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Argentinien: Bald eine neue Hauptstadt in Patagonien?

01. April 2016 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Patagonien_Foto Quetzalredaktion_Soledad  BiasattiEine alte Idee von Argentiniens Ex-Präsidenten Raúl Alfonsín scheint in dem Land am Río de la Plata wieder an Zuspruch zu gewinnen. Alfonsín hatte zu Beginn der 1980er Jahre den Vorschlag unterbreitet, die argentinische Hauptstadt von Buenos Aires nach Patagonien zu verlegen. Dazu sollte nach brasilianischem Vorbild eine völlig neue Stadt am Reisbrett so zusagen aus dem Boden gestampft werden. Die Wahl fiel dabei auf die bereits existierende Kleinstadt Carmen de Patagones am Río Negro. Die 18 000 – Einwohnerstadt liegt knapp 1000 Kilometer von südlich von Buenos Aires. In der vergangen Wochen griff nun ein Kongressabgeordneter von Carmen de Patagones (Bild: Bahnhof der Stadt), Juan García, diese Idee wieder auf. Er gründete zur Beförderung dieser Idee eine Initiativgruppe, die in der kommenden Woche in Buenos Aires vorstellig werden möchte. Gegner werfen dem Politiker vor, er mache den Vorschlag nur, um nicht mehr zu den Zusammenkünften des Kongresses in Buenos Aires fahren zu müssen, das der sehr sittenstrenge Abgeordnete wegen seiner kulturellen und religiösen Toleranz ablehnt. García ging mit seiner Initiative sogar so weit, die Unabhängigkeit Argentiniens vom sündigen Buenos Aires zu verlangen. Die chilenische Regierung äußerte sich kritisch den Plänen gegenüber. Man unterstellt Argentinien jetzt, seinen Einfluss in Patagonien intensivieren zu wollen und für die chilenische Bevölkerung unzugänglich zu machen. Auch innerhalb der argentinischen Bevölkerung findet der Vorschlag keine ungeteilte Zustimmung: Ein Passant in Buenos Aires erklärte erregt gegenüber einer lokalen Tageszeitung, er fände diese Idee bescheuert. Wörtlich sagte er: „Ich habe keine Lust, für alle wichtigen Angelegenheit nun Tausende von Kilometern in den Norden zu fahren.“ (Bildquelle: Gustavo9089)


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