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29. Juni 2017 | Chile: Regierung entschuldigt sich bei den Mapuche | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

noticia_chile_mapuche_Ministerio_Secretaría_General_de_Gobierno„Wir haben als Staat versagt.“ So das Fazit der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet, als sie sich in der letzten Woche bei den Mapuche für alle im Namen des chilenischen Staates begangenen oder von ihm tolerierten „Fehler und Gräuel“ entschuldigte. Bachelet verband mit ihrer Entschuldigung die Ankündigung eines Programms zur Entwicklung der Region Araucanía, welches helfen soll, die wirtschaftliche Situation der Mapuche zu verbessern und die Anerkennung ihrer Kultur und Lebensweise zu garantieren. Wie Indigene in anderen lateinamerikanischen Ländern auch gehören die Mapuche zu den Ärmsten und am schlechtesten Gebildeten im Land. Neben Investitionen in Wirtschaft und Bildung ist jetzt geplant, ihre Sprache, das Mapudungun, offiziell anzuerkennen. Darüber hinaus kündigte die Präsidentin an, bestehende Landkonflikte zu klären. Seit der gewaltsamen „Pazifizierung“ von Araucanía verloren die Indigenen 90 Prozent ihres Landes, dessen Rückgabe sie seit Jahren fordern. Bis heute leben etwa 600.000 Angehörige des indigenen Volkes in traditionellen Gemeinschaften in der Region. Ihr Lebensraum wird in der Gegenwart von der intensiv betriebenen Forstwirtschaft bedroht. Widerstand wird immer wieder kriminalisiert und als Terrorismus behandelt. Sowohl Wirtschaftsverbände aus der Region als auch die Mapuche selbst begrüßen die angekündigten Maßnahmen, weisen aber darauf hin, dass Bachelet nicht mehr viel Zeit hat, ihre Pläne umzusetzen – ihre Regierungszeit endet im März 2018. (Bildquelle: Secretaría General de Gobierno).


03. März 2017 | Chile: Nach den Bränden kommen die Erdrutsche | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Verschmutztes Wasser des Flusses Maipo in Pirque - Foto: Quetzal-Redaktion, csNachdem Chile in den letzten Monaten von verheerenden Wald- und Buschbränden heimgesucht worden war, folgten letztes Wochenende starke Regenfälle und Unwetter in den Anden, welche die nächste Katastrophe auslösten. Zum einen wurde das Wasser des Flusses Maipo verschmutzt, der Großteile der Hauptstadtregion – und damit etwa ein Drittel der chilenischen Bevölkerung – mit Trinkwasser versorgt. In der Folge waren Tausende Kilometer des Leitungsnetzes verunreinigt, so dass (teilweise tagelang) ein paar Millionen Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten waren. Vom Notstand betroffene Schulen, Kindergärten, Büros und Geschäfte blieben aus hygienischen Gründen bis zur Wiederherstellung der Wasserversorgung geschlossen. Bisher konnte das verantwortliche Unternehmen Aguas Andinas die vollständige Leistung nicht wieder herstellen, richtete jedoch sehr zügig mehr als fünfzig mobile Stationen ein, wo an die betroffenen AnwohnerInnen Trinkwasser verteilt wurde. Weiterhin hatten rund achtzig Tausend Menschen in der Hauptstadtregion sowie den Regionen Valparaíso und O’Higgins keinen Strom. Es wurden zahlreiche Straßen blockiert, mehrere Orte in den Anden waren von der Außenwelt abgeschnitten sowie einige Sektoren überschwemmt. Am schlimmsten traf es die Gemeinde San José de Maipo, die erst kürzlich von den Buschbränden betroffen war: Die Hauptzufahrtsstraße der Anden-Gemeinde war zeitweise komplett gesperrt, und es wurden mehrere Personen und Häuser von den Fluten mitgerissen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde ONEMI werden insgesamt 28 Menschen vermisst, nach denen die Behörden mit mehreren Hundert Einsatzkräften suchen. Bisher wurde eine Person verletzt aufgefunden, während für sechs Menschen jede Hilfe zu spät kam. Als Vorsichtsmaßnahme wurden östlich der Stadt San Fernando 235 Menschen evakuiert, die ab Dienstag wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten. Die schlimmste Unwetter sind nach Angaben von ONEMI vorüber, es gibt jedoch noch einige Unwetterwarnungen, weshalb die Behörden weiterhin in Alarmbereitschaft sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).  


02. Februar 2017 | Chile: Südlich der Hauptstadt wüten die schlimmsten Brände in der Geschichte des Landes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: "Brigaden" der CONAF und Freiweillige warten an der Kommandostelle in Pirque auf Anweisungen - Foto: Quetzal-Redaktion, Fernando Codoceo HernándezSeit Mitte Januar wird Chile von unberechenbaren Bränden heimgesucht, die hauptsächlich Wälder der Forstunternehmen (57%), aber auch natives Buschland (22%), native Wälder (18%) und Ackerland (3%) verwüsten. Von der Region Coquimbo bis zur Region Araucanía haben bisher mehr als zwei Hundert Brandherde knapp 400.000 Hektar Land zerstört – seit Anfang der Saison (1. Juli 2016) sind es bereits mehr als 576.000 Hektar, die den Flammen zum Opfer gefallen sind. Das entspricht in etwa einem Viertel der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns. Bisher sind 11 Menschen im Kampf gegen das Feuer gestorben, 6.162 Einwohner sind von den Bränden betroffen und 1.551 Häuser wurden zerstört. Der Ort Santa Olga bei Constitución wurde komplett vernichtet, wird aber bereits mit Hilfe des Staates wieder aufgebaut. Die Löscharbeiten mit rund 20.500 Einsatzkräften leitet die Forstbehörde CONAF, welche vom Militär, freiwilligen Feuerwehrleuten, weiteren staatlichen Behörden sowie Freiwilligen aus Chile und anderen Ländern unterstützt werden. Mehrere Dutzend Helikopter und Löschflugzeuge erleichtern die Löscharbeiten, während parallel dazu Brandschneisen von bereits 382 km mit schwerem Gerät geschlagen worden sind, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Da das extrem trockene Klima sowie die wechselnden Winde die Löscharbeiten erschweren, konnten bisher erst neun Brände vollkommen gelöscht werden, während jedoch noch 148 Feuer weiterhin aktiv, 64 unter Kontrolle sind und 75 zurzeit bekämpft werden. So kann von Entwarnung noch keine Rede sein, wenngleich die Einsatzkräfte auch dank der internationalen Hilfe erste Erfolge erzielt haben. Als Hauptursachen werden von den Behörden neben der anhaltenden Dürre auch Brandstiftung und unachtsames Verhalten angegeben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Fernando Codoceo Hernández).


06. Dezember 2016 | Chile: Um das Thema Einwanderung ist eine hitzige Debatte entbrannt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Stempel der Ausländer- und Migrationsbehörde - Foto: Quetzal-Redaktion, csMit Hinblick auf die zunehmende Zahl der ImmigrantInnen (2015 knapp 480.000) muss sich Chile verstärkt mit der Einwanderung auseinandersetzen. Nachdem sich der ehemalige Präsident Sebastián Piñera vor einigen Tagen zu Wort gemeldet hat, ist das Thema nun jedoch zu einem Politikum geworden. Piñera sagte wörtlich, dass „es naiv und dumm sei, dass Chile seine Türen für jene öffne, von denen wir wissen, dass sie kommen, um Straftaten zu begehen“. So seien „viele der Verbrecherbanden Ausländer“. Senator Manuél José Ossandón hatte sich zuvor ähnlich geäußert. Nach Meinung einiger JournalistInnen sei der fremdenfeindliche Rechtspopulismus damit auch in Chile angekommen. Beide, Piñera und Ossandón, sind zurzeit die aussichtreichsten Kandidaten des Mitte-Rechts-Bündnisses bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr und scheinen aus den Vorurteilen und Ängsten vieler ChilenInnen politisches Kapital schlagen zu wollen. Der Chef der AusländerInnenbehörde Rodrigo Sandoval hingegen sieht die zunehmende Immigration als notwendig für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes an, weshalb es 2015 sogar Visaerleichterungen für AusländerInnen gab. Dass das „Ausländer- und Migrationsgesetz“ aus der Militärdiktatur (1975) aber auch grundlegend aktualisiert werden muss, steht außer Frage. Neben einer offenen Debatte im Parlament hat die amtierende Regierung so bereits eine Gesetzesinitiative gestartet. Einige fordern mehr Restriktionen, andere möchten mehr Visaerleichterungen. Es bleibt abzuwarten, wie das Einwanderungsland Chile mit der neuen Herausforderung umgehen wird (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


24. Oktober 2016 | Chile: Kommunalwahlen setzen deutliches Zeichen gegen die Regierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile_Kommunalwahl - Bild: Richard EspinozaBei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag hat die chilenische Bevölkerung landesweit über ihre Bürgermeister und Stadträte abgestimmt. Während das Ergebnis für das Oppositionsbündnis Chile Vamos (ein Verbund von Parteien aus dem zentralen und rechten Spektrum) einen Erfolg darstellt, musste das Regierungsbündnis Nueva Mayoría (ein Zusammenschluss aus Parteien des zentralen und linken Spektrums) herbe Verluste einstecken. Letzten Auszählungen zufolge erhielt Nueva Mayoría  insgesamt 36,36% der Stimmen und stellt damit 139 Bürgermeister; bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2012 waren es noch 167. Vamos Chile wurde dagegen mit 38,56% zur stärksten Kraft gewählt und darf damit 143 Bürgermeister stellen (im Jahr 2012 waren es lediglich 121). Unabhängige Kandidaten erhielten insgesamt 17,3% der Stimmen und stellen 53 Bürgermeister. Neben dem insgesamt niedrigen Ergebnis ist für Nueva Mayoría besonders der Verlust der Hauptstadt Santiago de Chile bitter. Zwar bildet diese nur die fünftgrößte Gemeinde, dennoch besitzt diese Entwicklung einen politischen Symbolcharakter. Die Wahlbeteiligung war, wie bereits zuvor befürchtet, äußerst gering und belief sich auf 34%. Damit wurden die 43% aus dem Jahr 2012 noch einmal unterboten. Die Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, sehe in diesem Ergebnis keineswegs einen Ausdruck des generellen politischen Desinteresses. Für sie sei es eher ein Ausdruck des Ärgers über eine fehlende Rechtschaffenheit, fehlende Ideen und fehlende Neuerungen seitens der politischen Führung. Diese Kommunalwahlen könnten als ein Zeichen für die im November 2017 stattfindenden Präsidentschaftswahlen gedeutet werden. (Bild: Richard Espinoza)


05. Mai 2016 | Chile: Fischereiindustrie ist von „El Niño“ stark betroffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Fischereiindustrie ist von „El Niño“ stark betroffen - Foto: Cristián Becerra AbarcaDas Klimaphänomen „El Niño“ des vergangenen Jahres hatte starke Auswirkungen auf die Fischereiindustrie in Chile. Das Ansteigen der Algenblüten (red tide) im Süden Chiles (v.a. vor Aysén und Los Lagos) brachten die Fischerei praktisch zum Erliegen. Die toxischen Algen vergiften die Fische und Meeresfrüchte – und können auch zur Vergiftung von Menschen führen. Die Regierung hat eine Gesundheitswarnung ausgegeben und die Region Lagos zum Katastrophengebiet erklärt, wobei die Fischerei von Meeresfrüchten verboten ist. Sie hat den Fischern Entschädigungen von 100.000 chilenischen Pesos (zirka 130 Euro) angeboten. Diese Ankündigung führte allerdings zum Protest der Fischer, die eine Erhöhung der Zahlungen auf 300.000 chilenische Pesos (zirka 390 Euro) fordern. Von den Algen ist auch die chilenische Lachsindustrie, die zweigrößten weltweit, betroffen. Es wird mit einem Produktionsrückgang von 20% für dieses Jahr gerechnet, was nach Angaben der Industrie und Regierung ungefähr einen Verlust von 800 Millionen US-Dollar bedeutet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Cristián Becerra Abarca).


28. April 2016 | Chile: Auswärtiges Amt gibt Archive über „Colonia Dignidad“ frei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ehemaliger Lebensmittelladen "Kaffee Morgentau" der Colonia Dignidad in Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, csIm Rahmen der Vorführung des Films „Colonia Dignidad – Es gibt kein zurück“ über die gleichnamige chilenische Sektensiedlung verkündete Außenminister Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Dienstag die Öffnung eines Teils der Archive zu diesem Thema. Die rund vier Hundert Aktenbände aus den Jahren 1986 bis 1996 dokumentieren die Rolle der damaligen westdeutschen Diplomatie bei den diversen Verbrechen der Colonia Diginidad. Damit verkürzte Steinmeier die Sperrfrist der Akten um 10 Jahre, während die Frist der übrigen Unterlagen bis 1986 bereits abgelaufen ist. Nachdem die deutsche Regierung bisher eher passiv und intransparent mit dem Thema umgegangen ist, kann dieser Schritt als ein Kurswechsel angesehen werden. Opfer und MenschenrechtlerInnen beklagen allerdings, dass das Auswärtige Amt nicht auch die Archive nach 1996 zugänglich gemacht hat und dass dieser hauptsächlich symbolische Schritt nur auf die Unterlagen des Auswärtigen Amts beschränkt bleibt. Immerhin hat die westdeutsche Botschaft nicht nur weggeschaut und kaum etwas für den Schutz ihrer StaatsbürgerInnen unternommen – sie hat sogar geflohene Sektenopfer wieder an die Kolonie ausgeliefert. Bis heute hat der deutsche Staat zugelassen, dass einerseits viele der TäterInnen aus der Colonia unbehelligt in Deutschland leben, während er andererseits den Opfern bisher keine substantielle Hilfe zukommen ließ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


18. September 2015 | Chile: Nach einem gewaltigen Erdbeben bleiben die Folgen vergleichsweise gering | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Folgen des Tsunamis in San Antonio 2010 - Foto: Atilio LeandroAm vergangenen Mittwoch um kurz vor acht Uhr abends bebte in Chile erneut die Erde. Die sechststärkste Erschütterung in der Geschichte des Landes von 8,4 auf der Richterskala war im gesamten Land, ja sogar noch in Teilen Argentiniens und Brasilien, wahrzunehmen. Das Epizentrum des Bebens befand sich in der vierten Region Coquimbo (gut 200 km nördlich der Hauptstadt Santiago), welche demnach am stärksten unter den Folgen litt. Neben einem Stromausfall in der gesamten vierten Region hatte die gewaltige Wucht des Erdstoßes zahlreiche Beschädigungen an Gebäuden sowie Blockaden von Straßen durch Geröll und Schlamm zur Folge. Einige – besonders ländliche – Gebiete sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten; vielerorts gibt es immer noch kein fließend Wasser. Zeitweise wurden eine Million Menschen an der gesamten chilenischen Küste von Arica bis Punta Arenas aufgrund von Tsunami-Gefahr evakuiert. Nachdem sich das Meer von den Stränden zurückgezogen hatte, kehrte es kurz darauf mit bis zu 4,5 m hohen Wellen zurück. Das Wasser drang in einigen Küstenorten in die Innenstädte vor und manövrierte sogar einige Schiffe vom Hafen an die Ortsränder. So wurden in den Küstenorten Coquimbo, Concón und Tongoy, aber auch in einigen weiteren Häfen größere Schäden angerichtet. In Folge des Bebens sind mindestens zwölf Menschen gestorben. Weiterhin werden fünf Menschen vermisst. Bisher gab es mehr als 200 Nachbeben, zwei davon noch mit einer Stärke von mehr als 7 auf der Richterskala. Mittlerweile haben die Aufräumarbeiten begonnen. So hatten sich die ChilenInnen wohl kaum die heute beginnenden Nationalfeiertage vorgestellt (Bildquelle: Atilio Leandro_).


25. Juni 2015 | Chile: Die Hauptstadtregion ruft vorübergehend den Umwelt-Notstand aus | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Smog erreicht die Vororte von Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, csNachdem die Smogwolke über Santiago de Chile immer größer geworden ist, rufen die Behörden seit vergangenem Donnerstag verschiedene Umwelt-Warnstufen aus: nach mehreren Tagen des Alarms und des Vornotstands gipfelte die Smogbelastung am vergangenen Montag im ersten Umweltnotstand seit sechzehn Jahren. Seit gestern geben die Behörden eine vorsichtige Entwarnung und rufen wieder die niedrigste Warnstufe (Alarm) aus. Je nach Warnstufe werden verschiedene Maßnahmen durchgesetzt: Neben Fahrverboten für Autos, Verboten der Nutzung der weitverbreiteten Heizöfen und landwirtschaftlicher Feuer, dem kompletten Abschalten umweltbelastender Betriebe, empfehlen die Behörden das Aussetzen vom Sportunterricht an den Schulen und das Vermeiden von sportlichen Aktivitäten im Freien. Zudem bietet das Umweltministerium eine Smog-App an, welche die BürgerInnen über die aktuelle Warnstufe, die Maßnahmen und die Luftqualität informiert. Langfristig können diese akuten Maßnahmen jedoch kaum das hauptsächlich im Winter auftretende Smog-Problem lösen. In der Hauptstadtregion leiden viele Menschen aufgrund der schlechten Luftqualität an Herz-Lungen-Erkrankungen, Asthma, Bronchitis sowie an Halsschmerzen und Hauterkrankungen. Aktuell wird die Luftverschmutzung durch den anhaltenden Regenmangel, die unzureichende Luftzirkulation im Santiago-Becken und die relativ milden Temperaturen verstärkt. Der Smog vermag jedoch kaum die euphorische Stimmung der ChilenInnen zu trüben; denn die SüdamerikanerInnen tragen dieses Jahr nicht nur die Fußball-Südamerikameisterschaft der Männer aus, sondern haben sich gestern auch in einem intensiven Spiel gegen eine starke uruguayische Mannschaft als erstes Team für das Halbfinale qualifiziert – und träumen nun vom ersten Copa-Amércia-Sieg (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


07. Mai 2015 | Bolivien, Chile: Beide Länder verhandeln vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Chile

Chile/Bolivien/Peru: Karte des von Peru und Bolivien verlorenen Territoriums  während des Salpeterkriegs - Foto: KeysangerWährend Ernesto Samper, der Sekretär der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), über die Notwendigkeit der Vereinigung der Länder der Region spricht, bringen Bolivien und Chile ihre Territorialkonflikte jetzt vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Im Jahre 1884 ging der fünfjährige „Salpeterkrieg“ zwischen Chile einerseits sowie Bolivien und Peru andererseits zu Ende. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags von 1904 zwischen Chile und Bolivien verlor letzteres Land 120.000 Quadratkilometer Territorium und damit 400 Kilometer Küste. Nach mehr als einem Jahrhundert reklamiert Bolivien beim Internationalen Gerichtshof eine Revision der territorialen Verluste mit der Hoffnung, den Zugang zum Pazifik wiederzuerlangen. Bolivien argumentiert, Chile habe gegen die Klauseln des von ihm selbst vorgeschlagenen Vertrags verstoßen. Die chilenische Delegation legt heute ihren Standpunkt in dieser Frage vor Gericht dar; danach wird noch in dieser Woche eine zweite Diskussionsrunde stattfinden. In den nächsten Monaten wird der Gerichtshof endgültig entscheiden, ob er für diesen Fall zuständig ist (Bildquelle: Keysanger_).


24. April 2015 | Chile: Überraschender und spektakulärer Ausbruch des Calbuco | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ausbruch des Calbuco im April 2015 - Foto: AeveraalNach mehr als 42 Jahren Inaktivität und ohne vorherige Anzeichen ist am Mittwoch der Vulkan Calbuco in der Nähe der Stadt Puerto Montt im Süden Chiles zweifach ausgebrochen. Die Eruptionen hatten eine rund 20 Kilometer hohe Asche- und Lavawolke zur Folge. Da sich auch Gase in dem Gemisch befanden, konnten BeobachterInnen spektakuläre Explosionen bestaunen. Die von dem Ereignis am stärksten betroffene Ortschaft Ensenada ist unter einer bis zu 35 cm hohen Asche- und Lavaschicht begraben. Die Aschewolke war noch aus 100 km Entfernung zu sehen und hat bereits ihren Weg über die Anden nach Argentinien gefunden. Gestern bildete sich zudem ein neuer Krater in der Nähe der Ausbruchstelle. Die Behörden evakuierten rund 4.500 Menschen in einem Umkreis von 20 Km, während Präsidentin Bachelet in der Region den Ausnahmezustand ausrief. Da ein Großteil der Bevölkerung vor Ort von der Landwirtschaft lebt, verloren zahlreiche Betroffene ihre Ernten und teils ihr Vieh. Die Polizei ist neben der Evakuierung damit beschäftigt, Menschen aus unzugänglichen Regionen zu bergen. Der Flughafen von Puerto Montt wurde komplett geschlossen. Weiterhin treten Gase aus, und es bleibt abzuwarten, ob es nicht noch zu einer weiteren – und stärkeren Eruption kommt. In Chile gibt es 90 aktive Vulkane, von denen der Calbuco zu den drei gefährlichsten zählt (Bildquelle: Aeveraal_).


31. März 2015 | Chile, Peru, Ecuador: Naturgewalten haben pazifischen Süden fest im Griff | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Ecuador, Noticias Peru

Chile: Folgen der Überschwemmungen März 2015 - Foto: Chris Walker GutiérrezNach tagelangen sintflutartigen Regenfällen zu Beginn der letzten Woche kam es im Norden Chiles, in mehreren Teilen Perus sowie in ganz Ecuador zu Überschwemmungen, Sturzfluten und Erdrutschen. In allen drei Ländern wurden ganze Ortschaften von den Fluten und dem Schlamm zerstört oder von der Außenwelt abgeschnitten. Unzählige Straßen mussten gesperrt werden, und vielerorts fiel der Strom aus. Weiterhin gibt es in vielen Gebieten nicht genügend Trinkwasser, und zahlreiche Personen bleiben weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Das Ausmaß der Katastrophe ist vor allem auf die ungewöhnlich starken Regenfälle in den Höhenlagen der Anden zurückzuführen. Die daraus resultierenden Wassermassen flossen als Sturzflut in die tieferliegenden Gebiete und sorgten zusammen mit dem heftigen Regen in den betroffenen Ortschaften für Überflutungen. In Ecuador ist neben den Provinzen Cotopaxi, Pichincha, Santo Domingo, Esmeraldas und Los Ríos im Nordwesten vor allem die Region Loja im Süden des Landes betroffen. Dort verloren am vergangenen Freitag neun Menschen nach einem Erdrutsch ihr Leben. Insgesamt sind bisher mindestens 25 Menschen durch die heftigen Unwetter und Erdrutsche gestorben. Peru seinerseits leidet seit Anfang des Jahres unter heftigen Regenfällen, die bisher mindestens neun Menschen das Leben kosteten. Während es östlich der Hauptstadt in der Gemeinde Chosica zu einem Erdrutsch kam, verwandelten sich die Straßen Moqueguas in reißende Flüsse, die zahlreiche Häuser überfluteten. Bisher sind in Peru mindestens 2.000 Häuser von den Folgen dieses extremen Wetters betroffen. In einer der trockensten Gegenden der Welt, der Atacama-Region im Norden Chiles, fiel innerhalb weniger Tage so viel Regen wie seit 80 Jahren nicht mehr. In den Regionen Atacama, Antofagasta und Coquimbo kam es zu Sturzfluten und heftigen Überschwemmungen. Dem Katastrophenamt ONEMI zufolge sind in Chile bisher 17 Menschen gestorben. 20 Personen werden weiterhin vermisst. In einigen Gebieten wurde der Notstand ausgerufen; in der Atacama-Region verhängte die Regierung sogar eine nächtliche Ausgangssperre, um Plünderungen zu vermeiden. Insgesamt sind ca. 26.000 Menschen von der Katastrophe betroffen, von denen knapp 6.000 in Notunterkünften untergebracht worden sind. Gut 100 Häuser sind komplett zerstört, mehr als 570 haben größere Schäden zu beklagen. Nach fünf Tagen ohne Nahrung und Wasser gelang es der Polizei 13 Minenarbeiter aus einer Mine in Tierra Amarilla zu befreien. Es wird noch Monate dauern bis die Schäden in den drei Andenstaaten weitestgehend behoben werden können. Insbesondere auch die Landwirtschaft wurde stark getroffen und dürfte einen Millionenschaden davontragen. Doch nicht nur der Norden Chiles ist zurzeit den Naturgewalten ausgesetzt. Seit Monaten wüten Waldbrände in der Hauptstadtregion sowie in den Regionen Valparaíso, Maule, Los Lagos, Bio-Bio und Araucanía, von welchen die letzten zwei am meisten betroffen sind. Nach Angaben der Fortbehörde CONAF hat die Feuerwehr 44 Brandherde, die ein Gebiet von ca. 15.500 ha Wald betreffen, noch immer nicht unter Kontrolle. Insgesamt hat die chilenische Behörde für den Zeitraum ab 2014 4.449 Waldbrände gezählt, die eine Fläche von mehr als 100.000 ha Wald vernichtet haben. Neben der langen Dürreperiode dieses Jahr wurden die Brände vor allem durch unachtsames Verhalten von einzelnen Personen verursacht, etwa durch das Wegwerfen einer Zigarette. Knapp 30% der Brände wurden jedoch vorsätzlich entfacht. Neben der Forstbehörde und der Feuerwehr wurde auch das Militär zum Löschen der Brände abgestellt. Das im Februar dieses Jahres ebenfalls von heftigen Waldbränden heimgesuchte Argentinien (in der Region Chubut auf einer Fläche von circa 40.000 Hektar) sandte zur Unterstützung weitere Helikopter, um die Brände in unzugänglichen Gebieten unter Kontrolle zu bringen (Bildquelle: Chris Walker Gutiérrez).


19. März 2015 | Chile: Der Vulkan Villarrica zeigt neue Aktivität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Vulkan Villarrica - Foto: ogwenDie chilenische Vulkan Villarrica, der sich an der Grenze zu den Regionen Araucanía und Los Ríos befindet, gehört zu den aktivsten Vulkanen im Land. Bereits Anfang dieses Monats spuckte der fast 3000 m hohe Koloss Lava und Aschewolken in die Luft aus. Die Oberseite des Villarrica wird von einer etwa 40 Quadratkilometer langen Gletscherkappe bedeckt. Droht diese abzuschmelzen, wären Tausende von Menschen in Gefahr, da Überschwemmungen und Schlammlawinen die Folgen wären. Nach Aussage des Nationalen Dienstes für Geologie und Bergbau Chiles (SERNAGEOMIN) zeigt der Vulkan jetzt wieder eine erhöhte Aktivität, die Explosionen und Asche-Emissionen erzeugen können. Es wurde die Alarmstufe orange ausgerufen, was bedeutet, dass der Vulkan eine Phase erhöhter Erregung erreicht hat, die zu einer Phase größerer Instabilität fortschreiten kann. Ähnlich wie am 3. März könnte wieder die eruptive Phase erreicht werden. Aus diesem Grund wurde eine Sperrzone von 5 Kilometern um den Krater verfügt, in der jeglicher Aufenthalt verboten ist (Bildrechte: ogwen_).


10. März 2015 | Chile: Ein Korruptionsskandal folgt dem nächsten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Carlos Alberto Délano und Sebastián Dávalos - Fotos: tu Foto con el Presidente und Gobierno de ChileNachdem gestern der Prozess gegen zehn Manager der drei größten Apotheken-Ketten Ahumada, Cruz Verde und Salcobrand begonnen hat, weil diese zwischen 2007 und 2010 massiv die Preise ihrer Medikamente und anderer Produkte abgesprochen hatten, hat Chile nun noch zwei weitaus gravierendere Korruptionsskandale aufzuarbeiten. Zum einen werden einige PolitikerInnen vor allem der rechtskonservativen Partei Unión Democrática Independiente (UDI) beschuldigt, ihre Wahlkampagnen illegal finanziert zu haben. In diesen Fall sind hochrangige PolitikerInnen wie (ehemalige) SenatorInnen, ehemalige Minister der Regierungen Bachelet und Piñera sowie ehemalige Hauptstadtbürgermeister verwickelt. Es wird vermutet, dass sie während ihrer Wahlkämpfe illegal Gelder der Holding Penta erhielten. Diese ihrerseits wird zudem des Steuerbetrugs und der Bestechung beschuldigt. Nach der Aufnahme des Gerichtsverfahrens gegen die Penta-Gruppe am vergangenen Mittwoch wurden am Samstag sechs der zehn Angeklagten in Untersuchungshaft genommen, weil sie „eine Gefahr für die Gesellschaft“ darstellen. Unter ihnen befinden sich die beiden Firmeninhaber Carlos Alberto Délano und Carlos Eugenio Lavín sowie der ehemalige Staatssekretär Pablo Wagner. Zum anderen wurde kurz danach bekannt, dass auch der Sohn der Präsidentin Michelle Bachelet, der bis zu diesem Eklat „First Gentleman“ Chiles war, in einen Korruptionsfall verwickelt ist. Seine Frau Natalia Compagnon soll einen Kredit von fast 10 Millionen Euro vom zweitgrößten chilenischen Geldinstituts Banco de Chile für einen Kauf von Land erhalten haben. Dabei hat das Unternehmen Compagnons keinerlei Sicherheit bieten können. Nachdem sich jedoch Bachelets Sohn Sebastián Dávalos mit dem Inhaber der Bank – und reichstem Mann Chiles – getroffen hatte, wurde Compagnon der Kredit gewährt. Compagnon verdiente anschließend mit dem Weiterverkauf des Grundstücks fast 3,7 Millionen Euro. Damit ist nicht nur die Wirtschaftswelt von den Korruptionsskandalen betroffen, sondern auch die Politik – womit das ohnehin schon geringe Vertrauen der ChilenInnen in die politischen Eliten des Landes weiter gesunken ist (Bildquelle:  Gobierno de Chile_ und tu Foto con el Presidente_).


12. September 2014 | Chile: Erneuter Bombenanschlag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Carabineros sind Teil der Streitkräfte, Foto: Quetzal-Redaktion, csDer erste Anschlag erfolgte am Montag, den 08.09.14, in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Dort wurde die Bombe in einem Papierkorb in der U-Bahn-Station Escuela Militar deponiert. Es wurden 14 Menschen leicht verletzt.  Der Sprengsatz wurde aus einem Feuerlöscher und einem Zeitzünder hergestellt und ähnelt der Bombe, die im Juli in einem U-Bahn-Waggon detonierte. Am darauffolgenden Dienstag ereignete sich dann wieder eine Explosion. Diesmal in einem Supermarkt der Kette Tottus in der Stadt Viña del Mar, die 125 Kilometer westlich von Santiago gelegen ist.  Die Anzahl der Verletzten war wesentlich geringer als beim ersten Anschlag. Eine Frau musste mit einem Gehörtrauma ins Krankenhaus gebracht werden. Laut Quellen bestand die Bombe aus einer Kunststoff-Flasche mit explosivem Material, Münzen und anderen Metallgegenständen sowie Salzsäure im Inneren. Die Täter konnten bislang nicht gestellt werden, doch wird davon ausgegangen, dass die Attentate auf anarchistische Gruppen zurückgehen. Inzwischen musste die Polizei weiteren 18 Bombenalarmen in verschiedenen Teilen von Santiago nachgehen, die sich jedoch alle als falsch erwiesen. Chile galt als eines der sichersten Länder in Lateinamerika, doch gibt es allein in diesem Jahr bisher 30 ungelöste Bombenanschläge. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei stehen nach den erneuten Angriffen unter heftiger Kritik. Die Regierung von Michelle Bachelet geht von einem Terrorakt aus und will zusammen mit der Opposition ein politisches Bündnis zur Bekämpfung des Terrorismus eingehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


24. Juni 2014 | Chile: Regierung lehnt das umstrittene Mega-Staudammprojekt HidroAysén ab | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: 'ChaoHidroaysen' - Foto: Consejo de Defensa de la Patagonia ChilenaAm 10. Juni – knapp sechs Jahre nach Beginn des Genehmigungsverfahrens – verwarf der chilenische Ministerrat die Pläne für das Staudammprojekt des Joint-Venture Endesa-Colbún. Das Unternehmen wollte fünf Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 2.750 Megawatt in der südchilenischen Region Aysén bauen, die insgesamt zwanzig Prozent des chilenischen Strombedarfs hätten decken können. Die MinisterInnen begründeten ihre Entscheidung mit potenziellen Umweltschäden, gravierenden Fehlern bei der Planung des Projekts und der fehlenden Einbeziehung der Bevölkerung. Obwohl Endesa-Colbún noch gerichtlich gegen die Ablehnung durch den Ministerrat vorgehen kann, feierten die HydoAysén-GegnerInnen im ganzen Land. Diese hatten sich im Laufe der jahrelangen Massenproteste unter dem Motto „Patagonien ohne Staudämme“ zusammengeschlossen und die vergangene Regierung unter Sebastián Piñera stark unter Druck gesetzt. Denn die rechtskonservative Regierung hatte Hidro-Aysén im Mai 2011 grünes Licht gegeben. Daher beruht die aktuelle Entscheidung der neuen Regierung unter Präsidentin Michelle Bachelet wohl vielmehr auf politischen denn auf fachlichen Argumenten. Schließlich hat die Regierung noch einige Mammutprojekte wie die Bildungs-, Steuer- und Verfassungsreformen vor sich, für welche sie die Unterstützung der Bevölkerung hinter sich wissen will (Bildquelle: Consejo de Defensa de la Patagonia).


11. April 2014 | Chile: Fischer nehmen nach Tsunami-Katastrophe die Arbeit wieder auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Fischereischiffe, Foto: Cristián Becerra AbarcaDie Präsidentin Michelle Bachelet rief als Folge des Erdbebens und des davon ausgelösten Tsunamis vom vergangenen Dienstag die Minister zusammen. Innerhalb von 24 Stunden verabschiedete der Kongress eine Übergangsregelung, die der Fischerei in den betroffenen Regionen Arica, Parinacota und Tarapacá eine schnelle Wiederaufnahme des Fischfangs ermöglichen soll. Gesetzliche Richtlinien für die Fischerei sollen dafür gelockert sowie Unterstützung bei der Reparatur oder Ersetzung beschädigter Boote zugesichert werden, so Luis Felipe Céspedes, Minister für Wirtschaft, Entwicklung und Tourismus im chilenischen Parlament. Die Fischerei in Iquique beklagte dabei einen immensen Schaden ihrer Flotte. Die Mehrzahl der Schiffe sei verschwunden oder zerstört. Das Bild gleiche einem Meer von schwimmendem Holz. Die Lebensgrundlage der Fischer sei dadurch zerstört, und sie wären auf die Hilfe der Regierung angewiesen. Bereits im Jahr 2010 erfasste ein Erdbeben die zentrale Region Chile und löste einen Tsunami aus. Dabei starben ca. 500 Menschen, und es entstand ein erheblicher Sachschaden. Die freigesetzte Energie des Bebens war so stark, dass sogar die Rotation der Erde beeinflusst wurde und jener Tag um einen Bruchteil einer Sekunde verkürzte. Das weltweit stärkste Beben mit der Größe 9,5 ereignete sich ebenfalls in Chile im Jahr 1960. Mehr als 5.000 Menschen wurden damals getötet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Cristián Becerra Abarca)


20. März 2014 | Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter - Bild: © OECDDer am vergangenen Dienstag erschienene OECD-Bericht „Gesellschaft auf einen Blick“ weist den beiden lateinamerikanischen OECD-Mitgliedern Chile und Mexiko quasi die rote Laterne zu. Bei einer Vielzahl der erfassten sozialen Indikatoren schneiden diese beiden Ländern sehr schlecht ab. So ist Chile das Land mit der höchsten Einkommensungleichheit. Der Gini-Index in dem südamerikanischen Land liegt bei 0,5, in Mexiko, das auf dem vorletzten Platz liegt, bei 0,47. Im OECD-Durchschnitt beträgt der Index 0,39. Mit 4.800 US-Dollar haben die Mexikaner das niedrigste jährliche Durchschnittseinkommen (OECD-Durchschnitt: 20.400 USD). 38% von ihnen verdienen nicht genug, um sich ausreichend Lebensmittel zu kaufen. In Chile betrifft das gut ein Viertel der Bevölkerung. Kein OECD-Mitglied gibt so wenig Geld für Sozialausgaben aus wie Mexiko, gerade einmal 7% werden für soziale Unterstützungen aufgewendet. In Chile sind es nur 3% mehr. Mexiko ist in der OECD-Gruppe zudem eines der wenigen Länder ohne Arbeitslosenversicherung (Bildquelle: © OECD_).


15. März 2014 | Chile: Michelle Bachelet – Eine besondere Frau geht ihren nicht gewöhnlichen Weg | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ex-Präsidentin Michelle Bachelet im Jahr 2012 - Foto: Ricardo Stuckert, AgenciaBrasilMichelle Bachelet ist erst am 11.03.2006 ins Blickfeld vieler gerückt, als erste Frau im chilenischen Präsidentenamt. Politisch aktiv ist sie sehr viel länger. Und ihre Biographie ist geprägt durch die Entwicklungen, Brüche und Widersprüche des Chile der letzten 50 Jahre. Ein wichtiger Punkt war ihr Eintritt in die Sozialistische Partei nach ihrer Rückkehr nach Chile im Jahr 1979. Eine besondere Wegmarke ist ihre Ernennung zur Gesundheitsministerin im Jahr 2000, noch mehr aber 2002 die zur Verteidigungsministerin. Und damit wurde sie die Dienstherrin der von der Pinochet-Diktatur geprägten Armee, unter deren Terror ihre Familie und sie selbst gelitten hatten. Weltweit bekannt wurde sie dann durch ihre Wahl zur chilenischen Präsidentin. Das Verfassungsverbot einer direkt anschließenden Wiederwahl gab ihr 2010 die Möglichkeit, die Leitung der UNO- Frauenorganisation zu übernehmen, worum sie vom UNO- Generalsekretär gebeten worden war. Seit dem 15.12.2013 ist sie wieder die Präsidentin Chiles. Ihre Wahl erfolgte mit einer erheblich deutlicheren Mehrheit als 2006! Wird sie ihre Ziele wie z. B. ein gerechteres und moderneres Bildungssystem umsetzen können? Was bringt die Zukunft, Senñora Presidente? (Bildrechte: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert).


04. März 2014 | Chile: Zehn Jahre Geisterstadt Chuquicamata | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Die Kupfer-Mine Chuquicamata - Foto: Quetzal-Redaktion, mkChuquicamata ist vor allem wegen einem der grössten Kupfertagebaue der Welt bekannt. Aber nach dem Beitritt von Chile zum internationalen Umweltschutzabkommen wurden die Bewohner der gleichnamigen Stadt 2004 evakuiert, weil die Gesundheitsgefährdung durch die Staubemissionen aus den Bergbauaktivitäten zu hoch war – zumal es eine Gegend ist, in der es so gut wie nie regnet und somit die Luft nicht mit Regen „gewaschen“ wird. Die ehemaligen Bewohner wurden in die Großstadt Calama umgesiedelt, die ca. 15 km entfernt ist. Dieser Einschnitt in ihr Leben brachte für die Chuquimateños wenig Positives mit sich. Neben dem Verlust der Heimat droht vielen auch das Abgleiten in Armut. Denn in Chuquicamata wurden den Arbeitern die Wohnungen kostenlos zur Nutzung übergeben, in Calama kosten diese Geld. In der Region wurden unlängst weitere Kupfererzvorkommen entdeckt, und es finden sich auch andere abbauwürdige Minerale. Ein Ende des Bergbaus ist deshalb nicht zu erwarten. Inwiefern Chile dabei Umweltbelange beachtet, bleibt die große Unbekannte. Das Beispiel Chuqicamata zeigt ja, dass zwar die Bewohner des Dorfer vor den Feinstaubemissionen in Sicherheit gebracht wurden. Aber die Emissionen gibt es weiterhin. Auch zeigt sich beim Abbau sehr häufig, dass die verwendeten giftigen Chemikalien die Natur verseuchen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mk).


16. Dezember 2013 | Chile: Michelle Bachelet als Präsidentin wiedergewählt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ex-Präsidentin Michelle Bachelet im Jahr 2012 - Foto: Ricardo Stuckert, AgenciaBrasilNach Auszählung von 99,97 Prozent aller Stimmen wurde die Sozialistin Michelle Bachelet am Sonntag, den 15. Dezember, mit 62,16 Prozent zur neuen Präsidentin Chiles gewählt. Die amtierende Arbeitsministerin, Evelyn Matthei, von der rechtskonservativen Unabhängigen Demokratischen Union erhielt bei der Stichwahl lediglich 37,83 Prozent der Stimmen. Neben dem deutlichen Stimmenunterschied beider Kandidatinnen fällt auch die geringe Wahlbeteiligung von nur 42 Prozent ins Auge. Bachelet wird am 11. März des kommenden Jahres das Präsidentschaftsamt zum zweiten Mal antreten – sie war bereit von 2006 bis 2010 politisches Oberhaupt ihres Landes. Aufgrund des Verbots der direkten Wiederwahl, konnte Bachelet bei den letzten Präsidentschaftswahlen nicht antreten. Mit dem guten Ergebnis ihres Bündnisses bei den Parlamentswahlen am 17. November dieses Jahres, als auch die erste Runde der Präsidentschaftswahlen stattfand, wird Bachelet allein mit der Unterstützung der Parteien ihrer Liste einige ihrer zentralen Wahlverspechen im Parlament durchbringen können. Für die grundlegenden Reformen, wie zum Beispiel die versprochene Verfassungsänderung, benötigt die Sozialistin allerdings die Unterstützung des rechtkonservativen Bündnisses, dem auch Matthei angehört. Generell wird es für Bachelet schwierig werden, die hohen Erwartungen an ihre Amtszeit, die sie während ihrer Wahlkampagne weckte, zu erfüllen. Einerseits muss sie neben ihrer Partei die übrigen sechs Parteien ihres Bündnisses zufrieden stellen, deren Vorstellungen teils weit auseinanderklaffen. Andererseits versprach sie den zahlreichen sozialen Bewegungen der letzten drei Jahre, dass sie tiefgreifende Reformen zum Beispiel im Bildungssystem angehen und die eklatante soziale und wirtschaftliche Ungleichheit bekämpfen werde. Sofern Bachelet die versprochenen Reformen nicht durchsetzt, wird der Druck auf der Straße wieder wachsen und könnte Bachelet ihre bisher ungebrochene Popularität kosten (Bildquelle: Ricardo Stuckert, Agencia Brasil).


19. November 2013 | Chile: Geringe Wahlbeteiligung und erforderliche Stichwahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Wahlen 2013 - Die Kandidatinnen Michelle Bachelet und Evelyn Matthei - Foto Michelle BacheletAm 17. November wurden die ChilenInnen aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen, und viele ExpertInnen waren sich sicher, schon zuvor das Ergebnis zu kennen. Sie waren davon überzeugt, dass die Ex-Präsidentin (2006-2010) Michelle Bachelet ohne Stichwahlen bereits zur neuen Präsidentin gekürt werden würde. Doch es kam anders. Mit knapp 47% verfehlte die Sozialistin die notwendige Anzahl der Stimmen und wird am 15. Dezember gegen die zweitstärkste Kandidatin Evelyn Matthei antreten müssen. Grund dafür ist nicht nur die historisch geringe Wahlbeteiligung von 56%, sondern auch das gute Abschneiden anderer KandidatInnen. Während sich die rechtskonservative Matthei überraschend 25% der Stimmen sicherte, sprachen knapp 11% ihr Vertrauen dem sozialdemokratischen Marco Enríquez-Ominami und gut 10% dem unabhängigen Franco Parisi aus. Auch wenn Bachelet bei den kommenden Stichwahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit siegt, wird sie ihre vielen Versprechen kaum umsetzten können. Mit nur 68 von 120 Sitzen im Parlament und 12 von 20 neu gewählten Senatoren (es sind insgesamt 38) fehlt der neuen Regierung die notwendige Mehrheit, um große, grundlegende Reformen durchzusetzten. Neben den zwei großen Listen unter Bachelet und Matthei konnten trotz des binominalen Wahlsystems auch vier unabhängige AbgeordnetenkandidatInnen einen Sitz im Parlament gewinnen. Neben den ehemaligen RepräsentantInnen der Studierendenbewegung Camila Vallejo, Karol Cariola, Iván Fuentes, die jeweils einen Sitz innerhalb Bachelets Wahlbündnis erhielten, konnten die beiden Ex-Präsidenten von Studentenverbänden, Gabriel Boric und Giorgio Jackson, einen Sitz als unabhängige Kandidaten erreichen. Diese Tatsache aber auch das Misstrauen gegenüber den Institutionen und den PolitikerInnen zeigen die Krise auf, in der sich die chilenische Politik seit einiger Zeit befindet. Da verwundert es kaum, dass einige SchülerInnen während der Wahlen Bachelets Wahlkampfzentrale gewaltlos für einige Stunden unter dem Motto besetzten: „Der Wandel geschieht nicht in der Moneda [Chiles Regierungssitz, Anm. d. Red.], sondern auf den Straßen“. (Bildquelle: Michelle Bachelet_ )


01. Juli 2013 | Chile: Bachelet is back | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ex-Präsidentin Michelle Bachelet im Jahr 2012 - Foto: Ricardo Stuckert, AgenciaBrasilBei den Vorwahlen in Chile hat sich Michelle Bachelet eindrucksvoll zurückgemeldet. Sie setzte sich mit 73 Prozent der Stimmen deutlich gegen die anderen drei  Vorkandidaten der Koalition Neue Mehrheit (Nueva Mayoría) durch. Damit hat sie ihre Rolle als Favoritin für die Präsidentschaftswahlen im November dieses Jahres bestätigt. Ihr schärfster Herausforderer ist Pablo Longueira, der ehemalige Wirtschaftsminister von Präsident Sebastián Piñera. Der konservative Politiker von der rechten Unión Demócrata Independiente (UDI) besiegte knapp Andrés Allamand von der liberalen Renovación Nacional (RN). Der große Abstand Bachelets mit 1,5 Millionen Stimmen gegenüber 413.000 für Longueira und 391.000 für Allamand belegt die nach wie vor hohen Sympathiewerte der ersten chilenischen Präsidentin (2006-2010). Da ihr die Verfassung 2010 die direkte Wiederwahl untersagte, deutet nun viel auf eine Wiederwahl hin. Erstaunlich hoch war die Wahlbeteiligung. Möglicherweise als Folge der zunehmenden Politisierung der Bevölkerung im Zug der Schüler- und Studentenproteste nahmen etwa 22 Prozent der 13,3 Millionen Wahlberechtigten an den Vorwahlen teil. Prognosen hatten lediglich mit einer Wahlbeteiligung um die zehn Prozent gerechnet (Bildquelle: Ricardo Stuckert, Agencia Brasil).


06. Juni 2013 | Chile: Wiedererstarken der Schüler- und Studentenproteste | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Bildungsproteste dauern an - Foto: Quetzal-Redaktion, Christine SchnichelsAm Dienstag besetzten einige Studierende das Hauptgebäude der Universidad de Chile, der größten und bedeutendsten Universität des Landes. Damit schlossen sie sich zahlreichen SchülerInnen und StudentInnen an, welche in den letzten Wochen nach und nach begannen, ihre Schulen und Fakultäten zu besetzten oder zumindest deren Funktionieren durch Streiks zu verhindern. Seit Ende März häufen sich wieder die Aktionen der Jugendbewegung, welche sich für die Etablierung einer staatlichen, kostenfreien und qualitativ hochwertigen Bildung einsetzt. So fanden nach den Sommerferien (Januar und Februar) bereits einige Großdemonstrationen mit bis zu 150.000 Menschen statt. Das erneute Erstarken der Proteste hängt nicht zuletzt auch mit den kommenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Chile Ende des Jahres zusammen. Aber nicht allein mit Protestaktionen wollen die Jugendlichen die Wahlen beeinflussen; manche von ihnen nutzen sie auch, um den Versuch zu starten, ihre Interessen direkt auf der politischen Ebene einzubringen. So lassen sich (ehemalige) StudentenführerInnen für die Parlamentswahlen aufstellen. Einige kandidieren um einen Abgeordnetensitz mit etablierten Parteien, andere gründen neue. Bisher bleibt unklar, wie lange die aktuellen Besetzungen und Streiks andauern werden. Sicher ist jedoch, dass die allgemeine Mobilisierung der jungen ChilenInnen zumindest bis zu den kommenden Wahlen nicht abebben wird. So rufen die zentralen Repräsentationsorgane der SchülerInnen und StudentInnen bereits zur nächsten landesweiten Protestaktion am 13. Juni auf, bei der Demonstrationen in den größten Städten des  Landes stattfinden werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


25. April 2013 | Bolivien, Chile: Bolivien reicht beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage gegen Chile ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Chile

Bolivien: Außenminister David Choquehuanca (3.6.2012) - Foto: Juan Manuel Herrera/OASDer bolivianische Außenminister David Choquehuanca reichte gestern beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag Klage gegen Chile ein. Bolivien fordert Verhandlungen mit Chile „in gutem Glauben“, um ein schnelles und echtes Abkommen auszuhandeln, das Bolivien einen souveränen Zugang zum Pazifik verschafft. Bolivien fordert diesmal aber nicht die Aufhebung des Vertrages mit Chile aus dem Jahr 1904, bei dem die Grenzen zwischen beiden Ländern festgelegt wurden und Bolivien den Zugang zum Meer aufgrund von Gebietsverlusten an das Nachbarland verlor. Der Bogotá-Pakt verhindert es, Angelegenheiten, die vor 1948 entschieden worden sind, infrage zu stellen. „Wir werden unsere Souveränität an kein anderes Land abtreten“ und „ich werde mit aller Macht der Welt das Gebiet und das Meer von Chile verteidigen“, warnte der Präsident Chiles, Sebastián Piñera. Doch „wir werden eine konstruktive Einstellung haben und den Dialog aufrechterhalten, wie wir es immer gemacht haben, um zu ermöglichen, dass der bolivianische Handel über die chilenischen Häfen erfolgen kann. Der beste Beweis, dass Chile in ehrlicher Weise und in gutem Glauben den Vertrag aus dem Jahr 1904 befolgt habe, sei, dass über 70 Prozent des Seehandels von Bolivien heute über die chilenischen Häfen abgewickelt werde“, so Piñera (Bildquelle: Organization of American States (OAS), Juan Manuel Herrera).


17. Januar 2013 | Chile: Mapuche-Gipfel fordert Selbstbestimmung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Proteste der Mapuche - Foto: antitezoGestern wurde in Cerro Ñielol (Temuco) das von zahlreichen Mapuche-Organisationen einberufene Gipfeltreffen, an dem etwa 600 Menschen teilgenommen hatten, beendet. Die Organisatoren vereinbarten einen Forderungskatalog an die Regierung Chiles, der im wesentlichen vier Punkte enthält: Erstens das Recht auf Selbstbestimmung; zweitens die Respektierung der Verträge, in denen sowohl die spanischen Eroberer als auch das unabhängige Chile die Souveränität der Mapuche anerkannt hatten; drittens Entschädigung für die Verluste durch die Eroberung des von den Mapuche bewohnten Landes durch die Armee im 19. Jahrhundert; viertens eine Entschuldigung des chilenischen Staates für die historische Schuld gegenüber den Mapuche. Präsident Sebastián Piñera, der trotz Einladung nicht teilgenommen hatte, schickte lediglich zwei regionale Gouverneure zu dem Treffen. Agrarminister Luis Mayol wies in einer ersten Reaktion die Forderungen der Mapuche – neben den erwähnten auch die Entmilitarisierung ihres Territoriums – harsch zurück. So wird gegen protestierende Mapuche seit Jahren das 1984 von der Pinochet-Diktatur verabschiedete Anti-Terror-Gesetz angewendet. Piñera selbst verlangte dies auch für einen Zwischenfall, bei dem am 4. Januar ein älteres Grundbesitzerehepaar durch einen Brand ums Leben gekommen war. Gegen das Gesetz hatte es immer wieder Hungerstreiks von inhaftierten Mapuche gegeben. Seit August 2011 läuft vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte ein Prozess, bei dem sich der Staat Chile dafür zu verantworten hat, dass er das Anti-Terror-Gesetz auf Verfahren um territoriale Ansprüche der Mapuche anwendet. Vor diesem Hintergrund mutete es schon seltsam an, dass das konservative Fraser-Institute (Kanada) und das Liberale Institut (Deutschland) Chile erst jüngst zum „freiesten Land Lateinamerikas“ gekürt haben (Bildquelle: antitezo).


18. Juni 2012 | Chile: Blick nach Asien – Alianza del Pacífico gegründet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Die Präsidenten Chiles, Kolumbiens, Mexikos und Perus zur Gründung der Alianza del Pacifico. Foto: Presidencia Chile. Lateinamerika ist um eine Organisation reicher. Am 6. Juni wurde auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacama-Wüste der Rahmenvertrag der Alianza del Pacífico unterschrieben. Unterzeichner waren die Präsidenten der jeweiligen Mitgliedsstaaten: Sebastián Piñera aus Chile, Ollanta Humala aus Peru, Felipe Calderón aus Mexiko und Juan Manuel Santos aus Kolumbien. Nach eigenen Angaben ist es das Ziel der neuen Organisation, die regionale Integration, höheres Wachstum, Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsländer zu fördern. Der Fokus liegt auf ökonomischer Integration und soll die vier Pazifikanrainer, welche nach offiziellen Angaben mit 200 Millionen Konsumenten über 50 Prozent des Handels in Lateinamerika repräsentieren, näher zusammenbringen. Vor allem aber kann die Gründung der Aliancia del Pacifico als deutliches Zeichen über den Pazifik hinweg gedeutet werden: die Handelsbeziehungen mit Asien sind in den letzten Jahren stark angestiegen, 2011 exportierten Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko zusammen Waren im Wert von rund 71 Mrd. US-Dollar nach Asien (Bildquelle: Foto Presidencia de la República de Chile).


21. Mai 2012 | Chile: Bildungsproteste in Santiago gehen weiter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Streik an den Universitäten in Chile - Foto: Quetzal-Redaktion, sscSeit Mittwoch, den 16.05., kommt es in der Hauptstadt von Chile zu massiven Protesten von Studenten und Schülern, die seit Mai 2011 eine Bildungsreform und mehr finanzielle Mittel für den Bildungssektor fordern. Mit ihren Forderungen folgen sie vor allem dem Aufruf der Studentenorganisation Confech und der Schülerorganisation Aces. Im Zentrum der Proteste steht vor allem die Steuerreform zur Finanzierung einer kostenlosen Bildung. Es beteiligten sich bisher mehr als 20.000 Demonstranten an den Protesten, wobei sich zahlreiche Zusammenstöße mit der Polizei ereigneten und es auch zum Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern kam. Bisher reagiert die Regierung unter Präsident Sebastián Piñera nur mit Steueränderungen, von denen insbesondere die Reichen profitieren können. Es folgten zahlreiche unbefriedigende Vorschläge seitens der Regierung. Die Proteste gehen weiter, und das Zentrum Santiagos wird lahm gelegt. Um die Situation im Bildungsbereich zu verbessern, werden Schüler, Studenten, Eltern, Lehrer und Professoren weiterhin auf die Straße gehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


19. März 2012 | Chile: Chilenische Offensive in Leipzig | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

deutschland_buchmesse_leipzig_quetzalredaktion-am_Auf einer der bedeutendsten kulturellen Institutionen Deutschlands- der Leipziger Buchmesse- präsentierte sich Chile mit einem Stand als “Land der Poesie”. Selbstverständlich ist das Land Pablo Nerudas und Isabel Allendes in gewisser Weise immer in der Buchwelt präsent, dennoch ist die erste offizielle Teilnahme Chiles mit einem eigenen Stand auf dieser Messe ein besonderer Meilenstein. Zum einen, weil sie als Auftakt zu einer jährlichen Beteiligungsserie bis mindestens 2015 gedacht ist, zum anderen weil die Vorstellung der Arbeit von sechs Universitätsverlagen mit der Präsentation von zwei ins Deutsche übersetzten Büchern durch ihre Autoren verbunden wurde. Bei diesen handelte es sich um den vielfach ausgezeichneten Oscar Hahn, der sich im Moment auf einer Lesereise durch Deutschland befindet, und um Raul Zurita, der den Nationalen Literaturpreis von Chile erhalten hat. Während Raul Zurita sein als zweisprachige Ausgabe erschienenes Buch “Wasserstädte- Las ciudades de agua” präsentierte, stellte Oscar Hahn sein Werk “Liebe unter den Ruinen” (“El amor bajo ruinas”) vor. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am)


16. Februar 2012 | Chile: Streit in einer gated community | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Flagge: Chile

Colina, die Hauptstadt der chilenischen Provinz Chacabuco, macht Schlagzeilen. Aber nicht durch ihre Vorzüge wie die Nähe zur Hauptstadt Santiago, ihre Thermalbäder oder das mediterrane Klima. Nein, sondern in einer geschlossenen Wohnanlage hat sich ein Streit entzündet, der Chile aufwühlt. Aber vor allem zeigt sich darin die soziale Zerrissenheit des Landes. In der exklusiven Wohnanlage El Agarrobal II ist durch Vorschriften festgelegt, das sich Hausangestellte von Bewohnern, nur im dafür vorgesehenen Kleinbus auf den Straßen zu bewegen haben. Die dortige Verwaltung begründet das mit dem Schutz der Bewohner vor Einbrüchen und Spionage. Dies erscheint unverständlich, da solche Beschäftigungsverhältnisse eine vertrauenswürdige Basis zwischen beiden Partnern erfordert. Es ist vor allem eine pauschale und kollektive Verdächtigung. Auslöser für den Streit war die eigenmächtige Umgehung der Arbeitswegvorschrift einer in dieser gated community beschäftigten Hausangestellten: Die letzten Meter bis zur Arbeitsstelle wollte diese per pedes zurücklegen, als sie von den Wachmännern der Wohnanlage zurückgehalten wurde. Mehrere Anwohner beschwerten sich in Fernsehinterviews und protestierten gegen die Umgehung der Vorschrift durch die Hausangestellte so energisch, dass dem Arbeitgeber der besagten Hausangestellten nichts anderes übrig blieb, als der Hausangestellten ein Stück seines Eigentums zu vermachen, so dass sie nun ungehindert als Eigentümerin in der Anlage spazieren gehen kann.


24. November 2011 | Chile: Gewaltsamer Polizeiangriff auf Krassnoff-Protest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile_20080110_Mapuche_Protest_Foto_Patricio_Valenzuela.JPGIn Providencia, einer Gemeinde in der Provinz Santiago de Chile, kam es am Abend des 21.Novembers zu starken Unruhen bis hin zu kompromisslosen Angriffen der Polizei auf Demonstranten. Rund 500 Menschen protestierten gegen die öffentlichen Gedenken an den Menschenrechtsverletzer der Diktatur von Augusto Pinochet, Miguel Krassnoff. Friedliche Demonstranten versammelten sich am Eingang des Club Providencia. Anlass des Protests war die Zeremonie zu Ehren der Neuauflage der Autobiografie von Miguel Krassnoff, führendes Mitglied des Pinochets-Regimes. Die Unterstützer des faschistischen Militärregimes nutzten die neueste Auflage „Miguel Krassnoff Prisionero Por Servir A Chile“ als Zeremonie zu seinen Ehren. Viele Angehörige von Verfolgten  und Opfer des Militärregimes nahmen an dem angemeldeten Protest teil. Aufgrund einer angeblichen Bombendrohung wurden gegen 19 Uhr  die friedlich Protestierenden von der Polizei aufgefordert ,den Platz zu räumen. Da nur wenige Teilnehmer dieser Forderung Folge leisteten, bedrohte die Polizei die Protestierenden mit Räumfahrzeugen und Wasserwerfern. Dabei handelte sich keineswegs um Wasser, sondern um ein Tränengasgemisch, was ohne weitere Vorwarnungen Kinder mit ihren Eltern und unbeteiligte Passanten traf. Um der Gewalt etwas entgegenzusetzen, errichteten viele Demonstranten Barrikaden aus Blumenkästen. Dennoch konnte die maschinelle Übermacht der Polizei nicht bewältigt werden. Gegen 20:30 Uhr versuchte sich ein Großteil der Protestierenden erneut vor dem Club aufzustellen. Es zeigt sich, dass viele Menschen bereits mit Gasmasken und Taucherbrille ausgerüstet waren, was darauf schließen lässt, dass die Polizei nicht zum ersten Mal solche Maßnahmen ergriff. Der Bürgermeister der Communa Providencia bezeichnete die Demonstranten nach der Veranstaltung als gewalttätige, intolerante Meute, die den Frieden Chiles gefährdet. Die geladenen Teilnehmer der Veranstaltung bezeichneten die Protestierenden als „Terroristen“. (Bildquelle: Patricio Valenzuela)


11. Oktober 2011 | Schwedische Pensionsfonds investieren in schmutziges Gold | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Guatemala, Noticias Peru

Demostration in Guatemala. Bildquelle: Jaime Rodríguez, mimundo.orgStaatliche schwedische Pensionsfonds stehen erneut in der Kritik wegen ihrer Geldanlagen bei den boomenden Bergbau-Großkonzernen, die in Lateinamerika Goldtagebau betreiben und dabei Menschen und Umwelt schädigen. Eine unlängst von der NGO Swedwatch veröffentlichte Studie, die vom Solidaritätsnetzwerk Schweden-Lateinamerika (SAL) in Auftrag gegeben wurde, hat drei Beispiele näher untersucht: Im Fall der größten Goldmine Lateinamerikas, „Yanacocha“ in Peru, deren Mehrheitseigner die US-amerikanische Newmont Mining ist (gut 50 Millionen Euro Investition durch die Pensionsfonds), sind nach der Studie von Swedwatch bereits schwere Umweltschäden und Wasserverknappung zu beobachten, zudem wird über Übergriffe von privaten Sicherheitsdiensten und Polizei auf die lokale Bevölkerung berichtet. Befürchtungen wegen der Verletzung der Rechte der indigenen Bevölkerung der Huascoaltino (Diaguita) und einer Verschmutzung der Wasserressourcen in den dortigen Gletschern gibt es  auch für die Mine „Pascua-Lama“ der kanadischen Barrick Gold im chilenisch-argentinischen Grenzgebiet, die 2012/13 in Betrieb gehen soll.  Hier könnten die Pensionsfonds, nach Ansicht von SAL, mit dem Rückzug ihrer Gelder (knapp 64 Millionen Euro) ein Signal setzen. Bereits bewegt haben sie sich nach eigener Ansicht, was die ebenfalls kanadischen Goldcorp angeht, die den Tagebau „Marlin“ in Guatemala betreibt (siehe noticias vom 29.10., 23. 7. und 25.6.2010). Der Ethikrat der Pensionsfonds sei seit 2008 im Gespräch mit  Goldcorp, wo man ca. 32 Millionen Euro  investiert hat. Übersehen wird dabei, dass laut einem Beschluss des Interamerikanischen Gerichtshofs der Betrieb der Mine  längst gestoppt sein sollte – nicht zuletzt um die manifesten Gesundheitsschäden bei der lokalen Bevölkerung, bei der erhöhte Blei- und Arsenwerte festgestellt wurden, zu untersuchen. SAL fragt sich, wie lange die Pensionsfonds angesichts des unbeirrten Weitermachens von Goldcorp, der Missachtung der Volksabstimmungen in den betroffenen Gemeinden und der fortgesetzten Verfolgung der Bergbaugegner, ihren Dialog noch fortsetzen wollen und fordert einen transparenten und unabhängigen Überwachungsprozess nach norwegischem Vorbild. Goldcorp, das weitere Minen u.a. in Mexiko und Honduras betreibt, wurde im Übrigen  Anfang September 2011 aus dem Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex ausgeschlossen. (Bildquelle: Jaime Rodriguez,  MiMundo.org)


04. September 2011 | Chile: Weitere Proteste gegen das Bildungssystem | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Weitere Proteste gegen das BildungssystemBei den seit circa drei Monaten andauernden Studentenprotesten gegen das aktuelle Bildungssystem in Chile wurde in der letzten Woche ein 16jähriger Schüler von der Polizei bei einer Protestaktion getötet. Als Reaktion forderten die Studenten und Schüler den Rücktritt von Innenminister Rodrigo Hinzpeter. Die Ursachen der Bewegung sind die Struktur und die hohen Gebühren des Bildungssystems. Aus diesem Grunde findet die Bewegung viel Zustimmung in der Bevölkerung. Im Zusammenhang mit der Regierungsstrategie gegen die sogenannte Protestbewegung erreichte die Popularität des Präsidenten Piñera inzwischen seinen tiefsten Stand. Am Samstag ist ein Treffen mit den Repräsentanten der Bewegung geplant. Als Vorwarnung hat der Präsident schon angekündigt, dass das Bildungssystem nicht reformierbar sei. Auf der anderen Seite fordern die Studenten radikale Reformen, damit die Regierung mehr Geld in das Bildungssystem investiert, was zur Abschaffung der hohen Gebühren führen soll. Die Studentenbewegung verbreitet sich nicht nur virtuell sondern auch international, wie die Demonstration am 01.09.2011 in Brasilien gezeigt hat.


03. Mai 2011 | Chile: Kupfergigant Codelco verliert über eine Milliarde US-Dollar mit Terminkontrakten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Kupfergigant Codelco verliert über eine Milliarde US-Dollar mit Terminkontrakten. Foto: Quetzal-Redaktion, mkDas chilenische Staatsunternehmen zur Kupfergewinnung Codelco hat laut der NGO Chile Cobre im Jahr 2010 1,042 Mrd. US-Dollar mit Börsen-Terminkontrakten (Futures) eingebüßt. Für Codelco ist es nicht der erste Verlust dieser Art, da es bereits in den Jahren 1993/94 unter Juan Pablo Dávila, dem damaligen Verantwortlichen für Futures, 178 Mio. US-Dollar mit Preiswetten verlor. Die negativen Erlöse aufgrund der Börsenspekulation wurden in der kürzlich, vom Management äußerst positiv, präsentierten Bilanz mit gesunkenen Verkaufszahlen kaschiert, erklärt Julián Alcayaga, Direktor von Chile Cobre. Obwohl der Kupferpreis 2010 um knapp 46 Prozent höher lag als im Jahr 2009, sind die letzen Bilanzzahlen im Hinblick auf die Einnahmen und Produktion die schlechtesten seit 2004. Die Bilanztäuschung haben sich nun zwei Abgeordnete der Partido por la Democracia (PPD) zum Anlass genommen, eine Untersuchungskommission zu fordern. Es werden bereits erste Stimmen laut, die der Codelco-Führung unter Diego Hernández Missmanagement vorwerfen, da trotz gestiegenen Metallpreisen und relativ konstanten Förder- und Verkaufsmengen auch schon das Jahr 2009 keine guten Zahlen für den Weltmarktführer von raffiniertem Kupfer brachte. Wie Alcayaga ironisch erklärte, müssten die Untersuchungen zeigen, wie die Einnahmen von Codelco schwinden konnten – durch Future-Kontrakte oder durch den Verkauf von Kupfer unter Marktpreisen. Einer Anfrage von Alcayaga nach dem Transparenzgesetz (Ley de Transparencia) an die chilenische Kupferkommission Cochilco zufolge, könnten die Zahlen von Codelco für 2010 unter Einbeziehung von “Subprodukten” noch schlechter ausfallen als angenommen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mk)


05. April 2011 | Lateinamerika: Wachsende Besorgnis über nukleare Gefahren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Venezuela

Brasilien - Atomkraftwerk Angra 1 und 2 (Foto: Quetzal-Redaktion, mcm)Obwohl in Lateinamerika der Anteil der Kernenergie an der gesamten Energieerzeugung nur bei zwei Prozent liegt und die sechs Reaktoren, die von Argentinien, Brasilien und Mexiko betrieben werden, lediglich 1,1 Prozent des weltweit erzeugten Atomstroms produzieren, sorgt die nukleare Katastrophe in Fukushima auch dort für wachsende Besorgnis. Während in Mexiko vor allem die möglichen Auswirkungen von Erdbeben diskutiert werden, verweisen Kritiker in den beiden südamerikanischen Ländern auf die mangelhaften Planungen und Infrastrukturen im Fall von Störungen oder Unfällen. Bislang beabsichtigen aber weder die argentinische Präsidentin Cristiana Fernández de Kirchner noch ihre brasilianische Amtskollegin Dilma Rousseff, den Bau von weiteren Atommeilern, die Ende 2011 bzw. 2015 ans Netz gehen sollen, zu stoppen. Dies verwundert umso mehr, als die Kernkraftwerke Atucha 1 und Embalse (Argentinien; seit 1974 bzw. 1983 in Betrieb) sowie die beiden Anlagen in Angra do Reis (Brasilien; seit 1982 und 2000 in Betrieb) lediglich 6,2 bzw. 2,8 Prozent des nationalen Strombedarfs produzieren. In Mexiko liegt der Anteil des Atomstroms, der von den zwei Reaktoren in Laguna Verde (Bundesstaat Veracruz) geliefert wird, bei 4,6 Prozent. Venezuela hingegen hat die Ereignisse in Japan zum Anlass genommen, um in Sachen Atomenergie eine Politikwende zu vollziehen. Am 15. März erklärte Präsident Hugo Chávez, dass die Planungen für einen Nuklearreaktor, der mit russischer Hilfe entstehen sollte, suspendiert werden. Chile, das trotz der hohen Erdbebengefährdung ähnliche Intentionen verfolgte, hat vorerst derartige Vorhaben auf Eis gelegt. Auch in Mexiko ist fraglich, ob angesichts der jüngsten Ereignisse die bis 2024 vorgesehene Steigerung des Anteils von Atomstrom an der Gesamtenergieerzeugung auf 35 Prozent umgesetzt wird. Selbst wenn das optimistischste Szenario eintreten sollte, nach dem der Anteil der in Lateinamerika produzierten Atomenergie bis 2030 auf 5,6 Prozent der kontinentalen Stromerzeugung steigen könnte, läge dieser dann immer noch weit unter dem globalen Durchschnitt von 14,4 Prozent (zum Vergleich: 14,2 Prozent im Jahr 2009, erzeugt in insgesamt 439 Kernreaktoren weltweit). (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)


21. Februar 2011 | Chile: Megaprojekt im Kohleabbau birgt enorme Umweltrisiken | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Megaprojekt im Kohleabbau birgt enorme Umweltrisiken. Foto: Carlos_YIn Chile sind etwa ein Dutzend neue Kohlekraftwerke geplant bzw. befinden sich im Bau. Wenn die Kohle dafür nicht aus dem Ausland importiert werden soll, muss sie im eigenen Land gefördert werden. Eine regionale Umweltkommission und mehrere Regionalbehörden genehmigten im Februar das kontroverse Kohleabbau-Projekt “Mina Invierno” auf der Isla Riesco in der Region Magallanes im südlichen Chile. Die Mine ist erst der Anfang, planen die Investorengruppen Angelini und Von Appen doch insgesamt fünf offene Tagebaue auf der Insel. Das Vorhaben erstreckt sich auf über 25 Jahre, bei einer Fördermenge von 240 Megatonnen,  und umfasst Investitionen von 480 Mio. USD.  Laut Business News Americas werden allein in der “Mina Invierno” 180 Mio. USD investiert und sollen in 12 Jahren 73 Megatonnen Kohle gefördert werden. Ein Verladehafen auf der Insel, um die Kohle nach Zentral- und Nordchile – wo die Kraftwerke stehen (werden) – zu transportieren, wurde ebenfalls schon genehmigt. Doch wächst der Widerstand gegen das Projekt, von dem Kritiker annehmen, dass es zu irreparablen Umweltschäden auf Chiles viertgrößter Insel und in ihrer Umgebung führen wird. Die Umweltschützer prognostizieren, dass die Mine ein Ökosystem von 1.500 Hektar ausradieren, die Biodiversität des Nationalparks Alacalufe zerstören und den Meerespark Francisco Coloane bedrohen würde. Später kommt die Luftverunreinigung durch die Kraftwerke hinzu, vor allem da die Kohle auf der Insel eine geringe Qualität hat und somit für erhöhte Emissionswerte bei einer niedrigen Energieeffizienz sorgen wird. Beobachter sprechen schon von einem neuen “Fall Barrancones”, bei dem Bürgerproteste im Norden des Landes den Bau eines Kohlekraftwerks in der Nähe eines Naturschutzgebietes verhindert haben. Ein Video, das sich gegen das Projekt richtet, gibt es hier. (Bildquelle: Carlos_Y)


07. November 2010 | Chile: 70. Geburtstag von Antonio Skármeta | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: 70. Geburtstag von Antonio Skármeta - Foto: _P_Sein erstes Buch, der Erzählungsband „El entusiasmo“ (1967), wurde von seinem großen Landsmann Pablo Neruda für gut befunden; man müsse – so dieser – jetzt das zweite Buch abwarten, schließlich seien alle ersten Bücher chilenischer Schriftsteller gut. „Desnudo en el tejado“, 1969 erschienen, gewann dann den Preis der Casa de las Américas. Diesem Preis sollten noch weitere folgen. Esteban Antonio Skármeta Vranicic, Enkel dalmatinischer Einwanderer, geboren in Antofagasta (Chile), aufgewachsen in Chile und Argentinien, wohin seine Eltern 1949 emigrierten, aktiver Anhänger der Unidad Popular, fast 15 Jahre politischer Exilant in Westberlin, drei Jahre chilenischer Botschafter in Deutschland – Hochschullehrer, Schriftsteller, Autor von Filmdrehbüchern und Hörspielen, gelegentlicher Filmschauspieler, literarischer Übersetzer englischsprachiger Autoren, Liebhaber von Twist und schnellen Pferden. Er hat wirklich gute Bücher geschrieben, das berühmteste ist wohl „Ardiente paciencia“, das gleich zweimal fürs Kino bearbeitet wurde. Sein bisher letztes, ebenfalls preisgekröntes und verfilmtes Buch, ist der Roman „El baile de la victoria“ (2003). Heute wird Antonio Skármeta 70. Herzlichen Glückwunsch! (Bildquelle: _P_ )


13. Oktober 2010 | Chile: Alle 33 Kumpel wurden gerettet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Alle 33 Kumpel wurden gerettet, Urzúa und Präsident Piñera - Foto: Presidencia de la República de Chile, Alex IbañezAm heutigen Mittwochabend (13.10.2010) wurden alle bislang eingeschlossenen 33 Kumpel des Grubenunglücks in einer Rettungsaktion befreit. Sie kamen dann zunächst in ein Krankenhaus in der Stadt Copiapó. Gemäß den ersten Untersuchungen sind sie zumeist in gutem gesundheitlichen Zustand. Nur der älteste Mann, Mario Gómez, hat nach einem Bericht der Ärzte eine Lungenentzündung. Der letzte Bergarbeiter, der die Mine verließ, war Luis Urzúa, der nach der Begrüßung durch den Präsidenten Sebastian Piñera sagte: „So etwas darf nie wieder passieren“. Piñera wies darauf hin, dass die Rettungsoperation etwa 20 Millionen US-Dollar (14,5 Mio. Euro) gekostet hat. Die CODELCO (Corporación Nacional del cobre en Chile), die zu 100 Prozent dem Staat gehört, hat fast drei Viertel der gesamten Kosten für die Rettungsaktion bezahlt. Da das Vermögen der Minenbesitzer konfisziert wurde, ist nun unklar, was aus der Mine San José wird. Piñera verlangte, dass die Firma San Esteban, verantwortlich für die Mine San José, die Kosten für die Rettung übernehmen soll. Gleichzeitig kündigte er an, die Bergbaugesetzgebung einer Überprüfung zu unterziehen. Dafür sind jedoch einige wichtige Schritte notwendig. Denn gemäß Hinweisen von Amnesty International hat Chile noch immer nicht die Konvention Safety and Health in Mines der International Labour Organisation (ILO) ratifiziert (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile).


10. Oktober 2010 | Chile: Rettung von verschütteten Bergarbeitern soll am Mittwoch beginnen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile - Mine San Jose (Foto: Desierto Atacama)Die Rettung der schon seit mehr als zwei Monaten eingeschlossenen 33 Bergleute der Mine San José in Chile soll nach Aussagen des Bergbauministers, Laurence Golborne, bereits am Mittwoch (13.10.10) anfangen. Nachdem das Rettungsteam am Samstag (09.10.10) Vormittag den Durchbruch bis zum 700m unter der Erde liegenden Stollen schaffte, erfolgte nun eine Analyse der Stabilität des Schachts. Da das Gestein stabil ist, werden nur die ersten 96m mit Stahlrohren verkleidet, um so schnell wie möglich mit den Bergungsarbeiten beginnen zu können. Die Bergleute werden einzeln durch einen Lift zur Erdoberfläche gebracht. Insgesamt kann es bis zu 48 Stunden dauern, bis der letzte Kumpel wieder an der Oberfläche ankommt. Zuvor wird ein Arzt der Marine die Männer einem Gesundheitscheck unterziehen, um die Reihenfolge der Rettung festzulegen. Diesbezüglich gibt es allerdings Diskussionen, da die mineros möglicherweise bereits unter sich eine Reihenfolge abgesprochen haben. Einmal auf die Oberfläche angekommen, werden die Arbeiter vor Ort untersucht und dürfen ihre Familien kurz sehen. Danach müssen sie aber für 48 Stunden unter ärztliche Beobachtung ins Krankenhaus in Copiapó. (Bildquelle: desierto_atacama)


26. September 2010 | Chile: Rettungskapsel für verschüttete Bergleute der Mine San José eingetroffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Atacama-Wüste: der chilenische Präsident Sebastián Piñera spricht mit den Angehörigen der 33 verschütteten Bergleute der Mine San José (Foto: Presidencia de la República de Chile, José Manuel de la Maza)Am heutigen Sonntag (26.09.2010) ist die erste von drei Rettungskapseln an der Kupfermine San José in der Atacama-Wüste eingetroffen. Der auf den Namen “Phönix” getaufte Stahlbehälter soll die Rettung der 33 Bergleute aus einer Tiefe von ca. 700 Metern ermöglichen. Bevor dies geschehen kann, müssen aber zunächst die drei Rettungsschächte, an denen zurzeit parallel gearbeitet wird, fertig gestellt werden. Dies kann nach Aussagen der Experten bis Ende Oktober bzw. Anfang November dauern. Während sich die Angehörigen über die von der Marine bereit gestellte 60 cm breite, 250 kg schwere und 2,5 m lange Kapsel freuen, beginnen die Kumpel bereits mit ersten Vorbereitungen. Um den etwa 30 bis 60 minütigen Aufstieg auf engem Raum erfolgreich zu absolvieren, sollen tägliche Muskelübungen die Blutzirkulation verbessern. Der Stahlkäfig ist nicht nur mit Trinkwasser, Licht und Sauerstoff ausgerüstet, sondern verfügt zudem über eine Gegensprechanlage. Auch wenn bis zur Rettung noch Wochen vergehen können, so ist die Reihenfolge der Rettung der Bergleute bereits festgelegt. Um möglichst schnell Informationen über die Lage im Stollen zu bekommen, sollen zuerst die Geschicktesten, dann die Schwächsten und zum Schluss die Stärksten befördert werden. An der Oberfläche angekommen sollen die Kumpel nur kurzen Kontakt zur Familie bekommen, um sie schnellstmöglich medizinisch untersuchen zu können, vor allem die Gewöhnung an das Tageslicht soll langsam erfolgen. Unterdessen hat die Justiz das Vermögen der Betreiberfirma Compania Minera San Esteban Primera in Höhe von 9,7 Millionen US-Dollar eingefroren, um die Kosten der Rettungsaktion und mögliche Entschädigungszahlungen abzudecken. Noch ist jedoch unklar, auf welchen Betrag sich die Kosten belaufen werden. Angehörige haben jedoch nicht nur gegen San Esteban, sondern auch gegen die staatliche Bergbaubehörde, Servicio Nacional de Geología y Mineria, Klage eingereicht. Nachdem die Mine bereits seit 2007 wegen Sicherheitsbedenken geschlossen war, wurde sie trotzdem im Jahr 2008 wiedereröffnet. (Bildquelle: Presidencia de la República de Chile, José Manuel de la Maza)


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