lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Noticias Lateinamerika

09. März 2017 | Lateinamerika: Der Fall “Odebrecht” zieht immer weitere Kreise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Lateinamerika, Noticias Peru, Noticias Venezuela

Lateinamerika: Korruptionsskandal Odebrecht - Foto: Quetzal-Redaktion, csNach und nach weitet sich der Korruptionsskandal um das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht in Lateinamerika aus. Der Skandal nahm seinen Lauf, als Mitte Juni 2015 Marcelo Odebrecht wegen Bestechung und Geldwäsche festgenommen und später zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Firmenchef und Hauptplaner des Korruptionsnetzwerks kooperierte mit der Staatsanwaltschaft – wohl um seine Haftstrafe zu mindern –, so dass die Behörden zahlreiche beteiligte Personen identifizieren konnten. Weitere 77 Ex-ManagerInnen des Bauriesen taten es Odebrecht gleich, und mittlerweile konnten die Staatsanwaltschaften aus 15 verschiedenen Ländern die systematische Korruption auf großen Teilen des lateinamerikanischen Kontinents und ein paar afrikanischen Ländern aufdecken. Offenbar zahlte das Unternehmen seit 2001 Schmiergeld an PolitikerInnen jedweder Couleur, um später bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt zu werden. Unter Betrachtung der Höhe der Schmiergeldzahlungen stechen Brasilien (349 Mio. USD), Venezuela (98 Mio. USD) und die Dominikanische Republik (92 Mio. USD) hervor. Am spektakulärsten ist bisher aber der Fall Peru, da dort wohl die letzten vier Präsidenten des Landes persönlich in die Korruption involviert sind. Gegen Expräsident Alejandro Toledo (2001-2006) ist bereits ein internationaler Haftbefehl erlassen worden, weil er Schmiergeldzahlungen in Höhe von 20 Mio. UDS erhalten haben soll. Gegen die Ex-Präsidenten Alan García (2006-2011) und Ollanta Humala (2011-2016) wird seit kurzem auch wegen Korruptionsfällen während ihrer Amtszeiten ermittelt. Schließlich gibt es auch erste Indizien gegen den amtierenden Präsidenten Pablo Kuczynski, der als damaliger Wirtschafts- und Finanzminister sowie späterer Premierminister im Kabinett von Toledo ebenfalls Schmiergeldzahlungen erhalten haben soll. Auch wenn noch unklar ist, wie groß dieses kriminelle Netzwerk insgesamt war, so zeigt der Skandal doch jetzt schon, wie stark die lateinamerikanischen Demokratien von finanzstarken Privatinteressen ausgehöhlt worden sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


23. Februar 2017 | Lateinamerika: Keine gute Zeit für Menschenrechte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Keine gute Zeit für Menschenrechte - Foto: make noise not artDas Jahr 2016 brachte für Lateinamerika einen starken Rückschritt in Fragen der Menschenrechte. So lässt sich der Inhalt eines Papiers von Amnesty International auf den Punkt bringen, das gestern in Buenos Aires vorgestellt wurde. Marcos Gómez, Paola García (AI Argentinien) und Mariela Belski (AI Venezuela) betonten, dass Lateinamerika im letzten Jahr die am stärksten „ungleiche und gewalttätige Region der Welt“ war. In Brasilien stieg die Zahl der durch Polizisten Getöteten allein in Rio de Janeiro um 103 Prozent verglichen mit 2015. In Mexiko wurden bis Ende November 2016 mehr als 36.000 Morde registriert, was abermals einen deutlichen Anstieg der Opferzahlen bedeutete. In Venezuela bedrohe die „schwere humanitäre und wirtschaftliche Krise“ die Menschenrechte, zudem seien die offiziellen Gegenmaßnahmen nicht transparent und förderten Diskriminierung. Als größter Rückschritt wurde in Buenos Aires die Politik gegenüber Migranten benannt, die mit Verweis auf die nationale Sicherheit immer weiter verschärft werde. Das jüngste Beispiel ist das neue Migrationsgesetz in Argentinien. Nach diesem Gesetz sollen straffällig gewordene Migranten sofort abgeschoben werden, auch – und darauf verweisen Kritiker – bei Bagatellstrafen wie z.B. Straßenhandel ohne Genehmigung. Das Gesetz führte zu Verstimmungen in den Beziehungen zum Nachbarland Bolivien. Boliviens Staatschef Eva Morales hatte die Länder der Region aufgerufen, in der Migrationsfrage nicht der Politik von US-Präsident Donald Trump zu folgen. (Bildquelle: make noise not art_)


26. Januar 2017 | Lateinamerika: Auch 2016 noch immer große Probleme mit Korruption | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Korruption, Transparency International - Bild: VieuxbillAm 25. Januar veröffentlichte Transparency International seinen jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex (engl. Corruption Perceptions Index) zum Jahr 2016, in dem eindeutig aufgezeigt wird, dass Korruption in weiten Teilen Lateinamerikas noch immer ein erhebliches Problem darstellt. Andererseits wird jedoch auch deutlich, dass es große Unterschiede zwischen einzelnen lateinamerikanischen Ländern gibt. Während Uruguay, welches das beste Ergebnis für Lateinamerika erzielt, im weltweiten Vergleich auf Platz 21 (von 176) liegt, schafft es Venezuela lediglich auf Platz 166, welchen es sich mit dem Irak teilt. Eins haben die beiden Länder jedoch gemeinsam: sowohl Uruguay als auch Venezuela haben im Vergleich zu den vorherigen vier Jahren eine geringere Punktzahl erlangt, d.h. die Situation hat sich leicht verschlechtert. Laut Transparency International teilen sie diese Entwicklung auch mit anderen Ländern Lateinamerikas, darunter z.B. Chile (Platz 24), Peru (Platz 101) oder Nicaragua (Platz 145), welche seit 2012 allesamt an Punkten verloren haben. Vergleicht man die Daten von 2016 lediglich zum Vorjahr 2015 heißt der größte Verlierer jedoch Mexiko (Platz 123). An Punkten dazugewonnen haben dagegen Länder wie Costa Rica (Platz 41) oder Paraguay (Platz 123). Ungefähr gleich geblieben ist die Situation beispielsweise in Kuba (Platz 60), Panama (Platz 87), Argentinien (Platz 95) und Bolivien (Platz 113). Obwohl im Jahr 2016 große Erfolge im Kampf gegen die Korruption zu verzeichnen gewesen sind (Panama Papers, Organização Odebrecht), liegt laut Transparency International noch ein weiter Weg vor Lateinamerika. Ein großes Problem bezüglich der Korruption ist ihre Straffreiheit in vielen Regionen Lateinamerikas, und so bleiben selbst die Fälle, in denen gegen großflächige Korruption vorgegangen wird, meist nur die Erfolge einzelner engagierter Individuen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Einwohner betroffener Länder und Regionen auf Transparenz und Verantwortung drängen und die Behörden alles daran setzen sollten, korrupte Beamte und Funktionäre zur Rechenschaft zu ziehen. (Bildquelle: Vieuxbill_).


26. November 2016 | Kuba: „Wenn ich wirklich sterbe, wird es niemand glauben“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika

Kuba_Fidel Castro_Foto Quetzal-Redaktion_pgDie Kubaner trauern: Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Dies teilte Raúl Castro, Präsident Kubas und Bruder des Verstorbenen, am Freitagabend im staatlichen Fernsehen der kubanischen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit mit. Auf eigenen Wunsch soll seine Leiche verbrannt werden. Seit 1959 hatte Fidel Castro die Geschicke Kubas gelenkt. Vor zehn Jahren übergab er nach schwerer Krankheit die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder. Trotz seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit kam der Tod des Revolutionsführers für die Kubaner unverhofft. Es liegt in der Natur des Lebenswerkes von Fidel Castro, dass seine charismatische Persönlichkeit polarisiert hat: In Washington, Miami und anderswo wurde er dafür gehasst, dass er den einfachen Kubanern ihre Menschenwürde zurückgegeben und die Insel dem Zugriff der USA entzogen hat. Aus demselben Grund wird er von der Mehrheit seines Volkes verehrt. In der internationalen Arena hatten jene Völker und Staatsmänner, die sich gegen Kolonialismus, Ausplünderung und Willkür zur Wehr setzen mussten, in Fidel Castro einen verlässlichen Verbündeten. Dieser wird nun fehlen. Auch wenn das Ableben einer solchen historischen Persönlichkeit immer eine tiefe Lücke hinterlässt, bleibt Fidel Castros revolutionäres Erbe eine Quelle der Zuversicht, dass eine andere Welt möglich ist. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)


20. Oktober 2016 | Lateinamerika: Umfrage belegt Integrationswillen der Lateinamerikaner | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleDas Vertrauen der Lateinamerikaner in die Demokratie ist im Jahr 2016 leicht gesunken. In einer Zeit, in der sich in den meisten Ländern der Region demokratische Regierungen etabliert haben, fiel die Unterstützung von 56 Prozent auf 54 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse von Latinobarómetro, einer Umfrage, bei der gut 20.000 Lateinamerikaner in 18 Ländern befragt worden sind. Für die Forscher ist der Rückgang der Zustimmung zur Demokratie eine Reaktion auf die Wirtschaftskrise, die nicht abreißenden Korruptionsskandale und die Unzufriedenheit mit den öffentlichen Dienstleistungen. Fast einem Viertel der Lateinamerikaner ist es egal, welches politische Regime in ihrem Land herrscht. Andererseits wünschen sich die Befragten eine größere Integration der Region nach dem Beispiel der EU. 77 Prozent von ihnen befürworten eine wirtschaftliche Integration, von der sie sich Impulse für die Entwicklung erhoffen. Und selbst eine politische Integration wird noch von 60 Prozent unterstützt. In punkto Integration sind die Bürger Lateinamerikas also offensichtlich deutlich weiter als ihre Politiker, die sich in dieser Frage nach wie vor nicht einigen können. Marta Lagos, die Leiterin von Latinobarómetro, sagte in einem Interview: „Gestern begann die Integration Lateinamerikas.“ Damit spielte sie auf die Demonstrationen gegen Gewalt gegen Frauen an, die am Mittwoch zeitgleich in 25 lateinamerikanischen Ländern stattfanden (Bildquelle: NASA_).


15. Juli 2016 | Lateinamerika/Europa: Quetzal macht Urlaub | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_Limosine_foto_quetzal_redaktion_gtLiebe Leserinnen und Leser, QUETZAL macht vom 16.07.-30.07.2016 Urlaub. In der Zeit erscheinen keine noticias und Artikel. Wir starten nach der kurzen Auszeit gleich mit einem Dossier zu Brasilien und den Olympischen Spielen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


26. Juni 2016 | Lateinamerika: Lateinamerikanische Städte wachsen am schnellsten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Grad der Verstädterung im internationalen Vergleich - Grafik: Rotterdamus123483 Prozent der Südamerikaner leben in Städten. Damit ist Südamerika die Region in der Welt mit dem höchsten Urbanisierungsgrad. In Lateinamerika und der Karibik insgesamt lebt nur noch gut ein Fünftel im ländlichen Raum, wobei dieser Anteil in den karibischen und mittelamerikanischen Ländern teils deutlich höher liegt. Der Urbanisierungsgrad Lateinamerikas hat sich seit 1990 um zehn Prozent erhöht, was den Subkontinent zu den großen Urbanisierungsregionen macht. Diese rasante Entwicklung bringt allerdings auch zahlreiche Probleme mit sich, wie UNO-Habitat feststellte. Ein Fünftel der Städter in Lateinamerika lebt in marginalisierten Vierteln, die Spanne reicht hier allerdings von einem Zehntel (Mexiko) bis zu einem Drittel (Peru). In den Elendsvierteln ist häufig die Basisversorgung nicht gesichert, es fehlt an sauberem Wasser und angemessenen hygienischen Bedingungen. Auch wenn die UNO Lateinamerika bescheinigt, eine der Regionen in der Welt zu sein, deren Umwelt am wenigsten belastet ist, so trifft diese Einschätzung auf die Großstädte nicht zu, schon gar nicht auf die Megacities Mexiko-Stadt, Buenos Aires, São Paulo und Rio de Janeiro. Der öffentliche Verkehr gehört daher in den Ländern des Subkontinents zu den dringlichsten Aufgaben, um in den weiter wachsenden Städten ein System der öffentlichen Verkehrsmittel zu entwickeln, das für alle zugänglich und bezahlbar ist sowie eine größere Sicherheit und Sauberkeit in den Städten gewährleistet. (Bildquelle: Rotterdamus1234_)


02. Juni 2016 | Lateinamerika: Literaturfest für Kinder und Jugendliche in Bogotá | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Eine lesendes KindVom 31. Mai bis zum 1. Juni findet in Bogotá das Iberoamerikanische Festival der Kinder- und Jugendliteratur statt. Nach drei Veranstaltungen in Spanien (Madrid 2014 und 2015 sowie Palma de Mallorca 2015) findet das Festival erstmals in Lateinamerika statt. Es ist das einzige iberoamerikanische Literaturfest, das sich ausschließlich den jungen Lesern widmet. An den beiden Tagen werden sich in der kolumbianischen Hauptstadt Schriftsteller, Illustratoren, Bibliothekare, Lehrer sowie Vertreter der Zivilgesellschaft treffen, um darüber zu debattieren, was und wie Kinder und Jugendliche lesen. Dabei will das Festival kein Literarturkongress sein, sondern offen für alle Interessierten. Am ersten Festivaltag gab es u.a. eine Lesung mit der kolumbianischen Kinderbuchautorin Yolanda Reyes und ein Rockkonzert für Kinder mit der Gruppe Rockcito. Organisiert wird die Veranstaltung von den Stiftungen Santillana und Cátedra virtual Miguel de Cervantes, deren Vertreter betonten, dass Kolumbien aufgrund seines literarischen Rufes als Austragungsort ausgewählt wurde. So gesehen ist es nicht überraschend, dass es sich Präsident Juan Manuel Santos nicht nehmen ließ, bei der Eröffnung persönlich ein Grußwort an das Festival zu richten (Bildquelle: Public Domain).


27. Mai 2016 | Mexiko: CEPAL-Tagung geht zu Ende | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

 Logo der CEPAL - Foto: cepal.orgAm 24. Mai 2016 wurde in Mexiko-Stadt die XXVI. Sitzungsperiode der UN-Wirtschafts­kommission für Lateinamerika und die Karibik (Comisión Económica para América Latina y el Caribe – CEPAL) vom Präsidenten des Gastgeberlandes, Enrique Peña Nieto, feierlich eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die am 27. Mai zu Ende ging, stand ein Grundsatzdokument mit dem Titel „Horizontes 2030: La igualdad en el centro del desarrollo sostenible“ (dt.: Horizonte 2013: Die Gleichheit im Zentrum der nachhaltigen Entwicklung“. Darin kommt die Organisation, der 45 Mitgliedsstaaten und 13 assozierte Vertreter angehören, zu dem Schluss, dass die gegenwärtige Entwicklung der Region nicht nachhaltig ist. Dafür seien drei Ungleichgewichte verantwortlich: die Rezession der Weltwirtschaft, die Zunahme der Ungleichheit und die Umweltzerstörung. Alicia Bárcena, Exekutivsekretärin der CEPAL, sieht die Region vor der „größten entwicklungspolitischen Chance aller Zeiten“. Die Verbindung von ökologischer Nachhaltigkeit und Bekämpfung der Ungleichheit müsse das Fundament des neuen Entwicklungsansatzes sein. Obwohl die Armut in Lateinamerika seit 2000 zurückgedrängt werden konnte, war dies bei der sozialen Ungleichheit nicht der Fall. Nach wie vor sind die regionalen Werte die höchsten der Welt. Während linksregierte Länder wie Uruguay, Venezuela, El Salvador und Bolivien in diesem Punkt sichtbare Fortschritte erreichen konnten, hat sich die Situation in Chile, Kolumbien, Mexiko und Brasilien nicht verbessert. Costa Rica, die einstige „Schweiz  Zentralamerikas“ und als ökologisches Musterland gehandelt, weist seit 2002 sogar einen steigenden Gini-Koeffizienten auf. An der Tagung nahmen 10 Außenminister, 20 Minister und Vizeminister anderer Resorts sowie weitere Vertreter internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft teil.


21. April 2016 | Lateinamerika: OECD fordert bessere Bildung an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Argentinien_Indigene SchülerInnen_Foto: Quetzal Redaktion_Soledad BiasattiDie lateinamerikanischen Länder hatten in der PISA-Studie des Jahres 2012 sehr schlecht abgeschnitten; die Länder der Region rangierten ausnahmslos im letzten Drittel, Peru war das Schlusslicht. Ein halbes Jahr vor Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Erhebung vom Frühjahr 2012 mahnte gestern Andreas Schleicher, OECD-Direktor für Bildung und Qualifikation, die Länder Lateinamerikas an, mehr Ressourcen für die Bildung zur Verfügung zu stellen. Eine Ursache für das schlechte Abschneiden sei insbesondere die starke Segregation der Bildung. Diese sei sowohl in sozialer als auch in räumlicher Hinsicht stark ausgeprägt. In den lateinamerikanischen Ländern besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialem Status und Schulerfolg. Hinzu kommen auffällige regionale Unterschiede: Schulen in städtischen Zentren seien in der Regel besser als die im ländlichen Raum. Schüler aus armen Familien und im ländlichen Raum besuchten Schulen, denen es an der notwendigen Ausstattung fehle. Der Bildungswissenschaftler bezeichnete Lateinamerika als „Opfer von starken räumlichen Ungleichheiten“. Am stärksten sei Peru von diesen Unterschieden betroffen, gefolgt von Kolumbien, Mexiko und Argentinien. Liliana Miranda vom peruanischen Bildungsministerium betonte, man habe erkannt, dass man im Land der Ungleichheit infolge Behinderung oder ethnischer Herkunft, z.B. bei Afroperuanern, mehr Aufmerksamkeit widme müsse. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


07. April 2016 | Mexiko: Mehr Arbeit für wenig Geld | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_slum_quetzal_redaktion.pgIn einer Zeit, in der der VW-Abgasskandal vor allem die mexikanischen VW-Werke trifft – in Puebla wurde die Produktion um 40 Prozent gedrosselt –, veröffentlichte die lokale Zeitung „La Jornada de Oriente“ Daten über die soziale Entwicklung in dem mexikanischen Bundesstaat, die alles andere als positiv sind. Mit Rafael Moreno Valle stellt seit 2011 der PAN (Partei der Nationalen Aktion) den Gouverneur in dem Bundesstaat im Zentrum Mexikos. Moreno wird es sicher als einen Erfolg seiner Politik verbuchen, dass die Arbeitslosenquote seit seinem Amtsantritt gesunken ist. Im gleichen Zeitraum, darauf verweist “La Jornada“, stieg jedoch die Zahl der Geringverdiener. Knapp zwei Drittel der Beschäftigten haben einen Verdienst in Höhe von höchstens zwei Mindestlöhnen, mit dem eine Familie laut INEGI (Nationales Institut für Statistik und Geografie) gerade so über die Runden kommt. Ein Fünftel verfügt gerade einmal über den Mindestlohn in Höhe von 2.470 Mexikanischen Pesos. Und der in Puebla festzustellende Trend „Mehr Beschäftigung, weniger Geld“ ist nicht nur auf diesen Bundesstaat beschränkt. Um den empfohlenen Warenkorb für Lebensmittel zu finanzieren, muss eine mexikanische Familie heute mehr als viermal länger arbeiten als noch vor 20 Jahren, d.h. ca. 23 Stunden täglich. Eine Studie der Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) beschreibt die Situation der Beschäftigten mit Mindestlohn daher auch treffend mit den Worten „von der Armut ins Elend“. Mexiko ist im Übrigen das Land in Lateinamerika mit dem niedrigsten Niveau des Mindestlohns. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)


26. März 2016 | Lateinamerika: Filmplattform „Retina Latina“ seit 4. März online | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_RetinaLatina_Kino-Darstellung-Quetzal-Redaktion und HeraldryStaatliche Kulturinstitutionen und Einrichtungen der Länder Bolivien, Ecuador, Peru, Mexiko, Uruguay und Kolumbien haben sich zusammen getan, um auf der Plattform „Retina Latina“ die nationale Filmproduktionen leichter zugänglich zu machen. Neben großen Filmproduktionen werden auch News aus der Kinowelt sowie Kurzfilmmaterial und Dokumentationen bereitgestellt. Die Initiatoren beabsichtigen mit der Schaffung eines internationalen Netzwerkes, die audiovisuellen Werke, die in der Region produziert werden, einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Während in den jeweiligen Ländern in den vergangen zehn Jahren viel von nationaler Seite aus in die Filmindustrie investiert wurde, blieb die Verbreitung der Filme bisher eher auf die Landesgrenzen beschränkt – und sie hatten es gegen die Vorherrschaft von Hollywood-Produktionen schwer. Die Interamerikanische Entwicklungsbank unterstützt nun das Vorhaben. Die Internetseite ist unter www.retinalatina.org zu erreichen, hält bisher aber leider nur Filme für User bereit, die sich aus den jeweiligen Ländern heraus einloggen. (Bildquelle: eigene Darstellung, Heraldry)


28. Januar 2016 | Ecuador: IV. Treffen der Celac am 26. und 27. Januar 2016 in Quito | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_Celac_Foto presidencia de la republica mexicanaDer derzeit in Brasilien grassierende Zika-Virus gehörte ebenso zu den Diskussionsthemen beim IV. Treffen der Celac (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) am 26./27.01.2016 in Quito wie der Friedensprozess in Kolumbien. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff mahnte eine schnelle Zusammenarbeit der Organisation im Kampf gegen das Zika-Virus an, das bald die gesamte Region betreffen dürfte. Sie vereinbarte eine Zusammenkunft zu diesem Thema im Rahmen des Mercosur am kommenden Dienstag in Montevideo. Das kolumbianische Staatsoberhaupt Santos erklärte, der Krieg in Kolumbien sei der einzige Konflikt der Welt, der im Dialog beendet wird. Der UNO-Sicherheitsrat werde jetzt die Beobachter, deren Mission von der Celac einmütig unterstützt wird, für die vereinbarte Waffenübergabe der FARC-Rebellen auswählen. Die Verhandlungen mit dem ELN bezeichnete Santos, ohne weitere Details zu nennen, als vertrauensvoll, und er zeigte sich zuversichtlich, dass auch hier schnelle Fortschritte zu verzeichnen sein werden. Der dominikanische Präsident Danilo Medina, der von seinem ecuadorianischen Amtskollegen die Präsidentschaft der Celac übernahm, verwies darauf, dass der Kampf gegen Armut und Ungleichheit weiterhin wesentliche Aufgaben in der Region sein werden: „Lateinamerika ist nach Asien die Region mit dem größten Wachstum der Mittelschicht, aber mit den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Region mit der größten Ungleichheit.“ (Bildquelle: Presidencia de la República Mexico)


16. Mai 2015 | Südamerika: Mehr Integration durch Re-Industrialisierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Union Südamerikanischer Staaten: UNASURErnesto Samper, Generalsekretär der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) und von 1994 bis 1998 Präsident Kolumbiens, hat sich bei seinem viertägigen Besuch in Brasilien für die Re-Industrialisierung der Region ausgesprochen. Auf einem Seminar zur „Integration der Wertschöpfungsketten in Südamerika“ in Sao Paulo, an dem auch der brasilianische Expräsident Luiz Inácio Lula da Silva teilnahm, verwies er auf die Notwendigkeit, die Infrastruktur auszubauen. In diesem Zusammenhang hob er sieben Projekte hervor, darunter den Korridor Caracas – Bogotá – Buenaventura / Quito, die interozeanische Eisenbahnverbindung Paranaguá – Antofagasta sowie die Verbesserung des Schiffsverkehrs der Flüsse des Rio-de-la-Plata-Beckens. Neben der engeren Integration der 12 UNASUR-Staaten komme es auch darauf an, die Zusammenarbeit mit China, Indien und Russland zu verbessern. Vor allem die 2014 geschaffene Entwicklungsbank der BRICS böte gute Möglichkeiten, die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. In einem Interview setzte sich Samper für die Schaffung einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft für alle Südamerikaner ein. Auf die Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern angesprochen, erwiderte er, dass es darauf ankomme, die Entideologisierung der gegenseitigen Beziehungen mit einer Repolitisierung der UNASUR zu verbinden. Jede Nation könne auf der Basis der eigenen Vorstellungen ihren Beitrag zur Integration leisten. Nach dem neoliberalen Alptraum der 1990er Jahre sei es außerdem an der Zeit, die soziale Inklusion aller Bürger zu einem festen Bestandteil der Relegitimation des demokratischen Systems zu machen.


13. April 2015 | Lateinamerika: Historisches Treffen auf dem VII. Amerika-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: VII OAS - Gipfel in Panamá, April2015 - Foto: Organization of American States (OAS)Der VII. Amerika-Gipfel, der am 10. und 11. April in Panama-Stadt abgehalten wurde, ging ohne gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende. Dass dort dennoch Geschichte geschrieben wurde, hat einen doppelten Grund: Erstmals nahm Kuba an diesem Treffen der latein- und nordamerikanischen Staats- und Regierungschefs teil, und Raúl Castro kam in Panama mit US-Präsident Barack Obama zusammen. Zwar brachte das 90minütige Gespräch nichts substantiell Neues, markierte aber dennoch auf höchst symbolische Weise eine neue Etappe der Beziehungen zwischen Kuba und den USA. Übereinstimmend wurde das Ende des Kalten Krieges zwischen beiden Ländern verkündet. Außerdem bekundete Obama seine Bereitschaft, Kuba von der Liste der terrorismusverdächtigen Länder streichen zu wollen. Wie und wann das Embargo gegen die Karibikinsel aufgehoben und ob die US-Basis an der Bucht von Guantanamo an Kuba zurückgegeben wird, blieb aber ebenso offen wie der Zeitpunkt der Eröffnung der Botschaften in Havanna und Washington. Der kubanische Präsident dankte in seiner emotionalen Rede allen lateinamerikanischen Ländern für ihre solidarische Unterstützung. Am Rande des Gipfels traf sich Präsident Obama auch mit seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolas Maduro zu einem zehnminütigen „privaten“ Gespräch. Hier zeigte sich die historische Symbolik allerdings von ihrer makabren Seite: Am Sonnabend jährte sich zum 13. Mal der Putschversuch gegen Hugo Chávez, und damals wie heute versuchen die USA in Venezuela, das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Nach all der Gipfelsymbolik wird Obama durch Taten zeigen müssen, dass er seinen verbalen Abschied von der bisherigen Einmischungspolitik Washingtons gegenüber seinen südlichen Nachbarn ernst meint. (Bildquelle: Organization of American States (OAS))


12. November 2014 | Lateinamerika: Die Gewalt ist das größte Problem | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Mexiko: Drogenkrieg - Foto: Diego Fernandez, Public DomainWährend Lateinamerika im letzten Jahrzehnt beachtliche wirtschaftliche Wachstumsraten und einen Rückgang der Armut zu verzeichnen hat, können im Kampf gegen Gewalt und Kriminalität keine vergleichbaren Erfolge konstatiert werden. Ganz im Gegenteil: Im Zeitraum von 2000 bis 2010 starben eine Million Menschen durch kriminelle Gewalt, die Rate von Tötungsdelikten stieg um elf Prozent. Betroffen sind vor allem Jugendliche; ihr Risiko, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, ist mehr als doppelt so hoch wie in anderen Altersgruppen. Zudem beeinträchtigt die Gewaltkriminalität alle Bereiche der Gesellschaft: Der Tourismus geht zurück, die Investitionen nehmen ab, und auch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Entwicklungsniveau kann das BIP infolge der Gewalt um bis zu zehn Prozent sinken. Darüber hinaus bedroht die Gewaltkriminalität die Festigung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Angst und Misstrauen beeinträchtigen das Zusammenleben der Menschen. Da staatlichen Stellen eine wirksame Bekämpfung der Gewalt oft nicht mehr zugetraut wird, wächst die Akzeptanz von Selbstjustiz. Vor allem in der Bekämpfung des Drogenhandels, einer der Hauptquellen der Gewalt, wird heute nach alternativen Szenarien gesucht. Denn der „Krieg gegen die Drogen“, wie er bisher praktiziert wurde, hat zu einem Anstieg der Tötungsdelikte geführt. (Bildquelle: Diego Fernandez, Public Domain)


25. September 2014 | Lateinamerika: Kritik auf dem Klima-Gipfel der Vereinten Nationen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleAuf dem am Dienstag in New York zu Ende gegangenen Klima-Gipfel haben sich zahlreiche Staatsoberhäupter Lateinamerikas kritisch geäußert. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet verwies darauf, dass der Klimawandel die soziale Ungleichheit weiter vertiefe. Nicolas Maduro (Venezuela) verwies auf die Fortschritte seines Landes bei der Umsetzung klimapolitischer Ziele. So bezieht Venezuela 70 Prozent seiner Energie aus Wasserkraft und 60 Prozent des Territoriums stehen unter Naturschutz. Evo Morales (Bolivien), der im Namen der Gruppe der 77 und Chinas sprach, kritisierte die „Konsumgier des Kapitalismus“ scharf. Wenn diese nicht eingeschränkt würde, seien 2050 vier Planeten notwendig, um dessen Ansprüche zu erfüllen. Dass besonders die indigenen Völker unter dem kapitalistischen Raubbau an der Natur zu leiden haben, zeigt ein Bericht der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (CEPAL), der am Montag veröffentlicht wurde. Zwischen 2010 und 2013 hat es in indigenen Territorien der Region über 200 Konflikte gegeben, die in Zusammenhang mit dem Abbau fossiler Brennstoffe und der Ausweitung des Bergbaus stehen. Ollanta Humala (Peru), dessen Land im Dezember Gastgeber des nächsten  Klima-Gipfels sein wird, verwies auf die Dringlichkeit konkreter Vereinbarungen. 2015 soll in Paris ein universelles und verbindliches Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels beschlossen werden. Angesichts dieses Zeitdrucks war der Verlauf des Klima-Gipfels, auf dem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel durch Abwesenheit glänzte, enttäuschend (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble).


02. Mai 2014 | Lateinamerika: Vielfältige Aktionen zum Internationalen Tag der Arbeit | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Vielfältige Aktionen zum Internationalen Tag der Arbeit - Foto: Quetzal-Redaktion, sscAm 1. Mai fanden überall in Lateinamerika Demonstrationen und Protestaktionen statt. In Caracas bekundeten zwei Millionen Venezolaner ihre Unterstützung für den Kurs der Regierung von Nicolás Maduro. Evo Morales, der in La Paz zusammen mit Führern der bolivianischen Gewerkschafts-zentrale COB die Mai-Kundgebung anführte, gab die Anhebung des Mindestlohnes um 20 Prozent bekannt. In Kolumbien forderten die drei großen Gewerkschaftsverbände CUT (Confederación Unitaria de Trabajadores) CGT (Confederación General de Trabajadores) und CTC (Confederación de Trabajadores de Colombia) bessere Arbeitsbedingungen und solidarisierten sich mit dem Streik im Agrarsektor des Landes. In Brasilien forderten die Gewerkschaften die Einführung der 40-Stunden-Woche. In Havanna war der Platz der Revolution voller Menschen, die von Staatschef Raúl Castro und Ulises Guilarte Nacimiento, Generalsekretär des kubanischen Gewerkschaftsverbandes CTC (Central de Trabajadores de Cuba) begrüßt worden. Am selben Tag stellte Elizabeth Tinoco, Regionalbeauftragte der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) für Lateinamerika eine Studie vor, in der die Schaffung von 43,5 Millionen neuen Arbeitsplätzen im Lauf der nächsten zehn Jahre gefordert wird. Außerdem wird darauf verwiesen, dass über die Hälfte der Beschäftigten im informellen Sektor beschäftigt sind. Angesicht von Prognosen, die eine deutliche Abschwächung des wirtschaftlichen Wachstums (2,3 bis 2,7 Prozent) vorhersagen, wird es schwer sein, die  Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent (2013) auf diesem historisch niedrigen Niveau zu halten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


23. April 2014 | Lateinamerika: Aufruf zu gemeinsamer Ressourcenpolitik der UNASUR | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA Worldwind Blue MarbleAlí Rodríguez Araque, der venezolanische Sekretär der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen), rief im vergangenen Monat in Buenos Aires die zwölf Mitgliedsländer auf, eine Vereinbarung über den gemeinsamen Umgang mit ihren Ressourcen zu erreichen. Unter den mehr als 17 Millionen Quadratkilometern, die die UNASUR-Länder einnehmen, befinden sich 20 Prozent der weltweiten Erdölreserven sowie andere Mineralien, so zum Beispiel 65 Prozent des  Lithiums, 42 Prozent des Silbers und 38 Prozent des weltweiten Kupfers. Eine der wichtigsten Süßwassersreserven der Erde ist das Guaraní-Grundwasservorkommen. Doch trotz des Reichtums an Ressourcen lebt ein großer Teil der Bevölkerung (ca. 137 Millionen Menschen) unterhalb der Armutsgrenze. Wie kann dieser Widerspruch gelöst werden? Die Antwort von Rodríguez Araque darauf lautet, dass man die Unabhängigkeit und soziale Entwicklung Südamerikas nur fördern kann, wenn alle Länder an einem Strang ziehen. Echte Unabhängigkeit ist nur möglich, wenn das Problem der einseitigen Abhängigkeit Lateinamerikas gelöst wird – eine Aufgabe, die nur gemeinsam und mit Aufrichtigkeit bewältigt werden kann. (Bildquelle: NASA World Wind Blue Marble)


17. April 2014 | Kolumbien, Lateinamerika: Gabriel García Márquez ist gestorben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Lateinamerika

Gabriel García Márquez - Foto: Jose LaraDer kolumbianische Schriftsteller Gabriel García Márquez ist heute im Alter von 87 Jahren in Mexiko-Stadt gestorben. Noch vor wenigen Tagen konnte er aus einer Klinik entlassen werden, nachdem er dort Anfang April aufgrund einer Lungenentzündung eingeliefert worden war. „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Chronik eines angekündigten Todes“ sind die Werke, die ihn weltweit berühmt gemacht hatten. Allein sein Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“ wurde in 37 Sprachen übersetzt und 25 Millionen mal verkauft. 1982 erhielt er den Literaturnobelpreis. Er hat nicht nur den Magischen Realismus zur Blüte gebracht, sondern war auch stets sehr engagiert, wenn es um politische Fragen in Lateinamerika ging. Die Welt hat einen großen Schriftsteller verloren (Bildquelle: Jose Lara_).


20. März 2014 | Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Lateinamerika: OECD-Bericht: Chile und Mexiko sind Schlusslichter - Bild: © OECDDer am vergangenen Dienstag erschienene OECD-Bericht „Gesellschaft auf einen Blick“ weist den beiden lateinamerikanischen OECD-Mitgliedern Chile und Mexiko quasi die rote Laterne zu. Bei einer Vielzahl der erfassten sozialen Indikatoren schneiden diese beiden Ländern sehr schlecht ab. So ist Chile das Land mit der höchsten Einkommensungleichheit. Der Gini-Index in dem südamerikanischen Land liegt bei 0,5, in Mexiko, das auf dem vorletzten Platz liegt, bei 0,47. Im OECD-Durchschnitt beträgt der Index 0,39. Mit 4.800 US-Dollar haben die Mexikaner das niedrigste jährliche Durchschnittseinkommen (OECD-Durchschnitt: 20.400 USD). 38% von ihnen verdienen nicht genug, um sich ausreichend Lebensmittel zu kaufen. In Chile betrifft das gut ein Viertel der Bevölkerung. Kein OECD-Mitglied gibt so wenig Geld für Sozialausgaben aus wie Mexiko, gerade einmal 7% werden für soziale Unterstützungen aufgewendet. In Chile sind es nur 3% mehr. Mexiko ist in der OECD-Gruppe zudem eines der wenigen Länder ohne Arbeitslosenversicherung (Bildquelle: © OECD_).


09. Juli 2013 | Lateinamerika: UNASUR-Sondergipfel in Solidarität mit Morales und Asyl für Snowden | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Bolivien: Präsident Evo Morales (29.01.2009) - Foto: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues PozzebomNachdem der bolivianische Präsident Evo Morales letzten Dienstag auf seinem Heimweg von Russland unfreiwillig in Wien zwischenlanden musste, weil man den Whistleblower Edward Snowden bei ihm an Bord vermutet hatte, trafen sich fünf südamerikanische Regierungschefs zwei Tage später zu einem Sondergipfel. Die Oberhäupter der Länder Argentinien, Bolivien, Ecuador, Uruguay und Venezuela verurteilten stark, dass Frankreich, Portugal, Spanien und Italien dem Flugzeug des bolivianischen Staatschefs nicht die Überflugrechte erteilt hatten und bezeichneten den unfreiwilligen Zwischenstopp als eine Verletzung internationalen Rechts. Morales sei auf Betreiben des „Imperiums“ USA entführt worden, weshalb dieser auch beim Generalsekretariat der Vereinten Nationen gegen die vier europäischen Länder klagte. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa erklärte, dass man in Lateinamerika nicht akzeptieren würde, dass die USA oder europäische Staaten sie „wie eine Kolonie behandelten“ und forderte Aufklärung. Die übrigen UNASUR-Staaten, welche diplomatisch vertreten wurden, zeigten ebenfalls ihre Solidarität mit Morales. Zwei Tage nach dem Gipfel boten dann drei lateinamerikanische Staaten Snowden Asyl an. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro erklärte, dass der Asylsuchende “in Bolivars und Chávez‘ Vaterland kommen solle und dort frei von Nordamerikas imperialistischer Verfolgung leben könne“. Der nicaraguanische Staatschef Daniel Ortega bekräftigte, sein Land gewähre Snowden Asyl, „sofern es die Umstände zuließen“. Und nach der Missachtung von Morales‘ diplomatischer Immunität zeigte auch dieser sich bereit, Snowden in seinem Land aufzunehmen: „Gerade aus Protest möchte ich den Europäern und Nordamerikanern sagen: gerade jetzt werden wir diesem Nordamerikaner Asyl gewähren, der von seinen eigenen Landsleuten verfolgt wird. Wir haben keine Angst“. Damit hat Snowden gleich drei mögliche Ziele für seine Weiterreise. Nun bleibt für ihn nur noch die Frage, wie er unbehelligt in eines der drei Länder kommt, ohne von den USA daran gehindert zu werden (Bildquelle: Agencia Brasil, Fabio Rodrigues Pozzebom).


28. März 2013 | Lateinamerika: Vor 500 Jahren sichtete Juan Ponce de León Florida | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Juan Ponce de León - Bild: Public DomainVor 500 Jahren waren die Kenntnisse der Europäer über die westliche Hemisphäre noch sehr rudimentär. Viele ihrer damaligen Inspirationen sind uns heute fremd. Wer würde heute noch auf die Suche nach der Quelle der ewigen Jugend gehen? Aber für die damaligen Konquistadoren, die sich nicht nur mit dem Erobern und Besiedeln der ihnen bekannten Orte befassen wollten, scheint dies mitunter ein Ansporn gewesen zu sein. Und so sichtete Ponce de León als erster Europäer Florida und somit Nordamerika, wenn er auch darin eine Insel vermutete. Seinem Steuermann de Alaminos fiel eine starke Meeresströmung mit warmen Wasser auf, die wir heutzutage Golfstrom nennen. Als Ponce de Leon Anfang April 1521 dann an der Ostküste Floridas landete, um das Land für Spanien in Besitz zu nehmen, traf ihn ein vergifteter Pfeil, an dem er im Juli starb. Dies erscheint im Nachhinein als gerechte Strafe für seine Untaten auf Boriken, dem heutigen Puerto Rico. Dort beantwortete er in seiner Eigenschaft als spanischer Gouverneur Gastfreundschaft und Verehrung durch die einheimischen Taino mit Versklavung in die Goldminen und zu militärischen Bauarbeiten, was für viele von ihnen den Tod bedeutete (Bildquelle: Public Domain).


13. März 2013 | Argentinien, Vatikan: Der erste Papst aus Lateinamerika – Francisco I | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien, Noticias Lateinamerika

Argentinien: Papst Franziskus I - Foto: aibdescalzoMan hatte versprochen, dass es schnell gehen würde mit der Wahl des neuen Papstes. Noch kurz vor der Entscheidung war für ‘gewöhnlich gut Informierte’ der Italiener Angelo Scola der Topfavorit. Jetzt wissen wir es: Der neue Papst ist erstmals kein Europäer, sondern Argentinier, heißt Jorge Mario Bergoglio, ist 76 Jahre alt und Erzbischof von Buenos Aires. Der Jesuit Bergoglio, der der katholischen Kirche als Franziskus I. vorstehen wird, war dem Vernehmen nach vor acht Jahren der Hauptkonkurrent von Joseph Ratzinger, galt bei dieser Wahl aber eher als Außenseiter. Der neue Papst ist wie sein Vorgänger dem konservativen katholischen Lager zuzurechnen. Bekannt wurde er für seinen „Gotteskrieg“ gegen die Gleichstellung Homosexueller im Familienrecht. Argentiniens damaliger Präsident Néstor Kirchner kritisierte seinerzeit stark den Druck, der von der katholischen Kirche gegen das „Gesetz zur Eheschließung zwischen Personen gleichen Geschlechts“ ausgeübt wurde. Andererseits stellte sich der Kardinal immer wieder auf die Seite der Armen.  Er fand stets deutliche Worte gegen Korruption und Armut und prangerte in seinen Predigten auch die strukturelle Sklaverei an. Darüber hinaus zeigte er sich volksnah; er hat eine viel besuchte Facebook-Seite und fährt im Allgemeinen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit wird es nun aber erst einmal vorbei sein. Der neue Oberhirte der Katholiken steht vor der gewaltigen Aufgabe, die Krise seiner Kirche zu überwinden und sie endlich ins 21. Jahrhundert zu führen. Ob ihm das gelingen wird, bleibt abzuwarten (Bildquelle: Aibdescalzo_).


14. Februar 2013 | Lateinamerika: Kurie eleison | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Ecuador: Quito Kirche - Foto: Quetzal-Redaktion, amEtwas seit Jahrhunderten nicht Dagewesenes ist geschehen: Der amtierende Papst hat seinen Rücktritt erklärt. Und am besten gedeihen die Spekulationen über seine Nachfolge. Sehr beliebt ist dabei das Inspielbringen von Kardinälen als Papstaspiranten, die nicht aus Europa stammen. Auch Lateinamerikaner sind dabei. Das erscheint logisch, da ja ca. 50 Prozent aller Katholiken in beiden Amerikas wohnen. Aber: Ihr Anteil an Priestern liegt bei 30 Prozent. Und nur ungefähr 26 Prozent der Kardinäle stammen von dort. Unter diesen 30 Herren sind sicher auch Kandidaten, die das Zeug zum obersten katholischen Netzwerker haben. Auch in Lateinamerika gerät die katholische Kirche unter Druck, man denke an die offensive Missionierung durch evangelikale Kirchen in Brasilien. Andererseits wächst der katholische Anteil an der Weltbevölkerung, und Lateinamerika ist daran nicht unbeteiligt. Ob das das Kardinalskollegium, dessen Mitglieder zu fast 50 Prozent aus Europa stammen und dort ihre Erfahrungen und Prägungen erhielten, im Blick haben? Welche Rolle spielen Realitäten bei der Wahl des neuen Papstes? (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, am)


06. Februar 2013 | Gipfeltreffen in Santiago: Raúl Castro neuer Präsident der CELAC | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: CELAC - Foto: CELACRaúl Castro, Regierungschef Kubas, ist am Montag (28.) in Santiago de Chile zum Präsidenten der Comunidad de Estados Latinoamerianos y Caribeños (Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten, CELAC) ernannt worden. Castro löst den Präsidenten Chiles, Sebastián Piñera, in diesem Amt ab. Die CELAC umfasst alle Festlandsstaaten Nord- und Südamerikas, abgesehen von Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika, dazu die meisten karibischen Staaten. Raúl Castro erklärte in Santiago, es sei für sein Land und ihn eine große Ehre, den Vorsitz über die CELAC zu übernehmen. Er akzeptiere die Präsidentschaft und werde sein Amt mit der Verpflichtung ausüben, Frieden, Gerechtigkeit und Verständnis zwischen den Völkern Lateinamerikas zu unterstützen sowie jederzeit in voller Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen und internationalem Recht zu arbeiten. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen übten Kritik an Kubas Präsidentschaft. So äußerte José Miguel Vivanco, Vorsitzender der Amerika-Abteilung von Human Rights Watch, die Ernennung sei ein Fiasko und werfe die Region zurück, in Kuba seien Menschenrechte und grundlegende Freiheiten nicht garantiert. (Bildquelle: CELAC_)


15. November 2012 | Lateinamerika Die Weltbank sieht sich Lateinamerika schön | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Peru: Armut - Foto: Quetzal-Redaktion, ssc

Die lateinamerikanische Mittelschicht wächst, hat die Weltbank festgestellt. Gehörten zu Beginn des Jahrhunderts noch 44% der Lateinamerikaner zu den Armen und nur 20% zur Mittelschicht, so haben sich die beiden Gruppen inzwischen in ihrer Größe angeglichen und umfassen jeweils fast 30% der Bevölkerung. In den letzten Jahren, so heißt es, seien Jobs geschaffen worden und die Einkommen gestiegen. Doch ist das ein Aufstieg auf niedrigem Niveau. Bereits um die Jahrtausendwende musste festgestellt werden, dass ein Drittel der Angehörigen der Mittelschicht streng genommen nicht zu dieser gehörten. Für sie erfand man den Begriff „vulnerable“ Schicht. Sie verdienen zwischen vier und zehn Dollar täglich und sind damit nicht eigentlich arm, sondern „nur“ in großer Gefahr, es zu werden. Der konstatierte Aufstieg der Armen in die Mittelschicht ist daher vor allem ein solcher in diese Zwischenschicht. Und so ist wohl auch die freudige Überraschung der Weltbank über eine sehr große soziale Mobilität mit Vorsicht zu genießen. Selbst Augusto de la Torre, der lateinamerikanische Chefvolkswirtschaftler bei der Weltbank, räumt ein, dass nach wie vor die soziale Herkunft über das weitere Leben entscheide. Wer aus einer armen Familie kommt, besucht eine schlechte Schule und ist deshalb nur schlecht ausgebildet. Auch wenn es Verbesserungen gibt, die soziale Mobilität ist in Lateinamerika weiterhin nur gering. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc)


01. November 2012 | Karibik: Hurrikan „Sandy“ – nicht nur USA betroffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Hurrikan Sandy auch in der Karibik Schäden hinterlassen - Foto: NASA (Public Domain)Bereits bevor Hurrikan „Sandy“ gestern New York erreicht hatte, nahm er ob seiner enormen Zerstörungskraft und seiner ungewöhnlichen Route einen Spitzenplatz in den Nachrichten ein. Dass er zuvor eine Spur der Verwüstung durch die Karibik gezogen hatte, kam dabei kaum zur Sprache. Immerhin 69 Tote – so die letzten Meldungen – waren ihm dort zum Opfer gefallen, die meisten davon (55) im mehrfach geplagten Haiti. Angesichts der desolaten Lage des karibischen Landes, das immer noch unter den Folgen des verheerenden Erdbebens vom Januar 2010 leidet, waren es vor allem die riesigen Wassermassen und die von diesen ausgelösten Erdrutsche, die unter den Haitianern Tod und Verderben säten. Den Süden Kubas traf die ganze Wucht des Wirbelsturms, der elf Menschen das Leben kostete. Auch die Hälfte der Kaffeeernte fiel den entfesselten Naturgewalten zum Opfer. Der Gesamtschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 100 Mio. US-Dollar. Inzwischen ist auch die internationale Hilfe angelaufen. Über eine zügig eingerichtete Luftbrücke hat Venezuela bereits mehr als 600 Tonnen Hilfsgüter für beide Länder zur Verfügung gestellt. (Bildquelle: NASA_)


18. September 2012 | Mexiko: Premiere zum Ende – Ein neuer Mayafilm in Halle/Saale | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

Mexiko: Maya Codex - Foto: Quetzal-Redaktion, mkNein, diese Überschrift bezieht sich nicht auf den 23.12.2012. Diese Veranstaltung ist der Abschluss einer Veranstaltungsserie der Sociedad Iberoamericana Halle (Si!Halle e. V.), zu der auch ihre 11. Iberoamerikanischen Kulturtage mit dem Motto “Das Jahr der Mayakultur“ im Juni 2012 gehörten. In Zusammenarbeit mit dem Kino „Zazie“, dem Regisseur Harald Schluttig und mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Undine Kurth (Bündnis 90/ Die Grünen) ist als hallesche Premiere der Dokumentarfilm „Der Geist der Maya – Auf den Spuren des Codex Dresdensis“ zu sehen. Daran schließt sich ein Filmgespräch mit Harald Schluttig und dem Mayakundigen und Buchautor Mario Krygier in der Zazie-Bar im Rahmen des wöchentlichen „Spanisch-Stammtischs“ an. Im Fokus des eindrucksvollen und kurzweiligen Films steht die wichtigste bekannte Handschrift der Maya. Ihr Inhalt, soweit entschlüsselt, wird u. a. in Interviews mit Koryphäen der Mayaforschung, wie z. B. Nikolai Grube, beleuchtet. Es kommen aber auch heutige Maya zu Wort, ebenso wie lateinamerikanische und deutsche Wissenschaftler und Förderer. In farbenfrohen Ausschnitten bekommt man einen Eindruck von der Kultur und Lebensweise der Mayavölker. Dieser Beitrag zur halleschen Interkulturellen Woche von Si!Halle e. V. findet am Dienstag, 25.9.2012 ab 19 Uhr im Kino „Zazie“, Kleine Ulrichstrasse 22, 06108 Halle/Saale statt. Der Trailer des bisher nicht im Verleih befindlichen Films ist unter folgenden Link zu finden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion,mk).


14. August 2012 | Lateinamerika: Erste Auswirkungen der Eurokrise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Erste Auswirkungen der Eurokrise - Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecmDie lateinamerikanischen Länder bekommen erste Folgen der Krise in Spanien zu spüren. Am stärksten sind Auswirkungen bei den Remesas zu verzeichnen. Die Geldsendungen von in Spanien arbeitenden Lateinamerikanern in ihre Heimatländer stellen in vielen Ländern des Subkontinents einen wichtigen Teil des BIP. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation geht der Umfang der Geldsendungen zurück. So sank die Summe der Remeseas nach Ecuador allein im ersten Vierteljahr 2012 um 24%, nach Kolumbien um 14%. Zum anderen stagnieren die Exporte der Lateinamerikaner nach Spanien und erreichen nicht mehr die Zuwachsraten der letzten Jahre. Allerdings spielt Spanien für den lateinamerikanischen Export generell keine überragende Rolle, die größte Bedeutung haben noch die Importe aus Peru (5,5%) Argentinien (2,9%) und Chile (1,9%). Trotz der ersten, wenn auch noch moderaten Folgen der Eurokrise gibt es auch Experten, die hoffen, dass dies Vorteile für die Wirtschaft des Kontinents bringen könnte, da die Anlagemöglichkeiten in Lateinamerika zunehmend attraktiver seien. Die Börsen Lateinamerikas, insbesondere die größte in São Paulo, reagieren allerdings sensibel auf die Kursschwankungen in Europa, weshalb es nicht wundert, dass die Lateinamerikaner die Entwicklung des Euros sehr aufmerksam beobachten (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ecm).


02. Juli 2012 | Lateinamerika: 11. Iberoamerikanische Kulturtage in Halle/Saale | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Veranstaltung Deutschland-Halle - Foto: Quetzal-Redaktion, Si Halle Manche fabulieren über den angeblich vorhergesagten Weltuntergang, die Sociedad Iberoamericana (Si!) Halle feiert vom 02. bis zum 07.07.2012 „Das Jahr der Mayakultur“. Deshalb beginnen die Kulturtage mit einem Vortrag des Buchautors und Sachkundigen zu Mayageschichte und –astronomie Mario Krygier.Die Schirmherrschaft hat Satenik Roth, Sprecherin des Bündnisses der Migrantenorganisationen in Halle und Vorstandsmitglied des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, übernommen. Die gebürtige Armenierin engagiert sich in der Integrationsarbeit. Einen Beitrag dazu leistet Si! Halle mit dem seit 13 Jahren existenten wöchentlichen Spanischstammtisch. Dieses Jubiläum wird am Dienstag gefeiert.Für Freunde des lateinamerikanischen Films wird die legendäre kolumbianische Komödie „La estrategia del caracol“ – „Die Strategie der Schnecke“ gezeigt. Der Film „Herz des Himmels, Herz der Erde“ von Frauke Sandig und Eric Black wird mit einer Podiumsdiskussion über die Situation der heutigen Maya komplettiert. Die Teilnehmer Ska Keller (grüne Europaabgeordnete mit Schwerpunkt Menschenrechte), Dr. Peter Gärtner (Lateinamerikawissenschafler, Quetzal Leipzig), Gerardo Lerma Hernandez – (in Mexiko u. a. Mitglied der Gesellschaft für bedrohte Volker, hat Wurzeln und Familie in Chiapas) und Mario Krygier ( s. o., Si! Halle) .Die Diskussion führt Oliver Paulsen (Heinrich- Böll- Stiftung Sachsen- Anhalt, Bündnis 90/ Die Grünen). Die Foto- und Kunstausstellung „Saquil Chuqa Sutz’ – Luz y Niebla- Nebel und Licht“ ist mayainspiriert, in ihr werden Fotos von Mario Krygier und Gemälde der hallischen Künstlerinnen Mercedes Hervás, Judith Baidal und Sissi Gutiez gezeigt.Die Abschlussveranstaltung beginnt mit einem Mercadillo mit Kunsthandwerk und Köstlichkeiten aus aller Welt. Die Münchener Band „Baafuß“ leitet mit lateinamerikanischen Rhythmen über zu einer „Fiesta Final“ mit brasilianischen Klängen von „Daniel Arruda & Band“ und Salsarhytmen. Mehr Infos gibt es unter: www.si-halle.org. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Si! Halle)


13. April 2012 | Lateinamerika, USA: Cartagena ruft zum Amerika-Gipfel | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika USA: Cartagena ruft zum Amerika-Gipfel - Bild: Organization of American States (OAS)Raúl Castro darf nicht, Rafael Correa will nicht und Hugo Chávez wird teilnehmen. Der VI. Amerika-Gipfel, der am 14. und 15. April im kolumbianischen Cartagena de Indias stattfinden wird, hat seine interessantesten Momente vermutlich vor seinem Beginn. Bereits der letzte Gipfel 2009 in Trinidad und Tobago war faktisch ohne Ergebnis – eine gemeinsame Erklärung – zu Ende gegangen, und es spricht nicht viel dafür, dass das dieses Mal viel anders sein wird. In Cartagena will man über den Umgang mit dem Drogenhandel diskutieren. Selbst eine Legalisierung von Drogen soll – zumindest in der Diskussion – kein Tabu sein, wäre eine solche doch ein Schritt, der Drogengewalt auf dem Kontinent den Boden zu entziehen. Ein Sprecher des US-Präsidenten hat bereits klar gemacht, dass man ohne Weiteres über dieses Thema reden könne, Unterstützung gäbe es aus den USA aber nicht. Die USA haben ganz andere Probleme, die sie beim Gipfel auf die Tagesordnung setzen wollen. Der wichtigste Handelspartner von Peru, Brasilien und Chile heißt China, und auch in Argentinien und Kolumbien läuft das asiatische Land in puncto wirtschaftliche Zusammenarbeit den USA immer mehr den Rang ab. Barack Obama fährt deshalb vor allem nach Kolumbien, um die Kooperation der amerikanischen Staaten zu verbessern. Sehr geschickt stellt er sich bei der Kontaktsuche allerdings nicht an: So erklärte er kategorisch, dass er sich nicht mit Raúl Castro an einen Tisch setzen wird. Weshalb der kubanische Präsident wieder einmal nicht eingeladen wurde. Correa hat sein Kommen wegen dieses Boykotts abgesagt. Und Chávez kommt aus gesundheitlichen Gründen sowieso nur kurz in Cartagena vorbei. Es bleibt zu wünschen, dass dies nicht die aufregendsten Meldungen vom Gipfel sein werden (Bildquelle: Organization of American States, OAS).


11. April 2012 | Lateinamerika: Konturen, Auswirkungen und Alternativen zum Extraktivismus | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Ecuador: Erdölressourcen im Amazonas - Yasuni ITT - Grafik: El UniversoLateinamerika erlebt in den letzten Jahren einen Exportboom natürlicher Ressourcen und damit einhergehend einen ökonomischen Aufschwung. Der Extraktivismus ermöglicht die Finanzierung von Sozialprogrammen, führt jedoch auch zu großen Belastungen für die Natur und die ansässige Bevölkerung. Der Ökonom Alberto Acosta, ehemaliger Präsident der verfassunggebenden Versammlung und Staatssekretär in Ecuador, ist ein Kritiker des gängigen Wachstumsmodells und formuliert alternative Entwicklungsparadigmen. Das Promotionskolleg “Global Social Policies and Governance” lädt am 21. und 22. Mai an der Universität Kassel zu einem Workshop mit Alberto Acosta ein, in dem der Experte zunächst den Begriff des Extraktivismus entwickeln wird. Fragen nach einer möglichen Veränderung staatlicher Strukturen, gestiegener Handlungsoptionen aufgrund der hohen Einnahmen sowie gesellschaftliche Reaktionsmuster sollen analysiert werden. In einem zweiten Teil werden dann mögliche Alternativen zum Modell des Extraktivismus aufgezeigt. Die Veranstaltung findet in spanischer Sprache statt.Das Promotionskolleg “Global Social Policies and Governance” schreibt für den Workshop fünf Teilnahmestipendien über 50 Euro Aufwandsentschädigung für auswärtige TeilnehmerInnen aus. Bewerbungen sind bis 15.04.2012 mit einem einseitigen CV und Motivationsschreiben einzureichen. Aktuelle Informationen und das genaue Programm werden unter http://www.social-globalization.uni-kassel.de/?pr_id=1 bekannt gegeben. Kontakt: Zeljko Crncic Tel.: (0561) 804-7653 Email: crncic@uni-kassel.de (Bildquelle: El Universo).


22. März 2012 | Lateinamerika: Wasser – Menschenrecht und knappes Gut | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Wasserhahn - Foto: Quetzal-Redaktion, gtWenn heute der Weltwassertag begangen wird, dann kommt Lateinamerika in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Platz zu. So verfügt der Kontinent über etwa ein Drittel der weltweiten Süßwasserressourcen. Bei einem Anteil an der Weltbevölkerung von acht Prozent steht die Region in Hinblick auf dieses lebensnotwendige Gut deutlich besser da als Asien, wo 60 Prozent der Weltbevölkerung nur über 28 Prozent desselben verfügen können. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich darin, dass ca. 15 Prozent aller Lateinamerikaner keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Die herausragende Bedeutung Lateinamerikas besteht zweitens darin, dass von dort aus eine erfolgreiche Gegenoffensive gegen die Privatisierung und Vermarktung des Wassers gestartet wurde. Den Anfang machte Bolivien im April 2000 mit dem “Wasserkrieg” von Cochabamba, und es war auch Bolivien, welches im Juli 2010 in der UNO die Mehrheit der Mitgliedsstaaten davon überzeugen konnte, den freien Zugang zu Wasser zum Menschenrecht zu erklären. Dies ist auch deshalb eine eminent wichtige Weichenstellung, weil für die Zukunft zunehmend Wasserkonflikte prognostiziert werden. 2025 werden voraussichtlich 64 Länder unter Wasserknappheit zu leiden haben, darunter 14 lateinamerikanische Länder (zum Vergleich: in Afrika sind 31 und in Asien 19 Länder betroffen). Zum Gesamtbild gehört ebenfalls, dass das meiste Wasser in den westlichen Industriestaaten verbraucht wird. So liegt der tägliche Trinkwasserverbrauch je Einwohner in den USA bei 295 und in Deutschland immerhin noch bei 123 Litern, während auf Haiti nur 19 Liter entfallen. Wenn man sich zudem vor Augen hält, dass der globale Wassermarkt nach Rohöl und Elektrizität den drittgrößten Wirtschaftsektor darstellt, dann sind angesichts von Klimawandel, Nahrungsmittelkrise und beschleunigter Urbanisierung weitere Konflikte zwischen Markt und Menschenrecht zu befürchten. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


08. März 2012 | Lateinamerika: Macht und Ohnmacht der Frauen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Macht und Ohnmacht der Frauen, Dilma Rousseff - Foto: Agencia BrasilIn Lateinamerika gibt es zur Zeit drei Präsidentinnen, die immerhin 40% der Bevölkerung des Subkontinents regieren. In Mexiko kann sich Josefina Vázquez Mota vom konservativen Partido Acción Nacional (PAN) durchaus Chancen ausrechnen, im Juli die erste Präsidentin des Landes zu werden. Die lateinamerikanischen Frauen haben es weit gebracht. Immerhin stellten sie bereits 1990 mit der Nicaraguanerin Violeta Chamorro die erste gewählte Präsidentin der Welt. In elf lateinamerikanischen Ländern gibt es heute eine Frauenquote. In zahlreichen zivilgesellschaftlichen Prozessen sind oft vor allem Frauen engagiert. 53% der Studierenden sind weiblich. Auf der anderen Seite gehen in Lateinamerika vor allem Mädchen vorzeitig von der Schule ab. Die Gewalt gegen Frauen ist erschreckend, 2009 wurden allein in Mexiko mehr als 1.800 Frauen ermordet. Die Zahl der Teenagerschwangerschaften ist in Ländern wie Honduras, Nicaragua und Panama (den Spitzenreitern in der Region) fast zehnmal so hoch wie in Portugal oder Spanien. Und die Mädchen sind zumeist gezwungen, die Kinder auszutragen; lediglich in Kuba und in der mexikanischen Hauptstadt gibt es Fristenlösungen, die einen legalen Schwangerschaftsabbruch erlauben. Jedes Jahr gibt es 4 Millionen illegale Abtreibungen, bei denen 4.000 Frauen sterben.  Lateinamerika befindet sich in der paradoxen Situation, dass Frauen zwar höchste Staatsämter innehaben, aber diese „Frauenpower“ nach wie vor nur geringe Effekte auf die soziale Lage der Frauen hat. Eine nachgerade eiserne Allianz von christlichen Kirchen und konservativen Eliten sowie ein immer noch weit verbreitetes rückständiges Frauenbild erschweren alle Schritte in Richtung wirkliche Gleichstellung der Frauen (Bildquelle: Agencia Brasil).


12. Dezember 2011 | Lateinamerika: Menschenrechte – Gedenktag und Realität | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Slum in Lateinamerika (Quetzal-Redaktion.pg)Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Seitdem wird dieses Ereignisses weltweit gedacht. Gegenwärtig zeichnen sich in Lateinamerika neben vielen ungelösten Problemen neue Entwicklungen ab, die auf zunehmende Spannungen bei der Verwirklichung der Menschenrechte verweisen. Einerseits konnten bei ihrer verfassungsmäßigen Verankerung wichtige Fortschritte erzielt werden. Zu den positiven Trends zählen auch die Erfolge bei der Reduzierung der Armut. Laut CEPAL-Sozialreport vom 29. November 2011 hat der Anteil der Armen an der Gesamtbevölkerung mit 30,4 Prozent den niedrigsten Stand der letzten 20 Jahre erreicht. Andererseits bleibt Lateinamerika, angeführt von Brasilien und Chile, die Region mit der ungerechtesten Einkommensverteilung weltweit. Vor dem Hintergrund sprunghaft ansteigender Nahrungsmittelpreise verschlechtert sich zudem die Ernährungslage breiter Teile der Bevölkerung zusehends. Bereits jetzt leidet jeder zehnte Lateinamerikaner an Hunger. Als James Anaya, UN-Sonderberichterstatter für indigene Rechte, vom 27. November bis 7. Dezember erstmals Argentinien besuchte, kritisierte er dort – wie zuvor schon in anderen Ländern – die Verletzung der Menschenrechte im Zuge der ungezügelten Ausbeutung der natürlichen Ressourcen durch transnationale Bergbaukonzerne. Wie analoge Beispiele in Peru und Guatemala zeigen, führt dies nicht nur zur Zerstörung der Umwelt, sondern gefährdet auch direkt die Existenz- und Lebensgrundlagen der dortigen Bevölkerung. Die universelle Durchsetzung der Menschenrechte – so die Forderung von Betroffenen wie Experten – muss deshalb endlich mit der Kontrolle und Zurückdrängung der Macht der großen Wirtschafts- und Finanzakteure einhergehen.(Bildquelle: Quetzal-Redaktion.pg)


04. November 2011 | Lateinamerika feiert den Tag der Toten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Altar Día de los Muertos. Bildquelle: Quetzalredaktion, glAm 1. und 2. November feiern viele lateinamerikanische Länder „El dia de los muertos“. Ein Tag, an dem die Menschen ihre Verstorbenen ehren. Traditionell besuchen die Lateinamerikaner die Friedhöfe und bringen Blumen und Geschenke für die Toten mit oder die Familien bereiten zu Hause Altäre mit einem Bankett für die zurückkehrenden Seelen vor. Wichtig ist, dass die Verstorbenen, wenn sie für einen Tag wieder unter den Lebenden weilen, alles finden, was sie brauchen. In einigen Ländern, vor allem in Mexiko und Zentralamerika, ist „El dia de los muertos“ ein Nationalfeiertag. Der Totenkult ist eine Tradition, die auf die Zeit der Azteken und Maya zurückgeht und die seit Hunderten von Jahren mit dem katholischen Glauben verschmolzen ist. Der Synkretismus zwischen einheimischem, europäischem und afrikanischem Glauben ist ein normales Phänomen in ganz Lateinamerika, wo das Feiern einer präkolumbischen Tradition mit einer Messe in der Kirche für viele Menschen keinen Glaubenskonflikt darstellt. Die katholische Kurie hat schon immer solche populären Kulte toleriert und mehr noch die Rituale christianisiert, um alle religiösen Bekundungen unter ihrem Dach zu vereinen. Gerippe, Totenköpfe, Teufel und andere unheimliche Symbole teilen sich den Platz in den Straßen, Häusern und Friedhöfen mit Kruzifixen und heiligen Figuren, an einem Tag, wo das Heidnische gefeiert wird (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gl).


24. Oktober 2011 | Lateinamerika, UNASUR: Kommt die Bank des Südens noch 2011? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Die Mitgliedersländer der Banco del Sur - Karte: Public DomainZwei Tage vor dem Treffen der Wirtschafts- und Finanzminister des UNASUR in Buenos Aires rückt die Einrichtung der Bank des Südens (Banco del Sur) wieder verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit. Die erzielten Fortschritte bei der Gründung der Bank sind einer der vier zentralen Tagesordnungspunkte des Gipfels. Wie die Generalsekretärin der UNASUR, die Kolumbianerin María Emma Mejía, bekannt gab, befindet sich der Prozess derzeit in der Phase der Zustimmung durch die nationalen Kongresse der Mitgliedsländer. Beispielsweise hat erst unlängst das argentinische Parlament der Gründung der Bank des Südens (Ley N° 26.701) zugestimmt. Außerdem arbeiten derzeit verschiedene Arbeitsgruppen an grundsätzlichen Fragen der Ausgestaltung der Entwicklungsbank. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entdollarisierung der Region und der Wirtschaftsaustausch über Lokalwährungen zur Stärkung des intraregionalen Handels, wie es bereits Brasilien und Argentinien anwenden. Ziel der Bank des Südens ist die Finanzierung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung der Mitgliedsländer des UNASUR unter Beachtung der Asymmetrien zwischen den Volkswirtschaften und unter Gewährleistung einer weitgehend gleichgewichteten Verteilung der Investitionen zwischen den Mitgliedsstaaten. Hauptsitz der Bank wird in Caracas sein, Nebenstellen in Buenos Aires und La Paz (Karte: Public Domain).


17. Oktober 2011 | Lateinamerika: Aktiver Teil der globalen Protestbewegung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Protestbewegung Lateinamerika (Foto: Patricio Valenzuela)

Am vergangenen Sonnabend haben weltweit mehrere Millionen Menschen gegen die Finanzgewalt der Banken protestiert. Die Medien berichten von Demonstrationen in 82 Ländern. Nach Zahl und Intensität bildete Spanien mit mehr als einer Million „Empörter“ das Zentrum der globalen Proteste. Die Tageszeitung „El Pais“ spricht in diesem Zusammenhang bereits von der „Bewegung des 15. Oktober“. In Deutschland nahmen etwa 40.000 Menschen an dem weltweiten Aktionstag teil. Auch in Lateinamerika sind zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen. Im Internet wird von Aktionen in Argentinien, Chile, Brasilien und Mexiko berichtet, die bislang aber nicht die Dimension der Vorbilder in den USA („Occupy Wallstreet!“) und Westeuropa erreicht haben. Zieht man den Blickwinkel aber etwas weiter, dann zeigt sich die Globalität des 15. Oktober nicht allein in der Gleichzeitigkeit der Proteste. Hervorzuheben ist vielmehr die Verzahnung mit bereits agierenden Bewegungen vor Ort und das globale Voneinander-Lernen der zumeist jungen Akteure. So verbinden sich die Studenten- und Schülerbewegung in Chile, die bereits seit längerem für ein neues Bildungssystem kämpft, mit Forderungen nach der Umgestaltung des Finanz- und des politischen Systems. Allein an der selbstorganisierten Volksbefragung letzte Woche haben 1,5 Millionen Chilenen teilgenommen und mit mehr als 90 Prozent für die Hauptforderungen der Schüler und Studenten gestimmt. Es ist auch kein Geheimnis, dass bei „Occupy Wallstreet!“ kreative Aktionsformen zur Anwendung kommen, die ihren Ursprung in den neuen sozialen Bewegungen Lateinamerikas haben, wobei besonders auf die Rebellion der Argentinier von 2001/ 2002 gegen die damalige Finanzkrise zu verweisen ist. Zu den wichtigsten Ähnlichkeiten zählt die Erfahrung, dass sich das Zusammengehen von empörten Mittelschichten und rebellierenden „Unterschichten“ zu jener Kraft entwickeln kann, die nötig ist, um das bestehende System zu ändern. Die Zukunft wird zeigen, ob die „Bewegung des 15. Oktober“ dieses Potential besitzt und auch umsetzen kann. (Bildquelle: Patricio Valenzuela)


09. August 2011 | Der Internationaler Tag der indigenen Völker ist kein Feiertag | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Der Internationaler Tag der indigenen Völker ist kein Feiertag - Foto: Quetzal-Redaktion, wdIn Bolivien denken Indigene über eine internationale Klage gegen den Bau einer Straße durch ein Naturreservat nach; das indigene Bündnis CONAIE in Ecuador lehnt die Ernennung ihres früheren stellvertretenden Vorsitzenden zum neuen Botschafter in Bolivien als „folkloristischen und manichäischen Akt“ ab; ca. 5.000 kolumbianische Indígenas aus der Region Cauca fordern mit der Losung ‘Wir wollen keine Milizen bei uns’ einen Abzug der Paramilitärs. Das sind nur einige Meldungen aus Lateinamerika am heutigen Internationalen Tag der indigenen Völker. Der von der UNO-Menschenrechtskonferenz 1993 ausgerufene Tag, der die oft prekäre Lage der Urbevölkerung ins öffentliche Bewusstsein rufen soll, schien selbst keine Nachricht wert gewesen zu sein. Amnesty International bezeichnete vor wenigen Tagen die fortlaufende Verletzung der Menschenrechte der laut CEPAL 40 bis 50 Millionen Ureinwohner Lateinamerikas als alarmierend, es bestehe ein großer Widerspruch zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und den Rechten der Indigenen. Großprojekte in den Siedlungsgebieten indigener Gruppen – Staudämme, Straßen, Erdölförderung – werden oft ohne Zustimmung der Betroffenen umgesetzt, nicht selten ohne diese auch nur zu konsultieren. Widerstand werde häufig kriminalisiert, indigene Führer inhaftiert. Der Spagat zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Erhaltung der Lebensgrundlagen indigener Völker ist offensichtlich nirgends leicht zu meistern. Selbst in Ecuador und Bolivien, wo die ursprünglichen Völker weitgehende verfassungsmäßige Rechte haben, kollidieren die hehren Ansprüche immer wieder mit der Realität (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, wd).


Seite 1 von 3123

top