lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Guatemala

23. Januar 2010 | Guatemala: Mord an Rodrigo Rosenberg geklärt – aber viele Fragen offen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Mord an Wirtschaftsanwalt Rodrigo Rosenberg geklärt und viele Fragen offen. Foto: Surizar.Der rätselhafte Mord an dem guatemaltekischen Wirtschaftsanwalt Rodrigo Rosenberg im Mai 2009 ist aufgeklärt: Er hat seinen Killer selbst organisiert. Carlos Castresana, Chef der internationalen Kommission gegen die Straflosigkeit (CICIG) präsentierte in der vergangenen Woche eine überzeugende Kette von Beweisen zu Rosenbergs psychischem Zustand – er hatte u.a. alle seine finanziellen und persönlichen Angelegenheiten vor der Tat geregelt – sowie lückenlose Details dazu, wie Rosenberg eine Bedrohung durch einen Erpresser fingiert hatte, um zwei entfernte Verwandte, die Pharmaunternehmer Valdés Paiz, dazu zu bewegen, eine Killerbande anzuheuern, die den vermeintlichen Erpresser ermorden sollte. Sie wußten laut Castresana nicht, dass es sich bei der Zielperson um Rosenberg selbst handeln würde. Elf der materiellen Täter sind inzwischen in Haft, drei davon als „Kronzeugen“. Die direkten Auftraggeber des Mordes, die Brüder Valdés, haben sich ins Ausland abgesetzt. Präsident Colom, der samt Gattin und Privatsekretär von Rosenberg in einem Video, das rund um die Welt verbreitet wurde, der Schuld an seinem Tod bezichtigt worden war, zeigte sich erleichtert über die Entlastung. Der Präsident bedankte sich wenige Tage später auch bei der Armeeführung für die in Zeiten der Krise gezeigte Loyalität. Die guatemaltekische Gesellschaft bleibt derweil im Skeptizismus gefangen. In einem Land, in dem 98 Prozent der Kapitalverbrechen niemals aufgeklärt werden (2009 gab es fast 6.000 davon), scheint es schwierig, plötzlich an eine „Wahrheit“ zu glauben, die alle Elemente einer „telenovela“ enthält – zumal Teile des städtischen Mittelstandes Rosenberg zu ihrem Helden gemacht und in weißen Hemden gegen den „Schurken Colom“ demonstriert hatten. Die CICIG konnte zwar zeigen, dass die sentimentale Bindung Rosenbergs an die Tochter seines Mandanten Kahlil Musa, Marjorie, zu den Motiven seines selbst geplanten Todes gehörte. Weit schwieriger wird es aber sein, die Hintergründe der Ermordung Musas und seiner Tochter im April 2009 aufzuklären. Hier endet allem Anschein nach die soap opera und es werden mehrere ökonomisch und politisch heikle Felder tangiert –  unter anderem  wohl auch ein Machtkampf zwischen Privatbanken und der in letzter Zeit erstarkten, vom Staat und bäuerlichen Genossenschaften dominierten, Landwirtschaftsbank BANRURAL. (Bildquelle: Surizar)


11. Dezember 2009 | Guatemala: Erstmals ranghoher Militär verurteilt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Erstmals ranghoher Militär verurteilt. Foto: Telesur.Als Fortschritt im Kampf gegen die Straflosigkeit werteten Menschenrechtsorganisationen in dieser Woche das Urteil, das am 3. Dezember  im Fall „El Jute“  gesprochen wurde. Ein ehemaliger Oberst, Marco Antonio Sánchez Samayoa und drei Ex-Paramilitärs wurden wegen des Verschwindenlassens von acht Personen im Jahr 1981 zu 40 Jahren und wegen des illegalen Festhaltens dieser Menschen zu 13 Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Familienangehörige der Opfer aus dem Ort El Jute, die im Prozess als Zeugen ausgesagt hatten, begrüßten das Urteil, forderten aber zugleich, dass aufgeklärt werde, wo sich die sterblichen Überreste der Verschleppten befinden, um sie in Würde begraben zu können. Das Urteil der Strafkammer von Chiquimula ist das zweite wegen gewaltsamen Verschwindenlassens in der Geschichte Guatemalas und das erste gegen einen ranghohen Militär sieht man vom  Fall „Myrna Mack“ ab, in dem ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter verurteilt wurde. Und es eröffnet  weitere Möglichkeiten der Strafverfolgung gegen einige der Verantwortlichen für den guatemaltekischen Massenmord im Zuge der sogenannten „Aufstandbekämpfung“: Das Gericht ordnete nämlich Ermittlungen gegen Ex-Verteidigungsminister Ángel Aníbal Guevara, den ehemaligen Generalstabschef Benedicto Lucas García, sowie weitere damalige Offiziere und Soldaten des Militärstützpunktes in Zacapa an. Nicht zuletzt wegen der Brisanz dieser Ermittlungen befinden sich ZeugInnen, ErmittlerInnen und UnterstützerInnen, wie z.B. die Gruppe für gegenseitige Hilfe (Grupo de Apoyo Mutuo, GAM), in erheblicher Gefahr. Die NGO Einheit zum Schutz von MenschenrechtsverteidigerInnen (UDEFEGUA), die auch selbst immer wieder Bedrohungen ausgesetzt ist, fordert deshalb bessere Schutzmaßnahmen für die Betroffenen durch den Interamerikanischen Gerichtshof und den guatemaltekischen Staat sowie erhöhte internationale Aufmerksamkeit für „El Jute“. (Bildquelle: Telesur_)


27. November 2009 | Guatemala: Baubeginn für Megaprojekt “Franja Transversal del Norte“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Baubeginn für Megaprojekt Franja Transversal del Norte. Foto: Lucia Willems Ramírez.Begleitet von Protesten von Umweltschutzgruppen startete Guatemalas Präsident Álvaro Colom am vergangenen Wochenende den Bau einer mehrspurigen Autobahn quer durch Guatemala. Diese ca. 330 Kilometer lange „Querstrasse des Nordens“ (Franja Transversal del Norte) soll die Atlantikküste mit der mexikanischen Grenze verbinden. Gebaut wird  derzeit von Nentón (Huehuetenango) und vom Ixcán (Quiché) aus. Unmittelbar neben der Autobahn wird das Naturschutzgebiet „Laguna Lachúa“ liegen. Das Ökosystem dieses einzigartigen Karstsees im Regenwald wird damit  – so die Befürchtung von Umweltschützern – unwiederbringlich zerstört. Umwelt- und soziale Organisationen hatten vergeblich davor gewarnt, diesen besonders geschützten Nationalpark nicht zu respektieren. Sie fürchten, dass hier ein Präzedenzfall auch für andere Megaprojekte, u. a. am Izabálsee, geschaffen wird. Während die „Franja Transversal“ vor einigen Jahren noch als Teil eines „trockenen Kanals“ durch den Kontinent im Rahmen des „Plan Puebla Panamá“ gerühmt wurde, wird sie der betroffenen Bevölkerung inzwischen als sogenannter „Entwicklungskorridor“ schmackhaft gemacht.  In den 1970er und 80er Jahren hatte die Zone den inoffiziellen Namen „Streifen der Coroneles“; sie war bekannt für illegale Landnahmen durch Militärs und Unternehmer. Die Finanzierung für das heutige 230 Millionen US-Dollar teure Vorhaben kommt von der Zentralamerikanischen Bank für Ökonomische Integration. Gebaut wird die Franja Transversal von dem israelischen Unternehmen Shikun u’Binui SBI Infrastructures Ltd. (früher: Solel Boneh International), das u.a. an einem großen Wasserkraftwerk in Guatemala, Straßenprojekten in Rumänien und verschiedenen afrikanischen Staaten, und am Siedlungsbau in der West Bank und der Materiallieferung für Mauer-Checkpoints beteiligt ist. (Bildquelle: Lucia Willems Ramírez)


16. Oktober 2009 | Guatemala: Umstrittene Richter vereidigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Treffen zwischen UN Generalsekretär Ban Ki-moon (rechts) und CICIG-Chef Carlos Castresana. Bildquelle: UN Photo by Eskinder Debebe.Nach einer von der guatemaltekischen Zivilgesellschaft und internationalen Beobachtern scharf kritisierten Wahl durch den guatemaltekischen Kongreß wurden die 13 neue RichterInnen des Obersten Gerichtshofs am 14. Oktober für die Zeit bis 2014 vereidigt. Die Internationale Kommission gegen die Straflosigkeit in Guatemala (CICIG) hatte acht von ihnen als ungeeignet eingestuft. Auch in Guatemala selbst waren zahlreiche Einwände wegen geschäftlicher und familiärer Verwicklungen der KandidatInnen, sowie schlechter Amtsführung vorgebracht worden. Guatemaltekische Menschenrechtsgruppen präsentierten überdies eine achtzigseitige Dokumentation, in der Aktionen der betreffenden RichterInnen dokumentiert werden, die Militärs ungerechtfertigt begünstigten, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Prominente Beispiel sind der Fall der außergerichtlichen Hinrichtung des Vorsitzenden der kirchlichen „Wahrheitskommission“ Bischof Gerardi, der Fall des Massakers von „Dos Erres“ oder juristische Blockaden der versuchten Genozidprozesse gegen Ex-Diktator Efraín Rios Montt. CICIG-Chef Carlos Castresana, ein spanischer Jurist, der u. a. als Staatsanwalt im Fall Pinochet internationale Reputation erworben hat, erläuterte dem Kongreß die Einwände der Kommission. Die Mehrzahl der Abgeordneten entschied sich dennoch für die Wahl von sechs der acht inkriminierten RichterInnen. Nach Einschätzung guatemaltekischer Beobachter steht die CICIG, die seit zwei Jahren in Guatemala tätig ist und bereits einige Fälle „mittleren Kalibers“ erfolgreich bearbeitet hat, in nächster Zeit vor der Aufgabe, an den inneren Kern der mafiösen Parallelstrukturen heranzukommen (Bildquelle: UN Photo by Eskinder Debebe).


02. Oktober 2009 | Guatemala: Toter und Verletzte bei Konflikt zwischen Bergbau-Konzern und Qeqchi-Bauern | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Adolfo Ich Xaman (RIP) y Haroldo Cucul durante el 30 aniversario del Comité de Unidad Campesina (CUC), Abril 2008. Foto: Jaime Rodriguez, MiMundo.orgAdolfo Ich Chamán, Grundschullehrer aus La Unión (El Estor) und profilierter Gegner eines der weltweit größten Nickelminen-Projekte (Fénix), fiel am Sonntag, 27. September Schüssen zum Opfer. Nach Aussagen von guatemaltekischen Gewerkschaften, Bauernorganisationen und der nordamerikanischen NGO „Rights Action“ wurde Adolfo Ich vermutlich von Angehörigen des privaten Sicherheitsdienstes der Compañía Guatemalteca de Niquel (CGN), einer 98%igen Tochter der kanadischen HudBayMinerals, erschossen – möglicherweise unter Mithilfe von Pistoleros örtlicher Großgrundbesitzer. Mehrere Bauern aus La Unión wurden, teils schwer, verletzt. Kurz zuvor war ein Versuch der Provinzgouverneurin gescheitert, die Bauern zu überreden, ein Stück Land, das die CGN für sich reklamiert, zu verlassen. Mehrere von dem Bergbauprojekt am Izabalsee betroffenen Qeqchi-Gemeinden hatten am 11. September 2009 den Dialog mit der CGN, der nach gewaltsamen Räumungen in den Jahren 2006 und 2007 etabliert worden war, aufgekündigt und den endgültigen Rückzug des Konzerns gefordert. Die guatemaltekische Presse berichtete Ich sei bei einem „konfusen Zwischenfall“ ums Leben gekommen, in dessen Verlauf „infiltrierte Bandenmitglieder“ in den örtlichen Polizeistation mehrere AK-47 erbeutet hätten. HudBay Minerals Inc. teilt in einer Presseerklärung vom 29.9. mit, CGN-Personal sei angegriffen worden und habe „sehr zurückhaltend und nur in Selbstverteidigung“ gehandelt. Einer der Protestierenden sei „Berichten zufolge“ auf Grund von Verletzungen gestorben, die er sich bei einer Schießerei zwischen den Protestierenden zugezogen habe. „Rights Action“ fürchtet, dass der Überfall eines schwerbewaffneten Killerkommandos auf neun Gemeindeaktivisten aus Nachbargemeinden, die sich mit den Bauern aus La Unión solidarisiert hatten und teilweise ebenfalls Landkonflikte mit der CGN haben, am 28. September mit den Ereignissen vom Vortrag im Zusammenhang stehen könnte. Die Männer waren in einem Kleinbus der NGO unterwegs zu einem Workshop in Cobán. Drei von ihnen befinden sich offensichtlich in kritischem Zustand (Bildquelle: Jaime Rodriguez, MiMundo.org).


13. September 2009 | Guatemala: Parlament verweigert Zustimmung für nationalen Hungersnotstand | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Parlament verweigert Zustimmung für nationalen Hungersnotstand, Präsident Alvaro Colom (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)Letzten Mittwoch (09.09.2009) erklärte der guatemaltekische Präsident Álvaro Colom aufgrund der landesweiten Hungersnöte den nationalen Notstand. Durch diesen Schritt wird die Umschichtung der Haushaltmittel und der Zugriff auf internationale Gelder möglich. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind bis zu diesem Tag (im Jahr 2009) bereits mehr als 460 Menschen, darunter 54 Kinder, verhungert. Gemäß den offiziellen Zahlen von UNICEF sind knapp ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren unterernährt, circa die Hälte gilt als unterentwickelt – Guatemala weist damit die höchsten Quoten in Lateinamerika auf. Kritiker werfen Colom vor, dass dieser die Hungersituation erst jetzt offiziell anerkannt hat. Für ihn bzw. besonders für seine Frau Sandra Torres, welche als mögliche Nachfolgerin auf das Präsidentenamt gehandelt wird und derzeit Vorsitzende des Rates für sozialen Zusammenhalt ist, gilt die Ausrufung des Notstands als politische Niederlage, denn Torres hatte mit verschiedenen Programmen die Bekämpfung des Hungers und der Armut in den Mittelpunkt gerückt. Trotzdessen hat das Parlament am Donnerstag (10.09.2009) seine Zustimmung zum nationalen Notstand, welcher mit der Einschränkung von Grund- und Presserechten sowie der Bewegungsfreiheit einhergeht, abgelehnt. Kommenden Mittwoch (16.09.2009) muss Colom nun erneut im Parlament für eine Zweidrittelmehrheit werben. Die Ursache für die jetzige Hungersnot ist vielfältig. Zwar gibt es genügend Lebensmittel, jedoch können sich Teile der Bevölkerung diese nicht leisten. Deren Preise haben sich zum einen durch die Nutzung der Anbauflächen für die Herstellung von Biodiesel (Palmöl) und Bioethanol (Zuckerrohr), zum anderen durch die Vernichtung von mehr als einem Drittel der Mais- und Bohnen-Ernte aufgrund des Klimaphänomens “El Niño”, erhöht. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)


01. September 2009 | Guatemala: Erstmals Verurteilung von hohem Militär wegen Verletzung der Menschenrechte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Guatemala: Erstmals Verurteilung von hohem Militär wegen Verletzung der Menschenrechte - Bildquelle: TeleSURDer Ex-Militärbeauftragte von Guatemala, Felipe Cusanero, wurde gestern zu 150 Jahren Haft wegen dem erzwungenen Verschwindenlassen von sechs Indigenen zwischen 1982 und 1984 in Chimaltenango verurteilt. Damit schuf man einen historischen Präzedenzfall, weil es das erste Mal ist, dass eine Person in Guatemala wegen „erzwungenem Verschwindenlassen“ verurteilt wurde. Nach Schätzungen der guatemaltekischen Kommission zur Aufklärung der Vergangenheit (Wahrheitskommission) verschwanden 45.000 Personen. Für 80 Prozent der Fälle wird die Armee verantwortlich gemacht (Bildquelle: TeleSUR_).


13. Mai 2009 | Guatemala: Anklage gegen Präsident Colom durch ein postumes Video | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Der sehr bekannte Anwalt Rodrigo Rosenberg, der am Sonntag einem Mordattentat zum Opfer fiel, hat in einem postum veröffentlichten Video den Präsident Álvaro Colom zusammen mit dessen Frau Sandra Colom und dessen Privatsekretär Gustavo Alejos direkt für diese Tat angeklagt. In dem Video, das offenbar erst kurz vor seinem Tod aufgezeichnet wurde, sagte er, dass er Angst um sein Leben habe, weil er als Anwalt den Mordfall am Unternehmer Khalil Mussa und dessen Tochter Marjorie Mussa im April untersuchte. Rosenberg sagte in dem Video weiter, dass der Mord an diesen Personen geschah, weil sie sich an einem Geschäft von Dieben nicht beteiligten wollten und daher nutzlos wurden. Der Vorfall ereignete sich, als Khalil Mussa Vorstandmitglieder der Ländlichen Entwicklungsbank war. Colom hat all diese Anklagen in einer Pressekonferenz zurückgewiesen und er sagte, dass man lediglich versuche, seine Regierung zu destabilisieren.


06. April 2009 | Lateinamerika: Schwarze Schafe auf der Steuerliste der OECD | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Costa Rica, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Guatemala, Noticias Lateinamerika, Noticias Panama, Noticias Uruguay

Lateinamerika: Schwarze Schafe auf der Steuerliste der OECD (Bild: Quetzal-Redaktion, mcm)Auf der heute von der OECD herausgebrachten Liste der Steueroasen tauchen (nicht überraschend) auch einige lateinamerikanische Länder auf. Auf der schwarzen Liste finden sich beispielsweise Costa Rica und Uruguay. Beide Länder haben sich bisher völlig dem internationalen Standard für Informationsaustausch bei Steuerangelegenheiten verschlossen. Uruguay beeilte sich denn auch, schriftlich zu erklären, die OECD-Normen zur Verhinderung von Steuerflucht offiziell einzuführen – und wird daher bald wieder von der Liste verschwinden. Auf der grauen Liste, d.h. bei den Ländern, die den genannten Standard nicht in vollem Umfang umgesetzt haben, stehen die üblichen 38 Verdächtigen, darunter in Lateinamerika neben den berühmt-berüchtigen Cayman-Inseln zudem die Dominikanische Republik, Panama, Guatemala und Chile. (Bild: Quetzal-Redaktion, mcm)


06. März 2009 | Zentralamerika und Karibik: 23. Regierungstreffen im Zeichen der Finanzkrise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Dominikanische Republik, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Zentralamerika und Karibik: 23. Regierungstreffen im Zeichen der Finanzkrise (Bildquelle: University of Texas at Austin)Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IEB), die zentralamerikanischen Länder, Mexiko und die Dominikanische Republik haben sich gestern und heute in Nicaragua versammelt, um die Auswirkungen der Krise in der Weltwirtschaft auf die genannten Länder zu erörtern. Hintergrund des Treffens ist, dass sich in den letzten Monaten sowohl die Auslandsrücküberweisungen (remesas) als auch die Ausfuhren ihrer Waren verminderten. Der Präsident der IEB, Luis Alberto Moreno, sagte: „Die Krise darf uns nicht von unserer Verantwortung für die Zukunft abhalten. Es muss weiter die Bildung, die nachhaltige Entwicklung und die Bekämpfung gegen die Armut verbessert werden.“ Er sagte auch, dass die Erholung der Krise nur langsam wäre, weshalb sich das Wirtschaftswachstum für 2009 auf 0,5% verringere. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


07. Februar 2009 | Guatemala: 3.350 Klagen wegen Menschenrechtsverletzung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Die Regierung Guatemalas hat am 30. Januar insgesamt 3.350 Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen zu Zeiten des blutigen Bürgerkriegs von 1960 bis 1996 eingereicht. Die Einreichung der Klagen fiel auf den 29. Jahrestag eines Polizeieinsatzes am 30. Januar 1980, bei dem in der spanischen Botschaft in Guatemala-Stadt 37 Menschen getötet wurden. Wie Cesar Davila, der Direktor des Nationalen Entschädigungsprogramms (“Programa Nacional de Resarcimiento”, PNR), mitteilte, reichen die Vorwürfe von Vergewaltigung bis zu Massakern. Den Streitkräften und der Polizei in Guatemala wird vorgeworfen, während des langen Bürgerkriegs insgesamt fast 200.000 Menschen umgebracht zu haben. Viele Opfer seien auch spurlos verschwunden. Das Nationale Entschädigungsprogramm befasst sich derzeit mit mehr als 98.000 einschlägigen Beschwerden. Dem Programm stehen umgerechnet gut 30 Millionen Euro für die Hinterbliebenen der Opfer zur Verfügung. (AP)


11. Dezember 2008 | Honduras: Zentralamerika rückt zusammen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias Dominikanische Republik, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Honduras: Zentralamerika rückt zusammen (Bildquelle: University of Texas at Austin)Auf dem Gipfeltreffen des zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) in der honduranischen Stadt San Pedro Sula haben die sieben zentralamerikanischen Staaten (Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama) und die Dominikanische Republik in Reaktion auf die Weltfinanzkrise die Einführung einer einheitlichen Währung beschlossen. Mit dem Ziel die regionale Identiät weiter zu fördern, sollen zudem alle zentralamerikanischen Bürger einen einheitlichen Pass erhalten. In den Bereichen Bildung, Sicherheit und Einwanderung hat man sich auf eine Vereinheitlichung der Gesetzgebung geeinigt. Außerdem haben die teilnehmenden Präsidenten und Vize-Präsidenten einen 41 Punkte zählenden Wirtschaftsplan verabschiedet, der die Auswirkungen der Finanzkrise erfolgreich bekämpfen soll. Dieser Plan sieht unter anderem die Einführung eines regionalen Hilfsfonds für den Landwirtschafts-, Handels- und Dienstleistungssektor vor. Einen Zeitplan für die beschlossenen Maßnahmen gibt es bisher nicht. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


08. September 2008 | Guatemala: Spionage im Palast des Präsidenten Colom | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Schon im Juli hat Álvaro Colom die Vermutung geäußert, dass er ausspioniert werde. Bestätigt wurde dies letzte Woche (04.09.) durch den Fund von sieben Wanzen und zwei versteckten Mikrofonen im Präsidentenpalast. Gleiches gilt aber auch für die privaten Büros von Colom und seiner Ehefrau. Ein Verdächtiger, den Colom für unschuldig hält, gegen den das Gericht aber trotzdem Haftbefehl erlassen hat, ist Carlos Quintanilla. Dieser ist für die Sicherheit im Palast verantwortlich und hat seit Anfang des Jahres seine Macht auch auf die Mitsprache bei Besetzungen von Positionen in der Sicherheitspolitik ausgedehnt. Er hat ebenfalls enge Kontakt zu dem wegen Dorgenhandels verdächtigten Ex-Armeegeneral Luis Francisco Ortega. Colom vermutet jedoch, dass die Mafia für die Spionage verantwortlich ist. Das würde auch erklären, warum an den Ermittlungen das US-amerikanische FBI mitwirkt.


20. August 2008 | Guatemala: Zahl der Abschiebungen aus den USA steigt an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Die Lage der sich illegal in den USA aufhaltenden Guatemalteken hat sich dieses Jahr merklich verschlechtert. Wie aus den Zahlen des Nationalen Büro für Migration in Guatemala (Menamig) hervorgeht, wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits 16.000 illegale Einwanderer in den USA entdeckt und in ihre Heimat abgeschoben. Die Guatemalteken leben in den USA in großer Angst und Besorgnis vor den massiven Razzien in Arbeitsstätten und auf öffentlichen Plätzen. Sollte die Entwicklung anhalten, werden 2008 rund 26.000 Guatemalteken abgeschoben. Das sind 13 Prozent mehr als 2007 (23.062). Die Lage der Rückkehrer ist jedoch schwierig, denn die Re-Integration im Bereich Arbeit und Familie ist nicht einfach. 2007 konnte durch ein Wiedereingliederungsprogramm nur etwa 800 ein Arbeitsplatz vermittelt werden. Von der verschärfung der Maßnahmen gegen illegale Einwanderer sind auch andere Länder Mittelamerikas (u.a. Honduras und El Salvador) betroffen. Zusammen mit Guatemala wurden bisher 45.000 Menschen aus den USA abgeschoben.


24. Juli 2008 | Lateinamerika: Bananenzölle als Knackpunkt der Doha-Welthandelsrunde | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Costa Rica, Noticias Ecuador, Noticias Guatemala, Noticias Nicaragua, Noticias Panama

Lateinamerika: Bananenzölle als Knackpunkt der Doha-Welthandelsrunde (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, wd)Seit sieben Jahren läuft bereits die sogenannte “Doha-Runde”, welche 2001 im arabischen Emirat Katar eingeläutet wurde, um die Liberalisierung des internationalen Handels weiter voranzutreiben. Nachdem die Handelsgespräche mehrmals ausgesetzt wurden, treffen sich nun die 30 wichtigsten Handelsnationen bei der WTO in Genf – zur Rettung der Welthandelsrunde. Vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer, angeführt von Brasilien und Indien, sahen in den von den USA und der EU angebotenen Minderungen der Agrarzölle und Agrarsubventionen zu geringe Zugeständnisse. Im Speziellen geht es jetzt um Einfuhrzölle für Bananen aus Lateinamerika. Das EU Angebot sieht zum 1. Januar 2009 eine Senkung von 176€ auf 150€ je Tonne Bananen vor, welche bis 2015 auf 116€ verringert werden sollen. Lateinamerika, allen voran Costa Rica, Ecuador, Panama, Nicaragua, Guatemala und Bolivien, fordert hingegen im ersten Schritt eine Reduzierung auf 141€ und bis 2014 auf 109€. Zudem wird die Bevorzugung der AKP-Staaten, welche teilweise keine bzw. nur sehr geringe Zölle zahlen müssen, kritisiert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, wd)


28. Juni 2008 | Guatemala: Innenminister Gómez bei Helikopterabsturz ums Leben gekommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Nach Angaben der lokalen Tageszeitung “El Periodico” sind am gestrigen Freitag (27.06.) Guatemalas Innenminister Vinicio Gómez und der stellvertretende Minister für Sicherheit, Edgar Hernández, sowie beide Piloten bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen. Gómez und Hernández waren von der Stadt Flores (Departmento El Petén), wo sie an einer Feier zur Rekrutierung von 82 Polizisten teilgenommen haben, auf dem Weg zurück nach Guatemala-Stadt. Der Hubschrauber vom Typ “Bell 206″, welcher 12:08 Uhr Ortszeit gestartet war, hatte letzmalig 13:13 Kontakt aufgenommen, ehe er 13:30 vollständig vom Radar verschwand. Absturzursache war offenbar schlechtes Wetter. Die Unfallstelle konnte zwar geortet werden, jedoch meldete parallel ein Bauer bereits den Absturz und vier Tote. Bestätigt wurde diese Meldung dennoch erst heute gegen 0:30, als Spezialkräfte die in in dichtem Urwald gelegene Unfallstelle erreichten. Präsident Colom, derzeit auf einem Gipfeltreffen in Villahermosa (Mexiko), zeigte sich bestürzt und kündigte für heute seine Rückkehr an.


14. März 2008 | Guatemala: Colom legt Veto gegen Wiedereinführung der Todesstrafe ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Entgegen der Entscheidung des Parlaments von Guatemala legte Präsident Álvaro Colom sein Veto zur Wiedereinführung der seit 2002 ausgesetzten Todesstrafe ein. Zum einen äußerte Colom verfassungsrechtliche Bedenken, zum anderen befürchtet er Sanktionen internationaler Geldgeber. Aufgrund der hohen Kriminalität in Guatemala genießt die Todesstrafe in der Bevölkerung eine starke Unterstützung. Das Gesetz wird nun erneut dem Parlament vorgelegt.


29. Februar 2008 | Zentralamerika: EU will 2009 Assoziierungsabkommen abschließen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Costa Rica, Noticias El Salvador, Noticias Guatemala, Noticias Honduras, Noticias Nicaragua

Zentralamerika: Europäische Union (EU) will 2009 Assoziierungsabkommen abschließenDie EU geht davon aus, im kommenden Jahr die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit den zentralamerikanischen Staaten Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua abschließen zu können. Beide Seiten wollen erste Angebote über den Handel mit Gütern und Dienstleistungen am 17. März austauschen. Die dritte Verhandlungsrunde soll Mitte April in El Salvador stattfinden. Bis Ende des Jahres sind drei weitere Treffen geplant.


26. Februar 2008 | Guatemala, Panama: bilateraler Freihandelsvertrag unterzeichnet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala, Noticias Panama

Guatemala, Panama: bilateraler Freihandelsvertrag unterzeichnet (Bildquelle: University of Texas at Austin)Mit der Unterzeichnung des Freihandelsvertrages wollen der guatemaltekische Präsident Álvaro Colom und sein panamaischer Amtskollege Martín Torrijos die Wirtschaftsbeziehung der beiden Staaten weiter intensivieren. Bereits jetzt ist Guatemala Panamas stärkster Handelspartner. Jährlich werden Güter im Wert von 120 Mio. US-Dollar zwischen den Ländern gehandelt. Neben der Unterzeichnung des Vertrages gab es auch ein Treffen mit den Führungsspitzen der wichtigsten Unternehmen. (Bildquelle: University of Texas at Austin)


06. November 2007 | Guatemala – Colóm gewinnt Wahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Alvaro Colóm gewann letztes Wochenende den zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen in Guatemala. Er plädierte für einen neuen sozialen Ausgleich, während sein Gegner, Pérez Molina, das Problem der Gewalt mit einer repressiven Innenpolitik bewältigen wollte. Der Sieg Colóms hat somit den Aufstieg eines rechtsextremen Ex-Militärs verhindert.


14. März 2007 | Guatemala – Bush Besuch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Wie schon zuvor in Mexiko, muss sich George W. Bush auch in Guatemala-Stadt, der letzten Station auf seiner Lateinamerikareise, den Protesten der Bevölkerung stellen. Damit scheint sich zu bestätigen, dass das Ziel der Reise, ein Imagegewinn für die Vereinigten Staaten, erst einmal verfehlt wurde.


21. Februar 2007 | Guatemala – Rigoberta Menchú | Kategorie(n): Noticias, Noticias Guatemala

Die Friedensnobelpreisträgerin (1992) und Menschenrechtsaktivistin Rigoberta Menchú kündigte ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im nächsten September an. Sie wäre nicht nur die erste Frau an der Spitze des Landes, sondern auch die erste “Indígena”. Sie versprach, dass ihre Regierung ein “politisches Instrument der Souveränität der indigenen Völker” sein wird.


Seite 2 von 212

top