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Argentinien: León Gieco x 70

Autor:  | November 2021 | Artikel empfehlen
Kategorie(n): Noticias Argentinien

Leon_Gieco_70_Bild_Quetzal-Redaktion_chinozDer argentinische Liedermacher Raúl Alberto Antonio Gieco, weltweit bekannt als León Gieco, feierte am vergangenen Samstag seinen 70. Geburtstag. Während Gieco an seinem Geburtstag von zahlreichen Musikern und einem Theater voller Fans in Buenos Aires geehrt wurde, revanchierte sich der Songwritter einen Tag später mit einem kostenlosen Open-Air-Konzert vor großem Publikum, an dem sich VertreterInnen von Menschenrechtsorganisationen, KünstlerInnen und politischen Persönlichkeiten beteiligten. Der 1951 geborene Gieco begann seine musikalische Laufbahn bereits im Alter von acht Jahren, als er mit einer Gitarre, die er ein Jahr zuvor mit bei seiner Arbeit verdientem Geld gekauft hatte, seine ersten Auftritte in den Ortschaften rund um sein Heimatdorf im Herzen der Pampa, Cañada Rosquín, absolvierte. Obwohl Gieco von seinem Debütalbum León Gieco (1973), das von Gustavo Santaolalla (der auch dabei sein Debüt als Produzent gab) produziert wurde, bis zu seinem letzten Album El desembarco (2011) „lediglich“ siebzehn Soloalben veröffentlichte, muss sich jeder, der sein musikalisches Schaffen nachverfolgen will, mit satten 260 Aufnahmen auseinandersetzen. Dieses Material, das neben kollektiven Projekten und der Mitarbeit an Alben von KollegInnen aus aller Welt entstanden ist, beweist nicht nur die Vielseitigkeit des Musikers (von argentinischer Folklore bis hin zu Heavy Metal), sondern auch die Zuneigung und Bewunderung, die Gieco nach wie vor entgegen gebracht wird. Der Liedermacher, der während der letzten argentinischen Diktatur (1976-1983) ins Exil gezwungen wurde, ist nicht nur für das politische Engagement seiner Texte bekannt, sondern auch dafür, dass er sich für zahlreiche Dinge einsetzt, die er für gerecht hält. Wie sein uruguayischer Kollege Daniel Viglietti (1939-2017) ist Gieco fester Bestandteil jeder Initiative, die von Menschenrechtsorganisationen, landlosen Bauern, Ureinwohnern, Arbeitern in stillgelegten Fabriken, Menschen mit Behinderungen und anderen an den Rand gedrängten Menschen organisiert wird. Der bereits verstorbene Historiker Osvaldo Bayer qualifizierte ihn mit dem höchsten Adjektiv, das libertäre Anarchisten vergeben: Sohn des Volkes. Denn León Gieco trägt dazu bei, einige der vielen Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen – er macht diese Welt zu einer besseren Welt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_chinoz).


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