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Noticias Mexiko

16. März 2021 | Mexiko: Marihuana wird legal | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko - Kongress - Foto Public DomainAm Mittwoch, 10.3.2021, hat das mexikanische Parlament die Legalisierung von Marihuana beschlossen. Damit ist es das zweite lateinamerikanische Land nach Uruguay, das den privaten Besitz von Marihuana und den privaten und gewerblichen Anbau und Handel mit der Droge erlaubt. Im zukünftig größten Cannabis-Markt der Welt wird es demnächst jedem Erwachsenen erlaubt sein, 28 g Cannabis zu besitzen, sowie Anbau und die Vermarktung für medizinische Zwecke durchzuführen. Der Handel soll über staatliche Lizensen geschehen, die zunächst vor allem an Kleinbauern vergeben werden sollen, welche derzeit ohnehin – doch illegal – Marihuana anbauen. Mexiko wird damit zum größten legalen Markt für Cannabis der Welt. Präsident Andrés Manuel López Obrador sieht in dem neuen Gesetz auch ein scharfes Schwert im Kampf gegen Mexikos mächtige Drogenkartelle, denen durch die Legalisierung die Preise verdorben werden könnten. Nachdem der Kongress das Gesetz im November vergangenen Jahres genehmigt hatte, muss es diese Instanz nun noch einmal passieren, da Änderungen vorgenommen wurden. Die Zustimmung gilt als sicher. (Bildquelle: Public Domain)


02. März 2021 | Mexiko: USA bieten Gleichbehandlung an | Kategorie(n): Noticias Mexiko

Noticias_Mexiko_AMLO_Foto_Eneas_De_Troya_CCGestern trafen sich die Präsidenten Mexikos und der USA, Andrés Manuel López Obrador und Joe Biden, zu ihrem ersten offiziellen Gespräch. Joe Biden versprach, Mexiko künftig als gleich gestellten Partner zu behandeln und nicht einfach als ein Land von „südlich der Grenze“. Die USA und Mexiko, so betonte er, seien nur stark, wenn sie zusammenarbeiteten. Die Hauptthemen des virtuellen Treffens waren deshalb die Migration, der Klimawandel und die Bekämpfung von Covid-19. Beide Außenministerien wurden angewiesen, mit den Regierungen, der Zivilgesellschaft und der privaten Wirtschaft des Nachbarlandes zusammenzuarbeiten, um eine gerechte und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Bereits bei dem ersten Gespräch der beiden Staatschefs am 22. Januar kurz nach Bidens Amtsantritt war versichert worden, dass sich die Beziehungen der beiden Länder grundlegend wandeln werden. So will man, im Gegensatz zu den Gepflogenheiten während der Trump-Regierung, eine Migrationspolitik fördern, die die Würde der Migranten und eine „geordnete, sichere und regelmäßige“ Migration anerkennt. Bei der Bekämpfung der Coronapandemie wollen Mexiko und die USA künftig in Wirtschafts- und Gesundheitsfragen enger zusammenarbeiten und die Kapazitäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit und des Informationsaustauschs verbessern. Das heißt allerdings vorerst nicht, dass die USA in ihrem Land produzierte Impfstoffe in das südliche Nachbarland liefern werden. US-Pressesprecher Jen Psaki erklärte, es sei das Ziel von Präsident Biden, dass der Impfstoff für alle (US-) Amerikaner zugänglich sei. In Mexiko-Stadt läuft derweil eine umfangreiche Impfaktion mit dem russischen Impfstoff Sputnik V, bei der bisher 88 Prozent der älteren Hauptstädter geimpft wurden (Bildquelle: Eneas_De_Troya_CC).


20. Oktober 2020 | Mexiko/Guatemala: Ex-Guerilla-Comandante Julio César Macías festgenommen | Kategorie(n): Noticias Guatemala, Noticias Mexiko

Macías_Epitafio_para_César_Montes_Bild_CoverScanAm 10. Oktober 2020 wurde im mexikanischen Bundesstaat Guerrero der 78jährige, inzwischen legendäre Guerilla-Ex-Comandante Julio César Macías alias César Montes – im Kontext einer konzertierten Aktion mexikanischer und guatemaltekischer Sicherheitskräfte – von Interpol festgenommen und nach Malacatán in San Marcos, Guatemala, ausgeflogen. Die mexikanische Regierung begründete seine Ausweisung damit, dass er illegal nach Mexiko eingereist sei. Macías galt als der meistgesuchte Mann Guatemalas. Ihm werden ein versuchter Mord, illegale bewaffnete Vereinigung und der Mord an drei Soldaten, dies am 3. September 2019 im Ort Semuy II, in El Estor, Izabal, Guatemala, zur Last gelegt. Drei weitere Soldaten wurden verwundet, drei andere flohen. Macías bestreitet seine Schuld an der Ermordung der drei Soldaten. Er sei zu dieser Zeit gar nicht vor Ort gewesen, sondern in Zacapa, und auch ein Befehl „über die Distanz“ sei von ihm nicht ergangen. „Wenn ich es gewesen wäre“, so setzte er fort, „wäre keiner der neun Soldaten mehr am Leben. Es waren die Bauern.“ Das Konfliktszenario wird in den Quellen unterschiedlich hinterfragt: 1) Haben die Morde damit zu tun, dass es sich um das Gebiet einer Landebahn für Flugzeuge im Kokain-Schmuggel handelte? 2) Sind es wütende Bauern gewesen, die ihre Vertreibung von den ihnen rechtmäßig zuerkannten Ländereien befürchteten? 3) Ging es in Wirklichkeit um Bergbauminen? 4) Haben zuerst die Soldaten geschossen oder die Dorfbewohner oder eine von Macías befehligte paramilitärische Gruppe? César Macías hat 36 Jahre seines Lebens in Guerillas verbracht. In Guatemala waren darunter das Movimiento 13 de Noviembre und, ab 1963, die Fuerzas Armadas Rebeldes (FAR), deren Comandante en Jefe er war, aber auch das 1972 gebildete Ejército Guerrillero de los Pobres (EGP), als dessen Chef Macías bis 1978 figurierte. 1981 wechselte er zur FMLN nach El Salvador, hier zur Resistencia Nacional (RN oder auch FARN) nach Guazapa, um schließlich, ab 1985, die Spezialtruppen des Innenministeriums im sandinistischen Nicaragua zu unterstützen. 2001, längst wieder in Guatemala und Jahre nach dem dortigen Friedensabkommen, übernahm er die Leitung der Fundación Turcios Lima (die u.a. 13 Bataillone mit 11.000 Bauern unter Waffen hält), eine Funktion, die er genauso wie die des Ko-Präsidenten der Internacional Guevarista noch immer innehat. Macías‘ Bewunderer vergleichen ihn gar mit dem Che, den der Bewunderte auch noch persönlich gekannt hat. Doch anders als es Che je getan hätte, schreibt und spricht Macías schon einmal in der dritten Person von sich. Seine Inhaftierung hat die guatemaltekischen staatlichen Institutionen sehr zufrieden gestimmt: Macías sei eine Bedrohung für das Land gewesen, mit seinen Leuten in Fincas eingedrungen, habe dort Privateigentum zerstört und Entführungen von Landbesitzern und Unternehmern angedroht und unternommen. In Mexiko hingegen werden Stimmen laut, die Macías‘ Auslieferung verurteilen, denn er sei in diesem Land als politischer Flüchtling anerkannt gewesen, und Mexiko habe sich traditionell darauf verpflichtet, in solchen Fällen Asyl zu gewähren. Linke lateinamerikanische Intellektuelle und Politiker haben an den guatemaltekischen Präsidenten Alejandro Giammattei einen Brief verfasst und darin ihrer Sorge um das Leben von Macías Ausdruck gegeben. Für seinen Guerilla-Alias „César Montes“ hatte Macías schon längst, bereits 1997, den „Epitaph“ verkündet (vgl. Bild). Seitdem wollte er, als Julio César Macías, nur noch dem Frieden dienen. (Bildquelle: CoverScan).


06. Oktober 2020 | Mexiko: Kommuniqué der Zapatisten beklagt Covid-19-Opfer und kündigt „planetarische Reise“ an | Kategorie(n): Noticias Mexiko

noticias_Zapatistas_rbairdpccam_CreativeCommonsIn einem von Subcomandante Moisés unterzeichneten Kommuniqué kündigt die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (EZLN) an, dass sie im April kommenden Jahres eine „planetarische Reise“ starten werde. Der erste Kontinent, der besucht wird, soll Europa sein. Nach einer Rundreise durch den Kontinent führt die Tour nach Spanien, wo sie am 13. April ankommen wird, dem Tag, der als Tag der Eroberung Mexikos durch die Spanier gilt. Im Gegensatz zum mexikanischen Präsidenten werden die Zapatisten die Spanier aber nicht auffordern, sich zu entschuldigen. Es sei genug mit der fernen Vergangenheit gespielt worden, um damit aktuelle und anhaltende Verbrechen zu rechtfertigen. „Sie haben uns nicht erobert. Wir setzen Widerstand und Rebellion fort. Es gibt nichts, wo für sie uns um Vergebung bitten müssen.“ Der Delegation sollen hauptsächlich Frauen angehören, vor allem, weil die Männer unter den Zapatisten deutlich machen wollen, dass die Bewegung dank der Frauen das ist, was sie ist. Gleichzeitig ruft der EZLN die Mitglieder des Nationalen Indigenen Kongresses (CNI-CIG) auf, eine eigene Delegation zu bilden und sich den Zapatisten auf ihrer Tour anzuschließen. In dem veröffentlichten Kommuniqué wurde außerdem mitgeteilt, dass 12 zapatistische Genossen an Covid-19 verstorben seien. Es wird ausdrücklich betont, dass diese Todesfälle in der eigenen Verantwortung liegen. „Sie sind nicht die Schuld der 4. Transformation oder der Opposition, der Neoliberalen oder Neokonservativen, der Chairos oder Fifis, von Verschwörungen oder Komplotten.“ Dank der sehr früh ergriffenen Maßnahmen zur Prävention wie Masken und Hygienemaßnahmen, die von Wissenschaftlern vorgeschlagen und unterstützt worden sind, sei die Zahl der Todesopfer nicht höher. Aber der Verlust dieser Genossen zeige auch, dass es notwendig sei, noch bessere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen (Bildquelle: rbairdpccam_CC).


03. Januar 2020 | Mexiko: Haben Archäologen Reste der Flotte von Hernán Cortés gefunden? | Kategorie(n): Noticias Mexiko

Noticias_Mexiko_Quetzalredaktion_tzDer spanische Konquistador Hernán Cortés, der Anfang des 16. Jahrhunderts das Reich der Mexica (Azteken) eroberte, soll die elf Schiffe seiner Flotte 1519 versenkt haben. Er wollte nicht nur Eroberer, sondern auch Besitzer des Landes sein. Mit seinen Männern wollte er in Mexiko siedeln und sich damit von Diego Velázquez, dem Gouverneur von Kuba, unabhängig machen. Als Siedler und Gründer von Ortschaften war er nur noch dem König untergeordnet. Etwas Genaues weiß man von der Vernichtung der Flotte bis heute nicht, aber das könnte sich jetzt ändern. Archäologen fanden vor der Küste von Villa Rica in Veracruz drei Anker, deren spanischer Ursprung inzwischen außer Frage steht. Seit zwei Jahren untersuchen die Archäologen aus Mexiko und den USA den Meeresgrund vor Villa Rica. Insgesamt durchkämmen die Forscher inzwischen eine Fläche von 10 km2. Schon zu Beginn der Untersuchungen fand sich ein erster Anker, nur wenige hundert Meter von dem neuesten Fund von zwei weiteren Ankern. Damals fand sich auch ein Stück Holz, dessen Untersuchung bereits eine Zuordnung der Funde erlaubte. Der mexikanische Archäologe Roberto Junco erhofft sich mit den Funden weitere Aufschlüsse über Technologie und Kultur der frühen spanischen Siedler. Allerdings halten sich die Experten zurück, was die genaue Herkunft ihrer Funde betrifft: Es könnte sich durchaus um Cortés‘ versenkte Schiffe handeln, aber ebenso gut auch um Überreste des zu Zeiten der Konquista bedeutenden Hafens von Villa Rica. (Bild: Quetzalredaktion_tz).


15. Mai 2019 | Mexiko / Vereinigtes Königreich: Audiomoth – erschwingliche Technik für Artenschutz | Kategorie(n): Noticias Mexiko

Noticias_Mexiko_Bild_Quetzal-Redaktion_tzArtenschutz ist in Zeiten des Klimawandels und unter dem bedrohlich konstantem Verlust an Regenwaldflächen in Lateinamerika ein zentrales Thema, das viele verschiedene Aspekte vereint: Erhalt der Natur bedeutet nicht nur Lebensraum für Flora und Fauna, sondern auch Lebensgrundlage für (indigene) Gemeinschaften, lokale Unternehmen und Ökotourismus. Um den Umweltschutz auch in finanziell nicht so gut aufgestellten Naturparks und Gemeinden zu gewährleisten und Artengefährdung vorbeugen zu können, entwickelte ein Team aus britischen und mexikanischen Forschern eine kostengünstige Überwachungstechnik. Audiomoth ist ein energiesparendes Aufnahmegerät, das zum einen illegale Abholzung oder Bejagung aufzeigen kann und so ein Warnsystem gegen umweltschädigende Aktivitäten darstellt (durch Aufzeichnen von Motorsägenlärm oder Schüssen im Umkreis von fünfhundert Quadratkilometern). Zum anderen ist die neue Technologie auch geeignet, um Geräusche aufzuzeichnen, die für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar sind. Auf diese Weise kann unkompliziert der Tierbestand kontrolliert und weitere Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. In Mexico wurde Audiomoth bereits zur Überwachung der bedrohten Jaguare auf der Halbinsel Yucatan eingesetzt. Audiomoth ist eine von sechs technischen Verfahren, die in Lateinamerika inzwischen zum Erhalt der Ökosysteme eingesetzt werden. Darunter zählen u.a. eine chilenische App, die anhand von Datenerhebungen vor Hochwasser warnt, eine App für geregelte Abfallentsorgung und Recycling in Ecuador und Satellitenkarten gegen Entwaldung (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_tz).


18. Dezember 2018 | Mexiko: Jesusa Rodríguez, erste lesbische Parlamentarierin Mexikos | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko-DF_Bild Quetzal-Redaktion_PabloArocaHeute vor einem Jahr demonstrierten die mexikanische Schauspielerin und Dramaturgin Jesusa Rodríguez und die Schriftstellerin Elena Poniatowska gegen das Bündnis ihrer Partei Movimiento de Regeneración Nacional (dt.: Bewegung der Nationalen Erneuerung MORENA) mit dem konservativ-evangelikalen Partido Encuentro Social (dt.: Partei der sozialen Begegnung PES) und wiesen auf die Gefahr hin, mit diesem Bündnis der Popularität des damaligen Kandidaten Andrés Manuel López Obrador zu schaden. Mit dem endgültigen Sieg López Obradors und der Amtsübernahme Anfang Dezember wurde die erste Bewährungsprobe gut bestanden. Nun stellt sich Rodríguez als die erste mexikanische lesbische Abgeordnete vor, die im Parlament offen ihre sexuelle Identität zugibt und damit versucht, mit der Heuchelei der konservativen Tradition zu brechen. Im Einklang mit dem Regierungsplan López Obradors betonte Rodríguez, dass es von entscheidender Bedeutung sei, die Probleme an der Wurzel anzugehen. Laut der frischgebacken Parlamentarierin liegen beispielsweise die Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt im Patriarchat, welches wiederum seine Wurzeln in der Gewalt gegen Tiere habe. Daher solle man nicht nur die eigene Mentalität „entkolonialisieren“, sondern auch den Magen. Nach der fehlenden Umsetzung struktureller Reformen in anderen lateinamerikanischen Ländern während der sogenannten „progressiven Welle“ und der Machtübernahme ultrakonservativer Regierungen geben freimütige Menschen wie Rodríguez im Parlament und López Obrador als Regierungschef Anlass zur Hoffnung. Ob diese berechtigt ist, wird sich zeigen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pablo_aroca).


05. Dezember 2018 | Mexiko: Krimi um Paco Ignacio Taibo II | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Noticias_Mexiko_PITII_Bild_Antonio_Nava_Secretaría_de_Cultura_Ciudad_de_MéxicoKaum hat die neue Regierung in Mexiko am 1. Dezember ihr Amt angetreten, gibt es die ersten Kontroversen. Dass sich diese um Fragen der Kultur drehen, mag schon wieder typisch lateinamerikanisch sein. Präsident López Obrador ernannte einen neuen Direktor für den Fondo de Cultura Económica (FCE), die größte Verlagsvereinigung für spanischsprachige Literatur. Der 1934 gegründete Fondo hat bisher mehr als 10.000 Bücher herausgegeben und betreibt 28 Buchhandlungen in 14 mexikanischen Städten sowie Tochtergesellschaften in neun lateinamerikanischen Ländern und den USA. Der neu ernannte Leiter ist kein Geringerer als der international bekannte Schriftsteller und Historiker Paco Ignacio Taibo II, den man hierzulande wohl vor allem als Autor von Kriminalromanen kennt. Für die Kontroversen um die Ernennung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen werfen Kritiker dem Autor vor, er sei zu polemisch und polarisiere sehr stark. Zum anderen hätte AMLO den in Girón (Spanien) geborenen Taibo II gar nicht zum Direktor des Fondo ernennen dürfen. Ein Gesetz aus den 1960-er Jahren verbietet es, Führungsposten in öffentlichen Einrichtungen an Mexikaner zu vergeben, die nicht in Mexiko geboren sind. Es ist also noch eine Gesetzesänderung vonnöten, diese scheint im Parlament aber sicher zu sein. Vor dem neuen (noch inoffiziellen) Chef des Fondo stehen gewaltige Aufgaben: die Fusion mit anderen kulturellen Institutionen (z.B. mit dem Netzwerk der hochverschuldeten Öffentlichen Pädagogischen Bibliotheken) sowie die Bekämpfung der Korruption. So prekär die wirtschaftliche Situation des Buchhandels in Mexiko auch sein mag, eins hat PIT II bereits klar gemacht: „Wir schließen keine Buchhandlungen, wir zerstören keine Bücher, wir entlassen keine Arbeiter.“ (Bildquelle: Secretaría de Cultura, Ciudad de México/Antonio Nava).


01. Dezember 2018 | Mexiko AMLO übernimmt Präsidentenamt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Noticia_Mexico_Zocalo1_Quetzal-Redaktion_gelherDie im Juli 2018 gewählte linke Regierung von Mexiko nimmt heute ihre Arbeit auf. Nach einem heftig geführten Wahlkampf verlief die Übergangsphase für den Regierungswechsel von Präsident Enrique Peña von der konservativen PRI (Partei der institutionellen Revolution) zum neugewählten Präsidenten Andrés Manuel López Obrador von der morena (Bewegung der nationalen Erneuerung) in einer geradezu traumhaften Harmonie ab. Obwohl sich die neue Regierung als Motor einer vierten Transformation des Landes präsentiert, steht sie nicht nur für eine Kontinuität der gescheiterten Strategie der inneren Sicherheit, sondern kündigte verschiedene Maßnahmen für eine „neue“ Strategie an. Diese sieht eine Änderung des mexikanischen Grundgesetzes vor, damit die Beteiligung des Militärs bei den Aufgaben der inneren Sicherheit offiziell im Grundgesetz verankert wird. Damit möchte die Regierung die Gründung einer neuen Bundespolizei (Guardia Nacional) aus Polizei und Militärpolizei möglich machen. Für die Ausbildung wird das Militär zuständig sein, dem es ermöglicht werden soll, Aufgaben der Polizei zu übernehmen. Mexikanische und internationale Menschenrechtsorganisationen sind alarmiert; sie bezeichnen diese Pläne als die falsche Strategie für die Erhöhung der Sicherheit im Land. Die Situation der Menschenrechte ist in Mexiko äußerst kritisch: In den letzten zwölf Jahren gab es mehr als 200.000 Morde, darunter über achtzig an Journalisten. Es gibt über 35.000 Verschwundene, die Feminizid-Rate ist sehr hoch, Erpressungen und Morddrohungen sind alltäglich geworden. Allein auf das Konto der Armee gehen gut 500 Fälle von ungeklärten Menschenrechtsverletzungen. Im Vorfeld seines Regierungsantritts hatte López Obrador zwei Bürgerbefragungen durchgeführt, in denen das mexikanische Volk u.a. auch über die zehn wichtigsten Projekte seiner Regierung abstimmen konnte – und es stimme ihnen auch zu. Es scheint so, als seien für die neue konservative linke Regierung Mexikos die Weichen gut gestellt. Selbst eine Gruppe der wichtigsten Unternehmer hat sich als Wirtschaftsberater angeboten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gelher).


22. Oktober 2018 | Mexiko: Die Karawane aus Honduras | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Die Karawane aus Honduras - Foto: Schiene, Eneas de TroyaAuf Grund der sozialen und wirtschaftlichen Notlage in Honduras hat sich am Samstag, dem 13. Oktober, eine Gruppe von Menschen gebildet, die die Entscheidung traf, von Honduras bis in die Vereinigten Staates zu Fuß zu gehen. Nach einer Woche war diese Gruppe zu einer Karawane von über 3.000 Menschen angewachsen, die nicht nur die Erinnerung an die Heimat, sondern auch die 900 Kilometer von Honduras bis zur mexikanischen Grenze hinter sich ließ. Die amtierende mexikanische Regierung entsendete Einheiten der Bundespolizei und Bundesarmee zur Grenze, um die Karawane in Empfang zu nehmen. Das entspricht zwar dem Wunsch des Präsidenten der USA, verstößt aber gegen die traditionell freundschaftliche mexikanische Asylpolitik. Die Grenze wurde zusätzlich mit einem Maschendrahtzaun gesichert. Die Menschen aufhalten konnte diese Maßnahme jedoch nicht, das Haupttor wurde von der Karawane zerstört. Die Sicherheitskräfte nutzten den Grenzdurchbruch als perfekten Grund, um die Menschen mit aller Gewalt zurückzudrängen. Außerdem setzte die Polizei Pfefferspray gegen Männer, Frauen und Kinder ein. Nach den ersten heftigen Stunden beruhigte sich die Lage. Viele Personen der Karawane warten seit zwei Tagen auf eine legale Registrierung, damit sie entweder ein Transitvisum oder Asyl beantragen können. Viele andere haben die Grenze ohne Registrierung überschritten. Nach mehr als 72 Stunden fanden sie sich in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Hidalgo wieder, wo sie auf aufrichtige, freundliche mexikanische Art begrüßt wurden; die Bevölkerung empfing sie mit Essen, Getränken und Musik. Die freundliche Seele der Mexikaner und die Position der zukünftigen linksorientierten Regierung haben großen Druck auf die amtierende Regierung ausgeübt. Diese musste ihre Strategie daraufhin ändern. Die neue Regierungsstrategie weckt die Erwartungen, dass die mexikanische Regierung die Menschen aus Mittelamerika endlich nicht nur mit Würde und Wahrung der Menschenrechte behandelt, sondern die aufrichtige freundliche Seele des Volkes widerspiegelt. Der künftige Präsident, Andrés Manuel López Obrador, drückte das mit einem alten mexikanischen Sprichwort aus: „Wo eine Person isst, können auch zwei essen“ (Bildquelle: Eneas de Troya_).


07. Juli 2018 | Mexiko: Historischer Sieg bei Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Andrés Manuel López Obrador (zweiter von links) im Wahlkampf - Foto: RosarioEspEntsprechend der Wahlprognosen gewann der linkskonservative Andrés Manuel López Obrador (AMLO) von der „Bewegung der Nationalen Erneuerung“ (MORENA) mit 53,2 Prozent bei den Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag. Der ehemalige Regierungschef des Bundesdistriktes Mexiko-Stadt versprach einen radikalen Richtungswechsel im Umgang mit den dringenden Problemen im Land. López Obrador kündigte an, dass die Schwerpunkte seiner Amtszeit auf der Bewältigung der Drogenkriminalität und der Korruption sowie der Sicherheits- und der Wirtschaftspolitik liegen werden. Damit bricht in Mexiko eine neue Ära an; denn mit seinem Wahlsieg beendete López Obrador die seit fast hundert Jahren andauernde Dominanz von PRI und PAN. Der konservative Ricardo Anaya von der „Partei der Nationalen Aktion“ (PAN) kam auf nur 22,3 Prozent der Stimmen und der Regierungskandidat José Antonio Meade von der Partei der institutionellen Revolution (PRI) konnte lediglich 16,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der Wandel macht sich auch in der Hauptstadt bemerkbar, wo mit Claudia Sheinbaum, einer Umweltpolitikerin aus López Obradors Lager, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes eine Frau regieren wird (Bildquelle: RosarioEsp_).


04. Juni 2018 | Mexiko: Präsidentschaftswahlkampf bleibt spannend | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Andrés Manuel López Obrador - Foto: ANDES, Micaela Ayala VIn Mexiko beginnt der entscheidende Monat für die Präsidentschaftswahl im Juli 2018. Laut Wahlprognose stehen die Kandidaten der linkskonservativen Koalition „Coalición Juntos Haremos Historia“, der Parteien MORENA- Arbeiterpartei (PT) sowie der Partei Soziale Begegnung (PES) mit einem deutlichem Vorsprung vor den anderen Kandidaten. Nach der letzten Wahlprognose könnte sich Mexiko auf eine neue Regierungsphase vorbereiten. Allerdings nutzen die anderen politischen und wirtschaftlichen Kräfte des Landes alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, um die Bevölkerung in ihrer Entscheidung zu beeinflussen und die „richtige“ Wahl zu treffen. Zum Beispiel üben die Unternehmen mit unterschiedlichsten Drohungen starken Druck auf ihre Mitarbeiter aus, damit sie sich gegen den Kandidaten der linkskonservativen Koalition, Andrés Manuel López Obrador (AMLO), entscheiden. Die Präsidentschaftswahl bleibt spannend. Nicht weil die Wahlprognosen unklar sind, sondern, weil noch unklar ist, wie und ob die traditionellen regierenden Kräfte des Landes verhindern werden, dass der Kandidat Andrés Manuel López Obrador (von der „Coalición Juntos Haremos Historia“) die Wahl am 1. Juli 2018 gewinnt (Bildquelle: ANDES, Micaela Ayala V).


01. März 2018 | Mexiko: Superbarrio will die mexikanische Hauptstadt regieren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

noticia_mexiko_Superbarrio_Foto_The_Influencers_festivalEr hatte einmal für das Amt des mexikanischen Präsidenten kandidiert: Das war 1988, und zugunsten von Cuauhtémoc Cárdenas verzichtete er auf seine Kandidatur. Ebenso wie Cárdenas gehörte er später dem PRD, der Partei der demokratischen Revolution, an, der er schließlich, enttäuscht von ihrer Entwicklung, den Rücken kehrte. Jetzt nominierte die Humanistische Partei Mexikos Marco Rascón Cordóva als Kandidat für die Wahl zum Regierungschef der mexikanischen Hauptstadt. Marco Rascón ist der Schöpfer von Superbarrio Gómez, einer Superheldenfigur im roten Stretchanzug und Maske im Stil der Kämpfer des „lucha libre“, der mexikanischen Form des Wrestlings. Seit Mitte der 1980er Jahre symbolisierte Superbarrio die Stadtteilbewegung der mexikanischen Hauptstadt, zunächst im Kampf gegen die Folgen des Erdbebens von 1985 und später bei weiteren Aktionen der städtischen Basisbewegung. Gut zehn Jahre nach seinem Auftauchen verschwand der Superheld wieder, der PRD war zum Sprachrohr der linken Bewegung in Mexiko geworden und die Rolle des Superbarrio damit obsolet. Inzwischen fand Superbarrio Gómez den Weg ins Museum, als wohl einziges Symbol einer demokratischen Bürgerbewegung in Mexiko. Doch nach dem Erdbeben in der mexikanischen Hauptstadt im letzten Jahr waren sein Schöpfer und seine Erfahrungen bei der Mobilisierung von Basisbewegungen wieder gefragt. Damals hatte Rascón seine Absicht bekanntgegeben, bei der Wahl zum Chef der Stadtregierung der Hauptstadt zu kandidieren. Er betonte dieser Tage ausdrücklich, seine Kandidatur solle nicht nur symbolisch sein. Doch realistisch betrachtet, wird er wohl kaum eine Chance haben, gewählt zu werden. (Bildquelle: The Influencers festival_).


16. November 2017 | USA-Mexiko: US-Regierung setzt Flüchtlingshilfe für Zentralamerika außer Kraft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

USA_Mauer_Grenze_Bild_Redaktion_gcDie Situation unbegleiteter Minderjähriger auf der Flucht vor Gewalt in Honduras, Guatemala und El Salvador verschlechtert sich erneut dramatisch durch die Streichung des CAM-Programms. Das Central American Minors Programm war bereits im Februar 2017 im Zuge des US-„Refugee ban“ für 120 Tage gestoppt worden. Jedoch am Abend des 08. November 2017 verkündete das State Department kurzfristig die endgültige Einstellung der Asylhilfe zur Familienzusammenführung junger zentralamerikanischer Flüchtlinge mit ihren in den USA lebenden Verwandten. Somit blieb für antragstellende Familien kaum 24 Stunden Vorlauf, weil Bewerbungen nur noch bis Mitternacht des 09. Novembers zugelassen waren. CAM stellte bisher das einzige spezifische Hilfsprogramm für Migration aus Zentralamerika dar. Es wurde von Barack Obama 2014 angesichts der Flüchtlingswelle an der südlichen US-Grenze eingeführt. In starke Kritik gerieten die einhergehenden finanziellen Bemühungen, minderjährige Flüchtende noch vor der US-Grenze abzuschieben. 2016 und 2015 wurden 80. 000 Kinder vor ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten zurückgehalten. Im Vergleich dazu, gelangten 1.627 Jugendliche mit Asylantrag und 1.456 Jugendliche mit humanitär begründeter zweijähriger Aufenthaltserlaubnis in die USA (bis August 2017). Ohne CAM sind Jugendliche den Gefahren von Flucht und illegaler Einwanderung wiederum verstärkt ausgesetzt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


10. November 2017 | Mexiko: Hohe Hürden für unabhängige Kandidaten zur Präsidentschaftswahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

noticia_mexiko_Marichuy_Patricio_Foto_radiozapatista866.593 Unterschriften, gesammelt in mindestens 16 der 32 Bundesstaaten, sind notwendig, um sich als unabhängiger Präsidentschaftskandidat in Mexiko zur Wahl zu stellen. Das Nationale Wahlinstitut (INE) hat hohe Hürden für die erstmals zugelassenen unabhängigen Kandidaten geschaffen. Hinzu kommt, dass INE eine APP für die Sammlung der Unterstützerunterschriften eingerichtet hat, die das Verfahren angenehmer und sicherer machen soll. Allerdings funktioniert die APP nur auf moderneren Smartphones und Tablets, die mindestens 260 Dollar kosten, was drei Mindestlöhnen entspricht und eine soziale und wirtschaftliche Diskriminierung darstellt. Die Kampagne für die unabhängige indigene Kandidatin Marichuy Patricio hat deshalb gefordert, nicht nur in den vom INE genehmigten 240 ärmsten Gemeinden Unterstützerunterschriften auf Papier zuzulassen, sondern in allen Wahlbezirken. Die Kandidatur der Ärztin Patricio, die vom Nationalen Indigenen Kongress (CNI) und dem EZLN nominiert wurde, soll nicht zuletzt auf die Diskriminierung der indigenen Bevölkerung in Mexiko aufmerksam machen. Wie wichtig das ist, zeigte sich im Oktober, als die HSCB Bank der Ärztin aus dem Volk der Nahua die Einrichtung eines Kontos verweigerte. Bereits 2012 hatte die Nationale Kommission gegen Diskriminierung (Conapred) festgestellt, dass es für Indigene in Mexiko faktisch unmöglich ist, Zugang zu einer Kreditkarte oder gar einem Produktivkredit zu bekommen. Daran hat sich nichts geändert. (Bildquelle: Radio Zapatista_).


22. September 2017 | Mexiko: #AlertaMujeresMX klagt Frauenmorde an und trifft auf großen Anklang im Netz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

hashtag“Die Behörden beschützen uns nicht” – das ist die klare Botschaft der Frauen, die das Video #AlertaMujeresMX aufgenommen haben. Wenn die Behörden die Frauen des Landes nicht schützen, dann müssen sie dies selbst tun, so die Meinung der teilnehmenden Frauen im Video #AltertaMujeresMX. Das knapp fünfminütige Video wurde innerhalb von 24 Stunden mehr als 700.000 Mal angesehen. In ihm beziehen bekannte und unbekannte Frauen Mexikos Stellung zu den Morden, die täglich an Frauen in Mexiko geschehen. Und sie nennen einen Katalog mit Maßnahmen, die jede Frau ergreifen sollte, um sich und andere zu schützen. Er besteht aus 15 Punkten und rät unter anderem dazu, Schlüssel stets in der Jackentasche griffbereit zu halten; stets jemandem Bescheid zu geben, wohin man geht und wie man lange man schätzt, für den Weg dorthin zu brauchen; oder schließlich, wie man sich selbst und andere am besten schützt, wenn ein Übergriff auf offener Straße geschieht. In Mexiko wurden in den vergangenen 255 Tagen 1358 Frauen getötet. Die Zeitung El País geht von 6 Frauen pro Tag aus, die in Mexiko gewaltsam ums Leben kommen. Nach Zahlen des Nationalen Zivilen Beoabachtungsbehörde für Frauenmorde werden 25% dieser Fälle nicht aufgeklärt.


06. Juni 2017 | Mexiko: Dresdner Sinfoniker spielen Konzert gegen die Mauer | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoUnter dem Motto „Tear down this wall“ spielten die Dresdner Sinfoniker am Sonnabend in Tijuana ein Konzert gegen den weiteren Mauerausbau zwischen Mexiko und den USA. Damit nahmen sie Bezug auf Ronald Reagans Aufforderung von 1987 an Michail Gorbatschow, die Mauer zwischen DDR und BRD abzureißen. Zusammen mit Musikern aus den beiden nordamerikanischen Grenzstaaten wollten die Sinfoniker ein Signal „gegen die Abgrenzung, Fanatismus und Nationalismus“ setzen, so auf ihrer Website. Zudem riefen sie auch zu weiteren Aktionen auf: Alle Menschen, die sich gegen die Mauer aussprechen wollten, sollten weitere Konzerte, Performances etc. anstoßen und anschließend unter dem Hashtag #teardownthiswall in den sozialen Medien veröffentlichen. Getrübt wurde die Veranstaltung nur durch Einschränkungen der US-Behörden, die das ursprünglich als grenzüberschreitend geplante Event auf amerikanischem Boden untersagte. Sie sprachen zunächst Sicherheitsbedenken aus, und nachdem das Konzert an einen anderen Ort verlegt werden sollte, monierten die kalifornischen Parkbehörden, dass die Musik den Vogelschutz störte. Trotz der Restriktionen kamen 2000 Besucher, um den Musikern dabei zuzuschauen, wie sie die Mauer selbst in ein Instrument verwandelten, als sie bei ihrem Stück „The Big, the bug, the Cricket and the Quack“ auf sie einhämmerten und -trommelten. Gegendemonstranten auf der US-Seite erschienen nur wenige und konnten die bunte Atmosphäre des Festivals kaum beeinträchtigen. Trotz der Versuche von Trumps Behörden, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen, gelang es den Musikern an diesem Tag, einen wirkungsvollen Protest gegen die Ausgrenzungspolitik des US-Präsidenten, aber auch gegen die Abschottung Europas und „vor allem gegen die Mauern in den Köpfen der Menschen“ zu initiieren.


22. Mai 2017 | Mexiko: Hohe Luftverschmutzung führt zu Einschränkungen in Mexiko-Stadt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

exiko: Hohe Luftverschmutzung führt zu Einschränkungen in Mexiko-Stadt - Foto: Quetzal-Redaktion, Pablo ArocaMexikos Hauptstadt weist in diesen Tagen eine verstärkte Luftverschmutzung durch einen erhöhten Ozongehalt in der Luft auf. Ausgelöst wird dieser Umstand u.a. durch das starke Verkehrsaufkommen und hohe Temperaturen. Hinzu kommt, dass die Schmutzpartikel durch den nur schwach wehenden Wind nicht aus der Stadt herausgetragen werden können. Um der starken Luftverschmutzung entgegenzuwirken, kommt es nun seitens der Behörden zu deutlichen Einschränkungen im Straßenverkehr. Diese beinhalten, dass die Nutzung bestimmter Kraftfahrzeuge momentan nicht erlaubt ist. Zu dieser Gruppe gehören einerseits Fahrzeuge mit hohen Schadstoffemissionen, andererseits entscheidet auch die letzte Ziffer des Autokennzeichens (gerade oder ungerade) darüber, ob die Nutzung eines bestimmten Fahrzeug erlaubt ist. Auf diese Weise ist die Anzahl der in Mexiko-Stadt und Umgebung zirkulierenden Fahrzeuge um 1,5 Millionen gesenkt worden, was ca. 30% des gesamten Verkehrs der Region entspricht. Der Umweltausschuss Mexiko-Stadts (CAME) rät der Bevölkerung außerdem, sich nicht länger als zwingend notwendig an der freien Luft aufzuhalten und unnötige Erledigungen zu vermeiden. Auch die Nutzung eines Mundschutzes wird empfohlen. Besonders hoch sei die Belastung zwischen 13:00 und 19:00 Uhr. Ein zu hoher Ozongehalt in der Luft kann zu Irritationen von Nase, Hals und Augen führen sowie kardiovaskuläre Probleme hervorrufen. In besonderem Maße sind Personen mit Asthma oder Atemwegserkrankungen betroffen. Aufgrund der generell sehr hohen Luftverschmutzung in Mexiko-Stadt und Umgebung müssen Maßnahmen wie diese immer wieder ergriffen werden; im Jahr 2016 insgesamt achtmal. Der derzeitige Ausnahmezustand könnte noch bis zum Ende der Woche andauern. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Pablo Aroca).


03. April 2017 | Mexiko: Zeitung stellt Printversion nach der Ermordung einer Mitarbeiterin ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Norte-Zeitung_ScreenshotMit ihrer letzten Ausgabe am Sonntag, 2. April, hat die Lokalzeitung „Norte“ (Ciudad de Juárez) nach 27 Jahren ihre Printedition eingestellt. Dieser Schritt ist die direkte Folge auf die Ermordung einer ihrer Mitarbeiterinnen, Miroslava Breach, im März dieses Jahres. Diesen Entschluss ließ der Eigentümer der Zeitung, Oscar A. Cantú Murguía, in einem offenen Brief verlauten, welcher auf der Titelseite der letzten Printausgabe veröffentlicht wurde. Hierin wendet sich Cantú direkt an seine LeserInnen und begründet seine Entscheidung u.a. damit, dass es seinen MitarbeiterInnen nicht mehr möglich sei, ihrem Beruf nachzugehen, ohne sich dabei einem erheblichen Risiko auszusetzen. Cantú merkt außerdem an, dass es die prekäre Sicherheitslage nicht mehr erlaube, einen kritischen Journalismus zu betreiben und dass er sich nicht dazu bereit sehe, noch weitere seiner MitarbeiterInnen auf diese Weise zu verlieren. Breach, die bereits seit mehreren Jahren für „Norte“ arbeitete, war am 23. März vor ihrem Haus erschossen worden. Sie war u.a. an der Berichterstattung über Korruption und Drogenhandel beteiligt. Neben Breach wurden in Mexiko allein im vergangenen Monat noch zwei weitere Journalisten getötet: Ricardo Monlui im Bundesstaat Veracruz am 19. März sowie Cecilio Pineda im Bundesstaat Guerrero am 2. März. Cantús Verlautbarung sowie die gesamte letzte Printausgabe von „Norte“ kann online auf der Webseite der Zeitung abgerufen werden: www.nortedigital.mx (Bildquelle: Screenshot).


09. Februar 2017 | Mexico: Außenminister reist nach Washington | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko, Videgaray - Foto: Ryan Rayburn/IMF PhotoEs sei bekannt, dass die Beziehungen zwischen Mexiko und den USA sehr schwierig sind, aber man wolle die Kommunikationskanäle offen halten, betonte der mexikanische Außenminister Luis Videgaray am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson. Videgarays Kurzbesuch in Washington war bereits das zweite Treffen der beiden Minister. Das erste endete abrupt, nachdem Mexikos Präsident Peña Nieto das geplante Treffen mit US-Präsident Trump abgesagt hatte. Beim gestrigen Treffen der Außenminister war der geplante Bau einer Mauer an der Südgrenze der USA ein Thema, und Mexiko machte abermals deutlich, dass es die geforderte Finanzierung des Projekts kategorisch ablehnt. Im Zusammenhang mit der von US-Präsident Trump geforderten Neuverhandlung des Freihandelsabkommens NAFTA wies Videgaray darauf hin, das Mexiko einen 90-tägigen internen Konsultationsprozess eingeleitet habe, um die Situation im Land und die Meinung der für NAFTA wichtigen Akteure zu sondieren. Vor Ablauf dieser Frist seien keine Verhandlungen zu den Handelsbeziehungen möglich. Es sei zudem geplant, Gespräche mit seinem kanadischen Amtskollegen zu führen. Als Ergebnis der Visite von Videgaray in Washington wurde für die nächsten Wochen ein Besuch seines Amtskollegen Tillerson in Mexiko angekündigt. (Bildquelle: Ryan Rayburn/ IMF Photo_).


03. November 2016 | Mexiko: 186 Migranten aus Zentralamerika abgefangen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Vorsicht Migranten - Foto: Jonathan McIntoshAm Mittwoch wurden in den Bundesstaaten Zacatecas und Tabasco im Rahmen von Verkehrskontrollen insgesamt 186 Menschen, die sich ohne gültige Papiere auf dem Weg zur US-amerikanischen Grenze befanden, entdeckt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Menschen aus Zentralamerika, die ihren Schmugglern bis zu 5.000 US-Dollar gezahlt hatten, um von ihnen Richtung Norden gebracht zu werden. Die Busse, in denen sie transportiert wurden, waren den Kontrolleuren durch ihre auffällig hohe Zahl an Mitfahrern aufgefallen. An Bord des in Zacatecas gefassten Fahrzeuges, welches für 45 Personen ausgelegt ist, befanden sich 92 Personen, davon 23 Minderjährige. In Tabasco waren es 94 Personen, davon 43 Minderjährige. Aufgrund der Enge wiesen die Migranten Hautverletzungen auf und litten zudem unter starker Dehydrierung. Nach ihrer Befreiung erhielten sie sowohl medizinische als auch psychologische und konsularische Hilfe. Die Fahrer der Busse wurden festgenommen und müssen sich nun wegen Menschenhandels verantworten. Bereits im Oktober gelang es den mexikanischen Behörden, in Tabasco 121 Menschen aus einem Lastwagen zu befreien. Auch sie waren auf engstem Raum eingepfercht und zeigten dadurch Anzeichen von Dehydrierung und Ersticken. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr ungefähr 150.000 Menschen Mexiko durchqueren, um in die USA zu gelangen. (Bildquelle: Jonathan McIntosh)


19. Oktober 2016 | Mexiko: Zapatisten kündigen eigene Präsidentschaftskandidatin für 2018 an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_EZLN - Foto: LuchaDer EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) hat angekündigt, für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr 2018 einen eigenen Kandidaten bzw. konkret eine eigene Kandidatin zu stellen. Getroffen wurde diese Entscheidung im Rahmen des 5. Congreso Nacional Indígena in Cristóbal de las Casas (Chiapas), an dem ca. 500 indigene Delegierte aus dem gesamten Staatsgebiet teilnahmen. Zwar ist bis jetzt noch keine konkrete Kandidatin bestimmt worden, doch hat der EZLN, neben der Tatsache, dass es sich um eine Frau handeln soll, außerdem verlauten lassen, dass explizit nach einer Frau aus der indigenen Bevölkerung gesucht werde. Man befinde sich momentan auf einer weitreichenden Suche nach einer geeigneten Kandidatin. Der EZLN setzt sich seit seiner Gründung am 1. Januar 1994 für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos ein, doch die aktive Teilnahme an Präsidentschaftswahlen ist eine historische Einzigartigkeit. Er hatte sich stets dagegen ausgesprochen, am – seiner Ansicht nach – korrupten politischen System Mexikos teilzuhaben. Nun jedoch sei es an der Zeit, in die Offensive zu gehen, eine neue Nation zu errichten und die antikapitalistische Linke zu stärken. Ob der EZLN für sein Vorhaben staatliche Subventionen, die er selbst stets kritisierte, erhalten wird, steht noch nicht fest. (Bildquelle: Lucha)


05. Oktober 2016 | Mexiko: Gedenken an die verschwundenen Studenten und Kritik an der Regierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Ayotzinapa-Gedenkmarsch-43Studenten-Bild - Somos el medioZwei Jahre nach dem Massaker an Studenten aus Ayotzinapa in der Stadt Iguala, Guerrero, haben mehrere Demonstrationen in Mexiko, in den USA und Europa stattgefunden. Darüber hinaus gab es auch einige Mahnwachen in Südamerika. Obwohl seit September 2014 auf lokaler und internationaler Ebene Druck ausgeübt wird, hat die mexikanische Regierung nicht viel für die Aufklärung des Verbrechens getan. Sie lässt die Ermittlungen auf sich beruhen und versucht, das Militär zu schützen, das eigentlich zur Aufklärung des Massakers in hohem Maße beitragen könnte. Es darf nicht vergessen werden, dass das Militär seit Jahren in dieser Region im Einsatz gegen die Drogenkartelle ist, die Straßen und Zugänge permanent kontrolliert werden und sogar das Handy eines der vermissten Studenten in einem Armeestützpunkt geortet wurde. Wie die Ermittlungen weitergeführt werden sollen, ist unklar. Deutlich ist, dass Mexiko in einer tiefen Krise der Menschenrechte steckt und die mexikanische Regierung alle zivilen Widerstandsbewegungen gegen die unsozialen Reformen des Landes, wie z.B. den Widerstand der Lehrergewerkschaft gegen die Bildungsreform, noch stärker unterdrückt (Bildquelle: Somos el Medio).


06. Juli 2016 | Mexiko: UNO fordert Untersuchung zu Nochixtlán | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko-DF_Foto Quetzal-Redaktion-PabloArocaDie Mission der Vereinten Nationen in Mexiko fordert eine vollständige Aufklärung der Auseinandersetzungen am 19. Juni in Nochixtlán (Oaxaca), die zwischen acht und elf Todesopfer gefordert hatten. Gut zwei Wochen nach den Ereignissen ist immer noch nicht geklärt, was eigentlich passiert war, selbst die Zahl der Todesopfer variiert – Regierung, Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) und UNO geben unterschiedliche Zahlen an. Am 19. Juni hatte die Lehrergewerkschaft CNTE aus Protest gegen die Bildungsreform der Regierung von Peña Nieto die Straße zwischen Oaxaca und Mexiko-Stadt blockiert, als plötzlich eine Schießerei begann. Der Nationale Sicherheitsbeauftragte wies jegliche Verantwortung zurück, denn die anwesenden Polizisten seien demnach zunächst unbewaffnet gewesen, hätten den Schusswechsel also nicht provozieren können. Die Aussage des Nationalen Sicherheitsbeauftragten, die Polizisten seien unschuldig, da sie anfangs gar nicht bewaffnet gewesen wären, wird von Videoaufnahmen und  Fotografien widerlegt. Der Staatsanwalt von Oaxaca teilte inzwischen mit, dass die Untersuchungen noch weitere zwei Wochen andauern würden. Derzeit würden zwei Hypothesen geprüft: Der ersten Hypothese zufolge eröffneten Unbekannte das Feuer auf die Polizisten, nach der zweiten hätten die Polizisten selbst zuerst geschossen. Augenzeugen hatten berichtet, mehrere Hunderte Bundespolizisten hätten die Demonstranten mit Tränengas und Gummigeschossen attackiert und versucht, diese zurückzudrängen. Im Ort läuteten die Kirchenglocken, um die Menschen vor der Gefahr zu warnen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pablo aroca)


21. Juni 2016 | Mexiko: Sechs Tote bei Protesten gegen Bildungsreform | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoIm südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurden am vergangenen Sonntag mindestens sechs Menschen während verschiedener Demonstrationen gegen die Bildungsreform getötet. Die mexikanische Polizei spricht von Molotov-Cocktails und Raketen aus den Reihen der Protestierenden, während diese die Polizei beschuldigen, ziellos in die Menge geschossen zu haben. Die Auseinandersetzung war ein tragischer Höhepunkt in dem bereits seit Jahren währenden Streit zwischen Lehrergewerkschaften und reformbemühten Politikern. Die Regierung von Präsident Henrique Peña Nieto möchte das Bildungswesen reformieren und modernisieren. Die Gewerkschaft der Lehrer sieht in den Inhalten der Reform jedoch vor allem eine Umkrempelung des Arbeitsmarktes. So soll beispielsweise die Vererbbarkeit von Lehrerstellen abgeschafft und ein Evaluationssystem zur Prüfung der Ausbildung der Lehrkräfte eingeführt werden.


27. Mai 2016 | Mexiko: CEPAL-Tagung geht zu Ende | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

 Logo der CEPAL - Foto: cepal.orgAm 24. Mai 2016 wurde in Mexiko-Stadt die XXVI. Sitzungsperiode der UN-Wirtschafts­kommission für Lateinamerika und die Karibik (Comisión Económica para América Latina y el Caribe – CEPAL) vom Präsidenten des Gastgeberlandes, Enrique Peña Nieto, feierlich eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die am 27. Mai zu Ende ging, stand ein Grundsatzdokument mit dem Titel „Horizontes 2030: La igualdad en el centro del desarrollo sostenible“ (dt.: Horizonte 2013: Die Gleichheit im Zentrum der nachhaltigen Entwicklung“. Darin kommt die Organisation, der 45 Mitgliedsstaaten und 13 assozierte Vertreter angehören, zu dem Schluss, dass die gegenwärtige Entwicklung der Region nicht nachhaltig ist. Dafür seien drei Ungleichgewichte verantwortlich: die Rezession der Weltwirtschaft, die Zunahme der Ungleichheit und die Umweltzerstörung. Alicia Bárcena, Exekutivsekretärin der CEPAL, sieht die Region vor der „größten entwicklungspolitischen Chance aller Zeiten“. Die Verbindung von ökologischer Nachhaltigkeit und Bekämpfung der Ungleichheit müsse das Fundament des neuen Entwicklungsansatzes sein. Obwohl die Armut in Lateinamerika seit 2000 zurückgedrängt werden konnte, war dies bei der sozialen Ungleichheit nicht der Fall. Nach wie vor sind die regionalen Werte die höchsten der Welt. Während linksregierte Länder wie Uruguay, Venezuela, El Salvador und Bolivien in diesem Punkt sichtbare Fortschritte erreichen konnten, hat sich die Situation in Chile, Kolumbien, Mexiko und Brasilien nicht verbessert. Costa Rica, die einstige „Schweiz  Zentralamerikas“ und als ökologisches Musterland gehandelt, weist seit 2002 sogar einen steigenden Gini-Koeffizienten auf. An der Tagung nahmen 10 Außenminister, 20 Minister und Vizeminister anderer Resorts sowie weitere Vertreter internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft teil.


02. Mai 2016 | Mexiko: Premio Cervantes verliehen an Fernando del Paso | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Fernando del Paso im Jahr 2004 - Foto: Gustavo BenítezAm 23. April wurde der Premio Cervantes, auch bekannt als der “Nobelpreis der spanischsprachigen Literatur” im spanischen Alcalá de Henares an den mexikanischen Schriftsteller Fernando del Paso überreicht. Del Paso stammt aus Mexiko-Stadt und feiert in diesem Jahr seinen 81. Geburtstag. Der Roman “Nachrichten aus dem Imperium” zählt zu seinen wichtigsten Werken. Ausgezeichnet wurde del Paso für seinen Beitrag zur Entwicklung des Romans, der Tradition und Moderne vereint. In seiner Preisrede drückte der Autor seine Wertschätzung für die kastilische Sprache aus, doch er ging auch auf die Zustände in seinem Land ein: “Die Lage hat sich nicht verändert in Mexiko, sondern zum Schlechten gewendet”, erläuterte er. “Ich schäme mich ein bisschen, mein Land im Ausland zu kritisieren. ” Und doch halte er es für wichtig, seinen Unmut gegenüber der in Mexiko-Stadt neu erlassenen “Ley Atenco” auszudrücken. Das Gesetz erlaubt es Polizisten, bei Demonstrationen und öffentlichen Versammlungen willkürlich Menschen festzunehmen oder sogar auf sie zu schießen. “Dies erscheint mir als der bloße Anfang eines totalitären Staates, den wir nicht erlauben dürfen.” Das nicht zu kritisieren, so der Preisträger, würden ihn wirklich beschämen. (Bildquelle: Gustavo Benítez_)


05. März 2016 | Mexiko: Situation der Menschenrechte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoNach Einschätzung der Interamerikanischen Kommission der Menschenrechte befindet sich Mexiko mit Blick auf die Menschenrechtssituation in einer tiefen Krise. Mexiko kann nach wie vor die Verfassungsreform aus dem Jahr 2011 nicht in die Praxis umsetzen. Der hohe Gewaltindex im Land ist mittlerweile zu einer erschütternden Normalität geworden. Das Verschwindenlassen von Menschen, Folter, außergerichtliche Tötungen sowie die regelmäßige Verletzung von Menschenrechten durch die Sicherheitskräfte haben ein erschreckendes Niveau erreicht. Für die Bevölkerung ist die Sicherheitslage sehr kritisch. Besonders gefährdet sind Frauen, Kinder und Journalisten sowie Studenten und soziale Aktivisten. Im Durchschnitt werden sechs von zehn Frauen Opfer der Gewalt. Die kritische Lage wird auch deutlich angesichts der Zahl von über 27.000 Verschwundenen, darunter die weltweit bekannten Fälle der 43 Studenten, von denen es bis heute keine Spur gibt. Eine zufriedenstellende Erklärung der Regierung zu diesem Verbrechen blieb aus. Hinzu kommen über 164.000 Tote seit 2007. In den letzten beiden Jahren wurden 107 Journalisten ermordet, davon 17 allein im Bundesstaat Veracruz.


21. Januar 2016 | Mexiko: Film über “El Chapos” Flucht in den mexikanischen Kino | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Filmplakat_ELChapoElEscapedelSiglo_Bild: DragonfilmsAm 15.1.2016 wurde in den mexikanischen Kinos “Capo – El escape del siglo” (dt.: “Capo – die Flucht des Jahrhunderts”) ausgestrahlt. Der Film zeichnet die Flucht des Drogenbosses Joaquín Loera “El Chapo Guzmán” aus dem Gefängnis Altiplano in Mexiko-Stadt im Jahr 2015 nach und ist der erste professional gedrehte Film über das Leben des “Chapo”. Die Drehzeit betrug acht Wochen und fand im Geheimen statt, um Einflussnahme von außen zu vermeiden. Regisseur ist Axel Uriegas. Im Interview mit der mexikanischen Wochenzeitschrift Proceso betont er, dass sein Film “die Korruption, in der wir leben” anklagen soll, “ohne dabei irgendjemanden zu glorifizieren”. Ziel des Filmes sei es, die Person zu zeigen, die hinter “El Chapo” steckt, so, “wie er seine Geschäfte erledigt, und wie er mit den Menschen lebt, die er liebt.” Zusätzliche Publicity erhielt der Film am 8. Januar durch die erneute Verhaftung Joaquín Loeras im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa durch das mexikanische Militär. Im Juli 2015 flüchtete Gúzman bereits auf spektakuläre Weise aus einem Hochsicherheitsgefängnis, indem er einen Tunnel nutzte, der unterhalb seiner Zelle von einem Wohnhaus ausgehend gegraben worden war. Die Verleiherfirma “Dragon Films” möchte nicht sagen, wer den Film in Auftrag gegeben hat und erklärt vorsorglich: “Die verleihende Firma ist nicht verantwortlich für den Inhalt des Filmes”. Die Geschäftsführerin des Unternehmens begründet die Entscheidung, den Film dennoch zu zeigen, so: “Mexiko ist gerade dabei aufzuwachen. Dieser Film ist eine weitere Stimme, zwischen all den anderen Stimmen, die noch Erklärungen suchen.” Dem Twitter-Accounts von “Dragon Films” zufolge sahen am 18.1. bereits 18.000 Mexikaner den Film. Über einen Export in die USA werde nachgedacht. (Bildquelle: Dragon Films)


12. November 2015 | Mexiko: Cervantespreis geht an den Mexikaner Fernando del Paso | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Fernando del Paso - Foto: Public DomainDer Mexikaner Fernando del Paso wurde heute mit dem Premio Miguel de Cervantes, dem wichtigsten Preis für spanischsprachige Literatur, ausgezeichnet. Der Premio Cervantes, der jeweils das Werk eines Künstlers ehrt, geht an den Mexikaner wegen seines Tradition und Moderne vereinenden Beitrags zur Entwicklung des Romans. Die Jury-Präsidentin, Inés Fernández Ordóñez, betonte, del Paso habe eine Literatur geschaffen, die gewagt und innovativ sei. Fernando del Paso, geboren 1935 in Mexiko-Stadt, ist Schriftsteller, Essayist, Lyriker, Maler und hat auch für verschiedene Radiosender gearbeitet. Insbesondere drei seiner Romane erreichten eine herausragende Bedeutung in der mexikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts: José Trigo (1966), Palinuro de México (1977/ dt. 1992: Palinurus von Mexiko) y Noticias del Imperio (1987/ dt. 1996: Nachrichten aus dem Imperium). Der Preis wird am 23. April 2016 vom spanischen König Felipe VI. in Alcalá de Henares, dem Geburtsort von Miguel de Cervantes, überreicht (Bildquelle: Public Domain).


24. September 2015 | Mexiko: VW-Krise bedroht mexikanische Autoindustrie | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Noticias Mexiko Quetzalredaktion gtDer Skandal wegen gefälschter Abgaswerte bei VW löst in Mexiko große Befürchtungen aus. Der bereits jetzt zu verzeichnende drastische Verkaufseinbruch bei den Dieselmodellen trifft das Land besonders hart. Im mexikanischen Bundesstaat Puebla ist VW einer der größten Arbeitgeber. Rechnet man die Zulieferindustrie mit, dann sind mehr als 40.000 Beschäftigte von den erwarteten Einschränkungen betroffen. Im VW-Werk in Puebla arbeiten über 11.000 Beschäftigte. Puebla produziert hauptsächlich für den Export, vier Fünftel der dort hergestellten Fahrzeuge gehen in den Norden, die Mehrzahl davon in die USA. Drei der fünf in den USA beanstandeten Diesel-Modelle von VW werden in Puebla produziert: Golf, Beetle und Jetta. Inzwischen hat Volkswagen Mexiko seine Produktion vorrübergehend eingestellt, um die notwendigen Veränderungen an den Produktionslinien ihrer Modelle vorzunehmen. Man rechnet mit zwei Wochen Arbeitsunterbrechung, das technische Personal – etwa 10.000 Mitarbeiter – wurde in die Ferien geschickt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


27. August 2015 | Mexiko: Spitzenköche gegen Genmais | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Spitzenköche gegen Genmais - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc74 mexikanische Köche des Colectivo Mexicano de Cocina haben sich am Dienstag, 25.08.2015, in einem Offenen Brief an die mexikanische Regierung gegen eine Anerkennung von genmanipuliertem Mais in Mexiko ausgesprochen. Anlass für das Schreiben ist eine juristische Entscheidung vom Juni dieses Jahres, die eine Überprüfung des 2013 ausgesprochenen Verbots des Anbaus von Genmais fordert. Das Gericht hatte damit auf eine Eingabe von Monsanto reagiert, in der behauptet wurde, das Verbot sei nicht wissenschaftlich untermauert. Die Köche argumentieren, dass der Genmais die Vielfalt einheimischer Maissorten gefährde. Zudem beschränke er die Rechte der Bauern, die seit Jahrhunderten ihre Pflanzen aus eigenen Samen ziehen. Die Entwicklung in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, so z.B. in Argentinien, zeige in alarmierender Weise, welch verheerende Auswirkungen genmanipulierte Produkte auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Darüber hinaus führe der Anbau von Genmais zu einer Konzentration des Bodenbesitzes in den Händen transnationaler Konzerne und gefährde die Ernährungssouveränität des Landes. Enrique Olvera, Chef des hochgelobten Restaurants „Pujol“, betonte auf einer Pressekonferenz, dass der Anbau von Genmais nicht erlaubt werden dürfe, solange es keine Klarheit über mögliche Folgen gebe (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


17. August 2015 | Mexiko: PAN wählt jüngsten Vorsitzenden der Geschichte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: PAN wählt jüngsten Vorsitzenden der GeschichteDie größte mexikanische Oppositionspartei PAN hat einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der Jurist, Sozial- und Politikwissenschaftler Ricardo Anaya ist mit seinen 36 Jahren der jüngste Parteivorstand in der Geschichte der Partei. Seine Wahl fiel eindeutig aus: 81% der PAN-Mitglieder wählten ihn, wobei die Wählerbeteiligung bei nicht einmal 50% lag. Anaya hatte das Amt bereits als Interimsvorsitzender im Zeitraum von 2014 bis Januar 2015 innegehabt. Er gilt als Nachfolger des jetzigen Präsidenten Madero und wird voraussichtlich dessen Nähe zum PRI nicht abbrechen lassen. In seinem politischen Programm finden sich unter anderem die Forderung nach einer gemäßigteren Bezahlung von Abgeordneten und eine Null-Toleranz-Politik gegenüber der Korruption. Dazu möchte er seinen eigenen Lohn um 50% senken, und eigene, PAN-interne autonome Institutionen zur Korruptionsbekämpfung aufbauen. Gleichzeitig beschwört er die Einheit der Partei und ganz Mexikos. Den Steuererhöhungen der Regierung Peña Nieto steht er kritisch gegenüber (Bildquelle: Raulhernandezqro_).


14. Juli 2015 | Mexiko: Künstler Francisco Toledo geehrt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Künstler Francisco Toledo geehrt - Foto: Arturo EspinosaDer mexikanisch-zapotekische Künstler Francisco Toledo wird derzeit in Mexiko in mehreren Veranstaltungen geehrt. Anlass ist sein 75. Geburtstag, den er am Freitag, 17.7., begeht. Das Nationale Institut der Schönen Künste zeichnete ihn für sein Lebenswerk, sein soziales Engagement und seinen großzügigen Beitrag zum kulturellen Erbe Mexikos aus. Toledo ist nicht nur als Bildhauer, Grafiker und Zeichner aktiv und international bekannt, sondern fördert auch die Kultur, den Naturschutz und die Literatur in seinem Heimatstaat Oaxaca. Teil dieser Aktivität ist sein Verlag „Camalus“, in dem Publikationen in den indigenen Sprachen des Bundesstaates erscheinen. Diese Tätigkeit als Verleger wird auch Thema sein beim „Runden Tisch“ im Museum der Bildenden Künste am kommenden Mittwoch in Mexiko-Stadt (Bildquelle: Arturo Espinosa_).


08. Juni 2015 | Mexiko: Trotz Verlusten gewinnt PRI die Wahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Trotz Verlusten gewinnt PRI die Wahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie Kommunal-, Regional- und Parlamentswahlen, die gestern in Mexiko stattfanden, waren in ihrem Vorfeld abermals von einer beispiellosen Gewaltwelle begleitet; im Land wurden etwa 70 Angriffe auf und 19 Morde an Kandidaten gezählt. Im Süden des Landes, insbesondere in Oaxaca, Chiapas und Guerrero, sollten tausende Polizisten die Wahlen absichern. Bürgerrechtsorganisationen klagen an, dass das militärische Aufgebot in den von sozialen Protesten gekennzeichneten Regionen nicht zu einem demokratischen Klima beiträgt. Verschiedene Organisationen und Aktivisten hatten deshalb zu einem Boykott der Wahlen aufgerufen. Nach Auszählung von 60 Prozent der Stimmen zeichnet sich ab, dass der Partido Revolucionario Institucional (PRI) trotz Verlusten die Wahlen gewonnen hat und mit seinen Bündnispartnern weiter regieren kann. Allerdings zeigen sich Verschiebungen in der politischen Landschaft Mexikos. In der Hauptstadt hat der seit langem dominierende Partido de la Revolución Democrática (PRD) starke Verluste hinnehmen müssen. In fünf der 16 Colonias wird künftig der Movimiento Regeneración Nacional (Morena) regieren, eine Abspaltung vom PRD, die erst im letzten Jahr von Andrés Manuel López Obrador gegründet wurde. Morena gewann im Land immerhin 10 Prozent der Stimmen. Im nördlichen Bundesstaat Nueva León entschied mit dem ehemaligen PRI-Aktivisten Jaime Rodríguez Calderón (“El Bronco”) erstmals in der mexikanischen Geschichte ein parteiunabhängiger Kandidat die Gouverneurswahlen für sich (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


19. Mai 2015 | Mexiko: Im Fokus auf der spanischsprachigen Buchmesse in Los Angeles | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Landkarte USA und Mexiko - Karte: University of Texas at AustinVom 15. bis zum 17. Mai 2015 fand in Los Angeles die große „Latino“-Buchmesse LéaLA statt. Organisatoren waren die Macher der Feria Internacional del Libro de Guadalajara. Bereits zum 4. Male fand die Verkaufsmesse statt, und es waren neben ca. 85.000 Besuchern auch 300 Verlage im Los Angeles Congress Center vertreten. Los Angeles ist der County mit der höchsten Einwohnerzahl der USA und gleichzeitig auch derjenige mit dem größten Anteil an Bevölkerung mit lateinamerikanischer Abstammung: 48% der Bewohner Los Angeles’ stammen aus Ländern südlich des Rio Grande. „Gaststadt“ bei der diesjährigen Messe war Mexiko-Stadt. Die Messe stellt nämlich nicht nur eine Plattform zur Kulturvermittlung dar, sondern soll die latino-stämmige Bevölkerung in den USA, in diesem Fall explizit auch die mexikanische, zu den Vorkomnissen in ihrem Herkunftsland informieren. An zahlreichen runden Tischen informierten und diskutierten Journalisten und Autoren über die Themen, die derzeit in Mexiko wohl oder übel an der Tagesordnung stehen: die Verstrickung der Regierung in den Drogenhandel, Menschenrechtsverletzungen, die Verfassungskrise. Obwohl Rücküberweisungen an die Angehörigen im Land den zweitwichtigsten Wirtschaftsfaktor Mexikos darstellen, hat die mexikanische Bevölkerung in den USA oft wenig Zugang zu zuverlässigen Informationen über das, was im Land tatsächlich vor sich geht. Der Journalist Javier Valdez betont, dass es eine derartige Diskussions-Plattform wie in Los Angeles in Mexiko beinahe nicht gebe. Viele Mexikaner in den USA seien jedoch begierig auf Neuigkeiten aus ihrem Land, welche sie zum Beispiel in den Publikationen von Valdez und einige seiner Kollegen zum Thema Drogenhandel und die Beziehungen zum mexikanischen Staat auffinden. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


20. April 2015 | Mexiko: Universität von Puebla erstellt “Globalen Straflosigkeitsindex“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoUnter der Federführung des Direktors der Universidad de las Américas Puebla, Luis Ernesto Derbez Bautista, und dem Präsidenten des Bürgerrates für Sicherheit und Gerechtigkeit in Puebla, Andrea Ambrogi Domínguez, wurde der „globale Index zur Straflosigkeit“ (spanisch: Índice Global de Impunidad, IGI) erstellt. Er misst in vergleichbarer Weise die öffentliche Sicherheit und das Rechtssystem eines Landes und bis zu welchem Maße Menschenrechte respektiert werden. Dabei wird von offiziellen Zahlen der jeweiligen Regierungen ausgegangen und keine Daten miteinbezogen, welche auf Wahrnehmung basieren. Untersucht wird der Weg vom Delikt zur Bestrafung, also von der offiziellen Registrierung der Straftat hin zur gerichtlichen Verurteilung. Dabei werden die physischen und Human-Ressourcen der Sicherheits- und Rechtssysteme untersucht, denn ein Mangel in diesem Bereich hat eine Erhöhung der Straflosigkeitsquote zur Folge. 14 potentielle Indikatoren enthält der Index für seine Berechnung, darunter: Wie viele Polizisten und Richter gibt es pro 100.000 Einwohner? Welches Verhältnis herrscht zwischen Kapazität der Vollzugsanstalten und der Anzahl an Gefangenen? Wie hoch ist der Anteil von Gefangenen ohne Urteil oder Anteil an Gefangenen, die zu einer Strafe von mehr als 20 Jahren verurteilt sind? Die Forscher haben über ein Jahr lang Daten aus 59 Ländern analysiert und kommen für ihr eigenes Land, Mexiko, zu folgendem Urteil: „Wenn man in Mexiko das Problem der Straflosigkeit bekämpfen würde, dann könnte man die Korruption auf den unterschiedlichen Regierungsebenen verringern“, so lautet es im vorgelegten Bericht. Denn: „Straflosigkeit ruft Misstrauen gegenüber den öffentlichen Einrichtungen hervor; das heißt, die Abwesenheit von Bestrafung repräsentiert eines der wichtigsten Hindernisse für die Konsolidierung und die Wahrung der Menschenrechte: Sicherheit, Freiheit und Gerechtigkeit.“


26. November 2014 | Mexiko: Demonstration in Leipzig für Ayotzinapa | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Demo in Leipzig für Ayotzinapa, Foto: Quetzal-Redaktion, glAm Samstag, den 15. November, fand in Leipzig eine Demonstration mit mehr als 100 Personen statt. Die Demonstranten wollten sich mit den Familien der 43 verschwundenen mexikanischen Studenten solidarisieren und gegen die Politik der mexikanischen Regierung protestieren. Die friedliche Demonstration lief unter dem Motto „Es war der Staat“ durch das Zentrum der Stadt Leipzig. Die verschwundenen mexikanischen Studenten kommen aus einer Fachhochschule für Lehramt des Bundesstaates Guerrero in Mexiko. Sie wollten am 26. September 2014 nach Mexiko-Stadt fahren und am 2. Oktober an der traditionellen Demonstration zur Erinnerung an das Studentenmassaker von 1968 in Tlatelolco, Mexiko, teilnehmen. Als die Studenten am Busbahnhof von Iguala ankamen, wurden sie von der mexikanischen Polizei angegriffen. Bei diesem Einsatz hat die Polizei acht Personen getötet, und 43 Studenten wurden festgenommen. Man brachte sie jedoch nicht ins Gefängnis, sondern an einen unbekannten Ort. Bis heute sind sie spurlos verschwunden. Die Proteste im Land und von Seiten der internationalen Gemeinschaft haben sich intensiviert. Trotz der Erklärungsversuche der mexikanischen Regierung befindet sich das Land in einer politischen Krise, und es zeigt sich, wie schlecht es um die Einhaltung der Menschenrechte im Land steht. Schuld daran hat die Verschmelzung von Politik und illegalen Organisationen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


06. Juli 2014 | Mexiko: Aztekische Quetzalfederkrone weiterhin in Wien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Immer wieder betonen Mexikaner die große historische Bedeutung der Federkrone für ihr Land und fordern sie von Österreich zurück. (Foto: Quetzal-Redaktion, gt)Ein Dokumentarfilm, der dieser Tage in Mexiko-Stadt uraufgeführt wurde, brachte ein altes Streitobjekt wieder in Erinnerung: den Federschmuck von Moctezuma. Der prachtvolle penacho, bestehend aus 400 Quetzalfedern und mehr als 1.500 Metallplättchen (aus Gold Silber und Kupfer), fand sich im Nachlass von Erzherzog Ferdinand II. von Tirol (1529-1595) und wird bis heute im Weltmuseum Wien ausgestellt. Ob er wirklich einst Moctezuma II. gehörte, der am 30 Juni 1520 von den spanischen Konquistadoren ermordet wurde, ist umstritten. Doch immer wieder betonen Mexikaner die große historische Bedeutung der Federkrone für ihr Land und fordern sie zurück. Die mexikanische Regierung hat ihre 1991 erstmals erhobene Bitte um Rückgabe im Jahr 2011 zwar unterstrichen, bemüht sich aber um eine enge Zusammenarbeit mit den Österreichern in dieser Frage. So wurde der Kopfschmuck von 2010-2012 gemeinsam von mexikanischen und österreichischen Experten aufwändig restauriert. Von mexikanischer Seite hofft man, das kostbare Stück zumindest leihweise einmal zu Hause zeigen zu können. Aber auch das könnte sich als schwierig erweisen, denn ein Gutachten der TU Wien bescheinigt dem penacho, nicht transportfähig zu sein. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


31. März 2014 | Mexiko: 100. Geburtstag von Octavio Paz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: 100. Geburtstag von Octavio Paz - Foto: John LeffmannMit einer Briefmarke und einem Los der Nationalen Lotterie, die sein Porträt tragen, erinnert Mexiko an seinen Literaturnobelpreisträger Octavio Paz (1914-1998). Wichtiger dürften jedoch die zahlreichen Neuauflagen seiner Werke sein sowie die Veranstaltungen und Lesungen aus Anlass des 100. Geburtstages des Dichters und Essayisten am heutigen 31. März. Vor einer Woche, am 24. März, begann das offizielle Gedenken, das mexikanische Parlament rief das Jahr 2014 als Octavio-Paz-Jahr aus. So ungetrübt war das Verhältnis des mexikanischen Staates zu dem Dichter nicht immer. Paz bezeichnete sich einst selbst als einen „vollkommenen Liberalen“ und „verantwortungsvollen Linken“, aus Protest gegen das Massaker von Tlatelolco 1968 legte er sein Amt als Botschafter in Indien nieder und ging für zwei Jahre in ein freiwilliges Exil. Jahre später söhnte er sich mit den Herrschenden aus, für die Politik der Präsidenten Salinas de Gortari und Zedillo zeigte er Verständnis und schlug z.B. eine militärische Lösung als Reaktion auf den Aufstand der Zapatisten vor. Andererseits warf er Kollegen wie Gabriel García Márquez und Carlos Fuentes ihr politisches Engagement vor. Octavio Paz hatte mit seinem 1950 veröffentlichten Essay „Das Labyrinth der Einsamkeit“ einen Klassiker der mexikanischen Literatur geschaffen, eine kulturell, historisch und soziologisch angelegte Erkundung der mexicanidad. Sein umfangreiches und facettenreiches lyrisches Werk ist bis heute von großem Einfluss, vor allem in der spanischsprachigen Welt. Bereits als Siebzehnjähriger veröffentlichte Octavio Paz seine ersten Gedichte; der Dichter, so schrieb er einmal, habe die Aufgabe, „die Worte aufzuwerten“ (Bildquelle: John Leffmann_).


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