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Noticias Lateinamerika

07. März 2011 | Argentinien: Die Verquickungen von Clarín und La Nación mit dem Soja-Business | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Die Verquickungen von Clarín und La Nación mit dem Soja-Business - Foto: N i c o_Die Zeitung Tiempo Argentino beleuchtete jüngst die Verbindungen zwischen den meinungsbildenden Tageszeitungen El Clarín und La Nación und dem Sojageschäft in Argentinien. Der Artikel beschreibt vor allem die gezielte Verharmlosung des von Monsanto hergestellten Herbizids Glyphosat, das unter dem Namen Roundup in großen Mengen beim Anbau der genveränderten Soja eingesetzt wird. So leitet etwa der ehemalige Direktor des Nationalen Institutes für Agrartechnologie (INTA), Héctor Huergo, der mitverantwortlich für die Einführung der Gen-Soja in Argentinien war, heute die Beilage und den TV-Kanal Rural de Clarín. Anzeigen für die Beilage Rural werden häufig von Monsanto, Syngenta, Nidera, BASF, Bayer, Don Mario und anderen im Sojabusiness tätigen Unternehmen geschaltet. Ein weiteres Beispiel ist die Schmutzkampagne von La Nación, die dem Mediziner und Forscher Andrés Carrasco die Wissenschaftlichkeit seiner Untersuchungen absprechen sollte. Carrasco fand 2009 heraus, dass Glyphosat schon in geringeren als in der Landwirtschaft eingesetzten Dosen zu neuronalen, intestinalen und kardialen Missbildungen führen kann und sprach sich dafür aus, die Chemikalie deshalb als Gift zu qualifizieren. Die Kampagne erstaunte nicht sonderlich, da La Nación bekanntermaßen mit der Unternehmervereinigung Sociedad Rural Argentina und anderen konservativen Gesellschaftskreisen verbandelt ist. Einer der Hintergründe für die manipulative Berichterstattung ist die Beteiligung der Medienkonzerne an der Organisation der jährlichen Messe der Agrarexporteure (Expoagro Argentina), auf der im Jahr 2007 Geschäfte in Höhe von 140 Mio. US-Dollar abgewickelt wurden. Den kompletten Artikel auf Spanisch gibt es hier. (Bildquelle: N i c o_).


01. Februar 2011 | Brasilien, Argentinien: Die brasilianische Präsidentin Rouseff reist ins Nachbarland | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff zu Besuch in Argentinien - Foto: Presidencia Argentina.jpgBrasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reiste gestern zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Argentinien. Begleitet von sieben Ministern zielte ihre Visite vor allem auf den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen. Während des Aufenthalts der brasilianischen Politikerin wurden 14 Verträge unterzeichnet, die die Kooperation auf verschiedenen Gebieten regeln: Atomwirtschaft, Biokraftstoffe, Infrastruktur, sozialer Wohnungsbau, Energie und Handel. Argentinien ist vor allem bestrebt, das Außenhandelsdefizit mit Brasilien in Höhe von 4 Milliarden Dollar auszugleichen. Rousseff versprach, den brasilianischen Markt noch stärker für argentinische Güter und Dienstleistungen zu öffnen. Die Präsidentinnen betonten nach ihrem Treffen den Willen, die von ihren Vorgängern Nestor Kirchner und Lula da Silva geschaffenen guten Beziehungen zwischen beiden Ländern weiterhin zu pflegen. Auf Wunsch Rousseffs kam es in Buenos Aires auch zu einem Treffen mit Vertreterinnen der Mütter und Großmütter der Plaza de Mayo (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


27. Oktober 2010 | Argentinien: Ex-Präsident Néstor Kirchner ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Expräsident Néstor Kirchner ist gestorben - Foto: Presidencia de la Nación ArgentinaDer argentinische Ex-Präsident Néstor Kirchner ist am 27. Oktober 2010 um 9:15 Uhr (Ortszeit) in der patagonischen Stadt Calafate an einem Herzinfarkt gestorben. Am frühen Morgen wurde er nach einer Dekompensation von seiner Frau, der jetzigen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, in eine Klinik begleitet. Kirchner war zuvor bereits zwei Mal wegen Herzkrankheiten – im Februar und im September – in die Klinik eingewiesen. Néstor Kirchner war Bürgermeister von Río Gallegos, Hauptstadt der Provinz Santa Cruz im südlichen Argentinien, zwischen den Jahren 1987 und 1991. Dann fungierte er zwischen 1991 und 2003 als Gouverneur derselben Provinz. Im Jahr 2003 trat er als Gouverneur zurück, um sich als Kanditat für das Amt des Präsidenten aufstellen zu lassen. Er kam jedoch bei den Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang nur auf 22 Prozent, während der ehemalige Präsident Carlos Menem rund 24 Prozent der Stimmen auf sich vereinte. Zur Stichwahl zog Menem jedoch seine Kandidatur zurück und Kirchner wurde ohne weiteren Wahlgang argentinischer Präsident. Aktuell war er Abgeordneter und Parteivorsitzender der Partido Justicialista (Gerechtigkeitspartei, die meist als Peronistische Partei bezeichnet wird). Außerdem wurde er am 4. Mai 2010 als erster Generalsekretär der Union Südamerikanischer Nationen gewählt. Kirchner war auch der virtuelle Vorkandidat seiner Partei für die nächsten Präsidentschaftswahlen. Seine Totenwache wird morgen früh in der Casa Rosada, dem argentinischen Präsidentenpalast, abgehalten (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


11. Oktober 2010 | Argentinien, Deutschland: Buchmesse, Besucher und Osvaldo Bayer | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Der argentinische Menschenrechtler und Schriftsteller Osvaldo Bayer - Foto: Argentina IndymediaAm gestrigen Sonntag ging die Frankfurter Buchmesse zu Ende. Vom 06. bis zum 10. Oktober 2010 richtete sich das Interesse der Leser vor allem auf das Gastland Argentinien. Mit etwa 280.000 Besuchern fanden jedoch knapp 11.000 Interessierte weniger als im Vorjahr den Weg zur Messe. Trotzdem war es vor allem für argentinische Schriftsteller ein großer Erfolg. Dank der großzügigen Förderung von Übersetzungen durch die Regierung von Cristina Fernández de Kirchner konnten mehr als 100 Romane und Erzählungen ins Deutsche übertragen und auf der Messe präsentiert werden. Erfreulich auch, dass kritische und einst von der Militärdiktatur verfolgte Autoren wie Rodolfo Walsh und Osvaldo Bayer eine Bühne für ihre Werke erhielten. Argentinien scheint sich langsam der (literarischen) Vergangenheitsbewältigung zu öffnen. Das gelingt aber offenbar besser bei der Aufarbeitung der Gräueltaten der Militärdiktaturen des 20. Jahrhunderts (z.B. Walsh: Das Massaker von San Martin) als im historischen Kontext bei der Thematisierung der Ausrottung ganzer indigener Völker. Denn Osvaldo Bayer, Professor für Menschenrechte an der Universität Buenos Aires und bekannt für sein vierbändiges Werk La Patagonia Rebelde, bedurfte des Eingreifens höchster Regierungsstellen, um sein Filmprojekt Awka Liwen gegen den Widerstand der argentinischen Verbandsfunktionäre vorführen zu können. Er thematisiert darin die Ausrottung der Ureinwohner im heutigen Argentinien und die Etablierung von Großgrundbesitz durch eine politisch-militärische Oligarchie. Im positiven Sinne überschattet wurde die Rolle des Gastlandes Argentinien auf der Messe von der Verleihung des Nobelpreises an den Peruaner Mario Vargas Llosa. (Bildquelle: Argentina Indymedia)


14. Juli 2010 | Argentinien: Heiliger Krieg gegen Homosexuelle | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Heiliger Krieg gegen Homosexuelle - Foto: GlobovisionEs geht um nicht weniger als die Zurückdrängung eines „Projektes des Teufels, wofür die Kirchen Argentiniens einen ‘Krieg Gottes’ ausgerufen haben.” Der Senat des Landes debattiert heute über die Annahme eines Gesetzes, dass Homosexuellen im Land am Río de la Plata künftig die Eheschließung erlauben soll. In Argentinien ist eine Ehe nicht ausdrücklich als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert, so dass es den lokalen Behörden überlassen bleibt, Homosexuellen die Ehe zu gestatten oder nicht. Im Dezember vergangenen Jahres war in Ushuaia das erste schwule Paar des Landes getraut worden. Das neue Gesetz soll hier Rechtssicherheit schaffen. Im Kongress wurde das Projekt bereits befürwortet. Die Katholische Kirche betonte, sie werde all ihre Kräfte einsetzen, damit Argentinien nicht das erste Land Südamerikas werde, dass Personen des gleichen Geschlechts die Ehe erlaubt. Unter dem Motto „Die Kinder haben das Recht auf Mama und Papa“ demonstrierten gestern Nacht ca. 200.0000 Angehörige verschiedener kirchlicher Gruppierungen gegen die Homoehe. Zur gleichen Zeit veranstalteten Unterstützer des Gesetzes einen „Kochtopf-Marsch“. Vor allem von Seiten der Gegner herrscht mittlerweile ein harscher Ton. Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, die zur Zeit auf Staatsbesuch in China weilt, fühlte sich „in die Zeiten der Inquisition“ zurückversetzt. Sie äußerte erstmals ihre ausdrückliche Unterstützung für dieses Gesetz (Bildquelle: Globovision).


19. Mai 2010 | Argentinien, Großbritannien: Neue Verhandlungen über Falklandinseln gefordert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien, Großbritannien: Neue Verhandlungen über Falklandinseln gefordert - Foto: NASA World Wind, The Blue MarbleDie argentinische Präsidentin, Cristina Fernández de Kirchner, sprach sich ein weiteres Mal für die Wiederaufnahme von Verhandlungen zum Status der Falklandinseln (Islas Malvinas) aus. Im Rahmen des VI. Treffens der Staaten Europas, Lateinamerikas und der Karibik in Madrid richtete sie an den britischen Premier, David Cameron, die Bitte, die Verhandlungen über die Unabhängigkeit der Inselgruppe wieder aufzunehmen und damit die UNO-Resolution von 1965 zu erfüllen. Es dürfe, so Kirchner, keine zwei Standards in den internationalen Beziehungen geben, den Resolutionen der UNO seien alle Mitgliedsstaaten unterworfen. Jeremy Browne, der britische Staatssekretär für Lateinamerika, erklärte in einem Kommuniqué, die Souveränität der Falkland-Inseln sei nicht verhandelbar, es sei denn, die Inselbewohner wünschten das. Großbritannien beruft sich in seiner Argumentation auf den Vertrag von Lissabon, der die Falklandinseln als britisches Überseeterritorium ausweist. Die Forderung Argentiniens, die das Land regelmäßig erhebt, bekommt eine besondere Brisanz wegen der von Großbritannien einseitig getroffenen Entscheidung, in den Seegebieten nahe der Inselgruppe Ölbohrungen zu erlauben. Nach dem Beginn der Erkundungsarbeiten im Februar erklärte Argentinien, es werde alle notwendigen Schritte einleiten, um diese nach internationalem Recht illegalen Aktionen zu stoppen (Bildquelle: NASA World Wind, The Blue Marble).


28. April 2010 | Argentinien: Oberster Gerichtshof hebt Begnadigungsdekrete von Ex-Präsident Menem auf | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Oberster Gerichtshof hebt Begnadigungsdekrete von Ex-Präsident Menem auf - Foto: Public DomainDer argentinische Oberste Gerichtshof erklärte die Begnadigungen für verfassungswidrig, die der Ex-Präsident Carlos Menem für den Ex-Diktator Jorge Rafael Videla (Dekret N° 2741/90) und den Ex-Wirtschaftminister José Alfredo Martínez de Hoz (Dekret N° 2745/90 und N° 1002/89) ausgesprochen hatte. Damit wurde von dem Obersten Gerichtshof bestätigt, dass die von beiden begangenen Straftaten „Verbrechen gegen die Menschheit“ und deswegen „unverjährbar“ sind. Der 85 jährige Ex-Minister Martínez könnte bald schon aufgrund seiner Teilnahme an der Entführung des Baumwoll-Unternehmers Federico Gutheim und seines Sohnes Miguel Ernesto im Jahr 1976 festgenommen werden. Die Gutheim wurden fünf Monate und zwei Tagen entführt. Sie kamen erst frei, als sie akzeptierten, Verträge zu Gunsten der De-facto-Regierung zu unterschreiben. Videla, der bereits 1985 wegen Verbrechen gegen die Menschheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde, wird außerdem im September diesen Jahres aufgrund eines weiteren Vergehens, der Aneignung von 33 Babys in den Jahren 1976-1983, der Prozess gemacht (Bildquelle: Public Domain).


02. April 2010 | Argentinien: Falklandinseln bleiben britisch | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Das Trikot von Diego Maradona im Stadion von Boca Juniors - Foto: Quetzal-Redaktion, ecmApril, April! – auch die Redaktion des Quetzal hat gestern die Gelegenheit nicht ausgelassen, einen Aprilscherz in die weite Welt zu schicken. Die Falklandinseln bleiben natürlich britisches Überseegebiet, wenngleich wirklich weiterhin von Argentinien beansprucht. Argentinien fährt zusammen mit seinem Trainer Diego Maradona zur Fußball-WM 2010. Und vielleicht gibt es ja drei Millionen Fußballfans, die auf der Plaza de Mayo feiern werden, wenn die argentinische Nationalmannschaft am 11. Juli 2010 das Finale gewinnen sollte (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


01. April 2010 | Argentinien: Großbritannien gibt Falklandinseln zurück | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Großbritannien gibt Falklandinseln / Malwinen zurück (Foto: NASA World Wind, The Blue Marble)Der Sprecher des britischen Premiers teilte heute morgen überraschend mit, dass das Unterhaus beschlossen hat, die Falklandinseln (Islas Malvinas) an Argentinien zurückzugeben. Argentinien fordert seit 177 Jahren die Rückgabe der Insel-Gruppe. Im Jahr 1982 gab es sogar einen kurzen Krieg um die Falklandinseln. Allerdings stellt Großbritannien die Bedingung, dass Argentinien im Gegenzug auf die Teilnahme an der Fußball-WM in Südafrika 2010 verzichtet. Als Diego Maradona von dieser Nachricht erfuhr, hat er in Buenos Aires innerhalb von Stunden drei Millionen Fußballfans zu einer Massendemonstration mobilisiert. (Bildquelle: NASA World Wind, The Blue Marble)


27. März 2010 | Argentinien, Bolivien: Aktualisierung von Gaslieferungsabkommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien

Argentinien,Bolivien: Aktualisierung von Gaslieferungsabkommen (Karte: University of Texas at Austin)Während eines Kurzbesuches der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández in Bolivien am Freitag aktualisierten beide Staaten ein seit 2006 bestehendes Energieabkommen über Gaslieferungen, Zahlungsmodalitäten und Investitionen. Neben Fernández und dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales unterzeichneten Vertreter beider Länder sowie der staatlichen Energieunternehmen in Sucre den angepassten Vertrag und gaben damit nach eigenen Aussagen einen wichtigen Impuls zur energetischen Integration der Region. Der Hauptpunkt der Aktualisierung betrifft die Erhöhung der bolivianischen Gaslieferungen an Argentinien, um so für eine geregelte Energieversorgung des südlichen Nachbarlandes bis ins Jahr 2026 zu sorgen. Bolivien will seine tägliche Liefermenge von momentan 5 Mio. Kubikmeter bis 2017 auf 27,7 Mio. Kubikmeter erhöhen. Die Neuerungen implizieren verstärkte Investitionen, neue Bohrungen und erhöhte Fördermengen durch die Energieunternehmen Repsol, British Gas sowie Pan American Energy in den Jahren 2010-2014 im Block Caipipendi des Feldes Margarita (Provinz Tarija). Mit einem Investitionsaufkommen von 100 Mio. US-Dollar verpflichtete sich Bolivien weiterhin, eine nach Juana Azurduy de Padilla (eine in beiden Ländern verehrte Kämpferin der Unabhängigkeitskriege) benannte Gaspipeline bis an die argentinische Grenze zu bauen. Die Pipeline, die mit dem Gasoducto del Noreste Argentino (GNEA) verbunden werden soll, ist eine der Voraussetzungen für zukünftig gesteigerte Liefermengen und Bindeglied für Gasexporte nach Uruguay oder Paraguay (Karte: University of Texas at Austin).


22. März 2010 | Peru, Argentinien: Erster offizieller Staatsbesuch zwischen beiden Ländern seit 16 Jahren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Peru

Das umstrittene Gebiet im Konflikt zwischen Ecuador und Peru: die Cordillera del Cóndor - Karte: University of Texas/Public DomainDie argentinische Präsidentin Cristina Fernández ist heute zu einem zweitägigen Staatsbesuch in Lima eingetroffen. Das Treffen mit dem Präsidenten Alán Garcia zielt auf eine Normalisierung der Beziehungen und wird das erste offizielle Präsidententreffen zwischen beiden Staaten nach 16 Jahren sein. Als Ursache für das gespannte Verhältnis gilt der illegale Waffenverkauf von Argentinien an Ecuador, als sich im Januar 1995 Peru mit dem Nachbarland im bewaffneten Konflikt um die Cordillera del Cóndor (Guerra de Cenepa) befand. Es gab damals jedoch nicht nur ein internationales Waffenembargo gegen beide Staaten. Argentinien war zudem eine der vier Garantiemächte aus dem Protokoll für Frieden, Freundschaft und Grenzen zwischen Ecuador und Peru (Rio-Protokoll) von 1942. Von peruanischer Seite wird deshalb eine offizielle Entschuldigung von Cristina Fernández erwartet. Weitere Themen des Treffens betreffen die Unterzeichnung eines Vertrages zur strategischen Zusammenarbeit und vor allem wirtschaftliche Aspekte wie die Konkretisierung von Investitionsprojekten (Karte: University of Texas at Austin/Public Domain).


17. März 2010 | Argentinien: Chemische Kastration von Gefangenen in Mendoza erlaubt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Gefaengnis (Foto: Agencia Brasil, Antonio Cruz)Der Gouverneur der Provinz Mendoza, Celso Jaque, unterschrieb gestern (16.03.2010) ein Dekret, das die chemische Kastration von Sexualstraftätern als präventive Maßnahme gegen Rückfälligkeit erlaubt. Mit der Umsetzung soll in drei Monaten offiziell begonnen werden. Die Kastration wird durch die Verabreichung von Medikamenten, welche den Hormonspiegel und das Libido der Gefangenen vermindern, durchgeführt. Da eine erzwungene Kastration eine Verletzung der Menschenrechte darstellen würde, wird diese nicht als Pflicht angesehen, sondern soll “empfohlen” werden. Trotzdem ist die Freiwilligkeit der Maßnahme zweifelhaft, denn falls der Gefangene diese nicht akzeptiert, muss er möglicherweise mit Sanktionen rechnen, wie z.B. mit dem Verlust von Vorteilen oder auch dem Verzicht auf Strafmilderung. Das Hauptargument gegen eine chemische Kastration besteht darin, dass es einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Straftäter darstellt, während die Befürworter argumentieren, dass man dadurch bis zu 60% der Wiederholungstäter stoppen kann. (Bildquelle:  Agencia Brasil, Antonio Cruz)


22. Februar 2010 | Lateinamerika: Beginn des 21. Treffens der Rio-Gruppe in Cancún | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Bolivien, Noticias Brasilien, Noticias Ecuador, Noticias Lateinamerika, Noticias Venezuela

Eröffnung des 21. Treffens der Grupo de Rio in Cancún - Foto: José Almeida/Presidencia de EcuadorHeute beginnt im mexikanischen Cancún das 21. Treffen der Rio-Gruppe (Grupo de Río). Hauptthemen sind der Wiederaufbau Haitis, die Rückkehr von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die Gründung eines regionalen Blocks lateinamerikanischer und karibischer Staaten ohne die USA. Dieses dritte Anliegen wird vor allem vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und seinem bolivianischen Amtskollegen Evo Morales vorangetrieben. Argentinien sucht auf dem Treffen in erster Linie Unterstützung bei den lateinamerikanischen Staaten in der Auseinandersetzung um die geplante Erkundung von Rohöllagerstätten vor den Falklandinseln (Malvinas) durch Großbritannien. Brasilien, das noch immer nicht die neue Regierung in Honduras anerkennt, möchte sich für eine Wiederaufnahme des zentralamerikanischen Landes in die OAS aussprechen, sobald Maßnahmen der Versöhnung durch Präsident Porfirio Lobo getroffen werden. Ecuador plant dagegen die Gründung einer lateinamerikanischen Organization zur Eindämmung von Geldwäsche und Bekämpfung der Finanzströme des Terrorismus (Grupo de Acción Financiera, Gafi). Die Rio-Gruppe wurde 1986 gegründet. Ihr gehören 22 Staaten und die Karibische Gemeinschaft (CARICOM) an. Obwohl sie kein Sekretariat besitzt und in ihrer institutionellen Ausrichtung lediglich auf dem jährlichen Treffen der Regierungschefs beruht, sehen einige Politiker die Rio-Gruppe als Alternative zur OAS, weil die Konsultationen ohne die Vorherrschaft der USA erfolgen (Bildquelle: José Almeida/Presidencia de la República del Ecuador).


25. Januar 2010 | Argentinien: Auseinandersetzung über Zentralbankchef eskaliert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner rechtfertig die Entlassung des Zentralbankchefs Martín Redado - Foto: Presidencia ArgentinaArgentiniens Zentralbankchef Martín Redrado darf nicht an seinen Arbeitsplatz; die Polizei hat ihn gestern Abend (24.01.2010) daran gehindert. Diese auf den ersten Blick banale noticia füllt derzeit die argentinische Presse, weil der Hintergrund für den polizeilichen Akt einem Politkrimi gleicht. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte am 07. Januar 2010 den unliebsamen neoliberalen Zentralbankchef entlassen. Am Freitag (22.01.2010) nahm der bisherige Vizepräsident der Bank, Miguel Pesce, nach einem Entscheid des Bundesgerichts für Verwaltungsstreitigkeiten (Cámara Federal en lo Contencioso Administrativo) den Posten ein. Allerdings versteht Martín Redrado den Richterspruch der beiden Richter Marta Herrera und Clara Do Pico genau entgegengesetzt, nämlich dass er weiter im Amt bleiben könne, weil Präsidentin Cristina Fernández vor ihrem Dekret nicht den Kongress konsultiert hat. Das Dekret wäre demnach ungültig, was wiederum der Gerichtsentscheid nicht feststellt. Die Präsidentin Cristina Fernández führte zudem ins Feld, dass die Entlassung wegen “Pflichtverletzung als Beamter und schlechter Leitung” erfolgte. (Juristische) Streitpunkte sind die Verweigerung der Freigabe von 6,6 Milliarden US-Dollar der Staatsreserven zur Begleichung von Auslandsschulden – was die Präsidentin nicht allein entscheiden kann, sondern wofür es eines Parlamentsbeschlusses bedarf – und die Akten zum “Fond des 200. Jahrestages der Unabhängigkeit” (Fondo del Bicentenario) – wonach Redrado eigenmächtig und ohne notwendige Konsultation des Bankdirektoriums agierte. Hinter beiden (umstrittenen) formellen Gründen mag jedoch eine weitreichendere wirtschaftspolitische Frage stehen: die nach der Währungsstabilität. Von 1992 bis 2007 galt in Argentinien das neoklassische Konzept des strikten Werterhalts der Währung im Einklang mit dem Konvertibilitätsplan (Plan de Convertibilidad). Seit 2007 soll sich die Währungsstabilität jedoch verstärkt an dem wirtschaftspolitischen Ziel der (Voll-)Beschäftigung orientieren. Redrado blieb allerdings der orthodoxen Wirtschaftspolitik treu, zügelte die Inflation, auch wenn das zu Lasten von Investitionen und mehr Beschäftigung ging (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


20. November 2009 | Chile, Peru / Argentinien: Bilateraler sowie inländischer Spionagefall | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Chile, Noticias Peru

Chile, Peru / Argentinien: Bilateraler sowie inländischer Spionagefall. Foto: thbernhardt.Die bilateralen Beziehungen zwischen Chile und Peru werden momentan auf eine schwere Probe gestellt. Der jüngst ans Licht der Öffentlichkeit gekommene Spionagefall, in dem ein peruanischer Luftwaffen-Offizier zwischen 2002 und 2009 geheime Informationen an die chilenische Armee weitergegeben haben soll, beeinträchtigt das historisch vorbelastete Verhältnis beider Länder. Nachdem der peruanische Präsident Alan Garcia Mitte November bereits aus Protest darüber den APEC-Gipfel in Singapur verlassen und ein Treffen mit seiner chilenischen Amtskollegin Michelle Bachelet abgesagt hatte, verlautbarte nun der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde, dass “sein Land die Beziehungen zu Chile revidieren werde, wenn diese Nation (Chile – Anm. d. Red.) den Fall des mutmaßlichen “Kaufes” eines peruanischen Sicherheitsagenten nicht untersuche.” Dann stünde der gesamte Prozess der bilateralen Beziehungen zur Debatte, so García Belaúnde. Auf dem Spiel steht vor allem das 2006 zwischen beiden Ländern unterzeichnete Freihandelsabkommen, auch wenn García Belaúnde äußerte, dass es vorteilhaft wäre, die Dinge auf ökonomischem Gebiet so zu belassen, wie sie sind. Von peruanischer Seite wurde weiterhin ein zweitausendseitiges Dossier mit Beweisen für die Spionage an die Chilenen überreicht. In Chile hält man sich von offizieller Seite bisher eher bedeckt zu dem Fall, äußerte aber bereits Kritik am außenpolitischen Vorgehen Perus. Im chilenischen Kongress wurde allerdings bereits eine Erklärung verabschiedet, die das Vorgehen der peruanischen Regierung in der Sache entschieden zurückweist. Im Hintergrund schwelen zusätzlich die von Peru vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereichte Klage wegen des Seegrenzkonfliktes mit Chile und die peruanische Besorgnis über die fortschreitende militärische Aufrüstung des südlichen Nachbarlandes. In Argentinien gibt es dagegen einen Abhörskandal, der seine Kreise bis hin zur Präsidentin Cristina Kirchner und ihrem Mann und Amtsvorgänger Néstor Kirchner zieht. Hauptverdächtiger ist der ehemalige Kommissar und Ex-Chef der Policía Metropolitana Jorge Palacios, dem von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen wird, das Abhören von Politikern und Unternehmern veranlasst zu haben. Im Zusammenhang mit dem Fall sagte der Chef des argentinischen Kabinetts, Aníbal Fernández, dass er für Mauricio Macri, den Bürgermeister von Buenos Aires, keinen anderen Ausweg als seinen Rücktritt sähe. Der Tonfalls zwischen Macri und seinen Anhängern sowie der Regierung hat sich mittlerweile um einiges erhöht. Auf sichergestellten Computern waren auch persönliche Daten des Ehepaares Kirchner gefunden worden. (Bildquelle: thbernhardt).


16. November 2009 | Argentinien: Erneut schwere Dürre in der Provinz Córdoba | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Schwere Dürre in der Provinz Córdoba - Foto: Valter Campanato/ABrKnapp elf Monate ist es her, als in Zentral-Argentinien hunderttausende Rinder infolge einer schweren Dürre verendeten Jetzt scheint sich dieses Drama in der Provinz Córdoba zu wiederholen. Im abgelaufenen Jahr fielen dort lediglich 255 Millimeter Niederschlag. Das sind 65 Millimeter weniger als im Jahr 1950, das als die Große Dürre in die Geschichte einging. Allein bei Weizen wird mit Ernteausfällen um 91,5 Prozent im Vergleich mit 2007/2008 gerechnet. Das Ausbleiben des Wassers hat aber nicht nur dramatische Folgen für die Landwirtschaft. Inzwischen geriet sogar die gesellschaftliche Ordnung in Gefahr, nachdem Tanklastzüge mit Trinkwasser überfallen und in Salsipuedes die Insassen eines Gefängnisses wegen Wassermangel entlassen wurden. Von 13 Brunnen befinden sich im Moment sieben in kritischem Zustand, einer ist gar schon ausgetrocknet. Die restlichen fünf geben nur die Hälfte der normalen Menge. Aufgrund dieser Situation überwacht die Polizei die verbliebenen Wasserzugänge. Als Ursache für die Trockenheit gelten Klimaphänomene infolge des Treibhauseffektes (Bildquelle: Agencia Brasil, Valter Campanato).


16. Oktober 2009 | Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Chile, Noticias Costa Rica, Noticias Ecuador, Noticias El Salvador, Noticias Honduras, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko, Noticias Paraguay, Noticias Uruguay

Lateinamerika: Qualifikanten für die Fußball-WM 2010 stehen fest - Foto: Nicolás Lope de BarriosNach dem 18. und letzten Spieltag der südamerikanischen Qualifikationsgruppe für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika stehen die qualifizierten Teams fest. Brasilien sicherte sich mit 34 Punkten als erstplatzierte Mannschaft das Ticket vor Chile (33 Pkt.), Paraguay (33 Pkt.) und Argentinien (28 Pkt.). Uruguay wurde mit 24 Punkten Fünfter und muss nun in einem Entscheidungsspiel gegen Costa Rica, das viertplatzierte Team der Nord-, Mittelamerika- und Karibikgruppe (CONCACAF), spielen. Knapp hinter Bolivien landete Peru auf dem letzten Platz der Qualifikationsgruppe. Während Brasilien, Chile und Paraguay schon am vorletzten Spieltag als WM-Teilnehmer feststanden, lösten die Argentinier die Fahrkarte erst am letzten Spieltag im “Bruderduell” mit einem Auswärtssieg in Uruguay. Einen Sieg von Uruguay und von Ecuador gegen Chile vorausgesetzt, hätten sich die Argentinier die WM zu Hause vor dem Fernseher anschauen müssen. Ecuador wiederum hätte sich, bei einem Sieg über Chile, statt Uruguay für das Relegationsspiel gegen die “Ticos” qualifiziert. Ein große Überraschung gab es auch in der CONCACAF-Gruppe, wo sich Honduras hinter den USA und Mexiko nach 27 Jahren wieder für die WM qualifizierte. Wie Argentinien lösten die Honduraner das Ticket mit einem 1:0 Auswärtssieg in El Salvador, bei gleichzeitiger Hilfe durch die USA, die zu Hause 2:2 gegen Costa Rica spielten. Honduras, das wie Costa Rica auf 16 Punkte kommt, weist den Ticos gegenüber eine leicht bessere Tordifferenz auf. De facto-Präsident Micheletti nutzte diesen Erfolg gleich aus, indem er den darauffolgenden Tag (Donnerstag) umgehend zum Feiertag erklärte, was aber sicher auch ein amtierender Präsident Zelaya getan hätte (Bildquelle: Nicolás Lope de Barrios).


14. Oktober 2009 | Argentinien: Zehn Kooperationsabkommen mit Indien unterschrieben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Zehn Kooperationsabkommen mit Indien unterschrieben - Foto: Presidencia de la Nación ArgentinaDie argentinische Präsidentin Cristina Fernández und der indische Premierminister Manmohan Singh haben heute zehn Kooperationsabkommen in Neu Delhi unterschrieben. Diese Kooperationsabkommen behandeln Themen wie die friedliche Nutzung der Atomenergie, die Abschaffung des Visums zwischen beiden Ländern, die Bergbauaktivitäten, den Austausch von Forschung und Entwicklung und den Sportbereich. Die Präsidentin Fernández hob zudem hervor, dass sich beide Länder für die Verteidigung der Menschenrechte und der Demokratie einsetzen werden (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


11. Oktober 2009 | Argentinien: Neuverhandlung der Schulden und Öffnung gegenüber IWF | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Neuverhandlung der Schulden und Öffnung gegenüber IWF (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)Auf der jährlichen Weltbank- und IWF-Tagung (06./07.10.09) hat Argentinien angedeutet, künftig erneut Überprüfungen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) zuzulassen. Seitdem das Land 2005 seine Schulden beim IWF beglichen hat, wurde keine Überprüfung mehr erlaubt. Mit dem nun angekündigten Schritt wäre eine erste Voraussetzung erfüllt, damit Argentinien erneut Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten bekommen kann. Nach Einschätzung von Experten sollte die Überprüfung keine schwerwiegenden Probleme bereiten, lediglich in Bezug auf die scheinbar gefälschten statistischen Daten (BIP, Wachstum, Inflation, Außenhandel und soziale Indikatoren) sowie den hohen Staatsausgaben wird das Land Stellung beziehen müssen. Neben der Überprüfung plant Argentinien entsprechend dem Haushaltsentwurf für 2010 ebenfalls die Neuverhandlung seiner Auslandsschulden. Als Argentinien seinen Gläubigern 2005 eine Umschuldung der gut 100 Milliarden US-Dollar im Verhältnis von ca. 33 Cent für einen US-Dollar anbot, stimmten lediglich 70% des Kapitals dem damaligen Umschuldungsplan zu, so dass den verbleibenden Gläubigern (den sogenannten Holdouts) noch immer 29 Milliarden US-Dollar zu zahlen sind. Gleichzeitig muß das Land seine Schulden in Höhe von 6,7 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Pariser Club begleichen. Dies war zwar schon im Oktober 2008 mit Geldern der Zentralbank geplant, wurde jedoch aufgrund der weltweiten Finanzkrise auf Eis gelegt. Wie ernst gemeint diese Versuche gegenüber den privaten Gläubigern und dem IWF gemeint sind, wird sich zeigen. Das Verhältnis zum IWF bleibt jedoch von Spannung geprägt, denn dessen Kreditauflagen nach der Krise von 1998/99 gelten in den Augen von Ex-Präsident Néstor Kirchner, dem Mann der jetzigen Präsidentin Christina Kirchner, als Hauptursache für den Zusammenbruch der argentinischen Wirtschaft. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


04. Oktober 2009 | Argentinien: Sängerin Mercedes Sosa im Alter von 74 Jahren gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Sängerin Mercedes Sosa im Alter von 74 Jahren gestorbenHaydée Mercedes Sosa, auch bekannt als “La Negra”, ist am 4. Oktober 2009 in Buenos Aires nach knapp sechswöchigem Krankenhausaufenthalt infolge organischer Probleme gestorben. Die Sängerin, die am 9. Juli 1935 in San Miguel de Tucumán das Licht der Welt erblickte, konnte auf eine fast 60-jährige Karriere zurückblicken, in der sie etliche Länder bereiste, mit bedeutenden internationalen Künstlern auf der Bühne stand und unzählige Platten aufnahm. Sie gilt als eine der größten Künstlerinnen der populären Musik Lateinamerikas und war Teil der Bewegung des Neuen Liedes (Nueva Canción). Angefangen hatte sie als Folkloresängerin, später  interpretierte sie die Lieder verschiedener Künstler, wie etwa von Victor Jara oder Violetta Parra. Die Adaption von Parras “Gracias a la vida” ist weltweit bekannt.  Sosa war eine der berühmtesten Sängerinnen Argentiniens und trat gegen die Militärdiktatur des Landes ein (1976-1983), weshalb sie mit einem Auftrittsverbot belegt wurde, in dessen Folge sie 1980 für zwei Jahre nach Spanien exilierte. Mercedes Sosa erhielt für ihr musikalisches aber auch politisches Wirken verschiedene Preise, u.a. 1995 den Großen Preis CAMU-UNESCO oder 2005 den Sarmiento-Preis. Später wurde sie zur UNICEF-Botschafterin für Lateinamerika und die Karibik ernannt. Ihr letztes Album mit dem Namen “Cantora” veröffentlichte sie 2009, auf dem sie neben anderen mit Joan Manuel Serrat, Luis Alberto Spinetta, Caetano Veloso, Shakira, Gustavo Cerati, Charly García, Calle 13 und Joaquín Sabina zu hören ist (Bildquelle: Public Domain).


25. September 2009 | Argentinien: Abgeordnetenkammer stimmt neuem Kommunikationsgesetz zu | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Bereits am 17. September stimmte die Mehrheit der Abgeordnetenkammer des argentinischen Parlamentes dem von der Regierung eingebrachten neuen Kommunikationsgesetz (Ley de Servicios de Comunicación Audiovisual) zu. 146 Parlamentarier votierten für das Gesetz, bei 3 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen und 104 aus Protest abwesenden Abgeordneten der Oppostion. Dafür stimmten u.a. die Abgeordneten folgender Parteien: Frente para la Victoria, Movimiento Popular Neuquino, Encuentro Popular, Concertación sowie Solidaridad e Igualdad. Der Entwurf wurde in fast 200 Punkten abgeändert, u.a. wurde das Verbot des Einstieges von Telefongesellschaften ins Kabel-TV-Geschäft aufgenommen. Die oppostionellen Politiker der Rechten und der Sozialdemokraten haben Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Norm und den Verabschiedungsmodalitäten, da die Regierung plant, das Gesetz in weniger als 15 Tagen zu verabschieden. Während die offizielle Seite mit dem Gesetz die Medienmonopole im Land eindämmen möchte, vermuten die Kritiker, dass die Regierung eigentlich eine Kontrolle der Presse etablieren will. Die polemisch geführte und zum Teil sehr desinformierende Debatte, hat ihren Ausgang in Auseinandersetzungen zwischen der Regierung von Cristina Fernández de Kirchner und der Mediengruppe Clarín. Der Gesetzesentwurf steht jetzt noch im Senat zur Abstimmung. (Für mehr Informationen über das Gesetz siehe die Noticia vom 19.09.2009).


23. September 2009 | Argentinien, Spanien: Argentinischer Todespilot in Spanien verhaftet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien, Spanien: Argentinischer Todespilot in Spanien verhaftet - Foto: Emmanuel FrezzottiDie spanische Polizei hat in Valencia  den argentinischen Piloten Julio Alberto Poch verhaftet. Poch wird vorgeworfen, von 1976 -1983 als Marineflieger während der Militärdiktatur an den sogenannten Todesflügen beteiligt gewesen zu sein, bei denen mehr als 1.000 Menschen ermordet wurden. Der Leutnant der argentinischen Kriegsmarine im Ruhestand arbeitet heute als Pilot einer niederländischen  kommerziellen Fluglinie. Er wurde im Cockpit seiner Flugzeuges festgenommen, während einer Zwischenlandung auf dem Weg nach Amsterdam. Gegen Poch existiert ein argentinischer Haftbefehl, er ist in insgesamt vier Strafprozesse im Zusammenhang mit den Todesflügen verwickelt. Meldungen zufolge soll Poch, der während der Diktatur an der als Folterzentrum berüchtigten Marinetechnikerschule (ESMA) gearbeitet hatte, Kollegen gegenüber offen über die Todesflüge berichtet haben. Zwischen 1976 und 1983 ließen die argentinischen Militärs Tausende Menschen verhaften und verschwinden. Eine Form des Verschwindenlassens waren die Todesflüge, bei denen die Opfer aus Flugzeugen oder Hubschraubern über dem Atlantik oder über Flüssen abgeworfen wurden. Nach offiziellen Angaben wurden während der Diktatur 11.000 Menschen ermordet, Menschenrechtsgruppen sprechen von 30.000 Opfern. Erst seit 2005, nachdem Präsident Nestor Kirchner Amnestiegesetze außer Kraft setzen ließ, ist die strafrechtliche Verfolgung der Täter aus den Reihen des Militärs möglich (Bildquelle: Emmanuel Frezzotti).


21. September 2009 | Argentinien: Weiterhin lebt ein Viertel der Bevölkerung in Armut | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentiniens Armut bleibt hoch. Im Bild eine Asamblea Interbarrial im Jahr 2001 - Foto: Oriana EliçabeArgentiniens goldene Zeiten sind lang vorbei. Das wird einmal mehr bei der Präsentation der neuen Armutszahlen deutlich. In dem Land, das bis Anfang der 1950er Jahr vom Wohlstandniveau vergleichbar mit Kanada oder Australien war, leben nach Angaben der Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner 23 Prozent der Bevölkerung in Armut. Die Universidad Católica Argentina beziffert in einer Studie die Zahl sogar auf 39 Prozent. Zwar liegt das jetzige Niveau weit unter dem Höchststand von 57 Prozent am Ende der schweren Wirtschaftskrise von 2002. Aber es bewegt sich dennoch weiterhin im Bereich wie vor 10 Jahren. Das heisst, für ein Viertel der Bevölkerung muss dieses Jahrzehnt erneut als ein „verlorenes Jahrzehnt“ angesehen werden. Die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner will nun mit 272 Millionen Euros ein Programm zur Gründung von Kooperativen unterstützen, mit dem bis zu 100.000 Arbeitsplätze entstehen sollen. Ohnehin scheinen viele Hoffnungen auf der Genossenschaftsbewegung wie im Falle Zanon/FASINPAT zu liegen. Selbstinitiative ist angesagt. Denn Slumbewohner wie z.B. die von Villa Itatí beschweren sich immer wieder, dass staatliche Hilfe nie bis zu ihnen gelangt (Bildquelle: Oriana Eliçabe).


19. September 2009 | Argentinien: Debatte um neues Kommunikationsgesetz | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Schatten über der Pressefreiheit in Argentinien” schrieb die Neue Zürcher Zeitung Anfang der Woche und bediente damit den auch in Argentinien vorrangigen, teils polemischen und schlecht informierten Diskurs über ein neues Kommunikationsgesetz. Der Quetzal nimmt dies zum Anlass, einige Fakten im Bezug auf das Ley de Servicios de Comunicación Audiovisual zu klären, die vor allem im aktuellen Streit zwischen der Regierung von Cristina Fernández und der Mediengruppe Clarín unterzugehen drohen: 1. Das bestehende Kommunikationsgesetz trat unter der Militärdiktatur in Kraft und ordnete sich der Doktrin der nationalen Sicherheit unter. Zwar wurden in den Jahren nach der Rückkehr zur Demokratie Änderungen daran vorgenommen, der repressive Charakter, wie etwa die Unterordnung unter die genannte Doktrin, die Präsenz von Militärs im Direktorium der Kommunikationsbehörde COMFER oder die zentralisierte Entscheidungsmacht des Staatspräsidenten, blieb unangetastet.  2. Die Behauptung, dass die Regierung die Vergabe der Sendelizenzen alle zwei Jahre überprüfen kann, ist stark verkürzt. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass alle zwei Jahre das Maximum einer einzelnen Person/Unternehmen zustehenden Lizenzen überprüft wird. 3. Der Entwurf sieht weiterhin die Partizipation zweier Angehöriger politischer Minderheiten im fünfköpfigen Direktorium der COMFER vor und weist damit mehr Pluralität als der Oppositionsvorschlag auf. 4. Die Behauptung der NZZ, dass “in Zukunft die Frequenzen zu je einem Drittel auf öffentliche Anstalten, auf private Sender und auf nicht gewinnorientierte Nichtregierungsorganisationen aufgeteilt werden” ist falsch. Der Entwurf sieht lediglich die Reservierung eines Drittels des Frequenzspektrums für nicht-kommerzielle Organisationen vor, die sonst nicht mit Medienkonglomeraten wie der Clarín-Gruppe konkurrieren könnten. Die angespannte politische Situation zwischen der Regierung und der Opposition, respektive den privaten Medien wie Clarín wurde u.a. befördert durch die Exportsteuer auf Soja oder den jüngsten “Coup” der einseitigen Kündigung der Fernsehübertragungsrechte der Fußballspiele der ersten Liga – bislang im Besitz des Medienunternehmens TSC, das zur Hälte der Clarín-Gruppe gehört – nach Übereinkommen zwischen Fußballverband und Regierung sowie ihre Übertragung auf den staatlichen Fernsehsender Canal 7.


06. September 2009 | Südamerika: Brasilien als erstes Team für WM 2010 in Südafrika qualifiziert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien, Noticias Lateinamerika

Südamerika: Brasilien nach Sieg gegen Argentinien als erstes Team für WM 2010 in Südafrika qualifiziert, Carlos Dunga und Präsident Lula da Silva (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)Mit einem deutlichen 3:1 Auswärtssieg gegen den Erzfeind Argentinien hat sich Brasilien als erstes Team Südamerikas für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Bereits nach 30 Minuten stand es 2:0 für die “Seleçao”. Zwar konnte die “Albiceleste” in der 65. Minute nochmal auf 1:2 verkürzen, Brasilien konterte jedoch nur zwei Minuten später mit dem 3:1. Durch den Sieg konnte sich Brasiliens Nationaltrainer Carlos Dunga auch im direkten Duell der Trainer gegen Diego Maradona duchsetzen. Von dessen Taktik, das Spiel aufgrund der besseren Athmospähre im reinen Fußballstadion in Rosario (gut 40.000 Zuschauer) auszutragen, ließ sich Brasilien jedoch nicht beeindrucken. Maradona setzte seinen Willen dabei gegen den Verbandspräsidenten und die Statistik durch, denn im Nationalstadion “El Monumental” in Buenos Aires wurde bisher nur eines von 45 WM-Qualifikationsspielen verloren. Maradona muß nun sogar um seinen Job fürchten, sollte Argentinien (22 Punkte) das nächste Spiel am 9. September gegen den Drittplazierten der Tabelle, Paraguay (27 Punkte), verlieren. Brasilien führt nun die Tabelle mit 30 Punkten an, gefolgt von Chile mit 27 Punkten. Kolumbien und Ecuador mit je 20 Punkten kämpfen gegen Argentinien um die sichere WM-Qualifikation, denn der Tabellenfünfte muß in die Relagation gegen den Viertplatzierten der nordamerikanischen Concacaf-Gruppe. (Bildquelle: Agencia Brasil, Marcello Casal Jr.)


01. September 2009 | UNASUR: Gipfel berät über US-Basen in Kolumbien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

unasur.jpgAm letzten Wochenende haben sich die zwölf südamerikanischen Staatschefs im argentinischen Wintersportort Bariloche getroffen, um über die Konsequenzen des jüngst zwischen Kolumbien und den USA geschlossenen Militärabkommens zu beraten. Dieses legt u.a. fest, dass die Vereinigten Staaten sieben kolumbianische Militärbasen militärisch nutzen können. Die meisten Staaten der Region sehen darin eine Gefahr für Frieden und Sicherheit auf dem lateinamerikanischen Kontinent. Lediglich der peruanische Präsident Alan García unterstützte die Position seines kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe, der das Abkommen mit dem Hinweis verteidigte, dass dieses im Kampf gegen Drogenkriminalität und linke Rebellen unverzichtbar sei. Bezeichnender Weise hatte García im Vorfeld des Gipfels der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) versucht, die Diskussion über das Militärabkommen mit Verweis auf die bolivianisch-chilenischen Grenzverhandlungen von der Tagesordnung nehmen zu lassen. Äußerst kritisch wird das Abkommen von den linken Präsidenten Boliviens (Evo Morales), Ecuadors (Rafael Correa) und Venezualas (Hugo Chávez) gesehen, während die Staatsoberhäupter Brasiliens (Luiz Inácio Lula da Silva) und Argentiniens (Cristina Fernández de Kirchner) eine vermittelnde Position einnehmen. Ein eher kurioses Ergebnis des UNASUR-Gipfels besteht darin, dass Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe laut Mitteilung des Präsidialamtes vom Sonntag unmittelbar nach seiner Abreise aus Argentinien an der Schweinegrippe erkrankt ist.


28. August 2009 | Lateinamerika, Argentinien: Aufgeheizter UNASUR-Gipfel in Bariloche | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika, Argentinien: Aufgeheizter UNASUR-Gipfel in BarilocheDie malerische Umgebung des argentinischen Tourismuszentrums Bariloche dient heute als Kulisse für einen Sondergipfel der Union der Südamerikanischen Nationen (UNASUR). Hauptthema des Treffens der Staatsoberhäupter der 12 Mitgliedsländer wird das aktuelle Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA sein. Die in dem bilateralen Abkommen ausgehandelte Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch US-Streitkräfte hat die politischen Wellen in Lateinamerika zuletzt hochschlagen lassen. Das Abkommen wird von Staatschefs wie Hugo Chávez (Venezuela), Rafael Correa (Ecuador) oder Evo Morales (Bolivien) stark kritisiert und als Bedrohung für den Frieden und die Selbstbestimmung der Region gesehen. Im Vorfeld des Gipfels demonstrierten Menschenrechtsgruppen, Gewerkschafter und Vertreter der indigenen Mapuche gegen das Abkommen. Auf diplomatischem Parkett wollen nun vor allem Brasiliens Präsident Lula da Silva und Gastgeberin Christina Kirchner in Bariloche versuchen, zwischen dem kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe und Hugo Chávez zu vermitteln. Von verschiedenen Seiten wurden bereits Forderungen nach kolumbianischen Garantien – etwa in Form einer diplomatischen Note – geäußert, dass die Stationierung der US-Truppen nur der Drogenbekämpfung im Inneren des Landes diene. Die Bekämpfung der Drogenmafia in der Region wird ein weiteres Thema des Gipfels sein. Diplomatische Spannungen gibt es derzeit auch zwischen Peru und Chile, da der peruanische Präsident Alan García Chile beschuldigte, heimlich mit Bolivien über einen Meereszugang für das seit dem Salpeterkrieg vom Pazifik abgeschnittene Land zu verhandeln. Statt Barack Obama, der eingeladen war, aber abgesagt hat, wird Christopher McMullen, Deputy Assistant Secretary für Angelegenheiten der westlichen Hemisphäre des US-Außenministeriums, am Treffen in Bariloche teilnehmen.


26. August 2009 | Argentinien: Bauernverbände kündigen Streik an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Bauernverbände kündigen Streik an - Bildquelle: Presidencia de la Nación ArgentinaDie Führer der vier größten Bauernvereinigungen Argentiniens haben gestern einen siebentägigen Proteststreiks gegen die Agrarpolitik der Regierung von Cristina Fernández de Kirchner angekündigt. Der Verkauf von Feldfrüchten und Fleischprodukten soll für eine Woche eingestellt werden. Die Bauern verlangen von der Regierung eine Senkung der Exportsteuern für Getreide, vor allem für Sojabohnen. Argentinien ist nach den USA und Brasilien der drittgrößte Sojaexporteur von in der Welt, die Bauern hoffen auf einen größeren Anteil am Geschäft mit China, das verstärkt Sojaprodukte nachfragt. Darüber hinaus werden Forderungen auf Steuersenkungen für die Landwirte erhoben, denen wegen einer Dürre Einkommenseinbußen von bis zu 50% drohen. Die Regierung lehnt diese ab. Die Proteste sollen sich auf die Verkaufsstopps beschränken, Straßensperren, wie bei dem viermonatigen Streik im letzten Jahr – so die Bauernführer auf einer Pressekonferenz – sind vorerst nicht geplant (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


19. August 2009 | Honduras, Argentinien, Peru: Honduras bricht diplomatische Beziehungen mit Argentinien ab. Zelaya in Lima | Kategorie(n): Honduras - Chronologie des Putsches 2009, Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Honduras, Noticias Peru

Honduras, Argentinien, Peru: Honduras bricht diplomatische Beziehungen mit Argentinien ab. Zelaya in Lima (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz)Als Antwort auf die Ausweisung der Botschafterin in Argentinien hat gestern das honduranische De-Facto-Regime von Roberto Micheletti den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit diesem Staat bekannt gegeben. Das Außenministerium von Honduras informierte, dass es ab jetzt die Beziehungen mit Buenos Aires über den Umweg der israelischen Botschaft in Argentinien unterhalten werde. Am 13. August wurde die honduranische Botschafterin Carmen Eleanora Ortez Williams von Argentinien wegen ihrer Unterstützung der Micheletti-Regierung ausgewiesen. In der Zwischenzeit ist heute der abgesetzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, in Lima unter starken Sicherheitsvorkehrungen für ein Treffen mit dem peruanischen Präsidenten Alan García angekommen. Zelaya sucht eine regionale Koalition nach seinem Sturz am 28. Juni diesen Jahres durch Micheletti. (Bildquelle: Agencia Brasil, Jose Cruz).


12. August 2009 | Venezuela, Argentinien: Venezuela kauft jetzt in Argentinien ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Venezuela

Venezuelas Präsident Hugo Chávez und die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner - Foto: Presidencia de Argentina

Argentinische Geschäftsleute sind Nutznießer der bilateralen Krisen zwischen Venezuela und Kolumbien. Nachdem Venezuelas Präsident Huga Chávez am 28. Juli die diplomatischen und kommerziellen Beziehungen zu dem Nachbarland eingefroren hatte, kündigte die Regierung in Caracas nun an, Venezuela werde die Waren, die das Land bisher aus Kolumbien eingeführt habe, aus Argentinien beziehen: von Lebensmitteln über Maschinen bis zum Shampoo. Die erste Transaktion wurde am Montag, im Vorfeld eines Besuchs der argentinischen Präsidentin Kirchner in Caracas beschlossen: Venezuela kauft jetzt in Argentinien die 10.000 LKWs, PKWs und Busse, die Kolumbien jährlich lieferte. Gestern unterzeichneten Cristina Kirchner und Hugo Chávez in Anwesenheit von Industriellen aus beiden Ländern insgesamt 20 Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in den Bereichen Automobilindustrie, Technologie und Agrarindustrie. Die Vereinbarungen bewegen sich in einem Finanzrahmen von 1,1 Milliarden US-Dollar. Am Sonntag kündigte Chávez in seiner Fernsehsendung „Aló Presidente“ an, Venezuela werde die Gaslieferungen zu Vorzugskonditionen an die kolumbianischen Departamentos La Guajira und Norte de Santander suspendieren (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


28. Juli 2009 | Argentinien: Manu Chao: Neues Album mit Klinikinsassen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Manu Chao: Neues Album mit Klinikinsassen - Bildquelle: SubLaLunoDer französische Sänger Manu Chao veröffentlichte ein neues Album. „La Colifata“ hat er zusammen mit Patienten der Klinik für Neuropsychiatrie José Tiburcio Borda in Buenos Aires aufgenommen. Die 20 Titel laden ein zu „lachen, weinen, meditieren“, sie beschäftigen sich mit dem Leben, dem Tod, mit Einsamkeit, Liebe und dem Ende der Welt. Das Album kann von der Webseite VivaLaColifata.org heruntergeladen werden und kostet so viel, wie man zahlen möchte. „La Colifata“ ist eine Radiostation, die seit 1991 von Patienten der Klinik unter Leitung des Psychologen Alfredo Olivera betrieben wird und jeden Samstag fünf Stunden auf Sendung geht. Das Radioprogramm soll den Patienten ihre Stimme zurückgeben und ein Beitrag gegen die soziale Stigmatisierung und den Ausschluss psychisch Kranker aus der Gesellschaft sein. „Radio La Colifata“ hat inzwischen zahlreiche Nachahmer in verschiedenen Ländern (erst im Juni wurde in Mexiko-Stadt ein „Colifata“ ins Leben gerufen), zudem werden die Sendungen von anderen argentinischen Radiostationen übertragen. Manu Chao unterstützt das Projekt seit fünf Jahren. Der Erlös aus dem Verkauf des Albums „La Colifata“ kommt dem Krankenhaus und dem Radioprojekt „La Colifata“ zugute. (Bildquelle: SubLaLuno)


29. Juni 2009 | Argentinien: Herbe Niederlage für Partei von Cristina Kirchner | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Cristina Kirchner bei der Abgabe ihrer Stimme zur Parlamentswahl in Santa Cruz - Foto: Presidencia de ArgentinaBei den vorgezogenen Parlamentswahlen in Argentinien hat die Regierungspartei von Präsidentin Cristina Fernandez Kirchner offenbar eine herbe Niederlage einstecken müssen. Durch den Triumph der Konservativen in weiten Teilen des Landes droht nun für sie der Verlust der Parlamentsmehrheit. Entscheidend für den Wahlausgang war aufgrund der hohen Zahl an Wählern vor allem das Abschneiden in der Provinz Buenos Aires und in der Hauptstadt selbst. In beiden erreichten die Kanditaten des konservativen Unión-Pro-Bündnisses mit über 30 Prozent der Stimmen den ersten Platz, wobei Francisco de Narvaez in der Provinz sogar den ehemaligen Präsidenten Néstor Kirchner besiegen konnte. Am Montagmorgen gestand der Ehemann der jetzigen Präsidentin seine Niederlage ein. Die Ergebnisse dieser Zwischenwahlen gelten gemeinhin als Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahlen 2011. Zugleich lässt sich konstatieren, dass viele Wähler der Mittel- und Oberklasse Cristina Kirchners interventionistische Konjunkturpolitik und ihren aggressiven Führungsstil gegenüber den Wirtschaftseliten z.B. bei der Steuererhöhung auf Sojaexporte nicht gutheißen. (Bild: Presidencia de la Nación Argentina).


21. Juni 2009 | Argentinien: Elendsviertel von Buenos Aires weiter gewachsen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Elendsviertel von Buenos Aires weiter gewachsen, Foto: Quetzal-RedaktionNach einer aktuellen Studie der argentinischen Regierung sind die Slums in Buenos Aires in den letzten zwei Jahren um 25 Prozent gewachsen. Mittlerweile leben ungefähr 200.000 Menschen, d.h. sieben Prozent aller Einwohner, in den 14 Elendsvierteln und gut 40 Siedlungen am Rande von Buenos Aires. Die Gebiete sind geprägt von einer fehlender Kanalisation, keinem Zugang zu fließendem Wasser oder Elektrizität sowie einer hohen Kriminalitätsrate. Allein 2009 werden insgesamt 200 Millionen argentinischen Peso (etwa 50 Millionen US-Dollar) in die Versorgungsinfrastruktur investiert. Ziel ist es, bis Ende des Jahres zwei der 14 Elendsviertel in Stadtviertel zu verwandeln. War das Wachstum in der Vergangenheit noch durch die argentinische Wirtschaftskrise im Jahr 2001 begründet, sind es jetzt zudem ausländische Migranten. Diese machen in manchen Elendsgebieten bereits bis zu 70 Prozent der Bewohner aus. Aufgrund des starken Wachstums hat die Stadtverwaltung ihre seit den 60er Jahren umgesetzte Strategie der Zwangsräumung von Elendsvierteln nun ebenfalls angepaßt, mit dem Ziel der Urbanisierung dieser. Das betrifft vor allem die 14 Elendsviertel, denn kleine Siedlungen haben per Definition keine gesetzliche Garantie auf öffentliche Gelder. (Bild: Quetzal-Redaktion, mcm)


20. Mai 2009 | Argentinien: José-Martí-Preis an argentischen Politikwissenschaftler | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: José-Martí-Preis (UNESCO) an argentischen PolitikwissenschaftlerDer argentinische Sozialwissenschaftlicher Atilio Alberto Borón, ehemals Exekutivsekretär des Lateinamerikanischen Rates für Sozialwissenschaften (CLACSO) erhält den José- Martí-Preis 2009 der UNESCO. Wie UNESCO-Generalsekretär Koichiro Matsuura mitteilte, erhält Borón den mit 5.000 Dollar (3.600 €) dotierten Preis für seine “unermüdliche Unterstützung für die Einheit und Zusammenarbeit der Staaten Lateinamerikas“. Die UNESCO wolle mit diesem Preis den Beitrag des Professors für Politikwissenschaften zum Studium und zur Verbreitung des Denkens „des Apostels der Unabhängigkeit Kubas“, José Martí, würdigen. Der Preis wird am 17. Juli in Kuba übergeben.


17. Mai 2009 | Argentinien: Stadt Magdalena beendet Prozess gegen Shell | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Die Stadt Magdalena (120 km von Buenos Aires entfernt) war am Sonntag (17. Mai 2009) in einem Bürgerentscheid aufgerufen, wählen zu gehen. Die BürgerInnen sollten sich entscheiden, ob die Stadt wegen eines der bisher größten Umweltschäden in Argentinien eine Ausgleichszahlung vom Mineralölkonzern Shell bekommen sollte oder ob die Stadt ihren gerichtlichen Prozess gegen die Firma weiterhin fortsetzen soll. Im Januar 1999 war ein Tanker von Shell mit einem deutschen Schiff vor der Mündung des Rio de la Plata kollidiert. 5,3 Millionen Liter Öl liefen ins Meer aus. Seitdem kämpft die Stadt Magdalena gegen das Unternehmen. 25% der 12.000 Wahlberechtigten haben nun an dem Bürgerentscheid teilgenommen und mit 77% der abgegebenen Stimmen für eine außergerichtliche Einigung votiert, wodurch Shell US$ 9,5 Millionen zahlen wird. Das Geld soll den Tourismus in der Region fördern sowie für den Bau eines Industrieparks genutzt werden. Trotz des Kompromisses kämpfen die einzelnen Bürger von Magdalena in insgesamt 500 Klagen weiter gegen Shell, das seine Schuld am Unfall nicht anerkennt und dadurch auch jene Einwohner ignoriert, die noch an den schweren Folgen des Unfalls leiden.


03. Mai 2009 | Argentinien: Postum neues Buch von Julio Cortázar veröffentlicht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

25 Jahre nach dem Tod Julio Cortázars wurde heute in Buenos Aires ein Buch mit bisher unveröffentlichten Texten des berühmten argentinischen Schriftstellers publiziert. Die meisten Texte kamen erst durch Zufall Weihnachten 2006 an Licht, als der Schriftsteller Carles Álvarez Garriga und die erste Frau und Testamentsvollstreckerin Cortázars, Aurora Bernárdez, sie aus den Tiefen einer Kiste in seiner letzten Wohnung in Paris hervorholten. Das Buch mit dem Titel Papeles inesperados (Unverhoffte Papiere) ist sofort zum wichtigsten Thema der derzeit stattfindenden Buchmesse in der argentinischen Hauptstadt geworden. Inhaltlich ähnelt es mit seinen elf Erzählungen, drei Geschichten von Cronopios (eine spezielle Kreation von Cortázar, z.B. Gedichte ohne Reim), elf Episoden mit Lucas, 35 Texten über Literatur und Politik, zehn Artikeln für Freunde, 13 Gedichten und einer Reihe unklassifizierbarer Texte sehr einer unendlichen Rayuela (entsprechend dem deutschen Kinderspiel Himmel und Hölle). Wann das Buch auf Deutsch übersetzt wird, ist ungewiss. Am 27. Mai bringt es der spanische Verlag Alfaguara in Europa heraus.


07. April 2009 | Spanien, Argentinien, Frankreich: Unveröffentlichter Briefwechsel von Julio Cortázar | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Die spanische Herausgeberin Alpha Decay publiziert in der kommenden Woche einen Band mit bisher unveröffentlichten Briefen des argentinischen Schriftstellers Julio Cortázar. Der Band mit dem schlichten Titel „Correspondencia. Julio Cortázar, Carol Dunlop, Silvia Monrós-Stojakovic“ präsentiert den Briefwechsel zwischen Cortázar, seiner zweiten Frau, der Fotografin Carol Dunlop, und deren gemeinsamer Freundin Silvia Monrós-Stojakavic, der serbo-kroatischen Übersetzerin der Bücher des Argentiniers. Die Briefe und Karten stammen vor allem aus der letzten Lebensphase Cortázars; Themen der Korrespondenz sind die Arbeit an dem Buch „Los autonautas de la cosmopista“, das Cortázar und Dunlop gemeinsam schrieben, die Erkrankung des Schriftstellers an Leukämie und der Tod von Carol Dunlop im Jahre 1982.


02. April 2009 | Argentinien: Letzte Huldigung an Raúl Alfonsín | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Letzte Huldigung an Raúl Alfonsín (2.v.r., Archivfoto vom 1.10.2008), Foto: Presidencia de la Nación ArgentinaDer ehemalige argentinische Präsident (1983-1989) Raúl Alfonsín ist heute mit 82 Jahren gestorben. Seit Jahren litt er an Lungenkrebs. 60.000 Personen begleiteten in Buenos Aires seinen Sarg und brachte ihm somit eine letzte Huldigung. Raúl Alfonsín gewann die Wahlen im Jahr 1983. Er war der erste demokratische Präsident nach der Beendigung der Militärdiktatur. Er musste sich um ein moralisch zerrissenes und wirtschaftlich darniederliegendes Land kümmern. Unter seiner Regierung fand das erste Mal in Lateinamerika eine Anklage gegen ein ehemaliges Militärregime aufgrund ihrer Verbrechen statt. Er ist auch bisher in der argentinischen Geschichte der einzige Präsident, der keine Anklage wegen Korruption hatte. (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)


21. März 2009 | Argentinien: Verkaufsstopp für Getreide und Rindfleisch durch Bauernstreik | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Verkaufsstopp für Getreide und Rindfleisch durch Bauernstreik (Foto: Quetzal-Redaktion, ssc)Bereits Ende Februar diesen Jahres hatten die größten argentinischen Agrargewerkschaften fünf Tage lang gegen die aus ihrer Sicht zu hohen Exportsteuern auf landwirtschaftliche Produkte gestreikt. Durch die anhaltende Dürre und die deutlich gesunkenen Weltmarktpreise ihrer Exportprodukte sehen sich die Bauern jedoch starken Einnahmeverlusten konfrontiert. Zwar wurden erst vor kurzem die Exportsteuern für Weizen und Mais um fünf Prozentpunkte reduziert, jedoch ist dies aus Sicht der Bauern nicht ausreichend. Aus diesem Grund wurde am Freitagabend (20.03.009) der Verkauf von Getreide und Rindfleisch gestoppt. Durch den am heutigen Samstag beginnden siebentägigen Streik soll eine weitere Senkung der Steuern gefordert werden. Die Regierung um Christina Kirchner argumentiert hingegen, dass die Staatseinnahmen durch Exportsteuern bei der Bewältigung der Folgen der internationalen Finanzkrise dringend benötigt werden. So sollen z.B. 30 Prozent der Sojasteuern in einen landesweiten Fonds fließen. Mit der Kritik an unzureichenden Maßnahmen der Regierung gegen die Dürre haben die Gewerkschaften zwar recht, die Argumentation, dass eine Senkung der Exportsteuern die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt verbessert, ist jedoch nicht ganz richtig. Durch die Dürre kam es zu enormen Ernteausfällen, wodurch Argentinien eher Probleme hat, seine Lieferverpflichtungen zu erfüllen. (Foto: Quetzal-Redaktion, ssc)


18. März 2009 | Argentinien: Erster Sieg für Cristina Kirchner | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Erster Sieg für Christina Kirchner (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)Die Regierung erhielt heute das notwendige Quorum, um den Entwurf zur vorzeitigen Anberaumung der Parlamentswahl in den Ausschuss für Verfassungsangelegenheiten einzubringen. Damit kann Cristina Kirchner an den geplanten Parlamentswahlen im Juni festhalten, obwohl die Opposition gegen diese Maßnahme kämpft, um sie zu ablehnen. Ab jetzt braucht die Kirchner-Fraktion 127 Stimmen in der Abgeordnetenkammer, in der sie aber nur 113 Stimmen hat. D.h., sie muss die fehlenden 21 suchen. Die Präsidentin begründet ihre Entscheidung zur Vorverlegung der Wahl damit, dass die Weltfinanzkrise dies notwendig mache. Die Opposition dagegen behauptet, diese Gesetzesänderung passiere aufgrund ihrer stetig abnehmenden Popularität. (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)


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