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Lateinamerika: UNASUR-Sondergipfel in Solidarität mit Morales und Asyl für Snowden

09. Juli 2013 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Bolivien: Präsident Evo Morales (29.01.2009) - Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues PozzebomNachdem der bolivianische Präsident Evo Morales letzten Dienstag auf seinem Heimweg von Russland unfreiwillig in Wien zwischenlanden musste, weil man den Whistleblower Edward Snowden bei ihm an Bord vermutet hatte, trafen sich fünf südamerikanische Regierungschefs zwei Tage später zu einem Sondergipfel. Die Oberhäupter der Länder Argentinien, Bolivien, Ecuador, Uruguay und Venezuela verurteilten stark, dass Frankreich, Portugal, Spanien und Italien dem Flugzeug des bolivianischen Staatschefs nicht die Überflugrechte erteilt hatten und bezeichneten den unfreiwilligen Zwischenstopp als eine Verletzung internationalen Rechts. Morales sei auf Betreiben des „Imperiums“ USA entführt worden, weshalb dieser auch beim Generalsekretariat der Vereinten Nationen gegen die vier europäischen Länder klagte. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa erklärte, dass man in Lateinamerika nicht akzeptieren würde, dass die USA oder europäische Staaten sie „wie eine Kolonie behandelten“ und forderte Aufklärung. Die übrigen UNASUR-Staaten, welche diplomatisch vertreten wurden, zeigten ebenfalls ihre Solidarität mit Morales. Zwei Tage nach dem Gipfel boten dann drei lateinamerikanische Staaten Snowden Asyl an. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro erklärte, dass der Asylsuchende “in Bolivars und Chávez‘ Vaterland kommen solle und dort frei von Nordamerikas imperialistischer Verfolgung leben könne“. Der nicaraguanische Staatschef Daniel Ortega bekräftigte, sein Land gewähre Snowden Asyl, „sofern es die Umstände zuließen“. Und nach der Missachtung von Morales‘ diplomatischer Immunität zeigte auch dieser sich bereit, Snowden in seinem Land aufzunehmen: „Gerade aus Protest möchte ich den Europäern und Nordamerikanern sagen: gerade jetzt werden wir diesem Nordamerikaner Asyl gewähren, der von seinen eigenen Landsleuten verfolgt wird. Wir haben keine Angst“. Damit hat Snowden gleich drei mögliche Ziele für seine Weiterreise. Nun bleibt für ihn nur noch die Frage, wie er unbehelligt in eines der drei Länder kommt, ohne von den USA daran gehindert zu werden (Bildquelle: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom).


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