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Noticias Lateinamerika

15. Juli 2016 | Lateinamerika/Europa: Quetzal macht Urlaub | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_Limosine_foto_quetzal_redaktion_gtLiebe Leserinnen und Leser, QUETZAL macht vom 16.07.-30.07.2016 Urlaub. In der Zeit erscheinen keine noticias und Artikel. Wir starten nach der kurzen Auszeit gleich mit einem Dossier zu Brasilien und den Olympischen Spielen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt)


07. Juli 2016 | Argentinien: Horacio Salgán wurde 100 Jahre alt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Horacio Salgán_Foto_Quetzalredaktion_Mauro CenizaIn einer Welt, in der man sich daran gewöhnt hat, bestenfalls der Todestage von Berühmtheiten zu gedenken, ist es eher ungewöhnlich, den 100. Geburtstag eines so ungewöhnlichen Menschen wie Horacio Salgán zu feiern. Salgán – Pianist, Komponist, Arrangeur und Dirigent – wurde am 16. Juni 1916 in Buenos Aires geboren. Aufgrund der prekären finanziellen Lage seiner Familie begleitete er bereits als 14-Jähriger als Pianist die Vorführungen von Stummfilmen im Kino seines Stadtviertels. Der Musiker gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der Avantgarde des Tangos. Er folgte von Anfang an seinen eigenen Vorstellungen vom Tango und schrieb eigene Arrangements, die er zudem ausschließlich selbst spielte. Er wollte den anderen seine eigenen Probleme nicht überlassen, war seine Begründung dafür. Kein Wunder, dass er in den 1940er Jahren mehrere Jobs verlor, denn sowohl seine Tango-Arrangements als auch die eigenen Stücke, die von Ravel, Debussy, Bartók sowie vom Jazz und traditioneller argentinischer und brasilianischer Musik beeinflusst waren, klangen für seine Zeitgenossen komisch. Horacio Salgán, der stets seiner Inspiration freien Lauf ließ, war seiner Zeit voraus. Erst 2010, bereits 84-jährig, ging der Musiker in den Ruhestand. Ende Juli wird Salgán von Daniel Barenboim und seinem West-Eastern Divan Orchestra im Teatro Colón von Buenos Aires geehrt. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Mauro Ceniza)


06. Juli 2016 | Mexiko: UNO fordert Untersuchung zu Nochixtlán | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko-DF_Foto: Quetzalredaktion, Soledad BiasattiDie Mission der Vereinten Nationen in Mexiko fordert eine vollständige Aufklärung der Auseinandersetzungen am 19. Juni in Nochixtlán (Oaxaca), die zwischen acht und elf Todesopfer gefordert hatten. Gut zwei Wochen nach den Ereignissen ist immer noch nicht geklärt, was eigentlich passiert war, selbst die Zahl der Todesopfer variiert – Regierung, Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) und UNO geben unterschiedliche Zahlen an. Am 19. Juni hatte die Lehrergewerkschaft CNTE aus Protest gegen die Bildungsreform der Regierung von Peña Nieto die Straße zwischen Oaxaca und Mexiko-Stadt blockiert, als plötzlich eine Schießerei begann. Der Nationale Sicherheitsbeauftragte wies jegliche Verantwortung zurück, denn die anwesenden Polizisten seien demnach zunächst unbewaffnet gewesen, hätten den Schusswechsel also nicht provozieren können. Die Aussage des Nationalen Sicherheitsbeauftragten, die Polizisten seien unschuldig, da sie anfangs gar nicht bewaffnet gewesen wären, wird von Videoaufnahmen und  Fotografien widerlegt. Der Staatsanwalt von Oaxaca teilte inzwischen mit, dass die Untersuchungen noch weitere zwei Wochen andauern würden. Derzeit würden zwei Hypothesen geprüft: Der ersten Hypothese zufolge eröffneten Unbekannte das Feuer auf die Polizisten, nach der zweiten hätten die Polizisten selbst zuerst geschossen. Augenzeugen hatten berichtet, mehrere Hunderte Bundespolizisten hätten die Demonstranten mit Tränengas und Gummigeschossen attackiert und versucht, diese zurückzudrängen. Im Ort läuteten die Kirchenglocken, um die Menschen vor der Gefahr zu warnen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


26. Juni 2016 | Lateinamerika: Lateinamerikanische Städte wachsen am schnellsten | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Grad der Verstädterung im internationalen Vergleich - Grafik: Rotterdamus123483 Prozent der Südamerikaner leben in Städten. Damit ist Südamerika die Region in der Welt mit dem höchsten Urbanisierungsgrad. In Lateinamerika und der Karibik insgesamt lebt nur noch gut ein Fünftel im ländlichen Raum, wobei dieser Anteil in den karibischen und mittelamerikanischen Ländern teils deutlich höher liegt. Der Urbanisierungsgrad Lateinamerikas hat sich seit 1990 um zehn Prozent erhöht, was den Subkontinent zu den großen Urbanisierungsregionen macht. Diese rasante Entwicklung bringt allerdings auch zahlreiche Probleme mit sich, wie UNO-Habitat feststellte. Ein Fünftel der Städter in Lateinamerika lebt in marginalisierten Vierteln, die Spanne reicht hier allerdings von einem Zehntel (Mexiko) bis zu einem Drittel (Peru). In den Elendsvierteln ist häufig die Basisversorgung nicht gesichert, es fehlt an sauberem Wasser und angemessenen hygienischen Bedingungen. Auch wenn die UNO Lateinamerika bescheinigt, eine der Regionen in der Welt zu sein, deren Umwelt am wenigsten belastet ist, so trifft diese Einschätzung auf die Großstädte nicht zu, schon gar nicht auf die Megacities Mexiko-Stadt, Buenos Aires, São Paulo und Rio de Janeiro. Der öffentliche Verkehr gehört daher in den Ländern des Subkontinents zu den dringlichsten Aufgaben, um in den weiter wachsenden Städten ein System der öffentlichen Verkehrsmittel zu entwickeln, das für alle zugänglich und bezahlbar ist sowie eine größere Sicherheit und Sauberkeit in den Städten gewährleistet. (Bildquelle: Rotterdamus1234)


21. Juni 2016 | Mexiko: Sechs Tote bei Protesten gegen Bildungsreform | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoIm südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca wurden am vergangenen Sonntag mindestens sechs Menschen während verschiedener Demonstrationen gegen die Bildungsreform getötet. Die mexikanische Polizei spricht von Molotov-Cocktails und Raketen aus den Reihen der Protestierenden, während diese die Polizei beschuldigen, ziellos in die Menge geschossen zu haben. Die Auseinandersetzung war ein tragischer Höhepunkt in dem bereits seit Jahren währenden Streit zwischen Lehrergewerkschaften und reformbemühten Politikern. Die Regierung von Präsident Henrique Peña Nieto möchte das Bildungswesen reformieren und modernisieren. Die Gewerkschaft der Lehrer sieht in den Inhalten der Reform jedoch vor allem eine Umkrempelung des Arbeitsmarktes. So soll beispielsweise die Vererbbarkeit von Lehrerstellen abgeschafft und ein Evaluationssystem zur Prüfung der Ausbildung der Lehrkräfte eingeführt werden.


16. Juni 2016 | Argentinien: 30. Todestag von Jorge Luis Borges | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Borges_Foto_Quetzalredaktion_cenizaVor 30 Jahren, am 14. Juni 1986, starb der Schriftsteller Jorge (Francisco Isidoro) Luis Borges (Acevedo) in der Schweiz. Geboren 1899 in Buenos Aires, stammte er aus einer wohlhabenden Familie und wusste meisterhaft, diese Gelegenheit zu nutzen. Inspiriert von außergewöhnlichen Figuren wie Macedonio Fernández und Leopoldo Lugones begann er sein aktives Leben als Schriftsteller in den 1920er Jahren. Als wären sein Leben und Werk Teil einer seiner Fiktionen, beeinflusste Borges nicht nur die kommenden Generationen, sondern auch die vorhergehenden Generationen von Schriftstellern und Denkern. Der Autor, der sagte, alle Menschen seien verurteilt, zeitgenössisch zu sein, schrieb universelle und zeitlose Literatur. 30 Jahre lang hoffte er erfolglos auf die Auszeichnung mit dem Nobelpreis. Dazu kam es allerdings nie, angeblich aufgrund seiner konservativen politischen Haltung. Ebenso wie es heißt, Carlos Gardel singe jeden Tag immer besser, kann man auch sagen, dass unmöglich 30 Jahre ohne Jorge Luis Borges vergangen seien. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ceniza)


10. Juni 2016 | Peru: Knapper Sieg vom marktliberalen Kuczynski bei den Präsidentschaftswahlen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Pedro Pablo Kuczynski - Foto: JhopramoDie Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag gewann Pedro Pablo Kuczynski (77) mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen seine Konkurrentin Keiko Fujimori (41). Das Mitte-Rechts-Bündnis „Peruaner für den Wandel“ des Wirtschaftsexperten Kuczynski vereint bisher (Stand vom 9. Juni um 19:58 Uhr peruanischer Zeit) 50,122% der Stimmen auf sich, während Fujimoris Koalition „Volkskraft“ auf 49,878% der Stimmen kommt. Mit diesem vorläufigen Vorsprung von nur knapp 42.000 Stimmen kann Fujimori rechnerisch nicht mehr gewinnen, weshalb die nationale Wahlbehörde Kuczynski nach dem Auszählen von 99,8% der Stimmen bereits als offiziellen Wahlsieger bezeichnete. In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen schied die Kandidatin Verónika Mendoza vom Linksbündnis „Breite Front“ aus, so dass mit Kuczynski und Fujimori nur noch zwei rechtskonservative KandidatInnen übrig geblieben waren, welche sich beide in ihrer Wahlkampagne auf den Kampf gegen Kriminalität und Korruption fokussiert hatten und eine neoliberale und extraktivistische Wirtschaftspolitik vorantreiben wollen. Am Ende spalteten nicht so sehr die politischen Inhalte der beiden KandidatInnen das Land; vielmehr unterstützten diverse Gruppierungen Kuczynski und machten gegen die in der ersten Wahlrunde weit vorne liegende Fujimori mobil, da sie die Tochter des ehemaligen peruanischen Diktators Alberto Fujimori ist. Dieser hatte Peru von 1990 bis 2000 regiert und sitzt nun wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe ab. Viele PeruanerInnen befürchteten, dass seine Tochter nach einem Wahlsieg einen ähnlich autoritären Regierungsstil übernehmen könnte. Trotz dieser Niederlage kann Fujimori immerhin auf einen Sieg bei den vergangenen Parlamentswahlen vom 10. April blicken, bei denen ihr Bündnis die absolute Mehrheit im Kongress holte und damit in den kommenden Jahren die Politik in Peru substantiell mitbestimmen wird (Bildquelle: Jhopramo).


06. Juni 2016 | Brasilien: Raduan Nassar erhält den “Prêmio Camões” | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien_Premio-Camoes-an-Raduan-Nassar-Foto_ Antonio CruzAgencia BrasilDer jährlich ausgelobte Preis für portugiesisch-sprachige Literatur wird in diesem Jahr an den Brasilianer Raduan Nassar verliehen. Die Jury des Preises wird von Schriftstellern und Literaturschaffenden aus Portual, Brasilien, Macau und Mosambik gestellt. Der Preis ist auf 100.000 Euro dotiert und wurde 1988 von der portugiesischen und brasilianischen Regierung gemeinsam ins Leben gerufen. Preisträger waren bisher unter anderem Jorge Amado (1994), José Saramago (1995), António Cândido de Mello e Sousa (1998) und Mia Couto (2013). Nassar hatte sich seit dem Höhepunkt seines Schaffens zu Beginn der 1980er Jahre aus dem Literaturbetrieb zurückgezogen und nur noch 1994 eine Sammlung von Kurzgeschichten veröffentlicht. Aufsehen erregte in diesem Kontext, dass er sich am 31. März diesen Jahres gemeinsam mit weiteren Künstlern und Intellektuellen solidarisch mit Dilma Rousseff im Regierungspalast in Brasilia zeigte, als der damaligen Präsidentin das Amtsenthebungsverfahren drohte. Die Preisvergabe kann somit auch als politisches Zeichen betrachtet werden.  Seine beiden Romane und die Kurzgeschichtensammlung sind auf Deutsch unter folgenden Titeln erschienen: “Das Brot des Patriarchen”, “Ein Glas Wut” und “Mädchen auf dem Weg”. (Bildquelle: Antonio Cruz, Agencia Brasil)


02. Juni 2016 | Lateinamerika: Literaturfest für Kinder und Jugendliche in Bogotá | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Eine lesendes KindVom 31. Mai bis zum 1. Juni findet in Bogotá das Iberoamerikanische Festival der Kinder- und Jugendliteratur statt. Nach drei Veranstaltungen in Spanien (Madrid 2014 und 2015 sowie Palma de Mallorca 2015) findet das Festival erstmals in Lateinamerika statt. Es ist das einzige iberoamerikanische Literaturfest, das sich ausschließlich den jungen Lesern widmet. An den beiden Tagen werden sich in der kolumbianischen Hauptstadt Schriftsteller, Illustratoren, Bibliothekare, Lehrer sowie Vertreter der Zivilgesellschaft treffen, um darüber zu debattieren, was und wie Kinder und Jugendliche lesen. Dabei will das Festival kein Literarturkongress sein, sondern offen für alle Interessierten. Am ersten Festivaltag gab es u.a. eine Lesung mit der kolumbianischen Kinderbuchautorin Yolanda Reyes und ein Rockkonzert für Kinder mit der Gruppe Rockcito. Organisiert wird die Veranstaltung von den Stiftungen Santillana und Cátedra virtual Miguel de Cervantes, deren Vertreter betonten, dass Kolumbien aufgrund seines literarischen Rufes als Austragungsort ausgewählt wurde. So gesehen ist es nicht überraschend, dass es sich Präsident Juan Manuel Santos nicht nehmen ließ, bei der Eröffnung persönlich ein Grußwort an das Festival zu richten (Bildquelle: Public Domain).


27. Mai 2016 | Mexiko: CEPAL-Tagung geht zu Ende | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika, Noticias Mexiko

 Logo der CEPAL - Foto: cepal.orgAm 24. Mai 2016 wurde in Mexiko-Stadt die XXVI. Sitzungsperiode der UN-Wirtschafts­kommission für Lateinamerika und die Karibik (Comisión Económica para América Latina y el Caribe – CEPAL) vom Präsidenten des Gastgeberlandes, Enrique Peña Nieto, feierlich eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die am 27. Mai zu Ende ging, stand ein Grundsatzdokument mit dem Titel „Horizontes 2030: La igualdad en el centro del desarrollo sostenible“ (dt.: Horizonte 2013: Die Gleichheit im Zentrum der nachhaltigen Entwicklung“. Darin kommt die Organisation, der 45 Mitgliedsstaaten und 13 assozierte Vertreter angehören, zu dem Schluss, dass die gegenwärtige Entwicklung der Region nicht nachhaltig ist. Dafür seien drei Ungleichgewichte verantwortlich: die Rezession der Weltwirtschaft, die Zunahme der Ungleichheit und die Umweltzerstörung. Alicia Bárcena, Exekutivsekretärin der CEPAL, sieht die Region vor der „größten entwicklungspolitischen Chance aller Zeiten“. Die Verbindung von ökologischer Nachhaltigkeit und Bekämpfung der Ungleichheit müsse das Fundament des neuen Entwicklungsansatzes sein. Obwohl die Armut in Lateinamerika seit 2000 zurückgedrängt werden konnte, war dies bei der sozialen Ungleichheit nicht der Fall. Nach wie vor sind die regionalen Werte die höchsten der Welt. Während linksregierte Länder wie Uruguay, Venezuela, El Salvador und Bolivien in diesem Punkt sichtbare Fortschritte erreichen konnten, hat sich die Situation in Chile, Kolumbien, Mexiko und Brasilien nicht verbessert. Costa Rica, die einstige „Schweiz  Zentralamerikas“ und als ökologisches Musterland gehandelt, weist seit 2002 sogar einen steigenden Gini-Koeffizienten auf. An der Tagung nahmen 10 Außenminister, 20 Minister und Vizeminister anderer Resorts sowie weitere Vertreter internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft teil.


23. Mai 2016 | Peru: Notstand in Madre de Dios aufgrund der Quecksilberverschmutzung erklärt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Notstand in Madre de Dios aufgrund der Quecksilberverschmutzung erklärt - Foto: Quetzal-Redaktion, sscDie peruanische Regierung hat im Department Madre de Dios aufgrund der gravierenden Quecksilberverschmutzung den Notstand ausgerufen. Ein Bericht bestätigte, dass die Quecksilberbelastung die zulässigen Grenzwerte für die Umwelt und für die Bevölkerung überschritten hat. Die Verschmutzung mit diesem Schwermetall ist vor allem auf dessen Anwendung bei der (illegalen) handwerklichen Goldgewinnung zurückzuführen. Die Regierung fordert, unmittelbare Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Aber es gibt weiterhin kein ausdrückliches Verbot eines Quecksilberimports in dieses Gebiet. Peru ist seit Jahr 2013 Mitglied des Minamata-Übereinkommens und hat den auch als Quecksilber-Konvention genannten Vertrag am 21. Januar 2016 ratifiziert. Dieses Übereinkommen zielt darauf ab, die Quecksilberemissionen zu verringern. Vor allem für die Hauptemissionsquelle, die handwerkliche Goldgewinnung, sollen Pläne entwickelt werden, um die Quecksilberbelastung für die Umwelt und die Bevölkerung dauerhaft zu senken. In Peru, und hier speziell im Department Madre de Dios, gibt es seit Jahren einen Interessenkonflikt zwischen den Goldsuchern und Umweltschützern und indigenen Völkern, die in diesem Amazonasgebiet leben und am meisten unter den Verschmutzungen (z.B. durch den Verzehr von verseuchtem Fisch) zu leiden haben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, ssc).


19. Mai 2016 | Argentinien/Antarktis: Große paläontologische Entdeckung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien-Antarktis_Paläontologie_Foto Quetzalredaktion-Soledad BiasattiArgentinische Paläontologen, die auf der argentinischen Antarktis-Forschungsstation Marambio arbeiten, berichten von der Entdeckung einer ausgestorbenen Vogelart. Mit einer Flügelspannweite von über sechs Metern gehört diese Art zu den größten bisher bekannten Vögeln. Sie gehört zur Art Pelagornithidae (Pseudozahnvögel) und lebte vor ca. 50 Millionen Jahren. Nach dem Aussterben der Dinosaurier besiedelten die Pelagornithidae die verschiedensten Regionen der Welt. Nach Meinung der Spezialisten herrschten damals infolge des Anstiegs der Ozeantemperaturen beste Bedingungen für das Größenwachstum von Meerestieren und -pflanzen. Dadurch konnten vom Meeresökosystem profitierende Arten, zu denen die Pelagornithidae oder auch ein über zwei Meter großer Pinguin zählten, ihre Körpergröße erhöhen. Zusammen mit dem 2014 in Patagonien entdeckten größten Titanosaurier, dem größten Bären (Arctotherium angustidens), dem höchsten Berg außerhalb Asiens (Aconcagua), der überdurchschnittlich langen Landstraße 40 und dem besten Fußballspieler aller Zeiten bestärkt auch diese wichtige paläontologische Entdeckung die ausgeprägte argentinische Leidenschaft für Superlative. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


17. Mai 2016 | Venezuela: Ausnahmezustand verlängert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: FlaggeÄhnlich wie der große Nachbar Brasilien erlebt Venezuela derzeit stürmische politische Zeiten. Der amtierende Präsident Nicolás Maduro hat nun den Ausnahmezustand im Land verlängert, und es wurde bekannt, dass dieser sich nicht, wie ursprünglich angenommen, allein auf wirtschaftliche Vollmachten für den Präsidenten bezieht, sondern dessen Entscheidungsmacht auch in Umwelt-, sozialen und politischen Fragen stärkt. Im Dekret, das die Verlängerung des Ausnahmezustands bekräftigt, der  “Gaceta Oficial número 40.903″, heißt es, der Präsident könne die Maßnahmen anordnen, welche er für  geeignet halte, um die Stabilität des venezolanischen Volkes zu garantieren. Als besonders kritisch ist dabei die mögliche Beschneidung der Kommunikations- und Versammlungsfreiheit zu betrachten. Oppositionsführer des “Runden Tisches für demokratische Einheit” sehen in dieser Maßnahme einen entscheidenden Schritt, der die Regierung befähigt, Demonstrationen und Versammlungen zu verbieten. In einer breiten Mobilisierung sieht die Opposition jedoch ihre einzige Chance, ihr Ziel, die Amtszeit Maduros von sechs auf vier Jahre zu verkürzen, zu erreichen.


12. Mai 2016 | Brasilien: Brasilianische Präsidentin suspendiert | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva mit Präsidentin Dilma Rousseff - Foto: Agencia Brasil, Ricardo StuckertNach einer fast 21-stündigen Debatte votierte der brasilianische Senat mit 55 gegen 22 Stimmen für eine Suspendierung der amtierenden Präsidentin. Senatspräsident Renan Calheiros sorgte dafür, dass die Marathonsitzung weitgehend ruhig verlief und nicht wie die Abstimmung im Kongress im Chaos versank. Unter Leitung des Obersten Gerichtshofs hat der Senat jetzt 180 Tage Zeit, die gegen die Präsidentin erhobenen Vorwürfe – Buchhaltungstricks und Regelverstöße beim Umgang mit Staatsfinanzen – zu untersuchen. Das erklärte Ziel der Rousseff-Gegner ist es, im Anschluss an die Untersuchungen die Präsidentin endgültig ihres Amtes zu entheben. Wie die Abstimmung zeigt, scheint es dafür die notwendige Zweidrittelmehrheit zu geben. Kommentatoren verweisen darauf, dass die Vorwürfe gegen Rousseff nur vorgeschoben sind, es ginge allein darum, die Regierung der Arbeiterpartei zu stürzen. Generalstaatsanwalt José Eduardo Cardoza betonte als letzter Redner im Senat, die Regierung solle für etwas bestraft werden, dass alle Regierungen machten. Immerhin fast 54 Prozent der Kongressabgeordneten und 60 Prozent der Senatoren haben oder hatten Probleme mit der Justiz. Während der Suspendierung Rousseffs mit minimalem Bezügen wird Michel Temer vom Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB), Vizepräsident und Rousseff-Gegner, die Staatsgeschäfte übernehmen. Auch gegen verschiedene seiner Parteigänger, die er bereits für sein künftiges Kabinett ins Gespräch brachte, wurden bereits Korruptionsvorwürfe erhoben. (Bildquelle: Agencia Brasil).


06. Mai 2016 | Brasilien: Präsidentin Rousseff nimmt Wasserkraftwerk am Rio Xingu in Betrieb | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Wasserkraft Belo Monte am Rio Xingu in Betrieb genommen - Foto: Agencia BrasilAlle Proteste haben nichts geholfen: Die ersten Turbinen des Megadamms Belo Monte am Rio Xingu sind im Beisein von Präsidentin Dilma Rousseff am 05.05.2016 in Betrieb gegangen. Sie haben eine Leistung von zunächst 650 Megawatt. In der letzten Ausbaustufe soll das Wasserkraftwerk eine Leistung von 11.000 Megawatt haben. Es wäre damit das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt und soll 60 Millionen Menschen mit Strom versorgen. Das Volk der Kayapó wird jedoch durch das riesige Bauwerk sehr stark in seinen traditionellen Lebensgrundlagen eingeschränkt, und die negativen Umweltfolgen sind noch nicht abzuschätzen. Diese Aspekte werden von der brasilianischen Regierung allerdings vollkommen ausgeblendet. Auch die Umsiedlung von mindestens 20.000 Menschen und die Flutung von 516 Quadratkilometern Regenwald sind laut deren Guthalten notwendige Maßnahmen, um die Energieversorgung des Landes nachhaltig zu sichern. Der Bau des Kraftwerks Belo Monte könnte allerdings genau das Gegenteil bewirken. Zum einen emittieren die Stauseen des Amazonas aufgrund der anaeroben Vergärung von Schwemmmaterial oder überfluteten Bäumen große Mengen an Methan, einem 25-fach stärker wirkenden Klimagas als Kohlendioxid. Zum anderen scheint die zunehmende Rodung des Amazonas-Regenwaldes den regionalen Niederschlagskreislauf negativ zu beeinflussen – mit zunehmender Trockenheit. Die akute Wassernot in Sao Paulo im Jahr 2015 zeigte dies sehr anschaulich. Durch die starke Abhängigkeit Brasiliens von Hydroenergie wird jede Wasserkrise damit gleichzeitig auch zu einer Energiekrise. (Bildquelle: Agencia Brasil).


05. Mai 2016 | Chile: Fischereiindustrie ist von „El Niño“ stark betroffen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Fischereiindustrie ist von „El Niño“ stark betroffen - Foto: Cristián Becerra AbarcaDas Klimaphänomen „El Niño“ des vergangenen Jahres hatte starke Auswirkungen auf die Fischereiindustrie in Chile. Das Ansteigen der Algenblüten (red tide) im Süden Chiles (v.a. vor Aysén und Los Lagos) brachten die Fischerei praktisch zum Erliegen. Die toxischen Algen vergiften die Fische und Meeresfrüchte – und können auch zur Vergiftung von Menschen führen. Die Regierung hat eine Gesundheitswarnung ausgegeben und die Region Lagos zum Katastrophengebiet erklärt, wobei die Fischerei von Meeresfrüchten verboten ist. Sie hat den Fischern Entschädigungen von 100.000 chilenischen Pesos (zirka 130 Euro) angeboten. Diese Ankündigung führte allerdings zum Protest der Fischer, die eine Erhöhung der Zahlungen auf 300.000 chilenische Pesos (zirka 390 Euro) fordern. Von den Algen ist auch die chilenische Lachsindustrie, die zweigrößten weltweit, betroffen. Es wird mit einem Produktionsrückgang von 20% für dieses Jahr gerechnet, was nach Angaben der Industrie und Regierung ungefähr einen Verlust von 800 Millionen US-Dollar bedeutet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Cristián Becerra Abarca).


02. Mai 2016 | Mexiko: Premio Cervantes verliehen an Fernando del Paso | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Fernando del Paso im Jahr 2004 - Foto: Gustavo BenítezAm 23. April wurde der Premio Cervantes, auch bekannt als der “Nobelpreis der spanischsprachigen Literatur” im spanischen Alcalá de Henares an den mexikanischen Schriftsteller Fernando del Paso überreicht. Del Paso stammt aus Mexiko-Stadt und feiert in diesem Jahr seinen 81. Geburtstag. Der Roman “Nachrichten aus dem Imperium” zählt zu seinen wichtigsten Werken. Ausgezeichnet wurde del Paso für seinen Beitrag zur Entwicklung des Romans, der Tradition und Moderne vereint. In seiner Preisrede drückte der Autor seine Wertschätzung für die kastilische Sprache aus, doch er ging auch auf die Zustände in seinem Land ein: “Die Lage hat sich nicht verändert in Mexiko, sondern zum Schlechten gewendet”, erläuterte er. “Ich schäme mich ein bisschen, mein Land im Ausland zu kritisieren. ” Und doch halte er es für wichtig, seinen Unmut gegenüber der in Mexiko-Stadt neu erlassenen “Ley Atenco” auszudrücken. Das Gesetz erlaubt es Polizisten, bei Demonstrationen und öffentlichen Versammlungen willkürlich Menschen festzunehmen oder sogar auf sie zu schießen. “Dies erscheint mir als der bloße Anfang eines totalitären Staates, den wir nicht erlauben dürfen.” Das nicht zu kritisieren, so der Preisträger, würden ihn wirklich beschämen. (Bildquelle: Gustavo Benítez_)


28. April 2016 | Chile: Auswärtiges Amt gibt Archive über „Colonia Dignidad“ frei | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Ehemaliger Lebensmittelladen "Kaffee Morgentau" der Colonia Dignidad in Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, csIm Rahmen der Vorführung des Films „Colonia Dignidad – Es gibt kein zurück“ über die gleichnamige chilenische Sektensiedlung verkündete Außenminister Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Dienstag die Öffnung eines Teils der Archive zu diesem Thema. Die rund vier Hundert Aktenbände aus den Jahren 1986 bis 1996 dokumentieren die Rolle der damaligen westdeutschen Diplomatie bei den diversen Verbrechen der Colonia Diginidad. Damit verkürzte Steinmeier die Sperrfrist der Akten um 10 Jahre, während die Frist der übrigen Unterlagen bis 1986 bereits abgelaufen ist. Nachdem die deutsche Regierung bisher eher passiv und intransparent mit dem Thema umgegangen ist, kann dieser Schritt als ein Kurswechsel angesehen werden. Opfer und MenschenrechtlerInnen beklagen allerdings, dass das Auswärtige Amt nicht auch die Archive nach 1996 zugänglich gemacht hat und dass dieser hauptsächlich symbolische Schritt nur auf die Unterlagen des Auswärtigen Amts beschränkt bleibt. Immerhin hat die westdeutsche Botschaft nicht nur weggeschaut und kaum etwas für den Schutz ihrer StaatsbürgerInnen unternommen – sie hat sogar geflohene Sektenopfer wieder an die Kolonie ausgeliefert. Bis heute hat der deutsche Staat zugelassen, dass einerseits viele der TäterInnen aus der Colonia unbehelligt in Deutschland leben, während er andererseits den Opfern bisher keine substantielle Hilfe zukommen ließ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


25. April 2016 | Kuba: Genehmigungen aus La Habana | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba_Kreuzfahrt_Foto Quetzal Redaktion-Soledad Biasatti (2)Einen Monat nach dem historischen Besuch Barack Obamas auf Kuba und nur wenige Tage nach dem Auftritt Fidel Castros in der Öffentlichkeit wurde im Rahmen der Ende 2014 eingeleiteten Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA angekündigt, dass kubanische BürgerInnen ab morgen auf dem Seeweg frei ins Ausland reisen dürfen. Laut Präsident Raúl Castro wird künftig der gewerbliche Luftverkehr mit den USA wieder aufgenommen. Während jetzt einerseits mit einem Anstieg der Zahl von AuswanderInnen nach Nordamerika gerechnet wird, ist andererseits eine Steigerung der Einnahmen aus dem Tourismus zu erwarten. Außerdem verkündete das nordamerikanische Kreuzfahrtunternehmen Carnival, dass seine neue einwöchige Strecke Miami-Cienfuegos-Santiago-La Habana gerade am 1. Mai, dem „Internationalen Tag der Arbeiter“, starten wird. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


21. April 2016 | Lateinamerika: OECD fordert bessere Bildung an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Argentinien_Indigene SchülerInnen_Foto: Quetzal Redaktion_Soledad BiasattiDie lateinamerikanischen Länder hatten in der PISA-Studie des Jahres 2012 sehr schlecht abgeschnitten; die Länder der Region rangierten ausnahmslos im letzten Drittel, Peru war das Schlusslicht. Ein halbes Jahr vor Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Erhebung vom Frühjahr 2012 mahnte gestern Andreas Schleicher, OECD-Direktor für Bildung und Qualifikation, die Länder Lateinamerikas an, mehr Ressourcen für die Bildung zur Verfügung zu stellen. Eine Ursache für das schlechte Abschneiden sei insbesondere die starke Segregation der Bildung. Diese sei sowohl in sozialer als auch in räumlicher Hinsicht stark ausgeprägt. In den lateinamerikanischen Ländern besteht ein enger Zusammenhang zwischen sozialem Status und Schulerfolg. Hinzu kommen auffällige regionale Unterschiede: Schulen in städtischen Zentren seien in der Regel besser als die im ländlichen Raum. Schüler aus armen Familien und im ländlichen Raum besuchten Schulen, denen es an der notwendigen Ausstattung fehle. Der Bildungswissenschaftler bezeichnete Lateinamerika als „Opfer von starken räumlichen Ungleichheiten“. Am stärksten sei Peru von diesen Unterschieden betroffen, gefolgt von Kolumbien, Mexiko und Argentinien. Liliana Miranda vom peruanischen Bildungsministerium betonte, man habe erkannt, dass man im Land der Ungleichheit infolge Behinderung oder ethnischer Herkunft, z.B. bei Afroperuanern, mehr Aufmerksamkeit widme müsse. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


18. April 2016 | Kolumien: Die “Gaboteca” geht online | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Gabriel García Márquez - Foto: Jose LaraDie kolumbianische Nationalbibliothek mit Sitz in Bogotá eröffnete am 15. April die Sektion “Gaboteca” auf ihrer Website, die dem 2014 verstorbenen Schriftsteller Gabriel García Márquez gewidmet ist. Hier finden sich zum einen Informationen zu allen Romanen des Schriftstellers, zum anderen auch Hinweise zu Übersetzungen, Rezeption und Einfluss der literarischen Werke des Nobelpreisträgers in internationalen Veröffentlichungen. Die Direktorin der Nationalbibliothek, Consuelo Gaitán, kann sich vorstellen, sollte das Projekt “Gaboteca” Erfolg haben, ähnliche Archive für weitere Schriftsteller des Landes anzulegen. Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Nicolás Pernett, macht darauf aufmerksam, dass der Online-Katalog auch Veröffentlichungen zum Vorschein bringe, die eher kurioser Natur seien: etwa ein Aufzählung aller Tiere, die im Werk Márquez einen Auftritt hätten; oder das einzige Drehbuch, welches der Autor je verfasst hätte. Die Seite ist verfügbar unter http://www.bibliotecanacional.gov.co/lagaboteca. Sie diene ihren Machern zufolge allen Freunden der Literatur Márquez’, die sein Werk wiederentdecken und neue Aspekte darin finden wollten. (Bildquelle: José Lara_)


12. April 2016 | Peru: Zwei rechte Kandidaten in der Stichwahl | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Keiko Fujimori - Foto: Congreso de la República del PerúLetzten Sonntag waren die Peruaner aufgefordert, einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Keiko Fujimori, Kandidatin der Fuerza Popular (FP), erhielt 39,7 Prozent der Stimmen, gefolgt von Pedro Pablo Kuczynski, der für Peruanos Para el Kambio (PPK) antrat und 21 Prozent erhielt. Beide haben sich damit für den zweiten Wahlgang qualifiziert. Verónika Mendoza von der linken Frente Amplio (FA) kam auf 18,8 Prozent. Mit 68 von 130 Sitzen verfügt die FP über die Mehrheit im Parlament, während PPK und FA über je 20 Mandate verfügen. Alan García (Fuerza Popular), der 1985-1990 bzw. 2006-2011 Präsident des Landes gewesen war, erreichte lediglich einen Stimmenanteil von 5,7 Prozent. Völlig abgeschlagen landete Alejandro Toledo, der von  2001 bis 2006 Peru regiert hatte, mit einem Prozent in der politischen Bedeutungslosigkeit. Die Wahlbeteiligung lag bei 83 Prozent. Obwohl Keiko Fujimori die erste Runde klar für sich entscheiden konnte, ist ihr Sieg in der Stichwahl am 5. Juni keineswegs sicher. Als Tochter von Alberto Fujimori, der 1990 zum Präsidenten gewählt worden war und 1992 mit einem Putsch (autogolpe) ein autoritäres Regime errichtet hatte, polarisiert sie die peruanische Gesellschaft. Ihr Vater war am Ende seiner Herrschaft so verhasst, dass er 2000 außer Landes fliehen musste. 2007 lieferte Chile den Ex-Diktator an Peru aus, wo er wegen zahlreicher Menschrechtsverletzungen und Korruptionsfälle zu insgesamt 25 Jahre Gefängnis verurteilt wurde. Wer auch immer die zweite Runde für sich entscheiden kann, den Peruanern bleibt lediglich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die großen Bergbau-Multis werden weiter das Land ausplündern, und im Alltag der Bevölkerungsmehrheit dürfte sich kaum etwas verbessern. Die Wahl des Stimmvolks wird sich darauf reduzieren, dass es sich zwischen zwei Varianten des Neoliberalismus entscheiden darf. Verónika Mendoza und ihre Frente Amplio, die vor allem im Süden des Landes punkten konnten, werden in den nächsten Jahren zeigen müssen, ob sie in der Lage sind, den Widerstand gegen die zu erwartende Politik zu organisieren und ihm auch im Parlament genügend Gehör zu verschaffen. (Bildquelle: Congreso de la República del Perú_).


07. April 2016 | Mexiko: Mehr Arbeit für wenig Geld | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_slum_quetzal_redaktion.pgIn einer Zeit, in der der VW-Abgasskandal vor allem die mexikanischen VW-Werke trifft – in Puebla wurde die Produktion um 40 Prozent gedrosselt –, veröffentlichte die lokale Zeitung „La Jornada de Oriente“ Daten über die soziale Entwicklung in dem mexikanischen Bundesstaat, die alles andere als positiv sind. Mit Rafael Moreno Valle stellt seit 2011 der PAN (Partei der Nationalen Aktion) den Gouverneur in dem Bundesstaat im Zentrum Mexikos. Moreno wird es sicher als einen Erfolg seiner Politik verbuchen, dass die Arbeitslosenquote seit seinem Amtsantritt gesunken ist. Im gleichen Zeitraum, darauf verweist “La Jornada“, stieg jedoch die Zahl der Geringverdiener. Knapp zwei Drittel der Beschäftigten haben einen Verdienst in Höhe von höchstens zwei Mindestlöhnen, mit dem eine Familie laut INEGI (Nationales Institut für Statistik und Geografie) gerade so über die Runden kommt. Ein Fünftel verfügt gerade einmal über den Mindestlohn in Höhe von 2.470 Mexikanischen Pesos. Und der in Puebla festzustellende Trend „Mehr Beschäftigung, weniger Geld“ ist nicht nur auf diesen Bundesstaat beschränkt. Um den empfohlenen Warenkorb für Lebensmittel zu finanzieren, muss eine mexikanische Familie heute mehr als viermal länger arbeiten als noch vor 20 Jahren, d.h. ca. 23 Stunden täglich. Eine Studie der Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) beschreibt die Situation der Beschäftigten mit Mindestlohn daher auch treffend mit den Worten „von der Armut ins Elend“. Mexiko ist im Übrigen das Land in Lateinamerika mit dem niedrigsten Niveau des Mindestlohns. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)


01. April 2016 | Argentinien: Bald eine neue Hauptstadt in Patagonien? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Patagonien_Foto Quetzalredaktion_Soledad  BiasattiEine alte Idee von Argentiniens Ex-Präsidenten Raúl Alfonsín scheint in dem Land am Río de la Plata wieder an Zuspruch zu gewinnen. Alfonsín hatte zu Beginn der 1980er Jahre den Vorschlag unterbreitet, die argentinische Hauptstadt von Buenos Aires nach Patagonien zu verlegen. Dazu sollte nach brasilianischem Vorbild eine völlig neue Stadt am Reisbrett so zusagen aus dem Boden gestampft werden. Die Wahl fiel dabei auf die bereits existierende Kleinstadt Carmen de Patagones am Río Negro. Die 18 000 – Einwohnerstadt liegt knapp 1000 Kilometer von südlich von Buenos Aires. In der vergangen Wochen griff nun ein Kongressabgeordneter von Carmen de Patagones (Bild: Bahnhof der Stadt), Juan García, diese Idee wieder auf. Er gründete zur Beförderung dieser Idee eine Initiativgruppe, die in der kommenden Woche in Buenos Aires vorstellig werden möchte. Gegner werfen dem Politiker vor, er mache den Vorschlag nur, um nicht mehr zu den Zusammenkünften des Kongresses in Buenos Aires fahren zu müssen, das der sehr sittenstrenge Abgeordnete wegen seiner kulturellen und religiösen Toleranz ablehnt. García ging mit seiner Initiative sogar so weit, die Unabhängigkeit Argentiniens vom sündigen Buenos Aires zu verlangen. Die chilenische Regierung äußerte sich kritisch den Plänen gegenüber. Man unterstellt Argentinien jetzt, seinen Einfluss in Patagonien intensivieren zu wollen und für die chilenische Bevölkerung unzugänglich zu machen. Auch innerhalb der argentinischen Bevölkerung findet der Vorschlag keine ungeteilte Zustimmung: Ein Passant in Buenos Aires erklärte erregt gegenüber einer lokalen Tageszeitung, er fände diese Idee bescheuert. Wörtlich sagte er: „Ich habe keine Lust, für alle wichtigen Angelegenheit nun Tausende von Kilometern in den Norden zu fahren.“ (Bildquelle: Gustavo9089)


29. März 2016 | Argentinien: 40. Jahrestag des Militärputsches | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_40 Jahrestag_Militärputsch_Foto Soledad Biasatti-Quetzal RedaktionIn der letzten Woche gedachte Argentinien zum 40. Mal des letzten Putsches des Militärs. Trotz der Versuche der politischen Klasse, von der Bedeutung eines der wichtigsten Gedenktage Argentiniens zu profitieren, ist jeder 24. März einer der wenigen Tage, an denen eine große Zahl der Bevölkerung unabhängig von politischen Parteien auf die Straße geht. Dieser 40. Jahrestag ist von besonderer Bedeutung aufgrund der politischen Umstände, die Argentinien seit gut drei Monaten unter der konservativen Regierung von Mauricio Macri durchlebt. Außerdem wurde die Teilnahme von Barack Obama im Rahmen des offiziellen Gedankentages stark kritisiert, denn die USA spielten eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der lateinamerikanischen Diktaturen. Mit dem Besuch des US-Präsidenten versuchte die argentinische Regierung jedoch, eine Botschaft zur Rückkehr Argentiniens zur internationalen Agenda zu vermitteln, was an die „enge Beziehungen“ der 90-er Jahre erinnert. Die offizielle Teilnahme an diesem Gedenktag wurde in den letzten Jahren aufgrund seiner symbolischen Wirkung zu einer Voraussetzung der politischen Agenda. Obwohl Präsident Macri acht Jahre lang Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires war, besuchte er in diesem Jahr zum ersten Mal bedeutende Erinnerungsstätten an die Verbrechen der Militärdiktaturen in der Hauptstadt wie die ESMA (Technikschule der Marine) und das Monument für die Opfer der Diktatur im Gedächtnis-Park. Das geschah anlässlich des Staatsbesuchs des französischen Premiers François Hollande im vergangenen Monat und auf Bitten des US-Präsidenten Barack Obama. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


26. März 2016 | Lateinamerika: Filmplattform „Retina Latina“ seit 4. März online | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_RetinaLatina_Kino-Darstellung-Quetzal-Redaktion und HeraldryStaatliche Kulturinstitutionen und Einrichtungen der Länder Bolivien, Ecuador, Peru, Mexiko, Uruguay und Kolumbien haben sich zusammen getan, um auf der Plattform „Retina Latina“ die nationale Filmproduktionen leichter zugänglich zu machen. Neben großen Filmproduktionen werden auch News aus der Kinowelt sowie Kurzfilmmaterial und Dokumentationen bereitgestellt. Die Initiatoren beabsichtigen mit der Schaffung eines internationalen Netzwerkes, die audiovisuellen Werke, die in der Region produziert werden, einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Während in den jeweiligen Ländern in den vergangen zehn Jahren viel von nationaler Seite aus in die Filmindustrie investiert wurde, blieb die Verbreitung der Filme bisher eher auf die Landesgrenzen beschränkt – und sie hatten es gegen die Vorherrschaft von Hollywood-Produktionen schwer. Die Interamerikanische Entwicklungsbank unterstützt nun das Vorhaben. Die Internetseite ist unter www.retinalatina.org zu erreichen, hält bisher aber leider nur Filme für User bereit, die sich aus den jeweiligen Ländern heraus einloggen. (Bildquelle: eigene Darstellung, Heraldry)


17. März 2016 | Brasilien: Bundesgericht entbindet Lula da Silva als Premierminister | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien

Brasilien: Bundesgericht entbindet Lula da Silva als Premierminister - Foto: Agencia BrasilWenige Minuten nach der Vereidigung von Luiz Inácio Lula da Silva als Premierminister wurde er vom Bundesgerichtshof von diesem Amt entbunden. Der Richter Itagiba Catta Preta Neto vom Bundesgericht in Brasilia hat diese Entscheidung gefällt, da Anhaltspunkte zu Straftaten gegen Lula da Silva vorliegen und er als Premierminister die Untersuchungen verhindern könnte. Gegen den brasilianischen Ex-Präsidenten laufen Ermittlungen wegen unrechtmäßiger Bereicherung, Geldwäsche und Korruption im Zusammenhang mit dem brasilianischen staatlichen Erdölkonzern Petrobras. Weiterhin weist der Richter die amtierende Präsidentin, Dilma Rousseff, darauf hin, dass sie mit der Ernennung von Lula da Silva zum Premierminister strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden könnte (Bildquelle: Agencia Brasil).


15. März 2016 | Kolumbien: Taxifahrer protestieren gegen Uber | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

kolumbien_taxi_bogota_steven_damronAm vergangenen Montag eskalierte in Bogotá ein Protest örtlicher Taxiunternehmen gegen das US-Unternehmen Uber. Insgesamt blockierten fast 200 Fahrzeuge neuralgische Punkte der Stadt und legten den Verkehr lahm. Nach Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften, bei denen 4 Polizisten verletzt wurden, wurden 16 Taxifahrer verhaftet. Seit 2013 bietet Uber seinen Online-Vermittlungsdienst für Fahrdienstleistungen in Kolumbien an. Von Anfang an gab es massive Proteste gegen das kalifornische Unternehmen; Bogotás Taxifahrer wehren sich teilweise auch handgreiflich gegen die Uber-Fahrer, die sie als unlautere Konkurrenz ansehen. Man spricht mittlerweile von einem Taxikrieg in der kolumbianischen Hauptstadt: Blockaden und Handgreiflichkeiten gegen Uber-Fahrzeuge kommen immer wieder vor. Uber argumentiert, dass das Unternehmen sicherer sei als reguläre Taxis; Taxifahrten seien z.B. in Bogotá generell sehr gefährlich – Überfälle seien an der Tagesordnung. Dem widerspricht der Präsident der kolumbianischen Taxivereinigung, der Uber Piraterie vorwirft. Opfer von Gewalt seien vor allem die Taxifahrer selbst. (Bildquelle: Steven Damron_)


10. März 2016 | Nicaragua: Gioconda Belli in Leipzig | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Gioconda Belli in Leipzig - Foto: Casa de AméricaDie nicaraguanische Autorin Gioconda Belli (*1948) befindet sich zur Zeit auf einer Reise durch Deutschland und Österreich. Sie ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Schriftstellerinnen Lateinamerikas, und ihre Gedichte und Romane betrachten die sandinistische Revolution in ihrem Land, das Leben und die Liebe durchweg aus einer weiblichen Perspektive. International besonders erfolgreich sind u.a. die „Bewohnte Frau“ und „Tochter des Vulkans“. Auf ihrer Lesereise hat sie ihren neuesten Roman „Mondhitze“ mit im Gepäck. Diesen wird sie nach Stationen in Bonn, Köln und Klagenfurt am 19.3.2016 um 19.30 Uhr in der Ev. Reformierten Kirche in Leipzig im Rahmen des Lesefestes „Leipzig liest“ vorstellen. Veranstalter ist der Leipziger Eine Welt e.V. Die Lesung findet auf spanisch und deutsch statt. Musikalisch begleitet wird sie vom Grupo Sal Duo. Gioconda Belli hat selbst lange Zeit im Exil gelebt, und so erhoffen sich die Veranstalter auch eine politische Diskussion mit der Schriftstellerin. (Bildquelle: Casa de América_)


07. März 2016 | Argentinien: Barack Obama wird Argentinien besuchen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_24.März_Foto: Soledad Biasatti-Quetzal RedaktionNach dem historischen Besuch von Barack Obama in Kuba, der für den kommenden 21. März 2016 geplant ist, wird der US-Präsident auch nach Argentinien reisen. Die Reise ist nicht nur deshalb von Bedeutung, weil Barack Obama das erste Mal Argentinien besucht, sondern auch, weil der Besuch mit dem 24. März zusammen fällt – dem 40. Jahrestag des Gedenkens an die Verbrechen und die Opfer der letzten Militärjunta. Obwohl die argentinische Regierung den Besuch Obamas als Zeichen einer internationalen Öffnung des Landes zum Weltmarkt ankündigte, sind aufgrund der Rolle Washingtons bei der Unterstützung lateinamerikanischer Diktaturen in den 1970er Jahren massive Demonstrationen zu erwarten. Bekannte Menschenrechtsaktivisten wie Estela de Carlotto und Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel prangerten an, die konservative Regierung von Mauricio Macri wolle einen Besuch des US-Präsidenten in der ehemaligen ESMA instrumentalisieren. Die Technikschule der Marine (ESMA), heute die bedeutendste Gedenkstätte Argentiniens, war während der Militärdiktatur das größte Folterzentrum des Landes. (Bilquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


05. März 2016 | Mexiko: Situation der Menschenrechte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoNach Einschätzung der Interamerikanischen Kommission der Menschenrechte befindet sich Mexiko mit Blick auf die Menschenrechtssituation in einer tiefen Krise. Mexiko kann nach wie vor die Verfassungsreform aus dem Jahr 2011 nicht in die Praxis umsetzen. Der hohe Gewaltindex im Land ist mittlerweile zu einer erschütternden Normalität geworden. Das Verschwindenlassen von Menschen, Folter, außergerichtliche Tötungen sowie die regelmäßige Verletzung von Menschenrechten durch die Sicherheitskräfte haben ein erschreckendes Niveau erreicht. Für die Bevölkerung ist die Sicherheitslage sehr kritisch. Besonders gefährdet sind Frauen, Kinder und Journalisten sowie Studenten und soziale Aktivisten. Im Durchschnitt werden sechs von zehn Frauen Opfer der Gewalt. Die kritische Lage wird auch deutlich angesichts der Zahl von über 27.000 Verschwundenen, darunter die weltweit bekannten Fälle der 43 Studenten, von denen es bis heute keine Spur gibt. Eine zufriedenstellende Erklärung der Regierung zu diesem Verbrechen blieb aus. Hinzu kommen über 164.000 Tote seit 2007. In den letzten beiden Jahren wurden 107 Journalisten ermordet, davon 17 allein im Bundesstaat Veracruz.


02. März 2016 | Kuba: Weltgebetstag der Frauen stellt die Karibikinsel in den Mittelpunkt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba_Weltgebetstag2016_Noticia_Bild - wgt_e_v_grossAlljährlich wird der Weltgebetstag der Frauen durch eine internationale Basisbewegung christlicher Frauen verschiedener Konfessionen organisiert (www.weltgebetstag.de). In diesem Jahr steht Kuba im Mittelpunkt, und so wurde auch das diesjährige Motto „Nehmt Kinder auf, und Ihr nehmt mich auf“ von kubanischen Frauen ausgewählt. Mit seiner Vielfalt, seiner Geschichte und seinen Widersprüchen ist Kuba für viele Menschen in der Welt eine Projektionsfläche ihrer Hoffnungen und Sehnsüchte, aber es polarisiert bis auf den heutigen Tag. Zahlreiche Gottesdienste, die weltweit und auch hier in Deutschland organisiert werden, sollen die Sichtweise der kubanischen Frauen in den Fokus rücken. Zudem sind die Kollekten u. a. auch für Projekte in Kuba bestimmt. (Bildquelle: Weltgebetstag_)


25. Februar 2016 | Nicaragua: Trauer um Fernando Cardenal | Kategorie(n): Noticias, Noticias Nicaragua

Nicaragua: Fernando Cardenal - Foto: LucienFernando Cardenal war einer dieser lateinamerikanischen Priester, die ihr Leben ganz in den Dienst für die Armen stellten. Aus privilegierten Verhältnissen stammend, trat er dem Jesuitenorden bei, wurde Priester und engagierte sich im Kampf gegen die Somoza-Diktatur. Bekannt wurde der Befreiungstheologe als Leiter des „Nationalen Kreuzzugs für Alphabetisierung“, der im Jahr 1980 kurz nach dem Sieg der sandinistischen Revolution gestartet wurde. Fast eine Million Schüler und Studenten wurden mobilisiert, um das Alphabet auch in die entlegensten Orte zu tragen. Im Ergebnis konnte die Analphabetenrate im Land von mehr als 50 Prozent auf etwa 10 Prozent gesenkt werden. Von 1984 bis 1990 war Cardenal Minister für Kultur. Aufgrund seiner Nähe zu den Sandinisten und seiner Weigerung, auf das politische Amt zu verzichten, wurde er von Papst Johannes Paul II. von seinem Priesteramt entbunden. Das gleiche Schicksal traf drei weitere nicaraguanische Priester, darunter auch Fernandos älteren Bruder Ernesto. Auch den Jesuitenorden musste er verlassen. 1997, vier Jahre nachdem er der Sandinistische Front (FSLN) den Rücken gekehrt hatte, wurde er wieder in den Jesuitenorden aufgenommen – ein einmaliger Vorgang in der Societas Jesu. Seinem Engagement für die Armen blieb der Priester treu, er leitete die nicaraguanische Abteilung von Fé y Alegria, eine Organisation für Volksbildung und soziale Unterstützung, die in Nikaragua von den Jesuiten unterstützt wird. Am 20. Februar ist Fernando Cardenal im Alter von 82 Jahren in Managua gestorben. (Bildquelle: Lucien_)


22. Februar 2016 | Bolivien: Referendum mit knappen Ausgang | Kategorie(n): Noticias, Noticias Bolivien

Bolivien: Präsident Evo Morales mit der Aussage, dass es in Bolivien kein Analphabetismus mehr gibt - Foto: Fernando Lugo APCAm Sonntag stimmten 6,5 Millionen Bolivianer über eine Änderung der Verfassung ab, die es dem Amtsinhaber Evo Morales gestatten würde, ein weiteres Mal als Präsident zu kandidieren. Nach ersten Prognosen auf der Basis von Nachwahlbefragungen zeichnet sich eine knappe Mehrheit der Gegner der Verfassungsreform ab. Während das Meinungsforschungsinstitut Ipsos deren Anteil bei 52,3 Prozent der abgegebenen Stimmen sieht, gibt eine andere Quelle 51 Prozent an. Da die Auszählung in abgelegenen Gebieten und im Ausland noch aussteht, spricht Vizepräsident García Linera von einem technischen Unentschieden. Die Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses wird erst in einigen Tagen erwartet. Evo Morales, der vor seiner ersten Wahl zum Präsidenten Ende 2005 als Kokabauer seinen Lebensunterhalt verdient hatte und als indigener Gewerkschaftsaktivist an der Spitze einer breiten sozialen Protestbewegung stand, amtiert noch bis 2020. In den zehn Jahren seiner bisherigen Präsidentschaft hat sich Bolivien politisch und gesellschaftlich grundlegend gewandelt. Im Schnitt wuchs die Wirtschaft seit 2006 um 4,9 Prozent, vor allem auch dank der Einnahmen aus dem teilweise verstaatlichten Gasgeschäft. Dank umfangreicher Sozial- und Bildungsprogramme konnte der Anteil der Armen deutlich verringert werden. In letzter Zeit hatte sich die Kritik an der Amtsführung von Evo Morales verstärkt. Er hatte vor dem Referendum angekündigt, jedes Ergebnis zu akzeptieren. (Bildquelle: Fernando Lugo APC)


15. Februar 2016 | Argentinien: Steuerbefreiung bei Ausfuhrabgaben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Bergbau_Foto: Soledad BiasattiDer argentinische Präsident Mauricio Macri kündigte die Unterzeichnung eines Präsidialerlasses an, mit dem Steuern bei Ausfuhrabgaben (Quellensteuer) aufgehoben werden sollen. Auf der Liste der von dem Dekret betroffenen Waren und Branchen finden sich u.a. Regenschirme, Spielzeuge und Strickwaren, aber auch Metalle und Mineralien aus dem Bergbau. Laut Macri sei die Maßnahme gerechtfertigt, um die Unternehmen vor dem internationalen Preisverfall zu schützen und damit Investitionen im Land zu fördern. Die staatliche Unterstützung an den Bergbausektor löste ein großes Medienecho aus und wurde heftig kritisiert. Der Bergbau wurde seit den neunziger Jahren zunehmend durch Freistellungen von Steuern und anderen außerordentlichen Konzessionen unterstützt und ist seitdem ein wesentlicher Bestanteil eines von der Ausbeutung von Rohstoffen abhängigen Wirtschaftsmodells. Analysen von Aktivisten zufolge waren die vom Staat eingezogenen Steuern bei Ausfuhrabgaben niedriger als die von den Bergbauunternehmen kassierten Exporterstattungen. Auf zahlreiche Proteste und Kritiken mit Bezug auf die Umweltauswirkungen des Bergbausektors erwiderte der Präsident, die Möglichkeit für einen verantwortungsvollen Bergbau hänge „von uns“ ab, was die Protestierenden nicht besonders beruhigte. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


11. Februar 2016 | Kolumbien: FARC will keine Minderjährigen mehr rekrutieren | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien: Forderung nach Frieden - Foto: Martin GiraldoDie Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) haben zu Beginn dieser Woche angekündigt, in Zukunft keine Minderjährigen mehr aufzunehmen. Bisher betrug das Mindestalter 15 Jahre, obwohl vereinbart war, niemanden unter 17 Jahren in die Guerillaorganisation aufzunehmen. Diesen Widerspruch erklärt die FARC damit, dass die Mehrheit der Jugendlichen in der FARC aus marginalisierten sozialen Schichten ohne Perspektive und staatlichen Schutz käme. Ihre Aufnahme in die Revolutionären Streitkräfte sei eine Pflicht gewesen, um diesen jungen Menschen Schutz und eine Zuflucht zu geben. Es ist unklar, ob der Aufnahmestopp für Minderjährige auch die Demobilisierung sehr junger FARC-Kämpfer einschließt. Iván Márquez, Leiter der FARC-Delegation bei den Friedensverhandlungen in Havanna, sagte, dass sich Kolumbien auf dem Weg zum Frieden befinde, da ergebe es keinen Sinn, Jungen in die Guerilla aufzunehmen. Gleichzeitig betonte er, Jugendliche würden die FARC nicht verlassen, da dies die Revolutionären Streitkräfte schwäche. Genaue Zahlen über den Anteil der Minderjährigen in der FARC sind nicht bekannt, man geht jedoch davon aus, dass die Mehrzahl der FARC-Kämpfer noch sehr jung ist. (Bildquelle: Martin Giraldo_)


08. Februar 2016 | Argentinien: Lohana Berkins ist tot | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Lohana Berkins ist tot - Foto: INADIIn Buenos Aires starb am 5. Februar 2016 die argentinische Kämpferin für die Rechte von lesbischen, schwulen, bi- und transsexuellen Menschen, Lohana Berkins. Die Transvestitin aus Salta gründete 1994 den Verein für den Kampf für die Travesti- und transsexuelle Identität (ALITT), und sorgte im Jahr 2002 für Aufsehen, als sie sich an die Staatsanwaltschaft von Buenos Aires wandte, weil es ihr unmöglich war, sich in einer Schule mit ihrem Namen als Lehrerin einzuschreiben. Ihre Bemühungen stellten darüber hinaus eine treibende Kraft zur Durchsetzung des Gesetzes zur Gender-Identität im Jahr 2012 im argentinischen Kongress dar. Als Herausgeberin war sie u.a. am Bericht “Cumbia, copeteo y lágrimas. Informe Nacional sobre la situación de las travestis, transexuales y transgéneros”, beteiligt, der gerade in neuer Auflage erschienen ist. In ihrem Abschiedsbrief, der auf Facebook veröffentlicht wurde, schreibt sie: “Wir haben viele Siege errungen in den letzten Jahren. Jetzt ist es Zeit, sich zu widersetzen und weiterzukämpfen. Die Zeit der Revolution ist jetzt, denn in die Gefängnisse kehren wir nie wieder zurück“. (Bildquelle: INADI_)


28. Januar 2016 | Ecuador: IV. Treffen der Celac am 26. und 27. Januar 2016 in Quito | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika_Celac_Foto presidencia de la republica mexicanaDer derzeit in Brasilien grassierende Zika-Virus gehörte ebenso zu den Diskussionsthemen beim IV. Treffen der Celac (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) am 26./27.01.2016 in Quito wie der Friedensprozess in Kolumbien. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff mahnte eine schnelle Zusammenarbeit der Organisation im Kampf gegen das Zika-Virus an, das bald die gesamte Region betreffen dürfte. Sie vereinbarte eine Zusammenkunft zu diesem Thema im Rahmen des Mercosur am kommenden Dienstag in Montevideo. Das kolumbianische Staatsoberhaupt Santos erklärte, der Krieg in Kolumbien sei der einzige Konflikt der Welt, der im Dialog beendet wird. Der UNO-Sicherheitsrat werde jetzt die Beobachter, deren Mission von der Celac einmütig unterstützt wird, für die vereinbarte Waffenübergabe der FARC-Rebellen auswählen. Die Verhandlungen mit dem ELN bezeichnete Santos, ohne weitere Details zu nennen, als vertrauensvoll, und er zeigte sich zuversichtlich, dass auch hier schnelle Fortschritte zu verzeichnen sein werden. Der dominikanische Präsident Danilo Medina, der von seinem ecuadorianischen Amtskollegen die Präsidentschaft der Celac übernahm, verwies darauf, dass der Kampf gegen Armut und Ungleichheit weiterhin wesentliche Aufgaben in der Region sein werden: „Lateinamerika ist nach Asien die Region mit dem größten Wachstum der Mittelschicht, aber mit den afrikanischen Ländern südlich der Sahara die Region mit der größten Ungleichheit.“ (Bildquelle: Presidencia de la República Mexico)


25. Januar 2016 | Haiti: Stichwahl erneut verschoben | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti

Stichwahl_Haiti_Bild Public DomainIn Haiti hat der Provisorische Wahlrat (CEP) die noch ausstehende zweite Runde der Präsidentschaftswahlen, die am vergangenen Sonntag, dem 24. Januar 2016, stattfinden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor hatte der Oppositionskandidat Jude Célestin zum Boykott des Urnengangs aufgerufen, woraufhin es am Freitag in der Hauptstadt Port-au-Prince zu schweren Ausschreitungen gekommen war. Die Abstimmung in dem karibischen Inselstaat wird seit Wochen von Betrugsvorwürfen überschattet. Bei den Protesten, auf denen auch der Rücktritt von Präsident Michel Martelly gefordert worden war, kam nach Medienberichten ein Mensch ums Leben. Célestin hatte bereits die Ergebnisse des ersten Wahlgangs nicht anerkannt, der am 25. Oktober 2015 durchgeführt worden war. Damals soll der als Regierungskandidat angetretene Unternehmer Jovenel Moïse 32,6 Prozent der Stimmen erhalten haben, während sein Kontrahent sich mit 25, 2 Prozent zufrieden geben musste. Der Termin der Stichwahl, die für den 27. Dezember 2015 geplant war, mußte schon einmal verschoben werden. Im Januar hatte eine unabhängige Untersuchungskommission gravierende Mängel beim ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl dokumentiert. Neben Wahlmanipulationen ging es auch um Stimmenkauf und massive Einschüchterung von Wählern. Wann die Stichwahl nun nachgeholt werden kann, ist unklar. Präsident Martelly scheidet nach fünf Jahren offiziell am 7. Februar 2016 aus seinem Amt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini äußerte sich besorgt über die Lage in Haiti. Es sei nun entscheidend, die Gewalt zu stoppen, um den Wahlprozess erfolgreich abschließen zu können. (Bildquelle: Public Domain)


21. Januar 2016 | Mexiko: Film über “El Chapos” Flucht in den mexikanischen Kino | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Filmplakat_ELChapoElEscapedelSiglo_Bild: DragonfilmsAm 15.1.2016 wurde in den mexikanischen Kinos “Capo – El escape del siglo” (dt.: “Capo – die Flucht des Jahrhunderts”) ausgestrahlt. Der Film zeichnet die Flucht des Drogenbosses Joaquín Loera “El Chapo Guzmán” aus dem Gefängnis Altiplano in Mexiko-Stadt im Jahr 2015 nach und ist der erste professional gedrehte Film über das Leben des “Chapo”. Die Drehzeit betrug acht Wochen und fand im Geheimen statt, um Einflussnahme von außen zu vermeiden. Regisseur ist Axel Uriegas. Im Interview mit der mexikanischen Wochenzeitschrift Proceso betont er, dass sein Film “die Korruption, in der wir leben” anklagen soll, “ohne dabei irgendjemanden zu glorifizieren”. Ziel des Filmes sei es, die Person zu zeigen, die hinter “El Chapo” steckt, so, “wie er seine Geschäfte erledigt, und wie er mit den Menschen lebt, die er liebt.” Zusätzliche Publicity erhielt der Film am 8. Januar durch die erneute Verhaftung Joaquín Loeras im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa durch das mexikanische Militär. Im Juli 2015 flüchtete Gúzman bereits auf spektakuläre Weise aus einem Hochsicherheitsgefängnis, indem er einen Tunnel nutzte, der unterhalb seiner Zelle von einem Wohnhaus ausgehend gegraben worden war. Die Verleiherfirma “Dragon Films” möchte nicht sagen, wer den Film in Auftrag gegeben hat und erklärt vorsorglich: “Die verleihende Firma ist nicht verantwortlich für den Inhalt des Filmes”. Die Geschäftsführerin des Unternehmens begründet die Entscheidung, den Film dennoch zu zeigen, so: “Mexiko ist gerade dabei aufzuwachen. Dieser Film ist eine weitere Stimme, zwischen all den anderen Stimmen, die noch Erklärungen suchen.” Dem Twitter-Accounts von “Dragon Films” zufolge sahen am 18.1. bereits 18.000 Mexikaner den Film. Über einen Export in die USA werde nachgedacht. (Bildquelle: Dragon Films)


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