lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Lateinamerika

21. September 2009 | Brasilien: Dekret zum zukünftigen Anbau von Zuckerrohr erlassen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Eines der wichtigsten Anbauprodukte der brasilianischen Landwirtschaft: Zuckerrohr - Foto: Rufino UribeIn einem durch den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio “Lula” da Silva gestern erlassenen Dekret wurde der Anbau von Zuckerrohr für einen Großteil des nationalen Territoriums als nicht mit staatlichen Subventionen förderbar eingestuft. Damit sollen möglicherweise die ökologisch anfälligen Gebiete des Amazonas, des Pantanal und des Oberen Paraguay besser geschützt werden, auch wenn der Gesetzestext dies nicht ausdrücklich vermerkt. Stattdessen geht es um die Nachhaltigkeit des Zuckerrohranbaus.  Zu den wichtigsten Normen gehört, dass der Zuckerrohranbau nur noch dann staatlich gefördert werden kann, wenn er nicht mehr ausschließlich durch künstliche Bewässerung und nur noch in bereits für die Landwirtschaft erschlossenen Gegenden erfolgt. Durch diese und andere Direktiven summieren sich die für die Zuckerrohrproduktion nicht staatlich förderbaren Gebiete auf 81,5 Prozent der Landesfläche. Werden die für den Anbau von Zuckerrohr agrobiologisch ungeeigneten Landstriche noch abzogen, verbleiben circa 7,5 Prozent des nationalen Territoriums für die Produktion der Pflanze. Das Dekret wird von Umweltverbänden mehrheitlich positiv aufgenommen. Offen bleibt, ob eine ähnliche Gesetzesinitiative auch für den Sojaanbau vorgesehen ist. Denn derzeit erfolgt der Zuckerrohranbau auf 8,89 Millionen Hektar (etwa 1 Prozent des Landesterritoriums), der Sojaanbau jedoch auf 20,57 Millionen Hektar. Zudem sei vermerkt, dass die mögliche (und staatlich förderbare) Ausweitung des Zuckerrohranbaus um die “verfügbaren” 6,5 Prozent des Landesterritoriums unwiederbringliche Schäden an der Umwelt hinterlassen würde (Bildquelle: Rufino Uribe).


21. September 2009 | Argentinien: Weiterhin lebt ein Viertel der Bevölkerung in Armut | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentiniens Armut bleibt hoch. Im Bild eine Asamblea Interbarrial im Jahr 2001 - Foto: Oriana EliçabeArgentiniens goldene Zeiten sind lang vorbei. Das wird einmal mehr bei der Präsentation der neuen Armutszahlen deutlich. In dem Land, das bis Anfang der 1950er Jahr vom Wohlstandniveau vergleichbar mit Kanada oder Australien war, leben nach Angaben der Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner 23 Prozent der Bevölkerung in Armut. Die Universidad Católica Argentina beziffert in einer Studie die Zahl sogar auf 39 Prozent. Zwar liegt das jetzige Niveau weit unter dem Höchststand von 57 Prozent am Ende der schweren Wirtschaftskrise von 2002. Aber es bewegt sich dennoch weiterhin im Bereich wie vor 10 Jahren. Das heisst, für ein Viertel der Bevölkerung muss dieses Jahrzehnt erneut als ein „verlorenes Jahrzehnt“ angesehen werden. Die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner will nun mit 272 Millionen Euros ein Programm zur Gründung von Kooperativen unterstützen, mit dem bis zu 100.000 Arbeitsplätze entstehen sollen. Ohnehin scheinen viele Hoffnungen auf der Genossenschaftsbewegung wie im Falle Zanon/FASINPAT zu liegen. Selbstinitiative ist angesagt. Denn Slumbewohner wie z.B. die von Villa Itatí beschweren sich immer wieder, dass staatliche Hilfe nie bis zu ihnen gelangt (Bildquelle: Oriana Eliçabe).


20. September 2009 | Ecuador: Militärbasis Manta wieder unter staatlicher Kontrolle | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien

Ecuador_Aussenminister_Falconi_Manta_PresidenciaEcuador.jpgDie Militärbasis von Manta, welche eine ganze Dekade lang unter amerikanischer Kontrolle lag und nach Angaben der USA für die Bekämpfung des Drogenhandels in der Region genutzt wurde, ist nun (18.09.2009) offiziell unter ecuadorianischer Gewalt. Präsident Rafael Correa weigerte sich, eine Verlängerung des Vertrages mit den USA zu unterzeichnen. Gemäß seinen Worten, würde er eher auf die eigene Hand verzichten, als einer Vertragsverlängerung zuzustimmen. Aufgrund dessen waren die USA gezwungen, mögliche Ersatzorte für Manta zu suchen. Da auch Panama die Stationierung von US-Truppen ablehnte, war die Verlagerung der amerikanischen Militärkräfte nach Kolumbien eine mögliche Alternative. Der herzliche Empfang der Truppen durch den kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe wurde in Lateinamerika jedoch stark kritisiert. Laut Fander Falconí, Ecuadors Außenminister, steht die Zurückeroberung von Manta für den Sieg der nationalen Souveränität und des Friedens in der Region. Die Regierung plant jetzt die Basis als Trainingzentrum für Piloten zu nutzen, mit dem Ziel, diese für die Bekämpfung des Drogenhandels und die Überwachung der Grenze auszubilden. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


19. September 2009 | Argentinien: Debatte um neues Kommunikationsgesetz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Schatten über der Pressefreiheit in Argentinien” schrieb die Neue Zürcher Zeitung Anfang der Woche und bediente damit den auch in Argentinien vorrangigen, teils polemischen und schlecht informierten Diskurs über ein neues Kommunikationsgesetz. Der Quetzal nimmt dies zum Anlass, einige Fakten im Bezug auf das Ley de Servicios de Comunicación Audiovisual zu klären, die vor allem im aktuellen Streit zwischen der Regierung von Cristina Fernández und der Mediengruppe Clarín unterzugehen drohen: 1. Das bestehende Kommunikationsgesetz trat unter der Militärdiktatur in Kraft und ordnete sich der Doktrin der nationalen Sicherheit unter. Zwar wurden in den Jahren nach der Rückkehr zur Demokratie Änderungen daran vorgenommen, der repressive Charakter, wie etwa die Unterordnung unter die genannte Doktrin, die Präsenz von Militärs im Direktorium der Kommunikationsbehörde COMFER oder die zentralisierte Entscheidungsmacht des Staatspräsidenten, blieb unangetastet.  2. Die Behauptung, dass die Regierung die Vergabe der Sendelizenzen alle zwei Jahre überprüfen kann, ist stark verkürzt. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass alle zwei Jahre das Maximum einer einzelnen Person/Unternehmen zustehenden Lizenzen überprüft wird. 3. Der Entwurf sieht weiterhin die Partizipation zweier Angehöriger politischer Minderheiten im fünfköpfigen Direktorium der COMFER vor und weist damit mehr Pluralität als der Oppositionsvorschlag auf. 4. Die Behauptung der NZZ, dass “in Zukunft die Frequenzen zu je einem Drittel auf öffentliche Anstalten, auf private Sender und auf nicht gewinnorientierte Nichtregierungsorganisationen aufgeteilt werden” ist falsch. Der Entwurf sieht lediglich die Reservierung eines Drittels des Frequenzspektrums für nicht-kommerzielle Organisationen vor, die sonst nicht mit Medienkonglomeraten wie der Clarín-Gruppe konkurrieren könnten. Die angespannte politische Situation zwischen der Regierung und der Opposition, respektive den privaten Medien wie Clarín wurde u.a. befördert durch die Exportsteuer auf Soja oder den jüngsten “Coup” der einseitigen Kündigung der Fernsehübertragungsrechte der Fußballspiele der ersten Liga – bislang im Besitz des Medienunternehmens TSC, das zur Hälte der Clarín-Gruppe gehört – nach Übereinkommen zwischen Fußballverband und Regierung sowie ihre Übertragung auf den staatlichen Fernsehsender Canal 7.


16. September 2009 | Lateinamerika, Kolumbien, Venezuela: Diskrepanzen auf UNASUR-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika, Noticias Venezuela

Lateinamerika, Kolumbien, Venezuela: Diskrepanzen auf UNASUR-Gipfel, Verteidigungsminister von Kolumbien Gabriel Silva - Foto: Presidencia de la República del EcuadorZu keiner Übereinkunft gelangten gestern auf einem Sicherheitsgipfel die UNASUR–Verteidigungsminister. Ein Konsens kam deshalb nicht zustande, weil Kolumbien keine detaillierten Antworten zum Militärabkommen mit den USA, das die Nutzung von zumindest sieben Militärbasen durch US-Truppen ermöglicht, gab. Kolumbien unterschrieb nicht das Schlussdokument dieses Gipfeltreffens, weil es nicht mit dem Text einverstanden war. Kolumbien forderte, dass die Aufmerksamkeit nicht nur auf das Militärabkommen mit den USA gerichtet wird, sondern auch auf die anderen vorgeschlagenen Themen wie den Kauf von Militärausrüstung in der Region (in Anspielung auf die Vereinbarungen zwischen Venezuela und Russland) und die Präsenz von der FARC in anderen Ländern. Das Treffen in Quito war geprägt durch viele verbale Auseinandersetzung, vor allem zwischen den Beauftragten von Venezuela und den USA. Ausgelöst wurde die Debatte durch eine Erklärung von Hillary Clinton. Sie äußerte sich „besorgt“ wegen des Kaufs von Militärgütern durch die venezolanische Regierung in Russland. Dennoch schlossen weder Bolivien noch Kolumbien die Möglichkeit für ein weiteres Treffen aus, das jedoch von Ecuador abhängt, weil dieses Land derzeit die Präsidentschaft des UNASUR bekleidet (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


13. September 2009 | Guatemala: Parlament verweigert Zustimmung für nationalen Hungersnotstand | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Parlament verweigert Zustimmung für nationalen Hungersnotstand, Präsident Alvaro Colom (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)Letzten Mittwoch (09.09.2009) erklärte der guatemaltekische Präsident Álvaro Colom aufgrund der landesweiten Hungersnöte den nationalen Notstand. Durch diesen Schritt wird die Umschichtung der Haushaltmittel und der Zugriff auf internationale Gelder möglich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bis zu diesem Tag (im Jahr 2009) bereits mehr als 460 Menschen, darunter 54 Kinder, verhungert. Gemäß den offiziellen Zahlen von UNICEF sind knapp ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren unterernährt, circa die Hälte gilt als unterentwickelt – Guatemala weist damit die höchsten Quoten in Lateinamerika auf. Kritiker werfen Colom vor, dass dieser die Hungersituation erst jetzt offiziell anerkannt hat. Für ihn bzw. besonders für seine Frau Sandra Torres, welche als mögliche Nachfolgerin auf das Präsidentenamt gehandelt wird und derzeit Vorsitzende des Rates für sozialen Zusammenhalt ist, gilt die Ausrufung des Notstands als politische Niederlage, denn Torres hatte mit verschiedenen Programmen die Bekämpfung des Hungers und der Armut in den Mittelpunkt gerückt. Trotzdessen hat das Parlament am Donnerstag (10.09.2009) seine Zustimmung zum nationalen Notstand, welcher mit der Einschränkung von Grund- und Presserechten sowie der Bewegungsfreiheit einhergeht, abgelehnt. Kommenden Mittwoch (16.09.2009) muss Colom nun erneut im Parlament für eine Zweidrittelmehrheit werben. Die Ursache für die jetzige Hungersnot ist vielfältig. Zwar gibt es genügend Lebensmittel, jedoch können sich Teile der Bevölkerung diese nicht leisten. Deren Preise haben sich zum einen durch die Nutzung der Anbauflächen für die Herstellung von Biodiesel (Palmöl) und Bioethanol (Zuckerrohr), zum anderen durch die Vernichtung von mehr als einem Drittel der Mais- und Bohnen-Ernte aufgrund des Klimaphänomens “El Niño”, erhöht. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


11. September 2009 | Chile: Abschaffung des “Kupfergesetzes” in greifbarer Nähe | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chiles Präsidentin Bachelet bei der Unterzeichnung einer Gesetzesvorlage zur Neuregelung des Militärbudgets (Foto: Presidencia de la República de Chile)Das seit 1958 existierende “Ley Reservada del Cobre” steht unmittelbar vor seiner Abschaffung. Chiles Präsidentin Michelle Bachelet unterzeichnete am Dienstag eine Gesetzesvorlage zur Abschaffung des überkommenen Reliktes. Ursprünglich zur Besteuerung der Gewinne aus dem Bergbau gedacht, wurde das Gesetz während der Diktatur von Augusto Pinochet (1973-1990) zu einer 10-prozentigen Abgabe der Gewinne des staatlichen Kupferunternehmens CODELCO umgewidmet, mit denen die chilenischen Streitkräfte teilfinanziert wurden. Auch nach der Rückkehr zur Demokratie ab 1990 konnte das Militär mit den Geldern anschaffen was es wollte, da diese nicht aus dem Staatshaushalt flossen und keiner Kontrolle durch das Parlament unterlagen. Das Militär, das fortan nur noch über das Haushaltsbudget finanziert werden soll, signalisierte durch Marineadmiral Edmundo Gonzalez und dem Oberkommandierenden des Heeres, Óscar Izurieta, bereits Zustimmung für den Schritt. Während, so Bachelet, CODELCO von einer Bürde befreit wird, von der man sich eine internationale Neubewertung des Kupferkonzernes verspricht, bedeutet es für die Armee eine größere, da budgetgebundene Planungssicherheit. Zukünftige Militärausgaben, die über einen dreigeteilten Zwölfjahresplan festgelegt werden, könnten damit allerdings transparenter werden und der Kontroll- und Vetomacht des Kongresses im Ganzen unterliegen. Über die Gesetzesvorlage soll in der kommenden Woche im Kongress abgestimmt werden, womit sich Bachelet den Vorgang noch als einen Erfolg ihrer Anfang 2010 auslaufenden Präsidentschaft anrechnen lassen kann. (Foto: Presidencia de la República de Chile)


09. September 2009 | Venezuela, Russland: Chávez auf Einkaufstour | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela, Russland: Chávez auf Einkaufstour - Bildquelle: Presidencia de la República del EcuadorDer Präsident Venezuelas Hugo Chávez ist von Minsk kommend in Moskau eingetroffen. Er will dort mehrere Abkommen in den Bereichen Energie, Finanzen und Militärtechnologie unterzeichnen, darunter eine Vereinbarung zwischen dem russischen Pipelineproduzenten Transneft und der venezolanischen Erdölgesellschaft PDVSA über die Entwicklung der Infrastruktur in der Orinocoregion. Chávez hat Interesse, in Russland Rüstungsgüter zu kaufen, so z.B. Panzer und U-Boote. Unklar ist allerdings die Finanzierung der Waffengeschäfte, da Russland in der gegenwärtigen Krise keine Kredite vergeben möchte. Sergei Prikhodko, der Berater des russischen Präsidenten Medwedew, schloss allerdings die Gewährung von Staatsanleihen zur Finanzierung der Waffenlieferung an Caracas nicht aus. Seit 2005 hat Venezuela Waffen im Wert von 4.000 Millionen Dollar in Russland gekauft. Darüber hinaus wurden zwei Werke errichtet, in denen mit russischer Lizenz Kalaschnikows nebst passender Munition produziert werden. Chávez befindet sich zur Zeit auf einer Reise, in deren Rahmen er  bisher den Iran, Turkmenistan, das Filmfestival in Venedig (zur Vorstellung von Oliver Stones Film „South of the border“) und Weißrussland besucht hat (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


07. September 2009 | El Salvador: Mord an Filmemacher Christian Poveda durch die Maras vor Aufklärung | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador

Die Mara 18 steckt wahrscheinlich hinter dem Mord an Christian Poveda - Bild: Quetzal-Redaktion, sscDer Mord an dem französisch-spanischen Fotografen und Filmemacher Christian Poveda durch die Maras in El Salvador steht offenbar kurz vor der Aufklärung. Zumindest zeigt sich der Vorsitzende der Mordkommission der Nationalpolizei, Marcus Tulio Lima, davon überzeugt, in den nächsten Tagen die Schuldigen festnehmen zu können. Das mögliche Motiv für die Ermordung Povedas am vergangenen Mittwoch ist weiter unklar. Es wird jedoch vermutet, dass die Maras als Hauptdarsteller des Films „La Vida Loca“, der noch in diesem Monat in Frankreich Premiere feiern soll, einen Teil der Erlöse aus den Einnahmen verlangten, was er ablehnte. Poveda, der sich zum Ziel gestellt hatte, mit dieser Dokumentation den Kampf gegen die Gewalt aufzunehmen und für eine bessere Zukunft El Salvadors zu kämpfen, porträtierte während 16 Monaten das Leben von 130 Bandenmitgliedern der Mara 18. Viele von ihnen landeten wegen verschiedener Vergehen in dieser Zeit im Gefängnis oder wurden ermordet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


06. September 2009 | Südamerika: Brasilien als erstes Team für WM 2010 in Südafrika qualifiziert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Lateinamerika

Südamerika: Brasilien nach Sieg gegen Argentinien als erstes Team für WM 2010 in Südafrika qualifiziert, Carlos Dunga und Präsident Lula da Silva (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)Mit einem deutlichen 3:1 Auswärtssieg gegen den Erzfeind Argentinien hat sich Brasilien als erstes Team Südamerikas für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Bereits nach 30 Minuten stand es 2:0 für die “Seleçao”. Zwar konnte die “Albiceleste” in der 65. Minute nochmal auf 1:2 verkürzen, Brasilien konterte jedoch nur zwei Minuten später mit dem 3:1. Durch den Sieg konnte sich Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga auch im direkten Duell der Trainer gegen Diego Maradona duchsetzen. Von dessen Taktik, das Spiel aufgrund der besseren Athmospähre im reinen Fußballstadion in Rosario (gut 40.000 Zuschauer) auszutragen, ließ sich Brasilien jedoch nicht beeindrucken. Maradona setzte seinen Willen dabei gegen den Verbandspräsidenten und die Statistik durch, denn im Nationalstadion “El Monumental” in Buenos Aires wurde bisher nur eines von 45 WM-Qualifikationsspielen verloren. Maradona muß nun sogar um seinen Job fürchten, sollte Argentinien (22 Punkte) das nächste Spiel am 9. September gegen den Drittplazierten der Tabelle, Paraguay (27 Punkte), verlieren. Brasilien führt nun die Tabelle mit 30 Punkten an, gefolgt von Chile mit 27 Punkten. Kolumbien und Ecuador mit je 20 Punkten kämpfen gegen Argentinien um die sichere WM-Qualifikation, denn der Tabellenfünfte muß in die Relagation gegen den Viertplatzierten der nordamerikanischen Concacaf-Gruppe. (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)


04. September 2009 | USA, Kuba: Lockerung von Reisebestimmungen und des Wirtschaftsembargos | Kategorie(n): Noticias Kuba

Kuba, Lockerung der Reisebestimmungen für Exilkubaner, Bildquelle University of Texas at AustinBisher durften Exil-Kubaner nur einmal im Jahr nach Kuba fahren und nur bis zu 1200,00 Dollar pro Jahr an Familienmitglieder auf der Karibikinsel senden. Am Donnerstag gab das Finanzministerium der Vereinigten Staaten bekannt, dass US-Bürger Verwandte in Kuba ab sofort uneingeschränkt besuchen können. Außerdem wurden die Bestimmungen über Geldsendungen nach Kuba geändert. Exil-Kubaner können Ihren Verwandten nun nicht nur soviel Geld senden, wie sie möchten, auch der Kreis an Familienangehörigen, an die Geld gesandt werden darf, wurde erweitert. Darüber hinaus wurde der genehmigte Höchstwert des Inhalts von Paketen nach Kuba verdoppelt, die maximalen täglichen Ausgaben von US-Bürgern bei Besuchen auf Kuba erhöht, sowie die Höchstgrenze von 44 Kilogramm Reisegepäck aufgehoben. Bereits im April hatte US-Präsident Barack Obama die nun in die Tat umgesetzten Maßnahmen angekündigt. Dazu gehörten auch Maßnahmen zur Lockerung des seit 47 Jahren andauernden Wirtschaftsembargos gegen Kuba. Diese betreffen den Bereich der Telekommunikation. US-amerikanische Menschenrechtsorganisationen sowie die Organisation der Exilkubaner begrüßen die Kuba-Politik Barack Obamas, fordern jedoch die vollständige Aufhebung des Wirtschaftsembargos gegen die Karibikinsel. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


03. September 2009 | El Salvador: Fotograf und Filmemacher Christian Poveda ermordet | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador

El Salvador: Fotograf und Filmemacher Christian Poveda ermordetDer französisch-spanische Fotograf und Filmemacher Christian Gregorio Poveda Ruiz wurde am Mittwoch den 2. September 2009 bei Tonacatepeque nahe der Hauptstadt San Salvador mit mehreren Schüssen in seinem Auto getötet. Poveda, der zuletzt die Dokumentation “La Vida Loca” über die Mara 18 gedreht hattte, wurde in einem Gebiet aufgefunden, das von eben jener Mara kontrolliert wird. Nach Aussagen befand er sich auf dem Weg nach La Campanera, um ein paar Fotos aufzunehmen. Über das Motiv konnte die nationale Polizei noch keine Angaben machen. Präsident Funes gab bereits Anweisungen, dass alles Nötige zur Aufklärung des Verbrechens und zur Ergreifung der Täter getan werden solle. Poveda, der auch schon aus Krisengebieten wie Iran, Irak oder Libanon berichtet hatte, war als Fotograf des TIME-Magazins nach El Salvador gekommen. Laut New York Times arbeitete er seit den 1990er Jahren als Dokumentarfilmer und konzentrierte sich dabei auf die salvadoranischen Maras.


02. September 2009 | Kolumbien: Grünes Licht für Uribes Projekt zur Wiederwahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Grünes Licht für Uribes Projekt zur Wiederwahl - Bildquelle: Center for American ProgressNach einer heftigen Debatte verabschiedete das kolumbianische Repräsentantenhaus (Cámara de Representantes) mit 85 Ja-Stimmen gegen 5 Nein-Stimmen das Gesetz zum Referendum, bei dem die Bevölkerung gefragt wird, ob ein Präsident bis zu drei Mal wiedergewählt werden kann. Im Falle der Annahme durch das kolumbianische Volk kann sich Álvaro Uribe für ein drittes Mandat bei den Wahlen im Mai 2010 bewerben. Das Verfassungsgericht (Corte Constitucional) muss jetzt entscheiden, ob für dieses Gesetz auch die rechtmäßigen Voraussetzungen vorliegen (Bildquelle: Center for American Progress).


01. September 2009 | UNASUR: Gipfel berät über US-Basen in Kolumbien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

unasur.jpgAm letzten Wochenende haben sich die zwölf südamerikanischen Staatschefs im argentinischen Wintersportort Bariloche getroffen, um über die Konsequenzen des jüngst zwischen Kolumbien und den USA geschlossenen Militärabkommens zu beraten. Dieses legt u.a. fest, dass die Vereinigten Staaten sieben kolumbianische Militärbasen militärisch nutzen können. Die meisten Staaten der Region sehen darin eine Gefahr für Frieden und Sicherheit auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Lediglich der peruanische Präsident Alan García unterstützte die Position seines kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe, der das Abkommen mit dem Hinweis verteidigte, dass dieses im Kampf gegen Drogenkriminalität und linke Rebellen unverzichtbar sei. Bezeichnender Weise hatte García im Vorfeld des Gipfels der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) versucht, die Diskussion über das Militärabkommen mit Verweis auf die bolivianisch-chilenischen Grenzverhandlungen von der Tagesordnung nehmen zu lassen. Äußerst kritisch wird das Abkommen von den linken Präsidenten Boliviens (Evo Morales), Ecuadors (Rafael Correa) und Venezualas (Hugo Chávez) gesehen, während die Staatsoberhäupter Brasiliens (Luiz Inácio Lula da Silva) und Argentiniens (Cristina Fernández de Kirchner) eine vermittelnde Position einnehmen. Ein eher kurioses Ergebnis des UNASUR-Gipfels besteht darin, dass Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe laut Mitteilung des Präsidialamtes vom Sonntag unmittelbar nach seiner Abreise aus Argentinien an der Schweinegrippe erkrankt ist.


01. September 2009 | Guatemala: Erstmals Verurteilung von hohem Militär wegen Verletzung der Menschenrechte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Erstmals Verurteilung von hohem Militär wegen Verletzung der Menschenrechte - Bildquelle: TeleSURDer Ex-Militärbeauftragte von Guatemala, Felipe Cusanero, wurde gestern zu 150 Jahren Haft wegen dem erzwungenen Verschwindenlassen von sechs Indigenen zwischen 1982 und 1984 in Chimaltenango verurteilt. Damit schuf man einen historischen Präzedenzfall, weil es das erste Mal ist, dass eine Person in Guatemala wegen „erzwungenem Verschwindenlassen“ verurteilt wurde. Nach Schätzungen der guatemaltekischen Kommission zur Aufklärung der Vergangenheit (Wahrheitskommission) verschwanden 45.000 Personen. Für 80 Prozent der Fälle wird die Armee verantwortlich gemacht (Bildquelle: TeleSUR_).


30. August 2009 | Brasilien: Marina Silva bestätigt ihren Beitritt zur Grünen Partei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Marina Silva (Agencia Brasil - Elza_Fiuza) Die Senatorin und ehemalige Umweltministerin Marina Silva trat am Sonntag (30.08.2009) offiziell aus der Arbeiterpartei (PT) aus. Nach fast 30-jähriger Mitgliedschaft in der Partei des amtierenden Präsidenten Lula gab Marina Silva am 19. August 2009 bekannt, dass sie diese verlassen würde. Sie verglich ihren Austritt mit dem Auszug eines Kindes aus dem Elternhaus. Gleichzeitig verneinte sie eine mögliche Auseinandersetzung mit ihrer ehemaligen Kabinettskollegin und möglichen Präsidentsschaftskandidatin der Arbeiterpartei, Dilma Rousseff. Seit Silvas Rücktritt aus dem Umweltministerium war die Feindschaft zwischen beiden Frauen in die Öffentlichkeit gerückt und galt als ein möglicher Grund für den Rücktritt. Mit einer großen Zeremonie in São Paulo wurde sie nun durch die Grüne Partei (PV) empfangen, welche sie als Präsidentschafskandidatin aufstellen möchte. Da Silva bestätigte den Vorschlag bisher nicht und sagte, dass sie sich erst im nächsten Jahr dazu äußern wird. Sie betrachtet ihr Wechsel zur PV als einen neuen Weg und möchte Umweltfragen mit der ökonomischen Entwicklung verbinden. (Bildquelle: Agencia Brasil, Elza Fiuza)


30. August 2009 | Honduras: Zelaya lehnt Vorschlag der de-Facto-Regierung von Micheletti ab | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras

Honduras: Zelaya lehnt Vorschlag der de-Facto-Regierung von Micheletti ab (Bildquelle: teleSUR_)Vergangenen Dienstag (25.08.2009) hat die OAS-Delegation um Generalsekretär José Miguel Insulza und sieben lateinamerikanischen Außenministern Honduras erfolglos verlassen müssen, nachdem es die Putschisten erneut ablehnten, den von Costa Ricas Präsident Óscar Arias ausgearbeiteten “Plan von San José” anzunehmen. Vielmehr unterbreitete Roberto Micheletti den Vorschlag, dass Manuel Zelaya als Privatperson nach Honduras zurückkehren kann, sofern er auf das Präsidentenamt verzichtet. Im Zuge dessen würde auch Micheletti auf das Präsidentenamt verzichten und den Weg für eine dritte Person freimachen. Diesen Vorschlag wies Zelaya jedoch am Freitag (28.08.2009) umgehend mit der Begründung zurück, dass nur das Volk selbst den Präsidenten wählen darf. Unterdessen hat am Samstag (29.09.2009), ohne Zelaya, offiziell der dreimonatige Wahlkampf begonnen. Die kleineren Parteien kündigten bereits den Boykott der Wahlen an. Auch die internationale Gemeinschaft betonte, eine neu gewählte Regierung nicht anerkennen zu wollen. (Bildquelle: teleSUR_)


28. August 2009 | Lateinamerika, Argentinien: Aufgeheizter UNASUR-Gipfel in Bariloche | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika, Argentinien: Aufgeheizter UNASUR-Gipfel in BarilocheDie malerische Umgebung des argentinischen Tourismuszentrums Bariloche dient heute als Kulisse für einen Sondergipfel der Union der Südamerikanischen Nationen (UNASUR). Hauptthema des Treffens der Staatsoberhäupter der 12 Mitgliedsländer wird das aktuelle Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA sein. Die in dem bilateralen Abkommen ausgehandelte Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch US-Streitkräfte hat die politischen Wellen in Lateinamerika zuletzt hochschlagen lassen. Das Abkommen wird von Staatschefs wie Hugo Chávez (Venezuela), Rafael Correa (Ecuador) oder Evo Morales (Bolivien) stark kritisiert und als Bedrohung für den Frieden und die Selbstbestimmung der Region gesehen. Im Vorfeld des Gipfels demonstrierten Menschenrechtsgruppen, Gewerkschafter und Vertreter der indigenen Mapuche gegen das Abkommen. Auf diplomatischem Parkett wollen nun vor allem Brasiliens Präsident Lula da Silva und Gastgeberin Christina Kirchner in Bariloche versuchen, zwischen dem kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe und Hugo Chávez zu vermitteln. Von verschiedenen Seiten wurden bereits Forderungen nach kolumbianischen Garantien – etwa in Form einer diplomatischen Note – geäußert, dass die Stationierung der US-Truppen nur der Drogenbekämpfung im Inneren des Landes diene. Die Bekämpfung der Drogenmafia in der Region wird ein weiteres Thema des Gipfels sein. Diplomatische Spannungen gibt es derzeit auch zwischen Peru und Chile, da der peruanische Präsident Alan García Chile beschuldigte, heimlich mit Bolivien über einen Meereszugang für das seit dem Salpeterkrieg vom Pazifik abgeschnittene Land zu verhandeln. Statt Barack Obama, der eingeladen war, aber abgesagt hat, wird Christopher McMullen, Deputy Assistant Secretary für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre des US-Außenministeriums, am Treffen in Bariloche teilnehmen.


26. August 2009 | Mexiko: Streit um Frida Kahlo | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Streit um Frida Kahlo - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gtMehr als 50 Jahre nach ihrem Tod ist die mexikanische Malerin Frida Kahlo für einen Skandal gut. Auslöser der Auseinandersetzung in der mexikanischen Kunstwelt sind die Antiquare Carlos Noyola und Leticia Fernández aus Monterrey und San Miguel de Allende, die behaupten, über ca. 1.200 Objekte zu verfügen – Gemälde, Zeichnungen, Briefe, Tagebücher, Lotterielose,  Hotelrechnungen und bestickte Blusen –, die Frida Kahlo zugeschrieben werden könnten. Eine Gruppe von Galeristen, Kunsthistorikern, Direktoren von Kunstmuseen und Forschern bezeichnet die Werke in einem Brief als plumpe Fälschungen. Die Kahlo-Expertin Ann-Mary Martin, Unterzeichnerin des Briefes, sagte, die Bilder wirken, als seien sie einem Fleischerhandbuch entnommen. Es gab, so heißt es in dem Brief bereits 2008 einen Katalog aus der Sammlung Noyola mit 75 Werken Kahlos, die allesamt von Experten als falsch bezeichnet wurden. Frida Kahlo ist, ebenso wie ihr Mann Diego Rivera, „künstlerisches Erbe“ der mexikanischen Nation, die Prüfung ihrer Werke unterliegt allein den Experten der Fideikommission der Bank von Mexiko. Deren Direktor hat bereits geeignete Maßnahmen zur Klärung angekündigt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


26. August 2009 | Argentinien: Bauernverbände kündigen Streik an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Bauernverbände kündigen Streik an - Bildquelle: Presidencia de la Nación ArgentinaDie Führer der vier größten Bauernvereinigungen Argentiniens haben gestern einen siebentägigen Proteststreiks gegen die Agrarpolitik der Regierung von Cristina Fernández de Kirchner angekündigt. Der Verkauf von Feldfrüchten und Fleischprodukten soll für eine Woche eingestellt werden. Die Bauern verlangen von der Regierung eine Senkung der Exportsteuern für Getreide, vor allem für Sojabohnen. Argentinien ist nach den USA und Brasilien der drittgrößte Sojaexporteur von in der Welt, die Bauern hoffen auf einen größeren Anteil am Geschäft mit China, das verstärkt Sojaprodukte nachfragt. Darüber hinaus werden Forderungen auf Steuersenkungen für die Landwirte erhoben, denen wegen einer Dürre Einkommenseinbußen von bis zu 50% drohen. Die Regierung lehnt diese ab. Die Proteste sollen sich auf die Verkaufsstopps beschränken, Straßensperren, wie bei dem viermonatigen Streik im letzten Jahr – so die Bauernführer auf einer Pressekonferenz – sind vorerst nicht geplant (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


24. August 2009 | Peru: Mine frisst Cerro de Pasco, die höchste Stadt der Welt, von innen auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Bergbau in Peru: Cerro de Pasco - Foto: sscDie Minengesellschaft Volcan hat heute einen Plan veröffentlicht, nach dem sie beabsichtigt, die existierende Mine in Cerro de Pasco um 11,4 Hektar zu erweitern. Das Problem: Der auf 4300 Meter ü. NN gelegene, 140 Hektar umfassende Tagebau befindet sich praktisch im Zentrum der Stadt. Die Erweiterung nach Plan L sieht deshalb vor, in den nächsten zwei Jahren nicht nur Wohnhäuser, Schulen und eine Polizeistation zu zerstören, sondern auch den Hauptplatz und die Kirche, die unter nationalem Denkmalschutz stehen. Die 80.000 Einwohner der Stadt,die durch die Bergbauaktivitäten zu den kontaminiertesten Gebieten weltweit zählt, leisten nur bedingt Widerstand, da das gesamte wirtschaftliche Leben von der Mine abhängt. Größter Streitpunkt sind die Kosten. Volcan besteht darauf, dass die peruanische Regierung für die fälligen Umsiedlungen aufkommen müsse. Cerro de Pasco wurde 1578 als Bergbau-Siedlung gegründet. Durch die reichen Silbervorkommen erlangte es im 17. Jahrhundert ähnliche Bedeutung wie das bolivianische Potosí (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


24. August 2009 | Mexiko, Peru, Südamerika: „El Niño“ bringt Trockenheit in Mexiko und Überschwemmungen in Südamerika | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Peru

El Niño“ bringt Trockenheit in Mexiko und Überschwemmungen in Südamerika - Karte: NCEP„El Niño“, das nicht-zyklische Klimaphänomen im Pazifik, kündigt bereits jetzt an, dieses Jahr wieder einzutreten – mit gravierenden Folgen für ganz Südamerika. Die eigentlich erst um die Weihnachtszeit auftretende Anomalie führt zur Abschwächung des Humboldt-Stromes vor Peru und in Folge dessen zu einer Umkehrung der Meeresströmung im Pazifik. Statt nach Westen strömt warmes Oberflächenwasser auf Höhe des Äquators von Südostasien nach Südamerika. Dadurch ändern sich mehr als die Hälfte der globalen Wettermuster. Für den südamerikanischen Kontinent bedeutet dies zum Beispiel Trockenheit für die Amazonas-Region bei gleichzeitig starken Überschwemmungen entlang der westlichen Küste. Mexiko, das durch das „Christkind“ im Dezember von starken Wirbelstürmen heimgesucht werden kann, leidet jedoch schon jetzt unter „El Niño“. Wie der Nationale Meteorologische Dienst heute bekannt gab, sucht das Land die größte Trockenheit seit 60 Jahren heim. Es wird geschätzt, dass die Landwirte ein Drittel ihrer Produktion verlieren. In Peru bereiten sich hingegen die Fischer auf schwierige Zeiten vor. Durch das Absterben des Planktons im Humboldt-Strom verlieren die Fische ihre Nahrungsgrundlage und wandern ab (Karte: National Centers for Environmental Prediction, NCEP).


23. August 2009 | Kolumbien, Venezuela: Chávez droht mit Import-Boykott für Produkte aus Kolumbien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Venezuela

Kolumbien, Venezuela: Chávez droht mit Import-Boykott für Produkte aus Kolumbien (Bildquelle: University of Texas at Austin)Im Streit um die Nutzung kolumbianischer Militärstützpunkte durch das US-Militär hat Venezuelas Handelsminister Eduardo Saman Kolumbien gemahnt (20.08.09), dies binnnen eines Jahres zu korrigieren. Sollte dies nicht geschehen, könnte man binnen dieser 12 Monate fast die gesamten Importe aus dem Nachbarland ersetzen. Nahrungsmittel, langlebige Konsumgüter sowie Produkte der chemischen Industrie werden dann aus Argentinien oder Brasilien importiert. Bereits nach dem Unarsur-Gipfel (10.08.09) hatten Chávez und die argentinische Präsidentin Christina Kirchner ein Abkommen unterzeichnet, wonach Venezuela nun jährlich 10.000 Autos von Argentinien anstatt von Kolumbien kauft. Der Drohung eines Import-Boykotts geht jedoch gleichzeitig ein Rekordjahr des bilateralen Handels voraus, denn 2008 stieg das Handelsvolumen auf ca. sieben Millarden US-Dollar. Venezuela müsste dann insgesamt 15 Prozent seiner Importe diversifizieren, wohingegen Kolumbien bis zu 16,2 Prozent seiner Exporte verlieren könnte. Gleichzeitig hat Chávez nach dem Unasur-Treffen angekündigt, Kolumbien künftig kein Öl mehr zu Vorzugskonditionen liefern zu wollen. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


21. August 2009 | Brasilien, Kolumbien: Gipfel zu Militärpakt USA-Kolumbien gefordert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Kolumbien

Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva ist gegen die Stationierung von US-Truppen in Kolumbien - Foto: AgenciaBrasil, Jose CruzDer brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat heute in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama ein Gipfeltreffen mit lateinamerikanischen Staaten vorgeschlagen, um das umstrittene Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien gemeinsam zu erörtern. Wie vom Außenministerium Brasiliens mitgeteilt wurde, habe Lula erneut verbindliche Garantien dafür verlangt, dass die Operationen der US-Truppen auf die kolumbianischen Militärstützpunkte begrenzt bleiben sollten. Nach Angaben von Frank Mora, Deputy Assistant Secretary of Defense for Western Hemisphere Affairs, haben die USA rund 250 Soldaten in Kolumbien stationiert. Nachdem Ecuador die weitere Stationierung von US-Truppen untersagt hatte, könnte das US-Kontingent in Kolumbien auf 400 Mann aufgestockt werden. Das Abkommen zwischen den USA und Kolumbien, das Ende des Monats vertraglich besiegelt werden soll, sieht die Nutzung von sieben Militärbasen durch die US-Streitkräfte für die nächsten zehn Jahre vor. Es wird vor allem von Venezuela, Ecuador, Bolivien und Brasilien heftig kritisiert (Bildquelle: Agencia Brasil, José Cruz).


20. August 2009 | Kolumbien: Referendum über Verfassungsänderung zur Verlängerung der Amtszeit Uribes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Referendum über Verfassungsänderung zur Verlängerung der Amtszeit Uribes (Bildquelle: Center for American Progress)Der kolumbianische Senat hat fast einstimmig einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der ein Referendum über eine Verfassungsänderung vorsieht. Die Kolombianer sollen gefragt werden, ob sie damit einverstanden sind, die Verfassung so zu ändern, dass ihr aktueller Präsident, Álvaro Uribe, ein drittes Mal bei den Präsidentschaftswahlen kandidieren kann. Man geht davon aus, dass auch der Kongress den Gesetzesentwurf in einer Abstimmung am kommenden Dienstag befürwortet. Danach müsste nur noch das Verfassungsgericht grünes Licht für das Gesetz geben. Jedoch selbst wenn das Gesetz beschlossen wird und sich die Mehrheit der Wähler in einem Referendum für die Verfassungsänderung ausspricht, könnte eine dritte Kandidatur Uribes noch scheitern. 7,4 Millionen Personen – ein Viertel der Wahlberechtigten Kolumbiens – müssten am Referendum teilnehmen, um eine Verfassungsänderung zu ermöglichen. Laut Senator, Gustavo Petro, von der Oppositionspartei Polo Democrático Alternativo ist es Uribe bisher bei keiner Wahl gelungen, soviele Kolumbianer zum Wählen zu bewegen. (Bildquelle: Center for American Progress)


19. August 2009 | Honduras, Argentinien, Peru: Honduras bricht diplomatische Beziehungen mit Argentinien ab. Zelaya in Lima | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Honduras, Noticias Peru

Honduras, Argentinien, Peru: Honduras bricht diplomatische Beziehungen mit Argentinien ab. Zelaya in Lima (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz)Als Antwort auf die Ausweisung der Botschafterin in Argentinien hat gestern das honduranische De-Facto-Regime von Roberto Micheletti den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit diesem Staat bekannt gegeben. Das Außenministerium von Honduras informierte, dass es ab jetzt die Beziehungen mit Buenos Aires über den Umweg der israelischen Botschaft in Argentinien unterhalten werde. Am 13. August wurde die honduranische Botschafterin Carmen Eleanora Ortez Williams von Argentinien wegen ihrer Unterstützung der Micheletti-Regierung ausgewiesen. In der Zwischenzeit ist heute der abgesetzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, in Lima unter starken Sicherheitsvorkehrungen für ein Treffen mit dem peruanischen Präsidenten Alan García angekommen. Zelaya sucht eine regionale Koalition nach seinem Sturz am 28. Juni diesen Jahres durch Micheletti. (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz).


16. August 2009 | Haiti: Rückgabe von Duvalier-Geldern durch die Schweiz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti

Haiti: Rückgabe von Duvalier-Geldern durch die SchweizGemäß dem Entscheid der II. Beschwerdekammmer des Bundesstrafgerichts im schweizerischen Bellinzona (Urteil RR.2009.94 vom 12.8.2009) sollen die die seit 2002 blockierten Gelder von Ex-Diktator Jean-Claude Duvalier nun an Haiti zurückgegeben werden. Bereits im Jahr 1986, als Duvalier durch einen Volksaufstand ins Exil nach Europa geflüchtet war, reichte Haiti ein Rechtshilfegesuch an die Schweiz ein, welches im Mai 2008 nochmals ergänzt wurde. Am 11. Februar 2009 wurde schließlich durch das Bundesamt für Justiz (BJ) die Freigabe der Gelder in Höhe von rund sieben Millionen Schweizer Franken angeordnet. Daraufhin erhob eine in Liechtenstein ansässige Stiftung des kriminellen Duvalier-Clans Beschwerde, welche jedoch mit dem jetzigen Urteil abgewiesen wurde, da kein einziger Beweis über die legale Herkunft der Gelder erbracht werden konnte. Der Entscheid ist rechtsgültig, sofern dieser nicht innerhalb von zehn Tagen beim Bundesgericht in Lausanne angefochten wird. Nach früheren Angaben sollen die Gelder an Hilfsorganisationen weitergeleitet werden. Parallel läuft zudem gegen Jean-Claude Duvalier, der heute in Paris lebt, in Haiti ein Strafverfahren wegen der Veruntreuung von circa. 100 Millionen US-Dollar. Jean-Claude Duvalier, auch “Baby Doc” genannt, hatte sich nach dem Tod seines Vaters François Duvalier (ein ehemaliger Arzt der als “Papa Doc” 1957 auf Haiti eine Familiendiktatur errichtete) im Jahr 1971, wie dieser zuvor, als Präsident auf Lebenszeit ausgerufen.


14. August 2009 | Lateinamerika: Aktuelle Daten der WHO zur Schweinegrippe in der Region | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Aktuelle Daten der WHO zur Schweinegrippe in der Region (Grafik: WHO)Nach aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 6./7. August stammen von den weltweit bisher 1.462 H1N1-Toten 846 aus Lateinamerika. Das entspricht 57,8 Prozent der Gesamtzahl der global bekannten Todesfälle. Das WHO-Regionalbüro für die Amerikas gibt die Zahl der Toten für den gesamten Doppelkontinent mit 1.274 an, wovon die meisten mit 353 auf die USA, 338 auf Argentinien und 146 auf Mexiko entfallen. Besonders Argentinien und Brasilien verzeichneten eine hohe Anzahl bei den jünsgten Todesfällen seit 31. Juli 2009 (Argentinien: 95, Brasilien: 62). Bekannte Todesfälle gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt in Nord- und Südamerika in 20 Staaten (Lateinamerika: 15 Staaten). Bis jetzt haben 22 Länder der gesamten Hemisphäre eine weite geographische Verbreitung (>50 % Prozent der Vewaltungseinheiten des Landes) des Virus in ihren Territorien konstatiert, zuletzt kamen Kolumbien, Panama und St. Lucia hinzu. In etlichen Ländern wurde die Zunahme der Fälle und der Intensität von Atemwegserkrankungen festgestellt, bisher gab allerdings noch keine Nation schwerwiegende Beeinträchtigungen ihres Gesundheitssystems bekannt. Die WHO rät momentan auch noch nicht zu Einschränkungen im Tourismus oder zu Grenzschließungen. (Bildquelle: World Health Organization).


12. August 2009 | Costa Rica: Schweinegrippe greift nach der Macht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Schweinegrippe greift nach der Macht - Bildquelle: Soylent NetworkÓscar Arias, Präsident Costa Ricas und Friedensnobelpreisträger von 1987, hat sich mit dem H1N1-Virus infiziert. Wie Francisco Antonio Pacheco, Präsident der gesetzgebenden Versammlung mitteilte, hatte sich der Präsident erkältet und deshalb in ärztliche Behandlung begeben. Bei der Untersuchung wurde die sogenannte Nordamerikanische Grippe diagnostiziert. Dem 68-Jährigen Arias, der Asthmatiker ist, gehe es gut, er werde aber in den nächsten Tagen in seinem Haus unter Quarantäne gestellt. Der H1N1-Virus kursiert zur Zeit überall in der Hauptstadtregion des Landes, deshalb sei es unmöglich festzustellen, wo sich Arias angesteckt habe. Óscar Arias ist weltweit der erste Regierungschef, der an der neuen Grippe erkrankt ist (Bildquelle: Soylent-Network.com, Dirk Gießelmann)


12. August 2009 | Venezuela, Argentinien: Venezuela kauft jetzt in Argentinien ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Venezuela

Venezuelas Präsident Hugo Chávez und die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner - Foto: Presidencia de Argentina

Argentinische Geschäftsleute sind Nutznießer der bilateralen Krisen zwischen Venezuela und Kolumbien. Nachdem Venezuelas Präsident Huga Chávez am 28. Juli die diplomatischen und kommerziellen Beziehungen zu dem Nachbarland eingefroren hatte, kündigte die Regierung in Caracas nun an, Venezuela werde die Waren, die das Land bisher aus Kolumbien eingeführt habe, aus Argentinien beziehen: von Lebensmitteln über Maschinen bis zum Shampoo. Die erste Transaktion wurde am Montag, im Vorfeld eines Besuchs der argentinischen Präsidentin Kirchner in Caracas beschlossen: Venezuela kauft jetzt in Argentinien die 10.000 LKWs, PKWs und Busse, die Kolumbien jährlich lieferte. Gestern unterzeichneten Cristina Kirchner und Hugo Chávez in Anwesenheit von Industriellen aus beiden Ländern insgesamt 20 Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in den Bereichen Automobilindustrie, Technologie und Agrarindustrie. Die Vereinbarungen bewegen sich in einem Finanzrahmen von 1,1 Milliarden US-Dollar. Am Sonntag kündigte Chávez in seiner Fernsehsendung „Aló Presidente“ an, Venezuela werde die Gaslieferungen zu Vorzugskonditionen an die kolumbianischen Departamentos La Guajira und Norte de Santander suspendieren (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


12. August 2009 | Honduras, Spanien: Militärabkommen suspendiert | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras

Honduras Präsident Manuel Zelaya - Foto: OAS, Juan Manuel HerreraDie spanische Regierung hat ein Militärabkommen mit Honduras wegen des Putsches gegen Präsident Zelaya vorläufig aufgehoben. Das Abkommen vom März sah vor, 51 honduranische Militärs in das spanische Kontingent für die UNO-Friedensmission im Libanon einzubeziehen. Nach einer Schulungsphase in Spanien kehren die Militärs aus Honduras jetzt in ihr Land zurück, ohne einen Fuß auf libanesischen Boden gesetzt zu haben. Wie aus dem spanischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung verlautet, vertritt die Regierung die Meinung, dass Honduras zur Zeit nicht demokratisch legitimiert sei (Bildquelle: Organization of American States, Juan Manuel Herrera).


11. August 2009 | Honduras: Massenproteste gegen Putschregierung | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras

Honduras: Massenproteste gegen Putschregierung (Karte: University of Texas at Austin)Die Nationale Widerstandsfront gegen den Staatsstreich in Honduras zog eine erste Bilanz der von ihr in den letzten Tagen organisierten Protestmärsche. Vor 40.000 Menschen, die sich in der Hauptstadt Tegucigalpa versammelt hatten, forderten die Führer der Widerstandsfront die Wiedereinsetzung Zelayas in sein verfassungsmäßiges Amt und die Einberufung einer Verfassunggebenden Versammlung. In San Pedro Sula trafen sich zur selben Zeit zwei Marschkolonnen zu einer gemeinsamen Protestaktion, die insgesamt über 10.000 Demonstranten vereinte. Aus den Departements Colón und Atlántida waren über 5.000 in die Wirtschaftsmetropole des Landes marschiert, während ca. 8.000 aus den Departements Ocotepeque, Lempira, Copán und Santa Barbara kamen. Die landesweiten Märsche und Demonstrationen fanden nicht nur die Unterstützung der örtlichen Bevölkerung, sondern auch der internationalen Öffentlichkeit. Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Pressekonferenz in Tegucigalpa, auf der Xiomara de Zelaya und Hortencia Zelaya, Ehefrau und Tochter des gestürzten Präsidenten, das Wort ergriffen und zu dessen Unterstützung aufriefen. Die Putschregierung von Micheletti reagierte auf die Proteste mit einem massiven Polizei- und Militäraufgebot. Zahlreiche Protestierende wurden verhaftet. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


10. August 2009 | Lateinamerika: Ecuador übernimmt die Präsidentschaft im UNASUR | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien

Lateinamerika: Ecuador übernimmt die Präsidentschaft im UNASURDer ecuadorianische Präsident Rafael Correa übernimmt heute die Präsidentschaft in der Unión de Naciones Suramericanas (UNASUR, Union der Südamerikanischen Staaten). Das Paradoxe daran: Es war Correa, der im Oktober letzten Jahres die Gründung der UNASUR am 23.05.2008 als einen “strategischen Fehler” bezeichnet hatte, weil sämtliche Entscheidungen nur im Konsens getroffen werden können. Seit dem Angriff Kolumbiens auf ein Lager der FARC, das sich auf ecuadorianischem Territorium befand, liegen seit März 2009 die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten auf Eis; ein Konsens innerhalb der UNASUR ist damit in noch weitere Ferne gerückt. Der kolumbianische Vizepräsident, Francisco Santos, sprach in der vergangenen Woche sogar schon davon, dass die Übernahme der Präsidentschaft im UNASUR durch Ecuador das Ende der Organisation bedeuten könnte. Die UNASUR, dessen Vorsitz zuletzt Chile innehatte, kann bisher als Erfolge die Intervention in die interne Krise von Bolivien im September 2008 und die Gründung von drei Räten, nämlich einen Energie-, einen Gesundheits- und einen Gemeinsamen Verteidigungsrat, aufweisen (Bildquelle: Public Domain).


09. August 2009 | Honduras: OAS Besuch wird abgesagt | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras

José Insulza (Bild: OAS)Die de-facto Regierung von Honduras sagte den für Dienstag (11.08.2009) geplanten Besuch eines OAS-Komitees ab. Als Grund wurde angegeben, dass die Präsenz von OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza nicht erwünscht sei, da dieser wegen seiner “fehlenden Objektivität, Neutralität und Professionalität” von dem derzeitigen Präsidenten, Roberto Micheletti, kritisiert wird. Die Delegation bestand zudem aus Repräsentanten anderer Länder, wie z.B. Argentinien, Mexiko und Kanada, die Druck auf Micheletti ausüben wollten, damit er das Abkommen von San José unterzeichnet. Dieser vom costarikanischen Präsidenten Oscar Arias vorgeschlagene Plan sieht vor, dass der ehemalige Präsident Manuel Zelaya in sein Amt zurückkehren und eine Koalitionsregierung bilden sollte. Der Vorschlag wurde von der neuen Regierung als “unmöglich” bezeichnet, trotzdem schlug Micheletti einen neuen Termin für ein Besuch des Komitees ohne Insulza vor. (Bildquelle: Organization of American States)


08. August 2009 | Bolivien: Vorbereitung auf die Wahlen am 6. Dezember 2009 | Kategorie(n): Bolivien Tagebuch, Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Vorbereitung auf die Wahlen am 6. Dezember, Bildquelle: University of Texas at AustinSeit erstem August werden die Wähler Boliviens in einem neuen, biometrischen Wahlregister erfasst, dass das bestehende bereits bei den Wahlen am 6. Dezember 2009 ersetzen soll. 75 Tage sind vorgesehen, um die Abdrücke aller Finger, ein Foto und die Unterschrift von circa 3,8 Millionen Personen zu registrieren. Der Wahlgerichtshof steht bei der Erfassung der Daten enorm unter Zeitdruck. Eigentlich hätte das neue Wahlregister erst nächstes Jahr eingeführt werden sollen. Die Opposition bestand jedoch darauf, den Vorgang vorzuziehen, so dass die Präsidentschaftswahlen im Dezember dieses Jahres bereits mit dem neuen Wahlregister erfolgen. Sollte die Erfassung der biometrischen Daten aller Wähler nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, könnte das zur Verzögerung der Wahlen führen. Denn der Gesetzesvorschlag des MAS, im Notfall bei den Wahlen im Dezember noch einmal auf das alte Wahlregister zurückzugreifen, wurde von der Opposition als absolut untragbar abgewiesen. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


05. August 2009 | Kolumbien, Südamerika: heftige Debatte über die Nutzung von Militär-Basen durch US-Truppen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

Kolumbien, Südamerika: heftige Debatte über die Nutzung von Militär-Basen durch US-Truppen - Bildquelle: Center for American ProgressDie Nutzung von sieben kolumbianischen Militär-Basen durch US-Truppen hat in der südamerikanischen Region heftige Debatten entzündet, nachdem der kolumbianische General Freddy Padilla dies gestern in einer Sitzung in Cartagena bestätigte. Demnach betrifft die Übereinkunft drei Basen der Luftwaffe, zwei der Marine und zwei des Heeres. Angesichts dieser Tatsache äußerten sich Brasilien und Chile besorgt. Venezuela entschied sich sogar für die Aufhebung der diplomatischen Beziehungen mit Kolumbien und zog seine Botschafter und fast sein gesamtes diplomatisches Personal aufgrund der Bedrohung der Sicherheit in der Region zurück. Aufgrund der derzeitigen Situation begann der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe eine kurze Rundreise durch Südamerika, unter anderem in die Länder Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay, Perú und Uruguay. Venezuela und Ecuador wurden hingegen ausgeschlossen. Ecuador brach die diplomatischen Beziehungen mit Kolumbien im März 2008 ab. Auf der Rundreise werden u.a. die Themen Terrorismus in Kolumbien und seine Risiken besprochen. Somit greift Uribe der Sitzung der UNASUR am 10. August vor, wo der erwähnte Aspekt – die Nutzung von Basen in Kolumbien durch US-Truppen – möglicherweise behandelt wird. (Bildquelle: Center for American Progress)


05. August 2009 | Kolumbien: Das ungelöste Flüchtlingsproblem | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Das ungelöste Flüchtlingsproblem (Bildquelle: Centro de Medios Independientes de Colombia, Interfoto)Die kolumbianischen Behörden haben am Freitag (31.7.2009) den Bewohnern der Zeltstadt, in der mehr als 2000 Flüchtlingen im Herzen der Hauptstadt Bogotá die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit suchen, ein makaberes Angebot unterbreitet: Wer das Flüchtlingscamp freiwillig verlasse, dem werde entsprechende staatliche Unterstützung zuteil. Dahinter steht die Absicht, das Flüchtlingsproblem unter den Teppich zu kehren und von der nach wie vor bestehenden Unsicherheit vor allem in den ländlichen Gebieten abzulenken. Immerhin lag Kolumbien nach UN-Angaben mit mehr als drei Millionen Binnenflüchtlingen im vergangenen Jahr noch vor dem Irak und dem Sudan. Die Menschenrechtsorganisation CODHES hat Zahlen vorgelegt, die belegen, dass 2008 mehr als 56.000 Flüchtlinge Zuflucht in der Hauptstadt gesucht haben. Das war die größte Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen vor zehn Jahren. Landesweit registrierte die Organisation eine Zunahme von 24,5 Prozent an neuen Flüchtlingen. Obwohl ein Gesetz aus dem Jahre 1997 den Opfern von Vertreibung das Recht auf Lebensmittel, Bildung und Arbeit garantiert, fehlen den Behörden schlicht die Mittel dazu. Auch das Verfassungsgericht hat mehrfach beklagt, dass die Maßnahmen des Staates nicht ausreichten. Ein vom Gericht bestellter Gutachter geht von einem Bedarf von umgerechnet rund 18 Milliarden Euro aus, um die kolumbianischen Binnenflüchtlinge einigermaßen zu entschädigen. Für die Bewohner der Zeltstadt ist all das Grund genug, weiterhin die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das ungelöste Flüchtlings- und Sicherheitsproblem zu lenken. Denn nur dann können sie sich auch selbst halbwegs sicher fühlen. (Bildquelle: Centro de Medios Independientes de Colombia, Interfoto)


02. August 2009 | Honduras: Gewalt gegen Demonstranten, Entzug von Diplomaten-Visa, Aufbau friedlicher Volksarmee | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua

Honduras: Gewalt gegen Demonstranten, Entzug von Diplomaten-Visa und Aufbau einer friedlichen Volksarmee (Bildquelle: University of Texas at Austin)Nachdem die De-facto Regierung eine von Anhängern des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya organisierte Demonstration am Donnerstag (30.07.09) gewaltsam auflöste, erlag der Lehrer Roger Vallejos seinen schweren Verletzungen. Die Demonstranten versuchen durch die Besetzung von wichtigen Verkehrsverbindungen den Druck auf die Putschisten zu erhöhen. Die international nicht anerkannte Interimsregierung gerät diplomatisch hingegen weiter unter Druck. Bereits am Dienstag (28.07.09) hatten die USA ohne Angabe der Identität vier Mitgliedern der Putschregierung die Einreiseerlaubnis entzogen. Später wurde bekannt, dass es sich um den Verteidigungsminister Adolfo Lionel Sevilla, den Parlamentspräsidenten Jose Alfredo Saavedra, den Obersten Richter Tomás Arita und den Menschenrechtsbeauftragten Ramón Abad Custodio handelte. Auch die Europäische Union will nun ihre Mitgliedsländer dazu auffordern, keine Diplomaten-Visa mehr auszustellen, um so die politischen Kontakte der Putschisten einzuschränken. Eine rechtlich bindende Vereinbarung gibt es jedoch nicht. Am Freitag betonte der De-facto Präsident Roberto Micheletti nochmals, dass sich Honduras dem internationalen Druck nicht beugen werde. Durch die gesicherte Lebensmittelversorgung (Getreide) bis Februar / März könne man notfalls auch bei der Verhängung von Wirtschaftssanktionen in der Isolation ausharren. Unterdessen gab Zelaya bekannt (30.07.09), dass auf den Bauernhöfen in der Umgebung der nicaraguanischen Stadt Ocotal mit dem Aufbau und der Ausbildung einer “friedlichen Volksarmee, die Honduras zur Verteidigung seiner Rechte braucht” begonnen werde. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


29. Juli 2009 | Venezuela, Kolumbien: Venezolanischer Botschafter aus Kolumbien zurückgerufen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Venezuela

Venezuela, Kolumbien: Venezolanischer Botschafter aus Kolumbien zurückgerufen - Bildquelle: Presidencia de la República del EcuadorVenezuelas Präsident Hugo Chávez hat Gustavo Márquez, den Botschafter des Landes in Kolumbien, zurückgerufen und die diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarn eingefroren. Chávez begründete diesen Schritt mit dem Vorwurf seitens Kolumbiens, Venezuela hätte Waffen an die FARC geliefert. Die kolumbianische Zeitung Semana hatte berichtet, dass in einem Lager der  FARC Raketenwerfer AT-4 aus schwedischer Produktion gefunden wurden. Schweden hat gestern bestätigt, dass diese Waffen Ende der 80er Jahre an Venezuela geliefert worden waren und von der venezolanischen Regierung Auskunft darüber verlangt, wie die Waffen in die Hände der Guerilleros gelangten. Hugo Chávez wies die kolumbianischen Vorwürfe zurück und verwies darauf, dass es keinen Bewies für diese Anschuldigungen gebe. Der Außenminister Venezuelas, Nicolás Maduro, erklärte, Kolumbien versuche mit diesen Vorwürfen, seine Nachbarn für die militärischen Konflikte im eigenen Land verantwortlich zu machen. Die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern hatten sich in den letzten Wochen weiter verschlechtert, nachdem Kolumbiens Präsident Uribe angekündigt hatte, das Land prüfe die Möglichkeit, den USA die Nutzung von kolumbianischen Militärstützpunkten zu erlauben. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


29. Juli 2009 | Haiti, USA: Flüchtlingsboot gekentert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti

In der Nähe der Turks- und Caicos-Inseln ist ein Boot mit etwa 200 haitianischen Flüchtlingen gekentert und gesunken. Das Unglück ereignete sich vermutlich am Montagnachmittag, nachdem das völlig überfüllte Boot auf das Molasses-Riff aufgelaufen war. Die Turks- und Caicos-Inseln, die zu Großbritannien gehören, liegen etwa 160 km nördlich von Haiti. Die US-Küstenwache und die Seepatrouille der Turks und Caicos konnten bisher 113 Überlebende und 15 Leichen bergen. Mehr als 65 Immigranten werden weiterhin vermisst. Die Chancen, die Vermissten lebend zu bergen sind gering, da das Boot in einer Gegend kenterte, in der es viele Haie gibt. Immer wieder versuchen Menschen in Haiti, das als ärmstes Land Amerikas gilt, der Armut zu entfliehen und in die USA zu gelangen. Für die Überfahrt auf den meist völlig überladenen Booten müssten Berichten zufolge 2.000 bis 4.000 US-Dollar bezahlt werden. Erst im Mai waren neun Menschen vor Florida ertrunken, nachdem ihr Boot gesunken war.


Seite 18 von 30« Erste...14151617181920212223...30...Letzte »

top