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Noticias Lateinamerika

03. Juni 2013 | Costa Rica: Tödlicher Natur- und Umweltschutz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Die Eier der Lederschildkröte sind begehrtes Raubgut -Foto: rustinpc

Am vergangenen Wochenende wurde ein Umweltschützer an der karibischen Küste Costa Ricas ermordet. Der Umweltschützer überraschte in der Nacht Plünderer, wie sie gerade dabei waren, Schildkröteneier zu stehlen. Die Eier der Lederschildkröte werden auf dem Schwarzmarkt für viel Geld gehandelt. Ihnen wird eine aphrodisische Wirkung nachgesagt, so dass eine rege Nachfrage nach diesen Eiern besteht. Besonders in ärmeren Regionen – wie an der karibischen Küste Costa Ricas – bilden die Plünderungen neben dem Drogenhandel eine Möglichkeit ein Auskommen zu verdienen. Plünderer können an einem Abend mit den Eiern der Lederschildkröte etwa US$700 verdienen. Nicht zu Letzt auch deswegen sind die Bestände der Lederschildkröte (eine der größten Landschildkröten der Erde) in den letzten Jahren um 90 Prozent zurückgegangen. Der Kampf gegen die Plünderungen der Nester und zum Schutz der Eier ist nahezu aussichtslos. Wie involvierte Umweltschützer berichteten, sind die Räuber materiell besser ausgerüstet (moderne Pick-Ups, Nachtsichtgeräte und bewaffnet). Auch von der Regierung Costa Ricas sowie den Behörden auf lokaler Ebene ist keine Unterstützung im Kampf zu erwarten. Patrouillenfahrten und Kontrollen der relevanten Strandabschnitte werden nicht von der Polizei durchgeführt. Vielmehr sind die Umweltschützer Todesdrohungen, Überfällen und Verfolgungen mit Macheten ausgesetzt. (Bildquelle: rustinpc)


30. Mai 2013 | Honduras/ Guatemala: Kriminalisierung soll soziale Bewegungen mundtot machen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala, Noticias Honduras

Honduras: Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres - Foto: Nina Kreuzinger, Honduras JournalistInnen Delagation 2012Zwei Länder, sehr verschiedene historische Hintergründe und doch eine parallele Entwicklung: Inmitten einer jeweils angespannten politischen Situation spitzt sich sowohl in Guatemala als auch im Nachbarland Honduras die Repression gegen die indigenen und sozialen Bewegungen, die sich für ihre Rechte (z.B. konsultiert zu werden) und gegen transnationale Energie- und Bergbauprojekte engagieren, enorm zu. Zu den eingesetzten Mitteln gehören Drohungen und Morde, aber auch Diffamierungskampagnen und immer mehr die Kriminalisierung der Protestierenden. In Honduras erreicht diese Repressionswelle nun einmal mehr die führenden Köpfe der Zivilgesellschaft: So wurde am 24.Mai Berta Cáceres (Bild), Koordinatorin des Zivilen Rates der Volks- und indigenen Organisationen von Honduras (COPINH) auf dem Weg zu Gemeinden, die sich gegen den bevorstehenden Bau des Wasserkraftwerks „Agua Zarca“ zur Wehr setzen, zunächst von einer Militärpatrouille angehalten und dann von Polizisten, die mit zivilen Fahrzeugen des Kraftwerksunternehmens unterwegs waren, verhaftet. Erst am nächsten Tag wurde sie nach internationalen Protesten wieder freigelassen. Cáceres darf nun das Land nicht mehr verlassen, ihr droht ab Mitte Juni ein Prozess wegen angeblichen illegalen Waffenbesitzes. Das (einzige!) Fahrzeug der Organisation, das die Waffe offen auf der hinteren Ladefläche transportiert haben soll, wurde beschlagnahmt. Einen Tag zuvor hatten Polizei und Sondereinheiten eine Straßenblockade von Kraftwerksgegnern geräumt. Dem Vernehmen nach wurden Tränengas und scharfe Munition eingesetzt. Es gab mindestens fünf Festnahmen und mehrere Verletzte. Für Guatemala versandte die internationale Menschenrechtsorganisation Peace Brigades International (PBI) am 27.Mai einen dringenden Hilferuf, der die gravierende Situation speziell in den von Großprojekten besonders betroffenen östlichen Provinzen Chiquimula, Zacapa, Santa Rosa, Jalapa, aber auch Huehuetenango, Alta Verapaz und Izabal, thematisiert. Auch dort gab es seit Jahresbeginn mehrere Tote, Verletzte und Verhaftete. Ganze Gemeinden leben in permanenter Angst vor Repressalien und Kriminalisierung. Gefordert ist nun das aktive Einschreiten der Auslandsvertretungen derjenigen Länder, die an den Projekten beteiligt sind, zugunsten der Menschenrechte und des Schutzes der lokalen Menschenrechtsverteidiger. Im Falle des honduranischen „Agua Zarca“ hat offenbar die deutsche Firma Voith Hydro, ein Gemeinschaftsunternehmen von Voith und Siemens, die Ausschreibung für die Turbinen und weitere Ausrüstung des 21,3 Megawatt-Kraftwerks gewonnen. (Bildquelle: (C) Nina Kreuzinger_, Honduras JournalistInnen Delagation 2012)


23. Mai 2013 | Peru: Aufstände in der peruanischen Stadt Casma | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Gesellschaft, Proteste - Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit vergangenem Montag kommt es in der peruanischen Region Áncash immer wieder zu Aufständen wütender Bewohner der Stadt Casma. Auslöser dafür war der ebenfalls am Montag verübte Mord an dem Geschäftsmann Alberto Coveñas Sernaqué. Zwei Jugendliche im Alter von 18 und 19 Jahren hatten ihn mit Schüssen in Gesicht und Brust getötet. Vor Gericht sagten sie aus, von der Schwägerin des Opfers mit Geld zu dem Mord verleitet worden zu sein. Die Menschen in Casma wehren sich nun gegen die zunehmende Gewalt in ihrer Stadt sowie die unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen. Ihre öffentliche Wut ging so weit, dass sie das Kommissariat angriffen, um es zu stürmen und in Eigeninitiative Gerechtigkeit an den mittlerweile inhaftierten Tätern zu verüben. Dabei kam es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die versuchte, die aufgebrachte Menge unter Kontrolle zu bringen. Den bisherigen Gipfel des Protests stellt die andauernde Blockade eines 125km langen Abschnitts der Panamericana dar. Mehrere Fahrzeuge bilden derzeit auf der Höhe von Puente Sechín eine 500 Meter lange Autoschlange, die, verstärkt durch Steine, Amerikas wichtigste Handelstraße teilweise versperrt. Da die einheimischen Polizisten bisher erfolgreich von den Demonstranten zurückgedrängt wurden, ist Unterstützung durch Einsatzkräfte der „Escuadrón de Emergencia“ und der „Unidad de Acciones Tácticas“ eingetroffen, die dabei helfen sollen, die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


21. Mai 2013 | Guatemala: Genozid-Urteil gegen Rios Montt aufgehoben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Rios Montt in der Gerichtsverhandlung des Genozids - Foto: MiMundo.org, James Rodríguez

Nur ein langes Wochenende nach dem historischen Urteil gegen Guatemalas ehemaligen Diktator Efraín Rios Montt wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, hatte die Revision seiner Verteidiger bereits Erfolg. Am Pfingstmontag, 20. Mai 2013, hob das guatemaltekische Verfassungsgericht das Urteil von insgesamt 80 Jahren Gefängnis gegen den 86jährigen auf und ordnete an, dass das gleiche Gericht den Prozess mit Stand vom 19. April 2013 wieder aufnehmen müsse. Am 19. April, dem 21. Prozesstag, war die Verhandlung unterbrochen worden. Es hatte Kontroversen um den Versuch der Verteidigung, den Prozess bis zurück ins Jahr 2011 zu annullieren, und um die Nicht-Zulassung eines Anwaltes von Rios Montt, Francisco García Gudiel, gegeben. Theoretisch dürfte eine Wiederaufnahme des Prozesses und auch die mögliche Anhörung von mehr EntlastungszeugInnen nichts an der erdrückenden Beweislast gegen Rios Montt verändern: Eine Vielzahl von ZeugInnen aus der Ixil-Region sowie forensische Gutachten und die Analyse militärischer Dokumente konnten überzeugend bestätigen, dass Massaker, Folter, Vergewaltigung, Vertreibung, Niederbrennen von Häusern und Ernten sowie der Raub von Kindern planvoll und systematisch betrieben wurden und Rios Montt als Staatschef verantwortlich war. Angesichts der wackeligen Rechtsstaatlichkeit Guatemalas und der deutlich erkennbaren Absicht der Verteidiger Rios Montts, die Zusammensetzung des Gerichts zu verändern, ist in der Praxis aber vieles möglich. Zwei Mitglieder des fünfköpfigen Verfassungsgerichtes hatten denn auch in abweichenden Voten erklärt, die Wiederaufnahme des Prozesses sei unverhältnismäßig. Ein Teil der reklamierten Verfahrensfehler sei außerdem im Prozess bereits repariert worden. Rios Montt selbst musste nach dem Urteil zwei Tage im Gefängnis verbringen, danach wurde er wegen Bluthochdrucks und Prostataproblemen in ein Militärkrankenhaus gebracht. Über seine mögliche vorübergehende Haftentlassung und weitere Anträge der Verteidigung ist noch nicht entschieden. (Bildquelle: MiMundo.org, James Rodríguez)


17. Mai 2013 | Ecuador: Pegasus sendet erste Bilder aus dem All | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Pegasus sendet erste Bilder aus dem All - Foto: Presidencia de la República del Ecuador Er trat seine Reise bereits am 26. April an, heute sendete er seine ersten Bilder: NEE-01 Pegaso, 10x10x75 cm groß und ganze 1,2 kg schwer. Der Nanosattelit vom Typ 1U CubeSat ist der erste Satellit aus Ecuador, der in den Orbit geschickt wurde. Gebaut und (in China) ins All geschickt wurde der Winzling von der EXA (Agencia Espacial Civil Ecuatoriana), der zivilen Weltraumorganisation des Landes. Die EXA ist eine NGO, die sich der Erforschung des Weltraums und der Planeten verschrieben hat, ihr operativer Direktor ist Ronnie Nader Bello, Ecuadors erster Raumfahrer. So klein der Weltraumkubus auch ist, er hat einige innovative Technik an Bord und seine Solarpanels gehören mit nur 1,5 mm Stärke zu den dünnsten, die jemals bei Satelliten eingesetzt wurden. NEE-01 Pegaso hat zwei wesentliche Aufgaben: Er soll Informationen für den Bau komplexerer Satelliten liefern und mit seinen Bildern ecuadorianischen Schulkindern ein besseres Verständnis vom Weltraum vermitteln. Und so ganz nebenbei wird er potentiell gefährlichen erdnahen Weltraummüll aufspüren (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


13. Mai 2013 | Brasilien: Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen sinkt weiter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom125 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei gibt es aufgrund der Hautfarbe in Brasilien noch sehr viele Vorurteile und Ungleichheiten. Nichtsdestotrotz konnten diese in den letzten zehn Jahren deutlich vermindert werden, so hat sich z.B. der Anteil der Brasilianer mit dunkler Hautfarbe an Universitäten von 19 auf 38 Prozent verdoppelt. Zu gleichen Zeit wurde zwar der Unterschied im Pro-Kopf-Einkommen zwischen Weißen und Schwarzen vermindert, noch immer werden Schwarze bei vergleichbaren Job-Profilen im Vergleich zu Weißen beim Verdienst diskriminiert. Je nach Berufsgruppe gibt es aber nicht nur in Bezug auf das Einkommen hohen Nachholbedarf. Während in der Medizin der Anteil nur 17 Prozent beträgt, nähert sich der Anteil in Lehramtsberufen mit 41 Prozent deutlich mehr dem Anteil der Schwarzen in der Gesamtbevölkerung von 51 Prozent. Im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums und aufgrund von zahlreichen Sozialprogrammen für Arme – in denen Schwarze mehrheitlich vertreten sind – konnte auch deren Anteil an der Mittelschicht (Pro-Kopf-Einkommen zwischen 291 und 1109 Reais, ca. 100 bis 400 Euro) gesteigert werden, d.h. waren im Jahr 2001 nur 31 Prozent der schwarzen Bevölkerung Teil der neuen Mittelschicht, so sind es jetzt 51 Prozent. Innerhalb dieser gibt es aber noch starke Ungleichheiten. So beträgt der Anteil von Schwarzen bei den ärmsten 10 Prozent 62 Prozent, bei den reichsten 10 Prozent aber nur 39 Prozent. (Bildquelle: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom)


09. Mai 2013 | Mexiko: Migranten in Tijuana | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

mexiko-foto-quetzal-redaktion-glEtwa 3000 Migranten aus Mittelamerika und verschiedenen Regionen Mexikos leben unter unwürdigen Lebensbedingungen im Flussbett der Stadt Tijuana. Die Migranten wurden aus den Vereinigen Staaten abgeschoben und blieben gleich an der Grenze, um eine Rückkehr in die USA zu versuchen. In der Zwischenzeit halten sie sich in der Stadt Tijuana auf. Bis vor ein paar Monaten verfügten sie über provisorische Hütten aus Plastik und Pappe am Flussbett des Río Tijuana, aber die mexikanische Polizei hat alles verbrannt. Jetzt leben die Migranten unter unwürdigen Bedingungen in Tunneln in dem Flussbett. In den etwa 30 Tunneln bzw. pocitos wohnen die Migranten und schützen sich so vor der Polizei und der Kriminalität. Die pocitos sind 15 Meter lange Tunnel in ein Meter Tiefe und wurden von den Migranten selbst gebaut. Die lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen haben bereits mehrmals auf die Situation aufmerksam gemacht, ohne dass jedoch eine der drei Ebenen der mexikanischen Regierung eine entsprechende Reaktion gezeigt hätte (Bildquelle: Quetzal-Redaktion,gl).


06. Mai 2013 | Costa Rica: Obama beim mittelamerikanischen Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica

Costa Rica: Logo Sistema de la Integración Centroamericana (SICA) - Foto: SICAUS-Präsident Barack Obama besuchte für drei Tage Mexiko und Costa Rica.  Auf der Agenda standen die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen sowie die Zusammenarbeit bei der Einwanderung und im Anti-Drogen-Kampf. Nach einem Treffen mit dem mexikanischen Staatschef Enrique Peña Nieto am Donnerstag reiste Obama nach Costa Rica weiter. In der Hauptstadt San José traf er sich am Freitag mit Costa Ricas Präsidentin Laura Chinchilla. In seiner Rede würdigte der US-Präsident das mittelamerikanische Land als „ein Vorbild in nachhaltiger Entwicklung, freiem Handel und Demokratie”. Costa Rica, das sich seit längerem um eine Aufnahme in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bemüht, bringe deshalb gute Voraussetzungen dafür mit. Nach dem Treffen mit Chinchilla kam Obama zu einem Arbeitsessen mit den Staats- und Regierungschefs der sieben mittelamerikanischen Länder und der Dominikanischen Republik im Nationaltheater zusammen. Dort verwies er darauf, dass die Länder der Region im Kampf gegen den Drogenhandel nur gemeinsam eine Chance hätten. Zugleich machte er deutlich, dass er dabei nicht auf eine weitere Militarisierung setzen wolle. Am Sonnabend flog Obama in die USA zurück. Zuletzt hatte 1963 mit John F. Kennedy ein US-Präsident an einem Gipfel in San José teilgenommen (Bildquelle: SICA).


03. Mai 2013 | Argentinien: Buchmesse von Buenos Aires will Brücken bauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Buchmesse Buenos Aires - Foto: Gobierno de la Ciudad de Buenos AiresDie 39. Ausgabe der Feria Internacional del Libro de Buenos Aires, die zweitgrößte Buchmesse des Kontinents und das wichtigste Kulturereignis Argentiniens, hat am 25. April begonnen. Das diesjährige Motto lautet Libros como Puentes. Es wird mit mehr als einer Million Lesern sowie über 10.000 Fachbesuchern gerechnet. Unter den literarischen Gästen finden sich so bekannte Namen wie Leonardo Padura, Laura Esquivel, Osvaldo Bayer, Claudia Piñeiro, Martín Kohan, Pablo de Santis, Arturo Pérez Reverte, Juan Villoro, Cees Nooteboom, John Coetzee, Javier Cercas und Rosa Montero. Erstmals gibt es mit Amsterdam auch einen Ehrengast – noch dazu einen, der sich mit Brücken auskennen dürfte. Neben einem Kritikerpreis wird auf der Buchmesse, die noch bis zum 13. Mai andauert, auch ein Leserpreis verliehen, dessen Preisträger die Leser aus einer Vorauswahl von zwanzig argentinischen Büchern bestimmen können, auch online unter http://www.el-libro.org.ar/internacional/culturales/premio-del-lector. Argentinien ist ein Land mit einer großen Literatur- und Lesetradition. Es gibt mehr als 465 Verlage. Die argentinische Hauptstadt verfügt über eine so hohe Dichte an Buchhandlungen, von der andere Städte nur träumen können. Um diesen ausgeprägten eigenen Literaturmarkt auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen, hat die argentinische Regierung 2009 das Übersetzerprogramm SUR aufgelegt, durch das Übersetzungen argentinischer Literatur in fremde Sprachen gefördert werden (Bildquelle: Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires_).


25. April 2013 | Bolivien, Chile: Bolivien reicht beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage gegen Chile ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Chile

Bolivien: Außenminister David Choquehuanca (3.6.2012) - Foto: Juan Manuel Herrera/OASDer bolivianische Außenminister David Choquehuanca reichte gestern beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage gegen Chile ein. Bolivien fordert Verhandlungen mit Chile „in gutem Glauben“, um ein schnelles und echtes Abkommen auszuhandeln, das Bolivien einen souveränen Zugang zum Pazifik verschafft. Bolivien fordert diesmal aber nicht die Aufhebung des Vertrages mit Chile aus dem Jahr 1904, bei dem die Grenzen zwischen beiden Ländern festgelegt wurden und Bolivien den Zugang zum Meer aufgrund von Gebietsverlusten an das Nachbarland verlor. Der Bogotá-Pakt verhindert es, Angelegenheiten, die vor 1948 entschieden worden sind, infrage zu stellen. „Wir werden unsere Souveränität an kein anderes Land abtreten“ und „ich werde mit aller Macht der Welt das Gebiet und das Meer von Chile verteidigen“, warnte der Präsident Chiles, Sebastián Piñera. Doch „wir werden eine konstruktive Einstellung haben und den Dialog aufrechterhalten, wie wir es immer gemacht haben, um zu ermöglichen, dass der bolivianische Handel über die chilenischen Häfen erfolgen kann. Der beste Beweis, dass Chile in ehrlicher Weise und in gutem Glauben den Vertrag aus dem Jahr 1904 befolgt habe, sei, dass über 70 Prozent des Seehandels von Bolivien heute über die chilenischen Häfen abgewickelt werde“, so Piñera (Bildquelle: Organization of American States (OAS), Juan Manuel Herrera).


22. April 2013 | Paraguay: Colorados kehren zurück | Kategorie(n): Noticias, Noticias Paraguay

Paraguay: Horacio Cartes ist Sieger bei den Präsidentschaftswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei den Präsidentschaftswahlen in Paraguay hat sich erwartungsgemäß Horacio Cartes von der Colorado-Partei durchgesetzt. Auf ihn entfielen 45,9 Prozent der Wählerstimmen. Sein schärfster Widersacher, Efraín Alegre, von der Authentischen Radikalen Liberalen Partei erzielte 36,8 Prozent. Die weiteren Kandidaten folgten weit abgeschlagen. Die linkszentristische Koalition Avanza País mit ihrem Spitzenkandidaten Mario Ferreiro kam gerade auf 5,5 Prozent. Sowohl der Frente Guasú wie auch die Partei Geliebte Heimat spielten überhaupt keine Rolle. Damit scheint die historische Zäsur der Präsidentschaft des Ex-Bischofs Fernando Lugo endgültig beendet, nachdem der legitime Präsident durch einen parlamentarischen Putsch im Juni 2012 per Abwahlverfahren abgesetzt wurde. Es regieren nun wieder die Colorados, die die Macht bereits während der 61 Jahre vor Lugos Präsidentschaft innehatten. Und damit besitzen die Großgrundbesitzer und mächtigen Agrarkonzerne einen Fürsprecher im höchsten Amt des Staates. Eine Agrarreform rückt in unendliche Ferne, während der Einsatz von genmanipuliertem Saatgut und eine Ausweitung der Soja-Monokultur in den nächsten Jahren keinen staatlichen Beschränkungen mehr unterliegen dürfte. Offen ist hingegen, inwiefern einige Errungenschaften Lugos wie eine kostenlose Gesundheitsversorgung und ein kostenloses Schulsystem bestehen bleiben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


21. April 2013 | Peru: Peruanische Wissenschaftler beteiligen sich an der Katalogisierung der Buckelwale | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Wissenschafler aus Peru untersuchen Buckelwale - Foto: Public DomainIn Peru hat sich eine Gruppe von Wissenschaftlern mit dem Ziel zusammengeschlossen, genauere Informationen über die vor der nordperuanischen Küste lebenden Buckelwale zu sammeln. Mit Hilfe einer Technik namens Fotoidentifikation will das Team Näheres über Größe und Zusammenleben der Population sowie das Sexualverhalten der Tiere herausfinden. An der Initiative sind neben Peru, welches sich im Decreto Supremo Nº 026-2001-PE für ein Walfangverbot ausspricht, auch Organisationen aus Costa Rica, Kolumbien, Ecuador, der antarktischen Halbinsel und Chile beteiligt. Dort wurde das Programm von Jorge Acevedo, einem Mitarbeiter des Centro de Estudios del Cuaternario de Fuego-Patagonia y Antártico, entwickelt. Die Kosten übernahm das Instituto Antarctico de Chile. Diese Aufgabe fällt, zumindest was die peruanische Forschung angeht, heute einer Firma für Ökotourismus (Pacífico Adventures) zu. Um die Tiere nicht in ihrer natürlichen Lebensweise zu stören, müssen bei den Untersuchungen einige Richtlinien befolgt werden. Dazu gehört vor allem, während der Touren die nötige Distanz zu den Walschulen einzuhalten. Mit dem Projekt wurden bereits 212 Wale vor der Nordküste Perus identifiziert. Zählt man die Ergebnisse der anderen Länder dazu, kann von 4.480 identifizierten Exemplaren die Rede sein. Die Nachforschungen über die Buckelwale sind dringend notwendig, um ihren Bestand zu sichern. Auch die Einwohner der Region müssen deshalb auf die Verletzlichkeit der Meeressäuger aufmerksam gemacht werden, welche auf einen geschützten Lebensraum angewiesen sind. Diese Aufklärungsmaßnahmen beziehen sich vor allem auf die Fischer, die dafür aktiv in den Ökotourismus integriert werden, wodurch ihnen eine weitere Einnahmequelle geboten wird. Dadurch soll die Artenvielfalt der Region erhalten bleiben. (Bildquelle: Public Domain)


15. April 2013 | Venezuela: Knapper Wahlsieg für Maduro | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Chávez-Nachfolger Nicolás Maduro - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela

Wie der Wahlrat CNE gestern 23:20 Uhr Ortszeit in Caracas bekanntgab, hat Interimspräsident Nicolás Maduro die Wahl mit 50,66 Prozent der abgegebenen Stimmen für sich entscheiden können. Für ihn stimmten 7.505.338 Venezolaner. Der Einheitskandidat der Opposition, Henrique Capriles Radonski erhielt 49,07 Prozent. Mit einer Differenz von 235.000 Stimmen fiel das Ergebnis unerwartet knapp aus. Im Vergleich zu den Wahlen im Oktober des Vorjahres, die noch von Hugo Chávez bestritten worden waren und mit dessen eindeutigen Sieg endeten, konnte das anti-chavistische Lager zusätzlich 600.000 Wähler für sich gewinnen. Die Wahlbeteiligung lag mit 78,71 Prozent knapp unter der von 2012. Die Wahl war von zahlreichen Hackerattacken gegen den CNE und Websites der Regierungsparteien begleitet. Capriles hat bereits eine Neuauszählung der Wahlergebnisse gefordert, während Maduro vor Anhängern erklärte, dass das Volk entschieden habe und er deshalb eine Überprüfung nicht fürchte. Die Amtszeit des neugewählten Präsidenten ist bis 2019 datiert und soll am kommenden Freitag beginnen. Mit Maduro beginnt die neue Ära des Chavismo ohne Chávez. In den nächsten sechs Jahren werden seine Nachfolger beweisen müssen, dass die Bolivarische Revolution auch ohne ihren charismatischen Führer Bestand hat und wie sie unter schwierigeren Bedingungen fortgesetzt werden kann. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


13. April 2013 | Uruguay: Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren wird erlaubt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Uruguay: Uruguayische Parlament - Foto: Presidencia de la República del EcuadorUnd plötzlich waren es elf. Seit dem 10. April existiert in elf Ländern eine Gesetzesnorm, die Homosexuellen die Eheschließung erlaubt. Das kleine Uruguay ist nun eines davon. „Das ist ein Gesetz gegen niemanden. Es erkennt lediglich Verhältnisse an, die die Gesellschaft bisher unter dem Teppich hielt.“ So kommentierte Jorge Orrico (Frente Amplio) das neue Gesetz. Und selbst José Carlos Cardozo, ein Abgeordneter vom konservativen Partido Nacional, betonte, dass sich die Gesellschaft verändert habe und das Parlament diese Veränderungen anerkennen müsse. Mit einer deutlichen Mehrheit, 71 von insgesamt 92 Stimmen, wurde am Mittwoch in Uruguay die „Homoehe“ erlaubt. Die katholische Kirche hatte zuvor gegen das Gesetz mobil gemacht und argumentativ selbst den neuen Papst ins Feld geführt, der 2010 als Erzbischof in Argentinien noch die Identität und das Überleben der Familie gefährdet sah. Geholfen hat es nicht. Das neue Gesetz erlaubt es homosexuellen Paaren auch, Kinder zu adoptieren. Darüber hinaus wurde das Namensrecht geändert; Paare können jetzt die Reihenfolge der Nachnamen ihrer Kinder selbst bestimmen. Die patriarchalische Gewohnheit – erst der Nachname des Vaters, dann der der Mutter – hat also ebenfalls ausgedient. Das, so ein Abgeordneter, verändere die Rolle der Frau in der Familie. Nach Argentinien (2010) ist Uruguay das zweite lateinamerikanische Land, das Homosexuellen die Eheschließung erlaubt. In Mexiko (D.F., Quintana Roo) und Brasilien (Alagoas) gelten entsprechende Regelungen in einzelnen Regionen. In anderen Ländern, so z.B. in Kolumbien, gibt es Gesetzesintiativen. Im Übrigen sind es jetzt zwölf: Frankreich hat nur einen Tag nach Uruguay seinen Kulturkampf mit der Entscheidung für die „mariage pour tous“ entschieden. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


08. April 2013 | Venezuela: Aktuelles eine Woche vor der Wahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Vicepräsident Nicolás Madura auf Kuba - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela

Der Wahlkampf in Venezuela befindet sich eine Woche vor der Abstimmung am 14. April in der heißen Phase. Erneut zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Die politische Stimmung im Land ist zwar nicht erst seit dem Tod von Hugo Chávez angespannt, doch bedienen sich derzeit vor allem die beiden größten politischen Lager anscheinend aller verfügbaren Mittel, um die Stimmen noch unentschlossener Wähler für sich zu gewinnen. Einige prominente Beispiele: Übergangspräsident Maduro sprach in den vergangenen Tagen von Mordkomplotten der ‘Imperialisten’ sowie ‘rechtsgerichteter Kräfte aus El Salvador’ gegen ihn, weiterhin beschuldigte er die Opposition unter Herausforderer Capriles, für mehrere Sabotageakte, beispielsweise des Stromnetzes, verantwortlich zu sein, welche das Land destabilisieren sollen. Zu guter Letzt soll ihm außerdem der Geist von Chávez in Gestalt eines Vogels erschienen sein und ihm seinen Segen für den Wahlkampf erteilt haben. Die Opposition weist die Vorwürfe natürlich strikt zurück und fürchtet Wahlmanipulationen durch die Regierung sowie die Einmischung des Militärs. Als Reaktion auf Maduros spirituelle Begegnung mit Chávez bezeichnete ihn Capriles mehrfach als ‘nicht ernstzunehmend’. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


05. April 2013 | Nicaragua: Proteste gegen das Gesetz zum Schutz der Frauen vor Gewalt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Gewalt gegen Frauen - Foto: Amnesty International, Grace GonzalezDas vor zehn Monaten in Gang gesetzte Gesetz zum Schutz der Frauen vor Gewalt hat große Kontroversen in Nicaragua hervorgerufen. Mitglieder des Obersten Gerichtshofs, Männervereinigungen und die evangelische und katholische Kirche sprachen sich vor wenigen Tagen gegen das Gesetz 779 (Ley Integral Contra la Violencia hacia las Mujeres) aus. Ihrer Meinung nach hat das Gesetz u.a. einen rachsüchtigen Charakter gegen die Männer und verletzt die Unschuldsvermutung für Männer. Das Gesetz begünstigt willkürlich einen Sektor der Gesellschaft zum Nachteil der Gleichheit und der Rechte von Männern. So müssen nicaraguanische Männer nach Gewalt gegen ihre Partnerin künftig das Haus verlassen, selbst wenn dieses ihnen gehört. Das neue Gesetz schließt auch die Mediation und ein entsprechendes Verfahren aus. Ein Staatsanwalt des nicaraguanischen Obersten Gerichtshofs wies darauf hin, dass es in den letzten Jahren nach Mediationen viele Fälle von Femizid gegeben habe, weshalb es notwendig sei, die Mediation bei Gewalt gegen Frauen zu verbieten. „Die Sorge der Anwälte, die sich gegen das Gesetz geäußert haben und den Ausschluss der Mediation kritisieren, gilt weder der Einheit der Familie noch der Verteidigung von Frauenrechten, sondern hat lediglich wirtschaftliche Gründe,“ betonte Deborah Grandison, Sonderstaatsanwalt für Frauen. Die Gewerkschaft des Obersten Gerichtshofs und Frauenbewegungen verteidigen das Gesetz, das im Januar 2012 in der Nationalversammlung Nicaraguas einstimmig gebilligt wurde und am 22 Juni 2012 in Kraft trat. Der Abgeordnete Carlos Emilio López erklärte, das Gesetz stehe ganz im Einklang mit der Verfassung und garantiere das Recht auf Gleichheit zwischen Frauen und Männern. Zudem entspreche es internationalen Rechtsinstrumenten zu den Menschenrechten; u.a. nannte López die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau und die Interamerikanische Konvention über die Verhütung, Bestrafung und Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (Bildquelle: Amnesty International_, Grace Gonzalez).


01. April 2013 | Brasilien: Mysteriöse Tierart entdeckt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Neue Tierart tujakue tapiti mabati - Foto: Universidade de Ciências das Feras, Public DomainBei Recherchen zu einem neuen Projekt entdeckten Mitarbeiter von Yadegar Asisi im brasilianischen Regenwald eine neue Tierart. Das bisher in Fachkreisen unbekannte Wesen wird von den einheimischen Xavanté tujakue tapiti mabati (deutsch in etwa: uraltes weises Tier) genannt. Es zeichnet sich durch die Verbindung einer hohen Laufleistung mit perfektem Schwimmverhalten aus. Damit ist es optimal an die Bedingungen im Amazonas-Gebiet angepasst. Außerdem wurde überraschend festgestellt, dass diese Tierart bei Gefahr ihre Eier in gut getarnten Verstecken ablegt. Der Stamm der Xavanté ist auf die Suche nach diesen Eiern spezialisiert, da diesen ungewöhnliche Eigenschaften zugeschrieben werden. Die nunmehr vorliegenden Nachweise über die mysteriöse Tierart wurden von Experten der Universidade de Ciências das Feras in Irandupa begutachtet und zur Veröffentlichung freigegeben (Bildquelle: Universidade de Ciências das Feras, Public Domain).


28. März 2013 | Lateinamerika: Vor 500 Jahren sichtete Juan Ponce de León Florida | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Juan Ponce de León - Bild: Public DomainVor 500 Jahren waren die Kenntnisse der Europäer über die westliche Hemisphäre noch sehr rudimentär. Viele ihrer damaligen Inspirationen sind uns heute fremd. Wer würde heute noch auf die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend gehen? Aber für die damaligen Konquistadoren, die sich nicht nur mit dem Erobern und Besiedeln der ihnen bekannten Orte befassen wollten, scheint dies mitunter ein Ansporn gewesen zu sein. Und so sichtete Ponce de León als erster Europäer Florida und somit Nordamerika, wenn er auch darin eine Insel vermutete. Seinem Steuermann de Alaminos fiel eine starke Meeresströmung mit warmen Wasser auf, die wir heutzutage Golfstrom nennen. Als Ponce de Leon Anfang April 1521 dann an der Ostküste Floridas landete, um das Land für Spanien in Besitz zu nehmen, traf ihn ein vergifteter Pfeil, an dem er im Juli starb. Dies erscheint im Nachhinein als gerechte Strafe für seine Untaten auf Boriken, dem heutigen Puerto Rico. Dort beantwortete er in seiner Eigenschaft als spanischer Gouverneur Gastfreundschaft und Verehrung durch die einheimischen Taino mit Versklavung in die Goldminen und zu militärischen Bauarbeiten, was für viele von ihnen den Tod bedeutete (Bildquelle: Public Domain).


25. März 2013 | Venezuela: Kriminalität offenbar Wahlkampfthema für 14. April | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Vicepräsident Nicolás Madura - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información VenezuelaKnapp drei Wochen vor der ersten Wahl nach der venezolanisch-bolivarischen Zeitenwende hat der Nachfolger von Chavez und Kandidat der PSUV, Nicolas Maduro, ein Thema auf die Wahlkampfagenda gehoben, das in den bisherigen Wahlkämpfen eine geringere Rolle gespielt hat: Die exorbitant hohe Homizidrate in Venezuela. Die Statistik aus dem 2012 Jahr reicht verschiedenen Schätzungen zufolge von 54,1 (Quelle: El Pais, 25.03.2013) bis 73 (Quelle: Observatorio Venezolano de Violencia) Morde pro 100.000 Einwohner. Damit belegt Venezuela mittlerweile einen der drei Spitzenplätze unter den weltweit gewalttätigsten Ländern der Welt (neben Honduras mit über 80 Morden pro 100.000 Einwohner und El Salvador, bei dem die Mordrate im letzten Jahr vermutlich durch einen Waffenstillstand zwischen den Mara-Jugendbanden gesenkt werden konnte). Lag die Homzidrate in Venezuela Anfang der 1990er Jahre bei 10 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner, stieg diese sukzessive bis zum Ende des Jahrzehnts auf etwa 20 Morde pro 100.000 Einwohner an. Erst in den letzten 13 Jahren erhöhte sich die Homizidrate überproportional. An dem oftmals für Tötungsdelikte vorgebrachten Erklärungszusammenhang zwischen Armut und Gewalt kann es auf den ersten Blick nicht liegen, profitierten doch besonders die ärmeren Schichten der venezolanischen Gesellschaft von der chavistischen Umverteilungspolitik. Die hohe Homizidrate und die wachsende Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung werden nun von dem bolivarischen Präsidentschaftskandidaten Maduro offenbar stärker im Wahlkampf aufgegriffen, allerdings ohne konkretere Strategien zur Eindämmung zu nennen. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela)


21. März 2013 | Mexiko: Der Aztekische Jaguar | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko Foto: Quetzal Redaktion glDie positive wirtschaftliche Entwicklung Mexikos spiegelt sich nicht in der Lebensqualität der Bevölkerung wider. Das Land zeigte 2012 eine Wachstumsrate von 4%, im Vergleich zu durchschnittlich 1,3% in der OECD, 2,2% in den USA und 0,6% in der EU. In Mexiko gibt es keine finanzielle Unterstützung für Arbeitslose. Deshalb müssen die Menschen immer eine Beschäftigung haben. Die Arbeitslosigkeit des Landes lag im letzten Jahr bei 4,4%, während die europäischen Länder eine Arbeitslosenrate von 11,7% und die USA von 7,8% aufwiesen. Aber das Problem Mexikos liegt darin, dass aufgrund der schwachen Regierungsstrukturen mehr als 60% der erwerbstätigen Bevölkerung in der ‘Schattenwirtschaft’ beschäftigt sind. In Mexiko ist diese Art der Arbeit nicht illegal. Die meisten arbeiten als Straßenhändler, die für die Nutzung der Straßen eine Art Steuer in die kommunale Finanzkasse zahlen müssen. Die Straßenhändler sind selbst von der Krankenversicherung und Rentenversicherung ausgeschlossen. Nach Angaben des Instituts für Statistik (INEGI) arbeiten lediglich 16 Millionen von 50 Millionen erwerbstätigen Personen in der formellen Wirtschaft, zudem ist der Mindestlohn des Landes der niedrigste von ganz Lateinamerika. Die Ergebnisse der Studie “Indikator der Armut der beschäftigten Personen” (Índice de Tendencia Laboral de la Pobreza, ITLP) des INEGI zeigen, dass immer mehr Mexikaner nicht im Stande sind, ihre Grundversorgung mit den Lohneinnahmen zu decken.(Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl)


18. März 2013 | Brasilien/Leipzig: Brasilianische Literatur stellt sich in Leipzig vor | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Präsentation auf der Leipziger Buchmesse - Foto: Quetzal-Redaktion, hlrVom 14. bis 17. März stand Leipzig wieder im Zeichen der Buchmesse. Zum Auftakt am Donnerstag stellte sich Brasilien, der diesjährige Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (vom 9. bis 13. 10. 2013), schon einmal in Leipzig vor. Der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, erklärte zur Wahl Brasiliens, dass das Besondere die vielen jungen Autoren seien, die „Stimmen der Leichtigkeit“. Man möchte mit dem vielfältigen literarischen Programm alte Klischees von Samba, Karneval und Caipirinha hinter sich lassen und das neue, selbstbewusste, aufstrebende Brasilien zeigen. In Frankfurt werden siebzig ausgewählte Autoren aus den fünf großen Regionen Brasiliens anwesend sein. Unter ihnen seien Frauen, Männer, Indigene, Weiße und Dunkelhäutige, um so die große kulturelle Diversität Brasiliens zu präsentieren, betonte Galeno Amorim, der Präsident der brasilianischen Nationalbibliothek. Dabei werde der Diskurs über die Identität dieses aufstrebenden Landes, das bereits das zweite Mal Ehrengast in Frankfurt sein wird, eine große Rolle spielen. Ein Schwerpunkt wird die neue urbane Literatur und Prosa sein, verkündete Manuel da Costa Pinto, einer der wichtigsten Literaturkritiker Brasiliens. In Leipzig waren acht brasilianische Autoren anwesend, unter anderen Tatiana Salem Levy, João Almino und Rafael Cardoso. Viele Lesungen und Gespräche gaben einen Vorgeschmack auf das reichhaltige Programm im Oktober. Ein Interview mit der Autorin Carola Saveedra über ihren kürzlich auf Deutsch erschienen Roman „Landschaft mit Dromedar“ wird in Kürze bei QUETZAL erscheinen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, hlr).


18. März 2013 | Guatemala: Erster Genozidprozess in Lateinamerika | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Justitia - Foto: Hans Braxmeier, Public DomainWenn nicht in letzter Minute etwas dazwischen kommt, beginnt am Dienstag, 19. März, die letzte Etappe eines für den ganzen Kontinent historischen Prozesses. Mit der Eröffnung der Hauptverhandlung gegen den ehemaligen guatemaltekischen Diktator Efraín Ríos Montt steht zum ersten Mal ein ehemaliger Staatschef wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in einem lateinamerikanischen Land vor Gericht. Noch in der vergangenen Woche hatte einer von Ríos Montts Anwälten, Danilo Rodríguez, verkündet, die Justiz werde mindestens sieben Monate brauchen, um über das neueste und nun mutmaßlich letzte von insgesamt etwa 80 Rechtsmitteln zu entscheiden, mit denen die Verteidigung versucht hatte, den Prozess gegen den 86jährigen General a.D. und seinen Geheimdienstchef José Mauricio Rodríguez Sánchez hinauszuzögern. Doch am Freitag gab das zuständige Gericht grünes Licht für den Beginn der Verhandlung, in der u.a. 142 Zeugen der Staatsanwalt aussagen werden, während die Verteidigung kaum Beweismittel oder Entlastungszeugen aufgeboten hat. Rios Montt hatte bis  Januar 2012 als Abgeordneter des Kongresses Immunität genossen. Guatemala hatte sich zudem geweigert, ihn für ein Genozidverfahren der spanischen Justiz auszuliefern. Seit etwa 2006 war aber deutlich geworden, dass der durch das spanische Verfahren aufgebaute Druck mit der Zeit auch einem zuvor noch für unrealisierbar gehaltenen Prozess in Guatemala selbst zugutekommen könnte. Rios Montt wird  die Verantwortung für 1.771 Morde an Zivilisten und 1.485 Fälle von Vergewaltigung von Frauen und Mädchen der Ethnie der Maya-Ixiles zur Last gelegt. Seine kurze Zeit als De-facto-Staatschef begann im März 1982 in einer dreiköpfigen Militärjunta und endete im August 1983 mit einem Gegenputsch rivalisierender Militärs. Sie war geprägt durch eine Verstetigung und Systematisierung der schon vom Vorgängerregime ausgeübten, systematischen Gewaltverbrechen gegen jegliche politische Opposition sowie die gesamte Zivilbevölkerung in bestimmten, indigenen Gebieten, die samt und sonders als grundsätzlich „subversiv“ eingestuft wurde. Unter Ríos Montts Herrschaft wurden erste Pläne einer „Demokratisierung“ Guatemalas durch das Militär geschmiedet, die das Land wieder „salonfähig“ machen sollte, gleichzeitig wurden paramilitärische Kontroll- und Überwachungsstrukturen und ideologische Umerziehung vorangetrieben. (Bildquelle: Hans Braxmeier, Public Domain).


13. März 2013 | Argentinien, Vatikan: Der erste Papst aus Lateinamerika – Francisco I | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Lateinamerika

Argentinien: Papst Franziskus I - Foto: aibdescalzoMan hatte versprochen, dass es schnell gehen würde mit der Wahl des neuen Papstes. Noch kurz vor der Entscheidung war für ‘gewöhnlich gut Informierte’ der Italiener Angelo Scola der Topfavorit. Jetzt wissen wir es: Der neue Papst ist erstmals kein Europäer, sondern Argentinier, heißt Jorge Mario Bergoglio, ist 76 Jahre alt und Erzbischof von Buenos Aires. Der Jesuit Bergoglio, der der katholischen Kirche als Franziskus I. vorstehen wird, war dem Vernehmen nach vor acht Jahren der Hauptkonkurrent von Joseph Ratzinger, galt bei dieser Wahl aber eher als Außenseiter. Der neue Papst ist wie sein Vorgänger dem konservativen katholischen Lager zuzurechnen. Bekannt wurde er für seinen „Gotteskrieg“ gegen die Gleichstellung Homosexueller im Familienrecht. Argentiniens damaliger Präsident Néstor Kirchner kritisierte seinerzeit stark den Druck, der von der katholischen Kirche gegen das „Gesetz zur Eheschließung zwischen Personen gleichen Geschlechts“ ausgeübt wurde. Andererseits stellte sich der Kardinal immer wieder auf die Seite der Armen.  Er fand stets deutliche Worte gegen Korruption und Armut und prangerte in seinen Predigten auch die strukturelle Sklaverei an. Darüber hinaus zeigte er sich volksnah; er hat eine viel besuchte Facebook-Seite und fährt im Allgemeinen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit wird es nun aber erst einmal vorbei sein. Der neue Oberhirte der Katholiken steht vor der gewaltigen Aufgabe, die Krise seiner Kirche zu überwinden und sie endlich ins 21. Jahrhundert zu führen. Ob ihm das gelingen wird, bleibt abzuwarten (Bildquelle: Aibdescalzo_).


11. März 2013 | Brasilien: 67% aller Schusswaffen-Toten sind junge Leute | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Polizeiauto - Foto: Agencia Brasil, Valter CampanatoGemäß dem Gewaltatlas 2013, herausgegeben von der La­tein­ame­ri­ka­ni­schen Fa­kul­tät für So­zi­al­wis­sen­schaf­ten (Flac­so) und dem Bra­si­lia­ni­schen Zen­trum für la­tein­ame­ri­ka­ni­sche Stu­di­en, sind Zweitdrittel (67,1 Prozent) aller Schusswaffen-Toten in Brasilien junge Menschen im Alter zwischen 5 und 29 Jahren. Innerhalb der letzten 30 Jahre wurden insgesamt 800.000 Menschen durch Schusswaffen getötet, davon mehr als 450.000 in dieser Altersgruppe. Während die Säuglingssterblichkeit rückläufig ist und parallel die Lebenserwartung älterer Menschen steigt, kann die Entwicklung der Schusswaffen-Toten nicht eingedämmt werden. Ganz im Gegenteil, denn der Wert hat sich im Vergleich zur Bevölkerungsentwicklung überproportional entwickelt. Als Ursachen für die ausufernde Gewalt werden unter anderem das Verlassen des Bildungssystems und die geringe Beteiligung am Arbeitsmarkt genannt. Zudem besteht de-facto Straflosigkeit, da nur ca. 5 – 8 Prozent der Verbrechen aufgeklärt werden (zum Vergleich: in den USA liegt der Prozentsatz bei 65% und in Großbritannien bei 90%). Abhängig von der betrachteten Region zeichnet sich aber ein differenziertes Bild, so ist z.B. die Mordrate an jungen Menschen in den Ballungsräumen Rio de Janeiro und São Paulo zurückgegangen, jedoch zu Ungunsten kleinerer Bezirke. So konnten zwar die Favelas in Rio durch Befriedung und die dauerhafte Stationierung der Sicherheitskräfte von Mafia und Drogenhandel befreit werden, diese verlagern ihren Wirkungsbereich aber einfach in kleinere angrenzende Städte. In diesem Zusammenhang spricht der ar­gen­ti­ni­sche So­zio­loge Julio Ja­co­bo Wai­sel­fisz, Koordinator des Gewaltatlas, auch von einer “De­zen­tra­li­sie­rung der Ge­walt”. (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato)


10. März 2013 | Kolumbien: Deutsche Gefangene der ELN frei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Guerilla der ELN - Foto: Julian Ortega MartinezDie beiden deutschen Rentner Uwe und Günther B. befinden sich seit letztem Freitag (8. März) in Bogotá. Die Brüder wurden vor fast genau vier Monaten während ihrer Amerikareise von Rebellen der ELN in der Region Catatumbe entführt. Erst im Februar bestätigte die ELN die Entführung der Deutschen, die sich den Rebellen zufolge ohne Grund und Genehmigung in der Region aufhielten. Die guerilleros forderten Dokumente von Familie und Arbeitgeber, die den Verdacht widerlegen sollten, die beiden Rentner seien Spione. Ende Februar erhielt die Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos die Nachricht, die Rebellen ließen die Deutschen unter der Bedingung frei, dass eine humanitäre Mission in der Region genehmigt würde. Letzten Freitag wurden die Geiseln schließlich an das Internationale Rote Kreuz (IKRK) und eine humanitäre Kommission übergeben. Die Übergabe war bereits für den Donnerstag angesetzt, verzögerte sich jedoch aufgrund logistischer Probleme, wie das IKRK berichtet. Die Befreiung am Freitag wurde von einer Sperre des Luftverkehrs und der Unterbrechung aller Militäroperationen in der Region Catatumbe begleitet. Die leitenden Verhandlungsführer, Exminister Horacio Serpa Uribe und General Jaime Bernal Cuélla, beschreiben die gesundheitliche Verfassung der befreiten Männer als gut. Sie seien jedoch noch verängstigt. Der Tag ihrer Rückkehr nach Deutschland sei noch unklar, werde aber in naher Zukunft liegen, bestätigt Bernal. Details – etwa über Lösegeldzahlungen – gab er indes nicht bekannt (Bildquelle: Julián Ortega Martínez_).


08. März 2013 | Kolumbien: Kaffeebauern streiken für höhere Preise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Guatemala: Kaffee - Foto: Andreas BouekeSeit gut einer Woche haben tausende Kaffeebauern in Kolumbien auf unbestimmte Zeit ihre Arbeit niedergelegt. Zusammengeschlossen zu der Protestbewegung „Movimiento por la Defensa y por la Dignidad de los Cafeteros de Colombia“ setzen sie sich landesweit unter anderem für eine Erhöhung und Stabilisierung des internationalen Kaffeepreises, höhere Subventionen sowie den Importstopp von Kaffee ein. Ebenso spielt die Forderung nach einem Verbot von Megabauprojekten eine wichtige Rolle, da diese zu einer Verunreinigung und Verknappung des Trinkwassers führen und die Bodenqualität beeinträchtigen. Der Streik ist Ausdruck der großen Unzufriedenheit der Kleinbauern sowohl mit der Regierung als auch in mit der Kaffeeföderation (Fedecafé). Dieser wird Regierungsnähe vorgeworfen, weshalb sich viele Kaffeebauern im Stich gelassen und ihre Interessen in Zeiten der Krise nur  unzureichend repräsentiert sehen. Ursache für die schlechte Situation der Cafeteros ist der niedrige Kaffeepreis. Der Kaffeepreis war im vergangenen Jahr um 35 Prozent gesunken, was unter anderem durch die Aufwertung des kolumbianischen Pesos sowie die hohen Produktionskosten begründet ist. Mit dem Erlös für ein Kilo Kaffee kann derzeit nicht einmal dessen Herstellung finanziert werden. Teil des Streiks ist die Blockade von 21 Verkehrspunkten der Panamericana, der wichtigsten Handelsstraße Kolumbiens, um den Transport von Kaffee und anderen Rohstoffen zu unterbinden. Die Regierung hat den 140.000 Demonstranten mittlerweile eine Fortsetzung der Verhandlungen für den Fall angeboten, dass sie die Proteste beenden. (Bildquelle: Andreas Boueke_)


06. März 2013 | Venezuela: Hugo Chávez ist tot | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Hugo Chávez - Foto: Presidencia de la República del EcuadorHugo Rafael Chávez Frías ist gestern 16:47 Uhr Ortszeit im Alter von 58 Jahren seinem Krebsleiden erlegen. Am 18. Februar war er aus Kuba, wo er insgesamt vier mal operiert worden war, in sein Heimatland zurückgekehrt. In seiner 14jährigen Amtszeit als Präsident Venezuelas hat er eine Politik für die Armen und mit den Armen gemacht. Aus dem Llano stammend machte der Sohn eines Dorfschullehrers Karriere in der Armee. Als er 1992 die Verantwortung für eine gescheiterte Militärrevolte gegen die korrupte Elite übernahm und dafür ins Gefängnis ging, legte er zugleich den Grundstein für sein Wirken als volksverbundener Politiker. Von seinen Anhängern wurde Hugo Chávez, der durch die Wahlen am 7. Oktober 2012 klar im Amt bestätigt worden war, nicht nur verehrt, sondern auch aktiv gegen Putschversuche – wie der vom April 2002 – verteidigt. Inner- und außerhalb Venezuelas polarisierte seine Politik, was seiner großen Popularität als Symbol- und Leitfigur der lateinamerikanischen Linken aber keinen Abbruch tat. Der von ihm eingeleitete Transformationsprozess galt ebenso wie die regionale Integration der Umsetzung des nach wie vor nicht abgegoltenen Vermächtnisses von Simón Bolívar, der vor 200 Jahren den kontinentalen Befreiungskampf gegen die spanische Kolonialherrschaft angeführt hatte. So trat Hugo Chávez energisch für die Eigenständigkeit Lateinamerikas gegenüber den USA ein und zog sich auch deshalb die Feindschaft Washingtons zu. Mit seinem Tod tritt das Ringen um die Zukunft Venezuelas und der ganzen Region in eine neue Etappe. Sein Nachfolger, Vizepräsident Nicolás Maduro, steht bei den Neuwahlen, die innerhalb von 30 Tagen erfolgen müssen, vor einer ersten Bewährungsprobe. Eines ist jedoch klar: Um die Lücke zu füllen, die der Tod von Hugo Chávez reißt, bedarf es mehr als der Verwaltung des von ihm hinterlassenen, unvollendeten Gesellschaftsprojektes (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


04. März 2013 | Bolivien, Brasilien: stärkere regionale Zusammenarbeit beschlossen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien

Bolivien, Brasilien: Treffen der beiden Außenminister Antonio Patriota (Brasilien, rechts im Bild) und David Choquehuanca (Bolivien, links im Bild) am 19.03.2012 - Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues PozzebomBolivien und Brasilien haben am Samstag (02.03.2013) ein Abkommen zur Bekämpfung des Drogenhandels und der organisierten Kriminalität sowie den Schutz von Imigranten und eine Vertiefung der regionalen Integration unterzeichnet. Alle Themen sollen im Rahmen von koordinierten Aktionen umgesetzt werden. Die Partnerschaft wurde auf einem Treffen der beiden Außenminister Antonio Patriota (Brasilien) und David Choquehuanca (Bolivien) im bolivianischen Cochabamba zu Papier gebracht. Gleichzeitig kündigte Bolivien an, dass es die Kandidatur Brasiliens für die Position des Generaldirektors der Welthandelsorganisation (WTO) unterstützen werde. Beide Länder erhoffen sich bei der Wahl am 31. Mai 2013 eine Stärkung der lateinamerikanischen Interessen im globalen Wirtschaftsumfeld. In regionaler Hinsicht wurde auch ein Beitritt Boliviens zur südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur diskutiert. Nachdem Bolivien seit 1997 bereits assoziiertes Mitglied ist, hat es im Dezember 2012 die Vollmitgliedschaft beantragt und hofft nun auf die schnelle Zustimmung der Parlamente der Mitgliedsländer, u.a. Brasilien. Neben den oben genannten Themen hat Brasilien auch seine Hilfe für eine elektronische Stimmenabgabe bei den kommenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 2014 angeboten. (Bildquelle: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom)


28. Februar 2013 | Honduras: Protestmarsch begonnen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Honduras

Honduras: Protestmarsch begonnen - Foto: COPINHZu Beginn dieser Woche starteten in verschiedenen Teilen von Honduras zahlreiche Organisationen, in denen sich Menschenrechtsaktivisten, Kleinbauern, Gewerkschaften, indigene Völker und andere Gruppen der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen haben, einen Protestmarsch, der am 8. März, dem Internationalen Frauentag, in der Hauptstadt Tegucigalpa in einer gemeinsamen Demonstration gipfeln soll. Dort wollen die Teilnehmer anschließend ein unbefristetes Camp aufschlagen. Unter dem Motto „Schritt für Schritt für Würde und Souveränität“ wenden sich die Protestierenden gegen den Ausverkauf des Landes und die anhaltende Gewalt. Auffällig viele Anwälte, Journalisten und Aktivisten der sozialen Bewegungen sind unter den zahlreichen Mordopfern der letzten Jahre zu finden. Mit etwa 20 Morden pro Tag liegt das kleine zentralamerikanische Land inzwischen an der Spitze der weltweit gezählten Fälle. Ähnlich wie in Mexiko werden im Schatten der steigende Drogengewalt Aktivisten des zivilen Widerstandes gegen das regierende Regime und gegen Landraub kriminalisiert oder umgebracht. Allein in der Region Bajo Aguán wurden seit 2009, dem Jahr des Putsches gegen Präsident „Mel“ Zelaya, über 80 Kleinbauern ermordet. Isabel Morales “Chavelo”, eine Symbolfigur des bäuerlichen Widerstandes, sitzt wie zahlreiche andere Aktivisten im Gefängnis, während die täglich begangenen Morde zu 95 Prozent unaufgeklärt bleiben. Da 2013 ein entscheidendes Wahljahr ist, steht zu befürchten, dass die Repression gegen die sozialen Bewegungen und die politische Opposition um die neu gegründete Partei LIBRE noch zunehmen wird. Schon deshalb ist es angebracht, die weitere Entwicklung in Honduras genauer zu verfolgen (Bildquelle: COPINH_).


25. Februar 2013 | Zentralamerika: Mexikanischer Drogenbaron in Guatemala erschossen? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Mexiko: Drogenkrieg - Foto: Diego Fernandez, Public DomainGuatemaltekische Behörden können den Tod von Joaquín ‘El Chapo‘ Guzmán nicht bestätigen. Medien hatten zuvor darüber spekuliert, dass in einem Gefecht mit dem Militär der sogenannte Kopf des Sinaloa Kartells in der guatemaltekischen Provinz Petén getötet worden sei. Dieses Gerücht wurde besonders dadurch angeheizt, weil vermutet wird, dass ‚El Chapo‘ Zuflucht in der guatemaltekischen Grenzregion zu Mexiko gesucht hat. Nach dem 2006 begonnenen mexikanischen war on drugs gewinnt Zentralamerika in der öffentlichen Wahrnehmung des Drogenhandelproblems zunehmend an Bedeutung, so dass sich die politische Debatte in und über Zentralamerika vor allem darauf konzentriert: Mexikanische Drogenkartelle expandieren oder flüchten nach Guatemala und Honduras, um dort ihr Geschäft fortzuführen, was allerorts mit den Begriffen des Ballon- oder Kakerlaken-Effektes umschrieben wird. Zentralamerikanische maras und pandillas werden mit der organisierten Kriminalität bzw. konkret mit mexikanischen Kartellen – beispielsweise den Zetas – in Verbindung gebracht. Das hohe Gewaltniveau wird, besonders in den drei nördlichen zentralamerikanischen Ländern – tríangular norte: Guatemala, Honduras und El Salvador –, mit der Ausweitung des Drogenhandels und dem damit verbundenen Vordringen der mexikanischen Kartelle begründet. Gleichzeitig weisen zentralamerikanische Präsidenten – jüngst insbesondere der guatemaltekische Präsident Otto Perez Molina – darauf hin, dass Zentralamerika von der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Drogenhandel – trotz gegebener Vereinbarungen (beispielsweise im Rahmen der Central American Security Initiative oder der Grupo de Amigos de Centroamérica) – bisher nur sehr wenig unterstützt wurde. (Bildquelle: Diego Fernandez, Public Domain)


18. Februar 2013 | Ecuador: Klare Wiederwahl für Rafael Correa | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

Ecuador: Präsident Rafael Correa nach seiner Wiederwahl 2013 - Foto: Presidencia de la República del EcuadorBei den Präsidentschaftswahlen in Ecuador hat sich Amtsinhaber Rafael Correa klar gegen seine Kontrahenten durchgesetzt. Laut Angaben des Nationalen Wahlrats (Consejo Nacional Electoral, CNE) entfielen auf ihn 56,7 Prozent der Stimmen. Guillermo Lasso von den Konservativen erhielt demnach 23,3 Prozent. Der populistische Ex-Präsident Lucio Gutiérrez erzielte lediglich 6,6 Prozent. Der reichste Mann Ecuadors, der Bananenmagnat Álvaro Naboa, der bereits drei Mal in der Stichwahl unterlag, blieb diesmal weit abgeschlagen bei 3,7 Prozent der Stimmen. Erstaunlich schwach war auch das Abschneiden des links-ökologischen Kandidaten Alberto Acosta, der maßgeblich an der Ausarbeitung der neuen Verfassung beteiligt war und in Deutschland vor allem für seine Initiative zum Erhalt des Yasuni-Nationalparks bekannt ist. Er konnte nur 3,2 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Auch wenn diese Resultate noch vorläufigen Charakter haben, da sie auf Nachwahlbefragungen basieren, gibt es wenig Zweifel daran, dass Correa bereits in der ersten Wahlrunde die 50-Prozent-Marke übersprungen hat und damit als Präsident bestätigt wurde. Er kündigte an, sich in seiner zweiten Amtszeit zuvorderst für eine demokratischere Presse einzusetzen (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


14. Februar 2013 | Lateinamerika: Kurie eleison | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Ecuador: Quito Kirche - Foto: Quetzal-Redaktion, amEtwas seit Jahrhunderten nicht Dagewesenes ist geschehen: Der amtierende Papst hat seinen Rücktritt erklärt. Und am besten gedeihen die Spekulationen über seine Nachfolge. Sehr beliebt ist dabei das Inspielbringen von Kardinälen als Papstaspiranten, die nicht aus Europa stammen. Auch Lateinamerikaner sind dabei. Das erscheint logisch, da ja ca. 50 Prozent aller Katholiken in beiden Amerikas wohnen. Aber: Ihr Anteil an Priestern liegt bei 30 Prozent. Und nur ungefähr 26 Prozent der Kardinäle stammen von dort. Unter diesen 30 Herren sind sicher auch Kandidaten, die das Zeug zum obersten katholischen Netzwerker haben. Auch in Lateinamerika gerät die katholische Kirche unter Druck, man denke an die offensive Missionierung durch evangelikale Kirchen in Brasilien. Andererseits wächst der katholische Anteil an der Weltbevölkerung, und Lateinamerika ist daran nicht unbeteiligt. Ob das das Kardinalskollegium, dessen Mitglieder zu fast 50 Prozent aus Europa stammen und dort ihre Erfahrungen und Prägungen erhielten, im Blick haben? Welche Rolle spielen Realitäten bei der Wahl des neuen Papstes? (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am)


13. Februar 2013 | Nicaragua: Grundsätzliche Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Grundlegende Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben - Foto: Wald, Vulcan Maderas, Lena_NiRosario Murillo, Koordinatorin des nationalen Rates für Kommunikation und Bürgerschaft, veröffentlichte am 23. Januar 2013 die “Grundsätzliche Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben” (Guía Básica para vivir limpio, vivir sano, vivir bonito, vivir bien). Das Dokument enthält 14 Grundsätze und ist, laut Murillo, die grundlegende Orientierung für die nicaraguanischen Bürger, um sauber, würdig, gesund, sicher und solidarisch zu leben. Es beinhaltet „eine Formel und viele Formeln, die die Einfachheit, die Mäßigung, die Ausgewogenheit, die Vernunft, das Verständnis der staatsbürgerlichen Pflicht, die Verantwortung der Institutionen des Staates und die komplementäre Zusammenarbeit der Kirchen, die privaten Unternehmen und die Erzeuger fördern“, so Murillo. Die neuen grundlegenden Richtlinien für ein richtiges Leben, die Gesetzeskraft erhalten sollen, verfolgen sehr unterschiedliche und weit gefasste Ziele. So sollen einerseits Best-Practices-Methoden von landwirtschaftlichen Familien- und Gemeinschaftsbetrieben und die Achtung vor der Natur und „Mutter Erde“ gefördert werden. Andererseits sind die Bürger aber auch dazu angehalten, Anordnungen der nationalen Behörden zu befolgen sowie christliche und familiäre Werte zu fördern. Darüber hinaus soll das Dokument helfen, Gewalt jedweder Art zu vermeiden und die Pest der so genannten „Moderne“ zu verhindern. Die Opposition bezeichnet das Dokument als einen Befehl des autoritären Staates, um den Verstand der Bevölkerung zu kontrollieren. Es sei kein Ausdruck des Willens der Bürger (Bildquelle: Lena_Ni_).


12. Februar 2013 | Brasilien: Angriff auf indigene Gemeinde bei Iguatemi, Mato Grosso do Sul | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Indigene vom Volk der Guaraní-Kaiowá - Foto: Quetzal-Redaktion, hlrAm Morgen des 10.02.2013 kam es zu einem gewaltsamen Übergriff auf das Lager der Gemeinde Tekoha Guaraní-Kaiowá Pyelito Kue/Mbarakay in der Nähe der Stadt Iguatemi im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Augenzeugen berichten, dass vier bewaffnete Insassen eines Jeeps Frauen und Kinder des Lagers, das sich auf dem Gelände der Farm „Cambara“ befindet, mit Schusswaffen bedrohten. Hintergrund der Aktion ist möglicherweise, dass am 10. Januar diesen Jahres zwei Gemeinden der ansässigen Guaraní-Kaiowá 41.571 Hektar Land zugesprochen wurde. Die Landrückgabe an die Indigenen bedeutet jedoch zugleich den Landverlust von 46 Farmern. Unter denen befindet sich auch der Bürgermeister der Stadt Iguatemi, José Roberto. Und während die etwa 1.700 ansässigen Guaraní-Kaiowa seit Jahren dafür kämpfen, auf das Land ihrer Vorfahren zurückkehren und autonom leben zu können, versuchen die Grundbesitzer – auch mit Mitteln der Einschüchterung – den Status Quo aufrecht zu erhalten. Die indigenen Gruppen wiederum errichten immer wieder illegale Lager (sog.: acampamentos) auf dem Gelände von Farmen, um damit ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, hlr).


11. Februar 2013 | Mexiko: Koloniale Diskriminierung von Frauen der Otomí und Nahua | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Koloniale Diskriminierung von Frauen der Otomí und Nahua - Foto: Quetzal-Redaktion, glIn der mexikanischen Stadt Guanajuato im gleichnamigen konservativen Bundesstaat dürfen  Frauen aus den Völkern der Otomí und Nahua seit vier Monaten das Stadtzentrum nicht mehr betreten oder dort ihre Handwerksprodukte verkaufen. Die neue kommunale Regierung lehnt die Verlängerung der Verkaufsgenehmigungen ab, obwohl die Frauen eine entsprechende Steuer in den letzten sechs Jahren bezahlt haben. Laut einer Mitteilung des Bürgermeisters, Luis Fernando Gutiérrez Márquez, würde die Anwesenheit der Frauen das Stadtbild verschandeln. Die betroffenen Frauen reichten Klage bei der offiziellen Menschenrechtskommission von Guanajuato ein, da diese Maßnahme sie nicht nur diskriminiert, sondern auch ihre einzige wirtschaftliche Einnahmequelle verhindert. Es wird eingeschätzt, dass Mexiko mit diesem Vorgehen im stark vom Katholizismus geprägten Bundesstaat Guanajuato in die Kolonialzeit zurückkehrt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


06. Februar 2013 | Gipfeltreffen in Santiago: Raúl Castro neuer Präsident der CELAC | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: CELAC - Foto: CELACRaúl Castro, Regierungschef Kubas, ist am Montag (28.) in Santiago de Chile zum Präsidenten der Comunidad de Estados Latinoamerianos y Caribeños (Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten, CELAC) ernannt worden. Castro löst den Präsidenten Chiles, Sebastián Piñera, in diesem Amt ab. Die CELAC umfasst alle Festlandsstaaten Nord- und Südamerikas, abgesehen von Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika, dazu die meisten karibischen Staaten. Raúl Castro erklärte in Santiago, es sei für sein Land und ihn eine große Ehre, den Vorsitz über die CELAC zu übernehmen. Er akzeptiere die Präsidentschaft und werde sein Amt mit der Verpflichtung ausüben, Frieden, Gerechtigkeit und Verständnis zwischen den Völkern Lateinamerikas zu unterstützen sowie jederzeit in voller Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen und internationalem Recht zu arbeiten. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen übten Kritik an Kubas Präsidentschaft. So äußerte José Miguel Vivanco, Vorsitzender der Amerika-Abteilung von Human Rights Watch, die Ernennung sei ein Fiasko und werfe die Region zurück, in Kuba seien Menschenrechte und grundlegende Freiheiten nicht garantiert. (Bildquelle: CELAC_)


28. Januar 2013 | Bolivien: Morales bekräftigt das Recht auf einen Zugang zum Meer | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Präsident Evo Morales (29.01.2009) - Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues PozzebomAuf einer Pressekonferenz am Rande des ersten Treffens zwischen der Europäischen Union und der Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac) in Chile thematisierte der Präsident Boliviens, Evo Morales, ein weiteres Mal den Anspruch seines Landes auf einen Zugang zum Meer. Der Vertrag mit Chile aus dem Jahr 1904, bei dem Bolivien seinen Zugang zum Meer aufgrund von Gebietsverlusten an das Nachbarland verlor, sei nicht unantastbar. Dieses Abkommen, so Morales, ist ungerecht und aufgezwungen, und es sei ein Irrtum zu glauben, er könne nicht verändert werden. Der Zugang zum Meer ist keine Forderung Boliviens, sondern sein Recht. So wie Großbritannien die Malvinas an Argentinien zurückgeben müsse, so müsse Chile Bolivien seinen Zugang zum Meer zurückgeben. In La Paz wird an einer juristischen Klage gegen Chile vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gearbeitet. Am 7. Februar dieses Jahres läuft die in der bolivianischen Verfassung gesetzte Vierjahresfrist ab. Danach beansprucht das Land das Recht, den Vertrag einseitig zu verändern, falls keine territoriale Lösung gefunden wurde (Bildquelle: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom).


21. Januar 2013 | Brasilien: Luftqualität von Rio de Janeiro soll bis Olympia 2016 verbessert werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: ein Teil der Lagune 'Lagoa Rodrigo de Freitas' in Rio de Janeiro - Foto: Quetzal-Redaktion, SPMit dem Ziel bis zu den Olympischen Spielen 2016 die Luftqualität in Rio de Janeiro zu verbessern, investiert das Umweltministerium des Bundesstaates Rio de Janeiro 28 Millionen Reais (je nach Wechselkurs zwischen 10 und 12 Millionen Euro) in den Bau von mehr als 16 weiteren hochmodernen Wetterstationen. Im Dezember 2012 wurde mit der Wetterstation am bekannten Lagoa Rodrigo de Freitas, wo hauptsächlich die Wassersportwettbewerbe stattfinden sollen, bereits die erste Wetterstation vom ehemaligen Umweltminister Brasiliens und jetzigem Umweltminister des Staates Rio, Carlos Minc, eingeweiht. Dieser äußerte sich, dass er sehr enttäuscht wäre, wenn durch eine schlechtere Luftqualität in Form starker Abgase oder hoher Ozonwerte die Aufstellung neuer Rekorde verhindert würde. Als mögliche Maßnahmen wurden z.B. die Umleitung von Buslinien, das Schließen von Tankstellen oder auch die Anpassung der Betriebszeiten von Fabriken genannt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, SP)


17. Januar 2013 | Chile: Mapuche-Gipfel fordert Selbstbestimmung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Proteste der Mapuche - Foto: antitezoGestern wurde in Cerro Ñielol (Temuco) das von zahlreichen Mapuche-Organisationen einberufene Gipfeltreffen, an dem etwa 600 Menschen teilgenommen hatten, beendet. Die Organisatoren vereinbarten einen Forderungskatalog an die Regierung Chiles, der im wesentlichen vier Punkte enthält: Erstens das Recht auf Selbstbestimmung; zweitens die Respektierung der Verträge, in denen sowohl die spanischen Eroberer als auch das unabhängige Chile die Souveränität der Mapuche anerkannt hatten; drittens Entschädigung für die Verluste durch die Eroberung des von den Mapuche bewohnten Landes durch die Armee im 19. Jahrhundert; viertens eine Entschuldigung des chilenischen Staates für die historische Schuld gegenüber den Mapuche. Präsident Sebastián Piñera, der trotz Einladung nicht teilgenommen hatte, schickte lediglich zwei regionale Gouverneure zu dem Treffen. Agrarminister Luis Mayol wies in einer ersten Reaktion die Forderungen der Mapuche – neben den erwähnten auch die Entmilitarisierung ihres Territoriums – harsch zurück. So wird gegen protestierende Mapuche seit Jahren das 1984 von der Pinochet-Diktatur verabschiedete Anti-Terror-Gesetz angewendet. Piñera selbst verlangte dies auch für einen Zwischenfall, bei dem am 4. Januar ein älteres Grundbesitzerehepaar durch einen Brand ums Leben gekommen war. Gegen das Gesetz hatte es immer wieder Hungerstreiks von inhaftierten Mapuche gegeben. Seit August 2011 läuft vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte ein Prozess, bei dem sich der Staat Chile dafür zu verantworten hat, dass er das Anti-Terror-Gesetz auf Verfahren um territoriale Ansprüche der Mapuche anwendet. Vor diesem Hintergrund mutete es schon seltsam an, dass das konservative Fraser-Institute (Kanada) und das Liberale Institut (Deutschland) Chile erst jüngst zum „freiesten Land Lateinamerikas“ gekürt haben (Bildquelle: antitezo).


14. Januar 2013 | Peru: Voll auf neoliberalem Kurs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Abwertung des US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmAm Sonntag (Ortszeit) publizierte Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung in Peru bescheinigen dem Land eine weitere Festigung des neoliberalen Kurses. Beispielsweise erhöhten sich die Internationalen Nettoreserven zum Jahresende 2012 auf 63,9 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Anstieg um 31 Prozent, wie ein Bulletin der Zentralbank informierte. Die Nettoreserven übersteigen die kurzfristigen Auslandsschulden damit um das 5,6-fache. Diese gute Nachricht für die Finanzakteure spiegelt sich auch in einem immer stärkeren Nuevo Sol wider. Verstärkte Rohstoffexporte im Innern und das enorme fiskalische Defizit in den USA führten zu einer Abwertung des US-Dollar gegenüber der Nationalwährung. Diese Entwicklung bringt eine Verbilligung von Importen mit sich – und enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten in den Sektoren, die mit diesen Importen konkurrieren, vor allem die Möbelindustrie, Lebensmittel, Textilien, chemische und pharmazeutische Produkte. Die bilateralen Freihandelsverträge mit den USA könnten sich somit für einen Bumerang für den nationalen Arbeitsmarkt erweisen. Betroffen sind auch die Sparer, die ihr Bar- oder Bankguthaben in US-Dollar getauscht haben, weil sie sich davon angesichts der chaotischen Wirtschaftsgeschichte des Landes mehr Stabilität für Ihre Ersparnisse versprachen. Dagegen profitieren von der Abwertung des US-Dollar all jene Akteure, die Schulden in dieser Währung haben – in der Regel betrifft das die obere Mittel- und die Oberklasse. Eine Änderung dieser Wirtschaftspolitik ist nicht in Sicht, zumal für die nächsten fünf Jahre weitere zehn Milliarden US-Dollar an Investitionen im Bergbausektor geplant sind. Eine Diversifizierung der Wirtschaft wird damit immer schwieriger, da das Land dem Ressourcenfluch unterliegt. Werden die angehäuften Nettoreserven nicht für große staatliche Infrastrukturprojekte (z.B. den Bau einer Nord-Süd-Eisenbahnverbindung) verwendet und zugleich versucht, über Abwertung die exportabhängigen Sektoren auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu machen, drohen Peru enorme Entlassungswellen und soziale Konflikte (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


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