lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Nicaragua

10. März 2016 | Nicaragua: Gioconda Belli in Leipzig | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Gioconda Belli in Leipzig - Foto: Casa de AméricaDie nicaraguanische Autorin Gioconda Belli (*1948) befindet sich zur Zeit auf einer Reise durch Deutschland und Österreich. Sie ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Lateinamerikas, und ihre Gedichte und Romane betrachten die sandinistische Revolution in ihrem Land, das Leben und die Liebe durchweg aus einer weiblichen Perspektive. International besonders erfolgreich sind u.a. die „Bewohnte Frau“ und „Tochter des Vulkans“. Auf ihrer Lesereise hat sie ihren neuesten Roman „Mondhitze“ mit im Gepäck. Diesen wird sie nach Stationen in Bonn, Köln und Klagenfurt am 19.3.2016 um 19.30 Uhr in der Ev. Reformierten Kirche in Leipzig im Rahmen des Lesefestes „Leipzig liest“ vorstellen. Veranstalter ist der Leipziger Eine Welt e.V. Die Lesung findet auf spanisch und deutsch statt. Musikalisch begleitet wird sie vom Grupo Sal Duo. Gioconda Belli hat selbst lange Zeit im Exil gelebt, und so erhoffen sich die Veranstalter auch eine politische Diskussion mit der Schriftstellerin. (Bildquelle: Casa de América_)


25. Februar 2016 | Nicaragua: Trauer um Fernando Cardenal | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Fernando Cardenal - Foto: LucienFernando Cardenal war einer dieser lateinamerikanischen Priester, die ihr Leben ganz in den Dienst für die Armen stellten. Aus privilegierten Verhältnissen stammend, trat er dem Jesuitenorden bei, wurde Priester und engagierte sich im Kampf gegen die Somoza-Diktatur. Bekannt wurde der Befreiungstheologe als Leiter des „Nationalen Kreuzzugs für Alphabetisierung“, der im Jahr 1980 kurz nach dem Sieg der sandinistischen Revolution gestartet wurde. Fast eine Million Schüler und Studenten wurden mobilisiert, um das Alphabet auch in die entlegensten Orte zu tragen. Im Ergebnis konnte die Analphabetenrate im Land von mehr als 50 Prozent auf etwa 10 Prozent gesenkt werden. Von 1984 bis 1990 war Cardenal Minister für Kultur. Aufgrund seiner Nähe zu den Sandinisten und seiner Weigerung, auf das politische Amt zu verzichten, wurde er von Papst Johannes Paul II. von seinem Priesteramt entbunden. Das gleiche Schicksal traf drei weitere nicaraguanische Priester, darunter auch Fernandos älteren Bruder Ernesto. Auch den Jesuitenorden musste er verlassen. 1997, vier Jahre nachdem er der Sandinistische Front (FSLN) den Rücken gekehrt hatte, wurde er wieder in den Jesuitenorden aufgenommen – ein einmaliger Vorgang in der Societas Jesu. Seinem Engagement für die Armen blieb der Priester treu, er leitete die nicaraguanische Abteilung von Fé y Alegria, eine Organisation für Volksbildung und soziale Unterstützung, die in Nikaragua von den Jesuiten unterstützt wird. Am 20. Februar ist Fernando Cardenal im Alter von 82 Jahren in Managua gestorben. (Bildquelle: Lucien_)


17. September 2015 | Paraguay: 35. Jahrestag des Attentats auf Somoza | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua, Noticias Paraguay

Paraguay_FlaggeHeute vor 35 Jahren wurde der ehemalige Diktator Nicaraguas, Anastasio Somoza Debayle, in Asunción bei einem Anschlag getötet. Das Attentat wurde von Mitgliedern der argentinischen Revolutionären Volksarmee (Ejército Revolucionario del Pueblo, ERP) ausgeführt. Damit entschloss sich der bewaffnete Arm der Revolutionären Arbeiterpartei Argentiniens (Partido Revolucionario de los Trabajadores, PRT), einem Teil der lateinamerikanischen Ungerechtigkeit ein Ende zu setzen. Somoza war Kopf eines Clans, der die Macht in Nicaragua seit 1934 innehatte. Sein Vermögen wurde auf 1.000 bis 5.000 Millionen Dollar geschätzt. Nach dem langen Kampf des nicaraguanischen Volkes und dem Stopp der Unterstützung der USA für Somoza floh dieser 1979. Obwohl er einer der besten Schülern Washingtons war, fand er kein politisches Asyl in den Vereinigten Staaten, sondern in Paraguay, das damals noch unter der Diktatur Alfredo Stroessners litt. Passend zu seiner dunklen politischen Geschichte wurde Somoza auf der „Straße der Generalísimo Franco“ von den Schüssen getroffen. Seine sterblichen Überreste wurden in den USA beerdigt. Das Attentat am 17. September 1980 leitete Enrique Gorriarán Merlo. Eine Volksbibliothek in Managua trägt heute seinen Namen.


26. Januar 2015 | Nicaragua: Proteste gegen den Kanal halten an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Landkarte - Karte: University of Texas at AustinÜber einem Monat nachdem die Regierung und die chinesische Firma HKND (Hong Kong Nicaragua Canal Development) Group den Baubeginn des Nicaragua-Kanals am 22. Dezember angekündigt hatten, gibt es immer noch Demonstrationen von mehreren hundert Bauern gegen den Bau des Kanals. Laut einer Befragung der Consulting Firma M&R glauben 47,8 Prozent der auf der geplanten Kanalroute lebenden Bauern, dass die Grundstückseigentümer nur Nachteile haben werden und der Kanal ein Betrug am nicaraguanischen Volk sei. „Aber hier sind wir Bauern, die uns verteidigen, weil wir nichts zu verkaufen und zu verschenken haben. Wir werden bis zur letzten Konsequenz widerstehen“, so der Bauer Mariano Dávila. Hingegen haben 58,6% der Regierungsanhänger großes Vertrauen in das Megaprojekt. Sie glauben, dass durch das Projekt Arbeitsplätze geschaffen und die Löhne und damit die Familieneinkommen steigen werden. Doch diese Befragung ist umstritten, da die Bauern Straßensperren in Rio San Juan planen, um die Befrager fernzuhalten, „denn wenn wir sie reinlassen, dann behaupten sie, wir seien für den Kanal. Aber wir wollen hier nichts vom Kanal wissen“, erklärte einer der Bauern (Bildquelle: University of Texas at Austin).


11. Februar 2014 | Nicaragua: Parlament stimmt mehrheitlich für die umstrittene Verfassungsreform | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Wahlkampagne der FSLN-Partei 2012 - Foto: Quetzal-Redaktion, achAm 29.01.2014 stimmten die Abgeordneten mehrheitlich für die Reform von 51 Artikeln der nicaraguanischen Verfassung. Besonders die Reform des Artikels 147 ruft viel Kritik seitens der Opposition und der Zivilgesellschaft hervor. Denn damit wurde die Begrenzung auf insgesamt zwei Amtsperioden des Staatschefs aufgehoben und die unbegrenzte Wiederwahl zugelassen. Somit darf der jetzige Staatpräsident, FSLN-Führer Daniel Ortega, wiedergewählt werden. Für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen reicht nunmehr eine einfache Mehrheit, die zweite Runde wurde abgeschafft. Der Staatschef hat künftig das Recht, Dekrete mit Gesetzeskraft zu erlassen. Zudem dürfen Angehörige von Militär und Polizei öffentliche Ämter innehaben. Darüber hinaus wurden die sozialistischen, christlichen und solidarischen Werte als Werte der Nation in der neuen Verfassung aufgenommen. Daniel Ortega, der schon das Parlament, die Legislative und die Wahlbehörde kontrolliert, sichert sich mit den Reformen weitere Machtbefugnisse. Die Verfassungsreform, so Kritiker, verletze die demokratischen Werte des Landes. Für die Abstimmung der Verfassungsänderung reichten 64 Stimmen, die leicht mit den Stimmen der FSLN-Abgeordneten (63 von 92 Sitzen in der Nationalversammlung) zu erreichen waren (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach).


20. Januar 2014 | Zentralamerika: Nicaragua holt bei erneuerbaren Energien auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Nicaragua

Windrad - Foto: Quetzal-Redaktion, glZentralamerika gehört inzwischen weltweit zu jenen Regionen, die sich mehrheitlich auf erneuerbare Energien umgestellt haben. 2011 kamen bereits 62 Prozent der installierten Elektrizitätskapazität aus diesem Sektor. Im regionalen Energiemix nimmt die Wasserkraft mit fast der Hälfte (48 Prozent) den Spitzenplatz ein, gefolgt von Erdöl (34 Prozent) und Geothermie (7,5 Prozent). Die Windkraft belegt mit 1,7 Prozent den letzten Platz. Innerhalb der Region liegt Costa Rica mit 91 Prozent Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung vorn. Auf Platz 2 und 3 folgen Guatemala (64 Prozent) und El Salvador (63 Prozent). Nicaragua erzeugte im Jahr 2011, aus dem alle bisher genannten Angaben stammen, lediglich 33 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Ressourcen und kam damit im regionalen Vergleich lediglich auf den letzten Platz. Bereits zwei Jahre später (2013) steigerte das Land diesen Anteil auf 51 Prozent. Für 2018 werden 74 Prozent anvisiert. Neben der Wasserkraft dürfte dabei dem Ausbau der geothermischen Kapazitäten eine wichtige Rolle zukommen. Unter den Ländern, die auf diese Art der Energiegewinnung setzen, belegt Nicaragua 2011 mit einem Anteil von 12,11 Prozent an der Stromerzeugung immerhin den sechsten Rang. Im globalen Vergleich liegen die Nachbarländer El Salvador (mit 23,45 Prozent Platz 2) und Costa Rica (mit 13,59 Prozent Platz 5) noch davor (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


13. Januar 2014 | Nicaragua: Umstrittene Reform der Sozialversicherung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Plakat der sandinistischen Regierung - Foto: Quetzal Redaktion, achAm 20.12.2013 wurde in Nicaragua unter dem Dekret 39-2013 eine Reform der gesetzlichen Sozialversicherung veröffentlicht. Die Reform beinhaltet vier Punkte: Erstens eine Steigerung der Beitragsleistung um 0.25 % für Renten- und Unfallversicherung, welche für die Altersrente und Krankenversicherung der ehemaligen Guerrilla-Kämpfer bestimmt sein wird, die aber von allen Versicherten aufgebracht werden muss. Ab dem 01.01.2014 werden nun 4.25% vom Gehalt jedes Versicherten abgezogen, plus die 2.50% für Krankenversicherung. Zweitens die Änderung der Formel zur Berechnung der Altersrente, welche eine Verringerung der Rente mit sich bringt. Drittens die graduelle Steigerung der Beitragsleistung von 3% für die Arbeitgeber in den nächsten vier Jahren. Und viertens die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. Diese Maßnahmen sollen die finanzielle Stabilität des staatlichen Rentensystems für die nächsten 25 Jahre gewährleisten. Gegen diese Reform gibt es Widerstand seitens des Demokratischen Arbeiterbundes des Öffentlichen Dienstes (Federación Democrática de Trabajadores del Servicio Público, Fedetrasep) und der Organisation privater Unternehmen in Nicaragua (Consejo Superior de la Empresa Privada, Cosep). Laut Álvaro Leiva Sánchez, Geschäftsführer von Fedetrasep, verletze diese Reform der Sozialversicherung die Rechte der Arbeiter und sei deshalb verfassungswidrig. Alfonso Silva von Cosep betonte, dass die Hauptlast der Reform bei den Arbeitgebern liege. Allerdings sei klar, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um auf die finanzielle Verschlechterung des sozialen Sicherheitssystems Nicaraguas zu reagieren (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach).


12. September 2013 | Kolumbien, Nicaragua: Grenzkonflikt im umstrittenen Seegebiet wiederbelebt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Nicaragua

Der Regierungschef Kolumbiens, Juan Manuel Santos, lehnte vor wenigen Tagen das Urteil des Internationalen Gerichtshofs zu dem Grenzkonflikt im umstrittenen Seegebiet zwischen Nicaragua und Kolumbien ab. Das Urteil wurde im November 2012 verabschiedet und legt eine neue Grenze in der Karibik zu Gunsten von Nicaragua fest. Damit wird die Souveränität Kolumbiens über die Inselgruppe von San Andrés, Providencia und Santa Catalina bestätigt, das Urteil spricht aber Nicaragua mehr maritimen Raum östlich des 82. Meridians zu, der nur 66,1 nautische Meilen von der nicaraguanischen Küste entfernt liegt. Das Urteil definiert jedoch nicht, wie viele Quadratkilometer nun zu Nicaragua gehören. Die kolumbianischen Behörden gehen von etwa 75.000 km² aus, die Nicaraguaner von über 90.000 km². In einer Botschaft an seine Landsleute am 9. September äußerte Santos, dass das Urteil vom Internationalen Gerichtshof ohne einen Grenzvertrag zwischen beiden Ländern nicht gilt. Darüber hinaus werde er „die Expansionsbestrebungen von Nicaragua“ nicht dulden. Nun haben die Regierungen von Kolumbien, Costa Rica, Panama und Jamaika angekündigt, dass sie als Protest gegen die „Expansionsbestrebungen von Nicaragua“ einen gemeinsamen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban-Ki Moon, richten werden. Das Verschwinden der Grenze am 82. Meridian würde bedeuten, dass Nicaragua Grenzen in der Karibik zu Panama und Jamaika haben wird. Der Präsident von Panama, Ricardo Martinelli, beschuldigte gestern Nicaragua, „die panamaischen Hoheitsgewässer“ übernehmen zu wollen. Der Präsident Nicaraguas, Daniel Ortega, wies die Vorwürfe zurück ab und erklärte, das Urteil des Internationalen Gerichtshof nicht in Frage stellen. Der Grenzkonflikt im Seegebiet zwischen Kolumbien und Nicaragua entstand 1928 mit der Unterzeichnung des Abkommens Bárcenas-Meneses, in dem Nicaragua die Inseln San Andrés und Providencia an Kolumbien überlassen hatte (Bildquelle: Presidencia de la República de Colombia, Javier Casella).


22. Juli 2013 | Nicaragua: Zum 34. Jahrestag der Revolution führt Ortega Mindestrente wieder ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

nicaragua_plakat_der_fsln_regierung_foto_achAm 19. Juli 2013 feierten die Nicaraguaner den 34. Jahrestag der sandinistischen Revolution. Wie gewöhnlich hielt Präsident Daniel Ortega seine Rede in Gegenwart zahlreicher jugendlicher Anhänger, nationaler Beamter und von Präsidentenkollegen aus der Region. In seiner Rede erwähnte Ortega den geplanten Bau eines Kanals in Nicaragua; die Pläne werden zurzeit in einer Durchführbarkeits-Studie geprüft, was 400 Mio. Dollar kosten wird. Darüber hinaus sprach der nicaraguanische Staatschef auch über den „Fall Snowden“, allerdings war von einer möglichen Aufnahme des US-Amerikaners in seinem Land nicht die Rede. Besondere Aufmerksamkeit fand die Ankündigung des Dekretes Nr. 28-2013, das Rentnern über 60 Jahre das Recht auf eine Mindestrente garantiert. Schon Mitte Juni demonstrierten die Senioren und Seniorinnen, unterstützt von Jugendlichen und großen Teilen des Volkes, für die Wiedereinführung der kleinen Rente, die 1994 unter Präsidentin Violeta Barrios de Chamorro abgeschafft wurde. Mit dem Dekret können nun die Rentner, die nicht die erforderlichen 750 Wochen in die Rentenversicherung eingezahlt haben, eine kleine Rente erhalten. Sie müssen aber mindestens 250 Wochen Beiträge gezahlt haben. Darüber hinaus haben auch Rentner, die arbeitsunfähig werden, ein Recht auf diese Rente. Über 8.000 Rentner werden von dieser neuen Maßnahme profitieren. Nun stellt sich die Frage, wie die Rente bezahlt werden soll. Kritiker der Maßnahme vermuten, dass dafür die Fonds der ALBA genutzt werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach).


05. Juli 2013 | Nicaragua: COSEP gegen neue Zollabgaben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: FlaggeDie Organisation privater Unternehmen in Nicaragua, Consejo Superior de la Empresa Privada (COSEP), sprach sich vor wenigen Tagen gegen das neue „Gesetz zum Bewilligungsbescheid für nicht-intrusive Kontrolldienste an den Grenzen für die nationale Sicherheit“ (Ley de Concesión de los servicios de inspección no intrusiva en los puestos de control de las fronteras para la seguridad naciona) aus. Laut dem seit 28.6.2013 gültigen Gesetz müssen Unternehmer Abgaben in Höhe von 0.26 Prozent auf den Gesamtwert der importierten oder exportierten Waren zahlen. Darüber hinaus erteilt das Gesetz dem panamaischen Unternehmen Alvimer Internacional für 15 Jahre das Recht, die Kontrollen mit einem Röntgen-Scannersystem an alle importierten oder exportierten Waren vorzunehmen. Das nicaraguanische Zollamt wird nur 10 Prozent der eingenommenen Zölle bekommen. Laut COSEP verletzt das neue Gesetzt die  Unternehmensfreiheit, die juristische Sicherheit, den Respekt vor dem Gemeinschaftsrecht sowie Bestimmungen im Allgemeinen Abkommen der Wirtschaftlichen Mittelamerikanischen Integration. Das Nachbarland Costa Rica hat vor kurzem ebenfalls eine neue Zollabgabe eingeführt; dort werden 25 Dollar pro Zollerklärung für auf dem Landweg exportierte Waren erhoben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion).


05. April 2013 | Nicaragua: Proteste gegen das Gesetz zum Schutz der Frauen vor Gewalt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Gewalt gegen Frauen - Foto: Amnesty International, Grace GonzalezDas vor zehn Monaten in Gang gesetzte Gesetz zum Schutz der Frauen vor Gewalt hat große Kontroversen in Nicaragua hervorgerufen. Mitglieder des Obersten Gerichtshofs, Männervereinigungen und die evangelische und katholische Kirche sprachen sich vor wenigen Tagen gegen das Gesetz 779 (Ley Integral Contra la Violencia hacia las Mujeres) aus. Ihrer Meinung nach hat das Gesetz u.a. einen rachsüchtigen Charakter gegen die Männer und verletzt die Unschuldsvermutung für Männer. Das Gesetz begünstigt willkürlich einen Sektor der Gesellschaft zum Nachteil der Gleichheit und der Rechte von Männern. So müssen nicaraguanische Männer nach Gewalt gegen ihre Partnerin künftig das Haus verlassen, selbst wenn dieses ihnen gehört. Das neue Gesetz schließt auch die Mediation und ein entsprechendes Verfahren aus. Ein Staatsanwalt des nicaraguanischen Obersten Gerichtshofs wies darauf hin, dass es in den letzten Jahren nach Mediationen viele Fälle von Femizid gegeben habe, weshalb es notwendig sei, die Mediation bei Gewalt gegen Frauen zu verbieten. „Die Sorge der Anwälte, die sich gegen das Gesetz geäußert haben und den Ausschluss der Mediation kritisieren, gilt weder der Einheit der Familie noch der Verteidigung von Frauenrechten, sondern hat lediglich wirtschaftliche Gründe,“ betonte Deborah Grandison, Sonderstaatsanwalt für Frauen. Die Gewerkschaft des Obersten Gerichtshofs und Frauenbewegungen verteidigen das Gesetz, das im Januar 2012 in der Nationalversammlung Nicaraguas einstimmig gebilligt wurde und am 22 Juni 2012 in Kraft trat. Der Abgeordnete Carlos Emilio López erklärte, das Gesetz stehe ganz im Einklang mit der Verfassung und garantiere das Recht auf Gleichheit zwischen Frauen und Männern. Zudem entspreche es internationalen Rechtsinstrumenten zu den Menschenrechten; u.a. nannte López die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau und die Interamerikanische Konvention über die Verhütung, Bestrafung und Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (Bildquelle: Amnesty International_, Grace Gonzalez).


25. Februar 2013 | Zentralamerika: Mexikanischer Drogenbaron in Guatemala erschossen? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Mexiko: Drogenkrieg - Foto: Diego Fernandez, Public DomainGuatemaltekische Behörden können den Tod von Joaquín ‘El Chapo‘ Guzmán nicht bestätigen. Medien hatten zuvor darüber spekuliert, dass in einem Gefecht mit dem Militär der sogenannte Kopf des Sinaloa Kartells in der guatemaltekischen Provinz Petén getötet worden sei. Dieses Gerücht wurde besonders dadurch angeheizt, weil vermutet wird, dass ‚El Chapo‘ Zuflucht in der guatemaltekischen Grenzregion zu Mexiko gesucht hat. Nach dem 2006 begonnenen mexikanischen war on drugs gewinnt Zentralamerika in der öffentlichen Wahrnehmung des Drogenhandelproblems zunehmend an Bedeutung, so dass sich die politische Debatte in und über Zentralamerika vor allem darauf konzentriert: Mexikanische Drogenkartelle expandieren oder flüchten nach Guatemala und Honduras, um dort ihr Geschäft fortzuführen, was allerorts mit den Begriffen des Ballon- oder Kakerlaken-Effektes umschrieben wird. Zentralamerikanische maras und pandillas werden mit der organisierten Kriminalität bzw. konkret mit mexikanischen Kartellen – beispielsweise den Zetas – in Verbindung gebracht. Das hohe Gewaltniveau wird, besonders in den drei nördlichen zentralamerikanischen Ländern – tríangular norte: Guatemala, Honduras und El Salvador –, mit der Ausweitung des Drogenhandels und dem damit verbundenen Vordringen der mexikanischen Kartelle begründet. Gleichzeitig weisen zentralamerikanische Präsidenten – jüngst insbesondere der guatemaltekische Präsident Otto Perez Molina – darauf hin, dass Zentralamerika von der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Drogenhandel – trotz gegebener Vereinbarungen (beispielsweise im Rahmen der Central American Security Initiative oder der Grupo de Amigos de Centroamérica) – bisher nur sehr wenig unterstützt wurde. (Bildquelle: Diego Fernandez, Public Domain)


13. Februar 2013 | Nicaragua: Grundsätzliche Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Grundlegende Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben - Foto: Wald, Vulcan Maderas, Lena_NiRosario Murillo, Koordinatorin des nationalen Rates für Kommunikation und Bürgerschaft, veröffentlichte am 23. Januar 2013 die “Grundsätzliche Richtlinie, um sauber, gesund, schön und gut zu leben” (Guía Básica para vivir limpio, vivir sano, vivir bonito, vivir bien). Das Dokument enthält 14 Grundsätze und ist, laut Murillo, die grundlegende Orientierung für die nicaraguanischen Bürger, um sauber, würdig, gesund, sicher und solidarisch zu leben. Es beinhaltet „eine Formel und viele Formeln, die die Einfachheit, die Mäßigung, die Ausgewogenheit, die Vernunft, das Verständnis der staatsbürgerlichen Pflicht, die Verantwortung der Institutionen des Staates und die komplementäre Zusammenarbeit der Kirchen, die privaten Unternehmen und die Erzeuger fördern“, so Murillo. Die neuen grundlegenden Richtlinien für ein richtiges Leben, die Gesetzeskraft erhalten sollen, verfolgen sehr unterschiedliche und weit gefasste Ziele. So sollen einerseits Best-Practices-Methoden von landwirtschaftlichen Familien- und Gemeinschaftsbetrieben und die Achtung vor der Natur und „Mutter Erde“ gefördert werden. Andererseits sind die Bürger aber auch dazu angehalten, Anordnungen der nationalen Behörden zu befolgen sowie christliche und familiäre Werte zu fördern. Darüber hinaus soll das Dokument helfen, Gewalt jedweder Art zu vermeiden und die Pest der so genannten „Moderne“ zu verhindern. Die Opposition bezeichnet das Dokument als einen Befehl des autoritären Staates, um den Verstand der Bevölkerung zu kontrollieren. Es sei kein Ausdruck des Willens der Bürger (Bildquelle: Lena_Ni_).


12. November 2012 | Nicaragua: FSLN gewinnt Kommunalwahlen in Nicaragua | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Kommunalwahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, ach Am 4. November haben fast 3 Mio. Wähler Nicaraguas ihre Bürgermeister und Stadträte gewählt. Mit 67,9 Prozent aller Stimmen hat die Regierungspartei FSLN 134 von insgesamt 153 Alcaldías gewonnen, darunter die sehr begehrte Alcaldía in der Hauptstadt Managua. Die zweistärkste Partei, PLC (Partido Liberal Constitucionalista), verlor dagegen viele Alcaldías. Nur in zwei Gemeinden in der RAAS (Región Autónoma del Atlántico Sur) können sie künftig weiterregieren. Dafür errang aber die PLI (Partido Liberal Independiente), die andere liberale Partei des Landes, 12 Bürgermeisterämter. Laut politischen Kritikern sicherte die Zerstrittenheit der Opposition den Triumph der FSLN. Allerdings berichten lokale Zeitungen von einer hoher Stimmenthaltung, die ihren Aussagen zufolge bei 54 Prozent liegt. Dies stimmt jedoch nicht nicht mit den Angaben des Obersten Wahlrates überein. Nach dessen Aussage blieben „nur“ 42 Prozent der Wahlberechtigten den Wahlen fern. Das hohe Misstrauen gegenüber dem nicaraguanischen Wahlsystem sowie dem Obersten Wahlrat dürfte ein Grund sein, warum viele Bürger nicht wählen wollten. Nach den Wahlen kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Anhängern der FSLN und der PLI; in Matagalpa, Nueva Segovia, Estelí und León gab es Berichten zufolge die größten Auseinandersetzungen. Drei Tote, viele Verletzte, darunter acht Polizisten, und mehrere zerstörte und niedergebrannte Gebäude waren nach diesen Auseinandersetzungen zu beklagen. Die Liberalen sprechen inzwischen auch von Wahlbetrug. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ach)


22. Oktober 2012 | Nicaragua, Deutschland: Proyecto MIRIAM zu Gast in Leipzig | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Yolanda Acuña, Foto: M. Löllmann.Die Frauenrechtlerin Yolanda Acuña aus Nicaragua wird ab dem 17.10.2012 Deutschland besuchen. Während ihres dreiwöchigen Aufenthalts wird sie bei verschiedenen Veranstaltungen in mehreren Städten die aktuelle Frauensituation in Nicaragua darstellen. Yolanda Acuña ist Gründerin und Koordinatorin der Asociación Proyecto MIRIAM Estelí. Das Projekt setzt sich seit über 20 Jahren in Nicaragua für Bildungsprojekte zur Frauenförderung, Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechte von Frauen, Jugendlichen und Kindern ein. MIRIAM kämpft aktiv für eine bessere Zukunft und gegen die Unterdrückung und Diskriminierung von Frauen in Nicaragua. Das Projekt hat drei Standorte in Nicaragua und ist auf internationaler Ebene in Guatemala, Österreich, Deutschland und in der Schweiz vertreten. Yolanda wird u.a. Berlin, Bonn, Köln, Dresden, Leipzig, Wuppertal und Bielefeld besuchen und MIRIAM bei verschiedenen Vereinen und Organisationen (u.a. UNICEF, GIZ, ONU Mujeres, Terres des Femmes) vorstellen. Am Montag, den 5.11.2012 wird Yolanda Acuña in Leipzig zu Gast sein. Ihr Vortrag mit einem kurzen Film zum Einstieg findet um 19.00 Uhr im Tipi (1.OG) im Westwerk an der Karl-Heine-Str. 83 statt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Mariella Löllmann).


04. Oktober 2012 | Nicaragua: Pedro Joaquín Chamorro Cardenal zum Nationalhelden erklärt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Flagge

Die 89 Parlamentsabgeordneten Nicaraguas haben Pedro Joaquín Chamorro Cardenal am Mittwoch, den 3. Oktober, einstimmig zum Nationalhelden erklärt. Schon im Jahr 1980 hatte ihn die Junta de Gobierno de Reconstrucción Nacional als Würdigung seines Einsatzes für die Pressefreiheit zum Märtyrer der bürgerlichen Freiheiten (Mártir de las Libertades Públicas) ernannt. Der 1924 geborene Journalist und Herausgeber der Tageszeitung „La Prensa“ kämpfte gegen die Somoza-Diktatur. Die Zeitung war seine Waffe. Er verurteilte die staatliche Korruption scharf, setzte sich für Pressefreiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit ein und wurde wegen Rebellion mehrmals während des Somoza-Regimes inhaftiert, gefoltert und verurteilt. Am 10. Januar 1978 wurde Chamorro Cardenal auf dem Weg zur Arbeit ermordet. Das Volk Nicaraguas klagte den Diktator Anastasio Somoza Debayle wegen seines Mordes an. Das Attentat löste den Volksaufstand aus und beschleunigte den Sturz des Somoza-Regimes. Chamorro Cardenal ist auch ein Held sui generis, weil er nicht zur Gewalt gegriffen hat, um die Diktatur zu bekämpfen, so der Abgeordnete Eliseo Núñez Morales. Somit ist Chamorro Cardenal der einzige der zwölf Nationalhelden Nicaraguas, der einen friedlichen Kampf führte.


04. Mai 2012 | Nicaragua: Der letzte lebende FSLN-Gründer Tomás Borge ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua_Tomas_Borge_Foto_Presidencia de la Republica de EcuadorDer letzte lebende Mitgründer der FSLN Tomás Borge ist am 30. April 2012 im Militärkrankenhaus in Managua an Lungenkrebs gestorben. Trotz einer Operation Mitte April und der Verlegung auf eine intensivmedizinische Station konnte das Leben des 81-jährigen nicht gerettet werden. Das Volk Nicaraguas erfuhr von Borges Tod durch die Regierungssprecherin und Präsidentengattin Rosario Murillo mit den Worten: „Mit tiefem Schmerz teilen wir mit, dass das revolutionäre Leben des Kommandanten Tomás Borge auf dieser Erde beendet ist. Er gehört zu den Toten, die niemals sterben“. Der am 13. August 1930 geborene Befreiungskämpfer gründete 1961 zusammen mit Carlos Fonseca Amador, Francisco Buitrago, Jorge Navarro, Silvio Mayorga, José Benito Escobar, Noel Guerrero, Germán Pomares und ehemaligen Mitkämpfern Sandinos die Sandinistische Front zur Nationalen Befreiung (FSLN), die gegen die Diktatur von Anastasio Somoza kämpfte. Während der sandinistischen Revolution hatte Borge 1979-1990 das Amt des Innenministers inne. Zuletzt war er Botschafter seines Landes in Peru sowie Ehrenpräsident, Abgeordneter und stellvertretender Generalsekretär der FSLN. Außerdem war er Schriftsteller. Er schrieb mehrere Bücher und Gedichte, unter anderem “La paciente impaciencia” und “La ceremonia esperada” (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


07. November 2011 | Guatemala, Nicaragua: Erwarteter Ausgang der Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala, Noticias Nicaragua

Der neue Präsident Guatemalas Otto Perez Molina und neue (alte) Präsident Nicaraguas Daniel Ortega (Foto: Surizar und Presidencia de la República del Ecuador)Gestern wurde in Zentralamerika gleich zweimal gewählt. Nach ersten Meldungen werden Otto Pérez Molina in Guatemala bzw. Daniel Ortega in Nicaragua das Amt des Präsidenten übernehmen. Ersterer – ein Ex-General – konnte sich in der Stichwahl mit 55 Prozent klar gegen seinen zivilen Konkurrenten Baldizón durchsetzen. Nach seinem Abschied von der Armee im Februar 2001 hatte Pérez Molina die Patriotische Partei gegründet und schon einmal vor vier Jahren für das höchste Staatsamt kandidiert – damals aber noch ohne Erfolg. Ihm wird vorgeworfen, während des Bürgerkrieges Menschenrechtsverbrechen begangen zu haben. Pérez Molina versuchte im Wahlkampf unter Berufung auf seine Teilnahme am Friedensabkommen von 1996, mit dem Image des „Friedensgenerals“ zu punkten. Die Tatsache, dass erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 ein ehemaliger General zum Präsidenten gewählt wurde, stellt eine Zäsur für den äußerst fragilen Demokratisierungsprozess in Guatemala dar, die eine weitere Polarisierung der von Gewalt, Korruption und sozialen Gegensätzen gekennzeichneten Entwicklung erwarten lässt. In Nicaragua setzte sich Daniel Ortega mit großem Vorsprung vor seinen Mitbewerbern durch. Mit voraussichtlich 64 Prozent gegenüber 29 Prozent, die der Zweitplazierte Fabio Gadea für sich verbuchen konnte, entschied er zum dritten Mal nach 1984 und 2006 die Präsidentschaftswahl für sich. Bestimmungen der Verfassung, die einer Wiederwahl entgegenstehen, umging Ortega mit Hilfe von Dekreten und Gerichtsurteilen. Während Pérez Molina im Wahlkampf mit einer Politik der „harten Hand“ (mano dura) für sich warb, setzt der ehemalige Guerillero und Sandinist Ortega vor allem auf Sozialprogramme. Beide Wahlgewinner profitierten in erster Linie von der Schwäche der Opposition. Wenn in der deutschen Presse nun unisono vor einer Gefährdung der Demokratie gewarnt wird, dann blendet eine solche Wertung die Unterschiede in den Rahmenbedingungen aus, welche für deren Erfolg erforderlich sind. Um diese ist es trotz aller Belastungen und Defizite in Nicaragua immer noch besser bestellt als in Guatemala. (Bildquellen: Presidencia de la República del Ecuador, Surizar)


28. Oktober 2011 | Nicaragua: Frauen demonstrieren weiter gegen das Verbot der Abtreibung aus medizinischen Gründen | Kategorie(n): Noticias Nicaragua

Nicaragua Flagge

Hunderte von Frauen in Nicaragua demonstrierten gestern in den Straßen der Altstadt von Managua, um vom Parlament die Wiedereinführung der Abtreibung aus medizinischen Gründen zu fordern. Vor fünf Jahren, am 26. Oktober 2006, hatte das nicaraguanische Parlament die Abtreibung aus medizinischen Gründen abgeschafft und für strafbar erklärt. Dies geschah im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen und Protesten der katholischen und evangelischen Kirche gegen die Abtreibung. Das Gesetz erlaubte zuvor, Abtreibungen aus medizinischen Gründen durchzuführen, wenn die Notwendigkeit wissenschaftlich begründet war, mindestens drei Ärzte anwesend waren und die Zustimmung des Ehegatten oder des nächsten Verwandten der Frau vorlag. Die friedliche Demonstration wurde unter dem Motto “Tag der nationalen Trauer, keine Toten mehr” durchgeführt. Carola Brantome, Mitglied der Red de Mujeres de Matagalpa erklärte, dass diese fünf Jahre sehr hart für Frauen gewesen seien, die das Recht, über ihr Leben zu entscheiden, brauchen. Die Demonstranten glauben, dass die Müttersterblichkeit gesenkt werden könnte, wenn der Schwangerschaftsabbruch in einigen Fällen zugelassen würde. Laut Schätzungen von Magally Quintana, Mitglied der NGO Católicas por el Derecho a Decidir, liegt die jährliche Zahl der Müttersterblichkeit bei 100 Frauen, davon könnten 30 Frauen durch eine Abtreibung aus medizinischen Gründen gerettet werden. Alle Präsidentschaftskandidaten für die in diesem Jahr stattfindenden Wahlen haben bereits ihre Ablehnung gegen die Entkriminalisierung der Abtreibung aus medizinischen Gründen geäußert.


03. Oktober 2011 | Nicaragua: EU und OAS beobachten Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Wahlbeobachtung EU u. OAS (Foto: Quetzal-Redaktion.ssc)Zusammen mit dem Wahlrat Lateinamerikanischer Experten (Consejo Electoral de Expertos Latinoamericanos,  CEELA), sind die Europäische Union (EU) und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bisher die einzigen internationalen Organisationen, welche die Wahlen in Nicaragua beobachten bzw. begleiten dürfen. Sowohl die EU als auch die OAS unterzeichneten eine „Vereinbarung zur Wahlbegleitung“. Die Vereinbarung gewährleistet den Wahlbeobachtern uneingeschränkte Bewegungsfreiheit im Land, unzensierte Berichterstattung sowie die Zusammenarbeit mit den Wahlbehörden. Dies widerspricht allerdings Artikel 20 und 22 der umstrittenen „Verordnung zur Wahlbegleitung“, die dem Obersten Wahlrat in Nicaragua das Recht einräumt, in die Befugnisse der Wahlbeobachter einzugreifen. Das Carter Center hatte die Abschaffung bzw. Veränderung dieser Verordnung gefordert, was Nicaragua als unzulässige Einmischung einer privaten Organisation bezeichnete. Die vom ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter gegründete NGO wurde ebenso wie die US-Botschaft nicht zur Wahlbeobachtung zugelassen. Der Generalsekretär der OAS, José Miguel Insulza, betonte, dass die von der OAS unterzeichnete Vereinbarung eine Wahlbeobachtung gemäß der Interamerikanischen Demokratie-Charta gewährleistet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion,ssc)


25. August 2011 | Nicaragua: Cosep und Amcham fordern bessere Bedingungen für die Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Die beiden einflussreichsten wirtschaftlichen Organisationen in Nicaragua, Amcham und Cosep, fordern vom Obersten Wahlrat Nicaraguas (CSE) bessere Bedingungen für die Wahlen am 6. November 2011. Der CSE muss Maßnahmen für eine stärkere Beteiligung ergreifen, die dem Wahlprozess mehr Sicherheit, Vertrauen und Transparenz verschafft. Ein Wahlprozess ohne Gewalt und mit internationaler und nationaler Wahlbeobachtung ohne Einschränkungen, so José Adán Aguerri, Präsident des Consejo Supremo de la Empresa Privada (Cosep). Aguerri gab zu bedenken, dass die am 16. August verabschiedete „Verordnung zur Wahlbegleitung“ viele Einschränkungen für die Wahlbeobachtung darstelle. Der CSE müsse mehr Flexibilität in der Verordnung gewährleisten. Mit der Änderung des Begriffes „Wahlbeobachtung“ in „Wahlbegleitung“ in der Verordnung gibt es mehr Freiheit für den CSE, um die Arbeit der internationalen und nationalen Wahlbeobachtung stärker zu kontrollieren bzw. zu beschränken. Der CSE hat die Entscheidungsgewalt darüber, wer die Wahlen begleiten darf, wer welche Aufgaben erfüllen soll und darf die Wahlen nur auf vorgeschriebenen Wegen begleiten. Die Cámara de Comercio Americana de Nicaragua, Amcham, hat sich auch der „Verpflichtungserklärung zu gewaltfreien Wahlen“ angeschlossen. Mit der Unterzeichnung der Erklärung verpflichtet sich die wirtschaftliche Organisation, ein demokratisches und gewaltloses Klima während der Wahlperiode zu fördern.


21. Juli 2011 | Nicaragua: Feier zum 32. Jahrestag der sandinistischen Revolution | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Am 19. Juli 2011 feierten die Nicaraguaner den 32. Jahrestag der sandinistischen Revolution, in deren Folge 1979 das Somoza-Regime gestürzt wurde. Begleitet von Wahlkampfliedern und in Anwesenheit einer Vielzahl von sandinistischen Jugendlichen sowie nationalen und ausländischen Persönlichkeiten hielt Präsident Daniel Ortega seine Rede. Hugo Torres, ehemaliger General der nicaraguanischen Armee und Nummer eins des Einsatzkommandos, das den Nationalpalast des Somoza-Regimes einnahm, bewertete die Rede des Präsidenten als eine „leere Ansprache“. „Es sei ein Akt gewesen, der für die Bekräftigung der Figur Ortegas als „Caudillo“ entworfen wurde“, so Torres (Interview der Tageszeitung La Prensa, 20.07.2011). Zwei Aussagen der Rede Ortegas beherrschten die Nachrichten der lokalen Tageszeitungen. Ein Thema war die mögliche, von Ortega angestrebte, Verlängerung der Amtsperiode der Chefin der Nationalpolizei. Des Weiteren hat die Regierung die Absicht, eine „Volksbefragung“ bzw. ein Referendum über Kompensationszahlungen der USA an Nicaragua anzusetzen. Der Internationale Gerichtshof hatte die Vereinigten Staaten aufgrund der Finanzierung von Sprengstoffanschlägen gegen nicaraguanische Häfen und Anlagen während des Bürgerkrieges zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 17 Milliarden Dollar verurteilt. Der ehemalige US-Botschafter in Managua, Robert Callahan, hält den Fall für sein Land jedoch für abgeschlossen, da die frühere Präsidentin Nicaraguas, Violeta Chamorro (1990-1997), die Entschädigungsforderung zurückzogen hat. Einen Regierungsplan für die nächste Amtsperiode stellte Ortega nicht vor, mit der Begründung, dass die Wahlkampagne erst im August beginne.


14. Juli 2011 | Nicaragua: Zivilgesellschaft fordert Daniel Ortega auf, die „Verpflichtungserklärung zu gewaltfreien Wahlen“ zu unterschreiben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Zivilgesellschaft fordert Daniel Ortega auf, die „Verpflichtungserklärung zu gewaltfreien Wahlen“ zu unterschreiben. Foto: Presidencia EcuadorDie organisierten gesellschaftlichen Gruppen Nicaraguas fordern eine Verpflichtungserklärung der politischen Parteien zu gewaltfreien Wahlen. Die Initiative versucht sowohl die Zivilgesellschaft als auch die politischen Parteien des Landes dafür zu gewinnen, ein demokratisches und gewaltloses Klima während der Wahlperiode zu schaffen. Die treibenden Kräfte der Initiative, die Stiftung Nicaragua Nuestra, das Institut für strategische Studien und öffentliche Ordnung (Instituto de estudios estratégicos y políticas públicas) (Ieepp) und das nicaraguanische Institut für Entwicklung (Instituto Nicaragüense de Desarrollo) (INDE), bedauern allerdings die Haltung der Regierungspartei Frente Sandinista de Liberación Nacional (FSLN) und der Oppositionspartei Alianza Liberal Nicaragüense (ALN) gegenüber dem Vorstoß. Daniel Ortega, Präsident und Kandidat für die in diesem Jahr stattfindenden Wahlen, ignorierte demonstrativ die Initiative der Zivilgesellschaft. Die Oppositionspartei ALN wird die Verpflichtungserklärung für gewaltfreie Wahlen unterschreiben, sollte auch die Regierungspartei dies tun. Inzwischen haben drei politische Bündnisse und zehn Organisationen der Zivilgesellschaft den Kompromiss unterschrieben. Die Zivilgesellschaft bewertet die Stille des Präsidenten Daniel Ortega gegenüber der Initiative als typisches Merkmal seiner Kommunikationspolitik: Die Nichtbeachtung der Zivilgesellschaft. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


28. Februar 2011 | Nicaragua: Weihbischof Baez kritisiert die politische Klasse des Landes scharf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Kathedrale in Managua. Foto: Robert BlackieDer Weihbischof Monsignore José Silvio Baez kritisierte am Sonntag die sandinistische Regierung von Präsident Daniel Ortega scharf. In seiner Predigt in der Kathedrale von Managua warf er der Regierung vor, den Staat zusehends in den „Dienst“ der sandinistischen „Familie“ zu stellen und sukzessive die Rechtsstaatlichkeit des nicaraguanischen Staates auszuhöhlen. Insbesondere die Entscheidung sandinistischer Richter, entgegen des Artikels 147 der Verfassung Daniel Ortega eine zweite Amtszeit als Präsident zu gewähren, geißelte er als illegal. Baez betonte, dass dies nicht seine persönliche Meinung sei, sondern die der gesamten Bischofskonferenz. „Die Demokratie [Nicaraguas] ist ohne Werte und Moral bereits zu einem offenen oder hinterhältigen Totalitarismus verkommen“, so Baez in seiner Predigt weiter. Die Regierung der Sandinisten kümmere sich weniger um die soziale Lage und Bedürfnisse der Armen, als vielmehr um den eigenen Machterhalt und die „Liebe zum Geld.“ Aber auch an der Opposition wurde vom Weihbischof Baez mit Kritik nicht gespart: Er attestierte ihr, genauso wenig ein Interesse an der sozialen Frage des Landes zu haben, sondern auch nur die eigenen persönlichen Interessen im Hinblick auf Präsidentschaftswahlen im November dieses Jahres zu verfolgen. Auch der evangelische Pastor Augusto Cesar Marenco übte ähnliche Kritik an der Regierung Ortegas: Vor allem kritisierte er die Rolle der obersten Wahlbehörde CSE (Consejo Surpremo Electoral) in den letzten Kommunalwahlen als Korruption und forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Wahl im November intensiv zu beobachten. (Bildquelle: Robert Blackie)


10. November 2010 | Costa Rica, Nicaragua: OAS gibt beiden Staaten 48 Stunden Zeit, um ihren Konflikt zu lösen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias Nicaragua

Die Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, kämpft um eine Insel - Foto: Moiso Araya, Public DomainDie OAS (Organization of American Staates) hat Costa Rica und Nicaragua eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um eine Lösung für ihren Konflikt zu finden.Vor eine Woche erklärte Costa Rica, Nicaragua verletze sein Hoheitsgebiet durch die Anwesenheit von nicaraguanischen Militärs auf der Insel Calero. Nach Ansicht von Costa Rica gehört dieses Gebiet ihnen. Die Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, sagte: „Die geographischen Karten von beiden Staaten zeigen deutlich die Grenzen, und das betroffene Gebiet gehört uns. Sie ignorieren das Abkommen von Cañas-Jerez. Ich hole das Land wieder, das ist costa-ricanisches Gebiet“. Chinchilla hat sich auf das Abkommen vom Jahr 1858 bezogen, das die Grenze zwischen beiden Staaten festlegt. Es regelt zudem die fortwährende und freie Schiffflussfahrt von Costa Rica sowie die nicaraguanische Beherrschung des Flusses San Juan. Ein anderer Faktor, der diese Krise verschärft hat, war die Anwendung von Google Maps. Darin wird ein Teil der Calero-Insel nicaraguanischem Gebiet zugeschlagen. In seinem Blog für Lateinamerika wies Google darauf hin, dass es eine Ungenauigkeit in Bezug auf die Begrenzung zwischen Costa Rica und Nicaragua gebe und dass kein Land diese Karte benutzen solle, um ggf. in ein anderes Land einzumarschieren. Costa Rica und Nicaragua versuchen beide, eine Lösung zu finden. Der Präsident des Ständigen Rats der OAS, Joaquín Maza, unterbrach bis morgen die außerordentliche Sitzung, um einen Bericht des OAS-Generalsekretärs, José Miguel Insulza, aufgrund der Anwesenheit von nicaraguanischen Militärs in der umstrittenen Zone zu bekommen. Nach 150 Jahren ist die genaue Grenzziehung zwischen beiden Ländern noch immer ein Streitpunkt. Trotz eines Urteils des Internationalen Gerichtshofs in den Den Haag aus dem Jahr 2009 über die Rechte beider Staaten am Grenzfluss konnten sie ihre Probleme nicht beenden (Bildquelle: Moiso Araya, Public Domain).


09. August 2010 | Nicaragua: Regierung Ortega gesteht Unfähigkeit bei der Reduzierung der Armut ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Armut ist immer noch ein weitverbreitetes Problem in Nicaragua - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie sandinistische Regierung von Daniel Ortega Saavedra hat am Wochenende offiziell ihr Unvermögen hinsichtlich der signifikanten Reduzierung der Armutsquote in Nicaragua eingestanden. In einem Kommuniqué der Regierung werden jedoch die Ursachen nicht primär im Versagen der eigenen politischen Strategien gesehen, sondern weit profanere Erklärungen wie beispielsweise kulturelle oder auch strukturelle Ursachen als Auslöser der Armut in Nicaragua angegeben. Als Hauptfaktor für die Probleme bei der Bekämpfung von Armut nennt der “nationale Bevölkerungsentwicklungsplan 2009 -2011″ (Plan Nacional de Desarrollo Humano Actualizado, PNDHA) die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise. Allein dadurch werde das BIP im Zeitraum von 2009-2011 um 4,8 Millionen US-Dollar sinken (nominales BIP 2007 = 5,7 Mio. US$). Aufgrund der zu erwartenden Einbußen hat die Regierung drei Haushaltsreformen beschlossen: Reduzierung der Staatseinahmen, der öffentlichen Investitionen und der Sozialausgaben. Weiterhin wird in dem PNDHA angeführt, dass Nicaragua im Zeitraum von 1990 bis 2009 insgesamt 12 Mrd. US$ durch verschiedene Kooperationen (u.a. mit Venezuela und durch direkte Auslandsinvestitionen) erhalten hat, der Effekt auf die Senkung der Armutsquote aber sehr gering ist. Deshalb konstatiert die Regierung, dass in den letzten knapp 20 Jahren trotz respektabler wirtschaftlicher Entwicklungsdaten und relativ hoher für die Armutsbekämpfung zur Verfügung stehender Mittel die politischen Strategien und Entscheidungen der nichtsandinistischen Regierungen nicht die erhoffte Wirkung auf die Reduzierung der Armut zeigten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


16. Juni 2010 | Mittelamerika: Programm für die Gesundheit | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Mittelamerika: Programm für die Gesundheit - Foto: Alfredo Guerrero, Gobierno Federal de Estados Unidos MexicanosSalud Mesoamérica 2015 heißt ein neues Programm, das in den nächsten fünf Jahren die großen Unterschiede im Gesundheitszustand der Bevölkerung Mittelamerikas überwinden soll. Zwar hat sich die Gesundheit in der Region in den letzten Jahren verbessert, wie entsprechende Kennziffern belegen, doch kam diese Verbesserung offensichtlich nicht bei den Ärmsten an. Acht Millionen Menschen in Zentralamerika, das sind 20 Prozent der Bevölkerung von Panama, Costa Rica, Nikaragua, Honduras, El Salvador, Guatemala, Belice und der südlichen Bundesstaaten Mexikos, gelten als extrem arm. Vor allem die Frauen und Kinder in dieser Gruppe verfügen in der Regel über eine nicht angemessene oder über gar keine gesundheitliche Betreuung. Die Folgen sind sichtbar – sie betragen 6 cm. Das ist die Differenz der durchschnittlichen Körpergröße zwischen Fünfjährigen aus den ärmsten Schichten und Gleichaltrigen mit wohlhabenden Eltern. Diese 6 cm sind aber nicht nur ein Größenunterschied, sie verweisen auf grundlegende Rückstände in der körperlichen und geistigen Entwicklung armer Kinder. Die Gates-Stiftung, das Institut für Gesundheit Carlos Slim aus Mexiko und die spanische Regierung stellen jeweils 50 Millionen Dollar für das Programm zur Verfügung. Die Interamerikanische Entwicklungsprogramm (BID) zeichnet verantwortlich für Organisation und Kontrolle der Projekte in den einzelnen Ländern (Bildquelle: Alfredo Guerrero, Gobierno Federal de los Estados Unidos Mexicanos_).


10. November 2009 | Mittelamerika: Hurrikan „Ida“ hinterlässt Chaos und Zerstörung | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador, Noticias Mexiko, Noticias Nicaragua

Mittelamerika: Hurrikan „Ida“ hinterlässt Chaos und Zerstörung. Foto: NASA (Public Domain).Der Hurrikan „Ida“ hat besonders in El Salvador immense Schäden angerichtet. Nach dem Tod von mehr als 130 Menschen hat der Präsident des mittelamerikanischen Landes, Mauricio Funes, den Notstand ausgerufen und das Parlament eine dreitägige Staatstrauer beschlossen. Der tropische Wirbelsturm war am Donnerstag vor der nicaraguanischen Karibikküste entstanden. Nachdem er eine Schneise der Zerstörung im östlichen Teil El Salvadors hinterlassen hatte, zog er mit 195 Stundenkilometern am mexikanischen Urlaubsort Cancún vorbei und nahm mit abgeschwächter Geschwindigkeit Kurs auf die US-amerika­nische Golfküste. Die durch ihn verursachten Produktionsausfälle in den dort gelegenen Fördergebieten und Raffinerien wurden als Grund für die Erhöhung des Rohölpreises angegeben. In El Salvador waren besonders der 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gelegene Ort Verapaz und mehrere Ortschaften am Fuße des Vulkans Chinchontepec betroffen. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Im bergigen Landesinneren sind etliche Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten. In den Kaffeeanbaugebieten scheint „Ida“ weniger Schaden angerichtet zu haben als zunächst befürchtet wurde. Aufgrund der immensen Zerstörungen von Infrastruktur, Anbauflächen und Wohngebieten, die durch den Hurrikan verursacht worden sind, haben Caritas international und die Diakonie Katastrophenhilfe bereits zu Spenden aufgerufen. Auch das Welternährungsprogramm der UNO hat erste Hilfsleistungen zugesichert (Bildquelle: NASA_).


02. August 2009 | Honduras: Gewalt gegen Demonstranten, Entzug von Diplomaten-Visa, Aufbau friedlicher Volksarmee | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua

Honduras: Gewalt gegen Demonstranten, Entzug von Diplomaten-Visa und Aufbau einer friedlichen Volksarmee (Bildquelle: University of Texas at Austin)Nachdem die De-facto Regierung eine von Anhängern des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya organisierte Demonstration am Donnerstag (30.07.09) gewaltsam auflöste, erlag der Lehrer Roger Vallejos seinen schweren Verletzungen. Die Demonstranten versuchen durch die Besetzung von wichtigen Verkehrsverbindungen den Druck auf die Putschisten zu erhöhen. Die international nicht anerkannte Interimsregierung gerät diplomatisch hingegen weiter unter Druck. Bereits am Dienstag (28.07.09) hatten die USA ohne Angabe der Identität vier Mitgliedern der Putschregierung die Einreiseerlaubnis entzogen. Später wurde bekannt, dass es sich um den Verteidigungsminister Adolfo Lionel Sevilla, den Parlamentspräsidenten Jose Alfredo Saavedra, den Obersten Richter Tomás Arita und den Menschenrechtsbeauftragten Ramón Abad Custodio handelte. Auch die Europäische Union will nun ihre Mitgliedsländer dazu auffordern, keine Diplomaten-Visa mehr auszustellen, um so die politischen Kontakte der Putschisten einzuschränken. Eine rechtlich bindende Vereinbarung gibt es jedoch nicht. Am Freitag betonte der De-facto Präsident Roberto Micheletti nochmals, dass sich Honduras dem internationalen Druck nicht beugen werde. Durch die gesicherte Lebensmittelversorgung (Getreide) bis Februar / März könne man notfalls auch bei der Verhängung von Wirtschaftssanktionen in der Isolation ausharren. Unterdessen gab Zelaya bekannt (30.07.09), dass auf den Bauernhöfen in der Umgebung der nicaraguanischen Stadt Ocotal mit dem Aufbau und der Ausbildung einer “friedlichen Volksarmee, die Honduras zur Verteidigung seiner Rechte braucht” begonnen werde. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


10. Juni 2009 | Peru: Indigener Führer ersucht Asyl in Nicaragua | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua, Noticias Peru

Peru - Regenwald (Foto: Sprain Flickr)Alberto Pizango, Präsident der Interethnischen Vereinigung für die Entwicklung des Peruanischen Urwalds (AIDESEP), hat in der nicaraguanischen Botschaft in Lima um politisches Asyl nachgesucht. In Zusammenhang mit den blutigen Auseinandersetzungen vom Wochenende war er von der peruanischen Regierung der Verschwörung und Volksverhetzung beschuldigt worden, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt in der Hauptstadt aufgehalten hatte. In der Umgebung der Stadt Bagua, die im Amazonasgebiet und damit mehr als tausend Kilometer von Lima entfernt liegt, hatten indigene Einwohner aus Protest gegen Dekrete der Regierung, die Erdölbohrungen und Abholzungen in der genannten Region erleichtern sollen, Straßensperren errichtet und eine Station der staatlichen Ölgesellschaft besetzt. Dabei hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Während die Regierungsseite behauptet, von den 34 Toten seien allein 25 Polizisten, sprechen indigene Vertreter von bis zu 30 getöteten Amazonas-Bewohnern. Wie verschiedene Medien melden, gehen zumindest neun der getöteten Polizisten auf das Konto einer Aktion der peruanischen Streitkräfte, die versucht hatten, Angehörige der Sicherheitskräfte zu befreien, die von den Protestierenden festgehalten worden waren. Wie viele Indigene allein bei dieser Auseinandersetzung ums Leben kamen, ist bislang noch nicht bekannt. Aus Protest gegen die Haltung der Regierung gegenüber den Forderungen der Amazonas-Bevölkerung legte gestern Carmen Vildoso, Ministerin für Frauen und Sozialentwickung, ihr Amt nieder. (Bild: Sprain)


10. Mai 2009 | Nicaragua: Neue Alphabetisierungskampagne gestartet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Die Regierung Nicaraguas plant für den 19. Juli 2009, am gleichen Tag an dem die 30-jährige Siegerfeier der Sandinisten über den ehemaligen Diktator Somoza stattfinden wird, ihre Analphabetenrate stark zu senken. Dafür startete Staatspräsident Daniel Ortega eine neue Kampagne, um bis Juli rund 772.000 Erwachsene das Lesen und Schreiben zu unterrichten. Die Analphabetenrate, die seit der sandinistischen Regierung (1979) von 52% auf 12,9% zurückgegangen ist, soll bis Juli auf auf lediglich 5% verringert werden. Damit würde Nicaragua gemäß der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) als vollständig alphabetisiert gelten. Um ihr Ziel zu erreichen, ist die Regierung jedoch auf eine breite Freiwilligenzahl angewiesen. Seit Anfang 2007 unterstützten bereits 54.000 Volontäre das Programm. Die neue Regierungskampagne läßt aber ein Wunsch der Bevölkerung offen: die Überwindung des Machismo, welcher die Rolle der Frau nur als die der (erziehenden) Mutter sieht. Die Regierung erhofft sich jedoch, dass mit dem Lesen und Schreiben die Frauen auch mehr Selbstvertrauen gewinnen.


19. April 2009 | Venezuela, ALBA: Mitgliedstaaten beschließen Währungsunion | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Ecuador, Noticias Honduras, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika, Noticias Nicaragua, Noticias Venezuela

ALBA-Mitgliedstaaten beschließen Währungsunion - Logo: Public DomainAuf ihrem im venezolanischen Bundesstaat Cumaná stattfindenden Gipfeltreffen haben die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Alternative für unser Amerika (ALBA) – Bolivien, Venezuela, Nicaragua, Honduras, Kuba und Dominica – offiziell die Gründung einer Währungsunion verabschiedet. Nach einer Testphase Ende 2009 soll die gemeinsame Währung mit dem Namen “Sucre” im Jahr 2010 eingeführt werden. Bis auf die Karibikinsel Dominica nehmen alle ALBA-Mitgliedsstaaten, sowie das assoziierte Ecuador, am neuen Währungssystem teil. “Sucre” ist die Abkürzung für Sistema Único de Compensación Regional de Pagos und soll als einheitliches System für den regionalen Zahlungsverkehr fungieren. Im ersten Schritt wird die Gemeinschaftswährung als Verrechnungseinheit im gemeinsamen Handel genutzt. Weitere Schritte, wie z.B. die Einfühung des Sucre als Zahlungsmittel in Form von Münzen und Scheinen, sind zunächst nicht geplant. Ziel der Währungsunion ist nach Aussage von Hugo Chávez die “Diktatur des Dollars” zu beenden. D.h. mit anderen Worten die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, die eigenen Währungen zu stärken, sowie den Marktakteuren einen besseren Schutz vor Währungsschwankungen des US-Dollars zu bieten. Neben der ALBA haben ebenfalls Argentinien und Brasilien den US-Dollar im gemeinsamen Handel durch das Sytem SML (Sistema de Pagos en Moneda Local) abgeschafft. Der Einsatz ist zukünftig auch im Wirtschaftsbündnis Mercosur geplant (Bildquelle: Public Domain).


06. März 2009 | Zentralamerika und Karibik: 23. Regierungstreffen im Zeichen der Finanzkrise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Dominikanische Republik, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Zentralamerika und Karibik: 23. Regierungstreffen im Zeichen der Finanzkrise (Bildquelle: University of Texas at Austin)Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IEB), die zentralamerikanischen Länder, Mexiko und die Dominikanische Republik haben sich gestern und heute in Nicaragua versammelt, um die Auswirkungen der Krise in der Weltwirtschaft auf die genannten Länder zu erörtern. Hintergrund des Treffens ist, dass sich in den letzten Monaten sowohl die Auslandsrücküberweisungen (remesas) als auch die Ausfuhren ihrer Waren verminderten. Der Präsident der IEB, Luis Alberto Moreno, sagte: „Die Krise darf uns nicht von unserer Verantwortung für die Zukunft abhalten. Es muss weiter die Bildung, die nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung gegen die Armut verbessert werden.“ Er sagte auch, dass die Erholung der Krise nur langsam wäre, weshalb sich das Wirtschaftswachstum für 2009 auf 0,5% verringere. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


11. Dezember 2008 | Honduras: Zentralamerika rückt zusammen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias Dominikanische Republik, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Honduras: Zentralamerika rückt zusammen (Bildquelle: University of Texas at Austin)Auf dem Gipfeltreffen des zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) in der honduranischen Stadt San Pedro Sula haben die sieben zentralamerikanischen Staaten (Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama) und die Dominikanische Republik in Reaktion auf die Weltfinanzkrise die Einführung einer einheitlichen Währung beschlossen. Mit dem Ziel die regionale Identiät weiter zu fördern, sollen zudem alle zentralamerikanischen Bürger einen einheitlichen Pass erhalten. In den Bereichen Bildung, Sicherheit und Einwanderung hat man sich auf eine Vereinheitlichung der Gesetzgebung geeinigt. Außerdem haben die teilnehmenden Präsidenten und Vize-Präsidenten einen 41 Punkte zählenden Wirtschaftsplan verabschiedet, der die Auswirkungen der Finanzkrise erfolgreich bekämpfen soll. Dieser Plan sieht unter anderem die Einführung eines regionalen Hilfsfonds für den Landwirtschafts-, Handels- und Dienstleistungssektor vor. Einen Zeitplan für die beschlossenen Maßnahmen gibt es bisher nicht. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


30. November 2008 | Venezuela: Gipfeltreffen der ALBA-Staaten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Ecuador, Noticias Honduras, Noticias Kuba, Noticias Nicaragua, Noticias Venezuela

Gipfeltreffen der ALBA-Staaten in Venezuela - Logo: Public DomainDas alternative Handelsbündnis ALBA (Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) hat auf dem jüngsten Gipfeltreffen in Caracas eine Reihe von Maßnahmen getroffen, um sich gegen die Auswirkungen der Finanzkrise zu schützen. Hauptziel der Mitgliedsländer (Bolivien, Venezuela, Nicaragua, Honduras, Kuba, Dominica sowie Ecuador als Gastland) ist die Gründung einer eigenen virtuellen Währung als Zahlungmittel. Mit diesem Schritt versprechen sich die ALBA-Staaten mehr Unabhängigkeit vom US-Dollar sowie einen besseren Schutz vor Währungsschwankungen. Ab sofort soll der Handel zwischen den Ländern nicht mehr durch den US-Dollar, sondern durch die neue Währungseinheit “Sucre” erfolgen. Des Weiteren plant die ALBA einen regionalen Währungsfonds, der einzelnen Staaten bei kurzfristigen Finanzierungsproblemen helfen soll (Bildquelle: Public Domain).


20. November 2008 | Nicaragua: Streit um Ergebnisse der Gemeindewahlen dauert an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Am 9. November wurden in 146 Gemeinden Kommunalwahlen durchgeführt aus denen die FSLN (Sandinistische Befreiungsfront) von Präsident Daniel Ortega als deutlicher Sieger hervorging. Die liberale Opposition (Partido Liberal Constitucionalista, PLC) fordert jedoch wegen zahlreicher Unregelmäßigkeiten die Annullierung der Wahlen. So reklamiert sie, dass Wahllokale trotz langer Schlangen vorzeitig geschlossen wurden oder auch die von ihr geforderte Neuauszählung der Stimmzettel vom Obersten Wahlrat (CSE) verwehrt wird. Daraufhin wurde am Sonntag (15.11.) in der Stadt León ein “Marsch gegen den Wahlbetrug” geplant, welcher jedoch von den Anhängern des sandinistischen Präsidenten gewaltsam verhindert wurde. Seither kommt es immer wieder zu vereinzelten Versuchen die Opposition einzuschüchtern. Eine Beruhigung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.


12. November 2008 | Nicaragua: Sandinisten gewinnen Kommunalwahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nach der Auszählung von 86,1 Prozent der abgegebenen Stimmen bei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag (09.11.) konnte sich mit der FSLN (Sandinistische Befreiungsfront) die Partei von Präsident Daniel Ortega in 91 von 146 Gemeinden als Sieger durchsetzen. Sie gewann damit vier mehr als noch im Jahr 2004. Die Liberalen (Partido Liberal Constitucionalista, PLC) gewannen in 49 Gemeinden, 3 Lokalregierungen werden zukünftig von der ALN (Alianza Liberal Nicaragüense) bestimmt. In 3 Gemeinden wird noch auf die endgültigen Ergebnisse gewartet. Einen wichtigen Sieg konnte die FSLN hingegen in der Hauptstadt Managua erringen, wo sich ihr Kandidat Alexis Argüello, ein ehemaliger Boxchampion, mit 51,3 zu 46,45 Prozent gegen den Bankunternehmer Eduardo Montealegre (PLC) durchsetzen konnte. Montealegre und die Anhänger der PLC erkannten den Sieg jedoch zunächst nicht an, wodurch es zu gewaltsamen Ausschreitungen kam. Teilweise wurde in anderen Gemeinden ebenfalls von Wahlmanipulation gesprochen. Bereits vor den Wahlen wurden die MRS (Sandinistische Erneuerungsbewegung und Abspaltung der FSLN) und die Konservative Partei (PC) von der Wahlbehörde aus formalen Gründen von den Kommunalwahlen ausgeschlossen.


03. August 2008 | Nicargaua, Kolumbien: Ortega will Boden-Luft-Raketen gegen Kolumbien einsetzen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Nicaragua

In den 80er Jahren wurden durch die sandinistische Regierung insgesamt 2000 Boden-Luft-Raketen vom Typ SAM-7 angeschafft, von denen es derzeit noch etwa 1000 Stück gibt. Die USA hatten bereits mehrfach im Austausch für die Vernichtung von über 600 Raketen medizinische Ausrüstung und Medikamente angeboten (2004 wurden schon einmal 333 Raketen zerstört). Aus Sicht von Nicaraguas Staatsoberhaupt Daniel Ortega ein schlechter Tausch, denn in einer Rede (31.07.) anlässlich der Gründung der Luftstreitkräfte vor 29 Jahren, sagte er, dass das Land ohne die Raketen keine Waffen im Falle eines kolumbianischen Luftangriffes hätte. Man müsse den Vorschlag sehr gut prüfen, so seine Worte. Hintergrund ist der Konflikt um die 200 km von Nicaragua entfernten und zu Kolumbien (800km entfernt) gehörenden Karibikinseln San Andés und Providencia. Während Nicaragua die Souveränität über die Inseln reklamiert, hat der Internationale Gerichtshof im Dezember 2007 das Gegenteil entschieden.


24. Juli 2008 | Lateinamerika: Bananenzölle als Knackpunkt der Doha-Welthandelsrunde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Costa Rica, Noticias Ecuador, Noticias Guatemala, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Lateinamerika: Bananenzölle als Knackpunkt der Doha-Welthandelsrunde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, wd)Seit sieben Jahren läuft bereits die sogenannte “Doha-Runde”, welche 2001 im arabischen Emirat Katar eingeläutet wurde, um die Liberalisierung des internationalen Handels weiter voranzutreiben. Nachdem die Handelsgespräche mehrmals ausgesetzt wurden, treffen sich nun die 30 wichtigsten Handelsnationen bei der WTO in Genf – zur Rettung der Welthandelsrunde. Vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer, angeführt von Brasilien und Indien, sahen in den von den USA und der EU angebotenen Minderungen der Agrarzölle und Agrarsubventionen zu geringe Zugeständnisse. Im Speziellen geht es jetzt um Einfuhrzölle für Bananen aus Lateinamerika. Das EU Angebot sieht zum 1. Januar 2009 eine Senkung von 176€ auf 150€ je Tonne Bananen vor, welche bis 2015 auf 116€ verringert werden sollen. Lateinamerika, allen voran Costa Rica, Ecuador, Panama, Nicaragua, Guatemala und Bolivien, fordert hingegen im ersten Schritt eine Reduzierung auf 141€ und bis 2014 auf 109€. Zudem wird die Bevorzugung der AKP-Staaten, welche teilweise keine bzw. nur sehr geringe Zölle zahlen müssen, kritisiert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, wd)


12. Juni 2008 | Nicaragua: Präsident Ortega regiert per Telefon | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Wie zwei Minister von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega indirekt äußerten, ist dieser mehr auf Reisen im Ausland unterwegs, als sich im eigenen Land zu befinden. Innerhalb seiner bisherigen Amtszeit von 1,5 Jahren besucht er fast 20 Ländern. Dass ist an sich kein schlechtes Zeichen, jedoch verstößt der Links-Präsident parallel gegen die Verfassung, da er auch seine Frau, Kinder, Enkel und Freunde der Famile fast immer mitnimmt. Zwischen seinen Reise ruft er dann bei seinen Ministern in Nicaragua an und fragt, “was denn so los sei im Land”. Auch während des Tropensturms “Alma” war Ortega nicht im Land oder unterbrach seine Reise. Zurzeit läuft gegen Ortega zudem eine Klage wegen Veruntreuung von Staatsgeldern bei Kauf von Öl aus Venezuela.


Seite 1 von 212

top