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Chile: Südlich der Hauptstadt wüten die schlimmsten Brände in der Geschichte des Landes

02. Februar 2017 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: "Brigaden" der CONAF und Freiweillige warten an der Kommandostelle in Pirque auf Anweisungen - Foto: Quetzal-Redaktion, Fernando Codoceo HernándezSeit Mitte Januar wird Chile von unberechenbaren Bränden heimgesucht, die hauptsächlich Wälder der Forstunternehmen (57%), aber auch natives Buschland (22%), native Wälder (18%) und Ackerland (3%) verwüsten. Von der Region Coquimbo bis zur Region Araucanía haben bisher mehr als zwei Hundert Brandherde knapp 400.000 Hektar Land zerstört – seit Anfang der Saison (1. Juli 2016) sind es bereits mehr als 576.000 Hektar, die den Flammen zum Opfer gefallen sind. Das entspricht in etwa einem Viertel der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns. Bisher sind 11 Menschen im Kampf gegen das Feuer gestorben, 6.162 Einwohner sind von den Bränden betroffen und 1.551 Häuser wurden zerstört. Der Ort Santa Olga bei Constitución wurde komplett vernichtet, wird aber bereits mit Hilfe des Staates wieder aufgebaut. Die Löscharbeiten mit rund 20.500 Einsatzkräften leitet die Forstbehörde CONAF, welche vom Militär, freiwilligen Feuerwehrleuten, weiteren staatlichen Behörden sowie Freiwilligen aus Chile und anderen Ländern unterstützt werden. Mehrere Dutzend Helikopter und Löschflugzeuge erleichtern die Löscharbeiten, während parallel dazu Brandschneisen von bereits 382 km mit schwerem Gerät geschlagen worden sind, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Da das extrem trockene Klima sowie die wechselnden Winde die Löscharbeiten erschweren, konnten bisher erst neun Brände vollkommen gelöscht werden, während jedoch noch 148 Feuer weiterhin aktiv, 64 unter Kontrolle sind und 75 zurzeit bekämpft werden. So kann von Entwarnung noch keine Rede sein, wenngleich die Einsatzkräfte auch dank der internationalen Hilfe erste Erfolge erzielt haben. Als Hauptursachen werden von den Behörden neben der anhaltenden Dürre auch Brandstiftung und unachtsames Verhalten angegeben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Fernando Codoceo Hernández).


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