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Noticias Lateinamerika

29. März 2012 | Brasilien: Lula plant nach erfolgreicher Krebsbehandlung Rückkehr in die Politik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Lula mit Präsidentin Dilma Rousseff nach erfolgreicher Chemotherapie - Foto: Agencia Brasil, Roberto Stuckert Filho Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat am Mittwoch (28.03.2012) die medizinischen Ergebnisse seiner Untersuchungen veröffentlicht, in welchen die erfolgreiche Behandlung seines Krebsleidens bekannt gegeben wurde. Demnach ist der Tumor am Kehlkopf nach nun fünf Monaten komplett verschwunden. Die Ärzte im Krankenhaus Sírio-Libanês in São Paulo, das in Südamerika als beste Klinik gilt (in der sich auch Paraguays Präsident Fernando Lugo wegen einer Krebserkrankung behandeln lässt) betonten jedoch, dass sich Lula in den nächsten fünf Jahren regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen muss. Erst dann kann eine definitive Aussage getroffen werden. Zudem erhielt er die Freigabe, entsprechend seines Gesundheitszustands erneut arbeiten zu können. Dies nutzte er sogleich und gab in einer Videobotschaft wenige Stunden danach bekannt, dass er in das politische Leben zurückkehren wird. In welcher Position – das ließ er offen. Parallel sandte Dilma Rousseff, Präsidentin und politisches Ziehkind von Lula da Silva, telefonische Glückwünsche von Ihrem Staatsbesuch in Indien. (Bildquelle: Agencia Brasil, Roberto Stuckert Filho)


10. Februar 2012 | Brasilien: Ist wegen des Beamtenstreiks der Karneval in Gefahr? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Karnaval und Samba - Foto: Quetzal-Redaktion, mcmDer seit einer Woche andauernde illegale Streik der Polizisten im brasilianischen Bundesstaat Bahia läuft weiterhin auf Hochtouren. Nach Schätzungen der Regierung sind in etwa ein Drittel aller staatlichen Polizeibeamten an diesem Streik beteiligt. Die Beamten fordern insbesondere eine Erhöhung ihres Gehalts und bessere Arbeitsbedingungen. Die am Dienstag stattgefundenen Gespräche zwischen Streikvertretern und der Regierung blieben zunächst erfolglos. Trotz der 3000 Bundespolizisten und Soldaten, die von der Regierung eingesetzt wurden, stieg vor allem in Salvador da Bahia die Zahl der Morde, Überfälle und Diebstähle erheblich an. Der Durchschnitt liegt mittlerweile bei 15 Morden pro Tag. Neben der Fußballweltmeisterschaft 2014 ist insbesondere der Karneval, der in zwei Wochen stattfindet, in Gefahr. Die Region erwartet rund Zehntausend Touristen. Sowohl die US-Botschaft als auch der chilenische Konsul in Rio de Janeiro raten ihren Landsleuten von einer Einreise nach Bahia ab. Nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Reisebüros wurden bereits 10% der Reisen storniert. Der Gouverneur des Bundesstaates Bahia, Jacques Wagner, stuft den Streik als Verbrechen ein und fordert eine Bestrafung aller Beteiligten. Aufgrund der zahlreichen Diebstähle von Polizeiautos wurden bereits mehrere Beamte festgenommen. Die Regierung von Rio de Janeiro sieht eine Lohnerhöhung von 39% vor, die innerhalb von zwei Jahren erreicht werden soll.  Der staatliche Gesetzgeber muss bis zum 9.2.2012 dieses Ziel genehmigen. Die Bundesregierung befürchtet, dass sich der Streik bis Rio de Janeiro ausbreiten könnte. Der Gouverneur zeigt sich trotz der Umstände stets zuversichtlich und zweifelt nicht an der Gewährleistung der notwendigen Sicherheit während des Karnevals. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)


28. Januar 2012 | Brasilien: indigene Abstammung soll auf dem Personalausweis vermerkt werden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Abgeordnetenkammer in Brasilia - Foto: Agencia Brasil, Rodrigues PozzebomIm Dezember 2011 hat das Abgeordnetenhaus (Ausschuss für Menschenrechte und Minderheiten) ein Projekt verabschiedet, das erlauben soll, auf dem brasilianischen Personalausweis auch die afrikanische oder indigene Abstammung der Ahnen zu führen. Der ursprüngliche Vorschlag beinhaltete zunächst nur afrikanische Nachnamen; der Abgeordnete Márcio Marinho erweiterte diesen um indigene Nachnamen. Mit dieser Maßnahme soll versucht werden, die kulturelle Identität der betroffenen Familien besser zu schützen. Bisher war es Personen lediglich erlaubt, im Alter von 18 Jahren eine Änderung des Namens vorzunehmen. Zukünftig kann die ethnische Herkunft bereits mit der Geburt im Nachnamen vermerkt werden. Zudem dürfen die Namen angefügt werden, da juristisch gesehen der bisherige Nachname nicht benachteiligt werden kann. Für die Verwirklichung des Projekts muss als nächstes der Ausschuss für Verfassung, Justiz und Bürgerrechte – ebenfalls des Abgeordnetenhauses – zustimmen. (Bildquelle: Agencia Brasil, Rodrigues Pozzebom)


30. September 2011 | Bolivien, Brasilien: Etappensieg der Ureinwohner im Kampf gegen Großprojekte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien

Demonstration indigener Organisationen in Bolivien (Foto: Quetzal-Redaktion, NJ)Nach der brutalen Repression gegen indigene Demonstranten in Bolivien sind zwei Minister zurückgetreten. Der bolivianische Präsident Evo Morales hat sich wegen der Repression seitens der Polizei entschuldigt und außerdem das geplante Großprojekt (300 km Schnellstrasse zwischen Cochabamba und Beni durch den National Park Isiboro Sécure) zeitweise gestoppt. „Die schnellen Reaktionen der Regierung“ sind für die Gegner dieses Projektes noch unzureichend. Aus diesem Grund planen sie weitere Aktionen für die nächsten Tage. Gleichzeitig haben die Gegner des geplanten Megaprojekts Belo Monte (Wasserkraftwerk) im Nordosten des Nachbarlandes Brasiliens einen Etappensieg vor Gericht des brasilianischen Amazonas-Bundesstaat Pará erreicht. Der Bundesrichter Carlos Eduardo Castro Martins hat sich für einen sofortigen Baustopp ausgesprochen. Das Projekt darf nur weiter gebaut werden, sofern bei der Durchführung des Projekts keine Umweltschäden verursacht werden. Um diese Entscheidung zu bekräftigen bzw. einen Stopp des Megaprojekts zu erreichen, haben sich heute Repräsentanten verschiedener indigener Organisationen aus dieser Region des Amazonas mit Vertretern verschiedener UN-Behörden in Genf getroffen. Für das Treffen und weiterer Aktionen verfügen sie bereits über eine breite Unterstützung internationaler Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen. In beiden Fällen müssen die Regierungen nationale und internationale Rechte der Ureinwohner – z.B. die ILO-Konvention 169 und die UNO-Deklaration für die Rechte der Ureinwohner – einhalten. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, nj)


23. Juni 2011 | Brasilien: Täglich 24 neue Millionäre im Jahr 2010 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Dollar (Foto: Quetzal-Redaktion,ecm)Eine Studie von Merrill Lynch in Zusammenarbeit mit Capgemini über die Anzahl der weltweiten Millionäre im Jahr 2010 zeigt, dass Brasilien den 11. Platz in der Liste jener Länder mit den meisten Millionären halten konnte. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl zudem um 5,9 Prozent gestiegen, d.h. um 8.700 Millionäre oder auch 24 pro Tag auf nunmehr 155.400 Personen. Dieses Wachstum ist durch den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes begründet und folgt, wenn auch nicht ganz so stark, dem internationalen Trend. Vergleicht man alle Länder, so hat sich die Anzahl der Reichen um 8,3 Prozent erhöht. USA, Japan und Deutschland besetzen die ersten drei Plätze der Liste und vereinigen 53 Prozent der weltweiten Millionäre. Die Studie zeigt zudem, dass sich der Anteil von jüngeren Menschen (unter 45 Jahre) und Frauen in dieser Gruppe ebenfalls gesteigert hat. Als Millionär gelten alle Personen, die mehr als eine Million Dollar zur freien Verfügung haben, um Investitionen zu tätigen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


28. April 2011 | Brasilien, Paraguay: Energie vom Wasserkraftwerk Itaipu wird dreimal teuerer als vorher | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Wasserkraftwerk Itaipu - Karikatur von ABC Color (Foto: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Der brasilianische Senat hat heute (28.04.2011) einer Vereinbarung mit Paraguay zugestimmt, welche besagt, dass Paraguay sein nicht genutztes Energiekontingent aus dem Wasserkraftwerk Itaipu an der Grenze beiden Ländern dreimal so teuer wie zuvor verkaufen darf. Gemäß dem Itaipu-Vertrag von 1973 musste Brasilien bisher 5,1-mal mehr für den paraguayischen Anteil an Energie zahlen. Das neue Abkommen hebt den Multiplikator nun auf 15,3. Brasilien hatte sich 1973 vertraglich ein Vorkaufsrecht für die von Paraguay nicht benötigte Energie zusichern lassen. Dies führte zu Kritik des Nachbarn, welcher die trotz des Multiplikators von 5,1 immer noch günstige Energie über den freien Markt deutlich teurer an andere lateinamerikanische Länder verkaufen könnte. Die Regierung gab zudem bekannt, dass die Bevölkerung von dieser Preissteigerung nicht betroffen sein wird, da die öffentlichen Kassen die Mehrkosten finanzieren sollen. Durch die Preisanpassung möchte Brasilien entsprechend des Mercosur-Vertrags seiner moralischen Verpflichtungen gegenüber Paraguay gerecht werden und die Asymmetrien innerhalb des Wirtschaftsblocks ausgleichen. Am Dienstag (03.05.2011) soll das Projekt noch vom Parlament bestätigt werden und würde dann sofort in Kraft treten. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


05. April 2011 | Lateinamerika: Wachsende Besorgnis über nukleare Gefahren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Venezuela

Brasilien - Atomkraftwerk Angra 1 und 2 (Foto: Quetzal-Redaktion, mcm)Obwohl in Lateinamerika der Anteil der Kernenergie an der gesamten Energieerzeugung nur bei zwei Prozent liegt und die sechs Reaktoren, die von Argentinien, Brasilien und Mexiko betrieben werden, lediglich 1,1 Prozent des weltweit erzeugten Atomstroms produzieren, sorgt die nukleare Katastrophe in Fukushima auch dort für wachsende Besorgnis. Während in Mexiko vor allem die möglichen Auswirkungen von Erdbeben diskutiert werden, verweisen Kritiker in den beiden südamerikanischen Ländern auf die mangelhaften Planungen und Infrastrukturen im Fall von Störungen oder Unfällen. Bislang beabsichtigen aber weder die argentinische Präsidentin Cristiana Fernández de Kirchner noch ihre brasilianische Amtskollegin Dilma Rousseff, den Bau von weiteren Atommeilern, die Ende 2011 bzw. 2015 ans Netz gehen sollen, zu stoppen. Dies verwundert umso mehr, als die Kernkraftwerke Atucha 1 und Embalse (Argentinien; seit 1974 bzw. 1983 in Betrieb) sowie die beiden Anlagen in Angra do Reis (Brasilien; seit 1982 und 2000 in Betrieb) lediglich 6,2 bzw. 2,8 Prozent des nationalen Strombedarfs produzieren. In Mexiko liegt der Anteil des Atomstroms, der von den zwei Reaktoren in Laguna Verde (Bundesstaat Veracruz) geliefert wird, bei 4,6 Prozent. Venezuela hingegen hat die Ereignisse in Japan zum Anlass genommen, um in Sachen Atomenergie eine Politikwende zu vollziehen. Am 15. März erklärte Präsident Hugo Chávez, dass die Planungen für einen Nuklearreaktor, der mit russischer Hilfe entstehen sollte, suspendiert werden. Chile, das trotz der hohen Erdbebengefährdung ähnliche Intentionen verfolgte, hat vorerst derartige Vorhaben auf Eis gelegt. Auch in Mexiko ist fraglich, ob angesichts der jüngsten Ereignisse die bis 2024 vorgesehene Steigerung des Anteils von Atomstrom an der Gesamtenergieerzeugung auf 35 Prozent umgesetzt wird. Selbst wenn das optimistischste Szenario eintreten sollte, nach dem der Anteil der in Lateinamerika produzierten Atomenergie bis 2030 auf 5,6 Prozent der kontinentalen Stromerzeugung steigen könnte, läge dieser dann immer noch weit unter dem globalen Durchschnitt von 14,4 Prozent (zum Vergleich: 14,2 Prozent im Jahr 2009, erzeugt in insgesamt 439 Kernreaktoren weltweit). (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, mcm)


10. März 2011 | Brasilien: Politikwechsel gegenüber Iran | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Der Palacio Itamaraty in Brasilia - Foto: acmoraesVergangenen Montag traf sich Maria Nazareth, Leiterin der ständigen Vertretung Brasiliens bei den Vereinten Nationen (UNO), mit der iranischen Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi. Experten deuten das Gespräch als Zeichen einer Neuorientierung der brasilianischen Außenpolitik gegenüber Iran und Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad. Die Haltung des ehemaligen Präsidenten Lula da Silva zum iranischen Atomprogramm und der Regierung Ahmadinedschads hatte in den letzten Jahren weltweit für Kopfschütteln gesorgt. Während eines Staatsbesuchs in Brasilien im November 2009 gratulierte Lula dem iranischen Präsidenten zu seinem einwandfreien Wahlsieg und bezeichnete die aufbegehrende Opposition als schlechte Verlierer. Der freundschaftliche Umgang Lulas mit Ahmadinedschad war Anlass für lautstarke Kritik im In- und Ausland. Präsidentin Dilma Rousseff, die mit der Unterstützung des populären Vorgängers im Oktober 2010 ins Amt gewählt worden war, distanzierte sich bereits im Dezember in einem Interview mit The Washington Post von Lulas Außenpolitik vis-à-vis Iran und kündigte an, Menschenrechtsfragen und besonders Steinigungen verstärkt zu thematisieren. Während des Gesprächs, das im Rahmen einer Tagung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen in Genf stattfand, lobten Ebadi und die geladenen Menschenrechtsorganisationen die Zusammenarbeit mit Nazareth und begrüßten die Position der neuen Regierung. (Bildquelle: acmoraes)


01. Februar 2011 | Brasilien, Argentinien: Die brasilianische Präsidentin Rouseff reist ins Nachbarland | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zu Besuch in Argentinien - Foto: Presidencia Argentina.jpgBrasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reiste gestern zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Argentinien. Begleitet von sieben Ministern zielte ihre Visite vor allem auf den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Während des Aufenthalts der brasilianischen Politikerin wurden 14 Verträge unterzeichnet, die die Kooperation auf verschiedenen Gebieten regeln: Atomwirtschaft, Biokraftstoffe, Infrastruktur, sozialer Wohnungsbau, Energie und Handel. Argentinien ist vor allem bestrebt, das Außenhandelsdefizit mit Brasilien in Höhe von 4 Milliarden Dollar auszugleichen. Rousseff versprach, den brasilianischen Markt noch stärker für argentinische Güter und Dienstleistungen zu öffnen. Die Präsidentinnen betonten nach ihrem Treffen den Willen, die von ihren Vorgängern Nestor Kirchner und Lula da Silva geschaffenen guten Beziehungen zwischen beiden Ländern weiterhin zu pflegen. Auf Wunsch Rousseffs kam es in Buenos Aires auch zu einem Treffen mit Vertreterinnen der Mütter und Großmütter der Plaza de Mayo (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


13. Januar 2011 | Brasilien: Bau von Garabí so gut wie beschlossen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Landkarte Gebiet für Garabi Staudamm (Foto: Public Domain)

Während seines Besuchs in Argentinien am Montag verhandelte Brasiliens Außenminister Antonio Patriota neben den Einzelheiten des anstehenden Besuchs von Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff auch den Bau des Staudamms von Garabí am Río Uruguay. Die brasilianische Presseagentur Agência Brasil informierte, dass während des Treffens der Vertreter beider Staaten der Bau des Wasserkraftwerks Garabí in den argentinischen Provinzen Misiones und Corrientes und im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul beschlossen wurde. Der Bau des Staudamms soll im Jahr 2012 beginnen und es müssen dafür etwa 30.000 Hektar Land geflutet werden. Es wird damit gerechnet, dass Garabí 2.900 Megawatt produzieren wird. In den betroffenen Regionen machen sich die Menschen viele Sorgen, was die negativen Folgen eines solchen Megaprojektes angeht. Besonders besorgniserregend sind die massiven Umsiedlungen von Familien sowie der Verlust von Biodiversität und Ackerland. Die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Projektes sowie die zu erwartenden hohen Ausgaben lassen Gegner die Durchführbarkeit dieses Vorhabens bezweifeln. „Während über den Bau von Garabí geredet wird, funktioniert das argentinisch-uruguayische Wasserkraftwerk Salto Grande am selben Fluss wegen Wassermangels kaum“, sagte Jorge Cappato von der Stiftung Proteger in Argentinien gegenüber Tierramérica. (Quelle: Public Domain)


02. November 2010 | Brasilien: Dilma Rousseff erste Frau im Präsidentenamt Brasiliens | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Luiz Inácio Lula da Silva mit Dilma Rousseff, seiner Nachfolgerin im Präsidentenamt Brasiliens (Foto: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert)Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts (Tribunal Superior Eleitoral) hat Dilma Rousseff mit 56,05 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen den zweiten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen klar gegen José Serra, den früheren Gouverneur von São Paulo, gewonnen (43,95%). Insgesamt haben 78,5 Prozent von ca. 135,6 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Die ehemalige Kabinettschefin tritt damit die Nachfolge ihres Parteikollegen (PT) und Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva an, welcher gemäß der Verfassung nicht ein drittes Mal hintereinander zum Staatsoberhaupt gewählt werden darf. Die Ex-Guerillera profitiert zunächst nicht nur von den hohen Sympathiewerten ihres Vorgängers, sondern auch von einer Wirtschaftsentwicklung, die ihresgleiches auf dem amerikanischen Kontinent sucht. Darüberhinaus wird ebenfalls die Reduzierung von Armut, Kindersterblichkeit, Unterernährung und Analphabetismus weit oben auf ihrer Agenda stehen, war es doch gerade Lula, der die Einnahmen aus den Rohstoffexporten über Transferprogramme wie “bolsa familia” oder “fome zero” großen Teilen der Gesellschaft zukommen ließ. Für die Technokratin gilt es jedoch umso mehr, ein eigenes Profil aufzubauen, um so aus dem Schatten ihres charismatischen Ziehvaters zu treten. Nur so wird sie bei den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2014, wo zudem die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien stattfinden wird, eine Chance haben. (Bildquelle: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert)


04. Oktober 2010 | Brasilien: Keine Entscheidung im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Keine Entscheidung im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen 2010 zugunsten von Dilma Rousseff, der Kandidatin der Regierungspartei PT (Foto: Agencia Brasil)Dilma Rousseff (PT, Kandidatin der Regierungspartei) scheiterte knapp daran, die Präsidentschaftswahlen am 3. Oktober bereits im ersten Wahlgang für sich zu entscheiden. Mit 46,91% der Stimmen hat sie sich jedoch deutlich gegenüber dem zweitplatzierten José Serra (PSDB), der 32,61% erreichte, durchgesetzt. Die Überraschung allerdings kam von der Grünen Partei (PV). Mit ihrer Kandidatin Marina Silva, die mit knapp 20% doppelt so viel Stimmen bekommen hat, wie noch am Anfang des Jahres prognostiziert wurde. Die “Grüne Welle” (onda verde) verlieh ihr vor allem in den letzten zehn Tagen einen deutlichen Imagegewinn und machte sie so 5,5 Prozentpunkte beliebter in den Umfragen. Dagegen verlor Rousseff ca. 7 Prozentpunkte, wohingegen Serra ebenfalls von einer Steigerung um 1,7 Prozentpunkte profitierte. Dieses entscheidende Quorum kam für die Kandidatin der Grünen besonders von der neuen sogenannten C-Klasse (Familien mit einem monatlichen Einkommen zwischen 1.020 und 2.550 Reais [ca. 400 bis 1.000€]), welche traditionell Stammwähler der Arbeiterpartei waren. Als Ironie des Schicksals trug diese Wählerschaft, die sich stark unter Lula entwickelte, dazu bei, dass Dilma Rousseff nun im zweiten Wahlgang am 31. Oktober erneut um die Gunst der Wähler werben muss. Vor der Stichwahl gilt es für Serra und Rousseff, um die Sympathien und Unterstützung durch Marina Silva und ihre Anhänger zu kämpfen. Die ehemalige Umwelministerin hat sich aber bis jetzt noch nicht zu Gunsten eines Kandidaten festgelegt. Bei den gleichzeitig stattgefundenen Kongresswahlen hat die Arbeiterpartei (PT) 88 von 513 Sitzen bekommen und ist somit die Partei, welche im Kongress am stärksten repräsentiert ist. Zusammen mit ihren Koalitionspartnern vereinigt die Regierungsfront 60% der Sitze, ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten gegenüber den Wahlen 2006. Leider haben die Wahlen in Brasilien auch ihre Schattenseiten. Der meistgewählte Abgeordnete ist z.B. ein ehemaliger Clown, der mit dem Wahlslogan “Schlimmer als es schon ist, geht’s nicht mehr” 1.353.820 der Stimmen bekam. (Bildquelle: Agencia Brasil)


10. September 2010 | Lateinamerika: Chile und Brasilien besitzen den besten Wettbewerbsfähigkeitsindex | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Chile und Brasilien besitzen den besten Wettbewerbsfähigkeitsindex (Foto: Quetzal-Redaktion, ecm)In der am 9. September 2010 veröffentlichten Studie des Weltwirtschaftsforums über die wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt erzielten Chile mit Platz 30 und Brasilien mit Platz 58 die besten Bewertungen in Lateinamerika. Vergleicht man Brasilien mit anderen aufstrebenden Entwicklungsländern der sogenannten BRIC-Staaten, dann belegt das größte Land Lateinamerikas hinter China (27.) und Indien (51.) lediglich den dritten Platz und lässt somit nur Russland (63.) hinter sich. Die schlechte Platzierung Brasiliens (minus 2 Plätze) korreliert jedoch mit den Entwicklungen anderer wirtschaftlich bedeutender lateinamerikanischer Staaten. Beispielsweise verlor Mexiko sechs Positionen und belegt nur noch Rang 66. Auch Argentinien hat sich von Platz 85 auf 87 verschlechtert. Insgesamt wurden für den globalen Wettbewerbsbericht 139 Länder anhand von 12 Kriterien analysiert. Diese 12 Säulen der Konkurrenzfähigkeit sind unter anderem: Qualität der Infrastruktur, Gesundheit und Bildung, makroökonomisches Umfeld, Innovationsfähigkeit von Unternehmen, Rechtssicherheit sowie Arbeitsmarkteffizienz. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


09. September 2010 | Brasilien: Notstand in 14 Bundesstaaten wegen Waldbränden ausgerufen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Notstand in 14 Bundesstaaten wegen Waldbränden ausgerufen - Foto: Contando EstrelasDie brasilianische Regierung hat am Montag wegen der steigenden Zahl an Waldbränden den Umweltnotstand in 14 Bundesstaaten sowie im Distrikt der Hauptstadt Brasilia (Distrito Federal) ausgerufen. Die Bundesstaaten sind: Amapá, Amazonas, Ceará, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Rondônia, Roraima, Pará, Piauí, Tocantins, Bahia, Goiás und Minas Gerais. Das Dekret erlaubt den Regionalbehörden, Kräfte zur Brandbekämpfung ohne vorherige Ausschreibungen einzustellen. Nach dem Bericht der INPE (Instituto de Pesquisas Espaciais) gibt es heute insgesamt 1 615 Brandherde in Brasilien. Die am schwersten betroffenen Staaten sind: Mato Grosso (953), Rondônia (180), Mato Grosso do Sul (122) und Pará (103). Außerdem wies der INPE darauf hin, dass die Waldbrände, die im Juni begannen, noch bis November andauern könnten. Die Ursache der Brände liegt einmal mehr darin, dass Brandrodungen außer Kontrolle gerieten. Die zur Zeit herrschende, extreme Trockenheit trägt das ihre zu einer rasanten Ausbreitung der Flammen bei. In einigen Gebieten, wie dem Nationalpark von Emas in Goiás, wurde 90 Prozent der Vegetation zerstört. Ein Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass es im Zeitraum vom 01. Januar bis zum 31. August 148 Prozent mehr Brandherde (insgesamt 45.860, darunter 12.500 Waldbrände) gab (Bildquelle: Contando Estrelas).


01. September 2010 | Brasilien: Abholzung des Regenwaldes im Amazonas geht weiter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Abholzung des Regenwaldes im Amazonas geht weiter - Foto: ABrWie die brasilianische Weltraumbehörde INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais) gestern bekannt gab, verlor der Amazonas-Urwald im Juli diesen Jahres 485 Quadratkilometer durch Abholzung. Trotz der noch immer relativ hohen Zahl bedeutet dies einen Rückgang der Rodungen um 42 Prozent im Vergleich zum selben Monat des vergangenen Jahres. Die INPE hat die Information durch das System zur Echtzeitkontrolle von Rodungen DETER (Sistema de Detecção de Desmatamento em Tempo Real) zugänglich gemacht. Dieses System ermöglicht durch die Beobachtung auf Basis von Satellitenaufnahmen, das Datenmaterial über forstliche Tätigkeiten fortlaufend zu aktualisieren. Nichtsdestotrotz wies die INPE darauf hin, dass die Rodungen im Amazonasgebiet dennoch höher sein könnten, weil der Satellit diese forstlichen Tätigkeiten wegen der Wolken nicht entdecken kann. Im Juli beispielsweise verdeckten Wolken 29 Prozent des Amazonasgebiets (Bildquelle: Agencia Brasil).


21. April 2010 | Brasilien: bereits 30 Millionen Impfungen gegen die Schweinegrippe (H1N1) | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: bereits 30 Millionen Impfungen gegen die Schweinegrippe, Offizielles Plakat der H1N1-Kampagne (Foto: Public Domain)Nach Aussagen des Gesundheitsministeriums haben sich in Brasilien bereits 30 Millionen Menschen gegen die Schweinegrippe (H1N1) impfen lassen. Insgesamt können sich die Brasilianer landesweit an 36.000 Standorten gegen den Virus schützen lassen. Derzeit wird die Impfung für Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, chronisch Kranke unter 60 Jahren, Schwangere sowie Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren angeboten. Als erste Gruppe wurden zunächst alle Mitarbeiter im Gesundheitssystem sowie Teile der indigenen Bevölkerung gegen H1N1 geimpft. In Umfragen lehnen zwar lediglich drei Prozent der Befragten eine Impfung ab bzw. geben sieben Prozent Angst vor Nebenwirkungen an, dennoch sind nicht alle Brasilianer von der Impfung überzeugt. Die Regierung hingegen versucht durch zahlreiche Maßnahmen ihr selbst gestecktes Ziel von 90 Millionen Impfungen gegen die Schweinegrippe innerhalb von zwei Monaten zu erreichen. Vorab wurden nicht nur die Importzölle von zwei Prozent komplett aufgehoben, sondern auch eine Internetplattform eingerichtet, auf welcher sich die Interessierten registrieren können, um dann eine Email mit ihrem Impftermin und -ort zu erhalten. Des Weiteren wird durch die Reduktion der Mindesthaltbarkeitsdauer von 18 auf sechs Monate versucht, die Anzahl der Skandale zu verringern, bei denen den Menschen verfallener oder gefälschter Impfstoff injiziert wurde. Im Jahr 2009 sind in Brasilien mehr als 2.000 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Im ersten Quartal 2010 wurden, bedingt durch die Sommermonate, mit 50 Fällen offiziell deutlich weniger Tote registriert. (Bildquelle: Public Domain)


08. April 2010 | Brasilien: 153 Tote durch Überschwemmungen in Rio de Janeiro | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Niteroi Erdrutsch (Foto: Beto Padilha)Seit Montag (05.04.10) Nachmittag regnet es in Rio de Janeiro und Umgebung.  Wegen der fehlenden Infrastruktur (um die Wassermengen abzuleiten), der prekären Lage der Häuser in den Armenvierteln und den unkontrollierten Bau von Gebäuden in ökologisch geschützten Zonen sind die stärksten Regenfälle seit 1966 zur Katastrophe geworden. An einem Tag fielen 288 Liter Regen je Quadratmeter, der größte je gemessene Wert für Rio seit Beginn der Messung vor 40 Jahren. Bereits am Dienstag (06.04.) wendete sich Bürgermeister Eduardo Paes an die Cariocas und gab offiziell den Stillstand des öffentlichen Lebens bekannt: Schulen blieben geschlossen, alle kulturellen Veranstaltungen wurden abgesagt und die Empfehlung ausgegeben, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten sowie von der Nutzung des Autos abzusehen. Durch diese Maßnahmen sollte die Feuerwehr mehr Platz zum Arbeiten bekommen, um sowohl die Straßen von den umgefallenen Bäumen befreien als auch Menschen, die in den Schlammmassen vermisst werden, retten zu können. Am vierten Tag der Naturkatastrophe zählt die Regierung 153 Tote und ca. 60 Vermisste. Am stärksten waren die Favelas in Niterói, einem Vorort von Rio de Janeiro, betroffen. Letzte Nacht begrub ein Erdrutsch ca. 200 weitere Menschen und zahlreiche Häuser. Die Bergung wird aller Voraussicht nach den ganzen Tag andauern. Es gibt jedoch noch weitere Häuser in Rio, die in Risikogebieten stehen. Die Stadtverwaltung will die Möglichkeit zu Umsiedlungen nutzen, stößt dabei aber auf Gegenwehr durch die Einwohner. Die neuen Siedlungen seien zu weit weg, und es fehle an Infrastruktur. Von den Überschwemmungen waren diesmal auch noble Häuser betroffen. Die Bodenerosion gefährdet viele Gebäude, die an Berghängen gebaut wurden. Dazu äußert sich die Stadtverwaltung, welche dem Bau zumindest indirekt zugestimmt hat, indem sie Grundsteuern erhebt, hingegen kaum. Der Regen wird nach Angaben der Meterologen noch bis Sonntag andauern, soll aber jeden Tag an Stärke verlieren. Gleichzeitig sorgen sich die Cariocas jedoch über drei bis fünf Meter hohe Wellen, welche am Wochenende die Küste von Rio de Janeiro erreichen sollen. (Bildquelle: Beto Padilha)


24. Februar 2010 | Brasilien, Kuba: Lula zu Staatsbesuch in Kuba | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Kuba

Brasilien, Kuba: Lula in Kuba - Foto: Agencia BrasilBrasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva traf zu einem Besuch in Havanna ein. Er folgt damit einer Einladung von Raúl Castro. Dieser Besuch ist Lulas vierte offizielle Visite in Kubas Hauptstadt und die letzte in seiner fast achtjährigen Amtszeit. Diese Reise diene, so heißt es, zum einen der Bekräftigung der Unterstützung des brasilianischen Präsidenten für die kubanische Revolution, zum anderen gehe es um die Hilfe für strategische Bereiche der kubanischen Wirtschaft. Lula wird sich mit kubanischen Repräsentanten treffen und danach die Modernisierung des Hafens von Mariel besichtigen. Die Arbeiten in Mariel, einem der wichtigsten Großprojekte in Kuba, werden von brasilianischer Seite mit Krediten in Höhe von 300 Mio Dollar unterstützt. Insgesamt hat Brasilien Kredite in Höhe von 1.000 Mio Dollar (740 Mio Euro) an Kuba genehmigt, wovon 350 Mio für den Kauf von Lebensmitteln bestimmt sind und 600 Mio für Initiativen zum Anbau von Reis und Zuckerrohr sowie für den Straßenbau und den Ausbau von Mariel. Die Klärung der Zahlungsmodalitäten ist ein weiteres Ziel dieser Reise. Miguel Jorge, der brasilianische Industrie- und Handelsminister, traf bereits vor Lulas Ankunft in Havanna ein, um die neuen Vereinbarungen vorzubereiten. Vor seiner Reise teilte Lula mit, dass es gemeinsame Projekte bezüglich des kubanischen Hotel- und Straßennetzes gäbe. Zudem sei Petrobras u.a. interessiert, in Havanna eine Fabrik für Schmierstoffe zu bauen. Ausdruck der engen Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten sind auch die mehr als 600 jungen Brasilianer, die derzeit in Kuba eine Ausbildung absolvieren (Bildquelle: Agencia Brasil).


22. Februar 2010 | Lateinamerika: Beginn des 21. Treffens der Rio-Gruppe in Cancún | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Ecuador, Noticias Lateinamerika, Noticias Venezuela

Eröffnung des 21. Treffens der Grupo de Rio in Cancún - Foto: José Almeida/Presidencia de EcuadorHeute beginnt im mexikanischen Cancún das 21. Treffen der Rio-Gruppe (Grupo de Río). Hauptthemen sind der Wiederaufbau Haitis, die Rückkehr von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die Gründung eines regionalen Blocks lateinamerikanischer und karibischer Staaten ohne die USA. Dieses dritte Anliegen wird vor allem vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und seinem bolivianischen Amtskollegen Evo Morales vorangetrieben. Argentinien sucht auf dem Treffen in erster Linie Unterstützung bei den lateinamerikanischen Staaten in der Auseinandersetzung um die geplante Erkundung von Rohöllagerstätten vor den Falklandinseln (Malvinas) durch Großbritannien. Brasilien, das noch immer nicht die neue Regierung in Honduras anerkennt, möchte sich für eine Wiederaufnahme des zentralamerikanischen Landes in die OAS aussprechen, sobald Maßnahmen der Versöhnung durch Präsident Porfirio Lobo getroffen werden. Ecuador plant dagegen die Gründung einer lateinamerikanischen Organization zur Eindämmung von Geldwäsche und Bekämpfung der Finanzströme des Terrorismus (Grupo de Acción Financiera, Gafi). Die Rio-Gruppe wurde 1986 gegründet. Ihr gehören 22 Staaten und die Karibische Gemeinschaft (CARICOM) an. Obwohl sie kein Sekretariat besitzt und in ihrer institutionellen Ausrichtung lediglich auf dem jährlichen Treffen der Regierungschefs beruht, sehen einige Politiker die Rio-Gruppe als Alternative zur OAS, weil die Konsultationen ohne die Vorherrschaft der USA erfolgen (Bildquelle: José Almeida/Presidencia de la República del Ecuador).


14. Februar 2010 | Brasilien: Gefängis nähe Rio de Janeiro ist heißester Ort Brasiliens | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Gefängis nähe Rio de Janeiro ist heißester Ort Brasiliens (Foto: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Nach einem Bericht der Reporter des Medienunternehmens GLOBO wurden mit 56,7 Grad Celsius am vergangenen Donnerstag 16 Uhr (11.02.2010) nicht etwa an der Copacabana die wahrscheinlich höchsten Temperaturen des Landes gemessen, sondern circa 60 Kilometer entfernt im Gefängnis von São Gonçalo. Zwar wurden zuvor als “Notmaßnahme” bereits zwei Klimaanlagen installiert, jedoch ohne Erfolg. Das Grundproblem besteht landesweit in der maßlosen Überfüllung der Gefängnisse, so dass in den meisten Zellen ein vielfaches an Straftätern untergebracht werden müssen. So auch in São Gonçalo, dem Gefängnis der Interstaatlichen Polizei (POLINTER), wo sich rund 700 Häftlinge auf zehn Zellen zu je 18 Quadratmeter aufteilen. Somit befinden sich im Schnitt 70 Personen in einen Raum, welche aufgrund des Platzmangels im Gefängnis selbst zudem nicht einmal regelmäßig Ausgang im Hof bekommen. Gemessen wurden die unmenschlichen Temperaturen während eines Kontrollbesuchs einer Gruppe von staatlichen Strafverteidigern. Trotz zahlreicher Inspektionen haben sich die Zustände bisher nicht verbessert, auch öffentliche Klagen – mit dem Ziel der Schließung der Haftanstalt von São Gonçalo – blieben bisher erfolglos. (Bildquelle: Agencia Brasil, Antonio Cruz)


31. Januar 2010 | Brasilien: Deutscher Transrapid-Traum zwischen São Paulo und Rio de Janeiro | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Deutscher Transrapid-Traum zwischen São Paulo und Rio de Janeiro (Foto: Allatka, Public Domain)In den aktuellen Diskussionen um die Erhaltung der Transrapid-Teststrecke im Emsland bis Ende 2011 (statt wie geplant bis zum Frühjahr 2010) rückt Brasilien ungewollt in den Mittelpunkt der Argumentation beider “Konfliktparteien”. Während die Industrie, vor allem ThyssenKrupp und Siemens, Abstand vom weiteren Betrieb der 31,8 Kilometer langen Teststrecke nimmt, plant die Bundesregierung hingegen den mindestens 40 Millionen Euro teuren Abbruch der Strecke um gut zwei Jahre nach hinten zu verschieben. Begründet wird dieser Schritt mit dem für Mai in Brasilien geplanten Bieterverfahren über die ca. 500 Kilometer lange Strecke zwischen Campinas, São Paulo und Rio de Janeiro. Für das Verkehrsministerium wäre ein Abbau des Prestigeprojekts jedoch ein schlechtes Signal an die potentiellen Verhandlungspartner. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) plant daher weitere neun Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Aus brasilianischer Sicht zeigte sich Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zwar begeistert von der Technologie der Magnetschwebebahn, die tatsächliche Umsetzung der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den größten Metropolen Brasiliens gilt aber noch nicht annähernd als gesichert. Einerseits erhöhen sich durch die Fussball-Weltmeisterschaft 2014 sowie die boomende Wirtschaft die Chancen auf den Bau der Strecke, andererseits existieren die Pläne bereits mehrere Jahrzehnte und werden zu gegebenen Anlässen stets revitalisiert. Der Transrapid mit einer Betriebsgeschwindigkeit von bis zu 430 Stundenkilometern hat die deutsche Regierung bisher ca. 1,2 Milliarden Euro gekostet und befindet sich bisher lediglich auf einer 32 Kilometer langen Strecke in Shanghai (China) im Einsatz. (Bildquelle: Allatka, Public Domain)


24. Januar 2010 | Brasilien: Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) verbietet Solarien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) verbietet Solarien (Foto: Agencia Brasil, Elza Fiuza)Bereits vor mehr als zwei Monaten (11. November 2009) hatte die nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Agência Nacional de Vigilância Sanitária, Anvisa) landesweit die Nutzung von auf ultravioletter Strahlung basierenden Geräten zur künstlichen Bräunung verboten. Nachdem die brasilianische Vereinigung für künstliche Bräunung (Associação Brasileira de Bronzeamento Artificial, Abba) jedoch Einspruch gegen diese Regelung einreichte, durften die Schönheitssalons die Geräte weiterhin ihren Kunden zur Verfügung stellen. Am vergangenen Freitag (22. Januar 2010) wurde dieser Einspruch nun mit der Begründung abgelehnt, dass die Gesundheit der Brasilianer wichtiger als die Ausübung der Berufsfreiheit ist. Die Entscheidung von Anvisa basiert auf zahlreichen wissenschaftlichen Studien, welche nachweisen konnten, dass die Nutzung von Solarien mit ultravioletter Strahlung (UV-Licht) das Hautkrebsrisiko deutlich erhöht. Nach Angaben des nationalen Krebsinstituts (Instituto Nacional do Câncer, Inca) ist der Hautkrebs für 25 Prozent aller auftretenden bösartigen Tumore verantwortlich. Bisher war lediglich Minderjährigen unter 16 Jahren und Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren ohne Erlaubnis der Eltern die Nutzung der Bräunungsgeräte verboten. Das Verbot wird nach Aussagen von Anvisa zudem mit den fehlenden Möglichkeiten zur Wartung und Kontrolle der landesweit mehr als 5.000 Sonnenbänke begründet. Sofern die Geräte weiter genutzt werden sind Strafen von 2.500 Reais (ca. 1.000€) bis 1,5 Millionen Reais (ca. 600.000 €) vorgesehen. (Bildquelle: Agencia Brasil, Elza Fiuza)


17. Januar 2010 | Brasilien: Wahlgerichtshof will Parteien zur Offenlegung der Herkunft von Spenden verpflichten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Oberster Wahlgerichtshof will Parteien zur Offenlegung der Herkunft von Spenden verpflichten (Foto: Quetzal-Redaktion, ecm)Der Oberste Wahlgerichtshof Brasiliens hat eine Regelung vorgeschlagen, welche vorsieht, dass die Parteien zukünftig die Herkunft von Spenden für ihre Kandidaten offen legen müssen. Die Resolution soll am 3. Februar 2010 in einer öffentlichen Sitzung diskutiert und im Anschluß daran an die Plenarsitzung weitergeleitet werden. Weiterhin ist geplant die Gelder während des Wahlkampfes auf einem separaten Bankkonto zu hinterlegen. Die Kandidaten und Parteien dürfen derzeit u.a. Spenden von natürlichen Personen, Firmen und anderen Parteien bzw. Kandidaten annehmen. Zudem sind Ihnen Einnahmen aus dem Verkauf von Eigentum und der Durchführung von Veranstaltungen gestattet. Darüber hinaus erhalten die Parteien zur Unterstützung der Wahlkampffinanzierung noch staatliche Zuwendungen aus dem Parteienfonds (Fundo Partidário). Natürliche Personen erhalten möglicherweise ebenfalls die Option Spenden per Kreditkarte (jedoch nicht von ausländischen oder staatlichen Kreditkarten) zahlen zu können. Insgesamt soll ein Bürger jedoch nicht mehr als 10 Prozent seines Einkommen des Jahres vor der Wahl spenden können. Der Vorschlag des Obersten Wahlgerichtshofs ist mehr als überfällig. Selbst der amtierende Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist während seiner achtjährigen Amtszeit mehrfach über Korruptionsfälle gestolpert. Aufgrund der starken Korruption ist es nicht einfacher geworden der ohnehin schon hohen Politikverdrossenheit der brasilianischen Bevölkerung entgegenzuwirken. Auf die Spitze getrieben wurde dies vor Weihnachten vom Gouverneur des Bundesdestrikts (Brasilia), José Roberto Arruda, welcher bei der Annahme von Bestechungsgeldern gefilmt wurde und anschließend im Fernsehen offiziell die Begründung gab, dass er mit dem Geld Weihnachtsgebäck (Panettones) kaufen wollte. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


10. Januar 2010 | Brasilien: Mindeslohn um 9,7 Prozent auf 510 Reais erhöht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Mindeslohn um 9,7 Prozent auf 510 Reais erhöht, Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (Foto: Agencia Brasil, Jose Cruz)Seit 1. Januar 2010 gilt in Brasilien der neue Mindestlohn von 510 Reais (ca. 200 Euro). Mit dem von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am 23. Dezember 2009 unterzeichneten Dekret wird der bis Dezember geltende Mindestlohn von 465 Reais (ca. 180 Euro) um 9,7 Prozent erhöht. Nach aktuellen Schätzungen der Zentralbank lag die Inflation, basierend auf dem erweitertem Verbraucherpreisindex (Índice de Preços ao Consumidor Amplo, IPCA), im Jahr 2009 bei 4,3 Prozent. Für 2010 wird die Inflationsrate auf 4,6 Prozent geschätzt und liegt somit unter der Erhöhung des Mindestlohnes, mit der Folge einer deutlichen Steigerung der Kaufkraft von sozial schwächeren Schichten. Aufgrund dessen, dass diese Bevölkerungsschicht in der Regel ihr komplettes verfügbares Einkommen für den Konsum verwendt, stimmuliert die Anpassung des Mindestlohns wiederum den Binnenkonsum, dank welchem Brasilien 2009 die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nicht in dem Ausmaß wie in anderen lateinamerikanischen Staaten zu spüren bekam. Da sich in Brasilien auch die Rentenzahlungen an der Entwicklung des Mindestlohns orientieren, muss die Sozialversichung nach Berechnungen des Gewerkschaftsinstituts für Statistik und sozioökonomische Studien, Dieese, zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 10,85 Milliarden Reais (4,25 Mrd. Euro) einplanen. Gemäß der Berechnungen führt die Anpassung des Mindestlohns um 1 Real zur Steigerung der Rentenausgaben um 241,1 Millionen Reais. Nach Schätzungen von Dieese wird sich die Erhöhung des “salário mínimo” auch positiv auf das Bruttoinlandsprodukt (+ 26,6 Milliarden Reais) auswirken. Mit dem Dekret wurde ebenfalls beschlossen, dass sich der Mindestlohn 2011 entspechend der Entwicklung des Verbraucherpreisindex (Índice Nacional de Preços ao Consumidor, INPC) erhöhen soll. Zusätzlich wird der Mindestlohn um die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, jedoch nur sofern dieses positiv ist, nach oben angepasst. (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz)


16. Dezember 2009 | Mercosur: Brasilien stimmt für Vollmitgliedschaft von Venezuela | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Lateinamerika, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay, Noticias Venezuela

Mercosur: Brasilien stimmt für Vollmitgliedschaft von Venezuela (Bildquelle: Public Domain)Am gestrigen Dienstag (15.12.2009) hat der brasilianische Senat der Aufnahme Venezuelas als Vollmitglied im südamerikanischen Wirtschaftsbündnis MERCOSUR (Gemeinsamer Markt des Süden) die Zustimmung erteilt. Nach einer mehrstündigen Debatte votierten am Ende 35 Senatoren für die Aufnahme Venezuelas und 27 dagegen. Nachdem der Verfassungs- und Justizausschuss des brasilianischen Parlaments (Unterhaus) bereits vor mehr als zwei Jahren (am 21.11.2007) mit 44 zu 17 Stimmen seine Zustimmung gab, muss die Vollmitgliedschaft nur noch durch den Kongress Paraguays ratifiziert werden. Aufgrund polemischer Äußerungen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gegenüber brasilianischen Parlamentariern und der von Kritikern angeführten Demokratiedefizite in Venezuela wurde die Abstimmung bisher stets vertagt. Im Gegensatz dazu argumentieren die Befürworter mit einer Steigerung der Exporte in das Nachbarland und weiteren Wettbewerbsvorteilen brasilianischer Unternehmen sowie mit den demokratischen Grundsätzen, welche für alle MERCOSUR-Mitglieder bindend sind. In Paraguay wird der Wirtschaftsverbund im März erneut auf der Agenda des Parlaments stehen. Erfolgt hier ebenso die Zustimmung wäre es die erste vollwertige Erweiterung des MERCOSUR nach seiner Gründung im Jahr 1991. Bereits am 4. Juli 2006 hatten sich die Präsidenten der vier Mitgliedsländer Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay auf eine Erweiterung geeinigt. Mit Venezuela könnte das Bündnis seine Einwohnerzahl von 247,4 Millionen auf 275,8 Millionen steigern. Bezogen auf die Wirtschaftskraft würde das Bruttoinlandsprodukt von ca. 1600 Milliarden US-Doller auf ca. 1826 Milliarden US-Doller (Quelle: CEPAL, Anuario estadístico de América Latina y el Caribe, 2008) ansteigen und demzufolge 77 Prozent, d.h. 10 Prozentpunkte mehr, des südamerikanischen Kontinents ausmachen. (Bildquelle: Public Domain)


22. November 2009 | Brasilien: Brasilianer lesen im Schnitt nur ein Buch pro Jahr | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien - Institut Pro Livro - Brasilianer lesen im Schnitt nur ein Buch pro Jahr (Foto: Agencia Brasil, Elza Fiuza)Gemäß einer Untersuchung des Instituts “Pró-Livro” lesen die Brasilianer nur 1,3 Bücher im Jahr. 5.000 Probanten aus allen Bundesstaaten nahmen 2007 an der Umfrage teil und gaben Details zu ihrem Leseverhalten preis. Demzufolge gibt es in Brasilien 77 Millionen Nichtleser, davon sind jedoch 21 Millionen Menschen Analphabeten. Als Nichtleser werden der Studie zufolge jene Menschen deklariert, die in den letzten drei Monaten kein Buch gelesen haben oder nur sehr unregelmäßgi zu einem Buch greifen. Die Leser summieren sich auf insgesamt 95 Millionen Brasilianer, welche dann im Durchschnitt etwas mehr als ein Buch pro Jahr lesen. Im Vergleich dazu sind es in Kolumbien 2,4 und in Frankeich sieben. Bezieht man ebenfalls didaktische Bücher mit ein, so erhöht sich die Zahl in Brasilien auf im Schnitt 4,7. 75 Prozent der Befragten sagten, dass sie es genießen Bücher zu lesen, während 22 Prozent dies lediglich aus einer Pflicht heraus tun. Von den Teilnehmern mit Universitätsabschluß sind lediglich zwei Prozent Nichtleser und 20 Prozent gaben an, zwischen vier und zehn Stunden pro Woche zu lesen. Da dieser Wert jedoch vom aktuellen Bildungsgrad abhängig ist, fällt dieser Wert bei Abiturienten entsprechend auf 12 Prozent. Generell hat Brasilien aber mit dem Problem zu kämpfen, dass sich nur Besserverdienende regelmäßig leisten können Bücher zu kaufen, wodurch die Zahlen etwas relativiert werden müssen. Zudem sind Biblotheken nicht unmittelbarer Bestandteil des Alltags. Zum einen fehlen Investitionen in die Infrastruktur, zum anderen ist das Angebot beschränkt. (Bildquelle: Agencia Brasil, Elza Fiuza)


11. November 2009 | Brasilien, Paraguay: Stromausfall in Itaipú offenbart Nachteile der zentralen Energieversorgung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Brasilien, Paraguay: Stromausfall in Itaipú offenbart die Nachteile der zentralen Energieversorgung - Foto: Rose Brasil, ABrEin Stromausfall riesigen Ausmaßes erfasste gestern Abend gegen 22 Uhr (Ortszeit) weite Teile Brasiliens und Teile Paraguays. Fast ein Viertel der Bevölkerung, knapp 50 Millionen Menschen, waren von dem Stromausfall betroffen. Besonders heikel erwies sich die Lage in Sao Paulo und Rio de Janeiro, wo aufgrund der hohen Kriminalitätsrate die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt wurde. Lichter erloschen, und der Autoverkehr brach zusammen. Angesichts der chaotischen Umstände rief der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eine Krisensitzung ein, um die Ursachen für den Stromausfall zu benennen. Brasiliens Energieminister Edison Lobao beeilte sich zu versichern, dass das System nicht empfindlich, sondern das sicherste der Welt sei. Allerdings wurden in Brasilien schon öfter massive Stromausfälle registriert. Und erneut dürfte die Ursache im Kraftwerk Itaipú liegen, das knapp 25 Prozent des brasilianischen Stroms produziert. Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse führte ein Kurzschluss dazu, dass das Kraftwerk vorübergehend ausgefallen ist und dann erst wieder hochgefahren werden musste. Dadurch kam es zu einem plötzlichen Ausfall von 17.000 Megawatt. Kritiker sehen das als Beleg für die prekäre Energiesicherheit, in der sich Brasilien befindet. Statt weiter auf stark zentralisierte, riesige Wasserkraftwerke zu setzen, sollte das Land stärker das Potential von Windkraft, Sonnenenergie oder Biomasse nutzen (Bildquelle: Rose Brasil, Agencia Brasil).


25. Oktober 2009 | Brasilien: Raubmord und korrupte Polizei in Rio de Janeiro durch Überwachungsvideo belegt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Raubmord an Evandro Joao da Silva und korrupte Polizei in Rio de Janeiro durch Überwachungsvideo belegt (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato)Vergangenen Sonntag (18.10.09) gegen 1 Uhr nachts Ortszeit wurde der Projektkoordinator der Nichtregierungsorganisation AfroReggae, Evandro João da Silva, bei einem Raubüberfall in der Innenstadt von Rio de Janeiro ermordet. Im Gegensatz zu anderen Überfällen dieser Art wurde der Vorfall in den letzten Tagen aufgrund der von Überwachungskameras aufgenommenen Bilder sehr stark in den Medien thematisiert. Die Bilder zeigen u.a. ein Polizeiauto mit zwei Polizisten (beide waren die nächtlichen Einsatzleiter für den 13. Bezirk), das an dem Tatort vorbeifuhr. Dabei leisteten die Polizisten keine Hilfe, mit der späteren Begründung, dass es sich wohl um einen Bettler handelte. Wenige Meter weiter stellten die Polizisten die beiden Räuber aus dem Auto heraus mit einer Waffe. Anstatt diese jedoch zu verhaften, nahmen Sie mit einem Paar Turnschuhe und einer Jacke nur deren Beute, und ließen die Mörder laufen, alles belegt durch Überwachungskameras. Evandro João da Silva hätte vermutlich gerettet werden können, denn auf den Aufnahmen versuchte er durch Handbewegungen auf sich aufmerksam zu machen. Der Krankenwagen traf jedoch erst eine Stunde und 20 Minuten später ein, dabei ist noch unklar, durch wen er letztlich gerufen wurde. Während sich der Generalkommandeur für die Tat der Kollegen entschuldigte und Ermittlungen ankündigte, ging der Pressesprecher der Polizei von Rio nur kurz darauf an die Öffentlichkeit und versuchte den Fall herunterzuspielen. Es handele sich laut seinem Kommentar nur um einen Verhaltensfehler. Der Gouverneur von Rio de Janeiro, Sergio Cabral, sprach daraufhin die Kündigung des Pressesprechers und die Bestrafung der Polizisten aus. Zudem soll noch untersucht werden, wie es sein kann, dass die Polizei nach so kurzer Zeit am Tatort war und die Täter so schnell frei lies. Hier wird vermutet, dass Polizei und Kriminelle bereits eine länger andauernde Geschäftsbeziehung zueinander haben könnten. Die zwei korrupten Polizisten sind bereits in Untersuchungshaft. (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato)


16. Oktober 2009 | Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Costa Rica, Noticias Ecuador, Noticias El Salvador, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest - Foto: Nicolás Lope de BarriosNach dem 18. und letzten Spieltag der südamerikanischen Qualifikationsgruppe für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika stehen die qualifizierten Teams fest. Brasilien sicherte sich mit 34 Punkten als erstplatzierte Mannschaft das Ticket vor Chile (33 Pkt.), Paraguay (33 Pkt.) und Argentinien (28 Pkt.). Uruguay wurde mit 24 Punkten Fünfter und muss nun in einem Entscheidungsspiel gegen Costa Rica, das viertplatzierte Team der Nord-, Mittelamerika- und Karibikgruppe (CONCACAF), spielen. Knapp hinter Bolivien landete Peru auf dem letzten Platz der Qualifikationsgruppe. Während Brasilien, Chile und Paraguay schon am vorletzten Spieltag als WM-Teilnehmer feststanden, lösten die Argentinier die Fahrkarte erst am letzten Spieltag im “Bruderduell” mit einem Auswärtssieg in Uruguay. Einen Sieg von Uruguay und von Ecuador gegen Chile vorausgesetzt, hätten sich die Argentinier die WM zu Hause vor dem Fernseher anschauen müssen. Ecuador wiederum hätte sich, bei einem Sieg über Chile, statt Uruguay für das Relegationsspiel gegen die “Ticos” qualifiziert. Ein große Überraschung gab es auch in der CONCACAF-Gruppe, wo sich Honduras hinter den USA und Mexiko nach 27 Jahren wieder für die WM qualifizierte. Wie Argentinien lösten die Honduraner das Ticket mit einem 1:0 Auswärtssieg in El Salvador, bei gleichzeitiger Hilfe durch die USA, die zu Hause 2:2 gegen Costa Rica spielten. Honduras, das wie Costa Rica auf 16 Punkte kommt, weist den Ticos gegenüber eine leicht bessere Tordifferenz auf. De facto-Präsident Micheletti nutzte diesen Erfolg gleich aus, indem er den darauffolgenden Tag (Donnerstag) umgehend zum Feiertag erklärte, was aber sicher auch ein amtierender Präsident Zelaya getan hätte (Bildquelle: Nicolás Lope de Barrios).


04. Oktober 2009 | Brasilien: Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Bildquelle: Agencia Brasil/Ricardo Stuckert)Am Freitag (02.10.2009) wurde in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen entschieden, dass Rio de Janeiro der Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2016 sein wird. Die brasilianische Metropole setzte sich dabei gegen Chicago (USA), Tokio (Japan) und Madrid (Spanien) durch. Nach dem überraschend vorzeitigen Ausscheiden von Chicago, dass u.a. durch Michelle und Barack Obama vertreten wurde, war der gemäß den Medien größte Konkurrent Brasiliens aus dem Rennen. Im letzten Wahlgang konnte sich Rio de Janeiro mit 66 zu 32 Stimmen deutlich gegen Madrid durchsetzen. Eine ausschlaggebender Punkt war sicherlich, dass bisher noch nie ein olympisches Turnier in Südamerika statt gefunden hat. Die Entscheidung wurde in Copacabana durch ca. 30.000 Cariocas begleitet, die dank des zuvor in Rio ausgerufenen Feiertages, am Strand mitfiebern konnten. Die offizielle Feier fand am Sonntag (04.10.2009) mit der Ankunft der brasilianischen Delegation statt. Trotz des Jubels wies der brasilianische Präsident Lula darauf hin, dass das Land und die Stadt noch mehrere Auflagen erfüllen müssen. Dazu zählen z.B. die Lösung des Verkehrsproblems in Rio und die Sicherheit der Athleten während des Turniers. Das Organizationskomitee gab bereits bekannt, dass es zunächst ein Etat von ca. 700 Mio. US$ besitzt und die Ausgaben transparent auf einer Internetseite der Stadt veröffentlichen wird. (Bildquelle: Agencia Brasil, Ricardo Stuckert)


27. September 2009 | Honduras: Putschregierung stellt Brasilien Ultimatum | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Honduras

Honduras: Putschregierung stellt Brasilien Ultimatum, Manuel Zelaya in der brasilianischen Botschaft (Bildquelle: teleSUR)Am gestrigen Samstag (26.09.2009) hat die De-facto-Regierung von Roberto Micheletti der brasilianischen Regierung ein Ultimatum von 10 Tagen gesetzt, um den “Status von Zelaya” zu klären. Zelaya befindet sich nun schon seit gut sieben Tagen in der brasilianischen Botschaft und versucht von dort seine Anhänger zu mobilisieren. Trotz Ausgangssperre versammelten sich landesweit mehrere Tausende Anhänger der Zelaya-Rgierung zu Protesten. Diese wurden jedoch gewaltsam aufgelöst, wodurch es nach offiziellen Angaben bisher zu mindestens zwei Toten und mehreren dutzend Verletzten kam. Gemäß inoffiziellen Quellen sind diese Zahlen deutlich höher. Die De-facto Regierung sieht die Schuldigen hingegen in Manuel Zelaya mit seinen Aufrufen zu “zivilem Ungehorsam” und dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, welcher ihn uneingeschränkt unterstützt. Gleichzeitig belagern hunderte Polizisten und Militärs die Botschaft, um den Druck auf Zelaya weiter zu verschärfen. Neben der Unterbrechung der Strom- und Wasserversorgung werden auch sogenannte Schallkanonen, ein Geschenk der israelischen Regierung, eingesetzt, mit dem Ziel, die mobilen Telefonverbindungen zu stören. Auch vor dem Einsatz von Rauchbomben, die damit die diplomatische Immunität verletzen, wurde nicht zurückgeschreckt. Erste Meldungen, dass es sich dabei um Giftgas handelte, konnten bis jetzt noch nicht eindeutig geklärt werden. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte dieses Verhalten bereits (25.09.2009), betonte jedoch, dass er nichts unternehmen kann, sofern die Botschaft nicht direkt angegriffen bzw. gestürmt wird. Unterdessen kam es auch zu einem ersten Treffen zwischen Zelaya und den Präsidentschaftskandidaten von vier Parteien, die zuvor den Putsch unterstützt hatten. Des Weiteren kündite die EU an (26.09.09), durch die erneute Entsendung der Botschafter aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien (die einzigen vier Länder mit Botschaften inTegucigalpa) bei den Vermittlungen helfen zu wollen. (Bildquelle: teleSUR_)


21. September 2009 | Brasilien: Dekret zum zukünftigen Anbau von Zuckerrohr erlassen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Eines der wichtigsten Anbauprodukte der brasilianischen Landwirtschaft: Zuckerrohr - Foto: Rufino UribeIn einem durch den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio “Lula” da Silva gestern erlassenen Dekret wurde der Anbau von Zuckerrohr für einen Großteil des nationalen Territoriums als nicht mit staatlichen Subventionen förderbar eingestuft. Damit sollen möglicherweise die ökologisch anfälligen Gebiete des Amazonas, des Pantanal und des Oberen Paraguay besser geschützt werden, auch wenn der Gesetzestext dies nicht ausdrücklich vermerkt. Stattdessen geht es um die Nachhaltigkeit des Zuckerrohranbaus.  Zu den wichtigsten Normen gehört, dass der Zuckerrohranbau nur noch dann staatlich gefördert werden kann, wenn er nicht mehr ausschließlich durch künstliche Bewässerung und nur noch in bereits für die Landwirtschaft erschlossenen Gegenden erfolgt. Durch diese und andere Direktiven summieren sich die für die Zuckerrohrproduktion nicht staatlich förderbaren Gebiete auf 81,5 Prozent der Landesfläche. Werden die für den Anbau von Zuckerrohr agrobiologisch ungeeigneten Landstriche noch abzogen, verbleiben circa 7,5 Prozent des nationalen Territoriums für die Produktion der Pflanze. Das Dekret wird von Umweltverbänden mehrheitlich positiv aufgenommen. Offen bleibt, ob eine ähnliche Gesetzesinitiative auch für den Sojaanbau vorgesehen ist. Denn derzeit erfolgt der Zuckerrohranbau auf 8,89 Millionen Hektar (etwa 1 Prozent des Landesterritoriums), der Sojaanbau jedoch auf 20,57 Millionen Hektar. Zudem sei vermerkt, dass die mögliche (und staatlich förderbare) Ausweitung des Zuckerrohranbaus um die “verfügbaren” 6,5 Prozent des Landesterritoriums unwiederbringliche Schäden an der Umwelt hinterlassen würde (Bildquelle: Rufino Uribe).


06. September 2009 | Südamerika: Brasilien als erstes Team für WM 2010 in Südafrika qualifiziert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Lateinamerika

Südamerika: Brasilien nach Sieg gegen Argentinien als erstes Team für WM 2010 in Südafrika qualifiziert, Carlos Dunga und Präsident Lula da Silva (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)Mit einem deutlichen 3:1 Auswärtssieg gegen den Erzfeind Argentinien hat sich Brasilien als erstes Team Südamerikas für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Bereits nach 30 Minuten stand es 2:0 für die “Seleçao”. Zwar konnte die “Albiceleste” in der 65. Minute nochmal auf 1:2 verkürzen, Brasilien konterte jedoch nur zwei Minuten später mit dem 3:1. Durch den Sieg konnte sich Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga auch im direkten Duell der Trainer gegen Diego Maradona duchsetzen. Von dessen Taktik, das Spiel aufgrund der besseren Athmospähre im reinen Fußballstadion in Rosario (gut 40.000 Zuschauer) auszutragen, ließ sich Brasilien jedoch nicht beeindrucken. Maradona setzte seinen Willen dabei gegen den Verbandspräsidenten und die Statistik durch, denn im Nationalstadion “El Monumental” in Buenos Aires wurde bisher nur eines von 45 WM-Qualifikationsspielen verloren. Maradona muß nun sogar um seinen Job fürchten, sollte Argentinien (22 Punkte) das nächste Spiel am 9. September gegen den Drittplazierten der Tabelle, Paraguay (27 Punkte), verlieren. Brasilien führt nun die Tabelle mit 30 Punkten an, gefolgt von Chile mit 27 Punkten. Kolumbien und Ecuador mit je 20 Punkten kämpfen gegen Argentinien um die sichere WM-Qualifikation, denn der Tabellenfünfte muß in die Relagation gegen den Viertplatzierten der nordamerikanischen Concacaf-Gruppe. (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)


30. August 2009 | Brasilien: Marina Silva bestätigt ihren Beitritt zur Grünen Partei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Marina Silva (Agencia Brasil - Elza_Fiuza) Die Senatorin und ehemalige Umweltministerin Marina Silva trat am Sonntag (30.08.2009) offiziell aus der Arbeiterpartei (PT) aus. Nach fast 30-jähriger Mitgliedschaft in der Partei des amtierenden Präsidenten Lula gab Marina Silva am 19. August 2009 bekannt, dass sie diese verlassen würde. Sie verglich ihren Austritt mit dem Auszug eines Kindes aus dem Elternhaus. Gleichzeitig verneinte sie eine mögliche Auseinandersetzung mit ihrer ehemaligen Kabinettskollegin und möglichen Präsidentsschaftskandidatin der Arbeiterpartei, Dilma Rousseff. Seit Silvas Rücktritt aus dem Umweltministerium war die Feindschaft zwischen beiden Frauen in die Öffentlichkeit gerückt und galt als ein möglicher Grund für den Rücktritt. Mit einer großen Zeremonie in São Paulo wurde sie nun durch die Grüne Partei (PV) empfangen, welche sie als Präsidentschafskandidatin aufstellen möchte. Da Silva bestätigte den Vorschlag bisher nicht und sagte, dass sie sich erst im nächsten Jahr dazu äußern wird. Sie betrachtet ihr Wechsel zur PV als einen neuen Weg und möchte Umweltfragen mit der ökonomischen Entwicklung verbinden. (Bildquelle: Agencia Brasil, Elza Fiuza)


21. August 2009 | Brasilien, Kolumbien: Gipfel zu Militärpakt USA-Kolumbien gefordert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Kolumbien

Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva ist gegen die Stationierung von US-Truppen in Kolumbien - Foto: AgenciaBrasil, Jose CruzDer brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat heute in einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama ein Gipfeltreffen mit lateinamerikanischen Staaten vorgeschlagen, um das umstrittene Militärabkommen zwischen den USA und Kolumbien gemeinsam zu erörtern. Wie vom Außenministerium Brasiliens mitgeteilt wurde, habe Lula erneut verbindliche Garantien dafür verlangt, dass die Operationen der US-Truppen auf die kolumbianischen Militärstützpunkte begrenzt bleiben sollten. Nach Angaben von Frank Mora, Deputy Assistant Secretary of Defense for Western Hemisphere Affairs, haben die USA rund 250 Soldaten in Kolumbien stationiert. Nachdem Ecuador die weitere Stationierung von US-Truppen untersagt hatte, könnte das US-Kontingent in Kolumbien auf 400 Mann aufgestockt werden. Das Abkommen zwischen den USA und Kolumbien, das Ende des Monats vertraglich besiegelt werden soll, sieht die Nutzung von sieben Militärbasen durch die US-Streitkräfte für die nächsten zehn Jahre vor. Es wird vor allem von Venezuela, Ecuador, Bolivien und Brasilien heftig kritisiert (Bildquelle: Agencia Brasil, José Cruz).


27. Juli 2009 | Brasilien, Paraguay: Regelung zu Elektrizitätszahlungen aus dem Kraftwerk Itaipú | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Paraguay

Das Kraftwerk Itaipú an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay - Foto: Rose Brasil, ABrIm Streit um die Höhe der Energiezahlungen aus dem Wasserkraftwerk Itaipú hat Paraguays Präsident Fernando Lugo einen Erfolg verbucht. Wie erst heute bekannt wurde, hat sich Brasilien bereits am Samstag dazu verpflichtet, den (an das Nachbarland gezahlten) Preis für Elektrizität aus dem binationalen Staudamm zu verdreifachen. Brasilien wird ab 2010 statt bisher 85 Millionen Euro dann 250 Millionen Euro an Paraguay überweisen. Hintergrund ist, dass Paraguay derzeit nur fünf Prozent der eigentlich zur Verfügung stehenden Hälfte an der Energieerzeugung nutzt und den „Überschuss“ an Brasilien verkauft. Diesen Überschuss darf Paraguay gemäß der neuen Vereinbarung nun auch direkt nach Brasilien verkaufen, ohne den Umweg über Electrobrás. Weitere Einzelheiten des Abkommens sollen in den nächsten 60 Tagen durch eine bilaterale Kommission ausgehandelt werden, deren Ergebnisse schließlich noch die Zustimmung des brasilianischen und paraguayischen Kongresses benötigen. Lugo setzt damit eines seiner zentralen Wahlversprechen um. Die höheren Einnahmen will der paraguayische Präsident zur Finanzierung eines umfassenden Sozialprogrammes nutzen. Außerdem wurde bei dem Treffen zwischen Luiz Inácio Lula da Silva und Fernando Lugo der Bau einer Hochspannungleitung zwischen Itaipú und der Hauptstadt Asunción vereinbart (Bildquelle: Agencia Brasil).


26. Juli 2009 | Brasilien: 17 Jahre danach, Carandiru Massaker immer noch nicht aufgeklärt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: 17 Jahre danach, Carandiru Massaker immer noch nicht aufgeklärt (Foto: Centro de Midia Independente)Am 2. Oktober 1992 fand die berühmte Revolte im brasilianischen Gefängnis Carandiru, im Bundestaat Sao Paulo, statt. Dort starben 111 Insassen, die für bessere Lebensbedingungen und gegen die überfüllten Zellen protestierten. Die Polizei griff die Revolte mit eiserner Hand an, um daran ein Exemple zu statuieren, was am Ende jedoch in einem Massaker mündete. 17 Jahre danach wurden die damaligen 392 konfiszierten Waffen der Polizei immer noch nicht untersucht, um feszustellen von wem die 535 Schüsse, welche auf die Insassen abgefeuert wurden, kamen. Die Polizei versuchte mehrmals ihre Waffen wiederzubekommen, aber das Kriminalforum von Barra Funda (Sao Paulo) lehnte alle Anträge ab. Trotzdem wurden die Identifizierugsarbeiten der Kugeln bis heute noch nicht einmal begonnen. In Brasilien ist eine solche Analyse wichtig, da es kein Gesetz gibt, welches eine kollektive Schuld zuweist, d.h. jeder einzelne Polizist muss sich für seine Taten verantworten. Ohne diese Beweise können die bisherigen 85 Angeklagten nicht verurteilt werden. Bisher wurde lediglich der Kommandant Ubiratan Guimaraes zur Rechenschaft gezogen. Er wurde aber wenige Jahre später freigesprochen. Nach Aussagen des Kriminalinstituts von Sao Paulo werden die Auswertungen noch circa 70 Jahre brauchen, da alles manuell verglichen werden muss. Bis dahin, können die Familienangehörigen der Opfer nicht mit Gerechtigkeit rechnen. (Bildquelle: Centro de Midia Independente)


19. Juli 2009 | Brasilien: Mehr als 1000 Elendsviertel in Rio de Janeiro | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Rocinha (Rio de Janeiro) gilt als Brasiliens größtes Elendsviertel (Foto: Quetzal-Redaktion, mcm)Gemäß einer Untersuchung des brasilianischen Medienunternehmens Globo in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Institut Pereira Passos (IPP) hat Rio de Janeiro mittlerweile die Schallmauer von 1000 Favelas durchbrochen. Im Vergleich zur letzten Zählung im Jahr 2004, wo insgesamt 965 Elendsviertel auf den Luftaufnahmen erkennbar waren, ist die Gesamtzahl um weitere 55 gewachsen. Allein im letzten Jahr (2008) sind 19 neue Slums hinzugekommen. Die anderen 36 waren zwar schon bekannt, wurden aber erst jetzt durch die Stadtverwaltung offiziell bestätigt. Kontrolliert werden die (neuen) Favelas in Regel durch Drogenhändler und Milizen. Wurde die Untersuchung bisher alle vier bis fünf Jahre (1999, 2004, 2008) durchgeführt, soll sie nach Aussagen von Felipe Góes, dem Leiter des IPP, dank einer besseren Technologie zukünftig in kürzeren Zeitintervallen stattfinden. (Bild: Quetzal-Redaktion, mcm)


05. Juli 2009 | Brasilien: illegale Einwanderer bekommen Aufenthaltserlaubnis | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Aufenthalterlaubnis für illegale Einwanderer (Agencia Brasil, Fabio Pozzebom)Vor wenigen Tagen, am 2. Juli 2009, hat Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva ein Gesetz in Kraft gesetzt, welches zehntausenden Einwanderern ohne gültige Papiere eine Aufenthaltslaubnis gibt. Gleichzeitig erhalten die Einwanderer eine Arbeitserlaubnis und das Recht auf Nutzung des öffentlichen Bildungs- sowie Gesundheitssystems. Das Gesetz gilt für alle illegalen Einwanderer, die vor Februar 2009 nach Brasilen gekommen sind. Nach Angaben des Justizministeriums sind von dieser Regelung ca. 60.000 Ausländer betroffen. Nichtregierungsorganisationen sprechen hingegen von ca. 200.000 illegalen Immigranten. Im Zuge des Gesetzes kritisierte Lula nochmals den Umgang der Europäischen Union mit der Problematik der illegaler Einwanderung. Gemäß seinen Worten sollte Europa vielmehr das humanitäre Problem sehen, anstatt die Kriminalität in den Vordergrund zu stellen. (Bild: Agencia Brasil, Fabio Pozzebom)


14. Juni 2009 | Brasilien: 86 Prozent der Umweltschäden in Amazonien werden nicht bestraft | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: 86 Prozent der Umweltschäden in Amazonien werden nicht bestraft, Foto: Antônio Cruz - Agencia BrasilEine neue Studie des Instituts für Mensch und Umwelt in Amazonien (Imazon) zeigt, dass 86% der Umweltschäden in der Region (Abholzung sowie illegale Holzgewinnung und Bergbau) nicht bestraft werden. Nach Aussagen des Berichts liegt die Wahrscheinlichkeit eines Umweltverbrechers, am Ende eines Prozesses eine Strafe zu bekommen, lediglich bei 14%. Und wenn er tatsächlich nach durchschnittlichen 5,5 Jahren zur Rechenschaft gezogen wird, hat der Verurteilte die Möglichkeit, seine Schuld durch Essensspenden zu begleichen. Die langwierigen Gerichtsverhandlungen sowie die fehlende Sanktionierung ebnen somit den Weg für die weitere Abholzung des Amazonas-Regenwalds. Dabei werden auch jene 42 Prozent der Fläche zerstört, die unter Schutz gestellt wurden. Zwischen 2000 und 2008 betraf dies ca. 22.500 Quadratkilometer des geschützten Gebiets Amazoniens. (Bild: Antônio Cruz, Agencia Brasil)


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