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Noticias Lateinamerika

15. Juni 2017 | Argentinien: Reduzierung der Invaliditätsrente | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Reduzierung der Invaliditätsrente - Foto: ANSESGroße Kritik erhält die argentinische Regierung derzeit aufgrund der Umsetzung einer Verordnung vom Jahr 1997 zur Reduzierung der Invaliditätsrente. Die Regierung möchte 4,2% des Haushaltsdefizits nicht überschreiten. Deshalb ist diese Maßnahme eine Option, um das Ziel zu erreichen. Seit Januar sind ungefähr 80.000 beitragsunabhängige Renten (pensiones no contributivas) ohne Vorankündigung unterbrochen worden. Dazu zählt, dass seit einem Jahr keine neuen certificados de discapacidad (äquivalent zu einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder zu einem Behindertenausweis) ausgegeben wurden. Die Mindestinvaliditätsrente beträgt 4 400 pesos (250 US-Dollar), was der Hälfte des Mindestlohns entspricht. Die Mehrheit der Betroffenen erhält jedoch 7 000 pesos (437 US-Dollar). Man schätzt, dass zwischen 13% und 15% der Bevölkerung mit einer solchen Behinderung in Argentinien leben (Bildquelle: ANSES_).


19. April 2017 | Argentinien: DozentInnen für das Recht auf öffentliche Bildung und existenzsichernden Lohn | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: DozentInnen für das Recht auf öffentliche Bildung und existenzsichernden Lohn - Foto: Quetzal-Redaktion, Soledad BiasattiDie argentinischen Lehrergewerkschaften demonstrieren seit Anfang April landesweit. Unter dem Motto “#1A” haben sich DozentInnen aus dem ganzen Land am 1. April an der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast versammelt. Die Demonstrierenden fordern eine Gehaltserhöhung, um den Preisanstieg der letzten Monate ausgleichen und die Armutsgrenze verlassen zu können. Allein im Jahr 2016 erreichte die Inflation in Argentinien 40%. Die Landesregierung kündigte eine Unterstützung für die Provinzregierungen an, um den Mindestlohn in Höhe von 9.672 Pesos (ca. 560 Euro) zu gewährleisten. Als Reaktion auf die Verweigerung der Regierung, auf die Forderungen der DozentInnen einzugehen, wurde beschlossen, eine “Wanderschule” gegenüber dem Parlament zu errichten. Die “Wanderschule” wurde zunächst brutal unterdrückt, weil eine der Genehmigung fehlte, konnte einige Tage später dann doch eingerichtet werden. Allerdings läuft diese Genehmigung bereits heute aus. Unter dem Motto “öffentliche Bildung: Lehrt, widersteht, träumt” finden seitdem öffentliche Schulungen, Vorlesungen, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt, um auf das Recht auf Bildung und Arbeit aufmerksam zu machen. Die Aktion erinnert an das “Weiße Zelt”, das während der Hungerstreiks in den Jahren 1997 bis 1999 am gleichen Standort von den DozentInnen aufgestellt wurde. Die Regierung Macri versucht, die Protestaktion zu delegitimieren und kündigte außerdem an, einen “Maverick” in Südafrika zu kaufen. Dieses Fahrzeug kann gegen Straßenblockaden eingesetzt werden und ist laut Hersteller besonders für die Region geeignet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


30. März 2017 | Argentinien: Polemik um Aufrüstung des Landes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien-Aufrüstung_Bild Quetzal-Redaktion_gcVor einigen Tagen wurde ein Brief des argentinischen Botschafters in Washington, Martín Lousteau, verbreitet, in dem der Diplomat beim US-Kongress militärische Ausrüstung beantragt. Das Schreiben ist an den im US-Parlament für die Genehmigung von Rüstungsexporten zuständigen Unterausschuss gerichtet und enthält eine detaillierte Liste von militärischen Gütern im Wert von knapp 2.000 Mio. USD, darunter u.a. Panzer, Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Raketen. Dem Antrag zufolge brauche Argentinien diese Rüstungsgüter, um die nationale Verteidigung zu sichern und bei Friedensmissionen kooperieren zu können. Außerdem müsse die Fähigkeit des Landes verbessert werden, globale Bedrohungen wie Terrorismus, Drogenhandel und organisierte Krimilalität zu bekämpfen. Obwohl das Außenministerium bisher keine Stellungsnahme herausgab, bestätigte das Verteidigungsministerium den Kauf von 12 Hubschraubern für insgesamt 180 Mio. USD, die zu Ausbildungszwecken bestimmt seien. Die Oppositionspartei FPV (Frente para la Victoria) beklagte, dass eine Aufrüstung des Landes für den Kampf gegen den Terrorismus das Land auf internationaler Ebene gefährden könnte. Andererseits könnte sie im Inneren zur Unterdrückung sozialer Proteste genutzt werden. Trotz ihrer berechtigten Kritik an der “Aufrüstung gegen den Terror” ratifizierte die FPV 2011 das sogenannte Antiterrorgesetz und änderte auch das Strafgesetzbuch, was u.a. von Friedensnobelpreisträger Pérez Esquivel als eine Verletzung der Menschenrechte kritisiert wurde. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


17. November 2016 | Argentinien: Regierung geht gegen Biberplage vor | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Feuerland_Biber Foto Quetzal Redaktion-Soledad BiasattiArgentiniens Umweltministerium und die Provinz Tierra del Fuego (Dt. Feuerland) haben beschlossen, ca. 100.000 Biber im Süden Argentiniens zu beseitigen. Der Grund für dieses Vorgehen ist die Bedrohung des heimischen Ökosystems, welches seit der Einführung des Tieres im Jahr 1946 stark gelitten hat. Durch das Erbauen von Dämmen verwandeln die Biber eine Vielzahl von Flüssen und Bächen in stehende Gewässer, wodurch sich andere Wasserbewohner nicht mehr fortbewegen können. Darüber hinaus wachsen die auf Feuerland heimischen Bäume – im Gegensatz zu ihren kanadischen Vettern – nicht wieder nach, wenn sie von den Bibern gefällt worden sind, was eine großflächige Rodung des Waldes nach sich zieht. Seit die Tiere vor 70 Jahren aufgrund ihres Pelzes in Südargentinien eingeführt wurden, haben sie bereits eine Fläche doppelt so groß wie Buenos Aires gerodet. Begünstigt wird ihre Ausbreitung durch den Umstand, dass Biber auf Feuerland keinerlei natürliche Feinde besitzen und sich so ohne Probleme verbreiten können. Neben ökologischen Problemen entstehen jedoch auch Belastungen für die ansässige Bevölkerung. So zerstören die Biber Holzbrücken, verstopfen Abwasserkanäle und können durch ihre Ausscheidungen Parasiten und Krankheitserreger im Wasser verbreiten. Um die Tiere effektiv zu beseitigen, wird ein speziell ausgebildetes Team aus 10 Personen gebildet, welches im Laufe der Pilotphase bereits zwischen 5.000 und 10.000 Exemplare erlegen soll. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


22. September 2016 | Argentinien: Präsident Macri in New York | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Macri_Foto Quetzal-Redaktion_Soledad BiasattiArgentiniens Präsident Mauricio Macri reiste in dieser Woche nach New York, um zum ersten Mal an der Vollversammlung der Vereinigten Nationen (UNO) teilzunehmen. Hauptziel des offiziellen Besuchs ist es, Unternehmer und Vertreter der weltweit führenden Nationen davon zu überzeugen, dass Argentinien ein vertrauenswürdiges Land sei, in dem man investieren könne. Macri hatte zunächst während eines von der Stiftung Global Clinton Initiative organisierten Treffens und später in der Wall Street erklärt, wie wichtig es sei, seine Regierung dabei zu unterstützen, dem Populismus den Rücken zu kehren. Wie bereits in früheren Reden wiederholte der Staatschef, Argentinien habe das Ziel, ein „normales Land zu werden“. Das gleiche Ziel hatte seinerzeit bereits der frühere Regierungschef Néstor Kirchner betont. In seiner Rede vor der Vollversammlung der UNO bemühte sich Macri, eine Erklärung in Bezug auf die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien abzugeben, nachdem in der vorigen Woche eine Annäherung zwischen London und Buenos Aires bekannt gegeben wurde, u.a. in Bezug auf die britische Förderung von Kohlenwasserstoffen in einer von beiden Ländern beanspruchten Region im Südatlantik. Außerdem gilt die von Argentinien gegebene Verpflichtung, syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, als diplomatischer Pluspunkt für den Wunsch Macris, die Beziehungen mit den weltweit wichtigsten Wirtschaftsmächten wieder aufzunehmen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


07. Juli 2016 | Argentinien: Horacio Salgán wurde 100 Jahre alt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Horacio Salgán_Foto_Quetzalredaktion_Mauro CenizaIn einer Welt, in der man sich daran gewöhnt hat, bestenfalls der Todestage von Berühmtheiten zu gedenken, ist es eher ungewöhnlich, den 100. Geburtstag eines so ungewöhnlichen Menschen wie Horacio Salgán zu feiern. Salgán – Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent – wurde am 16. Juni 1916 in Buenos Aires geboren. Aufgrund der prekären finanziellen Lage seiner Familie begleitete er bereits als 14-Jähriger als Pianist die Vorführungen von Stummfilmen im Kino seines Stadtviertels. Der Musiker gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der Avantgarde des Tangos. Er folgte von Anfang an seinen eigenen Vorstellungen vom Tango und schrieb eigene Arrangements, die er zudem ausschließlich selbst spielte. Er wollte den anderen seine eigenen Probleme nicht überlassen, war seine Begründung dafür. Kein Wunder, dass er in den 1940er Jahren mehrere Jobs verlor, denn sowohl seine Tango-Arrangements als auch die eigenen Stücke, die von Ravel, Debussy, Bartók sowie vom Jazz und traditioneller argentinischer und brasilianischer Musik beeinflusst waren, klangen für seine Zeitgenossen komisch. Horacio Salgán, der stets seiner Inspiration freien Lauf ließ, war seiner Zeit voraus. Erst 2010, bereits 84-jährig, ging der Musiker in den Ruhestand. Ende Juli wird Salgán von Daniel Barenboim und seinem West-Eastern Divan Orchestra im Teatro Colón von Buenos Aires geehrt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Mauro Ceniza)


16. Juni 2016 | Argentinien: 30. Todestag von Jorge Luis Borges | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Borges_Foto_Quetzalredaktion_cenizaVor 30 Jahren, am 14. Juni 1986, starb der Schriftsteller Jorge (Francisco Isidoro) Luis Borges (Acevedo) in der Schweiz. Geboren 1899 in Buenos Aires, stammte er aus einer wohlhabenden Familie und wusste meisterhaft, diese Gelegenheit zu nutzen. Inspiriert von außergewöhnlichen Figuren wie Macedonio Fernández und Leopoldo Lugones begann er sein aktives Leben als Schriftsteller in den 1920er Jahren. Als wären sein Leben und Werk Teil einer seiner Fiktionen, beeinflusste Borges nicht nur die kommenden Generationen, sondern auch die vorhergehenden Generationen von Schriftstellern und Denkern. Der Autor, der sagte, alle Menschen seien verurteilt, zeitgenössisch zu sein, schrieb universelle und zeitlose Literatur. 30 Jahre lang hoffte er erfolglos auf die Auszeichnung mit dem Nobelpreis. Dazu kam es allerdings nie, angeblich aufgrund seiner konservativen politischen Haltung. Ebenso wie es heißt, Carlos Gardel singe jeden Tag immer besser, kann man auch sagen, dass unmöglich 30 Jahre ohne Jorge Luis Borges vergangen seien. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ceniza)


19. Mai 2016 | Argentinien/Antarktis: Große paläontologische Entdeckung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien-Antarktis_Paläontologie_Foto Quetzalredaktion-Soledad BiasattiArgentinische Paläontologen, die auf der argentinischen Antarktis-Forschungsstation Marambio arbeiten, berichten von der Entdeckung einer ausgestorbenen Vogelart. Mit einer Flügelspannweite von über sechs Metern gehört diese Art zu den größten bisher bekannten Vögeln. Sie gehört zur Art Pelagornithidae (Pseudozahnvögel) und lebte vor ca. 50 Millionen Jahren. Nach dem Aussterben der Dinosaurier besiedelten die Pelagornithidae die verschiedensten Regionen der Welt. Nach Meinung der Spezialisten herrschten damals infolge des Anstiegs der Ozeantemperaturen beste Bedingungen für das Größenwachstum von Meerestieren und -pflanzen. Dadurch konnten vom Meeresökosystem profitierende Arten, zu denen die Pelagornithidae oder auch ein über zwei Meter großer Pinguin zählten, ihre Körpergröße erhöhen. Zusammen mit dem 2014 in Patagonien entdeckten größten Titanosaurier, dem größten Bären (Arctotherium angustidens), dem höchsten Berg außerhalb Asiens (Aconcagua), der überdurchschnittlich langen Landstraße 40 und dem besten Fußballspieler aller Zeiten bestärkt auch diese wichtige paläontologische Entdeckung die ausgeprägte argentinische Leidenschaft für Superlative. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


01. April 2016 | Argentinien: Bald eine neue Hauptstadt in Patagonien? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Patagonien_Foto Quetzalredaktion_Soledad  BiasattiEine alte Idee von Argentiniens Ex-Präsidenten Raúl Alfonsín scheint in dem Land am Río de la Plata wieder an Zuspruch zu gewinnen. Alfonsín hatte zu Beginn der 1980er Jahre den Vorschlag unterbreitet, die argentinische Hauptstadt von Buenos Aires nach Patagonien zu verlegen. Dazu sollte nach brasilianischem Vorbild eine völlig neue Stadt am Reisbrett so zusagen aus dem Boden gestampft werden. Die Wahl fiel dabei auf die bereits existierende Kleinstadt Carmen de Patagones am Río Negro. Die 18 000 – Einwohnerstadt liegt knapp 1000 Kilometer von südlich von Buenos Aires. In der vergangen Wochen griff nun ein Kongressabgeordneter von Carmen de Patagones (Bild: Bahnhof der Stadt), Juan García, diese Idee wieder auf. Er gründete zur Beförderung dieser Idee eine Initiativgruppe, die in der kommenden Woche in Buenos Aires vorstellig werden möchte. Gegner werfen dem Politiker vor, er mache den Vorschlag nur, um nicht mehr zu den Zusammenkünften des Kongresses in Buenos Aires fahren zu müssen, das der sehr sittenstrenge Abgeordnete wegen seiner kulturellen und religiösen Toleranz ablehnt. García ging mit seiner Initiative sogar so weit, die Unabhängigkeit Argentiniens vom sündigen Buenos Aires zu verlangen. Die chilenische Regierung äußerte sich kritisch den Plänen gegenüber. Man unterstellt Argentinien jetzt, seinen Einfluss in Patagonien intensivieren zu wollen und für die chilenische Bevölkerung unzugänglich zu machen. Auch innerhalb der argentinischen Bevölkerung findet der Vorschlag keine ungeteilte Zustimmung: Ein Passant in Buenos Aires erklärte erregt gegenüber einer lokalen Tageszeitung, er fände diese Idee bescheuert. Wörtlich sagte er: „Ich habe keine Lust, für alle wichtigen Angelegenheit nun Tausende von Kilometern in den Norden zu fahren.“ (Bildquelle: Gustavo9089)


29. März 2016 | Argentinien: 40. Jahrestag des Militärputsches | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_40 Jahrestag_Militärputsch_Foto Soledad Biasatti-Quetzal RedaktionIn der letzten Woche gedachte Argentinien zum 40. Mal des letzten Putsches des Militärs. Trotz der Versuche der politischen Klasse, von der Bedeutung eines der wichtigsten Gedenktage Argentiniens zu profitieren, ist jeder 24. März einer der wenigen Tage, an denen eine große Zahl der Bevölkerung unabhängig von politischen Parteien auf die Straße geht. Dieser 40. Jahrestag ist von besonderer Bedeutung aufgrund der politischen Umstände, die Argentinien seit gut drei Monaten unter der konservativen Regierung von Mauricio Macri durchlebt. Außerdem wurde die Teilnahme von Barack Obama im Rahmen des offiziellen Gedankentages stark kritisiert, denn die USA spielten eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der lateinamerikanischen Diktaturen. Mit dem Besuch des US-Präsidenten versuchte die argentinische Regierung jedoch, eine Botschaft zur Rückkehr Argentiniens zur internationalen Agenda zu vermitteln, was an die „enge Beziehungen“ der 90-er Jahre erinnert. Die offizielle Teilnahme an diesem Gedenktag wurde in den letzten Jahren aufgrund seiner symbolischen Wirkung zu einer Voraussetzung der politischen Agenda. Obwohl Präsident Macri acht Jahre lang Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires war, besuchte er in diesem Jahr zum ersten Mal bedeutende Erinnerungsstätten an die Verbrechen der Militärdiktaturen in der Hauptstadt wie die ESMA (Technikschule der Marine) und das Monument für die Opfer der Diktatur im Gedächtnis-Park. Das geschah anlässlich des Staatsbesuchs des französischen Premiers François Hollande im vergangenen Monat und auf Bitten des US-Präsidenten Barack Obama. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


07. März 2016 | Argentinien: Barack Obama wird Argentinien besuchen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_24.März_Foto: Soledad Biasatti-Quetzal RedaktionNach dem historischen Besuch von Barack Obama in Kuba, der für den kommenden 21. März 2016 geplant ist, wird der US-Präsident auch nach Argentinien reisen. Die Reise ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil Barack Obama das erste Mal Argentinien besucht, sondern auch, weil der Besuch mit dem 24. März zusammen fällt – dem 40. Jahrestag des Gedenkens an die Verbrechen und die Opfer der letzten Militärjunta. Obwohl die argentinische Regierung den Besuch Obamas als Zeichen einer internationalen Öffnung des Landes zum Weltmarkt ankündigte, sind aufgrund der Rolle Washingtons bei der Unterstützung lateinamerikanischer Diktaturen in den 1970er Jahren massive Demonstrationen zu erwarten. Bekannte Menschenrechtsaktivisten wie Estela de Carlotto und Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel prangerten an, die konservative Regierung von Mauricio Macri wolle einen Besuch des US-Präsidenten in der ehemaligen ESMA instrumentalisieren. Die Technikschule der Marine (ESMA), heute die bedeutendste Gedenkstätte Argentiniens, war während der Militärdiktatur das größte Folterzentrum des Landes. (Bilquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


15. Februar 2016 | Argentinien: Steuerbefreiung bei Ausfuhrabgaben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Bergbau_Foto: Soledad BiasattiDer argentinische Präsident Mauricio Macri kündigte die Unterzeichnung eines Präsidialerlasses an, mit dem Steuern bei Ausfuhrabgaben (Quellensteuer) aufgehoben werden sollen. Auf der Liste der von dem Dekret betroffenen Waren und Branchen finden sich u.a. Regenschirme, Spielzeuge und Strickwaren, aber auch Metalle und Mineralien aus dem Bergbau. Laut Macri sei die Maßnahme gerechtfertigt, um die Unternehmen vor dem internationalen Preisverfall zu schützen und damit Investitionen im Land zu fördern. Die staatliche Unterstützung an den Bergbausektor löste ein großes Medienecho aus und wurde heftig kritisiert. Der Bergbau wurde seit den neunziger Jahren zunehmend durch Freistellungen von Steuern und anderen außerordentlichen Konzessionen unterstützt und ist seitdem ein wesentlicher Bestanteil eines von der Ausbeutung von Rohstoffen abhängigen Wirtschaftsmodells. Analysen von Aktivisten zufolge waren die vom Staat eingezogenen Steuern bei Ausfuhrabgaben niedriger als die von den Bergbauunternehmen kassierten Exporterstattungen. Auf zahlreiche Proteste und Kritiken mit Bezug auf die Umweltauswirkungen des Bergbausektors erwiderte der Präsident, die Möglichkeit für einen verantwortungsvollen Bergbau hänge „von uns“ ab, was die Protestierenden nicht besonders beruhigte. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


08. Februar 2016 | Argentinien: Lohana Berkins ist tot | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Lohana Berkins ist tot - Foto: INADIIn Buenos Aires starb am 5. Februar 2016 die argentinische Kämpferin für die Rechte von lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Menschen, Lohana Berkins. Die Transvestitin aus Salta gründete 1994 den Verein für den Kampf für die Travesti- und transsexuelle Identität (ALITT), und sorgte im Jahr 2002 für Aufsehen, als sie sich an die Staatsanwaltschaft von Buenos Aires wandte, weil es ihr unmöglich war, sich in einer Schule mit ihrem Namen als Lehrerin einzuschreiben. Ihre Bemühungen stellten darüber hinaus eine treibende Kraft zur Durchsetzung des Gesetzes zur Gender-Identität im Jahr 2012 im argentinischen Kongress dar. Als Herausgeberin war sie u.a. am Bericht “Cumbia, copeteo y lágrimas. Informe Nacional sobre la situación de las travestis, transexuales y transgéneros”, beteiligt, der gerade in neuer Auflage erschienen ist. In ihrem Abschiedsbrief, der auf Facebook veröffentlicht wurde, schreibt sie: “Wir haben viele Siege errungen in den letzten Jahren. Jetzt ist es Zeit, sich zu widersetzen und weiterzukämpfen. Die Zeit der Revolution ist jetzt, denn in die Gefängnisse kehren wir nie wieder zurück“. (Bildquelle: INADI_)


30. November 2015 | Argentinien: Erster nationaler Feiertag des Mate-Tees | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Mate_Foto_Theresa Rabano_Quetzal RedaktionEl Mate es compañero“ (Der Mate ist ein Begleiter) heißt es oft in Argentinien. Das beliebteste Heißgetränk des Landes wird in 90 % der Haushalte getrunken. Im Schnitt werden 256 Millionen Kilo Mate-Tee im Jahr verbraucht. Der koffeinhaltige Tee mit hohem Anteil an Antioxidantien ist besonders wegen seines solidarischen Charakters beliebt, da er häufig in der Runde („en ronda“) getrunken wird, was durch seine festgelegten Abläufe einem kleinen Zeremoniell gleich kommt. Bekannt wurde der Mate-Tee durch die Guaraníes, welche den Tee ebenfalls in der Runde tranken. Eine Verwendung als Währung und als rituelles Objekt ist auch z.B. bei den Inkas und den Charrúas bekannt. In der Zeit der spanischen Kolonialisierung verbreitete sich der Tee aufgrund seiner anregenden Wirkung rasant. Die Jesuitenmissionen des heutigen Paraguays unterhielten einen regelrechten Vertrieb des Krautes. Die Wahl des Tages zur Ehrung des Nationalgetränks fiel auf den Geburtstag von Andrés Guacurarí y Artigas, dem ersten und bislang einzigen indigenen (Guaraníe) Gouverneur Argentiniens. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Theresa Rabano).


24. November 2015 | Argentinien: Neuer Präsident Mauricio Macri wurde gewählt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Präsidentschaftswahl 2015_Foto: Soledad Biasatti_Quetzal RedaktionDer Unternehmer und derzeitige Bürgermeister der autonomen Stadt Buenos Aires, Mauricio Macri, wurde vorgestern als Präsident Argentiniens in der Stichwahl gewählt. Während Macri (Cambiemos – Lasst uns ändern) 51,40% der Stimmen erhielt, gingen an den Kandidaten des regierenden Parteibündnisses und aktuellen Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli (Frente para la Victoria, FPV – Front für den Sieg), 48,60% der Stimmen. Obwohl Macri und Scioli als Vertreter zweier unversöhnlicher politischer Modelle im Wahlkampf gezeigt wurden, stand das Anforderungsprofil Sciolis nicht im Zusammenhang mit der in der 12-jährigen Regierung Kirchners beförderten Erneuerungspolitik. Doch überraschend kam dieses Ergebnis nicht. Denn vorigen Sonntag wurde nicht nur über den Präsidenten der kommenden vier Jahre entschieden, sondern auch über die FPV-Spitze und den Kandidaten für die Wahl 2019. Mit den kommenden unpopulären Maßnahmen einer konservativen Regierung wird die Kandidatin des FPV 2019 mit größerer Wahrscheinlichkeit von einer Mehrheit gewählt. Jenseits aller politischen Spekulation, die die Abwesenheit eines langfristigen Projekts vom Staat erklärt, werden die am stärksten benachteiligten Teile der Gesellschaft nun die Maßnahmen der kommenden Cambiemos-Regierung ertragen müssen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


27. Oktober 2015 | Argentinien: Präsidentschaftswahlen gehen in die Stichwahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Wahlkampf_Foto Soledad Biasatti_Quetzal RedaktionDie gestrige Präsidentschaftswahl in Argentinien blieb ohne Sieger. Während Daniel Scioli, der Kandidat des regierenden Parteienbündnisses (Frente para la Victoria, FPV – Front für den Sieg), 36,86% der Stimmen erhielt, gingen an den Kandidaten des Bündnisses Cambiemos (Lasst uns wechseln) Mauricio Macri 34,33% der Stimmen. Aufgrund dieses Ergebnisses wird es am 22. November einen zweiten Wahlgang geben, was bisher in der argentinischen Geschichte noch nie passierte. Die Wahlbeteiligung war hoch, über 80% der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Nachdem die FPV 2003 mit knapp 22% der Stimmen die Regierung übernommen hatte, stieg die Zustimmung für die Allianz in den Wahlen von 2007 und 2011 um mehr als das Doppelte. Nach 12 Jahren Regierungsverantwortung und der innerhalb der drei Wahlperioden steigenden Popularität sank die Zustimmung jedoch, wie die Wahl von gestern zeigt. Beide Kandidaten werden bis November versuchen, die Wähler und Wählerinnen, die für andere Parteien gestimmt haben, auf ihre Seite zu ziehen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


10. September 2015 | Argentinien: Das Recht auf Identität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Das Recht auf Identität - Foto: Quetzal Redaktion, Soledad BiasattiIn der letzten Woche berichtete die argentinische Menschenrechtsorganisation Abuelas de Plaza de Mayo (Großmütter der Plaza de Mayo) in einer Pressemitteilung über das Wiederauffinden des 117. verschwundenen Enkels. Es handelt sich um ein 1978 geborenes Mädchen, dessen Eltern Walter und Gladys, Aktivisten der kommunistischen Partei, Ende 1977 in der Provinz Mendoza verschleppt wurden und seitdem als verschwunden gelten. Gladys war zu diesem Zeitpunkt im sechsten Monat schwanger. Während der letzten argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) war die Kindesentführung mit anschließendem Identitätsraub eine systematische Maßnahme gegen Oppositionelle. Nach der Geburt, die zumeist in Gefängnissen oder Militärkrankenhäusern stattfand, wurden die Säuglinge an neue Familien übergeben, um ihnen eine „westliche, christliche“ Erziehung zu gewährleisten. Die geraubten Kinder waren Kriegsbeute einer Diktatur, deren Maßnahmen traumatische Folgen in der ganzen Gesellschaft hinterlassen haben. Die Geschichte der „Enkelin 117“, die erst jetzt ihre eigene Identität erfahren konnte, ist Teil der Geschichte einer Gesellschaft, die eine Diktatur ertrug und jetzt deren langfristige Folgen lösen muss. Neben der langen Suche durch die biologischen Verwandten wurde die junge Frau auch mit Hilfe der nationalen Genbank und der Arbeit von CONADI gefunden. CONADI (Nationaler Ausschuss für das Recht auf die Identität) widmet sich der Forschung nach weiteren Fällen von Kindern von Verschwundenen. Die Zahl der möglichen Fälle wird von den Abuelas de Plaza de Mayo auf ca.400 geschätzt (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


11. Juni 2015 | Argentinien: Operación Cóndor vor Gericht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Chile: Ehemaliger chilenischer Geheimdienst DINA - Foto: Public DomainNach gut zwei Jahren Verhandlungen erreicht der Prozess gegen die Operation Cóndor seine finale Phase in Buenos Aires. Unter diesem Name Operación Cóndor hatten Geheimdienste von Chile, Brasilien, Paraguay, Argentinien, Bolivien und Uruguay seit 1975 ihre Arbeit koordiniert. Zeitweise schlossen sich ebenfalls Peru, Ecuador, Venezuela und Kolumbien den Aktionen des Geheimdienstbündnisses an. Der Traum Simón Bolivars von der Einheit Lateinamerikas verwandelte sich in einen Albtraum. Ziel des Plans waren die Vernichtung politischer Gegner im Ausland sowie der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Mit Hilfe der zahlreichen Unterlagen und Zeugenaussagen, die dem Gericht vorliegen, konnte nicht nur die Entstehung dieses repressiven Plans rekonstruiert, sondern auch die Rolle der Vereinigten Staaten nachgewiesen werden. Obwohl der Plan Cóndor eine südamerikanische Operation war, spielte Washington dabei eine zentrale Rolle: einerseits durch die Verbreitung der Strategie für Nationale Sicherheit in der panamaischen School of Americas während des Kalten Krieges und andererseits mit der Unterstützung der südamerikanischen Diktaturen, um das Erreichen der Ziele der Operación Cóndor sicherzustellen (Bildquelle: Public Domain).


23. April 2015 | Argentinien: Indigene Frauen für die Rechte des guten Lebens | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Comunidad Mapuche - Foto: Quetzal-Redaktion,gcDer Dienstag war ein historischer Tag für die argentinische Bevölkerung. Vertreterinnen der 36 indigenen Völker kamen aus dem ganzen Land nach Buenos Aires, um dem Nationalkongress einen Gesetzentwurf vorzulegen. Es war das erste Mal seit der Gründung des Staats, dass die Stimme der Indigenen im Kongress gehört wurde. Der Gesetzestext mit dem Namen „Gesetz für das gute Leben“ vereint die Beschlüsse der zahlreichen Versammlungen, die seit langer Zeit mit Blick auf diesen Tag in Argentinien stattfanden. Obwohl die Gleichberechtigung der Indigenen sogar in der argentinischen Hymne besungen wird, bekämpfte der Staat die indigene Bevölkerung zunächst mit Waffen und danach durch Diskriminierung, Ausgrenzung, Verarmung und Verseuchung. Zurzeit stammt der größte Teil der Schwarzarbeiter und Gefängnisinsassen aus der indigenen Bevölkerung. Das Ziel der Mobilisierung, die im Nationalkongress endete, war, so die Sprecherinnen, nicht bloß zu protestieren, sondern auch Vorschläge zu machen, um einen multikulturellen Staat zu schaffen. Denn im vorgelegten Gesetzestext geht es um Multikulturalität im Gesundheits- und Schulwesen, den Wohnungsbau, den Verkehr und die Strafvollzugspolitik u.v.a. Wie bereits bei den Müttern der Plaza de Mayo sind es auch hier wieder die Frauen, die gegen die Ungerechtigkeit aktiv werden. Indigene Frauen sind dreifach benachteiligt: Sie sind weiblich, arm und indigen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc)


09. April 2015 | Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: 33. Jahrestag des Falklandkriegs - Bild: Museo del Bicentenario, Public DomainIn der letzten Woche beging Argentinien zum 33. Mal den „Tag des Veteranen und der Gefallenen des Krieges um die Malvinas“. Im Rahmen des offiziellen Gedankentages verkündete die Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner einerseits die Schaffung eines Oral History Zentrums, in dem Zeugnisse der Veteranen, Kriegsberichterstatter und Verwandten der Gefallenen aufbewahrt und verbreitet werden, und ordnete andererseits die Aufhebung der Geheimhaltungsstufe für Kriegsdokumente an, die sich in militärischen Archiven befinden.  Großbritannien hatte die von den Argentiniern beanspruchten Malvinas/Falklands 1833 besetzt, seitdem ist die vor Südargentinien liegende Inselgruppe ein Streitpunkt zwischen den beiden Ländern. Am 2. April 1982 versuchte die argentinische Militärjunta (1976-1983) die Inseln zurückzuerobern, nicht zuletzt um Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen. Während der 72 Kriegstage starben ca. 900 Menschen und ca. 1000 wurden verwundet. Mehr als 450 traumatisierte argentinische Veteranen nahmen sich nach Kriegsende das Leben. Die Inseln im Südatlantik sind für Großbritannien von strategischer Bedeutung.. In der Region befinden sich zudem reiche Erdölvorrate und Fischbestände. Drei neue Öl- und Gasreserven wurden in der betreffenden Region gefunden, deren Förderung  durch britische Unternehmen bekannt gegeben wurde.  Die argentinische Regierung, die sich auf diplomatischem Weg nach wie vor um die Rückgabe der Inseln bemüht, kündigte an,  die Geschäftsführer der Firmen  vor dem Nationalen und Internationalen Gerichtshof zu verklagen (Bild: Public Domain).


02. März 2015 | Argentinien: Debatte über die Vereinbarungen mit China | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Veladero 2010, Foto: Quetzal_Redaktion, gcIn den letzten Wochen ist sowohl im Parlament als auch in der Öffentlichkeit die Vereinbarung über eine Partnerschaft zwischen Argentinien und der Volksrepublik China diskutiert worden. In dieser Vereinbarung geht es um eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Was die Zusammenarbeit betrifft, so will die Volksrepublik China in strategischen Bereichen wie der Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, im Eisenbahnsektor, im Bergbau, in der Informationstechnologie und der Luft- und Raumfahrtindustrie investieren. Im Gegenzug verpflichtet sich der asiatische Riese, den argentinischen Produkten seine Märkte zu öffnen. Diesbezüglich stellt sich einerseits die Frage nach der Symmetrie der Vereinbarung: Diese bestimmt, dass argentinische Primärprodukte – zwischen 2003 und 2013 konzentrierten sich die Exportgüter hauptsächlich auf Soja, Sojaöl und Erdöl – gegen Produkte getauscht werden, die eine hohe Wertschöpfung haben. Experten betonen, das habe Auswirkungen auf die Lokalindustrie und vertiefe ein Wirtschaftsmodell, dass abhängig ist von der Ausbeutung von Rohstoffen. Da auch andere Länder der Region ähnliche Vereinbarungen mit der Volksrepublik China beschlossen haben, stellt sich die Frage nach den Gründen, die die einzelnen Mitglieder des MERCOSUR dazu bewegten. Der Bedarf an Devisen zwingt Argentinien, auch teure Finanzquellen zu erschließen. Das bringt dem Land allerdings keine neuen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern vertieft den Teufelskreis der Abhängigkeit eher noch (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


13. Februar 2015 | Argentinien: Stiller Protestmarsch geplant als Hommage an Alberto Nisman | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_marcha_reclamando_Justicia_para_Nisman_foto_JalujMehr als drei Wochen nach dem Tod des 51-jährigen argentinischen Staatsanwaltes Alberto Nisman bleibt es weiterhin unklar, ob es sich um Selbstmord, Anstiftung zum Suizid oder Mord handelt. Nisman wurde mit einer Schusswunde in den Kopf am 18. Januar 2015 in seiner Wohnung aufgefunden. Neue forensische Untersuchungen ergaben, dass Nismans Hände frei von Schmauchspuren waren und sich unbekannte DNA-Spuren auf einer Kaffeetasse befanden. Die Tatwaffe selbst stammte von Diego Lagomarsino, einem langjährigen Bekannten des Opfers. Er war einen Tag zuvor bei Nisman im Apartment und überließ ihm eine Waffe, weil dieser angab, sich nicht sicher zu fühlen. Nach Aussagen der Staatsanwältin, Viviana Fein, steht Lagomarsino aber nicht unter Mordverdacht. Nismans Tod ereignete sich kurz vor seiner geplanten Anhörung im Kongress von Buenos Aires. Nur wenige Tage zuvor veröffentlichte er einen 300-Seiten-Bericht über den Bombenanschlag im Jahr 1994 auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA (Asociación Mutual Israelita Argentina), bei dem 85 Menschen ums Leben kamen. Der Bericht behauptet, dass Präsidentin Christina Fernández de Kirchner sowie Außenminister Héctor Timerman die Strafverfolgung iranischer Drahtzieher sabotiert haben. Am kommenden Mittwoch, dem 18. Februar, ist ein stiller Marsch zu Ehren Nismans von seinen Staatsanwalt-Kollegen geplant. Die Regierung steht der Demonstration allerdings kritisch gegenüber und diffamiert diese als einen Anti-Regierungsprotest (Bildquelle: Jaluj).


01. Oktober 2014 | Argentinien: Fortsetzung des Schuldenstreits | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: FlaggeDie Auseinandersetzung mit den Hedgefonds resultiert aus der letzten Staatspleite von 2001. Die Mehrheit der Gläubiger hatte sich damals mit der argentinischen Regierung entweder auf geringere Zahlungen, Schuldenerlässe oder Umschuldungen geeinigt. Lediglich zwei Hedgefonds fordern eine vollständige Rückzahlung in Höhe von mehr als $ 1,5 Mrd., obwohl die Fonds während der Krise nur für ein siebzehntel des Wertes gekauft wurden. Da die Anleihen in US-Dollar unter amerikanischem Recht emittiert wurden, findet der Rechtsstreit in den USA statt. Der New Yorker Bezirksrichter Thomas Griesa verbot Argentinien, den Schuldendienst wieder aufzunehmen, solange die Forderungen der Hedgefonds nicht beglichen sind. Das hat zur Folge, dass Anleihezinsen in Millionenhöhe nicht bedient werden können und Argentinien damit technisch zahlungsunfähig wurde. Argentinien versucht nun das US-Urteil zu umgehen. Das Parlament in Buenos Aires verabschiedete dazu ein neues Gesetz, das den Investoren erlaubt, ihre nach US-Recht begebenen Staatsanleihen in Anleihen nach argentinischem Recht umzutauschen. Richter Griesa wertet dies als illegal und Missachtung des Gerichts. Den Forderungen der Hedgefonds, Argentinien pro Tag der Nichtzahlung mit $ 50.000 Strafe zu belegen, schloss er sich jedoch nicht an. Die argentinische Regierung sieht sich außerstande, den Forderungen nachzukommen, da eine Vertragsklausel Argentinien dazu verpflichtet, auch Gläubigern, die bereits auf ihre Forderung verzichtet haben, dieselben Konditionen wie den Hedgefonds zu gewähren. Damit wäre das Land nicht nur technisch, sondern auch faktisch zahlungsunfähig, da alle Schuldenverzichte nichtig werden würden.


04. August 2014 | Argentinien: Nach dem Default in der Klemme | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmArgentinien hat den neuerlichen Verzug bei der Schuldentilgung nicht abwenden können. Kritiker gehen sogar so weit zu behaupten, es stand nie in Aussicht, dass sich das Land mit den Hedgefonds auf eine Lösung einigt. Doch egal, wie verwerflich man das Geschäftsgebahren von NML Capital auch finden mag: Sie bekamen vor Gericht Recht – obwohl sie Argentinien nie einen Kredit gewährt hatten, obwohl sie mit 80 bis 85 Prozent Abschlag argentinische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt aufkauften, obwohl sie damit aus 48 Millionen US-Dollar 832 Millionen US-Dollar gemacht haben. Das Gericht entschied, dass Argentinien den vollen Nennwert der Anleihen – inklusive Zins und Zinseszins – an NML Capital (und andere) zurückzahlen müsse. Die sogenannte Hold-out-Strategie der Hedgefonds ging also auf. Denn die basiert auf US-Recht und -Rechtsprechung. Argentinien befindet sich daher in einer Klemme: Zahlt sie NML Capital aus, folgen bald weitere Forderungen, schließlich hält NML nur knapp 15 Prozent der Hold-Out-Bonds mit einem Nennwert von 11 Milliarden US-Dollar. Außerdem könnten all diejenigen klagen, die zum Teil auf 75 Prozent ihrer Forderungen bei den vorangegangenen Umschuldungen seit 2002 (unfreiwillig) verzichten mussten. Es läge gegenüber NML Capital eine Ungleichbehandlung vor. Sollten entsprechende Gerichtsprozesse geführt und gegen Argentinien entschieden werden, ergäben sich weitere Forderungen in Höhe von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Das Geld fehlt dann natürlich für nationale Entwicklungs- und Sozialprogramme, was den Unmut der Bevölkerung wecken wird. Zahlt hingegen Argentinien die Hedgefonds nicht aus, träte der „Zahlungsausfall“ ein. Das Land wäre wieder einmal pleite. Die katastrophale Folge bestünde dann vor allem darin, dass die Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte versperrt bliebe. Noch vor kurzem sah es so aus, als würde Argentinien nach knapp zwölf Jahren über Schuldenschnitte und Rückzahlung von Altschulden diesen Schritt bald schaffen. Jetzt hingegen ist die Lage düsterer denn je (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


01. August 2014 | Argentinien: Uruguay ist besorgt über Schuldenkrise in Argentinien | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

US-Dollar - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie Verhandlungen Argentiniens mit einer Gruppe von Gläubigern sind in der Nacht zum Donnerstag (31.07.2014) ergebnislos zu Ende gegangen, das südamerikanische Land war gegenüber den Forderungen der Hedgefonds hart geblieben. In Uruguay wird die Entwicklung indessen aufmerksam beobachtet. Die uruguayische Regierung hatte schon früh vor den Gefahren der sogenannten Geierfonds gewarnt. Mit Argentinien, so heißt es, könne ein Präzedenzfall für Länder geschaffen werden, die einen Schuldenkompromiss anstreben. Der Umgang mit Argentinien betreffe auch die anderen Länder der Region, denn „wenn Argentinien durch eine sehr schwere Konjunktur geht“, dann wird das Auswirkungen auch auf die Länder haben, die wirtschaftliche Beziehungen zu Argentinien pflegen. Auf dem jüngsten Mercosur-Gipfel hatten die versammelten Staatschefs sich hinter Argentinien gestellt und dem Land ihre Unterstützung zugesichert. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm)


15. Juli 2014 | Argentinien: Ein Schritt zur Gerechtigkeit für Bischof Angelelli | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Enrique Angelelli - Foto: Public Domain Vorige Woche wurden zwei Angeklagte wegen des Todes von Bischof Enrique Angelelli  schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Angelelli wurde 1968 in der argentinischen Provinz La Rioja zum Bischof geweiht. Schon damals war La Rioja eine Provinz, in der es eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich gab. Diese sozialen Unterschiede wurden vom Bischof angeprangert, der – wie andere Priester auch – eine andere, neue Katholische Kirche repräsentierte, zu der die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 und die Konferenz der Bischöfe Lateinamerikas (CELAM) 1968 in Medellín die Richtung gewiesen hatten. Bereits während seiner ersten Amtsjahre gründete Angelelli die „Agrar- Diözesenbewegung“, deren Hauptziele eine bessere Verteilung sowie eine  demokratische, partizipative Verwaltung der produktiven Flächen waren. Die Antwort der lokalen Oligarchie ließ nicht lange auf sich warten: Der Bischof wurde als „Roter“ verunglimpft; viele seiner Mitstreiter/innen wurden verfolgt und fielen Attentaten zum Opfer. Nach dem Putsch 1976 wurde Angelelli unter fragwürdigen Umständen, die die Justiz rasch als „Verkehrsunfall“ deklarierte, umgebracht. Obwohl er seine Vorgesetzen davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass er vermutlich bald getötet werden würde, hüllten sie sich in Schweigen. Der Fall von Bischof Angelelli entlarvt die Rolle, die die Führung der Kirche während der Diktatur als moralische Unterstützer der Militärjunta gespielt hat. Nachdem 2004 die so genannten Straflosigkeitsgesetze abgeschafft worden waren, eröffnete die Justiz mit einer Anklage wegen Verbrechens gegen die Menschheit den „Fall Angelelli“ wieder und nannte die Dinge beim Namen. Innerhalb des Verfahrens tauchten einige kirchliche Dokumente auf, was hoffentlich bezeugt,  dass die Kirche bezüglich ihres Schweigens während der Diktatur eine neue Haltung einnimmt. Wenn man bedenkt, dass die Justiz 38 Jahre benötigte, um den Mord, den Angelelli selbst voraus gesehen hatte, zu ahnden, dann bedeutet das Strafurteil nur einen ersten Schritt zur Gerechtigkeit. Wenn wir uns vor der von Angelelli geträumten gerechteren Gesellschaft befänden, dann könnten wir von Gerechtichkeit sprechen (Bildquelle: Public Domain).


11. Juli 2014 | Brasilien: 100.000 Argentinier für WM-Finale in Rio de Janeiro zu Gast | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Brasilien

Brasilien: Maracanã Umbau für die Weltmeisterschaft 2014 - Foto: Governo do Estado do Rio de Janeiro_Für das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft 2014 zwischen Deutschland und Argentinein am kommenden Sonntag (13.07.2014) erwartet Rio de Janeiro als Austragungsort ca. 100.000 Besucher aus Argentinien. Zwar haben zahlreiche Argentinier bereits im Vorfeld Karten für das Spiel im legendären Maracanã-Stadium gekauft, eine Vielzahl davon wird aber mit dem Public-Viewing an der Copacabana Vorlieb nehmen müssen. Nichts desto trotz wäre es für viele Argentinier eine Genugtuung im Nachbarland zu gewinnen. Einziger Wehrmutstropfen bei einem solchen Szenario wären geschätze Einnahmen von ca. 100 Millionen US-Dollar, welche die Tourismusbehörde des Bundesstaates für das Wochenende geschätzt hat. Während in Rio de Janeiro in den touristischen Stadtteilen die Hotels bereits zu 100 Prozent ausgelastet sind, gibt es in anderen Stadtteilen noch Übernachtungsmöglichkeiten (Auslastung von 90 Prozent). Nicht erwartet wurden jedoch eine Vielzahl von Wohnmobilen, mit denen die Argentinier anreisen. Nach Aussagen der Tourismusbehörde hat man für diese Art von Fahrzeugen jedoch keinerlei Vorkehrungen getroffen bzw. fehle hierfür generell eine Infrastruktur (wie z.B. Kampingplätze). Somit wird versucht die geschätzten 200 Wohnwagen an verschiedenen Stellen der Stadt zu konzentrieren, so u.a. in Níteroi – ein Vorort von Rio de Janeiro – wo 50 Plätze bereitgestellt werden. (Bildquelle: Governo do Estado do Rio de Janeiro_)


16. Juni 2014 | Argentinien: Die Überreste von Miguel Ángel Bustos wurden identifiziert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Gelesen: Miguel Angel Bustos - Foto: BuchcoverDie sterblichen Überreste von Miguel Ángel Bustos, eines seit fast 40 Jahren Verschwundenen, konnten endlich identifiziert werden. Bustos wirkte als Dichter, Anthropologe, Journalist und Dozent an der Universität. Während der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) wurde er von der Polizei Ende Mai 1976 in Buenos Aires verschleppt.  Das „Verschwindenlassen“ von zehntausenden Gegnern der Putschisten war gängige Praxis, der auch Miguel Ángel Bustos zum Opfer fiel. Dank der Arbeit des Argentinischen Anthropologischen Forensik-Teams (EAAF) kann nun die traumatische Frage nach seinem weiteren Schicksal beantwortet werden. Der Dichter wurde in einem geheimen Gefängnis (Centro Clandestino de Detención) gefangen gehalten und 20 Tage später in einer fingierten Konfrontation umgebracht. Seine Leiche wurde als „N.N.“ in einem Massengrab auf dem Friedhof beigesetzt. Von offizieller Seite wurden über sein Leben und seinen Tod zahlreiche Lügen verbreitet.  An der Verleumdungskampagne beteiligten sich auch die etablierten Massenmedien und Machtgruppen. Wie das Schicksal der vielen Menschen, die bis heute als verschwunden gelten, die inzwischen identifiziert wurden oder die ihre Entführung überlebt haben, zeigt, ist der Fall von Miguel Ángel Bustos kein Zufall. Es ist deshalb an der Zeit, seine ganze Lebensgeschichte zu erzählen: Sein Wirken als Intellektueller, als Mitglied der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT), als ein Mensch, der sich für die Probleme seiner Zeit engagierte, der gegen die Ungerechtigkeit des bestehenden Gesellschaftsmodells kämpfte und  der an eine bessere Gegenwart glaubte. Werke Miguel Ángel Bustos: Corazón de piel afuera (1959), Cuatro murales (1957), Fragmentos fantásticos (1965) El Himalaya o la moral de los pájaros (1970), Visión de los hijos del mal (1967), Prosa 1960–1976 (2007) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion).


26. Mai 2014 | Argentinien: Repsol erhält Entschädigung für Teilverstaatlichung der YPF | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: YPF - Foto: Mendoza EconomicoDie Teilverstaatlichung der Tochterfirma Yacimientos Petrolíferos Fiscales (YPF) des spanischen Erdölkonzerns Repsol durch die argentinische Regierung im April 2012 hatte für internationale Kritik gesorgt, während in Argentinien das Vorgehen auf mehrheitliche Zustimmung traf. YPF bildete mit rund einem Drittel der argentinischen Öl- und einem Viertel seiner Gas-Fördermenge den größten Förderkonzern des Landes. Mit der Verstaatlichung erhoffte sich Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, wieder mehr Kontrolle über die Energieressourcen sowie einen Ausgleich in der Energie- und Handelsbilanz zu schaffen. Nach der Enteignung von 51 Prozent der YPF-Aktien reichte Repsol u. a. Klage vor dem internationalen Schiedsgericht der Weltbank ein. Gefordert wurde ein Übernahmeangebot der argentinischen Regierung für die verstaatlichten YPF-Anteile und eine angemessene Entschädigung für die durch den Kurseinbruch entstandenen Verluste. Ursprünglich forderte Repsol eine Ausgleichszahlung von 10,5 Mrd. US-Dollar. Nach zweijährigen Verhandlungen einigte man sich auf etwa die Hälfte des Betrages in Form von argentinischen Staatsanleihen. Mit der Veräußerung des gesamten Portfolios der argentinischen Anleihen verdiente Repsol 4,9972 Mrd. US-Dollar. Damit wurden sämtliche Rechtsstreitigkeiten für beendet erklärt. Zusätzlich erlöste Repsol noch 1,255 Mrd. US-Dollar durch den Verkauf des Restanteils der Aktien an YPF in Höhe von 11,86 Prozent. Insgesamt hat Repsol Entschädigungszahlungen von mehr als 6 Mrd. US-Dollar erhalten und plant damit eine Sonderdividende von 1,00 € pro Aktie an seine Aktionäre auszuschütten. Mit der Beendigung des Streits hofft Argentinien wieder auf neue Investoren, um die Öl- und Gasförderung weiter vorantreiben zu können (Bildquelle: Mendoza Economico).


06. Dezember 2013 | Argentinien: Gewalttätiger Übergriff auf friedliche Anti-Monsanto-Demonstranten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Demonstration gegen den Saatgut- und Düngemittelproduzent Monsanto (25.05.2013) - Foto: Kevin Vanden_Das US-amerikanische Unternehmen Monsanto ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Als Aktiengesellschaft, die auf die Produktion von Saatgut und Herbiziden spezialisiert ist, ist sie in den vergangen Jahren bereits mehrfach in Negativschlagzeilen geraten: Seien es die rücksichtslose Aufkaufpolitik von Landstrichen, das bewusste Übergehen von bäuerlichen Interessen, Fälschungen von wissenschaftlichen Untersuchungsberichten oder die direkten Kooperationen mit politischen Entscheidungsträgern. In Malvinas Argentinas, einer Provinz von Córdoba (Argentinien), kam es am Samstag, dem 30. November, zu gewaltsamen Übergriffen. Ausgangspunkt dafür war die friedliche Demonstration der Bewohner Malvinas Argentinas gegen den geplanten Bau einer neuen Plantage von Monsanto. Bemängelt wird von Seiten der Anwohner vor allem der Einsatz von toxischen Düngemitteln, deren Wirkungsradius noch weit über die Felder hinausgehe und die Menschen dementsprechend krank mache. In den frühen Morgenstunden kam Demonstrationsteilnehmern zufolge eine 60-Mann starke Einsatztruppe der Gewerkschaft UOCRA und räumte mit Schlagstöcken gewaltsam das Zeltlager der Demonstranten. Über 15 Menschen wurden verletzt und erlitten mitunter Kopfverletzungen. Der Übergriff sorgte in den letzten Tagen für eine Solidaritätswelle von Spenden, aber auch dem erneuten Aufbauen des kleinen Demonstrationslagers. Ein Sprecher der international tätigen Bürgerrechtsbewegung AVAAZ dazu: „Für ausländische Unternehmen wie Monsanto ist es etwas völlig alltägliches, in ‚unterentwickelten‘ Ländern große Plantagen gegen den Willen der dortigen Bevölkerung anzulegen. Viel schlimmer ist dabei nur, dass argentinische Gewerkschaften als auch die Regierung nichts dagegen unternehmen.“ Das Problem der Plantage in Malvinas Argentinas bleibt indes offen. (Bildquelle: Kevin Vanden_)


11. November 2013 | Argentinien: Geheimakten aus der Zeit der Militärdiktatur aufgetaucht | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Diktator Jorge Rafael Videla - Foto: Public DomainDie grausamen Verbrechen der argentinischen Militärjunta liegen nun mehr als drei Jahrzehnte zurück. Nach Schätzungen verschwanden rund 30.000 Menschen spurlos oder wurden nachweislich ermordet. Mit der Verurteilung des Ex-Diktators Jorge Rafael Videla und seines Nachfolgers Reynaldo Bignone im Juli 2012 begann Argentinien die juristische Aufarbeitung der in der Diktatur begangenen Menschenrechtsverletzungen. Nun sind in einem Kellerraum der argentinischen Luftwaffe erstmals Geheimdokumente aus der Zeit der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 aufgetaucht. Nach Aussagen des Justizminister Agustín Rossí werden die Aktenbestände eingehend nach ihrem historischen und juristischen Wert untersucht, da sie auch für laufende juristische Verfahren gegen die Verbrechen der Junta als Beweismittel dienen könnten. Der Fund umfasst circa 1500 Dokumente und 280 Originalakten, darunter auch Regierungspläne, die bis in die neunziger Jahre reichen, und Listen mit aufgeführten Personennamen, die vom Regime als gefährlich eingestuft wurden. Die Dokumente geben zudem Auskunft über zivile Wirtschaftssektoren, die das Regime unterstützten und gewähren Einblicke in die internationalen Beziehungen der Militärregierung zu Ländern wie Chile und Großbritannien. Im Laufe der nächsten Monate sollen die Dokumente auch für die Öffentlichkeit freigegeben werden.(Bildquelle:Public Domain)


30. September 2013 | Uruguay, Argentinien: Geht der Papierstreit in die nächste Runde? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Uruguay

Uruguay: Präsident José Mujica mit Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner - Foto: Presidencia de la Nación ArgentinaPapier entzweit derzeit die eigentlich befreundeten Nachbarländer Uruguay und Argentinien. Kein beschriebenes Papier, wie man annehmen möchte, sondern weißes, ja, noch gar nicht produziertes. Denn es geht um eine Erhöhung der Zellstoffproduktion als Vorstufe zur Papierherstellung. Das ist eigentlich kein Problem, wird aber dann zum Streitapfel, wenn es sich um die finnische Fabrik UPM (vorher Botnia) handelt. Die steht auf der uruguayischen Seite des Flusses Uruguay und befindet sich direkt gegenüber der argentinischen Stadt Gualeguaychú. Seit 2003 schwelt der Konflikt. Argentinien beklagte die fehlende Informationspolitik der uruguayischen Regierung, an dem gemeinsamen Grenzfluss eine Papierfabrik zu errichten. Auch sei keine Genehmigung eingeholt worden. Die Anwohner befürchteten zudem Umweltverschmutzungen und demonstrierten gegen das Werk. Uruguay, auf der anderen Seite, erhoffte sich Auslandsdirektinvestitionen, sah keine Notwendigkeit für eine Genehmigung von argentinischer Seite, da keine Beeinträchtigungen des Flusses vorgelegen hätten. Unabhängige Labore in Kanada bestätigten diese Version und gaben grünes Licht bei den Umweltfragen. Wegen der umstrittenen Informationspflicht und den Genehmigungsfragen wurde sogar der Internationale Gerichtshof eingeschaltet. 2010 gab es schließlich eine Einigung: Eine binationale Kommission überwacht die Umweltbelastungen, und Uruguay informiert Argentinien mit einer Frist von 180 Tagen über bevorstehende Veränderungen des Status Quo. Die sei nun bei der Frage der Produktionssteigerungen der UPM von 1 Million auf 1,3 Millionen Tonnen pro Jahr von urugayischer Seite nicht eingehalten worden. Und so droht der Papierstreit in eine weitere Runde zu gehen (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina).


03. Mai 2013 | Argentinien: Buchmesse von Buenos Aires will Brücken bauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Buchmesse Buenos Aires - Foto: Gobierno de la Ciudad de Buenos AiresDie 39. Ausgabe der Feria Internacional del Libro de Buenos Aires, die zweitgrößte Buchmesse des Kontinents und das wichtigste Kulturereignis Argentiniens, hat am 25. April begonnen. Das diesjährige Motto lautet Libros como Puentes. Es wird mit mehr als einer Million Lesern sowie über 10.000 Fachbesuchern gerechnet. Unter den literarischen Gästen finden sich so bekannte Namen wie Leonardo Padura, Laura Esquivel, Osvaldo Bayer, Claudia Piñeiro, Martín Kohan, Pablo de Santis, Arturo Pérez Reverte, Juan Villoro, Cees Nooteboom, John Coetzee, Javier Cercas und Rosa Montero. Erstmals gibt es mit Amsterdam auch einen Ehrengast – noch dazu einen, der sich mit Brücken auskennen dürfte. Neben einem Kritikerpreis wird auf der Buchmesse, die noch bis zum 13. Mai andauert, auch ein Leserpreis verliehen, dessen Preisträger die Leser aus einer Vorauswahl von zwanzig argentinischen Büchern bestimmen können, auch online unter http://www.el-libro.org.ar/internacional/culturales/premio-del-lector. Argentinien ist ein Land mit einer großen Literatur- und Lesetradition. Es gibt mehr als 465 Verlage. Die argentinische Hauptstadt verfügt über eine so hohe Dichte an Buchhandlungen, von der andere Städte nur träumen können. Um diesen ausgeprägten eigenen Literaturmarkt auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen, hat die argentinische Regierung 2009 das Übersetzerprogramm SUR aufgelegt, durch das Übersetzungen argentinischer Literatur in fremde Sprachen gefördert werden (Bildquelle: Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires_).


13. März 2013 | Argentinien, Vatikan: Der erste Papst aus Lateinamerika – Francisco I | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Lateinamerika

Argentinien: Papst Franziskus I - Foto: aibdescalzoMan hatte versprochen, dass es schnell gehen würde mit der Wahl des neuen Papstes. Noch kurz vor der Entscheidung war für ‘gewöhnlich gut Informierte’ der Italiener Angelo Scola der Topfavorit. Jetzt wissen wir es: Der neue Papst ist erstmals kein Europäer, sondern Argentinier, heißt Jorge Mario Bergoglio, ist 76 Jahre alt und Erzbischof von Buenos Aires. Der Jesuit Bergoglio, der der katholischen Kirche als Franziskus I. vorstehen wird, war dem Vernehmen nach vor acht Jahren der Hauptkonkurrent von Joseph Ratzinger, galt bei dieser Wahl aber eher als Außenseiter. Der neue Papst ist wie sein Vorgänger dem konservativen katholischen Lager zuzurechnen. Bekannt wurde er für seinen „Gotteskrieg“ gegen die Gleichstellung Homosexueller im Familienrecht. Argentiniens damaliger Präsident Néstor Kirchner kritisierte seinerzeit stark den Druck, der von der katholischen Kirche gegen das „Gesetz zur Eheschließung zwischen Personen gleichen Geschlechts“ ausgeübt wurde. Andererseits stellte sich der Kardinal immer wieder auf die Seite der Armen.  Er fand stets deutliche Worte gegen Korruption und Armut und prangerte in seinen Predigten auch die strukturelle Sklaverei an. Darüber hinaus zeigte er sich volksnah; er hat eine viel besuchte Facebook-Seite und fährt im Allgemeinen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit wird es nun aber erst einmal vorbei sein. Der neue Oberhirte der Katholiken steht vor der gewaltigen Aufgabe, die Krise seiner Kirche zu überwinden und sie endlich ins 21. Jahrhundert zu führen. Ob ihm das gelingen wird, bleibt abzuwarten (Bildquelle: Aibdescalzo_).


15. September 2012 | Argentinien: Lebenslange Haft für Ex-Militärs | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Opfer der Militärdiktatur - Foto: Emmanuel FrezzottiEin argentinisches Gericht hat 14 Ex-Militärs und ehemalige Polizisten zu lebenslangen Haftstrafen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der letzten Militärdiktatur (1976-1983) verurteilt. Bei den Verurteilten handelt es sich um den Ex-Brigadegeneral Juan Manuel Bayón, sechs Oberste, drei Oberstleutnants, einen Major und drei ehemalige Polizisten. Ihnen werden in 90 Fällen schwere Verbrechen vorgeworfen, die auf dem Gelände des 5. Armeekorps begangen wurden: Freiheitsberaubung, wiederholte Anwendung von Folter und Totschlag. Das Gericht in Bahia Blanca (Buenos Aires) ordnete an, dass bereits erfolgte Freilassungen und Hausarreste zu widerrufen und die Verurteilten in ein Gefängnis zu überstellen seien. Noch vor der Urteilsverkündung forderte Nora Cortiñas, Leiterin der Mütter der Plaza de Mayo, weitere Anstrengungen zu unternehmen, damit kein Täter straflos bleiben kann. Derweil melden argentinische Medien, dass in Comodoro Rivadavia im Süden des Landes der Prozess gegen Verantwortliche des Massakers von Trelew mit dem Anhören von Tonbändern mit Zeugenaussagen der drei Überlebenden des Verbrechens fortgesetzt wurde. 1972 hatten Militärs auf dem Marineflughafen in Trelew 16 politische Gefangene erschossen (Bilquelle: Emmanuel Frezzotti).


15. Juni 2012 | Argentinien: Wohnungsbauprogramm auf wackeligem Fundament | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Wohnungsbau - Foto: Quetzal-Redaktion, gtArgentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner kündigte gestern ein Programm zum Bau von 400.000 neuen Wohnungen in den nächsten vier Jahren an. Die Regierung veröffentlichte eine Liste mit Parzellen aus Staatsbesitz, auf denen gebaut werden kann. Es gibt allgemeine Zustimmung im Land für dieses Vorhaben, zumal damit auch zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen würden. Doch wird allenthalben die Frage gestellt, wie die geplanten günstigen Kredite für Häuslebauer finanziert werden sollen. Die Rede ist von Mitteln der ANSeS, der Nationalen Verwaltung für Sozialversicherung, die unter anderem auch Pensionsfonds verwaltet. Inzwischen wird kolportiert, dass wohl die Rentner die neuen Wohnungen bezahlen werden. Heute verlangte der Oberste Gerichtshof vom Chef der ANSeS innerhalb von 30 Tagen detaillierte Informationen über die von dieser Organisation verwalteten Gelder, u.a. eine Aufstellung über Ein- und Ausgaben des laufenden und des kommenden Jahres. Nur einen Tag nach der Bekanntgabe des Wohnungsbauprogramms bekommt die Auflage der Richter eine besondere Brisanz. So unklar die Finanzierung des ehrgeizigen Plans auch ist, der Bedarf an einem bezahlbaren Wohnungsbau ist groß in Argentinien: In den ersten 24 Stunden nach Verkündung des Plans meldeten sich bei der ANSeS bereits 65.000 Interessenten für die günstigen Hypothekenkredite. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


23. April 2012 | Argentinien: Regierung plant YPF Teil-Verstaatlichung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Cristina Kirchner bei den Wahlen 2009 - Foto: Presidencia de la Nacion ArgentinaDie Nachricht, die Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner vergangenen Montag (16.4.2012) verlauten ließ, verheißt nichts Gutes für Spaniens Wirtschaft. Das argentinische Staatsoberhaupt gab bekannt, einen Gesetzesentwurf zur Teil-Verstaatlichung des Erdölunternehmens YPF zu planen. Demnach sollen 51 Prozent der Gesamtanteile, die der spanische Erdölkonzern Repsol an seiner Tochterfirma YPF besitzt, in Zukunft dem argentinischen Staat gehören. Für Repsol würde eine solche Entscheidung einen Verbleib von lediglich 6 Prozent der Anteile und somit eine klare Minderheit bedeuten. Schon jetzt sind die ökonomischen Auswirkungen unverkennbar. Die Repsol- Aktie fiel bereits am Dienstag um bis zu 9 Prozent. Von spanischer Seite wird nun eine Entschädigung gefordert, die den Verlust der Anteile ausgleichen soll. Ob und in welcher Höhe eine solche Zahlung erfolgt, darüber soll das internationale Schiedsgericht urteilen. Der Grund für Kirchners Entscheidung ist nach eigenen Angaben das fehlende Engagement, das Repsol an den Tag lege, wenn es um die Erdölproduktion- und erforschung in Argentinien geht. Man will dafür sorgen, dass Argentinien zukünftig selbst ausreichend Erdöl produzieren kann, ohne auf teure Importe angewiesen zu sein. Derzeit wird allerdings vermutet, dass ein im Geheimen geplanter Verkauf aller Repsol-Anteile an den chinesischen Konzern Sinopec der wahre Auslöser des Geschehens ist. Die spanische Zeitung „El País“ bezeichnete ein solches Vorgehen indes als eine „ Erklärung wirtschaftlicher Feindseeligkeit“ und auch international betrachtet man die Vorkommnisse mit einem kritischen Blick. (Bildquelle: Presidencia de la Nacion Argentina)


02. April 2012 | Argentinien: Vor 30 Jahren begann der Falklandkrieg | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Die Falklandinseln (Malwinen) - Foto: NASA World Wind (The Blue Marble)Heute vor genau dreißig Jahren eskalierte der Streit um die Malvinas zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Argentinien und Großbritannien. Der aberwitzige Ausflug der argentinischen Armee auf die am Südzipfel des argentinischen Festlandes gelegene Inselgruppe dient hierbei als ein Lehrstück einer aufgrund außenpolitischen Unvermögens hervorgerufenen Eskalationsleiter, aus der es letztlich kein Zurück mehr gab. Ausgehend von den langjährigen argentinischen Bemühungen, die Falklands für sich zu beanspruchen, ging die argentinische Militärdiktatur 1982 dazu über, den Konflikt um die Inselgruppe militärisch zu lösen, um damit letztlich die innergesellschaftliche Krise – wenigstens für einen kurzen Moment – zu kaschieren. Hochgerüstet mit amerikanischem, französischem und deutschem Militärgerät entschied sich die Militärjunta, auch aufgrund der (scheinbar) geringen geostrategischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Inselgruppe für Großbritannien, dazu, das Archipel am 02.April 1982 zu besetzen. Fungierte der Krieg somit letztlich für Argentinien nur als ein Symbol zur Wiederherstellung der nationalen Einheit, überraschte die heftige militärische Antwort Großbritanniens umso mehr. Die Kapitulation der argentinischen Armee am 14. Juni 1982 bedeutete für Argentinien sowohl eine außenpolitische Demütigung als auch den Beginn der Transition. Gleichzeitig markierte sie für Großbritannien die Zementierung der „eisernen“ Herrschaft einer Lady für weitere acht Jahre (Bildquelle: NASA World Wind, The Blue Marble).


15. Dezember 2011 | Argentinien: „Rebellion“ von Polizisten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Daniel Scioli (Foto: Presidencia de la Nación Argentina)In Buenos Aires hatten sich am Mittwoch 150 Polizisten der Infanterie-Garde elf Stunden lang in der zentralen Kaserne in La Plata verschanzt. Mit ihrem Streik bekundeten sie ihre Unterstützung für sechs Kollegen, die nach Auseinandersetzungen am Dienstag bestraft worden waren. Die Strafe, so heißt es aus Kreisen der Besetzer, sei dafür erfolgt, dass die Polizisten Befehle ausführten. Anlass für die Dienstverweigerung war ein Zusammenstoß verschiedener peronistischer Gruppierungen bei der Amtseinführung des neuen (und alten) Gouverneurs von Buenos Aires, Daniel Scioli, und seines Stellvertreters, Gabriel Mariotto. Die Polizei hatte den Befehl, nur die Anhänger des zum rechten Flügel der Peronisten gehörenden Scioli zur Zeremonie in La Plata vorzulassen. Mitglieder der kirchneristischen Jugendorganisation „La Cámpora“ wurden am Zugang gehindert. Die folgende Auseinandersetzung zwischen Polizisten und den militanten Mariotto-Anhängern von „La Cámpora“ endete mit mehreren verletzten Polizisten und drei Jugendlichen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Beobachtern zufolge war die Bestrafung der sechs Polizisten nur einer der Anlässe für die Proteste in La Plata. Ein Sprecher der Besetzer beklagte Überlastung und zu geringe Gehälter der Polizisten. Zudem fehle die Unterstützung in der Öffentlichkeit und durch die Politik. (Bildquelle: Presidencia de la Nación Argentina)


14. November 2011 | Argentinien: Ausfall aller Auslandsflüge angekündigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien (Foto: Public Domain)Aerolíneas Argentinas, Argentiniens nationale Fluggesellschaft, hat für heute den Ausfall aller Auslandsflüge angekündigt. Der Minister für Staatsplanung, öffentliche Investitionen und Dienstleistungen, Julio de Vido, beurteilte die Protestmaßnahmen in der argentinischen Zeitung La Nación als „illegal und als verdeckten Streik ”. Eine Konfrontation zwischen der Regierung und der Gewerkschaft des flugzeugtechnischen Personals (APTA), der technische Dienst von Aerolineas Argentinas, ist der Grund für die Ausfälle. Seit dem 12. November, so zitiert die lokale Zeitung Clarín Mariano Recalde, Manager der Fluggesellschaft, weigert sich das flugzeugtechnische Personal seine normalen Tätigkeiten auszuüben. Aus Sicherheitsgründen habe Aerolíneas alle Langstreckenflüge abgesagt. Ricardo Cirielli, Gewerkschaftsführer der APTA, informierte laut Clarín darüber, dass technische Mängel an Flugzeugen und Flugzeughallen der Hauptgrund für den Protest sind. Mariano Ricalde versicherte in La Nación, dass alle betroffenen Fluggäste eine Entschädigung sowie einen Flug mit einer anderen Fluggesellschaft erhalten werden (Bildquelle: Public Domain).


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