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Kuba: „Winds of Change” in Kuba?

18. April 2011 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Havanna (Foto: aidutxi18)Kuba feierte am Samstag nicht nur den 50. Jahrestag des Sieges über die US-Invasion in der Schweinebucht mit einer großen Militärparade, sondern hielt gleichzeitig auch den VI. Kongress der Partido Comunista de Cuba (PCC) ab. Darin sollten weitere Weichenstellungen für die zukünftige ökonomische und politische Ausrichtung des Landes getroffen werden. In politischer Hinsicht kritisierte Kubas Präsident Raul Castro in seiner Rede die Verkrustung der politischen Partei- und Staatsführung. Alle hohen Positionen seien mehr oder weniger mit alten Veteranen der ersten Stunde besetzt. Die PCC habe es versäumt, so Castro weiter, in den letzten Jahren ausreichend Nachwuchs auszubilden, und schlug eine begrenzte Amtszeit für die Funktionäre vor. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Neuorientierung wurde der Weg für eine weitere sanfte Öffnung hin zur Privatwirtschaft eingeschlagen. Es wurde neben der Vergabe von Lizenzen für private Berufe eine Landvergabe von bisher brachliegendem staatlichem Besitz und eine selbstständige Kreditvergabe für Banken beschlossen. Als neue Richtung für die kubanische Revolution im 21. Jahrhundert soll daher ein „asiatischer Weg“ (Sozialismus und Marktwirtschaft) anvisiert werden. Offen bleibt aber neben den ökonomischen Schwierigkeiten für das Einschlagen eines asiatischen Weges der politische Verjüngungsprozess der PCC: Obwohl sie eigentlich über ausreichend potentiellen Nachwuchs in Jugend- und Studentenorganisationen verfügt, hat es die PCC bisher nicht geschafft, neue junge politische Kräfte heranzuziehen. Dies mag neben parteistrukturellen Gründen und vermehrtem jugendlichen Desinteresse für kubanische Revolution v. a. vermutlich an der Angst vor Erneuerung und Wandel im Politbüro liegen. (Bildquelle: aidutxi18)


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1 Kommentar zu “Kuba: „Winds of Change” in Kuba?”

  1. jan z. volens vom 26. April 2011 - 05:45 Uhr

    …Landvergabe on bisher brachliegenden staatlichen Besitz! Das ist eine sehr verspaetete Neuerung. Bisher war das nicht moechlich weil “der Mann” darauf bestand, dass die “Theorie” keine flexible Auswege erlaubte. Warum Kuba jedes Jahr hunderte von Millionen Dollars fuer Lebensmitteleinfuhren – besonders von USA – zahlte, ist fuer uns Laien nicht fassbar: Ein grosse fruchtbare Insel mit nur zehn Millionen Einwohnern. In Brasilien erziehlt man – auf entsprechenden Boden – DREI Ernten im Jahr: Erst Soja, dann Baumwolle oder Mais, danach Bohnen fuer die brasilianische Volksdiaet. Rinder in den Tropen koennen das ganze Jahr grassen und sich vermehren – und werden ohne Getreide schlachtreif. Die Manioc/Yucca – eine kartoffelartige Wurzel wird ueberall in den lateinamerikanischen Tropen, einfach und leicht angebaut. Die bananenartige Plantanen – werden auch wie Kartoffel verwendet, und wachsen ueberall. Frei-lebenden Huehner fressen die Insekten welche herumwimmeln. Der nahrhafte Auyama-Kuerbis waechst sogar auf dem Schutthaufen. Und Kuba ist eine Insel, mit tausenden Kilometern am Ozean.

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