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Mexiko: Die Karawane aus Honduras

Autor:  | Oktober 2018 | Artikel empfehlen
Kategorie(n): Noticias Mexiko

Mexiko: Die Karawane aus Honduras - Foto: Schiene, Eneas de TroyaAuf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Notlage in Honduras hat sich am Samstag, dem 13. Oktober, eine Gruppe von Menschen gebildet, die die Entscheidung traf, von Honduras bis in die Vereinigten Staates zu Fuß zu gehen. Nach einer Woche war diese Gruppe zu einer Karawane von über 3.000 Menschen angewachsen, die nicht nur die Erinnerung an die Heimat, sondern auch die 900 Kilometer von Honduras bis zur mexikanischen Grenze hinter sich ließ. Die amtierende mexikanische Regierung entsendete Einheiten der Bundespolizei und Bundesarmee zur Grenze, um die Karawane in Empfang zu nehmen. Das entspricht zwar dem Wunsch des Präsidenten der USA, verstößt aber gegen die traditionell freundschaftliche mexikanische Asylpolitik. Die Grenze wurde zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Die Menschen aufhalten konnte diese Maßnahme jedoch nicht, das Haupttor wurde von der Karawane zerstört. Die Sicherheitskräfte nutzten den Grenzdurchbruch als perfekten Grund, um die Menschen mit aller Gewalt zurückzudrängen. Außerdem setzte die Polizei Pfefferspray gegen Männer, Frauen und Kinder ein. Nach den ersten heftigen Stunden beruhigte sich die Lage. Viele Personen der Karawane warten seit zwei Tagen auf eine legale Registrierung, damit sie entweder ein Transitvisum oder Asyl beantragen können. Viele andere haben die Grenze ohne Registrierung überschritten. Nach mehr als 72 Stunden fanden sie sich in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Hidalgo wieder, wo sie auf aufrichtige, freundliche mexikanische Art begrüßt wurden; die Bevölkerung empfing sie mit Essen, Getränken und Musik. Die freundliche Seele der Mexikaner und die Position der zukünftigen linksorientierten Regierung haben großen Druck auf die amtierende Regierung ausgeübt. Diese musste ihre Strategie daraufhin ändern. Die neue Regierungsstrategie weckt die Erwartungen, dass die mexikanische Regierung die Menschen aus Mittelamerika endlich nicht nur mit Würde und Wahrung der Menschenrechte behandelt, sondern die aufrichtige freundliche Seele des Volkes widerspiegelt. Der künftige Präsident, Andrés Manuel López Obrador, drückte das mit einem alten mexikanischen Sprichwort aus: „Wo eine Person isst, können auch zwei essen“ (Bildquelle: Eneas de Troya_).


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