lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Lateinamerika

18. April 2011 | Kuba: „Winds of Change” in Kuba? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Havanna (Foto: aidutxi18)Kuba feierte am Samstag nicht nur den 50. Jahrestag des Sieges über die US-Invasion in der Schweinebucht mit einer großen Militärparade, sondern hielt gleichzeitig auch den VI. Kongress der Partido Comunista de Cuba (PCC) ab. Darin sollten weitere Weichenstellungen für die zukünftige ökonomische und politische Ausrichtung des Landes getroffen werden. In politischer Hinsicht kritisierte Kubas Präsident Raul Castro in seiner Rede die Verkrustung der politischen Partei- und Staatsführung. Alle hohen Positionen seien mehr oder weniger mit alten Veteranen der ersten Stunde besetzt. Die PCC habe es versäumt, so Castro weiter, in den letzten Jahren ausreichend Nachwuchs auszubilden, und schlug eine begrenzte Amtszeit für die Funktionäre vor. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Neuorientierung wurde der Weg für eine weitere sanfte Öffnung hin zur Privatwirtschaft eingeschlagen. Es wurde neben der Vergabe von Lizenzen für private Berufe eine Landvergabe von bisher brachliegendem staatlichem Besitz und eine selbstständige Kreditvergabe für Banken beschlossen. Als neue Richtung für die kubanische Revolution im 21. Jahrhundert soll daher ein „asiatischer Weg“ (Sozialismus und Marktwirtschaft) anvisiert werden. Offen bleibt aber neben den ökonomischen Schwierigkeiten für das Einschlagen eines asiatischen Weges der politische Verjüngungsprozess der PCC: Obwohl sie eigentlich über ausreichend potentiellen Nachwuchs in Jugend- und Studentenorganisationen verfügt, hat es die PCC bisher nicht geschafft, neue junge politische Kräfte heranzuziehen. Dies mag neben parteistrukturellen Gründen und vermehrtem jugendlichen Desinteresse für kubanische Revolution v. a. vermutlich an der Angst vor Erneuerung und Wandel im Politbüro liegen. (Bildquelle: aidutxi18)


14. April 2011 | Mexiko: Bergbaukonzern bedroht Wirikuta, das heilige Land der Huicholes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Kanadischer Bergbaukonzern bedroht Huicholes-Reservat. Foto: Quetzal-Redaktion, mkMexiko ist ein Land, das sich aus verschiedenen Völkern bzw. Kulturen zusammensetzt. Es werden über 40 verschiedene Sprachen gesprochen. Die Identität Mexikos ist von Pluralismus geprägt. In den offiziellen Diskursen kommt an aller erster Stelle die Urbevölkerung als Symbol der Nation. Mit diesen Diskursen betreibt Mexiko eine Doppelmoral. Auf der einen Seite ist die Urbevölkerung Kernstück des Landes, aber auf der anderen Seite wird ihre Lebensweise mit geringer Anerkennung behandelt, z. B. leben die Raramuris im Norden in extremer Armut genau wie die verschiedenen Völker im Süden. Im Zentrum des Landes leben die Huicholes und die heilige Region der Huicholes wird zur Zeit von der Regierung und einem internationalen kanadischen Konzern bedroht. Der kanadische Konzern First Majestic Silver hat von der mexikanischen Regierung eine Genehmigung für den Abbau von Silber, Uran und Gold auf einem Gebiet von 6000 Hektar erhalten. Für die Genehmigung hat der Konzern 3 Millionen Dollar bezahlt. Der Abbau soll das Naturreservat in einen Tagebau umwandeln. Die Konzession umfasst über 6000 Hektar des Naturreservats bzw. der heiligen Region der Huicholes. Sowohl die Huicholes als auch die Einwohner der Region kämpfen gegen dieses Projekt. Ihr Widerstand war bisher allerdings noch nicht von Erfolg gekrönt. Dafür ist die internationale Gemeinschaft nötig, denn die mexikanische Regierung hat bislang nur auf Drück von außen reagiert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mk)


11. April 2011 | Peru: Stichwahl zwischen Humala und Fujimori | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Stichwahl zwischen Humala und Fujimori - Foto: Quetzal-Redaktion, sscAm Ende scheint es doch so gekommen zu sein, wie es Nobelpreisträger Vargas Llosa für diese Präsidentschaftswahl vorhergesagt hatte: Nach Auszählung von 68 Prozent der Stimmen lag der Ex-Militär Ollanta Humala deutlich vorn. Der Kandidat der linksnationalistischen Partei „Gana Perú“,  den Boliviens Präsident Evo Morales als einer der ersten zu seinem Sieg in der ersten Wahlrunde beglückwünschte, war schon 2006  in die Stichwahl gekommen, hatte damals aber gegen den Sozialdemokraten Alan García verloren. Nach Pressemeldungen auf der Basis der Zahlen der staatlichen Wahlbehörde (ONPE) bekam Humala etwa 28,6 Prozent der Wählerstimmen. Um den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Stichwahl am 5. Juni gab es jedoch ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Während die Anhänger von Ex-Wirtschaftsminister Pedro Pablo Kuczynski am Abend schon seinen vermeintlichen, knappen Einzug in die zweite Wahlrunde feierten, wendete sich nachts das Blatt zugunsten der rechtsgerichteten Keiko Fujimori, der Tochter des zu 25 Jahren Haft verurteilten ehemaligen Präsidenten Alberto Fuijimori. Ihr Ergebnis liegt nun mit etwa 22.6 Prozent der Wählerstimmen um ein Prozent vor dem Kuczynskis, der aber nach Ansicht von politischen BeobachterInnen in Perú kaum mehr die Möglichkeit hat, aus dem Reservoir der noch nicht ausgezählten Stimmen ein Plus für sich zu schöpfen, während Fujimori noch etwas zulegen könnte. Sicher ist indes, dass der ehemalige Präsident Alejandro Toledo, dem noch vor kurzem gute Chancen für die Stichwahl eingeräumt wurden, nur um die 15 Prozent erreichte und dass weder Humala noch Fujimori als Präsidenten die Unterstützung einer Mehrheit im Parlament haben werden. Real ist auch die Gefahr von gewaltsamen Auseinandersetzungen in den nächsten Wochen: Marisol Espinoza, Humalas Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft, warnte bereits vor Übergriffen rechter Aktivisten gegen Anhänger von „Gana  Perú“ (BIldquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


07. April 2011 | Venezuela: Bildung und Politik in den Universitäten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Straße von Caracas (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_ks)Nach Angaben der Ministerin für Hochschulwesen in Venezuela, Yadira Córdova, gibt es bestimmte Teile der Opposition, welche die Studentenbewegungen innerhalb der venezolanischen Hochschulen kontrollieren. Gestern räumte die Ministerin bei einem Interview auf dem offiziellen Fernsehsender Venezolana de Televisión (VTV) ein, dass es einige Schwierigkeiten im Universitätsbereich gibt. Sie betonte aber, dass es an Gesprächsbereitschaft seitens der Studentenbewegungen mangeln würde, wenn es um die Bildungsansprüche geht, die sich mit der politischen Opposition vermischen und sich gegen die Regierung richten. Die Hauptbeschwerde bestimmter Studentengruppen ist der Mangel an finanziellen Mitteln und die damit verbundene Verschlechterung der Infrastruktur und der Qualität der Bildung. Jedoch bleibt die politische Kontrolle der Hochschulen immer noch das grundlegende Problem. Durch ein Gesetz sollte das Modell der universitären Selbstverwaltung abgelöst und durch eine Ausrichtung der Hochschulen an den politischen Werten, sprich: der Regierung, ersetzt werden. Nach der Verabschiedung dieses Gesetzes durch die Volksversammlung am 23. Dezember des vergangenen Jahres erschienen zahlreiche kritische Berichte von Juristen und Kommentare auf Twitter. Daraufhin entschied sich Chávez im Januar, das polemische Gesetz nicht zu unterzeichnen. Die Ministerin Córdova hob jedoch gestern bei ihrem Interview auf VTV hervor, dass sich seit Chávez Amtsantritt durch die Schaffung neuer Universitäten und Hochschulen die Anzahl der Studenten von einer halben Million auf zwei Millionen erhöht habe. Die Opposition begrüßt den Zuwachs an Studenten, allerdings dürfen die Hochschulen dabei nicht an Qualität verlieren. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ks)


05. April 2011 | Lateinamerika: Wachsende Besorgnis über nukleare Gefahren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Venezuela

Brasilien - Atomkraftwerk Angra 1 und 2 (Foto: Quetzal-Redaktion, mcm)Obwohl in Lateinamerika der Anteil der Kernenergie an der gesamten Energieerzeugung nur bei zwei Prozent liegt und die sechs Reaktoren, die von Argentinien, Brasilien und Mexiko betrieben werden, lediglich 1,1 Prozent des weltweit erzeugten Atomstroms produzieren, sorgt die nukleare Katastrophe in Fukushima auch dort für wachsende Besorgnis. Während in Mexiko vor allem die möglichen Auswirkungen von Erdbeben diskutiert werden, verweisen Kritiker in den beiden südamerikanischen Ländern auf die mangelhaften Planungen und Infrastrukturen im Fall von Störungen oder Unfällen. Bislang beabsichtigen aber weder die argentinische Präsidentin Cristiana Fernández de Kirchner noch ihre brasilianische Amtskollegin Dilma Rousseff, den Bau von weiteren Atommeilern, die Ende 2011 bzw. 2015 ans Netz gehen sollen, zu stoppen. Dies verwundert umso mehr, als die Kernkraftwerke Atucha 1 und Embalse (Argentinien; seit 1974 bzw. 1983 in Betrieb) sowie die beiden Anlagen in Angra do Reis (Brasilien; seit 1982 und 2000 in Betrieb) lediglich 6,2 bzw. 2,8 Prozent des nationalen Strombedarfs produzieren. In Mexiko liegt der Anteil des Atomstroms, der von den zwei Reaktoren in Laguna Verde (Bundesstaat Veracruz) geliefert wird, bei 4,6 Prozent. Venezuela hingegen hat die Ereignisse in Japan zum Anlass genommen, um in Sachen Atomenergie eine Politikwende zu vollziehen. Am 15. März erklärte Präsident Hugo Chávez, dass die Planungen für einen Nuklearreaktor, der mit russischer Hilfe entstehen sollte, suspendiert werden. Chile, das trotz der hohen Erdbebengefährdung ähnliche Intentionen verfolgte, hat vorerst derartige Vorhaben auf Eis gelegt. Auch in Mexiko ist fraglich, ob angesichts der jüngsten Ereignisse die bis 2024 vorgesehene Steigerung des Anteils von Atomstrom an der Gesamtenergieerzeugung auf 35 Prozent umgesetzt wird. Selbst wenn das optimistischste Szenario eintreten sollte, nach dem der Anteil der in Lateinamerika produzierten Atomenergie bis 2030 auf 5,6 Prozent der kontinentalen Stromerzeugung steigen könnte, läge dieser dann immer noch weit unter dem globalen Durchschnitt von 14,4 Prozent (zum Vergleich: 14,2 Prozent im Jahr 2009, erzeugt in insgesamt 439 Kernreaktoren weltweit). (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)


31. März 2011 | Kuba, USA: Jimmy Carter in Kuba | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba, USA: immy Carter in Kuba - Foto: aidutxi18Am Mittwoch beendete der frühere US-Präsident Jimmy Carter eine dreitägige Visite in Kuba. Obwohl es sich um einen privaten Besuch handelte, wurde Carter gestern von Raúl Castro am Flughafen verabschiedet. Während seines Aufenthalts in Kuba führte der Ex-Präsident Gespräche sowohl mit Raúl als auch mit Fidel Castro. Raúl Castro betonte, dass Kuba bereit sei, mit den USA über jedes Thema zu sprechen, allerdings als gleichberechtigte Partner und ohne Vorbedingungen. Carter forderte die Streichung Kubas von der Liste der Terrorstaaten und die Beendigung des US-Embargos. Er nutzte seine Visite, um mit allen Seiten im Land zu sprechen: So traf er sich mit Kardinal Jaime Ortega ebenso wie mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und führte Gespräche mit einer Reihe von kubanischen Dissidenten und ehemaligen Gefangenen. Zudem besuchte er den US-Amerikaner Alan Gross. Gross, Mitarbeiter von USAID in Kuba, war 2009 in Havanna verhaftet und im letzten Monat zu 15 Jahren Haft wegen Teilnahme an „subversiven Aktionen“ verurteilt worden. Auf einer Pressekonferenz äußerte sich Jimmy Carter überzeugt von Gross’ Unschuld und verlangte seine Freilassung. Gleiches forderte er auch für die in den USA inhaftierten Kubaner, die sogenannten Miami Five (Bildquelle: aidutxi18).


28. März 2011 | Argentinien: Soja “erobert” Patagonien mit chinesischer Hilfe | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Soja Chinas (Agrar)Hunger ist immens. Das Land mit einer Bevölkerung von ca. 1,34 Mrd. Menschen verfügt nur über neun Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Anbaufläche. Die Investitionen in Nahrungsmittelimporte und kultivierbares Land werden deshalb ständig vorangetrieben. Das gilt insbesondere für den Import bzw. Anbau von Soja. Die eiweiß- und ölreiche Bohne wird in China in Nahrungsmitteln, hauptsächlich aber zu Tierfutter verarbeitet – Tendenz steigend. Das asiatische Land importiert momentan knapp 50 Mio. Tonnen Soja im Jahr, vor allem aus den USA, Brasilien und Argentinien. Es wird angenommen, dass China bald mehr als 50 Prozent der globalen Sojaproduktion einführen wird. Das bekommen immer entlegenere Regionen zu spüren, wie jetzt die Provinz Río Negro in Patagonien. Die Regionalregierung plant insgesamt 320.000 Hektar an das chinesische Staatsunternehmen Heilongjiang Beidahuang zu verpachten, damit darauf Soja angebaut werden kann. Die Größe entspricht dem Doppelten der bisher genutzten Agrarfläche der Provinz. Akteure der Zivilgesellschaft machen jedoch seit letztem Jahr mobil, da sie die “Sojaisierung” Patagoniens mit negativen Folgen im sozialen, Umwelt- und Gesundheitsbereich fürchten. Der Vertrag zwischen der Provinzregierung und dem Unternehmen, der rechtliche Sicherheiten und finanzielle Vergünstigungen für die Chinesen und Verpflichtungen für die Argentinier vorsieht, wurde im Oktober 2010 vom Gouverneur Miguel Saiz in China ausgehandelt. Die Laufzeit beträgt 20 Jahre und für diese werden chinesische Investitionen in Höhe von 1,45 Mrd. US-Dollar erwartet. Die Umstände des Vertrages sind die gleichen wie bei fast jeder Art des “Land-Grabbing”: keine Konsultation und Kompensation der betroffenen Gemeinden und keine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Soja-Monokultur scheint nach dem Rest des Landes nun auch noch Patagonien zu erobern und wird dort ebenfalls für eine Vertreibung der Kleinbauern und Indigenen sowie eine Degradation der Böden sorgen. (Bildquelle: N i c o_).


24. März 2011 | Lateinamerika: Obama beendet seinen Besuch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

US-Präsident Barak Obama in El Salvador. Foto: The White HouseDer US-amerikanische Präsident Barak Obama unternahm eine fünftägige Reise durch die Region, die ihn nach Brasilien, Chile und El Salvador führte. Am Ende seines Besuches war es eine große Enttäuschung für diejenigen, die sich von dieser Reise wichtige Neuigkeiten über die zukünftige Lateinamerika-Politik der USA erhofft hatten. Das Erdbeben in Japan und das anschließende nukleare Desaster, sowie der Krieg in Libyen überschatteten jedoch die eigentlichen politischen Ereignisse in den Gastländern. Für die US-amerikanische Bevölkerung und ebenso für die Nachrichtenagenturen standen die wichtigsten Meldungen während dieser Lateinamerikareise nicht im Zusammenhang mit der Haltung der USA den besuchten Ländern gegenüber, sondern konzentrierten sich auf die Reaktionen Obamas auf die jeweiligen Krisen in anderen Teilen der Welt. Die meisten verfügbaren Informationen über die Präsidentenreise von Barak Obama in Lateinamerika waren oberflächliche und von nur wenig politischer Bedeutung. Einige der Highlights für die internationale Presse sind zum Beispiel, dass Obama Brasilien als globales Modell der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung vorschlug. Während seines Aufenthaltes in Chile sprach man darüber, dass Obama sich nicht für die Beteiligung seines Landes am Staatsstreich von Augusto Pinochet entschuldigte. Dies war von größerer Bedeutung für die Reaktionen auf den Besuch als der Besuch an sich. Der Stopp in El Salvador unterstrich für viele Medien die Enttäuschung über die nur oberflächlichen Botschaften. Ebenso gab es keinen Ansatz zur Lösung der Problematik der Millionen illegal in den USA lebenden Salvadorianer. (Bildquelle: The White House)


21. März 2011 | Haiti: Stichwahl um das Präsidentenamt in den Medien nicht präsent | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti

Stichwahl um Präsidentenamt in Haiti - die Probleme bleiben - Foto: UNDPBomben auf Libyen, Neues von den Katastrophenreaktoren in Fukushima, Schätzungen der Schadenssumme für das Erdbeben sowie den Tsunami in Japan und natürlich die Bundesliga, schon mit Abstand die Ergebnisse der Wahl in Sachsen-Anhalt, Kolumnen über das Wochenendabendprogramm und die Buchmesse Leipzig, ach ja, und Knut: Das sind die Themen der deutschen Medien – aller deutscher Medien am Montag. Als würde in der Welt sonst nichts weiter geschehen. Die Karawane der Journalisten zieht immer weiter. Von Haiti, dass am 12.01.2010 kurz im Zentrum des Interesses stand, als dort die Erde bebte, über 300.000 Menschen den Tod fanden und die Hauptstadt Port-au-Prince in Schutt und Asche verwandelt wurde, berichtet heute kaum noch jemand. Dabei fand gestern die Stichwahl um das Präsidentenamt statt. 4,7 Millionen Haitianer waren aufgerufen, zwischen Mirlande Manigat und Michel Martelly als neuen Staatschef zu entscheiden. Die ersten Ergebnisse werden erst für den 31.03.2011 erwartet, angesichts der nach wie vor katastrophalen infrastrukturellen Lage im Land kein Wunder. Dass die Frau des ehemaligen Präsidenten Leslie Manigat und Professorin für Verfassungsrecht, Mirlande Manigat, oder ihr Herausforderer, der Musiker Michel Joseph Martelly („Sweet Micky“), die schwerwiegenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme Haitis lösen können, scheint ihnen nur ein kleiner Teil der Bevölkerung zuzutrauen. Beim ersten, auf den 28.11.2010 verschobenen Wahlgang beteiligten sich gerade einmal 23 Prozent der registrierten Wähler. Obwohl dabei Manigat mit 31,37% als Siegerin gegenüber Jude Célestin (22,48%) – er verzichtete nach Manipulationsvorwürfen auf die Stichwahl – und Martelly (21,84%) hervorging, ist der Ausgang der Stichwahl vollkommen offen. Im Vorfeld der Wahl sorgte die Rückkehr von Jean-Bertrand Aristide, dem beide Kandidaten sehr kritisch gegenüber stehen, für Aufregung. Und bereits im Januar 2011 war auch der frühere Diktator Jean-Claude Duvalier („Baby Doc“) nach knapp 25 Jahren Exil nach Haiti zurückgekehrt (Bildquelle: United Nations Development Programme).


18. März 2011 | Peru: Wasserknappheit in mehreren Städten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Wasserknappheit in mehreren peruanischen Städten - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie peruanische Stadt Tacna kämpft derzeit mit der schwersten Wasserknappheit ihrer Geschichte. Laut einem Forschungsbericht zeigen sich hier bereits die Folgen des Klimawandels. Dem Bericht zufolge, der von der Grupo de Análisis para el Desarrollo (GRADE) und der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IEB) verfasst wurde, gibt es künftig einen Anstieg der Temperatur und einen Rückgang der Niederschläge in den Regionen des Hochlandes sowie eine Zunahme der Niederschläge in den tiefer gelegenen Teilen des Departements Tacna. Die verwundbarsten Provinzen sind demnach Candarave, Palca und Tarata. Diese Provinzen haben einen großen Bevölkerungsanteil, der sich ausschließlich der Landwirtschaft widmet. Dieser Sektor benutzt 88.3% des gesamten Wassers – und geht damit weiterhin sehr ineffizient um. Die Wasserversorgung ist in Peru sehr ungleichmäßig verteilt. Es gibt Zonen mit geringen und andere mit reichlichen Wasserressourcen. Das Problem ist, dass sich der Großteil der peruanischen Bevölkerung und die Agrarindustrie in den Zonen konzentrieren, in denen Wassermangel herrscht. Die meisten peruanischen Wassereinzugsgebiete speisen sich aus den Anden-Feuchtgebieten und aus den Gletschern. Man schätzt aber, dass in den letzten sieben Jahren schon 30% der Gletscher in Peru geschmolzen sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


16. März 2011 | Guatemala: Polizei und Militär gehen gewaltsam gegen Bauern im Polochic-Tal vor | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala - Antonio Beb Ac starb während der Räumung in Miralvalle (Gemeinde Panzós) - Foto: Quetzal-Redaktion, alMehrere hundert, möglicherweise sogar über 1.000 Soldaten und Polizisten haben am 15. März zwei Siedlungen im Polochic-Tal, Miralvalle und Aguas Calientes, im Departement Alta Verapaz gewaltsam geräumt. Die Aktion forderte bisher mindestens ein Todesopfer. Augenzeugen berichteten einem deutschen Journalisten telefonisch, dass es mindest acht weitere Verletzte mit Schusswunden gegeben habe. Die Truppen zerstörten zusammen mit angeheuerten Männern aus Nachbargemeinden die Hütten sowie erntereife Mais- und Bohnenpflanzungen der Bauern, die sich Ende letzten Jahres auf den brachliegenden Ländereien der offensichtlich bankrotten Zuckerraffinerie Chabil Utz‘aj niedergelassen hatten. Sie werden von den Großgrundbesitzern Widmann und Barrientos als ihr Privateigentum reklamiert, während die Bauern für sich in Anspruch nehmen, dass das Land ihren Vorfahren gehört habe. Eine Richterin aus Cobán hatte nun einen Räumungsbefehl herausgegeben und damit die friedlichen Verhandlungen schlagartig beendet, die noch am 14. März zwischen staatlichen Stellen, Vertretern von insgesamt 12 betroffenen Gemeinden, der Bauernorganisation CUC (Comité de Unidad Campesina) und parallel mit dem Unternehmen Chabil Utzaj geführt wurden. Eigentümer Carlos Widmann, ein Schwager des ehemaligen Präsidenten Oscar Berger soll geäußert haben, bei der Räumung, die von ihm erwirkt wurde, sei kein einziger Schuss gefallen. Sie sei überhaupt ganz anders abgelaufen, als von den „illegalen Besetzern“ dargestellt. Bauern- und Menschenrechtsorganisationen vermuten, dass sich die Großgrundbesitzer im Polochic-Tal der Unterstützung der amtierenden Regierung Colom versichert haben und dass auch der Menschenrechtsombudsmann des Kongresses nicht eingreifen wird. Sie befürchten nun, dass die nächsten gewaltsamen Räumungen, von denen etwa 800 weitere Familien betroffen sein könnten, unmittelbar bevorstehen. Am 16. und 17. März wurde von weiteren großen Truppenbewegungen berichtet, sowie vom Beginn gewaltsamer Räumungen in der Gemeinde Chimich. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten bereits am 7. und 11. März Vertreibungen in zwei Gemeinden im Naturschutzgebiet „Laguna Lachua“ einen Schwerverletzten gefordert. Ende März hatte eine Militärpatrouille auch die Überlebenden mehrerer Massaker der 80er und 90er Jahre in der Rückkehrergemeinde „La Aurora 8 de Octubre“ (Xamán) in Angst und Schrecken versetzt. Das Departement Alta Verapaz befindet sich seit Ende 2010 im Ausnahmezustand und damit de facto unter Militärherrschaft. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, al)


14. März 2011 | Lateinamerika: Was kommt nach dem Wirtschaftsboom 2010? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

CEPAL l

Derzeit macht Lateinamerika Schlagzeilen als boomender Kontinent: Auf dem Weltwirtschaftsforum Ende Januar in Davos wurden seine aufstrebenden Märkte als „neuer Motor der Weltwirtschaft“ gefeiert und die kommenden Jahre kurzerhand zur „Dekade Lateinamerikas“ erklärt. Mit einer Steigerungsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von durchschnittlich 6 Prozent im Jahr 2010 verzeichnen die Länder südlich des Rio Grande einen unerwarteten Höhenflug. Für 2011 wird eine weitere Erhöhung um 4,3 Prozent prognostiziert. Erstmals habe damit Lateinamerika eine globale Wirtschaftskrise aus eigener Kraft gemeistert. In Hinblick auf soziale Entwicklung konstatiert die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) zugleich sinkende Armutsraten. So betonte die Exekutivsekretärin der Organisation, Alicia Bárcena, am 10. März in El País, dass dieser wichtige Sozialindikator im vergangenen Jahr mit 32,1 Prozent den tiefsten Stand seit 30 Jahren erreicht hat. Die Ursache für diesen positiven Trend sieht die CEPAL in der Kombination von Wirtschaftswachstum und staatlicher Sozialpolitik. Während 1990/91 der Anteil der Sozialausgaben lediglich bei 12,2 Prozent des BIP gelegen habe, betrug er 2007/08 immerhin 18 Prozent. Zuvor hatte die UN-Organisation in einem Bericht allerdings vor einem „Rückfall in die Primärgüterproduktion“ gewarnt. Auch die wachsende Inflationsgefahr und der damit verbundene Aufwertungsdruck auf die nationalen Währungen sind nicht zu übersehende Signale dafür, dass durch den Boom die strukturellen Defizite und Abhängigkeiten Lateinamerikas eher vertieft als gemildert werden. Immer mehr Regierungen wollen durch Kapitalverkehrskontrollen und neue Steuern den Zufluss ausländischen Kapitals mindern, um damit einer künftigen Krise besser begegnen zu können. Ungeachtet dessen bleiben die anhaltend niedrige Arbeitsproduktivität der nationalen Ökonomien und die strukturell bedingte Verwundbarkeit gegenüber den Schwankungen des Weltmarktes die entscheidenden Schwachstellen. Die stark gestiegenen Rohstofflieferungen vor allem nach Asien, wichtigste Quelle des jüngsten Booms, dürften deshalb als Basis für eine nachhaltige Entwicklung Lateinamerikas wenig geeignet sein.


10. März 2011 | Brasilien: Politikwechsel gegenüber Iran | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Der Palacio Itamaraty in Brasilia - Foto: acmoraesVergangenen Montag traf sich Maria Nazareth, Leiterin der ständigen Vertretung Brasiliens bei den Vereinten Nationen (UNO), mit der iranischen Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Experten deuten das Gespräch als Zeichen einer Neuorientierung der brasilianischen Außenpolitik gegenüber Iran und Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad. Die Haltung des ehemaligen Präsidenten Lula da Silva zum iranischen Atomprogramm und der Regierung Ahmadinedschads hatte in den letzten Jahren weltweit für Kopfschütteln gesorgt. Während eines Staatsbesuchs in Brasilien im November 2009 gratulierte Lula dem iranischen Präsidenten zu seinem einwandfreien Wahlsieg und bezeichnete die aufbegehrende Opposition als schlechte Verlierer. Der freundschaftliche Umgang Lulas mit Ahmadinedschad war Anlass für lautstarke Kritik im In- und Ausland. Präsidentin Dilma Rousseff, die mit der Unterstützung des populären Vorgängers im Oktober 2010 ins Amt gewählt worden war, distanzierte sich bereits im Dezember in einem Interview mit The Washington Post von Lulas Außenpolitik vis-à-vis Iran und kündigte an, Menschenrechtsfragen und besonders Steinigungen verstärkt zu thematisieren. Während des Gesprächs, das im Rahmen einer Tagung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen in Genf stattfand, lobten Ebadi und die geladenen Menschenrechtsorganisationen die Zusammenarbeit mit Nazareth und begrüßten die Position der neuen Regierung. (Bildquelle: acmoraes)


07. März 2011 | Argentinien: Die Verquickungen von Clarín und La Nación mit dem Soja-Business | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Die Verquickungen von Clarín und La Nación mit dem Soja-Business - Foto: N i c o_Die Zeitung Tiempo Argentino beleuchtete jüngst die Verbindungen zwischen den meinungsbildenden Tageszeitungen El Clarín und La Nación und dem Sojageschäft in Argentinien. Der Artikel beschreibt vor allem die gezielte Verharmlosung des von Monsanto hergestellten Herbizids Glyphosat, das unter dem Namen Roundup in großen Mengen beim Anbau der genveränderten Soja eingesetzt wird. So leitet etwa der ehemalige Direktor des Nationalen Institutes für Agrartechnologie (INTA), Héctor Huergo, der mitverantwortlich für die Einführung der Gen-Soja in Argentinien war, heute die Beilage und den TV-Kanal Rural de Clarín. Anzeigen für die Beilage Rural werden häufig von Monsanto, Syngenta, Nidera, BASF, Bayer, Don Mario und anderen im Sojabusiness tätigen Unternehmen geschaltet. Ein weiteres Beispiel ist die Schmutzkampagne von La Nación, die dem Mediziner und Forscher Andrés Carrasco die Wissenschaftlichkeit seiner Untersuchungen absprechen sollte. Carrasco fand 2009 heraus, dass Glyphosat schon in geringeren als in der Landwirtschaft eingesetzten Dosen zu neuronalen, intestinalen und kardialen Missbildungen führen kann und sprach sich dafür aus, die Chemikalie deshalb als Gift zu qualifizieren. Die Kampagne erstaunte nicht sonderlich, da La Nación bekanntermaßen mit der Unternehmervereinigung Sociedad Rural Argentina und anderen konservativen Gesellschaftskreisen verbandelt ist. Einer der Hintergründe für die manipulative Berichterstattung ist die Beteiligung der Medienkonzerne an der Organisation der jährlichen Messe der Agrarexporteure (Expoagro Argentina), auf der im Jahr 2007 Geschäfte in Höhe von 140 Mio. US-Dollar abgewickelt wurden. Den kompletten Artikel auf Spanisch gibt es hier. (Bildquelle: N i c o_).


03. März 2011 | Kolumbien: Festival des Internationalen Films in Cartagena | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien_Festival Internacional de Cine de Cartagena de las Indias_offizielles Plakat_FICCI_1.jpgIn Kolumbien ging gestern das 51. Festival Internacional de Cine de Cartagena de las Indias zu Ende. Beim ältesten Filmfest Lateinamerikas stellten sich vom 25.2. – 5.3.2011 zwölf Spiel- und neun Dokumentarfilme aus Lateinamerika, den USA und von der iberischen Halbinsel dem Urteil der internationalen Jury, der u.a. der mexikanische Regisseur Arturo Ripstein y Rosen, der schwedische Dokumentarfilmer Fredrik Gertten („Bananas!*“) und Geraldine Caplin angehörten. Der Preis für den besten Spielfilm ging an „Post Mortem“ (Chile), die Geschichte eines Angestellten des Leichenschauhauses in Santiago de Chile, dessen reserviertes, eher apathisches Leben nach dem Militärputsch 1973 aus der Bahn gerät. Auch der Preisträger in der Abteilung Dokumentarfilm beschäftigt sich mit den Traumata des Kontinents: In „Pequeñas voces“ (Kolumbien) berichten Kinder von ihrer Flucht vor dem Bürgerkrieg im Land. Der Animationsfilm ist zudem der erste 3D-Film Lateinamerikas. Prämiert wurden außerdem u.a. der Kurzfilm „Esto es un revólver“ (Kolumbien), Daniel und Diego Vega (Peru) für die beste Regie („Octubre“) sowie Gabino Rodríguez (Mexiko/ „Asalto al cine“) und Claudia Celedón (Chile/ „Gatos viejos“) für ihre schauspielerischen Leistungen. (Bildquelle: FICCI)


28. Februar 2011 | Nicaragua: Weihbischof Baez kritisiert die politische Klasse des Landes scharf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Kathedrale in Managua. Foto: Robert BlackieDer Weihbischof Monsignore José Silvio Baez kritisierte am Sonntag die sandinistische Regierung von Präsident Daniel Ortega scharf. In seiner Predigt in der Kathedrale von Managua warf er der Regierung vor, den Staat zusehends in den „Dienst“ der sandinistischen „Familie“ zu stellen und sukzessive die Rechtsstaatlichkeit des nicaraguanischen Staates auszuhöhlen. Insbesondere die Entscheidung sandinistischer Richter, entgegen des Artikels 147 der Verfassung Daniel Ortega eine zweite Amtszeit als Präsident zu gewähren, geißelte er als illegal. Baez betonte, dass dies nicht seine persönliche Meinung sei, sondern die der gesamten Bischofskonferenz. „Die Demokratie [Nicaraguas] ist ohne Werte und Moral bereits zu einem offenen oder hinterhältigen Totalitarismus verkommen“, so Baez in seiner Predigt weiter. Die Regierung der Sandinisten kümmere sich weniger um die soziale Lage und Bedürfnisse der Armen, als vielmehr um den eigenen Machterhalt und die „Liebe zum Geld.“ Aber auch an der Opposition wurde vom Weihbischof Baez mit Kritik nicht gespart: Er attestierte ihr, genauso wenig ein Interesse an der sozialen Frage des Landes zu haben, sondern auch nur die eigenen persönlichen Interessen im Hinblick auf Präsidentschaftswahlen im November dieses Jahres zu verfolgen. Auch der evangelische Pastor Augusto Cesar Marenco übte ähnliche Kritik an der Regierung Ortegas: Vor allem kritisierte er die Rolle der obersten Wahlbehörde CSE (Consejo Surpremo Electoral) in den letzten Kommunalwahlen als Korruption und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Wahl im November intensiv zu beobachten. (Bildquelle: Robert Blackie)


24. Februar 2011 | Mexiko: Meinungsfreiheit | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Presse in Mexiko (Foto: Angeloux)In Mexiko wird die Presse nach wie vor auf eine geschickte Art und Weise zum Schweigen gebracht. Für Journalisten ist Mexiko eines der gefährlichsten Länder der Welt: Im Jahr 2010 wurden mehr als 14 Journalisten getötet. Man muss daher feststellen, dass die Meinungsfreiheit in Mexiko akut gefährdet ist. Die Journalisten werden meistens von den Drogenkartellen ermordet. Vor allem der Norden von Mexiko ist für die Presse eine sehr sensible Region. Die Journalisten werden jedoch nicht nur von den Drogenkartellen bedroht bzw. zum Schweigen gebracht, sondern auch die mexikanischen Medienkonzerne üben eine spezielle Selbstzensur, wenn die Journalisten eine für die Regierung unangenehme Nachricht veröffentlichen. Das letzte Opfer dieser Praxis war Carmen Aristegui. Medienberichten zufolge wurde sie vom Medienkonzern MVS entlassen, weil sie den „Ethik-Code“ des Konzerns verletzt hatte. Hintergrund der Entlassung war die Aktion einiger Abgeordneter im mexikanischen Parlament, welche die möglichen Alkoholprobleme des mexikanischen Präsidenten thematisierten. Dieses Problem ist in den verschiedenen sozialen Netzwerken im Internet schon lange bekannt. Carmen Aristegui hat über die Aktion berichtet und die mexikanische Regierung aufgefordert, sich zu diesem Problem zu positionieren. Die Entlassung löste eine kontroverse Debatte aus, nach welcher sie wieder eingestellt wurde. Mit dieser Entlassung zeigt Mexiko, wie labil die mexikanische Demokratie noch immer ist. Nach wie vor sollte man sich vor bestimmten Sachen hüten oder man wird durch Erpressung oder Tod zum Schweigen gebracht. (Bildquelle: Angeloux)


21. Februar 2011 | Chile: Megaprojekt im Kohleabbau birgt enorme Umweltrisiken | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Megaprojekt im Kohleabbau birgt enorme Umweltrisiken. Foto: Carlos_YIn Chile sind etwa ein Dutzend neue Kohlekraftwerke geplant bzw. befinden sich im Bau. Wenn die Kohle dafür nicht aus dem Ausland importiert werden soll, muss sie im eigenen Land gefördert werden. Eine regionale Umweltkommission und mehrere Regionalbehörden genehmigten im Februar das kontroverse Kohleabbau-Projekt “Mina Invierno” auf der Isla Riesco in der Region Magallanes im südlichen Chile. Die Mine ist erst der Anfang, planen die Investorengruppen Angelini und Von Appen doch insgesamt fünf offene Tagebaue auf der Insel. Das Vorhaben erstreckt sich auf über 25 Jahre, bei einer Fördermenge von 240 Megatonnen,  und umfasst Investitionen von 480 Mio. USD.  Laut Business News Americas werden allein in der “Mina Invierno” 180 Mio. USD investiert und sollen in 12 Jahren 73 Megatonnen Kohle gefördert werden. Ein Verladehafen auf der Insel, um die Kohle nach Zentral- und Nordchile – wo die Kraftwerke stehen (werden) – zu transportieren, wurde ebenfalls schon genehmigt. Doch wächst der Widerstand gegen das Projekt, von dem Kritiker annehmen, dass es zu irreparablen Umweltschäden auf Chiles viertgrößter Insel und in ihrer Umgebung führen wird. Die Umweltschützer prognostizieren, dass die Mine ein Ökosystem von 1.500 Hektar ausradieren, die Biodiversität des Nationalparks Alacalufe zerstören und den Meerespark Francisco Coloane bedrohen würde. Später kommt die Luftverunreinigung durch die Kraftwerke hinzu, vor allem da die Kohle auf der Insel eine geringe Qualität hat und somit für erhöhte Emissionswerte bei einer niedrigen Energieeffizienz sorgen wird. Beobachter sprechen schon von einem neuen “Fall Barrancones”, bei dem Bürgerproteste im Norden des Landes den Bau eines Kohlekraftwerks in der Nähe eines Naturschutzgebietes verhindert haben. Ein Video, das sich gegen das Projekt richtet, gibt es hier. (Bildquelle: Carlos_Y)


17. Februar 2011 | Ecuador, USA: Nach Urteil Milliardenstrafe für Ölkonzern Chevron | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Regenwald Ölproduktion (Foto: Rainforest Action Network /Caroline Bennett)Ein Gericht in Ecuador hat den amerikanischen Ölkonzern Chevron zu einer Rekordstrafe von bis zu neun Milliarden US-Dollar verurteilt. Es macht Chevron verantwortlich für die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen eines von Texaco geleiteten Konsortiums zur Ölförderung in der Provinz Sucumbíos. Das Unternehmen Texaco, das 2001 von der Chevron Corporation übernommen wurde, förderte von 1964 bis 1990 Öl in der Region um Nueva Loja. Bis heute leiden Umwelt und Bevölkerung unter den Folgen des Abbaus. Ölrückstände aus defekten Pipelines und offenen Ölbassins vergiften Boden und Grundwasser, zerstören die Umwelt und machen die Bewohner krank. Zahlreiche Studien belegen die Zunahme von Krebserkrankungen, Fehlgeburten und Allergien unter der nahezu ausschließlich indigenen Bevölkerung. Das Urteil vom 14. Februar markiert das Ende eines langjährigen Rechtsstreits zwischen Chevron und den etwa 30.000 Klägern. Ob und wann die Entscheidung rechtskräftig wird, ist allerdings ungewiss. Während die Anklage die Höhe der Strafe für nicht ausreichend hält, spricht der Ölkonzern von einem  „unzulässigen und nicht durchsetzbaren Urteil“. Beide Parteien haben Berufung eingelegt. (Bildquelle: Rainforest Action Network, Caroline Bennett)


14. Februar 2011 | Venezuela: Neues von “Aló Presidente” | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuelas Präsident Hugo Chavez (Foto: Presidencia de la República del Ecuador)

In seiner gestrigen Fernsehansprache an die Nation im Rahmen der Sendung Aló Presidente reagierte Venezuelas Staatschef Hugo Chavez auf den von der Opposition gemachten Vergleich von Husni Mubarak und ihm. Er wies die kolportierten Ähnlichkeiten des Regimes des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und seiner Regierung entschieden zurück. „Ich lache, wenn einige gescheite Analysten der venezolanischen Opposition meine Regierung mit dem ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak in Ägypten vergleichen wollen. Sie sind verrückt“, sagte Chavez. Mubarak habe, so Chavez weiter, die Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten in der Bevölkerung nicht behoben und die gesellschaftlichen Probleme verschärft. Er hingegen löse die Probleme in der venezolanischen Gesellschaft. Als Beweis dafür kündigte er an, bis 2017 zwei Millionen Sozialwohnungen bauen zu wollen, um damit die Wohnungslage in Venezuela zu verbessern. Für den April dieses Jahres werden, so Chavez, bereits 602 neue Wohnungen im Rahmen dieses Projektes fertig. Um das ehrgeizige Projekt realisieren zu können, könne sich Venezuela, nach Chavez’ eigener Aussage, der Hilfe von Verbündeten wie Kuba, Iran, Russland und Weißrussland sicher sein. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


10. Februar 2011 | Honduras: Volkswiderstand versus Anerkennung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Honduras

Honduras: Volkswiderstand versus Anerkennung. Logo: FNRPIn Honduras werfen Ereignisse ihren Schatten voraus, die entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der anhaltenden Staatskrise haben werden. Einerseits hofft das Regime von Porfirio Lobo darauf, bei dem im März anstehenden Treffen der zentralamerikanischen Präsidenten mit Barack Obama auf dem Weg der schleichenden Anerkennung einen weiteren Schritt voranzukommen. Es hegt zudem die Absicht, sich auf dem OAS-Gipfeltreffen im Juni vollständig rehabilitieren zu lassen. Andererseits plant die Nationale Front des Volkswiderstands (FNRP) für den 26. Februar einen Kongress, auf dem die weitere Strategie des Kampfes für eine Verfassunggebende Versammlung und die Neugründung des Landes beraten werden soll. Der aus seinem Amt geputschte Präsident Manuel Zelaya, der zugleich als Generalkoordinator der FNRP fungiert, hat sich aus dem Exil in Santo Domingo in einem offenen Brief an die Widerstandsfront gewandt. Darin ruft er deren Mitglieder und Anhänger auf, die unterschiedlichen Konzepte und Auffassungen sachlich zu diskutieren und dabei die gemeinsamen Ziele in den Vordergrund zu stellen. Ein zentraler Punkt der internen Auseinandersetzungen ist die Teilnahme an den 2013 stattfindenden Wahlen. Dem herrschenden Regime, so Zelaya, dürfe keine Gelegenheit gegeben werden, den Volkswiderstand zu spalten. Nur geeint sei er in der Lage, die Demokratisierung und Neugründung des Landes voranzutreiben. (Logo: FNRP)


07. Februar 2011 | Peru: Tödlicher Ausgang bei Karnevalsstreich in Lima | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Carnavales in Peru - Foto: fokus LimaZwei Monate vor der Präsidentschaftswahl in Peru offenbarte eine Tragödie einmal mehr die Schwäche des Staates und des Polizeiapparates.Die Nichteinhaltung von Verordnungen und die lasche Umsetzung von Gesetzen endete für zwei junge Frauen tödlich – und schlägt jetzt hohe Wellen in Lima. Auslöser des Unfalls war eine etablierte Unsitte während des Karnevals: „Attentate“ mit Wasserbomben oder Farbbeuteln auf nichtsahnende Passanten. Vor einer Gruppe junger Männer fliehend, die sie mit Wassereimern verfolgten, rannten zwei Mädchen im Stadtteil Los Olivos auf die Fahrbahn, wo sie ein Bus erfasste und tödlich verletzte. In einer Stadt, in der es im Jahr nur 13 mm Niederschlag gibt, in den Monaten November bis Februar praktisch gar keinen, wurden die Wasserattentate zu Karneval wegen der akuten Wasserknappheit schon mehrfach verboten. Doch wie so häufig mangelte es an der Umsetzung. Erst nach dem Tod der beiden Mädchen wurden  die Behörden aktiv. Sie nahmen vorläufig 343 Personen fest und sprachen Ordnungsstrafen aus. Seitdem gibt es auch eine Spezialeinheit “Carnavales 2011″ (Bildrechte: fokus Lima_)


03. Februar 2011 | Dominikanische Republik, Haiti: Deportation von Haitianern intensiviert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Haiti

Dominikanische Republik, Haiti: Deportation von Haitianern intensiviert. Foto: Luis HerasmeDie dominikanischen Behörden haben in den letzten Wochen tausende Haitianer, die sich ohne Aufenthaltsgenehmigung im Land befinden, ausgewiesen. Diese Kampagne ist seit der Choleraepidemie von 2010 gestiegen, aber die Ausweisung von Haitianern ist schon länger ein Thema, welches die Beziehung zwischen beiden Länder überschattet. Nachdem das Land im Januar 2010 von einem Erdbeben heimgesucht wurde, legte die Dominikanischer Republik „eine humanitäre Pause“ ein, aber schon ein Jahr nach der Katastrophe, die 316.000 Menschen das Leben kostete, werden Haitianer ohne Papiere regelrecht verfolgt. Dominikanische Hilfsorganisationen melden die Deportation von 3,000 Menschen nach Haiti, viele von ihnen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis, welche sie zum Zeitpunkt der Festnahme nicht bei sich führten. Schätzungen der  UNO zufolge lebten vor dem Erdbeben rund 600.000 Haitianer in der Dominikanischen Republik. Die dominikanische Regierung kalkuliert die Zahl der im Land lebenden Haitianer auf eine Million, die meisten von ihnen illegale Einwanderer. (Bildquelle: Luis Herasme, Poder Interactivo)


01. Februar 2011 | Brasilien, Argentinien: Die brasilianische Präsidentin Rouseff reist ins Nachbarland | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zu Besuch in Argentinien - Foto: Presidencia Argentina.jpgBrasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reiste gestern zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Argentinien. Begleitet von sieben Ministern zielte ihre Visite vor allem auf den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Während des Aufenthalts der brasilianischen Politikerin wurden 14 Verträge unterzeichnet, die die Kooperation auf verschiedenen Gebieten regeln: Atomwirtschaft, Biokraftstoffe, Infrastruktur, sozialer Wohnungsbau, Energie und Handel. Argentinien ist vor allem bestrebt, das Außenhandelsdefizit mit Brasilien in Höhe von 4 Milliarden Dollar auszugleichen. Rousseff versprach, den brasilianischen Markt noch stärker für argentinische Güter und Dienstleistungen zu öffnen. Die Präsidentinnen betonten nach ihrem Treffen den Willen, die von ihren Vorgängern Nestor Kirchner und Lula da Silva geschaffenen guten Beziehungen zwischen beiden Ländern weiterhin zu pflegen. Auf Wunsch Rousseffs kam es in Buenos Aires auch zu einem Treffen mit Vertreterinnen der Mütter und Großmütter der Plaza de Mayo (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


27. Januar 2011 | Kolumbien: 20 Bergarbeiter kamen nach Explosion in Mine ums Leben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: 20 Bergarbeiter kamen nach Explosion in Mine ums Leben - Foto: Quetzal-Redaktion, sscZwanzig Bergleute kamen gestern in der Mine La Preciosa, die sich im Gebiet der Gemeinde Sardinata nördlich von Santander befindet, ums Leben. Nach Information der Behörden sind die zwanzig Bergleute infolge einer Explosion und der anschließenden Anreicherung von Kohlenmonoxid in den Stollen gestorben, sechs weitere wurden schwer verletzt. Es konnten bisher die Leichen von vier Opfern geborgen werden. Allerdings sind die anderen sechzehn verschütteten Bergleute noch nicht gefunden. Man schätzt, dass ungefähr achtzig Personen in der Mine La Preciosa arbeiten, die monatlich zirka 3000 Tonnen Kohle abbauen. Im Jahr 2007 gab es bereits eine Explosion in dieser Mine, bei der 32 Personen starben. In Anbetracht dieser Situation wies der Minister für Bergbau und Energie, Carlos Rodado, darauf hin, dass die Mine auf unbestimmte Zeit geschlossen werde. Es ist jedoch nicht das erste schwere Minenunglück in Kolumbien. Im Juni 2010 starben 73 Bergleute bei einer Explosion in der Kohlemine San Fernando in die Gemeinde Amagá, Departement von Antioquia. In der gleichen Gemeinde ereignete sich 1977 zudem die bislang größte Bergbaukatastrophe, bei der 85 Personen ums Leben kamen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


24. Januar 2011 | Guatemala: Prozessbeginn wegen des Massakers von “Las Dos Erres” im Juli | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Prozessbeginn des Massakers Dos Erres wahrscheinlich im Juli (Foto: teleSUR)Der Prozess gegen drei der direkten Täter des Massakers in Las Dos Erres (Provinz Petén) soll am 25. Juli dieses Jahres in Guatemala-Stadt beginnen. Dos Erres gilt als emblematisch für die Strategie der Verbrannten Erde, die von der guatemaltekischen Armee in den achtziger Jahren als Mittel der Aufstandsbekämpfung eingesetzt wurde. Am 6. Dezember 1982 waren Mitglieder der Spezialeinheit Kaibiles in die Siedlung eingedrungen, hatten Männer, Frauen und Kinder getrennt, die Männer gefoltert, Frauen vergewaltigt und in einem dreitägigen Blutbad nahezu alle der über 250 Einwohner, inklusive der Kinder und Babys, getötet. Die Vereinigung der Verhafteten und Verschwundenen (FAMDEGUA) hatte 1994 mit der Exhumierung eines Massengrabes in Las Dos Erres begonnen und in den folgenden Jahren zahlreiche Beweismittel zusammengetragen, ein Prozess wurde jedoch immer wieder torpediert. 2009 verurteilte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte den guatemaltekischen Staat deswegen. 17 beteiligte mutmaßliche Täter konnten von FAMDEGUA identifiziert werden, drei von ihnen wurden inzwischen in Guatemala verhaftet und sollen sich nun vor Gericht verantworten. Ein vierter Beschuldiger, der befehlshabende Offizier der Truppe, Jorge Vinicio Sosa Orantes (52) wurde am 18. Januar  dieses Jahres im kanadischen Lethbridge  (Alberta) verhaftet. Er hatte jahrelang unbehelligt in Kalifornien als Kampfsporttrainer gearbeitet und sich dann nach Mexiko abgesetzt. Sosa Orantes, der auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, steht zunächst ein, möglicherweise langwieriges, Auslieferungsverfahren an die USA bevor, die ihm die Angabe falscher Tatsachen bei der Beantragung der US-Staatsbürgerschaft zur Last legen. Ein weiterer Beschuldigter, Gilberto Jordan, der als Koch in Florida gearbeitet und seine Beteiligung am Massaker von Dos Erres zugegeben hatte (siehe Noticia vom 14. Mai 2010) war im September 2010 in den USA in einem Staatsbürgerschafts-Prozess zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. In Guatemala hegt man wenig Hoffnung, die im Ausland Verhafteten eines Tages wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor ein eigenes Gericht zu stellen zu können – und noch weniger, dass dies mit den obersten Befehlshabern, wie im Fall von Dos Erres dem damaligen Staatspräsidenten General Efraín Rios Montt und seinem Verteidigungsminister Oscar Mejia Victores, passieren könnte. Der Fall Dos Erres ist aber immerhin nicht der einzige, in den  zumindest wieder Bewegung kommen soll: Der guatemaltekische Anwalt Edgar Pérez, der die Nebenklage in vielen Fällen von Menschenrechtsverbrechen vertritt, gab kürzlich bekannt, dass 2011 auch die jahrelang paralysierten Fälle der Massaker von Los Josefinos (Petén) und Panzós (Alta Verapaz) sowie eines der multiplen Massaker von Rabinal (Baja Verapaz) und die Verschleppung, Folter und Ermordung des Guerillakämpfers Efraín Bámaca neu aufgerollt werden sollen. (Bildquelle: teleSUR_)


20. Januar 2011 | Mexiko: Los Zetas & die Wahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Verhaftung Mitglied von Los Zetas (Presidencia de la República Mexico)

Kurz vor der Wahl im Bundesstaat Guerrero hat die mexikanische Regierung einen der Gründer der kriminellen Organisation Los Zetas, El Amarillo, in Oaxaca festgenommen. Die Wahl in Guerrero hat eine große Bedeutung für Mexiko, weil Guerrero ein Bundesstaat ist, der von extremer Gewalt betroffen ist. El Amarillo war für die Koordination der Zetas im Süden von Mexiko zuständig. Er sollte den Drogenhandel und den Einwandererstrom aus Guatemala kontrollieren. Los Zetas waren noch bis Anfang 2010 der bewaffnete Flügel des Golf-Kartells. Die Gruppe wurde von Elitesoldaten aus Mexiko und ehemaligen Angehörigen der Eliteeinheit Kaibiles aus Guatemala gebildet. Besonderes Merkmal der Zetas ist ihre extreme Gewalt. Zur Zeit kämpfen Los Zetas gegen die mexikanische Armee bzw. die Bundespolizei um die Kontrolle der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala. In Guatemala, El Salvador und Honduras wurden Los Zetas als Gefahr für die Sicherheit der Region eingestuft. Die Zufälligkeit solch spektakulärer Festnahmen hat in Mexiko eine besondere Tradition: Sie sind immer mit bedeutenden Ereignissen des Landes verbunden.(Bildquelle: Presidencia de la República Mexico)


17. Januar 2011 | Bolivien: Kampagne zur Entkriminalisierung der Coca | Kategorie(n): Bolivien Tagebuch, Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Kampagne zur Entkriminalisierung der Coca. Foto/Copyright: Marcel KolvenbachDer bolivianische Präsident Evo Morales kündigte jüngst eine Kampagne seiner Regierung zur Entkriminalisierung der Coca-Pflanze bzw. dem Coca-Kauen im Rahmen des UN-Einheitsabkommens über Betäubungsmittel an. Auf einer Reise wird der bolivianische Außenminister David Choquehuanca diese Woche die europäischen Staaten Spanien, Frankreich, Belgien, Großbritannien und Schweden besuchen und um ihre Unterstützung im Verfahren um die Abänderung des UN-Einheitsabkommens bitten. Um die Modifikation des 1964 in Kraft getretenen Abkommens hatte Boliviens Regierung die Vereinten Nationen im Jahr 2009 ersucht. Die Bolivianer möchten, dass das Coca-Kauen in Ländern mit traditioneller Verwendung der Coca-Pflanze (neben Bolivien in Kolumbien, Ecuador, Chile, Argentinien und Brasilien) international anerkannt und entkriminalisiert wird, während das strikte globale System zur Kontrolle des Cocaanbaus und der Kokainproduktion bestehen bleiben soll. Am 31. Januar 2011 läuft die 18-monatige Frist aus, innerhalb welcher UN-Mitgliedstaaten ihre Einwände gegen die Änderung geltend machen können. Treibende Kraft zur Erhaltung der UN-Konvention in ihrer derzeitigen Form sind die USA, aber auch Kolumbien, Russland, Japan, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Schweden und Dänemark planen, ein Veto dagegen einzulegen oder haben es bereits getan. Der Widerspruch zur bzw. die Kollision mit der 2007 verabschiedeten UN-Deklaration über die Rechte der indigenen Völker ist offensichtlich. Wie das International Drug Policy Consortium (IDPC) feststellte, würde die Aufrechterhaltung des Status quo zeigen, dass “die internationale Gemeinschaft einen strafenden Null-Toleranz-Ansatz der Drogenkontrolle den Rechten der indigenen Völker vorzieht.” Als politisches Signal gegen den illegalen Drogenanbau begannen bolivianische Anti-Drogen-Einheiten am 15. Januar im Nordosten von La Paz mit der Vernichtung illegaler Coca-Pflanzungen. Die Regierung des Andenlandes plant für 2011 die Eradikation von 8.500 Hektar illegaler Coca-Plantagen; etwas mehr als die 2010 erreichten 8.200 Hektar. (Bildquelle/Copyright: Marcel Kolvenbach)


13. Januar 2011 | Brasilien: Bau von Garabí so gut wie beschlossen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Landkarte Gebiet für Garabi Staudamm (Foto: Public Domain)

Während seines Besuchs in Argentinien am Montag verhandelte Brasiliens Außenminister Antonio Patriota neben den Einzelheiten des anstehenden Besuchs von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff auch den Bau des Staudamms von Garabí am Río Uruguay. Die brasilianische Presseagentur Agência Brasil informierte, dass während des Treffens der Vertreter beider Staaten der Bau des Wasserkraftwerks Garabí in den argentinischen Provinzen Misiones und Corrientes und im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul beschlossen wurde. Der Bau des Staudamms soll im Jahr 2012 beginnen und es müssen dafür etwa 30.000 Hektar Land geflutet werden. Es wird damit gerechnet, dass Garabí 2.900 Megawatt produzieren wird. In den betroffenen Regionen machen sich die Menschen viele Sorgen, was die negativen Folgen eines solchen Megaprojektes angeht. Besonders besorgniserregend sind die massiven Umsiedlungen von Familien sowie der Verlust von Biodiversität und Ackerland. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Projektes sowie die zu erwartenden hohen Ausgaben lassen Gegner die Durchführbarkeit dieses Vorhabens bezweifeln. „Während über den Bau von Garabí geredet wird, funktioniert das argentinisch-uruguayische Wasserkraftwerk Salto Grande am selben Fluss wegen Wassermangels kaum“, sagte Jorge Cappato von der Stiftung Proteger in Argentinien gegenüber Tierramérica. (Quelle: Public Domain)


10. Januar 2011 | Guatemala: Jahreswende im Ausnahmezustand | Kategorie(n): Noticias Guatemala

Guatemala: Jahreswende im Ausnahmezustand. Logo: UVOCDie Bevölkerung des im Norden Guatemalas gelegenen Departements Alta Verapaz musste die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel im Ausnahmezustand verbringen. Er wurde von Präsident Colom für zunächst 30 Tage bis zum 19. Januar verhängt und kann verlängert werden. Mit Hilfe von ca. 500 Soldaten soll das mexikanische Drogenkartell Las Zetas bekämpft werden, das sich in den letzten Jahren in der Provinz ausgebreitet hat und sie u. a. als Zwischenlager für den Drogentransport nutzt. Die Zetas gelten als besonders brutal. Sie wurden nicht zuletzt von Mitgliedern der guatemaltekischen Spezialtruppe Kaibiles mit aufgebaut, die zu Zeiten des internen bewaffneten Konfliktes in Guatemala für zahllose Menschenrechtsverletzungen verantwortlich waren. Der jetzige Ausnahmezustand in Alta Verapaz bedeutet eine Machtübernahme durch die Armee, die sämtliche zivilen Institutionen kontrolliert. Das Militär kann u. a. willkürliche Hausdurchsuchungen und Verhaftungen vornehmen, Versammlungen, Demonstrationen und Streiks sind verboten. Menschenrechtsorganisationen sind entsprechend bestürzt über das Außerkraftsetzen verfassungsmäßiger Rechte. Sie bezweifeln außerdem die Wirksamkeit der drastischen Maßnahme angesichts der im guatemaltekischen Sicherheitsapparat herrschenden Korruption und der personellen Verflechtungen mit diversen Mafias. Die Bauerorganisation Union Verapacense de Organizaciones Campesinas (UVOC) äußerte in einer Pressemitteilung die Befürchtung, dass der Ausnahmezustand für Repressalien gegen die überwiegend indigenen (Q’eqchi’ und Poqomchi’)-Gemeinden in Alta Verapaz missbraucht werde, die sich für ihre Landrechte und gegen diverse in der Region geplante oder bereits begonnene Großprojekte (Bergbau, die Franja Transversal-Straße, Wasserkraftwerke und Agrobusiness) einsetzen. Wie explosiv und komplex die Lage noch werden könnte, zeigt die Tatsache, dass einerseits Bauern auch durch Drogenmafias von ihrem Land vertrieben werden, andererseits die Kartelle aber offenbar versuchen, sich – dort, wo es ihren Interessen dient – in den Widerstand gegen Megaprojekte „einzukaufen“. (Logo: UVOC)


20. Dezember 2010 | Kuba: ‚Wandel oder Untergang der kubanischen Revolution!’ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba FlaggeMit diesen Worten eröffnete der kubanische Präsident Raul Castro programmatisch seine letzte Rede dieses Jahres vor dem Parlament. Dabei gestand er vor den Abgeordneten ein, dass in den fünfzig Jahren kubanischen Sozialismus’ viele Fehler begangen worden sind. Welche Fehler der Präsident damit genau meinte, wurde von ihm nicht näher erläutert; vielmehr wollte er den Fokus auf die Zukunft legen und betonte mehrmals, dass, sofern jetzt nicht Reformen innerhalb Kubas passierten, die sozialistische Revolution zum Scheitern verurteilt sei. Damit zielte er direkt auf die Wirtschaftreformen, die es vorsehen, aus dem zentral geplanten Wirtschaftsgeflecht eine gemischte Wirtschaft mit Stärkung der privaten Initiative vorzunehmen. Castro kritisierte dadurch direkt die bisherigen, weit verbreiteten Vorstellungen innerhalb der Bevölkerung von einem Sozialismus, der auf dem idealistischen, staatlich-paternalistischen Ansatz beruht und ursprünglich aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit eingeführt wurde. Auch die Abgeordneten und Mitglieder der kommunistischen Partei blieben von der Kritik nicht verschont: Sie wurden bezichtigt, wichtige Reformanstrengungen der Regierung zu blockieren, und dementsprechend aufgefordert, sich zukünftig aus der Arbeit der Exekutive bedingungslos herauszuhalten. Die notwendigen Reformen sollen laut Präsidenten auch wirklich umgesetzt, vor allem die Informationspolitik der Regierung soll verbessert und offener gestaltet werden. Schlussendlich bedeuteten die Reformen aber nicht eine Um-/Rückkehr zum Kapitalismus, da das planerische Element der Wirtschaft nur um ein Element der Privatinitiative erweitert und kapitalistische Akkumulation (sprich: Investitionen) für die neuen Eigentümer nicht in Frage kommen werde.


13. Dezember 2010 | Mexiko: Menschenrechte und Klimawandel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Menschenrechte und Klimawandel. Logo: Cop16Vor dem Hintergrund der UN-Klimakonferenz, die vom 29.11. bis 10.12.2010 in der mexikanischen Stadt Cancún stattgefunden hat, rückt erneut die Menschenrechtssituation des lateinamerikanischen Landes in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit. Gerade der Fall Mexikos zeigt, wie eng Menschenrechte und Klimawandel zusammenhängen. Zum einen verschlimmern sich gerade infolge des Klimawandels, der die Länder des Südens in besonderem Maße betrifft, grundlegenden Lebensbedingungen großer Teile der Bevölkerung. So ist damit zu rechnen, dass Mexiko bis zum Jahr 2050 zwischen 13 und 27 Prozent seiner derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzfläche durch Bodendegradation und Erosion verlieren wird. Außerdem ist der südliche Nachbar der USA das Land mit der zweithöchsten Entwaldungsrate in ganz Lateinamerika. Die kombinierte Wirkung beider Prozesse wird dazu führen, dass sich die Ernährung, der Zugang zu sauberem Wasser, die Wohn- und Gesundheitsverhältnisse von ca. 40 Millionen Mexikanern verschlechtern werden. Die zweite Seite der Medaille besteht darin, dass den Protesten gegen die verfehlte Umwelt- und Klimapolitik äußerst repressiv begegnet wird – ein Fakt, der sich nahtlos in das Gesamtbild der gegenwärtigen Menschenrechtssituation Mexikos einfügt. Ein Beispiel dafür ist das Vorgehen der mexikanischen Behörden gegen die Organisation OCESP (Organización de Campesinos Ecologistas de la Sierra de Petatlán y Coyuca de Catalán). Deren Aktivisten werden seit Jahren unter falschen Beschuldigungen inhaftiert, gefoltert oder ermordet. Die Verschärfung der Menschenrechtssituation war dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte Anlass genug, den mexikanischen Staat im August diesen Jahres für jene Verbrechen zu verurteilen, die von Angehörigen der Streitkräfte begangen worden waren. Wegen der jüngsten Drohungen gegen Menschenrechtsverteidiger fordert die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko die dortigen Verantwortlichen auf, endlich mit der Implementierung der Inhalte der Urteile des Interamerikanischen Gerichtshofs zu beginnen. (Logo: COP16)


11. Dezember 2010 | Guatemala: UN-Kommission im Kreuzfeuer der Medien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: UN-Kommission im Kreuzfeuer der Medien. Logo: CICIG Wenige Wochen vor der Entscheidung des guatemaltekischen Kongresses über die Verlängerung des Mandats der UN-Kommission gegen die Straflosigkeit (CICIG) ist letztere ins Visier der Presse vor allem in El Salvador und Guatemala geraten. Der Grund: Die ehemalige CICIG-Ermittlerin Giselle Rivera beschuldigt den im Juni dieses Jahres zurückgetretenen CICIG-Chef Castresana u.a. ihre Untersuchungen im Fall der drei in Guatemala ermordeten Mitglieder des zentralamerikanischen Parlamentes PARLACEN und der darauffolgenden Ermordung einiger Beschuldigter im Gefängnis Pavón torpediert und den Fall manipuliert zu haben. Was als Nachtreten wegen bösartiger persönlicher Angriffe Castresanas gegen Rivera gelten könnte, wird dadurch brisant, dass unlängst der ehemalige Abgeordnete Castillo Medrano alias „Manolillo“ als Täter von einem guatemaltekischen Gericht verurteilt wurde, Rivera jedoch der Aufassung ist, der Fall sei weitaus höher angesiedelt und involviere den ehemaligen guatemaltekischen Innenminister Carlos Vielmann, Ex-Polizeichef Sperisen ebenso wie seinen Stellvertreter Figueroa. Gegen Vielmann, der nach Spanien ausgereist war, läuft seit 9. Dezember ein Auslieferungsverfahren nach Guatemala, nachdem die spanische Justiz kein Verfahren gegen ihn eröffnen wollte. Sperisen, der Schweizer Staatsbürger ist und offenbar in Genf wohnt, muss sich möglicherweise vor einem Schweizer Gericht verantworten. Figueroa, ebenfalls mit internationalem Haftbefehl gesucht, soll sich angeblich in Österreich aufhalten. Der neue Direktor der CICIG, Francisco Dall’Anese aus Costa Rica gab in einer Zeitungsanzeige am 3. Dezember bekannt, dass die CICIG im Fall PARLACEN das Urteil der guatemaltekischen Justiz habe abwarten wollen, es aber durchaus möglich sei, den Fall wieder aufzunehmen, sobald die ausführliche Urteilsbegründung vorliege. Ausserdem gibt Dall’Anese zu bedenken, dass im Fall Pavón (und weiteren Fällen) die CICIG die genannten Funktionäre der Regierung Berger und ihre Todesschwadronen durchaus für schuldig halte und die Ermittlungen nicht durch die CICIG, sondern durch den guatemaltekischen Generalsstaatsanwalt ausgebremst worden seien. Gegen Rivera selbst ermittelt inzwischen die guatemaltekische Justiz (offenbar wegen der mutmaßlichen Weitergabe von Informationen im Fall Pavón). Es bleiben Zweifel und ein gravierender Imageschaden für die UN-Kommission. (Logo: CICIG)


06. Dezember 2010 | Uruguay: María Ester Gatti gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: María Ester Gatti gestorbenIm Alter von 92 Jahren verstarb gestern María Ester Gatti, uruguayische Menschenrechtsaktivistin und Mitbegründerin der Vereinigung der Angehörigen von verschwundenen politischen Gefangenen aus Uruguay (Madres y Familiares de Uruguayos Detenidos Desaparecidos). Gatti hatte die Organisation der Familienangehörigen 1985 gegründet, nachdem sie bereits jahrelang vergeblich versuchte, das Schicksal der Familie ihrer Tochter María Emilia aufzudecken. María Emilia Islas de Zaffaroni war 1976 im argentinischen Exil zusammen mit ihrem Mann und ihrer 18 Monate alten Tochter Mariana von argentinischen und uruguayischen Militärs verhaftet wurden. Mariana, die von einem Mitglied des argentinischen Geheimdienstes adoptiert wurde, konnte 1992 ausfindig gemacht werden. Sie erhielt ihre Identität zurück, wollte aber zunächst nichts mit ihrer Herkunftsfamilie zu tun haben. Der Fall erregte durch den französisch-uruguayischen Dokumentarfilm „Por esos ojos“ internationales Aufsehen. Das Schicksal von María Elena Islas ist bis heute ungeklärt. María Ester Gatti, die 2008 zur Ehrenbürgerin Montevideos ernannt wurde, gehörte noch 2009 zu den Aktivisten beim Referendum gegen die Straflosigkeit von während der Militärdiktatur begangenen Verbrechen.


02. Dezember 2010 | Mexiko, Lateinamerika: Feria Internacional del Libro de Guadalajara (FIL) | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Mexiko, Lateinamerika: Feria Internacional del Libro de Guadalajara (FIL), LogoDie größte Buchmesse Lateinamerikas findet vom 27. November bis 5. Dezember im mexikanischen Guadalajara statt. Sie wurde 1987 ins Leben gerufen und wird von der Universidad de Guadalajara organisiert. Ehrengast ist in diesem Jahr die spanische Region Castilla y León, die sich als Wiege des Spanischen präsentiert. Die FIL ist vor allem ein Treffpunkt für Schriftsteller der lateinamerikanischen Welt. Dieses Jahr werden unter anderem der aktuelle Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, Carlos Fuentes, Claudia Piñeiro, Gioconda Belli und Paco Ignacio Taibo II anwesend sein. Auch für deutsche Verlage ist die FIL, die nach Frankfurt die zweitgrößte Buchmesse der Welt ist, wichtig, da sie einen guten Überblick über den lateinamerikanischen Markt bietet. 2009 verzeichnete die Messe 600.000 Besucher, davon 17.000 Fachbesucher, und es präsentierten sich mehr als 1.900 Verlage aus 40 Ländern. Das Programm ist vielfältig und reicht von Lesungen, Konzerten sowie Aufführungen auf der Messe und in der ganzen Stadt über ein internationales Illustratorenforum, einen Lizenzenmarkt für Autoren und Verleger, ein wissenschaftliches Begleitprogramm in Kooperation mit der Universität Guadalajara bis hin zur FIL Niños, einer speziellen Buchmesse für Kinder. Der Literaturpreis der FIL geht in diesem Jahr an die mexikanische Schriftstellerin und Essayistin Margo Glantz. Das Gastland 2011 heißt übrigens Deutschland. (Logo: FIL)


29. November 2010 | Ecuador: Indigene erhoffen sich mehr Repräsentativität vom Zensus 2010 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Indigene erhoffen sich mehr Repräsentativität vom Zensus 2010. Quelle: INECKnapp zehn Jahre (2001) nach dem letzten Zensus wird vom Instituto Nacional de Estadística y Censos (INEC) momentan (28.11.-5.12.2010) eine neue Bevölkerungszählung sowie die Erhebung von sozioökonomischen Daten in Ecuador (Censo de Población y Vivienda) durchgeführt. Insbesondere die indigenen Völker wie auch die Afroecuadorianer erhoffen sich davon genauere und repräsentativere Statistiken als vom letzten Zensus, nach welchem die indigene Bevölkerung in Ecuador gerade einmal mit 6,8 Prozent angegeben wurde. Die jetzige Zählung wurde mit hohem finanziellen und medialen Aufwand vorbereitet. Ebenso hat man – auch aufgrund von Kampagnen indigener Organisationen wie CONAIE –  die statistischen Erhebungen in ihren Fragen mehr an die Lebenswirklichkeiten des Landes angepaßt. So wird in dem sechs Seiten langen und mit 71 Fragen versehenen Bogen erstmals nach der Sprache der Interviewten sowie beider Elternteile gefragt. Hinzu kommt die Frage nach der Autoidentifikation aufgrund von Kultur und Gebräuchen, wobei die Einteilung in Indigene, Afroecuadorianer oder afrikanischer Abstammung, Schwarze, Mulatten, Montubio, Mestizen, Weiße und andere erfolgt. Wer sich als indigen identifiziert, hat außerdem die Möglichkeit, sich als Angehöriger eines indigenen Volkes (insges. 18) oder einer Nation (insges. 14) zurechnen zu lassen (u.a. Quechua, Achuar, Awa, Cofan, Chachi, Epera, Huaorani, Secoya, Shuar, Siona, Tsátchila, Shiwiar, Zápara und Andoa). Die Partizipation indigener Organisationen in der Vorbereitungs- und Durchführungsphase ist ein Novum, da dem Zensus – vor allem bei der Landbevölkerung – der Makel der kolonialen Vergangenheit (zu Zwecken der Besteuerung) anhaftet. In diese Richtung zielten auch die Kritiker, welche die Ankündigung und Information über den Zensus auf dem Land als nicht ausreichend einschätzten. (Grafik: INEC)


24. November 2010 | China, Lateinamerika: China nimmt Lateinamerika ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

China, Lateinamerika: China nimmt Lateinamerika einAuf einer Pressekonferenz in Madrid brachte Enrique Iglesias, Generalsekretär des iberoamerikanischen Bündnisses, seine Besorgnis über den chinesischen Investitionsstil in der Region zum Ausdruck. Iglesias sagte der Presse, dass China „sehr wichtig“ für Lateinamerika sei, dass aber auch China die natürlichen Ressourcen dieser Länder brauche. Der Generalsekretär stellte klar, dass das Betriebsmodell noch zu definieren sei und dass es für beide Seiten angemessen sein müsse. China hat sich für die lateinamerikanischen Länder von einem peripheren Wirtschaftspartner in eine Hauptfigur bei lokalen Investitionen und zum Empfänger von Rohstoffen und Waren verwandelt. In einem neuen Bericht vom Oktober dieses Jahres der Unidad de Economías Emergentes der BBVA Research analysiert eine Abteilung der spanischen Bank Banco Bilbao Viscaya Argentaria die Veränderung der Beziehung zwischen dem asiatischen Riesen und den noch wachsenden Ländern von Mexiko im Norden bis nach Chile im Süden des Kontinents. Seit 1999 hat sich der wirtschaftliche Austausch zwischen den neuen Partnern fast verelffacht. Der Export der lateinamerikanischen Länder nach China ist von weniger als 5 Milliarden 1999 auf fast 50 Milliarden US-Dollar 2009 gestiegen, während die Importe aus China nach Lateinamerika von fast 7 Milliarden 1999 auf 73 Milliarden US-Dollar 2009 gestiegen sind und 2008 mit 87 Milliarden US-Dollar ihren Höchststand erreichten. China ist aktuell der zweitgrößte Investor in der Region, übertroffen nur von der USA und noch vor der EU. Obwohl der geschäftliche Austausch mit China Lateinamerika geholfen hat, die weltweite Wirtschaftskrise mit weniger Problemen durchzustehen, befürchten viele Politiker und Wirtschaftswissenschaftler infolge des immer größer werdenden chinesischen Hungers nach Rohstoffen für ihre Industrie, dass die Beziehung mit China nur ein Austausch von Rohstoffen für Waren bleibt und Lateinamerika am Ende dort stehen bleibt, wo es von Spanien und England und später den Vereinigten Staaten zurückgelassen wurde (Bildquelle: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert).


22. November 2010 | Panama / Kolumbien: Politisches Asyl für ehemalige DAS – Direktorin | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Panama

Logo DAS [Departamento Administrativo de Seguridad] (Foto: Public Domain)Über das politische Asyl für die ehemalige Direktorin des kolumbianischen Geheimdienstes DAS [Departamento Administrativo de Seguridad] Maria del Pilar Hurtado, wird, laut der Ankündigung des panamaischen Präsidenten Ricardo Martinelli, bald entschieden werden. Er begründete dies damit, dass Panama gegenüber politisch verfolgten Menschen, ganz gleich welcher Couleur, von jeher sehr liberal gegenüberstand und all jenen politisches Asyl angeboten hat. Dies wird auch, so der Präsident Panamas weiter, nicht zu diplomatischen Konfrontationen zwischen Panama und Kolumbien führen, der am Wochenende mit Juan Manuel Santos, Präsident Kolumbiens, telefonierte. Unterdessen lies die Außenministerin Kolumbiens, Maria Angela Holguin, verlautbaren, dass man sehr wohl über eine diplomatische Protestnote gegenüber Panama bezüglich des Asylantrages Hurtados nachdenke. Maria del Pilar Hurtado, die sich seit Anfang November in Panama aufhält, erwartet in Kolumbien einen juristischen Prozess hinsichtlich ihrer Tätigkeit als Direktorin vom DAS von 2007 bis 2008. In dieser Zeit wird dem Geheimdienst DAS vorgeworfen unter ihrer Führung vor allem Mitglieder des Obersten Gerichtshofes und der Opposition, sowie Journalisten systematisch ausspioniert und bespitzelt zu haben.(Bildquelle:Public Domain)


18. November 2010 | Mexiko: UNESCO erhebt mexikanische Küche zum Weltkulturerbe | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: UNESCO erhebt mexikanische Küche zum Weltkulturerbe, Foto: Quetzal-Redaktion, pg Guacamole, chiles, mole poblano, tacos, enchiladas und unzählige salsas – die mexikanische Küche ist reichhaltig, abwechslungsreich und komplex. Und sie ist seit dieser Woche auch ein besonders schützenswertes immatrielles Weltkulturerbe. Die UNESCO pries die Erwählte für ihre „praktischen Rituale, das alte praktische Wissen und die uralten kulinarischen Techniken und Bräuche“. Auch wenn hierzulande mexikanische Küche allzu oft mit Tex-Mex-Küche verwechselt wird und alles, was nur Mais und rote Bohnen enthält, als mexikanisch deklariert wird, die Küche Mexikos ist weit vielgestaltiger. Was wären wir ohne Schokolade, Tomaten, Chilischoten oder Vanille? Die verdanken wir den alten Mexikanern. Doch auch in Mexiko greift die Nahrungsmittelglobalisierung um sich, die Mexikaner ernähren sich inzwischen eher von Fertiggerichten und Junkfood, dementsprechend nimmt die Fettleibigkeit im Lande in alarmierendem Maße zu. Vielleicht hilft die Entscheidung der UNESCO den Mexikanern, sich auf den Reichtum und die Komplexität ihrer traditionellen Küche zu besinnen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg).


15. November 2010 | Haiti: Nach dem schweren Erdbeben sucht jetzt die Cholera das Land heim | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti

Die Cholera bereitet sich vor allem in den Slums von Haiti aus  - Foto: Logan Abassi, UN PhotoDie Narben des schweren Erdbebens vom 12.01.2010 sind noch nicht verheilt, da reißt ein neuer Feind tiefe Wunden unter der haitianischen Bevölkerung: die Cholera. Vor etwa drei Wochen tauchten erste Opfer auf, bei denen die Bakterien nachgewiesen wurden. Inzwischen scheint die Seuche lautlos durch die Hauptstadt Port-au-Prince zu ziehen. Der Tod klopft aber nicht an die Türen, er holt sich die meisten Menschen aus den überfüllten Zeltlagern oder den dichtgedrängten Wellblechsiedlungen. Geringe Hygienestandards durch oftmals fehlende Latrinen oder zu wenige Trinkwasserstellen und vor allem das vollkommen überforderte Gesundheitssystem bilden den Nährboden, dass sich die Cholera in unglaublicher Geschwindigkeit ausbreitet. Derzeit gehen Schätzungen davon aus, dass knapp 15.000 Haitianer infiziert sind. Offiziell gibt es bisher 917 Todesopfer. Obwohl die Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika normalerweise sehr gut sind, schaffen es die meisten Infizierten nicht zum Arzt. Deshalb wird geschätzt, dass momentan etwa sieben Prozent der Erkrankten sterben. Die UN geht inzwischen davon aus, dass sich 200.000 Haitianer an der Cholera infizieren könnten (Bildquelle: Logan Abassi / UN Photo).


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