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Noticias Kolumbien

17. März 2017 | Kuba, Kolumbien: Kuba vergibt Stipendien an kolumbianische Regierung und FARC | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Kuba

Kuba, Kolumbien: Kuba vergibt Stipendien an kolumbianische Regierung und FARC - Foto: Adrian ClarkUm einen Beitrag für die Umsetzung des Friedensprozesses in Kolumbien zu leisten, wird Kuba insgesamt 1.000 Stipendien für ein Medizinstudium auf der Karibikinsel ausstellen. Das ließ der kubanische Botschafter José Luis Ponce am Donnerstag in einem Brief an den Anführer der FARC, Iván Márquez, verlauten. Die Stipendien sollen zu gleichen Teilen unter der FARC und der kolumbianischen Regierung aufgeteilt werden, indem jede der beiden Parteien über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 100 Stipendien erhält. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete Márquez Kubas Angebot als eine Geste der Humanität. Ein solches Stipendium soll alle Kosten bezüglich des Studiums sowie Ausgaben für den Lebensunterhalt abdecken, sodass von den künftigen Studierenden lediglich die Reisekosten selbst übernommen werden müssen. Vergeben werden die ersten Stipendien bereits zu Beginn des neuen Studienjahres in Kuba im September dieses Jahres. In naher Zukunft werden die kubanischen Behörden der kolumbianischen Regierung weitere Details mitteilen. Kolumbiens Innenminister Juan Fernando Cristo deutete bereits an, dass die Regierung die Stipendien besonders an Personen vergeben werde, die in von dem langjährigen Konflikt betroffenen Gebieten lebten und keine guten Bildungschancen gehabt hätten. Seit dem Jahr 2012 war Kuba (neben Norwegen) als Garant maßgeblich am Gelingen der Verhandlungen im Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC beteiligt. Zudem ist das Land weltweit für seine hervorragende universitäre Ausbildung im Fachbereich Medizin bekannt. (Bildquelle: Adrian Clark_)


10. Januar 2017 | Kolumbien: Regierung geht gegen illegalen Kokaanbau vor | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Koka-Blatt - Foto: Agência Brasil, Marcello Casal Jr.Für das Jahr 2017 hat sich die kolumbianische Regierung zum Ziel gesetzt, insgesamt 100.000 Hektar unerlaubter Kokaplantagen zu vernichten. Erreicht werden soll dieses Vorhaben mit Hilfe zweierlei Vorgehensweisen. Zum einen bietet die Regierung Programme an, die Bauern dazu ermuntern sollen, die Kokapflanze durch andere Kulturpflanzen zu ersetzen. Auf diese Weise erhofft man sich, die Anbaufläche um 50.000 Hektar zu reduzieren. Die zweite Methode sieht eine Zwangsvernichtung der Pflanzen vor, die von Polizei und Militär vorgenommen wird und die auch denjenigen Bauern droht, die die Angebote der Regierung nicht annehmen. Als eine helfende Hand im Kampf gegen den illegalen Kokaanbau könnte sich auch die FARC herausstellen. Im Rahmen der Friedensverhandlungen zwischen Regierung und der Guerilla hat sich letztere dazu bereit erklärt, sich nicht weiter durch den illegalen Kokaanbau zu finanzieren. Somit könnte sich die Zusammenarbeit mit der FARC positiv auf das Vorhaben auswirken. Bereits im vergangenen Jahr plante die kolumbianische Regierung, 20.000 Hektar Anbaufläche zu vernichten. Gelungen ist dies bei 17.593 Hektar. Während der letzten Jahre ist die Anbaufläche für Kokaplantagen in Kolumbien stetig angewachsen. Während es im Jahr 2014 noch 69.000 Hektar waren, stieg die Zahl im Jahr 2015 auf 96.000 Hektar an. Schätzungen zufolge belief sich die Fläche im Jahr 2016 bereits auf 130.000 Hektar (Bildquelle: Agência Brasil, Marcello Casal Jr.)


06. Oktober 2016 | Kolumbien: Wie geht es weiter nach dem „Nein”? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien_Proteste-gegen-Farc_Foto-Camilo Rueda LópezNachdem am Sonntag der Friedensvertrag, der dem Bürgerkrieg endlich ein Ende setzen sollte, von einer knappen Mehrheit von 52,2% abgelehnt worden ist, steht Kolumbien nun vor der Frage, wie es politisch weitergehen soll. Da vor der Abstimmung selbst die Gegner des Vertrags von seiner Befürwortung ausgingen, hatte die Regierung für das nun eingetretene Wahlergebnis keinerlei Strategie vorbereitet. Der Anführer der FARC (Londoño) und Kolumbiens Präsident (Santos) haben sich zumindest darauf geeinigt, die seit dem 29. August geltende Waffenruhe bis zum 31. Oktober aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus kam Santos gestern mit seinem Vorgänger Uribe, einem starken Gegner des Friedensvertrages, zusammen, um über den künftigen Weg des Landes zu beraten. Währenddessen gibt es auf den Straßen Kolumbiens Proteste gegen das Ergebnis der Abstimmung, die noch bis nächsten Freitag andauern sollen. Zu den Aufmärschen werden auch all diejenigen eingeladen, die gegen den Friedensvertrag gestimmt haben, denn im Mittelpunkt soll der Zusammenhalt Kolumbiens stehen und nicht mehr die Polarisierung zwischen Befürwortern und Gegnern. (Bildquelle: Camilo Rueda López_ )


18. April 2016 | Kolumien: Die “Gaboteca” geht online | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Gabriel García Márquez - Foto: Jose LaraDie kolumbianische Nationalbibliothek mit Sitz in Bogotá eröffnete am 15. April die Sektion “Gaboteca” auf ihrer Website, die dem 2014 verstorbenen Schriftsteller Gabriel García Márquez gewidmet ist. Hier finden sich zum einen Informationen zu allen Romanen des Schriftstellers, zum anderen auch Hinweise zu Übersetzungen, Rezeption und Einfluss der literarischen Werke des Nobelpreisträgers in internationalen Veröffentlichungen. Die Direktorin der Nationalbibliothek, Consuelo Gaitán, kann sich vorstellen, sollte das Projekt “Gaboteca” Erfolg haben, ähnliche Archive für weitere Schriftsteller des Landes anzulegen. Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Nicolás Pernett, macht darauf aufmerksam, dass der Online-Katalog auch Veröffentlichungen zum Vorschein bringe, die eher kurioser Natur seien: etwa ein Aufzählung aller Tiere, die im Werk Márquez einen Auftritt hätten; oder das einzige Drehbuch, welches der Autor je verfasst hätte. Die Seite ist verfügbar unter http://www.bibliotecanacional.gov.co/lagaboteca. Sie diene ihren Machern zufolge allen Freunden der Literatur Márquez’, die sein Werk wiederentdecken und neue Aspekte darin finden wollten. (Bildquelle: José Lara_)


15. März 2016 | Kolumbien: Taxifahrer protestieren gegen Uber | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

kolumbien_taxi_bogota_steven_damronAm vergangenen Montag eskalierte in Bogotá ein Protest örtlicher Taxiunternehmen gegen das US-Unternehmen Uber. Insgesamt blockierten fast 200 Fahrzeuge neuralgische Punkte der Stadt und legten den Verkehr lahm. Nach Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften, bei denen 4 Polizisten verletzt wurden, wurden 16 Taxifahrer verhaftet. Seit 2013 bietet Uber seinen Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen in Kolumbien an. Von Anfang an gab es massive Proteste gegen das kalifornische Unternehmen; Bogotás Taxifahrer wehren sich teilweise auch handgreiflich gegen die Uber-Fahrer, die sie als unlautere Konkurrenz ansehen. Man spricht mittlerweile von einem Taxikrieg in der kolumbianischen Hauptstadt: Blockaden und Handgreiflichkeiten gegen Uber-Fahrzeuge kommen immer wieder vor. Uber argumentiert, dass das Unternehmen sicherer sei als reguläre Taxis; Taxifahrten seien z.B. in Bogotá generell sehr gefährlich – Überfälle seien an der Tagesordnung. Dem widerspricht der Präsident der kolumbianischen Taxivereinigung, der Uber Piraterie vorwirft. Opfer von Gewalt seien vor allem die Taxifahrer selbst. (Bildquelle: Steven Damron_)


11. Februar 2016 | Kolumbien: FARC will keine Minderjährigen mehr rekrutieren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Forderung nach Frieden - Foto: Martin GiraldoDie Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben zu Beginn dieser Woche angekündigt, in Zukunft keine Minderjährigen mehr aufzunehmen. Bisher betrug das Mindestalter 15 Jahre, obwohl vereinbart war, niemanden unter 17 Jahren in die Guerillaorganisation aufzunehmen. Diesen Widerspruch erklärt die FARC damit, dass die Mehrheit der Jugendlichen in der FARC aus marginalisierten sozialen Schichten ohne Perspektive und staatlichen Schutz käme. Ihre Aufnahme in die Revolutionären Streitkräfte sei eine Pflicht gewesen, um diesen jungen Menschen Schutz und eine Zuflucht zu geben. Es ist unklar, ob der Aufnahmestopp für Minderjährige auch die Demobilisierung sehr junger FARC-Kämpfer einschließt. Iván Márquez, Leiter der FARC-Delegation bei den Friedensverhandlungen in Havanna, sagte, dass sich Kolumbien auf dem Weg zum Frieden befinde, da ergebe es keinen Sinn, Jungen in die Guerilla aufzunehmen. Gleichzeitig betonte er, Jugendliche würden die FARC nicht verlassen, da dies die Revolutionären Streitkräfte schwäche. Genaue Zahlen über den Anteil der Minderjährigen in der FARC sind nicht bekannt, man geht jedoch davon aus, dass die Mehrzahl der FARC-Kämpfer noch sehr jung ist. (Bildquelle: Martin Giraldo_)


07. Januar 2016 | Kolumbien: Bereits vier Frauenmorde und ein neues Gesetz zum Schutz der Frauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FlaggeIn den ersten Tagen des neuen Jahres wurden in Kolumbien bereits vier Frauenmorde registriert, davon drei allein in Cali. Obwohl eine Reduktion der Mordrate zu beobachten ist, scheint die Gewalt gegen Frauen diesem Trend nicht zu folgen. Die Statistiken zeigen, dass Cali dabei zu den gefährlichsten Städten für Frauen zählt, denn die Gewalttaten gegen Frauen steigen seit Jahren. Lokale Behörden und Frauenrechtsorganisationen trafen sich bereits und vereinbarten, dass zwei Mitglieder der NGOs an den wöchentlichen Treffen des Sicherheitsrates teilnehmen und die Problematik dauerhaft adressiert wird. Nach Schätzungen befinden sich rund hundert Frauen in höchster Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens in Cali zu werden. Zum Schutz der Frauen wurde diese Woche das Gesetz „Natalia Ponce“ verabschiedet, dass schärfere Strafen für Attacken mit ätzenden Substanzen vorsieht. Laut dem neuen Gesetz droht eine Verurteilung von bis zu 360 Monaten für ein solches Verbrechen sowie das Ende von strafrechtlichen Erleichterungen wie beispielsweise Hausarrest. Des Weiteren soll innerhalb der nächsten sechs Monate eine gesetzliche Regelung erarbeitet werden, die den Opfern von Attacken mit chemischen Substanzen Zugang zu medizinischer und psychologischer Versorgung garantiert.


19. Oktober 2015 | Kolumbien: FARC und Regierung gemeinsam zu mehr Humanität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Das Awa-Massaker - Auf dem Friedhof - Foto: Von BergenDie FARC und die kolumbianische Regierung haben am Samstag auf Kuba eine weitreichende Einigung erzielt. Ab sofort wollen beide Seiten zusammenarbeiten, um die Vermissten des Bürgerkrieges zu finden, identifizieren und ggf. Überreste Angehörigen übergeben. Dafür soll ein spezieller Plan mit Hilfe des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes ausgearbeitet und eine gemeinsame Suchkommission für verschwundene Personen (Comisión de Búsqueda de Personas Desaparecidas) eingerichtet werden. Von Regierungsseite ist beispielsweise vorgesehen, bislang als N. N. begrabene Opfer von Friedhöfen zu exhumieren und durch die Gerichtsmedizin die Identität (so weit möglich) und die Todesursache feststellen zu lassen. Der Plan heißt etwas makaber „Plan Friedhof“. Die FARC möchte im Gegenzug die Koordinaten von Orten mitteilen, wo sie Personen begraben hat. In dem Konflikt zwischen der FARC, Paramilitärs und dem Staat kamen nach offiziellen Angaben 220.000 Menschen ums Leben; sechs Millionen wurden aus ihren Heimatorten vertrieben. Hinzu kommen etwa 50.000 Verschwundene. Über die Zahl herrscht aber große Unklarheit. In einem Bericht des Nationalen Zentrums für das Historische Gedächtnis (Centro Nacional de Memoria Histórica) wird geschätzt, dass allein zwischen 1985 und 2012 insgesamt 25.007 Personen vermisst wurden (Bildquelle: Von_Bergen).


31. August 2015 | Venezuela: Eskalation und Massenflucht im Grenzgebiet zu Kolumbien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Venezuela

Kolumbien: Paramilitär Salvatore Mancuso - Foto: Public Domain Nachdem es in kolumbianischer Grenznähe zu einer Schießerei zwischen venezolanischen Soldaten und Drogenschmugglern gekommen war, bei der drei Soldaten und ein Zivilist verletzt worden waren, ließ der venezolanische Präsident Maduro die 2.200 km lange Grenze auf unbestimmte Zeit schließen. Nicolás Maduro, der rechte Paramilitärs aus Kolumbien für den Zwischenfall verantwortlich macht, rief zudem in sechs Grenzbezirken im westlichen Bundesstaat Táchira den Ausnahmezustand aus und entsandte ca. 3.000 Soldaten in die Region. Ziel der genannten Maßnahmen sei der Kampf gegen den stark verbreiteten Schmuggel. In dem Gebiet hatten sich vor einiger Zeit zahlreiche rechte Paramilitärs und linke Guerilleros sowie die Drogenmafia und Schmuggler ausgebreitet, da die anhaltende Wirtschafts- und Versorgungskrise in Venezuela den Schmuggel zu einem sehr lukrativen Geschäft gemacht hat: die stark subventionierten und damit extrem billigen venezolanischen Nahrungsmittel, Hygieneprodukte und Benzin werden nach Kolumbien geschmuggelt und dort deutlich teurer verkauft. Nach Regierungsangaben führe dies zu der Warenknappheit in Venezuela. Die Situation verschärfte sich noch, als venezolanische Behörden damit begannen, mehr als tausend illegal eingewanderte KolumbianerInnen abrupt auszuweisen, da sie gemäß Staatschef Maduro am Schmuggel beteiligt seien. Daraufhin flohen mehrere Tausend weitere ImmigrantInnen freiweillig, um ihrer Abschiebung zu entgehen. Aufgrund dieser Vorkommnisse hat sich das ohnehin schon gereizte Verhältnis beider Karibikstaaten noch verschlechtert. Kolumbien kritisierte neben der Abschiebung der kolumbianischen StaatsbürgerInnen auch die Grenzschließung scharf (Bildquelle: Public Domain).


22. Juni 2015 | Kolumbien: Der kolumbianische Kongress stimmt für das Freihandelsabkommen mit Costa Rica | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Der kolumbianische Kongress stimmt für das Freihandelsabkommen mit Costa Rica, Foto: Leandro Neumann CiuffoAm 16. Juni 2015 wurde das Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Kolumbien und Costa Rica, das bereits im Frühjahr 2013 unterzeichnet wurde, vom Plenum des Repräsentantenhauses in Bogotá mit 85 Ja- und 11 Gegenstimmen genehmigt. Wirtschaftsministerin Cecilia Alvarez-Correa äußerte ihre Zufriedenheit über die Annahme dieser Initiative und verweist auf die Wichtigkeit des Abkommens, da die Exporte in Zukunft diversifiziert werden sollen, um die wirtschaftliche Abhängigkeit von mineralischen Energieprodukten zu reduzieren, da Rohstoffe aus dem Energie- und Bergbausektor derzeit etwa 70 % der Gesamtexporte Kolumbiens ausmachen. Insgesamt sind gegenwärtig über 90 % der Exporte von Kolumbien nach Costa Rica Industriegüter wie Chemikalien, Bekleidung und Textilien, Autos/Autoteile, Seifen, Medikamente, Kosmetika, Spielzeuge aber auch agro-industrielle Güter. Laut Alvarez-Correa werden zunächst 74% der Industriegüter zollfrei gestellt, während der Rest in den kommenden 5 bis 15 Jahren folgen soll. Dadurch erhält Kolumbien einen einfachen Zugang zu dem importorientierten Markt Costa Ricas. Mit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens rückt Costa Rica auch seinem Ziel näher, Mitgliedsland der Pazifischen Allianz zu werden. Das Abkommen enthält auch ein Kapitel zum Investitionsschutz. Hierzu gehört unter anderem die Gleichbehandlung ausländischer Investoren sowie zeitnahe verbindliche Streitbeilegungsverfahren durch Schiedsgerichte. Beide Länder erhoffen sich dadurch, gegenseitig von höheren Investitionen zu profitieren. Aktuell betragen die Direktinvestitionen von Kolumbien in Costa Rica 448 Millionen Dollar, die sich in den letzten 11 Jahren intensiviert haben (Bildquelle: Leandro Neumann Ciuffo_).


16. Juni 2015 | Kolumbien: Zwischen Verhandlungen und erneuten gewaltsamen Auseinandersetzungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerrillagruppe FARC, die seit 2012 regelmäßig stattfinden, sind in den letzten Monaten ins Stocken gekommen. Seit einigen Wochen steigt auch die Zahl der Anschläge der FARC auf Mitglieder der Sicherheitskräfte. Vergangene Woche wurden drei Menschen, ein Angehöriger des Militärs, ein Polizist und ein Zivilist, bei einer Guerrillaattacke durch einen Sprengkörper verletzt und dann mit Schüssen getötet. Solche gewaltsamen Angriffe haben zugenommen, nachdem Ende Mai 26 Guerrillakämpfer bei einem Luftangriff des kolumbianischen Militärs getötet wurden und die Organisation den unilateralen Waffenstillstand als Konsequenz aufhob. Unter diesen Umständen startet am heutigen 17. Juni die 38. Verhandlungsrunde in den Friedensverhandlungen. Die FARC haben angekündigt, an einer Vereinbarung mit der Regierung arbeiten zu wollen, die es Jugendlichen unter 15 Jahren ermöglicht, die FARC zu verlassen (Bildquelle: Public Domain).


05. März 2015 | Kolumbien: Kein Ende der Gewalt in Buenaventura | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Kein Ende der Gewalt in Buenaventura - Foto: Agencia Nacional de Infraestructura de Colombia Buenaventura stellt seit der Eröffnung des Panamakanals mit 60% des Außenhandels eine der wichtigsten kolumbianischen Hafenstädte an der Pazifikküste dar. Doch führen nach wie vor kriminelle Banden einen unerbittlichen Krieg um die Kontrolle des Hafens. Hierbei geht es insbesondere um den Schmuggel von Drogen und anderer illegaler Waren, wie gefälschte Markenkleidung oder Waffen. Im März vor einem Jahr machten die sogenannten “casas de pique” (“Hackhäuser”) Schlagzeilen. In den verlassenen Häusern zerstückelten Paramilitärs ihre Opfer bei lebendigem Leib. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos versprach damals der Gewalt Einhalt zu gebieten und die massiven Sicherheitsprobleme durch eine höhere Anzahl an Polizisten und Marinesoldaten entgegen zu wirken. Auch die Anzahl der Staatsanwälte wurde erhöht, um die Ermittlungen zahlreicher Entführungen und Verschleppungen voranzutreiben. Eine neue Untersuchung durch Human Rights Watch (HRW) ergab jedoch, dass die Missbräuche bis heute alarmierend hoch sind und Nachfolgerbanden die Menschen weiterhin terrorisieren. Nach amtlichen Aufzeichnungen fiel die Mordrate zwar von 150 auf 96 Opfer innerhalb von neun Monaten; die Anzahl an vermissten Personen stieg hingegen leicht an. Im Jahr 2014 sind mit 44 Fällen im Gegensatz zum Vorjahr vier zusätzliche Fälle zu verzeichnen. Die NGO hat hervorgehoben, dass die Zahl der Staatsanwälte zwar zugenommen hat, sich aber lediglich ein Staatsanwalt den Fällen verschwundener Personen widmet. Dieser ist derzeit allerdings für über 400 Fälle zuständig, einige davon sind bereits vor einem Jahrzehnt aufgetreten. Die Regierung von Santos muss sich der Kritik stellen, dass die bislang erfolgten Maßnahmen ungenügend sind. Dies bestätigt auch die Zahl der Vertriebenen im Zeitraum von April bis September 2014. Mindestens 13.000 Einheimische wurden wegen der Gewalt vertrieben (Bildquelle: Agencia Nacional de Infraestructura_).


15. Dezember 2014 | Kolumbien: Demonstrationen gegen Straffreiheit von FARC-Rebellen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainAm Mittwoch wurden die Friedensverhandlungen in Havanna zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC wieder aufgenommen. Jetzt steht noch aus, die schwierigsten Fragen zu klären, etwa die Niederlegung der Waffen der linken Rebellen und ob die Kommandeure wegen Menschenrechtsverletzungen und Drogenhandel unter Anklage gestellt werden. FARC-Kommandant Pablo Catatumbo, Delegierter bei den Friedensgesprächen, sagte in der Presseerklärung vom 13. Dezember, dass die FARC ein Friedensabkommen ablehnt, das die alleinige Inhaftierung der Rebellenführer erzwingt, während Oligarchie, Politik und Militär nicht belangt werden. Außerdem missbrauche Kolumbiens Regierung den Rechtsrahmen, indem es soziale Forderungen von der kolumbianischen Bevölkerung als Terrorakte und nicht legitime politische Prozesse und Maßnahmen verzerre. Des Weiteren beklagt Catatumbo die Beugung des Rechtsbegriffs eines politischen Verbrechens für eine Rebellion, was zur Folge habe, dass Angehörige der FARC als Terroristen eingestuft würden. Tausende Menschen traten vergangenes Wochenende auf die Straßen, um gegen eine mögliche Amnestie oder Begnadigung für Angehörige der Guerillaorganisation FARC zu demonstrieren. Viele der Demonstranten waren Anhänger des ehemaligen Präsidenten Alvaro Uribe, der seinem Nachfolger Juan Manuel Santos vorwirft, eine Kultur der Straflosigkeit zu schaffen. Die Proteste richteten sich damit gegen einen Frieden, der auf der Straflosigkeit der Rebellen aufgebaut wird. Die FARC soll sich für die in der Vergangenheit vollzogenen Gräueltaten verantworten (Bildquelle: Public Domain).


24. November 2014 | Kolumbien: Einigung im Friedensprozess durch Geiselnahme gestört | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Entführung des Armee-Generals Rubén Darío Alzate sowie vier weiterer Personen am 16.11.2014 durch kolumbianische FARC-Rebellen sorgte für ein vorläufiges Ende der Friedensverhandlungen zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC-Guerilla. Die Friedensgespräche, die vor zwei Jahren in Oslo begannen und später in Havanna (Kuba) fortgeführt wurden, zeigten weit mehr Fortschritte als die drei vorherigen Bemühungen. Beide Seiten trafen Vereinbarungen über die Landreform, erreichten eine politische Partizipation für entwaffnete Rebellen und sprachen sich für eine Beendigung des Drogenhandels aus. Präsident Juan Manuel Santos sprach davon, nach erfolgreicher Freilassung der Geisel den Friedensprozess wieder aufzunehmen. Damit könnte die Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens im nächsten Jahr erfolgen (Bildquelle: Public Domain).


17. Juni 2014 | Kolumbien: Stichwahl zwischen Santos und Zuluaga entschieden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Neuer und alter Präsident Juan Manuel Santos - Foto: Public DomainMit 7.816.986 Stimmen (50,95%) wurde Juan Manuel Santos am vergangenen Sonntag erneut zum Staatspräsident gewählt. Sein Herausforderer Óscar Iván Zuluaga erhielt 6.905.001 Stimmen (45,00%). Fast 48% der 33 Millionen Kolumbianer nahmen an der Wahl teil. Die Ergebnisse wurden wie schon in der ersten Runde, am 25. Mai, in Rekordzeit verzeichnet. Bereits eine Stunde nach Schließung der Wahllokale stand der neue, alte Staatschef fest. Mit der Wiederwahl von Präsident Santos für den Zeitraum 2014-2018 entschied sich die Bevölkerung gegen eine militärische Auseinandersetzung und für einen friedlichen Verhandlungskurs mit der FARC. Santos will die im November 2012 in Havanna begonnenen Friedensgespräche fortführen und den über ein halbes Jahrhundert andauernden Konflikt beilegen. Zuluaga forderte auch Mindesthaftstrafen für die Chefs der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens. Dass die FARC-Chefs eines Tages, ungestraft für ihre Vergehen, im Parlament sitzen können, steht allerdings auch für Santos außer Frage (Bildquelle: Public Domain).


27. April 2014 | Kolumbien: Gustavo Petro Urrego wieder zum Bürgermeister von Bogotá ernannt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Präsident und Ex-Verteidigungsminister Juan Manuel Santos - Foto: Public DomainStaatspräsident Juan Manuel Santos gab am vergangenen Mittwoch bekannt, dass der von ihm im Dezember 2013 abgesetzte Bürgermeister von Bogotá, Gustavo Petro Urrego, nun wieder sein Amt ausführen wird. Der beliebte Politiker aus der linken Fraktion wurde damals u. a. beschuldigt, die Verfassungsgrundsätze der freien Marktwirtschaft verletzt zu haben, da er private Entsorgungsdienstleistungen bei der Vergabe von Aufträgen für die städtische Müllabfuhr ausschloss. Die Amtsenthebung sowie das fünfzehnjährige Ausführungsverbot öffentlicher Ämter erfolgte trotz gegenläufiger Forderung der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH) und zog zahlreiche Anhänger Petros auf die Straßen, um gegen seine Absetzung zu protestieren. Nun musste sich der konservative Präsident Santos dem gerichtlichen Beschluss beugen. Per Twitter äußerte er: »Ich habe ein Dekret unterschrieben, den Bürgermeister Petro wieder einzusetzen. Meine Pflicht als Präsident ist, war und wird es immer sein, die Gesetze zu befolgen.« (Bildquelle: Public Domain)


17. April 2014 | Kolumbien, Lateinamerika: Gabriel García Márquez ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

Gabriel García Márquez - Foto: Jose LaraDer kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist heute im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben. Noch vor wenigen Tagen konnte er aus einer Klinik entlassen werden, nachdem er dort Anfang April aufgrund einer Lungenentzündung eingeliefert worden war. „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Chronik eines angekündigten Todes“ sind die Werke, die ihn weltweit berühmt gemacht hatten. Allein sein Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ wurde in 37 Sprachen übersetzt und 25 Millionen mal verkauft. 1982 erhielt er den Literaturnobelpreis. Er hat nicht nur den Magischen Realismus zur Blüte gebracht, sondern war auch stets sehr engagiert, wenn es um politische Fragen in Lateinamerika ging. Die Welt hat einen großen Schriftsteller verloren (Bildquelle: Jose Lara_).


10. März 2014 | Kolumbien: Kongresswahlen im Zeichen der Konservativen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Kongresswahlen - Foto: Quetzal-Redaktion, sscBei den Senats- und Abgeordnetenwahlen in Kolumbien hat die Allianz Unidad Nacional der drei Mitte-Rechts-Parteien um den Präsidenten Juan Manuel Santos einen deutlichen Sieg errungen. Die Koalition erreichte 47 von 102 Sitzen im Senat und 91 von 167 Mandaten im Abgeordnetenhaus. Damit gilt Santos auch als Favorit bei den Präsidentschaftswahlen am 25. Mai 2014. Sein schärfster Widersacher kommt jedoch nicht aus dem linken Lager, das mit zehn Sitzen im Senat weiterhin schwach bleibt. Vielmehr etabliert sich Ex-Präsident Álvaro Uribe mit seiner neu gegründeten Partei Centro Democrático am rechten Rand zur stärksten Oppositionspartei. Er kritisiert Santos für dessen Verhandlungen mit der FARC, die dadurch als politische Akteure anerkannt würden und favorisiert stattdessen das militärische Vorgehen gegen die Guerilla-Organisation. Der Machtkampf zwischen Präsident und Ex-Präsident spiegelt sich auch im Wahlverhalten in den Departments wider. An der Karibik- und Pazifikküste und einem Teil der Llanos Orientales triumphiert weitgehend die Koalition um Santos, während im Landesinnern, im Eje Cafetero, in den Llanos und im Süden Uribes Centro Democrático die meisten Stimmen erhielt. Umweltthemen und die Grüne Partei gewinnen an Bedeutung. Mit 540.000 Stimmen gewann sie fünf Sitze im Senat. Diese parteispezifische Betrachtung der Wahl darf jedoch nicht vergessen machen, dass nach wie vor das politische Geschehen in Kolumbien weitgehend auf drei Pfeilern ruht: 1) regionale Dynastien von Politikern; 2) der Nepotismus von Bürgermeistern und Gouverneuren zugunsten von Familienangehörigen; 3) der Fortbestand des Erbes von verurteilten Politikern (meist Paramilitärs) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


09. Dezember 2013 | Kolumbien: Farc kündigt Waffenstillstand an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainDie Guerillaorganisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Farc) kündigte am Sonntag (08.12.2013) eine unilaterale Waffenruhe für 30 Tage, beginnend ab dem 15. Dezember, an. Nach Angaben des Farc Communiqué geht die Waffenruhe auf einen Appell des Volkes zurück, damit das Jahresende friedlich verlaufen kann. Die Entscheidung kam einen Tag nach dem Angriff der Farc auf eine militärische Einrichtung in Inzá (Cauca Department), bei dem 9 Personen starben und 50 verletzt wurden (davon 14 Zivilisten). Die Regierung bezeichnete den Angriff als „irrationell“, da dieses Gebiet schon stark unter den Gewaltakten leidet. Die Fronten haben sich somit gegen Ende der 17. Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung wieder verhärtet. Die 18. Runde ist aber bereits für den 17. Dezember geplant. (Bildquelle: Public Domain)


07. November 2013 | Kolumbien: Wichtiges Abkommen zwischen Regierung und Farc | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Forderung nach Frieden - Foto: Martin Giraldo_Die kolumbianische Regierung und die Guerillaorganisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (Farc) haben sich bei ihren Gesprächen in Havanna über die Modalitäten der politischen Teilhabe der Guerilla geeinigt. Das Abkommen gilt als der bisher wichtigste Schritt bei den Friedensverhandlungen in dem südamerikanischen Land. Vorgesehen ist die Schaffung eines legalen Oppositionstatus und die Revision des gegenwärtigen Wahlsystems, die künftig eine Teilnahme aller Parteien und politischen Bewegungen garantiert. Dazu gehört ausdrücklich auch eine Farc ohne Waffen. Die Umwandlung der Farc in eine politische Partei ist die Bedingung der Regierung für die Anerkennung der politischen Teilhabe der Ex-Guerilleros. Präsident Juan Manuel Santos, der das Abkommen Mittwochnacht unterzeichnete, sagte, er sei jetzt sicher, dass der Frieden möglich sei und das Land keine weiteren 50 Jahre Krieg zu befürchten habe. Die Beschlüsse des Abkommens müssen nun inhaltlich präzisiert werden, so z.B. die Auswahl derjenigen vom Krieg besonders betroffenen Departements, die zusätzliche Mitspracherechte im Parlament erhalten sollen, ein Gesetz zur Garantie der Teilnahme an den Wahlen für alle Parteien, der Zugang der Opposition zu den Massenmedien sowie die konkrete Ausgestaltung des Oppositionsstatus. Am 18. November werden Regierung und Farc wieder in Havanna zusammenkommen, um den dritten von insgesamt sechs geplanten Punkten der Verhandlungsagenda zu bearbeiten: den Drogenhandel und den Anbau illegaler Substanzen. (Bildquelle: Martin Giraldo_)


12. September 2013 | Kolumbien, Nicaragua: Grenzkonflikt im umstrittenen Seegebiet wiederbelebt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Nicaragua

Der Regierungschef Kolumbiens, Juan Manuel Santos, lehnte vor wenigen Tagen das Urteil des Internationalen Gerichtshofs zu dem Grenzkonflikt im umstrittenen Seegebiet zwischen Nicaragua und Kolumbien ab. Das Urteil wurde im November 2012 verabschiedet und legt eine neue Grenze in der Karibik zu Gunsten von Nicaragua fest. Damit wird die Souveränität Kolumbiens über die Inselgruppe von San Andrés, Providencia und Santa Catalina bestätigt, das Urteil spricht aber Nicaragua mehr maritimen Raum östlich des 82. Meridians zu, der nur 66,1 nautische Meilen von der nicaraguanischen Küste entfernt liegt. Das Urteil definiert jedoch nicht, wie viele Quadratkilometer nun zu Nicaragua gehören. Die kolumbianischen Behörden gehen von etwa 75.000 km² aus, die Nicaraguaner von über 90.000 km². In einer Botschaft an seine Landsleute am 9. September äußerte Santos, dass das Urteil vom Internationalen Gerichtshof ohne einen Grenzvertrag zwischen beiden Ländern nicht gilt. Darüber hinaus werde er „die Expansionsbestrebungen von Nicaragua“ nicht dulden. Nun haben die Regierungen von Kolumbien, Costa Rica, Panama und Jamaika angekündigt, dass sie als Protest gegen die „Expansionsbestrebungen von Nicaragua“ einen gemeinsamen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban-Ki Moon, richten werden. Das Verschwinden der Grenze am 82. Meridian würde bedeuten, dass Nicaragua Grenzen in der Karibik zu Panama und Jamaika haben wird. Der Präsident von Panama, Ricardo Martinelli, beschuldigte gestern Nicaragua, „die panamaischen Hoheitsgewässer“ übernehmen zu wollen. Der Präsident Nicaraguas, Daniel Ortega, wies die Vorwürfe zurück ab und erklärte, das Urteil des Internationalen Gerichtshof nicht in Frage stellen. Der Grenzkonflikt im Seegebiet zwischen Kolumbien und Nicaragua entstand 1928 mit der Unterzeichnung des Abkommens Bárcenas-Meneses, in dem Nicaragua die Inseln San Andrés und Providencia an Kolumbien überlassen hatte (Bildquelle: Presidencia de la República de Colombia, Javier Casella).


10. September 2013 | Kolumbien: Vereinbarung zwischen Regierung und Bauern beendet Blockaden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Feldarbeit - Foto: Quetzal-Redaktion, sscEinen Monat nach Beginn des Streiks der Bauern und Landarbeiter erreichte die Regierung die vorläufige Beendigung der Straßenblockaden. Nachdem die Protestierenden zunächst monatelang die Regierung zu Verhandlungen aufforderten und auch landesweite Demonstrationen kein Einlenken seitens der Autoritäten bewirkten, blockierten sie wichtige Verkehrsadern in weiten Teilen  Kolumbiens. Die Streikenden fordern staatliche Zuschüsse und Mindestpreise für ihre Produkte, weil sie von ihrem Einkommen nicht mehr leben können. Nachdem Kolumbien zahlreiche Freihandelsabkommen unterzeichnet hat, drängen immer mehr Billigeinfuhren auf den heimischen Markt, welche die Preise von Agrarprodukten extrem drücken. Hinzu kommen seit einiger Zeit auch steigende Importpreise für Pestizide und Düngemittel. Die Proteste weiteten sich mit der Zeit von den ländlichen Regionen auf die Städte aus und wurden später auch von Studierenden, Transport- und Minenarbeitern sowie öffentlichen Angestellten unterstützt. Die Regierung wartete zunächst ab und reagierte nur halbherzig auf den Konflikt, bevor sie mit starker Repression antwortete und rund fünfzig Tausend Soldaten in die Protestregionen schickte. Daraufhin eskalierten die zunächst friedlichen Demonstrationen: Im Ergebnis wurden nicht nur mehrere hundert Menschen auf beiden Seiten verletzt und fast genauso viele Demonstrierende verhaftet. Die Protestierenden verwüsteten auch Teile Bogotas und verursachten damit einen Schaden in Höhe von mehr als eineinhalb Millionen Euro. Die Bauern werfen den Militärs vor, dass sie die Menschenrechte unzählige Male verletzt und zwölf Bauern bei den Auseinandersetzungen getötet hätten. Kürzlich räumte Präsident Santos ein, dass seit Längerem gravierende Probleme in der Landwirtschaft bestünden und die Forderungen der Protestierenden legitim seien. Nachdem er sich dazu bereit erklärt hatte, etwas dagegen zu unternehmen, wurden die Blockaden vorläufig eingestellt. Für kommenden Donnerstag ist nun ein Treffen der Vertreter beider Seiten vorgesehen, bei dem sie an einem Tisch des Dialogs verhandeln wollen, um einen Agrarpakt zu schließen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


25. Juli 2013 | Kolumbien: Erschreckende Bilanz des Bürgerkriegs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Erschreckende Bilanz des Bürgerkriegs - Foto: Streetart, Dj LuEs wirkt wie der Bericht über einen Horrorfilm: mit Motorsägen und Macheten verstümmelte, verbrannte Körper, zur Abschreckung öffentlich ausgestellte Leichen Ermordeter, mit Säure übergossene Menschen, Folterschulen. Kolumbien zieht die Bilanz von mehr als 50 Jahren Krieg. Das „Nationale Zentrum für historische Erinnerung Kolumbiens“ legte Staatspräsident Juan Manuel Santos einen Bericht über die Opfer des Bürgerkriegs in der Zeit von 1958 bis 2012 vor. Jeder dritte Kolumbianer, der in diesem Zeitraum starb, fiel der Gewalt zum Opfer. Insgesamt wurden 220.000 Menschen getötet, 82% von ihnen waren Zivilisten. Allein von 1981 bis 2012 sind vermutlich 150.000 Menschen getötet worden, offiziell dokumentiert sind lediglich 15% der Fälle. Die Toten gehen zu gut einem Drittel auf das Konto der Paramilitärs, für 17% sind die verschiedenen Guerillagruppen und für 10% die regulären Streitkräfte verantwortlich. Seit 1980 zählte man in Kolumbien 1.982 Massaker mit 11.000 Ermordeten. Angesichts von 25.000 Verschwundenen in den Jahren von 1985-2012 wird darauf verweisen, dass das selbst die Verbrechen von Militärdiktaturen im Cono Sur überschreitet. Der Bericht der Gruppe der „Historischen Erinnerung“ dokumentiert darüber hinaus 6.000 zwangsrekrutierte Kinder, 10.000 Schwerverletzte durch Antipersonenminen, 27.000 Entführungsopfer (seit 1970) und und fast fünf Millionen Flüchtlinge innerhalb des Landes allein zwischen 1996 und 2012. Der Bericht, der laut Autoren für ein von der Vergangenheit bedrücktes, jedoch in die Zukunft blickendes Land geschrieben wurde, heißt „Es reicht!“ (Bildquelle: Dj Lu_).


10. März 2013 | Kolumbien: Deutsche Gefangene der ELN frei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Guerilla der ELN - Foto: Julian Ortega MartinezDie beiden deutschen Rentner Uwe und Günther B. befinden sich seit letztem Freitag (8. März) in Bogotá. Die Brüder wurden vor fast genau vier Monaten während ihrer Amerikareise von Rebellen der ELN in der Region Catatumbe entführt. Erst im Februar bestätigte die ELN die Entführung der Deutschen, die sich den Rebellen zufolge ohne Grund und Genehmigung in der Region aufhielten. Die guerilleros forderten Dokumente von Familie und Arbeitgeber, die den Verdacht widerlegen sollten, die beiden Rentner seien Spione. Ende Februar erhielt die Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos die Nachricht, die Rebellen ließen die Deutschen unter der Bedingung frei, dass eine humanitäre Mission in der Region genehmigt würde. Letzten Freitag wurden die Geiseln schließlich an das Internationale Rote Kreuz (IKRK) und eine humanitäre Kommission übergeben. Die Übergabe war bereits für den Donnerstag angesetzt, verzögerte sich jedoch aufgrund logistischer Probleme, wie das IKRK berichtet. Die Befreiung am Freitag wurde von einer Sperre des Luftverkehrs und der Unterbrechung aller Militäroperationen in der Region Catatumbe begleitet. Die leitenden Verhandlungsführer, Exminister Horacio Serpa Uribe und General Jaime Bernal Cuélla, beschreiben die gesundheitliche Verfassung der befreiten Männer als gut. Sie seien jedoch noch verängstigt. Der Tag ihrer Rückkehr nach Deutschland sei noch unklar, werde aber in naher Zukunft liegen, bestätigt Bernal. Details – etwa über Lösegeldzahlungen – gab er indes nicht bekannt (Bildquelle: Julián Ortega Martínez_).


08. März 2013 | Kolumbien: Kaffeebauern streiken für höhere Preise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Guatemala: Kaffee - Foto: Andreas BouekeSeit gut einer Woche haben tausende Kaffeebauern in Kolumbien auf unbestimmte Zeit ihre Arbeit niedergelegt. Zusammengeschlossen zu der Protestbewegung „Movimiento por la Defensa y por la Dignidad de los Cafeteros de Colombia“ setzen sie sich landesweit unter anderem für eine Erhöhung und Stabilisierung des internationalen Kaffeepreises, höhere Subventionen sowie den Importstopp von Kaffee ein. Ebenso spielt die Forderung nach einem Verbot von Megabauprojekten eine wichtige Rolle, da diese zu einer Verunreinigung und Verknappung des Trinkwassers führen und die Bodenqualität beeinträchtigen. Der Streik ist Ausdruck der großen Unzufriedenheit der Kleinbauern sowohl mit der Regierung als auch in mit der Kaffeeföderation (Fedecafé). Dieser wird Regierungsnähe vorgeworfen, weshalb sich viele Kaffeebauern im Stich gelassen und ihre Interessen in Zeiten der Krise nur  unzureichend repräsentiert sehen. Ursache für die schlechte Situation der Cafeteros ist der niedrige Kaffeepreis. Der Kaffeepreis war im vergangenen Jahr um 35 Prozent gesunken, was unter anderem durch die Aufwertung des kolumbianischen Pesos sowie die hohen Produktionskosten begründet ist. Mit dem Erlös für ein Kilo Kaffee kann derzeit nicht einmal dessen Herstellung finanziert werden. Teil des Streiks ist die Blockade von 21 Verkehrspunkten der Panamericana, der wichtigsten Handelsstraße Kolumbiens, um den Transport von Kaffee und anderen Rohstoffen zu unterbinden. Die Regierung hat den 140.000 Demonstranten mittlerweile eine Fortsetzung der Verhandlungen für den Fall angeboten, dass sie die Proteste beenden. (Bildquelle: Andreas Boueke_)


19. November 2012 | Kolumbien: FARC-Waffenruhe in Havanna verkündet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainZur Eröffnung der zweiten Runde der Friedensgespräche zwischen der linken Guerillaorganisation FARC und der kolumbianischen Regierung verkündete FARC-Chefunterhändler Luciano Marín (alias Iván Márquez) in der kubanischen Hauptstadt eine einseitige Waffenruhe. Sie soll morgen beginnen und bis zum 20. Januar nächsten Jahres dauern. Auch wenn die FARC in letzter Zeit empfindliche Schläge seitens der Regierungstruppen hinnehmen musste, verfügt die größte und älteste Guerilla Südamerikas immer noch über rund 9000 Kämpfer. Der seit 1964 währende Konflikt hat bisher mehr als 200 000 Menschen das Leben gekostet und Millionen Einwohner aus ihren Heimatregionen vertrieben. Der derzeitige Friedensprozess ist der vierte Versuch seit 1984, die Kämpfe zwischen beiden Seiten zu beenden. Während der ersten Gesprächsrunde, die im Oktober in Norwegen stattfand, wurden fünf Verhandlungsthemen vereinbart: gerechte Landverteilung, die Beendigung des bewaffneten Konflikts, Garantien für die politische Opposition, Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenhandels und Rechte für die Opfer des Konflikts. Auch wenn Humberto de la Calle, Chefunterhändler der Regierung, noch einmal seinen Willen zu ernsthaften Verhandlungen bekräftigt hat, zeigt die Ablehnung eines Waffenstillstands durch Präsident Juan Manuel Santos, der am Wochenende zum iberoamerikanischen Gipfeltreffen im spanischen Cádiz weilte, wie schwer der Weg zum Frieden in Kolumbien ist.  (Bildquelle: Public Domain)


05. November 2012 | Kolumbien: Friedensverhandlungen – Stand der Dinge | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public Domain

Ungeachtet der Mitte Oktober im norwegischen Oslo begonnenen direkten Friedensgespräche zwischen der FARC und der kolumbianischen Regierung gehen die gewalttätigen Konfrontationen und Schuldzuweisungen zwischen beiden Kräften weiter. Vor allem eine Bombendetonation in der Gemeinde Pradera, bei der 32 Kinder bei einer Halloweenparty verletzt wurden, wird der FARC zugesprochen. In Folge solcher Schuldzuweisungen werden immer wieder Forderungen an die FARC laut, sich zu entwaffnen und eine einseitige Waffenruhe auszurufen. Ein Angebot der FARC an die kolumbianische Regierung, die Waffen während der Friedensgespräche ruhen zu lassen, wurde von der Regierung dos Santos immer wieder ablehnt. Die Regierung versucht die scheinbar derzeitige militärische Schwäche der FARC auszunutzen, um somit eine bessere Verhandlungsposition in den Friedensgesprächen, die Mitte November in Havanna fortgesetzt werden sollen, zu erreichen. Die FARC wird sicherlich in ihrer Situation nicht darauf eingehen ihr militärisches Druckpotential einseitig aufzugeben. Ungeachtet dessen wird in der kolumbianischen Öffentlichkeit – und auch seitens der UN durch den UN-Koordinator in Kolumbien, Bruno Moro – zur Zeit darüber diskutiert, ob neben der allgemeinen Konfliktlösung auch stärker die ländlich-rurale Entwicklung und Landfrage in die Friedensverhandlungen einzubeziehen ist. Genau dies wird vermutlich der Knackpunkt an den Gesprächen, weil abzuwarten bleibt, wie die Regierung dos Santos Reformen in der Landwirtschaft adäquat umsetzen kann – gegen Widerstände der ökonomischen Elite. (Bildquelle: Public Domain)


07. Mai 2012 | Kolumbien: FARC bestätigt Entführung des französischen Journalisten Roméo Langlois | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public DomainAm Sonntag, den 6.5.2012, bestätigte die FARC in einem Videoband offiziell die Entführung des französischen Journalisten Roméo Langlois. Seit neun Tagen wird Langlois bereits vermisst. Der Auslöser dieser Festnahme war ein Anti-Drogen-Einsatz am 28. April 2012 im Verwaltungbezirk Caquetá, wobei mehrere Labore zur Herstellung von Kokain zerstört wurden. Romé Langlois befand sich unter dem kolumbianischen Militär, um diesen Einsatz zu filmen. Während der Auseinandersetzungen wurde der 35-Jährige Roméo Langlois als Kriegsgefangener von der FARC entführt. Langlois wurde dabei an der linken Schulter durch einen Schuss verletzt. Über Twitter bestätigte die FARC, dass der Journalist außer Lebensgefahr ist und verkündigt eine baldige Freilassung. Weiterhin klagt die Organisation die kolumbianische Regierung an, dass diese leichtsinnig mit dem Leben von Langlois umgeht. Der Reporter lebt seit 10 Jahren in Kolumbien und ist als Fachmann der FARC und erfahrener Journalist bekannt. Er arbeitet unter anderem für den französischen Nachrichtensender “France 24” (Bildquelle: Public Domain).


27. Februar 2012 | Kolumbien: Lernt die FARC? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: FARC - Flagge: Public Domain

Die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo) hat gerade verkündet, dass sie bis auf Weiteres keine Entführungen mehr veranlassen will. Über die Bewertung dieser Verlautbarung wird in Kolumbien heftig debattiert. Beispielsweise bewertete die ehemalige Senatorin Piedad Cordoba die Ankündigung der FARC vollends positiv und forderte gleichzeitig die kolumbianische Regierung auf, einen Waffenstillstand mit der FARC abzuschließen. Demgegenüber äußerten sich Präsident Santos und die U.S.A. vorsichtig optimistisch, indem sie die Ankündigung als einen notwendigen, aber nicht hinreichenden Schritt für eine Aufnahme von Verhandlungen erachten. Sie fordern gleichzeitig die FARC auf, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Ob die FARC ihre etwa 420 Geiseln (manche Quellen sprechen sogar von etwa 720 Entführten) tatsächlich freilassen und in Zukunft auf weitere Geiselnahmen verzichten wird, bleibt abzuwarten. Einerseits ist schwer vorstellbar, dass sich die FARC freiwillig einer ihrer wichtigsten, vor allem auch finanziellen, Quelle beraubt – womit die Ankündigung wohl nur rein rhetorischer Natur wäre. Andererseits könnte es jedoch durchaus sein, dass die FARC mit der Ankündigung neuerdings auch vermehrt politische Taktiken in diesem Konflikt verfolgt und die gewalttätigen Strategien – vermutlich auch aufgrund einer militärischen Schwäche – an Attraktivität verlieren. (Bildquelle: Public Domain)


22. Dezember 2011 | Kolumbien, Ecuador: Präsident Santos zu Besuch in Ecuador | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien

Kolumbien, Ecuador: Präsident Santos zu Besuch in Ecuador - Foto: Presidencia de la República del EcuadorIn Quito trafen sich am 19. Dezember 2011 erstmals wieder nach 2008 Vertreter der benachtbarten Länder Ecuador und Kolumbien. Das Treffen zwischen Präsident Rafael Correa und Manuel Santos diente vor allem der Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen. Im Fokus der verschiedenen Abkommen stand die Verbesserung der Flugreisen zwischen beiden Ländern. Die entsprechenden Flugrouten gelten künftig als nationale Flugrouten. Neben dem Treffen zwischen beiden Präsidenten trafen sich auch Fachminister, um über die zukünftige Zusammenarbeit zu beraten. Auslöser für den Abbruch der Beziehungen zwischen den beiden Ländern war im Jahr 2008 die Bombardierung eines Lagers der FARC-Guerilla in Ecuador durch die kolumbianische Armee. Nachdem Santos sein Amt antrat, folgten seit Mitte 2010 erste Annäherungen. Die neu geschlossenen Abkommen sollen nicht nur den Menschen beider Länder zugute kommen, sondern auch den ehemaligen Konflikt endgültig beilegen. Mit seinen Amtsantritt erreichte Santos nicht nur die diplomatische Aussöhnung mit Venezuelas Präsident, sondern auch die Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen mit Ecuador (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


28. November 2011 | Kolumbien: FARC tötet vier Geiseln nach gescheiterter Befreiungsaktion | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Public DomainAm 26.November versetzte die Erschießung von vier seit über zehn Jahren gefangen gehaltenen Geiseln Kolumbien in Aufruhr. Im Morgengrauen des vergangenen Samstags erschoss im Dschungel des Departements Caquetá – im Süden des Landes – die kolumbianische Guerilla FARC drei seit 1997 bzw. 1998 gefangen gehaltene Soldaten und einen seit 1999 festgehaltenen Bürgermeister. Vorausgegangen war ein Befreiungsversuch der Geiseln durch Polizei und Armee. Die seit mehreren Monaten von Elitetruppen und Geheimdiensten vorbereitete Befreiungsaktion scheiterte aber letztlich, da der Zugriff auf die Geiseln in dem schwer zugänglichen Gelände der FARC die Möglichkeit gab, auf den bevorstehenden Angriff der Armee mit der Erschießung der Geiseln zu reagieren. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón verurteilten die Erschießung der Geiseln scharf. Gerade vor dem Hintergrund der Ermordung des FARC-Führers Alfonso Cano am 4. November 2011 lässt sich darüber streiten, ob der FARC mit der Erschießung der Geiseln ein „Achtungserfolg“ gelungen ist. Ganz sicher ist jedoch, dass die FARC mit der Erschießung der Geiseln einer drohenden Schwächung entgegentreten wollte. (Bildquelle: Public Domain)


28. September 2011 | Kolumbien: Keine Spur von Demobilisierung bei den Paramilitärs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolombianer Polizei, Bilquelle: Colombia Indy MediaSeit im Jahr 2005 das Gesetz „Justicia y Paz“ erlassen wurde, besteht der Verbund zwischen paramilitärischen Gruppierungen in Kolumbien, den Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) nicht mehr. Trotzdem existieren etwa 70 Splittergruppen weiter. Allein im Jahr 2010 sollen nach statistischen Angaben etwa die Hälfte der begangenen Morde in Kolumbien auf das Konto von paramilitärischen Gruppen gehen. Die Bacrim, ebenfalls aus den AUC hervorgegangen, operiert in 21 von 32 Regionen und wird derzeit als die wohl mächtigste dieser Gruppen angesehen. Es scheint kein Ende zu geben: auch im Jahr 2011 stoßen die Ermittler auf immer mehr Verbindungen paramilitärischer Gruppen zu wirtschaftlichen und politischen Eliten. Nachdem sich seit März der damalige Parlamentsvorsitzende Miguel Pinedo und der Exparlamentarier Ciro Ramírez vor Gericht verantworten müssen, wurden Anfang September William Alberto Montezuma, der Polizeichef des im Süden gelegenen Nariño und die beiden Exparlamentarier Manuel Ávila, César Andrade und Enrique Doval verhaftet. (Bildquelle: Centro de Medios Independientes de Colombia)


08. September 2011 | Kolumbien: Bauern suchen mehr Aufmerksamkeit von der Regierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Bauern suchen mehr Aufmerksamkeit von der Regierung - Foto: TroskillerBauern aus dem Süden des Departments Bolívar mobilisieren sich und suchen mehr Aufmerksamkeit von der Regierung. Sie fordern die Wiedereinrichtung eines Dialogs am Runden Tisch (Mesa de interlocución) mit der Regierung, um über ihre Probleme sprechen zu können. Die Gewalt und die Präsenz von multinationalen Konzernen, die in der Region Gold fördern, sind die wichtigsten Probleme für die Bevölkerung in diesem Gebiet. Die Bauern weisen darauf hin, dass mehr als 30 Morde von Paramilitärs begangen wurden. Sie protestieren auch wegen der Auswirkungen, die die Goldminen auf die Flüsse haben, gegen die Zerstörung der  Natur in der Region. Angeführt wird die Mobilisierung von der Dialog-Kommission von Bolívar und den Landwirtschafts- und Bergbaukommunen. Der Ombudsmann hat die Notwendigkeit für die Etablierung dieses Dialogs mit der Regierung erkannt und empfielt die Einrichtung eines Runden Tisches (Bildquelle: Troskiller).


03. März 2011 | Kolumbien: Festival des Internationalen Films in Cartagena | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien_Festival Internacional de Cine de Cartagena de las Indias_offizielles Plakat_FICCI_1.jpgIn Kolumbien ging gestern das 51. Festival Internacional de Cine de Cartagena de las Indias zu Ende. Beim ältesten Filmfest Lateinamerikas stellten sich vom 25.2. – 5.3.2011 zwölf Spiel- und neun Dokumentarfilme aus Lateinamerika, den USA und von der iberischen Halbinsel dem Urteil der internationalen Jury, der u.a. der mexikanische Regisseur Arturo Ripstein y Rosen, der schwedische Dokumentarfilmer Fredrik Gertten („Bananas!*“) und Geraldine Caplin angehörten. Der Preis für den besten Spielfilm ging an „Post Mortem“ (Chile), die Geschichte eines Angestellten des Leichenschauhauses in Santiago de Chile, dessen reserviertes, eher apathisches Leben nach dem Militärputsch 1973 aus der Bahn gerät. Auch der Preisträger in der Abteilung Dokumentarfilm beschäftigt sich mit den Traumata des Kontinents: In „Pequeñas voces“ (Kolumbien) berichten Kinder von ihrer Flucht vor dem Bürgerkrieg im Land. Der Animationsfilm ist zudem der erste 3D-Film Lateinamerikas. Prämiert wurden außerdem u.a. der Kurzfilm „Esto es un revólver“ (Kolumbien), Daniel und Diego Vega (Peru) für die beste Regie („Octubre“) sowie Gabino Rodríguez (Mexiko/ „Asalto al cine“) und Claudia Celedón (Chile/ „Gatos viejos“) für ihre schauspielerischen Leistungen. (Bildquelle: FICCI)


27. Januar 2011 | Kolumbien: 20 Bergarbeiter kamen nach Explosion in Mine ums Leben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: 20 Bergarbeiter kamen nach Explosion in Mine ums Leben - Foto: Quetzal-Redaktion, sscZwanzig Bergleute kamen gestern in der Mine La Preciosa, die sich im Gebiet der Gemeinde Sardinata nördlich von Santander befindet, ums Leben. Nach Information der Behörden sind die zwanzig Bergleute infolge einer Explosion und der anschließenden Anreicherung von Kohlenmonoxid in den Stollen gestorben, sechs weitere wurden schwer verletzt. Es konnten bisher die Leichen von vier Opfern geborgen werden. Allerdings sind die anderen sechzehn verschütteten Bergleute noch nicht gefunden. Man schätzt, dass ungefähr achtzig Personen in der Mine La Preciosa arbeiten, die monatlich zirka 3000 Tonnen Kohle abbauen. Im Jahr 2007 gab es bereits eine Explosion in dieser Mine, bei der 32 Personen starben. In Anbetracht dieser Situation wies der Minister für Bergbau und Energie, Carlos Rodado, darauf hin, dass die Mine auf unbestimmte Zeit geschlossen werde. Es ist jedoch nicht das erste schwere Minenunglück in Kolumbien. Im Juni 2010 starben 73 Bergleute bei einer Explosion in der Kohlemine San Fernando in die Gemeinde Amagá, Departement von Antioquia. In der gleichen Gemeinde ereignete sich 1977 zudem die bislang größte Bergbaukatastrophe, bei der 85 Personen ums Leben kamen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


22. November 2010 | Panama / Kolumbien: Politisches Asyl für ehemalige DAS – Direktorin | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Panama

Logo DAS [Departamento Administrativo de Seguridad] (Foto: Public Domain)Über das politische Asyl für die ehemalige Direktorin des kolumbianischen Geheimdienstes DAS [Departamento Administrativo de Seguridad] Maria del Pilar Hurtado, wird, laut der Ankündigung des panamaischen Präsidenten Ricardo Martinelli, bald entschieden werden. Er begründete dies damit, dass Panama gegenüber politisch verfolgten Menschen, ganz gleich welcher Couleur, von jeher sehr liberal gegenüberstand und all jenen politisches Asyl angeboten hat. Dies wird auch, so der Präsident Panamas weiter, nicht zu diplomatischen Konfrontationen zwischen Panama und Kolumbien führen, der am Wochenende mit Juan Manuel Santos, Präsident Kolumbiens, telefonierte. Unterdessen lies die Außenministerin Kolumbiens, Maria Angela Holguin, verlautbaren, dass man sehr wohl über eine diplomatische Protestnote gegenüber Panama bezüglich des Asylantrages Hurtados nachdenke. Maria del Pilar Hurtado, die sich seit Anfang November in Panama aufhält, erwartet in Kolumbien einen juristischen Prozess hinsichtlich ihrer Tätigkeit als Direktorin vom DAS von 2007 bis 2008. In dieser Zeit wird dem Geheimdienst DAS vorgeworfen unter ihrer Führung vor allem Mitglieder des Obersten Gerichtshofes und der Opposition, sowie Journalisten systematisch ausspioniert und bespitzelt zu haben.(Bildquelle:Public Domain)


21. August 2010 | Kolumbien: Verfassungsgericht verwirft Militärabkommen mit den USA | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

US Militärbasen in Lateinamerika / Kolumbien (Karte: Lencer)Knapp zehn Monate nach Zustandekommen eines geheimen Militärabkommens zwischen Kolumbien und den USA, in dem u.a. US-Truppen die Nutzung von mehreren kolumbianischen Militärbasen eingeräumt wurde, hat das Verfassungsgericht des südamerikanischen Landes das Abkommen aus formellen Gründen als verfassungswidrig zurückgewiesen. Darüber hinaus forderte das Gericht, das Abkommen in ein Gesetz zu überführen, welches vom Parlament gebilligt werden muss. Die Vereinbarung, welche noch unter Präsident Uribe ausgehandelt worden war, wurde unter Umgehung des Abgeordnetenhauses auf den Weg gebracht und rief heftige Kritik von anderen lateinamerikanischen Staaten hervor. Das Abkommen wurde auch innerhalb Kolumbiens kritisiert, da es die Souveränität des Landes einschränkt, Angehörigen des US-Militärs rechtliche Immunität verschafft und ihnen die Einreise ohne Papiere erlaubt. Die Außerkraftsetzung der Vereinbarung führt dazu, dass den USA die Nutzung von zwei Militärstützpunkten und die Landung von Militärflugzeugen auf kolumbianischen Zivilflughäfen untersagt ist. Das Abkommen, das am 30. Oktober 2009 unterzeichnet wurde und eine Laufzeit von zehn Jahren hat, dient offiziell dem Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus. Etliche Länder sehen es allerdings als Bedrohung für den Frieden und die Stabilität der Region. Die neue Regierung von Präsident Juan Manuel Santos hat nun ein Jahr Zeit, um die verfassungsmäßigen Anforderungen zu berichtigen und das Gesetz dem Kongress zur Bewilligung vorzulegen. (Bildquelle: Lencer)


05. August 2010 | Kolumbien: Neues großes Infrastrukturprojekt Transversal de las Américas | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbiens Verkehrsprojekt der Transversal de las Americas - Karte: Quetzal-Redaktion / University of AustinDie kolumbianische Regierung hat an den Konzern Vías de las Américas den Zuschlag für den Bau des großen Autobahnprojektes Transversal de las Américas vergeben. Das Angebot der Firma zur Ausführung beläuft sich auf 1 Billion 158 Milliarden Pesos (480 Millionen EURO). Das Staatliche Institut für Konzessionen (Instituto Nacional de Concesiones, INCO) schätzte im Vorfeld die nötigen Investitionen auf 1,6 Billionen Pesos. Insgesamt werden 706 Kilometer Straße entlang der karibischen Küste und durch das Department von Antioquia gebaut. Die Autobahn umfasst fünf Teilabschnitte. Geplant sind zudem sechs Mautstellen. Dem Konzern wird ein Jahr Zeit für die notwendigen Studien beziehungsweise Untersuchungen sowie den Behördenweg eingeräumt, drei Jahre für den Bau der Autobahn, und er erhält für weitere drei Jahre die Rechte an der ausschließlichen Nutzung. Wenn dieses Projekt fertig ist, wird Panama mit Kolumbien und Venezuela verbunden. Außerdem haben die Planungen für eine zweite Hauptverkehrsverbindung begonnen. Dabei geht es um die Schließung der letzten Lücke in der Panamericana, bevor es eine durchgängige Straßenverbindung zwischen Nord- und Südamerika gibt. Einer großer Streitpunkt ist jedoch der Tapón del Darién, ein Regenwaldgebiet im Südosten Panamas und Nordwesten Kolumbiens. Kritiker argumentieren, dass die Durchführung des Bauwerkes eine schädliche Auswirkung für die Umwelt hat. Die Straßenverbindung kann eine schrittweise Abholzung des Regenwaldes ermöglichen und die unkontrollierte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion auf Grundlage einer Karte der University of Texas at Austin).


18. Juli 2010 | Venezuela, Kolumbien: Erneut zunehmende Spannungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Venezuela

Der Ton zwischen Venezuelas Präsident Hugo Chávez und dem kolumbianischen Noch-Präsidenten Álvaro Uribe wird rauer - Foto: Presidencia del EcuadorIn den letzten Tagen der alten kolumbianischen Regierung gewinnt der Konflikt zwischen Venezuela und Kolumbien wieder an Fahrt. Am Donnerstag, dem 15. Juli, wartete der scheidende kolumbianische Präsident Álvaro Uribe mit neuen Anschludigungen und angeblichen Beweisen auf, in denen Venezuela bezichtigt wird, FARC-Rebellen und auch „Guerilleros“ anderer Gruppen Unterschlupf zu bieten. Namentlich sollen sich der FARC-Rebellenführer Luciano Marín Arrango (alias “Ivan Márquez”) und der vermeintliche FARC-Außenminister Rodrigo Granda in Venezuela aufhalten. Erneut wurde diese Debatte von venezuelanischer Seite mit althergebrachten Behauptungen angereichert, US-Kampfflugzeuge hätten die kolumbianisch-venezuelanische Grenze mehrfach in der Nacht in „einer provozierenden Gesinnung“ (Juan José Mendoza, Vorsitzender des Verteidigungskommitees der Nationalversammlung in Caracas) überflogen. Am darauf folgenden Freitag wiederholte und bekräftigte die kolumbianische Regierung ihre Anschuldigungen vom Vortag, indem sie diese bei internationalen Organen, den Vereinten Nationen und der Organisation amerikanischer Staaten (OAS) vorbrachte. Die Reaktion aus Venezuela folgte prompt: Zunächst wurde der Botschafter aus Bogota abberufen, und wenig später beschimpfte Chávez während einer Zeremonie Uribe, den er als „Mafioso“, dem man auch in den letzten Tagen seiner Amtszeit alles zutrauen könne, „weil er voller Hass ist“, betitelte. Die USA zeigten sich ob der angeblichen Unterstützung Venezuelas für kolumbianische Rebellen besorgt und kündigten an, diese Berichte und Anschuldigungen genau zu überprüfen, da sonst Venezuela internationale Verpflichtungen verletzen würde, z.B. jene, terroristische Aktivitäten in ihrem Territorium zu unterbinden, so ein Sprecher des US-Außenministeriums. Kolumbien versucht derweil über eine außerordentliche Sitzung in der OAS, in der diese Anschuldigungen diskutiert werden sollen, den internationalen bzw. amerikanischen Druck auf Venezuela zu erhöhen (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


23. Juni 2010 | Ecuador, Kolumbien: Correa beabsichtigt die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Kolumbien

Ecuador, Kolumbien: Correa beabsichtigt die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarland - Foto: Miguel Romero, Presidencia de la República del EcuadorDer Präsident von Ecuador Rafael Correa hat dem neuen Präsidenten von Kolumbien Juan Manuel Santos zu dessen Wahl gratuliert und drückte seine Bereitschaft aus, weiter an der Normalisierung der bilateralen Beziehungen zwischen beiden Staaten zu arbeiten. Präsident Correa bestätigte gestern in einem Gespräch beim ecuadorianischen Radiosender Caravana in Guayaquil, dass die ecuadorianische Regierung den Willen habe, die diplomatischen  Beziehungen mit der kolumbianischen Regierung wiederherzustellen. Die diplomatischen Beziehungen mit Kolumbien wurden im März 2008 abgebrochen, nachdem die kolumbianische Armee die ecuadorianische Zone Angostura bombardierte. Correa wies zudem darauf hin, dass unter diesen Umständen die Vergangenheit nicht vergessen werden darf, wenn man eine gemeinsame Zukunft errichten will. Juan Manuel Santos war Verteidigungsminister in Kolumbien und zeichnete für die Bombardierung verantwortlich. Deswegen wurde gegen ihn ein Prozess in Ecuador eröffnet. Correa betonte in diesem Zusammenhang, dass durch die Wahl von Santos zum neuen Präsidenten die Situation nun sehr schwierig ist, denn die ecuadorianische Regierung kann nichts machen, weil es sich um eine Einmischung in der judikative Gewalt handeln würde: „Hier sind wir in einem Rechtsstaat, und die Justiz ist unabhängig“, sagte er (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


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