als erstes Team für das Halbfinale qualifiziert – und träumen nun vom ersten Copa-Amércia-Sieg (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


22. Juni 2015 | Kolumbien: Der kolumbianische Kongress stimmt für das Freihandelsabkommen mit Costa Rica | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Der kolumbianische Kongress stimmt für das Freihandelsabkommen mit Costa Rica, Foto: Leandro Neumann CiuffoAm 16. Juni 2015 wurde das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Kolumbien und Costa Rica, das bereits im Frühjahr 2013 unterzeichnet wurde, vom Plenum des Repräsentantenhauses in Bogotá mit 85 Ja- und 11 Gegenstimmen genehmigt. Wirtschaftsministerin Cecilia Alvarez-Correa äußerte ihre Zufriedenheit über die Annahme dieser Initiative und verweist auf die Wichtigkeit des Abkommens, da die Exporte in Zukunft diversifiziert werden sollen, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von mineralischen Energieprodukten zu reduzieren, da Rohstoffe aus dem Energie- und Bergbausektor derzeit etwa 70 % der Gesamtexporte Kolumbiens ausmachen. Insgesamt sind gegenwärtig über 90 % der Exporte von Kolumbien nach Costa Rica Industriegüter wie Chemikalien, Bekleidung und Textilien, Autos/Autoteile, Seifen, Medikamente, Kosmetika, Spielzeuge aber auch agro-industrielle Güter. Laut Alvarez-Correa werden zunächst 74% der Industriegüter zollfrei gestellt, während der Rest in den kommenden 5 bis 15 Jahren folgen soll. Dadurch erhält Kolumbien einen einfachen Zugang zu dem importorientierten Markt Costa Ricas. Mit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens rückt Costa Rica auch seinem Ziel näher, Mitgliedsland der Pazifischen Allianz zu werden. Das Abkommen enthält auch ein Kapitel zum Investitionsschutz. Hierzu gehört unter anderem die Gleichbehandlung ausländischer Investoren sowie zeitnahe verbindliche Streitbeilegungsverfahren durch Schiedsgerichte. Beide Länder erhoffen sich dadurch, gegenseitig von höheren Investitionen zu profitieren. Aktuell betragen die Direktinvestitionen von Kolumbien in Costa Rica 448 Millionen Dollar, die sich in den letzten 11 Jahren intensiviert haben (Bildquelle: Leandro Neumann Ciuffo_).


18. Juni 2015 | Brasilien: Das brasilianische Portugiesisch entfernt sich immer weiter vom europäischen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Das brasilianische Portugiesisch entfernt sich immer weiter vom europäischen - Foto: Jonatan ArgentoDer Sprachwissenschaftler Marco Bagno (Universidad de Brasília) stellte in einem Interview mit dem online-Magazin “Jornal Opção” (Ausgabe 2084) klar, dass aus seiner Sicht die Variation des Portugiesischen, die in seinem Land gesprochen wird, als neue, eigene Sprache behandelt werden kann. Die Gräben zwischen dem, was die Portugiesen sprächen und dem, was in Brasilien Alltagssprache sei, seien inzwischen unüberwindbar. Unterscheidende Faktoren seien dabei nicht allein der mit afrikanischen und indigenen Wörtern ausgestattete Wortschatz des brasilianischen oder die ungleich komplexere Aussprache des europäischen Portugiesisch. Besonders in der Morphosyntax, also hinsichtlich der Frage, an welcher Stelle des Satzes welche Worte stehen und wie diese geformt sind, tun sich den Forschern bei genauerer Untersuchung tiefgreifende Differenzen auf. Im brasilianischen Portugiesisch fällt zum Beispiel in gewissen Kontexten die Numerus-Übereinstimmung zwischen Verb und Subjekt weg, ein Phämomen, welches in keiner anderen vom Latein abstammenden Sprache zu beobachten ist. Das sei nicht nur eine Laune der Sprecher – diese Konstruktion hat es inzwischen in die Schriftsprache gebracht, i.e., sie ist weitgehend als “Standard”-Sprache anerkannt. Bagno sieht die brasilianischen Linguisten in der Pflicht, politische Stellung zu beziehen und über die Landesgrenzen hinaus aktive Sprachenpolitik zu betreiben, denn nur so könne Brasilien langfristig seine Interessen sichern, indem es z.B. lateinamerikanischen, spanischsprachigen Studenten die brasilianische Variante des Portugiesischen beibringt (Bildquelle: Jonatan Argento_)


16. Juni 2015 | Kolumbien: Zwischen Verhandlungen und erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerrillagruppe FARC, die seit 2012 regelmäßig stattfinden, sind in den letzten Monaten ins Stocken gekommen. Seit einigen Wochen steigt auch die Zahl der Anschläge der FARC auf Mitglieder der Sicherheitskräfte. Vergangene Woche wurden drei Menschen, ein Angehöriger des Militärs, ein Polizist und ein Zivilist, bei einer Guerrillaattacke durch einen Sprengkörper verletzt und dann mit Schüssen getötet. Solche gewaltsamen Angriffe haben zugenommen, nachdem Ende Mai 26 Guerrillakämpfer bei einem Luftangriff des kolumbianischen Militärs getötet wurden und die Organisation den unilateralen Waffenstillstand als Konsequenz aufhob. Unter diesen Umständen startet am heutigen 17. Juni die 38. Verhandlungsrunde in den Friedensverhandlungen. Die FARC haben angekündigt, an einer Vereinbarung mit der Regierung arbeiten zu wollen, die es Jugendlichen unter 15 Jahren ermöglicht, die FARC zu verlassen (Bildquelle: Public Domain).


11. Juni 2015 | Argentinien: Operación Cóndor vor Gericht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Chile: Ehemaliger chilenischer Geheimdienst DINA - Foto: Public DomainNach gut zwei Jahren Verhandlungen erreicht der Prozess gegen die Operation Cóndor seine finale Phase in Buenos Aires. Unter diesem Name Operación Cóndor hatten Geheimdienste von Chile, Brasilien, Paraguay, Argentinien, Bolivien und Uruguay seit 1975 ihre Arbeit koordiniert. Zeitweise schlossen sich ebenfalls Peru, Ecuador, Venezuela und Kolumbien den Aktionen des Geheimdienstbündnisses an. Der Traum Simón Bolivars von der Einheit Lateinamerikas verwandelte sich in einen Albtraum. Ziel des Plans waren die Vernichtung politischer Gegner im Ausland sowie der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Mit Hilfe der zahlreichen Unterlagen und Zeugenaussagen, die dem Gericht vorliegen, konnte nicht nur die Entstehung dieses repressiven Plans rekonstruiert, sondern auch die Rolle der Vereinigten Staaten nachgewiesen werden. Obwohl der Plan Cóndor eine südamerikanische Operation war, spielte Washington dabei eine zentrale Rolle: einerseits durch die Verbreitung der Strategie für Nationale Sicherheit in der panamaischen School of Americas während des Kalten Krieges und andererseits mit der Unterstützung der südamerikanischen Diktaturen, um das Erreichen der Ziele der Operación Cóndor sicherzustellen (Bildquelle: Public Domain).


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