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Noticias Lateinamerika

06. Juli 2017 | Venezuela: Blockade des Parlaments nach neun Stunden beendet | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela: Chávez-Nachfolger Nicolás Maduro - Foto: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información VenezuelaNach neun Stunden wurde die Blockade des Parlaments in Caracas beendet. Oppositionsabgeordnete, Journalisten und Angestellte durften das Gebäude verlassen. Sie wurden zuvor von mutmaßlichen Regierungsanhängern dort festgehalten. Die Unterstützer von Präsident Nicolás Maduro waren zunächst in die Gärten des Parlaments eingedrungen und zündeten einige Feuerwerkskörper. Als sie ins Gebäude vorstießen, prügelten sie auf die anwesenden Abgeordneten der Opposition ein. Dabei wurden fünf von ihnen verletzt. Dutzende Demonstranten blockierten den Eingang zum Sitz der Nationalversammlung und schimpften mit Parolen gegen die oppositionellen Politiker. Diese hatten sich anlässlich des Nationalfeiertags im Parlament eingefunden. Abends zogen sich die Demonstrierenden schließlich zurück. Der Oppositionsführer Henrique Capriles macht Maduro für den Angriff verantwortlich. Dieser hingegen verurteilte die Gewalttaten und forderte zu Ermittlungen auf. Während die konservative Opposition den Staatschef seines Amtes entheben will, beschuldigt dieser seine Gegner, sie planten in Zusammenarbeit mit den USA einen Staatsstreich. Seit Anfang April finden in Venezuela beinahe täglich Proteste gegen Maduro statt, bei denen bereits 91 Menschen getötet und mehr als tausend verletzt wurden. (Bildquelle: Ministerio del Poder Popular para la Comunicación y la Información Venezuela).


29. Juni 2017 | Chile: Regierung entschuldigt sich bei den Mapuche | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

noticia_chile_mapuche_Ministerio_Secretaría_General_de_Gobierno„Wir haben als Staat versagt.“ So das Fazit der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet, als sie sich in der letzten Woche bei den Mapuche für alle im Namen des chilenischen Staates begangenen oder von ihm tolerierten „Fehler und Gräuel“ entschuldigte. Bachelet verband mit ihrer Entschuldigung die Ankündigung eines Programms zur Entwicklung der Region Araucanía, welches helfen soll, die wirtschaftliche Situation der Mapuche zu verbessern und die Anerkennung ihrer Kultur und Lebensweise zu garantieren. Wie Indigene in anderen lateinamerikanischen Ländern auch gehören die Mapuche zu den Ärmsten und am schlechtesten Gebildeten im Land. Neben Investitionen in Wirtschaft und Bildung ist jetzt geplant, ihre Sprache, das Mapudungun, offiziell anzuerkennen. Darüber hinaus kündigte die Präsidentin an, bestehende Landkonflikte zu klären. Seit der gewaltsamen „Pazifizierung“ von Araucanía verloren die Indigenen 90 Prozent ihres Landes, dessen Rückgabe sie seit Jahren fordern. Bis heute leben etwa 600.000 Angehörige des indigenen Volkes in traditionellen Gemeinschaften in der Region. Ihr Lebensraum wird in der Gegenwart von der intensiv betriebenen Forstwirtschaft bedroht. Widerstand wird immer wieder kriminalisiert und als Terrorismus behandelt. Sowohl Wirtschaftsverbände aus der Region als auch die Mapuche selbst begrüßen die angekündigten Maßnahmen, weisen aber darauf hin, dass Bachelet nicht mehr viel Zeit hat, ihre Pläne umzusetzen – ihre Regierungszeit endet im März 2018. (Bildquelle: Secretaría General de Gobierno).


22. Juni 2017 | Kuba: Verschlechterung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Noticias_Kuba_Foto Quetzal-Redaktion_pgAls Reaktion auf die Rede von US-Präsident Trump in der letzten Woche in Miami gab die kubanische Regierung von Präsident Raúl Castro eine Stellungnahme heraus. Trump hatte eine Neuauflage der Blockade angekündigt und deutlich gemacht, dass sich die USA den Beschlüssen der Vereinten Nationen widersetzen werden. Im Gegensatz zur Politik seines Vorgängers Barack Obamas stellt Trumps Ankündigung einen deutlichen Rückschritt in den Beziehungen der beiden Länder dar. Obama hatte 2016 die Insel besucht und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen eingeleitet, Trump dagegen scheint in die schlechtesten Zeiten des bilateralen Konflikts zurückgehen zu wollen. So betonte der US-Präsident, dass es ihm eine Ehre sei, in einem Theater auftreten zu dürfen, das den Namen eines „wahren Helden“ des kubanischen Volkes trage. Das Theater ist nach Manuel Artime benannt, dem Kommandeur der 1961 gescheiterten Invasion in der Schweinebucht. Bereits vor seiner Amtsübernahme erhielt Trump von extrem konservativen Gruppen der Exil-Kubaner in Miami den sogenannten „Schweinebucht-Preis“. Donald Trump kündigte eine Einschränkung der Handelsbeziehungen mit Kuba sowie der Möglichkeiten für Individualreisen an. Allerdings wolle er Kuba nicht wieder in die Liste der Staaten aufnehmen, die „Terrororganisationen finanzieren“. In der betont zurückhaltenden Erklärung Castros, welche vollständig in der „Granma“, der Zeitung der Kommunistischen Partei Kubas, veröffentlicht wurde, heißt es, dass die US-Regierung nicht in der Lage sei, dem Inselstaat Lehren zu erteilen. Das Dokument beklagt zudem Menschenrechtsverletzungen durch die USA sowohl auf Kuba als auch in anderen Ländern. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pg).


15. Juni 2017 | Argentinien: Reduzierung der Invaliditätsrente | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: Reduzierung der Invaliditätsrente - Foto: ANSESGroße Kritik erhält die argentinische Regierung derzeit aufgrund der Umsetzung einer Verordnung vom Jahr 1997 zur Reduzierung der Invaliditätsrente. Die Regierung möchte 4,2% des Haushaltsdefizits nicht überschreiten. Deshalb ist diese Maßnahme eine Option, um das Ziel zu erreichen. Seit Januar sind ungefähr 80.000 beitragsunabhängige Renten (pensiones no contributivas) ohne Vorankündigung unterbrochen worden. Dazu zählt, dass seit einem Jahr keine neuen certificados de discapacidad (äquivalent zu einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder zu einem Behindertenausweis) ausgegeben wurden. Die Mindestinvaliditätsrente beträgt 4 400 pesos (250 US-Dollar), was der Hälfte des Mindestlohns entspricht. Die Mehrheit der Betroffenen erhält jedoch 7 000 pesos (437 US-Dollar). Man schätzt, dass zwischen 13% und 15% der Bevölkerung mit einer solchen Behinderung in Argentinien leben (Bildquelle: ANSES_).


13. Juni 2017 | Puerto Rico: Volk stimmt für die Umwandlung in US-Bundesstaat | Kategorie(n): Noticias, Noticias Puerto Rico

Puerto Rico: Volk stimmt für die Umwandlung in US-Bundesstaat - Foto: Quetzal-Redaktion, gcAm vergangenen Sonntag haben die PuertorikanerInnen in einem Referendum mit 97,2 Prozent dafür gestimmt, dass ihre Insel der 51. US-Staat wird. Zwar ist sie schon seit 120 Jahren Territorium der Vereinigten Staaten. Sie gilt allerdings nur als assoziierter Freistaat. Das bedeutet beispielsweise für die Bewohner, dass sie zwar offiziell die US-Staatsbürgerschaft besitzen, jedoch kein Wahlrecht. Selbst die Delegierten im US-Kongress haben kein Stimmrecht. Die Wahlbeteiligung am Referendum lag nur bei 23 Prozent. Grund dafür war wohl der Boykottaufruf der Opposition. Die Wähler hatten außerdem die Möglichkeit, für die Unabhängigkeit ihrer Heimat zu stimmen. Dies ist inzwischen der fünfte Versuch, über die zukünftige politische Situation Puerto Ricos zu entscheiden. Einer der wichtigsten Gründe für den Wunsch nach Assimilation ist die finanzielle Lage: Die Karibikinsel steht kurz vor dem Bankrott. Als US-Bundestaat dürfte sie sich als zahlungsunfähig bezeichnen. Der Volksentscheid hat jedoch keine großen Chancen auf eine tatsächliche Umsetzung; sein Ergebnis ist nämlich nicht bindend. Letztendlich entscheidet der US-Kongress in Washington über die Aufnahme Puerto Ricos. Dieser wird aber aufgrund der republikanischen Mehrheit kaum dafür stimmen. Die Assimilation würde bekanntlich die Übernahme von Schulden bedeuten. Zudem würde die puertorikanische Bevölkerung größtenteils für die Demokraten wählen. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass die neokolonialistischen Strukturen zwischen den Vereinigten Staaten und der Karibikinsel nach wie vor greifen werden. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


06. Juni 2017 | Mexiko: Dresdner Sinfoniker spielen Konzert gegen die Mauer | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Flagge: MexikoUnter dem Motto „Tear down this wall“ spielten die Dresdner Sinfoniker am Sonnabend in Tijuana ein Konzert gegen den weiteren Mauerausbau zwischen Mexiko und den USA. Damit nahmen sie Bezug auf Ronald Reagans Aufforderung von 1987 an Michail Gorbatschow, die Mauer zwischen DDR und BRD abzureißen. Zusammen mit Musikern aus den beiden nordamerikanischen Grenzstaaten wollten die Sinfoniker ein Signal „gegen die Abgrenzung, Fanatismus und Nationalismus“ setzen, so auf ihrer Website. Zudem riefen sie auch zu weiteren Aktionen auf: Alle Menschen, die sich gegen die Mauer aussprechen wollten, sollten weitere Konzerte, Performances etc. anstoßen und anschließend unter dem Hashtag #teardownthiswall in den sozialen Medien veröffentlichen. Getrübt wurde die Veranstaltung nur durch Einschränkungen der US-Behörden, die das ursprünglich als grenzüberschreitend geplante Event auf amerikanischem Boden untersagte. Sie sprachen zunächst Sicherheitsbedenken aus, und nachdem das Konzert an einen anderen Ort verlegt werden sollte, monierten die kalifornischen Parkbehörden, dass die Musik den Vogelschutz störte. Trotz der Restriktionen kamen 2000 Besucher, um den Musikern dabei zuzuschauen, wie sie die Mauer selbst in ein Instrument verwandelten, als sie bei ihrem Stück „The Big, the bug, the Cricket and the Quack“ auf sie einhämmerten und -trommelten. Gegendemonstranten auf der US-Seite erschienen nur wenige und konnten die bunte Atmosphäre des Festivals kaum beeinträchtigen. Trotz der Versuche von Trumps Behörden, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen, gelang es den Musikern an diesem Tag, einen wirkungsvollen Protest gegen die Ausgrenzungspolitik des US-Präsidenten, aber auch gegen die Abschottung Europas und „vor allem gegen die Mauern in den Köpfen der Menschen“ zu initiieren.


22. Mai 2017 | Mexiko: Hohe Luftverschmutzung führt zu Einschränkungen in Mexiko-Stadt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

exiko: Hohe Luftverschmutzung führt zu Einschränkungen in Mexiko-Stadt - Foto: Quetzal-Redaktion, Pablo ArocaMexikos Hauptstadt weist in diesen Tagen eine verstärkte Luftverschmutzung durch einen erhöhten Ozongehalt in der Luft auf. Ausgelöst wird dieser Umstand u.a. durch das starke Verkehrsaufkommen und hohe Temperaturen. Hinzu kommt, dass die Schmutzpartikel durch den nur schwach wehenden Wind nicht aus der Stadt herausgetragen werden können. Um der starken Luftverschmutzung entgegenzuwirken, kommt es nun seitens der Behörden zu deutlichen Einschränkungen im Straßenverkehr. Diese beinhalten, dass die Nutzung bestimmter Kraftfahrzeuge momentan nicht erlaubt ist. Zu dieser Gruppe gehören einerseits Fahrzeuge mit hohen Schadstoffemissionen, andererseits entscheidet auch die letzte Ziffer des Autokennzeichens (gerade oder ungerade) darüber, ob die Nutzung eines bestimmten Fahrzeug erlaubt ist. Auf diese Weise ist die Anzahl der in Mexiko-Stadt und Umgebung zirkulierenden Fahrzeuge um 1,5 Millionen gesenkt worden, was ca. 30% des gesamten Verkehrs der Region entspricht. Der Umweltausschuss Mexiko-Stadts (CAME) rät der Bevölkerung außerdem, sich nicht länger als zwingend notwendig an der freien Luft aufzuhalten und unnötige Erledigungen zu vermeiden. Auch die Nutzung eines Mundschutzes wird empfohlen. Besonders hoch sei die Belastung zwischen 13:00 und 19:00 Uhr. Ein zu hoher Ozongehalt in der Luft kann zu Irritationen von Nase, Hals und Augen führen sowie kardiovaskuläre Probleme hervorrufen. In besonderem Maße sind Personen mit Asthma oder Atemwegserkrankungen betroffen. Aufgrund der generell sehr hohen Luftverschmutzung in Mexiko-Stadt und Umgebung müssen Maßnahmen wie diese immer wieder ergriffen werden; im Jahr 2016 insgesamt achtmal. Der derzeitige Ausnahmezustand könnte noch bis zum Ende der Woche andauern. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Pablo Aroca).


04. Mai 2017 | Ecuador: Anklage gegen Offizier wegen Rassenhasses | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

noticia_ecuador_esmil_Presidencia_de_la_República_del_Ecuador„In meiner Armee wird kein Schwarzer Offizier!“ Diese Aussage eines Ausbilders ist nur ein Beispiel für die Diskriminierung, die der junge Rekrut Michael Arce in der ecuadorianischen Armee zu erdulden hatte. Beschimpfungen, Erniedrigungen, körperliche Gewalt waren für ihn ab dem 2. Oktober 2011, seinem ersten Tag in den Streitkräften, an der Tagesordnung. Der Capitán Fernando E., der Hauptverantwortliche für die Attacken gegen Arce, ist jetzt in Ecuador zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, am 5. Juli soll die endgültige Entscheidung über das Urteil erfolgen. Der Fall ist in dem Andenstaat insofern bedeutsam, als hier zum ersten Mal eine Anklage wegen eines Hassverbrechens erfolgte. Dabei ist Rassismus auch in Ecuador alltäglich. Etwa acht Prozent der Bevölkerung haben afrokubanische Wurzeln. Ebenso wie die Indigenen sind Afroecuadorianer ärmer, schlechter ausgebildet und haben schlechtere Jobs. Michael Arce blieb nur knapp zwei Monate an der Escuela Superior Militar Eloy Alfaro (Esmil), dann verließ er die Streitkräfte. Eine Untersuchung, die nach einer Beschwerde im Dezember 2011 eingeleitet wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Diskriminierung bei der Kadettenausbildung an der Esmil systematisch stattfinde, nicht nur aufgrund der Hautfarbe, sondern auch aus homophoben und machistischen Gründen. Michael Arce hatte sich übrigens für die militärische Laufbahn entschieden, weil er der erste schwarze General Ecuadors werden wollte. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).


21. April 2017 | Kuba: Festival „Habana Clásica“ in der kubanischen Hauptstadt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Festival „Habana Clásica“ in der kubanischen Hauptstadt - Foto: Quetzal-Redaktion, pgMan könne nicht über das musikalische Erbe reden, ohne die Musik erklingen zu lassen, ist die kubanische Musikwissenschaftlerin Mariam Escudero überzeugt. Also hat sie gemeinsam mit dem Taller Internacional de Patrimonio Histórico-Documental Música en Hispanoamérica und dem Amt des Stadthistorikers von Havanna namhafte Musiker nach Kuba eingeladen, um zum ersten Mal „Habana Clásica“ zu feiern. Das Festival für internationale Kammermusik präsentiert vom 18. bis 23 April 30 junge Solisten aus sieben Ländern sowie zwei Kammerorchester. Veranstaltungsorte sind u.a. das Theater José Martí, die Basilika des Klosters San Francisco de Asís und die Große Aula des Colegio San Gerónimo. Zu den namhaften Künstlern, die zum Festival kommen, gehören der deutsche Geiger David Nebel, der Kontrabassist Michel Taddei aus den USA, die russische Pianistin Marina Seltenreich und der Gitarrist Josué Tacoronte aus Kuba. Neben den zahlreichen Konzerten stehen auch Tanzvorführungen, Vorträge und Diskussionen auf dem Programm des Festivals. Und da die Musik für alle da sein soll, wird es auch Freiluftkonzerte auf Plätzen im historischen Zentrum der kubanischen Hauptstadt geben, darunter je eins für Senioren und für Kinder. Gewidmet ist die erste Ausgabe von „Habana Clásica“ übrigens dem italienischen Bassbuffo Paolo Montarsolo (1925-2006) (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)


19. April 2017 | Argentinien: DozentInnen für das Recht auf öffentliche Bildung und existenzsichernden Lohn | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien: DozentInnen für das Recht auf öffentliche Bildung und existenzsichernden Lohn - Foto: Quetzal-Redaktion, Soledad BiasattiDie argentinischen Lehrergewerkschaften demonstrieren seit Anfang April landesweit. Unter dem Motto “#1A” haben sich DozentInnen aus dem ganzen Land am 1. April an der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast versammelt. Die Demonstrierenden fordern eine Gehaltserhöhung, um den Preisanstieg der letzten Monate ausgleichen und die Armutsgrenze verlassen zu können. Allein im Jahr 2016 erreichte die Inflation in Argentinien 40%. Die Landesregierung kündigte eine Unterstützung für die Provinzregierungen an, um den Mindestlohn in Höhe von 9.672 Pesos (ca. 560 Euro) zu gewährleisten. Als Reaktion auf die Verweigerung der Regierung, auf die Forderungen der DozentInnen einzugehen, wurde beschlossen, eine “Wanderschule” gegenüber dem Parlament zu errichten. Die “Wanderschule” wurde zunächst brutal unterdrückt, weil eine der Genehmigung fehlte, konnte einige Tage später dann doch eingerichtet werden. Allerdings läuft diese Genehmigung bereits heute aus. Unter dem Motto “öffentliche Bildung: Lehrt, widersteht, träumt” finden seitdem öffentliche Schulungen, Vorlesungen, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt, um auf das Recht auf Bildung und Arbeit aufmerksam zu machen. Die Aktion erinnert an das “Weiße Zelt”, das während der Hungerstreiks in den Jahren 1997 bis 1999 am gleichen Standort von den DozentInnen aufgestellt wurde. Die Regierung Macri versucht, die Protestaktion zu delegitimieren und kündigte außerdem an, einen “Maverick” in Südafrika zu kaufen. Dieses Fahrzeug kann gegen Straßenblockaden eingesetzt werden und ist laut Hersteller besonders für die Region geeignet. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti).


07. April 2017 | Uruguay: La Cumparsita – Der Tango der Tangos wird 100 | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

noticias_uruguay_La_cumparsita_Public_DomainLa Cumparsita feiert seinen 100. Geburtstag: der bekannteste, der schönste, der meistgespielte Tango der Welt. Wer hatte und hat dieses Stück nicht alles in seinem Repertoire? Carlos Gardel, Astor Piazzolla, ja selbst Julio Iglesias. Gene Kelly tanzte danach, wie es unzählige weniger berühmte aficionados bis heute tun. Im Jahr 2000 erklang der Tango sogar beim Einzug der argentinischen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney. Damals waren die Uruguayer allerdings sehr sauer. Schließlich handelt es sich bei La Cumparsita definitiv nicht um einen argentinischen Tango, sondern um einen originär uruguayischen. Geschrieben wurde er Ende 1915/ Anfang 1916 von Gerardo Matos Rodríguez, und der wurde in Montevideo, Uruguay geboren. Matos, damals noch keine 20, schrieb das Stück für den Karnevalsumzug einer Studentenvereinigung. 1917 wurde La Cumparsita im Café La Giralda in Montevideo öffentlich aufgeführt, mit anderen Worten: ganz offiziell. Aus diesem Anlass wird in Montevideo den ganzen April über ausgiebig gefeiert. Ab heute gibt es an jedem Donnerstag im April auf dem Mercado Agrícola de Montevideo (MAM) kostenfrei Musik, Gesang und Tanz mit Nelson Pino, Beatriz Dubal, Estilo Re-Fa-Si, Valeria Lima, Avalancha Tanguera und vielen anderen. Darüber hinaus werden an jedem Wochentag Führungen im Museo del Tango angeboten, welches sich im Palacio Salvo befindet – an dem Ort, wo früher das Café La Giralda stand. Der Autor selbst hatte von seinem Meisterstück, das heute nicht selten als „Rausschmeißer“ dient, außer dem Ruhm nicht viel: Dem Vernehmen nach verkaufte er die Rechte an La Cumparsita bereits 1918 und verlor das Geld kurz darauf beim Pferderennen. (Bildquelle: Public Domain).


03. April 2017 | Mexiko: Zeitung stellt Printversion nach der Ermordung einer Mitarbeiterin ein | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Norte-Zeitung_ScreenshotMit ihrer letzten Ausgabe am Sonntag, 2. April, hat die Lokalzeitung „Norte“ (Ciudad de Juárez) nach 27 Jahren ihre Printedition eingestellt. Dieser Schritt ist die direkte Folge auf die Ermordung einer ihrer Mitarbeiterinnen, Miroslava Breach, im März dieses Jahres. Diesen Entschluss ließ der Eigentümer der Zeitung, Oscar A. Cantú Murguía, in einem offenen Brief verlauten, welcher auf der Titelseite der letzten Printausgabe veröffentlicht wurde. Hierin wendet sich Cantú direkt an seine LeserInnen und begründet seine Entscheidung u.a. damit, dass es seinen MitarbeiterInnen nicht mehr möglich sei, ihrem Beruf nachzugehen, ohne sich dabei einem erheblichen Risiko auszusetzen. Cantú merkt außerdem an, dass es die prekäre Sicherheitslage nicht mehr erlaube, einen kritischen Journalismus zu betreiben und dass er sich nicht dazu bereit sehe, noch weitere seiner MitarbeiterInnen auf diese Weise zu verlieren. Breach, die bereits seit mehreren Jahren für „Norte“ arbeitete, war am 23. März vor ihrem Haus erschossen worden. Sie war u.a. an der Berichterstattung über Korruption und Drogenhandel beteiligt. Neben Breach wurden in Mexiko allein im vergangenen Monat noch zwei weitere Journalisten getötet: Ricardo Monlui im Bundesstaat Veracruz am 19. März sowie Cecilio Pineda im Bundesstaat Guerrero am 2. März. Cantús Verlautbarung sowie die gesamte letzte Printausgabe von „Norte“ kann online auf der Webseite der Zeitung abgerufen werden: www.nortedigital.mx (Bildquelle: Screenshot).


30. März 2017 | Argentinien: Polemik um Aufrüstung des Landes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien-Aufrüstung_Bild Quetzal-Redaktion_gcVor einigen Tagen wurde ein Brief des argentinischen Botschafters in Washington, Martín Lousteau, verbreitet, in dem der Diplomat beim US-Kongress militärische Ausrüstung beantragt. Das Schreiben ist an den im US-Parlament für die Genehmigung von Rüstungsexporten zuständigen Unterausschuss gerichtet und enthält eine detaillierte Liste von militärischen Gütern im Wert von knapp 2.000 Mio. USD, darunter u.a. Panzer, Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Raketen. Dem Antrag zufolge brauche Argentinien diese Rüstungsgüter, um die nationale Verteidigung zu sichern und bei Friedensmissionen kooperieren zu können. Außerdem müsse die Fähigkeit des Landes verbessert werden, globale Bedrohungen wie Terrorismus, Drogenhandel und organisierte Krimilalität zu bekämpfen. Obwohl das Außenministerium bisher keine Stellungsnahme herausgab, bestätigte das Verteidigungsministerium den Kauf von 12 Hubschraubern für insgesamt 180 Mio. USD, die zu Ausbildungszwecken bestimmt seien. Die Oppositionspartei FPV (Frente para la Victoria) beklagte, dass eine Aufrüstung des Landes für den Kampf gegen den Terrorismus das Land auf internationaler Ebene gefährden könnte. Andererseits könnte sie im Inneren zur Unterdrückung sozialer Proteste genutzt werden. Trotz ihrer berechtigten Kritik an der “Aufrüstung gegen den Terror” ratifizierte die FPV 2011 das sogenannte Antiterrorgesetz und änderte auch das Strafgesetzbuch, was u.a. von Friedensnobelpreisträger Pérez Esquivel als eine Verletzung der Menschenrechte kritisiert wurde. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gc).


23. März 2017 | Ecuador: Lenín Moreno ist aussichtsreichster Kandidat für das Präsidentenamt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

noticias_ecuador_lenin_moreno_Foto_Eduardo_Santillán_Presidencia_de_la_República_del_EcuadorEcuador befindet sich im Endspurt des Wahlkampfes für die Stichwahl um das Präsidentenamt am 2. April. Laut Meinungsumfragen ist Lenín Moreno von der regierenden Alianza País der aussichtsreichste Kandidat. Er käme demnach auf 52 Prozent der Wählerstimmen, auf seinen konservativen Gegner Guillermo Lasso (CREO-Suma) entfielen wohl nur 35 Prozent. Vor Vertretern der ausländischen Presse erläuterte der Kandidat der Alianza País gestern sein Regierungsprogramm und setzte sich dabei auch vom amtierenden Präsidenten Rafael Correa ab. Er betonte allerdings, dass seine Differenzen zu Correa vor allem im Regierungsstil lägen. Moreno setzt auf Dialog. Bereits als Vizepräsident war er dafür bekannt gewesen, dass seine Türe immer offen stand. „Mit mir kann man reden“, betonte er vor den Pressevertretern. Schwerpunkte für seine Regierungsarbeit setzt er im sozialen Bereich. Sein Ziel sei eine lebenslange Krankenversicherung für alle Ecuadorianer (Toda una vida). Darüber hinaus solle der Wohnungsbau gefördert werden. In Ecuador seien zwei Fünftel der Bevölkerung ohne Bleibe, weshalb der Bau von ca. 325.000 Wohnungen geplant sei. 121.000 davon sollen kostenlos für arme Familien zur Verfügung gestellt werden. Das Programm La casa para todos schaffe zudem 136.000 neue Arbeitsplätze. Moreno führte weiter aus, dass auch unter seiner Regierung die extraktivistische Politik fortgesetzt werde. Er kenne kein Land, das seine Bodenschätze nicht nutze, es werde künftig aber darauf geachtet, dass die „besseren internationalen Standards“ eingehalten werden (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador, Eduardo Santillán).


21. März 2017 | Peru: Mehr als 70 Tote nach anhaltendem Starkregen und Überschwemmungen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Peru

Peru: Notfallkrankenhaus in Tumbes - Foto: Ministerio de Defensa del PerúNach starken Regenfällen kam es in weiten Teilen Perus zu Erdrutschen, Schlammlawinen und Überschwemmungen, von denen bisher circa 643.000 Menschen betroffen sind. In Folge der Katastrophe sind nach Angaben des Nationalen Instituts für Zivile Verteidigung seit Dezember letzten Jahres über 140.000 Häuser zerstört oder beschädigt worden. Mindestens 78 Menschen verloren ihr Leben, 263 Menschen kamen mit Verletzungen davon. Nachdem zahlreiche Ortschaften und einige Städte von den Überschwemmungen heimgesucht worden sind, fürchten nun Millionen von PeruanerInnen um ihre Trinkwasserversorgung. Während in Trujillo, der drittgrößten Stadt des Landes, das Zentrum überspült wurde, traten in Lima Flüsse über die Ufer. Die Ortschaft Barba Blanca in der Provinz Huarochirí wurde fast vollständig von Schlamm und Geröll begraben, nachdem die Behörden die ungefähr 350 EinwohnerInnen in Sicherheit gebracht hatten. Zahlreiche Straßen sind blockiert, viele Brücken eingestürzt und Tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Regierung unter Präsident Pedro Pablo Kuczynski rief in 811 (von insgesamt 2800) Distrikten den Notstand aus und stellte Soforthilfen von umgerechnet 720 Millionen Euro zur Verfügung, um die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Mittlerweile sind auch Hilfsgüter aus einigen südamerikanischen Nachbarländern eingetroffen. Die überdurchschnittlichen Regenfälle werden auf das globale Klimaphänomen „El Niño“ zurück geführt, welches an der Pazifikküste Perus eine Erhöhung der Temperatur des Oberflächenwassers um bis zu fünf Grad zur Folge hat. In der von den aktuellen Regenfällen betroffenen Küstenregion Perus herrscht normalerweise ein arides Klima, das geprägt ist durch wenig Vegetation und trockene, sandige Böden, von denen die Wassermassen nicht aufgenommen werden. Ein Ende der Niederschläge ist noch nicht in Sicht. Die Regenfälle werden voraussichtlich bis April andauern (Bildquelle: Ministerio de Defensa del Perú).


17. März 2017 | Kuba, Kolumbien: Kuba vergibt Stipendien an kolumbianische Regierung und FARC | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien, Noticias Kuba

Kuba, Kolumbien: Kuba vergibt Stipendien an kolumbianische Regierung und FARC - Foto: Adrian ClarkUm einen Beitrag für die Umsetzung des Friedensprozesses in Kolumbien zu leisten, wird Kuba insgesamt 1.000 Stipendien für ein Medizinstudium auf der Karibikinsel ausstellen. Das ließ der kubanische Botschafter José Luis Ponce am Donnerstag in einem Brief an den Anführer der FARC, Iván Márquez, verlauten. Die Stipendien sollen zu gleichen Teilen unter der FARC und der kolumbianischen Regierung aufgeteilt werden, indem jede der beiden Parteien über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich 100 Stipendien erhält. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete Márquez Kubas Angebot als eine Geste der Humanität. Ein solches Stipendium soll alle Kosten bezüglich des Studiums sowie Ausgaben für den Lebensunterhalt abdecken, sodass von den künftigen Studierenden lediglich die Reisekosten selbst übernommen werden müssen. Vergeben werden die ersten Stipendien bereits zu Beginn des neuen Studienjahres in Kuba im September dieses Jahres. In naher Zukunft werden die kubanischen Behörden der kolumbianischen Regierung weitere Details mitteilen. Kolumbiens Innenminister Juan Fernando Cristo deutete bereits an, dass die Regierung die Stipendien besonders an Personen vergeben werde, die in von dem langjährigen Konflikt betroffenen Gebieten lebten und keine guten Bildungschancen gehabt hätten. Seit dem Jahr 2012 war Kuba (neben Norwegen) als Garant maßgeblich am Gelingen der Verhandlungen im Friedensprozess zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC beteiligt. Zudem ist das Land weltweit für seine hervorragende universitäre Ausbildung im Fachbereich Medizin bekannt. (Bildquelle: Adrian Clark_)


09. März 2017 | Lateinamerika: Der Fall “Odebrecht” zieht immer weitere Kreise | Kategorie(n): Noticias, Noticias Brasilien, Noticias Dominikanische Republik, Noticias Lateinamerika, Noticias Peru, Noticias Venezuela

Lateinamerika: Korruptionsskandal Odebrecht - Foto: Quetzal-Redaktion, csNach und nach weitet sich der Korruptionsskandal um das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht in Lateinamerika aus. Der Skandal nahm seinen Lauf, als Mitte Juni 2015 Marcelo Odebrecht wegen Bestechung und Geldwäsche festgenommen und später zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Firmenchef und Hauptplaner des Korruptionsnetzwerks kooperierte mit der Staatsanwaltschaft – wohl um seine Haftstrafe zu mindern –, so dass die Behörden zahlreiche beteiligte Personen identifizieren konnten. Weitere 77 Ex-ManagerInnen des Bauriesen taten es Odebrecht gleich, und mittlerweile konnten die Staatsanwaltschaften aus 15 verschiedenen Ländern die systematische Korruption auf großen Teilen des lateinamerikanischen Kontinents und ein paar afrikanischen Ländern aufdecken. Offenbar zahlte das Unternehmen seit 2001 Schmiergeld an PolitikerInnen jedweder Couleur, um später bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt zu werden. Unter Betrachtung der Höhe der Schmiergeldzahlungen stechen Brasilien (349 Mio. USD), Venezuela (98 Mio. USD) und die Dominikanische Republik (92 Mio. USD) hervor. Am spektakulärsten ist bisher aber der Fall Peru, da dort wohl die letzten vier Präsidenten des Landes persönlich in die Korruption involviert sind. Gegen Expräsident Alejandro Toledo (2001-2006) ist bereits ein internationaler Haftbefehl erlassen worden, weil er Schmiergeldzahlungen in Höhe von 20 Mio. UDS erhalten haben soll. Gegen die Ex-Präsidenten Alan García (2006-2011) und Ollanta Humala (2011-2016) wird seit kurzem auch wegen Korruptionsfällen während ihrer Amtszeiten ermittelt. Schließlich gibt es auch erste Indizien gegen den amtierenden Präsidenten Pablo Kuczynski, der als damaliger Wirtschafts- und Finanzminister sowie späterer Premierminister im Kabinett von Toledo ebenfalls Schmiergeldzahlungen erhalten haben soll. Auch wenn noch unklar ist, wie groß dieses kriminelle Netzwerk insgesamt war, so zeigt der Skandal doch jetzt schon, wie stark die lateinamerikanischen Demokratien von finanzstarken Privatinteressen ausgehöhlt worden sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


03. März 2017 | Chile: Nach den Bränden kommen die Erdrutsche | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Verschmutztes Wasser des Flusses Maipo in Pirque - Foto: Quetzal-Redaktion, csNachdem Chile in den letzten Monaten von verheerenden Wald- und Buschbränden heimgesucht worden war, folgten letztes Wochenende starke Regenfälle und Unwetter in den Anden, welche die nächste Katastrophe auslösten. Zum einen wurde das Wasser des Flusses Maipo verschmutzt, der Großteile der Hauptstadtregion – und damit etwa ein Drittel der chilenischen Bevölkerung – mit Trinkwasser versorgt. In der Folge waren Tausende Kilometer des Leitungsnetzes verunreinigt, so dass (teilweise tagelang) ein paar Millionen Menschen von der Wasserversorgung abgeschnitten waren. Vom Notstand betroffene Schulen, Kindergärten, Büros und Geschäfte blieben aus hygienischen Gründen bis zur Wiederherstellung der Wasserversorgung geschlossen. Bisher konnte das verantwortliche Unternehmen Aguas Andinas die vollständige Leistung nicht wieder herstellen, richtete jedoch sehr zügig mehr als fünfzig mobile Stationen ein, wo an die betroffenen AnwohnerInnen Trinkwasser verteilt wurde. Weiterhin hatten rund achtzig Tausend Menschen in der Hauptstadtregion sowie den Regionen Valparaíso und O’Higgins keinen Strom. Es wurden zahlreiche Straßen blockiert, mehrere Orte in den Anden waren von der Außenwelt abgeschnitten sowie einige Sektoren überschwemmt. Am schlimmsten traf es die Gemeinde San José de Maipo, die erst kürzlich von den Buschbränden betroffen war: Die Hauptzufahrtsstraße der Anden-Gemeinde war zeitweise komplett gesperrt, und es wurden mehrere Personen und Häuser von den Fluten mitgerissen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde ONEMI werden insgesamt 28 Menschen vermisst, nach denen die Behörden mit mehreren Hundert Einsatzkräften suchen. Bisher wurde eine Person verletzt aufgefunden, während für sechs Menschen jede Hilfe zu spät kam. Als Vorsichtsmaßnahme wurden östlich der Stadt San Fernando 235 Menschen evakuiert, die ab Dienstag wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten. Die schlimmste Unwetter sind nach Angaben von ONEMI vorüber, es gibt jedoch noch einige Unwetterwarnungen, weshalb die Behörden weiterhin in Alarmbereitschaft sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).  


27. Februar 2017 | Uruguay: Diskussion um Gesetz gegen häusliche Gewalt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Uruguay

Lateinamerika_Femizide_Foto Quetzal-Redaktion_sole biasattiUruguay ist im sozialen Bereich eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas: Es gibt ein Gesetz über häusliche Gewalt, der Schwangerschaftsabbruch ist entkriminalisiert, homosexuelle Paare dürfen heiraten, und die Kriminalitätsrate ist die niedrigste in der Region. Andererseits gehört das Land laut UNO zu den Ländern Südamerikas mit der höchsten Rate an häuslicher Gewalt. 2016 wurden 24 Frauen von ihrem Partner bzw. Ex-Partner ermordet. Einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge wird im Durchschnitt alle 14 Tage eine Frau von ihrem Partner/ Ex-Partner getötet, und alle 68 Minuten geht bei der Polizei eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt ein. Allerdings zeigt lediglich jede vierte Frau ihren Peiniger an. Bereits im Dezember 2015 wurde ein Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, der die Erhöhung des Strafmaßes für solche Straftaten vorsieht, die künftig als besonders schwere Verbrechen aus „Hass und Verachtung“ eingestuft werden sollen. Wenn das Tempo der Beratungen beibehalten wird, dann braucht es aber noch mindestens ein Jahr bis zur Fertigstellung des Gesetzes. Diskutiert wird zudem ein umfassendes Projekt gegen häusliche Gewalt, dass auch eine bessere Prävention vorsieht, nicht zuletzt durch umfangreiche Maßnahmen in der Bildung. Vonnöten, und da ist man sich einig, ist vor allem eine grundlegende Veränderung der machistischen Kultur im Land. Wie stark diese auch in der Justiz noch vertreten ist, bewies Jorge Chediak, Präsident des Obersten Gerichtshofs, der den vorsätzlichen Mord an einer Frau durch ihren Partner schlicht als „Verbrechen aus Leidenschaft“ bezeichnete. Die Abgeordnete Constanza Moreira betonte, dass nicht allein Chediak begreifen müsse, dass Leidenschaft etwas anderes sei. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


23. Februar 2017 | Lateinamerika: Keine gute Zeit für Menschenrechte | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika: Keine gute Zeit für Menschenrechte - Foto: make noise not artDas Jahr 2016 brachte für Lateinamerika einen starken Rückschritt in Fragen der Menschenrechte. So lässt sich der Inhalt eines Papiers von Amnesty International auf den Punkt bringen, das gestern in Buenos Aires vorgestellt wurde. Marcos Gómez, Paola García (AI Argentinien) und Mariela Belski (AI Venezuela) betonten, dass Lateinamerika im letzten Jahr die am stärksten „ungleiche und gewalttätige Region der Welt“ war. In Brasilien stieg die Zahl der durch Polizisten Getöteten allein in Rio de Janeiro um 103 Prozent verglichen mit 2015. In Mexiko wurden bis Ende November 2016 mehr als 36.000 Morde registriert, was abermals einen deutlichen Anstieg der Opferzahlen bedeutete. In Venezuela bedrohe die „schwere humanitäre und wirtschaftliche Krise“ die Menschenrechte, zudem seien die offiziellen Gegenmaßnahmen nicht transparent und förderten Diskriminierung. Als größter Rückschritt wurde in Buenos Aires die Politik gegenüber Migranten benannt, die mit Verweis auf die nationale Sicherheit immer weiter verschärft werde. Das jüngste Beispiel ist das neue Migrationsgesetz in Argentinien. Nach diesem Gesetz sollen straffällig gewordene Migranten sofort abgeschoben werden, auch – und darauf verweisen Kritiker – bei Bagatellstrafen wie z.B. Straßenhandel ohne Genehmigung. Das Gesetz führte zu Verstimmungen in den Beziehungen zum Nachbarland Bolivien. Boliviens Staatschef Eva Morales hatte die Länder der Region aufgerufen, in der Migrationsfrage nicht der Politik von US-Präsident Donald Trump zu folgen. (Bildquelle: make noise not art_)


20. Februar 2017 | Kuba: Immer mehr MigrantInnen auf die Karibikinsel zurückgeführt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba

Kuba: Migration - Bild: Coast Guard NewsAm vergangenen Freitag (17. Januar) sind zwei kubanische Migrantinnen, die in Miami (Florida) um Asyl gebeten hatten, in einem eigens dafür bereitgestellten Charterflugzeug nach Kuba ausgeflogen worden. Bei den beiden Frauen handelt es sich jedoch lediglich um einen kleinen Teil all derjenigen MigrantInnen, die seit Januar von verschiedenen Ländern aus (darunter Mexiko, die Bahamas und die Cayman Inseln) nach Kuba zurückgeschickt worden sind. Insgesamt wurden seit Mitte Januar bereits mehr als 680 KubanerInnen deportiert. Der Grund für die hohe Anzahl an Ausweisungen und Ablehnungen kubanischer MigrantInnen liegt in der Beendigung der „Wet-foot-dry-foot“-Politik seitens der USA, welche seit 1995 fast allen kubanischen MigrantInnen, die US-amerikanischen Boden erreichten, eine automatische Aufenthaltsberechtigung zugestand. Am 12. Januar dieses Jahres jedoch, kurz vor seinem Amtsaustritt, hatte der damalige Präsident Obama jene Politik gestoppt. Die kubanische Regierung hatte sich stets gegen die „Wet-foot-dry-foot“-Politik ausgesprochen, die ihrer Ansicht nach illegale Migration und Menschenhandel förderte sowie das eigene Land seiner Eliten beraubte. Obamas Entscheidung hat auch Auswirkungen auf andere Länder Lateinamerikas, in denen nun hunderte KubanerInnen, die sich auf dem Weg in die USA befanden, gestrandet sind und befürchten, ebenfalls deportiert zu werden. So hat z.B. Mexiko seit jenem Politikwechsel mehr als 400 MigrantInnen nach Kuba zurückgeschickt. (Bildquelle: Coast Guard News_)


16. Februar 2017 | Venezuela: Vizepräsident El Aissami von USA des Drogenhandels beschuldigt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Tareck El Aissami, Venezuela - Bild: CorresponsalesTVAm vergangenen Montag veröffentlichte das US-amerikanische Finanzministerium eine Pressemitteilung, in der Venezuelas Vizepräsidenten Tareck El Aissami sowie seinem mutmaßlichen Partner, dem Unternehmer Samark José López Bello, eine bedeutende Rolle im internationalen Drogenhandel vorgeworfen wird. Diese Anschuldigungen sind laut US-Finanzministerium das Ergebnis jahrelanger Ermittlungen. El Aissami, seit Januar 2017 Vizepräsident Venezuelas, soll in Verbindung mit Drogenlieferungen an Los Zetas, eines der bekanntesten mexikanischen Drogenkartelle, stehen und auch andere Drogenhändler unterstützt und koordiniert haben. Des Weiteren wird er beschuldigt, dem kolumbianischen Drogenboss Daniel Barrera Barrera wie auch dem venezolanischen Drogenhändler Hermágoras González Polanco Schutz gewährt zu haben. El Aissamis Partner, López Bello, soll den Politiker bei jenen Aktivitäten finanziell und materiell unterstützt und als Strohmann El Aissamis gedient haben. Auf seinem Twitter-Account bezeichnete El Aissami die Vorwürfe als eine „imperialistische Aggression“, welche ihn nicht davon abhalten würde, Präsident Maduro auf seinem Weg zur wirtschaftlichen Genesung des Landes zu unterstützen. Wie erwartet zeigte sich auch Venezuelas Präsident Maduro verärgert über die Mitteilung des US-Finanzministeriums und bezeichnete sie als illegal, niederträchtig und als eine Aggression gegen Venezuela. Während er sich jedoch deutlich gegen die US-amerikanischen Beamten äußerte, hielt er sich mit direkter Kritik gegen Präsident Donald Trump zurück und sieht die Entscheidung des Finanzministeriums eher als ein Relikt der Regierung unter Ex-Präsident Obama an. (Bildquelle: CorresponsalesTV_)


09. Februar 2017 | Mexico: Außenminister reist nach Washington | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko, Videgaray - Foto: Ryan Rayburn/IMF PhotoEs sei bekannt, dass die Beziehungen zwischen Mexiko und den USA sehr schwierig sind, aber man wolle die Kommunikationskanäle offen halten, betonte der mexikanische Außenminister Luis Videgaray am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Rex Tillerson. Videgarays Kurzbesuch in Washington war bereits das zweite Treffen der beiden Minister. Das erste endete abrupt, nachdem Mexikos Präsident Peña Nieto das geplante Treffen mit US-Präsident Trump abgesagt hatte. Beim gestrigen Treffen der Außenminister war der geplante Bau einer Mauer an der Südgrenze der USA ein Thema, und Mexiko machte abermals deutlich, dass es die geforderte Finanzierung des Projekts kategorisch ablehnt. Im Zusammenhang mit der von US-Präsident Trump geforderten Neuverhandlung des Freihandelsabkommens NAFTA wies Videgaray darauf hin, das Mexiko einen 90-tägigen internen Konsultationsprozess eingeleitet habe, um die Situation im Land und die Meinung der für NAFTA wichtigen Akteure zu sondieren. Vor Ablauf dieser Frist seien keine Verhandlungen zu den Handelsbeziehungen möglich. Es sei zudem geplant, Gespräche mit seinem kanadischen Amtskollegen zu führen. Als Ergebnis der Visite von Videgaray in Washington wurde für die nächsten Wochen ein Besuch seines Amtskollegen Tillerson in Mexiko angekündigt. (Bildquelle: Ryan Rayburn/ IMF Photo_).


02. Februar 2017 | Chile: Südlich der Hauptstadt wüten die schlimmsten Brände in der Geschichte des Landes | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: "Brigaden" der CONAF und Freiweillige warten an der Kommandostelle in Pirque auf Anweisungen - Foto: Quetzal-Redaktion, Fernando Codoceo HernándezSeit Mitte Januar wird Chile von unberechenbaren Bränden heimgesucht, die hauptsächlich Wälder der Forstunternehmen (57%), aber auch natives Buschland (22%), native Wälder (18%) und Ackerland (3%) verwüsten. Von der Region Coquimbo bis zur Region Araucanía haben bisher mehr als zwei Hundert Brandherde knapp 400.000 Hektar Land zerstört – seit Anfang der Saison (1. Juli 2016) sind es bereits mehr als 576.000 Hektar, die den Flammen zum Opfer gefallen sind. Das entspricht in etwa einem Viertel der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns. Bisher sind 11 Menschen im Kampf gegen das Feuer gestorben, 6.162 Einwohner sind von den Bränden betroffen und 1.551 Häuser wurden zerstört. Der Ort Santa Olga bei Constitución wurde komplett vernichtet, wird aber bereits mit Hilfe des Staates wieder aufgebaut. Die Löscharbeiten mit rund 20.500 Einsatzkräften leitet die Forstbehörde CONAF, welche vom Militär, freiwilligen Feuerwehrleuten, weiteren staatlichen Behörden sowie Freiwilligen aus Chile und anderen Ländern unterstützt werden. Mehrere Dutzend Helikopter und Löschflugzeuge erleichtern die Löscharbeiten, während parallel dazu Brandschneisen von bereits 382 km mit schwerem Gerät geschlagen worden sind, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Da das extrem trockene Klima sowie die wechselnden Winde die Löscharbeiten erschweren, konnten bisher erst neun Brände vollkommen gelöscht werden, während jedoch noch 148 Feuer weiterhin aktiv, 64 unter Kontrolle sind und 75 zurzeit bekämpft werden. So kann von Entwarnung noch keine Rede sein, wenngleich die Einsatzkräfte auch dank der internationalen Hilfe erste Erfolge erzielt haben. Als Hauptursachen werden von den Behörden neben der anhaltenden Dürre auch Brandstiftung und unachtsames Verhalten angegeben (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Fernando Codoceo Hernández).


26. Januar 2017 | Lateinamerika: Auch 2016 noch immer große Probleme mit Korruption | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Korruption, Transparency International - Bild: VieuxbillAm 25. Januar veröffentlichte Transparency International seinen jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex (engl. Corruption Perceptions Index) zum Jahr 2016, in dem eindeutig aufgezeigt wird, dass Korruption in weiten Teilen Lateinamerikas noch immer ein erhebliches Problem darstellt. Andererseits wird jedoch auch deutlich, dass es große Unterschiede zwischen einzelnen lateinamerikanischen Ländern gibt. Während Uruguay, welches das beste Ergebnis für Lateinamerika erzielt, im weltweiten Vergleich auf Platz 21 (von 176) liegt, schafft es Venezuela lediglich auf Platz 166, welchen es sich mit dem Irak teilt. Eins haben die beiden Länder jedoch gemeinsam: sowohl Uruguay als auch Venezuela haben im Vergleich zu den vorherigen vier Jahren eine geringere Punktzahl erlangt, d.h. die Situation hat sich leicht verschlechtert. Laut Transparency International teilen sie diese Entwicklung auch mit anderen Ländern Lateinamerikas, darunter z.B. Chile (Platz 24), Peru (Platz 101) oder Nicaragua (Platz 145), welche seit 2012 allesamt an Punkten verloren haben. Vergleicht man die Daten von 2016 lediglich zum Vorjahr 2015 heißt der größte Verlierer jedoch Mexiko (Platz 123). An Punkten dazugewonnen haben dagegen Länder wie Costa Rica (Platz 41) oder Paraguay (Platz 123). Ungefähr gleich geblieben ist die Situation beispielsweise in Kuba (Platz 60), Panama (Platz 87), Argentinien (Platz 95) und Bolivien (Platz 113). Obwohl im Jahr 2016 große Erfolge im Kampf gegen die Korruption zu verzeichnen gewesen sind (Panama Papers, Organização Odebrecht), liegt laut Transparency International noch ein weiter Weg vor Lateinamerika. Ein großes Problem bezüglich der Korruption ist ihre Straffreiheit in vielen Regionen Lateinamerikas, und so bleiben selbst die Fälle, in denen gegen großflächige Korruption vorgegangen wird, meist nur die Erfolge einzelner engagierter Individuen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Einwohner betroffener Länder und Regionen auf Transparenz und Verantwortung drängen und die Behörden alles daran setzen sollten, korrupte Beamte und Funktionäre zur Rechenschaft zu ziehen. (Bildquelle: Vieuxbill_).


10. Januar 2017 | Kolumbien: Regierung geht gegen illegalen Kokaanbau vor | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Koka-Blatt - Foto: Agência Brasil, Marcello Casal Jr.Für das Jahr 2017 hat sich die kolumbianische Regierung zum Ziel gesetzt, insgesamt 100.000 Hektar unerlaubter Kokaplantagen zu vernichten. Erreicht werden soll dieses Vorhaben mit Hilfe zweierlei Vorgehensweisen. Zum einen bietet die Regierung Programme an, die Bauern dazu ermuntern sollen, die Kokapflanze durch andere Kulturpflanzen zu ersetzen. Auf diese Weise erhofft man sich, die Anbaufläche um 50.000 Hektar zu reduzieren. Die zweite Methode sieht eine Zwangsvernichtung der Pflanzen vor, die von Polizei und Militär vorgenommen wird und die auch denjenigen Bauern droht, die die Angebote der Regierung nicht annehmen. Als eine helfende Hand im Kampf gegen den illegalen Kokaanbau könnte sich auch die FARC herausstellen. Im Rahmen der Friedensverhandlungen zwischen Regierung und der Guerilla hat sich letztere dazu bereit erklärt, sich nicht weiter durch den illegalen Kokaanbau zu finanzieren. Somit könnte sich die Zusammenarbeit mit der FARC positiv auf das Vorhaben auswirken. Bereits im vergangenen Jahr plante die kolumbianische Regierung, 20.000 Hektar Anbaufläche zu vernichten. Gelungen ist dies bei 17.593 Hektar. Während der letzten Jahre ist die Anbaufläche für Kokaplantagen in Kolumbien stetig angewachsen. Während es im Jahr 2014 noch 69.000 Hektar waren, stieg die Zahl im Jahr 2015 auf 96.000 Hektar an. Schätzungen zufolge belief sich die Fläche im Jahr 2016 bereits auf 130.000 Hektar (Bildquelle: Agência Brasil, Marcello Casal Jr.)


15. Dezember 2016 | Ecuador: Europäisches Parlament billigt Beitritt Ecuadors zum Handelsabkommen mit Kolumbien und Peru | Kategorie(n): Noticias, Noticias Ecuador

noticia_ecuador_casinelli_Foto CarlosRodríguezMit einer Mehrheit von 544 Ja-Stimmen gegen 114 Ablehnungen und 44 Enthaltungen billigte das Europäische Parlament den Beitritt Ecuadors zum seit 2012 bestehenden Handelsabkommen der EU mit Kolumbien und Peru. Für Ecuador war die Zustimmung des EU-Parlaments besonders dringend, da das Land im Januar alle Zollerleichterungen mit der EU verliert. Das hätte große Handelsnachteile mit den Nachbarländern bewirkt, die Ecuadors Konkurrenten bei den gleichen Handelsprodukten sind. Ecuador liefert jährlich Waren im Wert von 2.602 Millionen Euro in die EU, ihre wichtigsten Partner sind Deutschland, Spanien, die Niederlande, Frankreich und Großbritannien. Geliefert werden vor allem von Bananen, Garnelen, Thunfisch, Fischkonserven, Blumen, Kakao und Kaffee, während die EU vor allem auf einen besseren Absatz von Alkohol, Chemikalien, Medikamente, Autos und Lebensmitteln spekuliert. Allerdings sieht das Abkommen mögliche Beschränkungen für ecuadorianische Bananen vor, die EU-Bananenverordnung von 1993, die die eigenen Erzeuger schützen soll,  wurde bereits für Kolumbien und Peru nicht gelockert. Ecuador hatte ursprünglich ein eigenes Abkommen mit der EU angestrebt, in das eigene Standards (z.B. Souveränität, öffentliche Beschaffung) aufgenommen werden sollten. Mit diesem Ansinnen fand das Land in Europa kein Gehör. Der Druck durch das Auslaufen der Zollerleichterungen verfehlte seine Wirkung nicht, und so hatte Juan Carlos Cassinelli, Minister für Außenhandel, in der EU unermüdlich für eine Beschleunigung des Verfahrens für den Beitritt seines Landes zum bestehenden Handelsabkommen geworben, da es „einen Plan B“ nicht mehr gebe. (Bildquelle: Agencia de Noticias ANDES_/ Carlos Rodríguez)


06. Dezember 2016 | Chile: Um das Thema Einwanderung ist eine hitzige Debatte entbrannt | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile: Stempel der Ausländer- und Migrationsbehörde - Foto: Quetzal-Redaktion, csMit Hinblick auf die zunehmende Zahl der ImmigrantInnen (2015 knapp 480.000) muss sich Chile verstärkt mit der Einwanderung auseinandersetzen. Nachdem sich der ehemalige Präsident Sebastián Piñera vor einigen Tagen zu Wort gemeldet hat, ist das Thema nun jedoch zu einem Politikum geworden. Piñera sagte wörtlich, dass „es naiv und dumm sei, dass Chile seine Türen für jene öffne, von denen wir wissen, dass sie kommen, um Straftaten zu begehen“. So seien „viele der Verbrecherbanden Ausländer“. Senator Manuél José Ossandón hatte sich zuvor ähnlich geäußert. Nach Meinung einiger JournalistInnen sei der fremdenfeindliche Rechtspopulismus damit auch in Chile angekommen. Beide, Piñera und Ossandón, sind zurzeit die aussichtreichsten Kandidaten des Mitte-Rechts-Bündnisses bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr und scheinen aus den Vorurteilen und Ängsten vieler ChilenInnen politisches Kapital schlagen zu wollen. Der Chef der AusländerInnenbehörde Rodrigo Sandoval hingegen sieht die zunehmende Immigration als notwendig für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Landes an, weshalb es 2015 sogar Visaerleichterungen für AusländerInnen gab. Dass das „Ausländer- und Migrationsgesetz“ aus der Militärdiktatur (1975) aber auch grundlegend aktualisiert werden muss, steht außer Frage. Neben einer offenen Debatte im Parlament hat die amtierende Regierung so bereits eine Gesetzesinitiative gestartet. Einige fordern mehr Restriktionen, andere möchten mehr Visaerleichterungen. Es bleibt abzuwarten, wie das Einwanderungsland Chile mit der neuen Herausforderung umgehen wird (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


29. November 2016 | Venezuela: Elf Soldaten wegen Mordverdachts festgenommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Venezuela

Venezuela_Armee_Foto cc_IntiNachdem am 25. und 26. November 2016 im Bundesstaat Miranda die Leichen von zwölf vermissten Personen entdeckt wurden, leitete die venezolanische Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen elf Mitglieder des Militärs ein. Ihnen wird vorgeworfen, an der Tötung der gefundenen Personen beteiligt gewesen zu sein. Innen- und Justizminister Reverol ließ bereits verlauten, dass alle nötigen Schritte eingeleitet würden, um ihnen die Höchststrafen zu erteilen. Bei den Toten handelt es sich um eine Gruppe junger Menschen, die Mitte Oktober während eines Einsatzes der Operación de Liberación del Pueblo (dt. Operation zur Befreiung des Volkes) festgenommen und ohne jedwede gerichtliche Verordnung festgehalten wurde. Das Ziel der OLP, einem gemeinsamen Einsatzkommando von Militär und Polizei, besteht darin, die Gewalt krimineller Banden in Venezuela zu bekämpfen. Doch gibt es auch harte Kritik. So bemängeln Menschenrechtsorganisationen, dass es im Rahmen der OLP immer wieder zu Hinrichtungen und willkürlichen Festnahmen komme, während die hohe Kriminalitätsrate dennoch nicht gesenkt werde. Seit dem Beginn der Operation im Juli 2015 gab es bereits mehr als 750 Todesopfer zu beklagen. (Bildquelle: cc_Inti)


26. November 2016 | Kuba: „Wenn ich wirklich sterbe, wird es niemand glauben“ | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kuba, Noticias Lateinamerika

Kuba_Fidel Castro_Foto Quetzal-Redaktion_pgDie Kubaner trauern: Fidel Castro ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Dies teilte Raúl Castro, Präsident Kubas und Bruder des Verstorbenen, am Freitagabend im staatlichen Fernsehen der kubanischen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit mit. Auf eigenen Wunsch soll seine Leiche verbrannt werden. Seit 1959 hatte Fidel Castro die Geschicke Kubas gelenkt. Vor zehn Jahren übergab er nach schwerer Krankheit die Regierungsgeschäfte an seinen Bruder. Trotz seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit kam der Tod des Revolutionsführers für die Kubaner unverhofft. Es liegt in der Natur des Lebenswerkes von Fidel Castro, dass seine charismatische Persönlichkeit polarisiert hat: In Washington, Miami und anderswo wurde er dafür gehasst, dass er den einfachen Kubanern ihre Menschenwürde zurückgegeben und die Insel dem Zugriff der USA entzogen hat. Aus demselben Grund wird er von der Mehrheit seines Volkes verehrt. In der internationalen Arena hatten jene Völker und Staatsmänner, die sich gegen Kolonialismus, Ausplünderung und Willkür zur Wehr setzen mussten, in Fidel Castro einen verlässlichen Verbündeten. Dieser wird nun fehlen. Auch wenn das Ableben einer solchen historischen Persönlichkeit immer eine tiefe Lücke hinterlässt, bleibt Fidel Castros revolutionäres Erbe eine Quelle der Zuversicht, dass eine andere Welt möglich ist. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, pg)


17. November 2016 | Argentinien: Regierung geht gegen Biberplage vor | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Feuerland_Biber Foto Quetzal Redaktion-Soledad BiasattiArgentiniens Umweltministerium und die Provinz Tierra del Fuego (Dt. Feuerland) haben beschlossen, ca. 100.000 Biber im Süden Argentiniens zu beseitigen. Der Grund für dieses Vorgehen ist die Bedrohung des heimischen Ökosystems, welches seit der Einführung des Tieres im Jahr 1946 stark gelitten hat. Durch das Erbauen von Dämmen verwandeln die Biber eine Vielzahl von Flüssen und Bächen in stehende Gewässer, wodurch sich andere Wasserbewohner nicht mehr fortbewegen können. Darüber hinaus wachsen die auf Feuerland heimischen Bäume – im Gegensatz zu ihren kanadischen Vettern – nicht wieder nach, wenn sie von den Bibern gefällt worden sind, was eine großflächige Rodung des Waldes nach sich zieht. Seit die Tiere vor 70 Jahren aufgrund ihres Pelzes in Südargentinien eingeführt wurden, haben sie bereits eine Fläche doppelt so groß wie Buenos Aires gerodet. Begünstigt wird ihre Ausbreitung durch den Umstand, dass Biber auf Feuerland keinerlei natürliche Feinde besitzen und sich so ohne Probleme verbreiten können. Neben ökologischen Problemen entstehen jedoch auch Belastungen für die ansässige Bevölkerung. So zerstören die Biber Holzbrücken, verstopfen Abwasserkanäle und können durch ihre Ausscheidungen Parasiten und Krankheitserreger im Wasser verbreiten. Um die Tiere effektiv zu beseitigen, wird ein speziell ausgebildetes Team aus 10 Personen gebildet, welches im Laufe der Pilotphase bereits zwischen 5.000 und 10.000 Exemplare erlegen soll. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


03. November 2016 | Mexiko: 186 Migranten aus Zentralamerika abgefangen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko: Vorsicht Migranten - Foto: Jonathan McIntoshAm Mittwoch wurden in den Bundesstaaten Zacatecas und Tabasco im Rahmen von Verkehrskontrollen insgesamt 186 Menschen, die sich ohne gültige Papiere auf dem Weg zur US-amerikanischen Grenze befanden, entdeckt. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Menschen aus Zentralamerika, die ihren Schmugglern bis zu 5.000 US-Dollar gezahlt hatten, um von ihnen Richtung Norden gebracht zu werden. Die Busse, in denen sie transportiert wurden, waren den Kontrolleuren durch ihre auffällig hohe Zahl an Mitfahrern aufgefallen. An Bord des in Zacatecas gefassten Fahrzeuges, welches für 45 Personen ausgelegt ist, befanden sich 92 Personen, davon 23 Minderjährige. In Tabasco waren es 94 Personen, davon 43 Minderjährige. Aufgrund der Enge wiesen die Migranten Hautverletzungen auf und litten zudem unter starker Dehydrierung. Nach ihrer Befreiung erhielten sie sowohl medizinische als auch psychologische und konsularische Hilfe. Die Fahrer der Busse wurden festgenommen und müssen sich nun wegen Menschenhandels verantworten. Bereits im Oktober gelang es den mexikanischen Behörden, in Tabasco 121 Menschen aus einem Lastwagen zu befreien. Auch sie waren auf engstem Raum eingepfercht und zeigten dadurch Anzeichen von Dehydrierung und Ersticken. Es wird geschätzt, dass jedes Jahr ungefähr 150.000 Menschen Mexiko durchqueren, um in die USA zu gelangen. (Bildquelle: Jonathan McIntosh)


31. Oktober 2016 | El Salvador: Ex-Präsident Saca wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen | Kategorie(n): Noticias, Noticias El Salvador

El Salvador: Nationalflagge - Bild: mayns82In der Nacht von Samstag auf Sonntag (29./30.10.2016) wurde der ehemalige Präsident El Salvadors, Elías Antonio Saca, festgenommen. Ihm werden Unterschlagung, Geldwäsche und die Mitgliedschaft in illegalen Gruppierungen vorgeworfen. Zum Zeitpunkt der Festnahme, die von der Generalstaatsanwaltschaft des Landes auch via Twitter bekanntgegeben wurde, befand sich Saca auf der Hochzeitsfeier seines Sohnes in der Landeshauptstadt San Salvador. Neben Saca wurden auch sechs seiner früheren Mitarbeiter gefasst. Dazu gehören u.a. César Funes, ehemaliger Vorsitzender der „Secretaría de la Juventud“ und Julio Rank, ehemaliger Vorsitzender der „Secretaría de Comunicaciones“. Ihnen werden die gleichen Delikte wie Saca zur Last gelegt. Alle Festgenommenen wurden der „División Antinarcóticos“ der Polizei übergeben. Saca, der El Salvador von 2004 bis 2009 regierte, ist nicht der erste Präsident, der mit dem Gesetz in Konflikt gerät, ähnlichen Vorwürfen müssen sich auch andere ehemalige Präsidenten stellen. Sowohl Sacas Nachfolger Mauricio Funes (Präsident von 2009 bis 2014) als auch seinem Vorgänger Francisco Flores (Präsident von 1999 bis 2004), der im Januar dieses Jahres an den Folgen eines Schlaganfall verstarb, werden u.a. Korruption und die Unterschlagung von Spendengeldern vorgeworfen. (Bildquelle: mayns82)


24. Oktober 2016 | Chile: Kommunalwahlen setzen deutliches Zeichen gegen die Regierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Chile

Chile_Kommunalwahl - Bild: Richard EspinozaBei den Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag hat die chilenische Bevölkerung landesweit über ihre Bürgermeister und Stadträte abgestimmt. Während das Ergebnis für das Oppositionsbündnis Chile Vamos (ein Verbund von Parteien aus dem zentralen und rechten Spektrum) einen Erfolg darstellt, musste das Regierungsbündnis Nueva Mayoría (ein Zusammenschluss aus Parteien des zentralen und linken Spektrums) herbe Verluste einstecken. Letzten Auszählungen zufolge erhielt Nueva Mayoría  insgesamt 36,36% der Stimmen und stellt damit 139 Bürgermeister; bei den letzten Kommunalwahlen im Jahr 2012 waren es noch 167. Vamos Chile wurde dagegen mit 38,56% zur stärksten Kraft gewählt und darf damit 143 Bürgermeister stellen (im Jahr 2012 waren es lediglich 121). Unabhängige Kandidaten erhielten insgesamt 17,3% der Stimmen und stellen 53 Bürgermeister. Neben dem insgesamt niedrigen Ergebnis ist für Nueva Mayoría besonders der Verlust der Hauptstadt Santiago de Chile bitter. Zwar bildet diese nur die fünftgrößte Gemeinde, dennoch besitzt diese Entwicklung einen politischen Symbolcharakter. Die Wahlbeteiligung war, wie bereits zuvor befürchtet, äußerst gering und belief sich auf 34%. Damit wurden die 43% aus dem Jahr 2012 noch einmal unterboten. Die Präsidentin Chiles, Michelle Bachelet, sehe in diesem Ergebnis keineswegs einen Ausdruck des generellen politischen Desinteresses. Für sie sei es eher ein Ausdruck des Ärgers über eine fehlende Rechtschaffenheit, fehlende Ideen und fehlende Neuerungen seitens der politischen Führung. Diese Kommunalwahlen könnten als ein Zeichen für die im November 2017 stattfindenden Präsidentschaftswahlen gedeutet werden. (Bild: Richard Espinoza)


20. Oktober 2016 | Lateinamerika: Umfrage belegt Integrationswillen der Lateinamerikaner | Kategorie(n): Noticias, Noticias Lateinamerika

Lateinamerika - Foto: NASA World Wind Blue MarbleDas Vertrauen der Lateinamerikaner in die Demokratie ist im Jahr 2016 leicht gesunken. In einer Zeit, in der sich in den meisten Ländern der Region demokratische Regierungen etabliert haben, fiel die Unterstützung von 56 Prozent auf 54 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse von Latinobarómetro, einer Umfrage, bei der gut 20.000 Lateinamerikaner in 18 Ländern befragt worden sind. Für die Forscher ist der Rückgang der Zustimmung zur Demokratie eine Reaktion auf die Wirtschaftskrise, die nicht abreißenden Korruptionsskandale und die Unzufriedenheit mit den öffentlichen Dienstleistungen. Fast einem Viertel der Lateinamerikaner ist es egal, welches politische Regime in ihrem Land herrscht. Andererseits wünschen sich die Befragten eine größere Integration der Region nach dem Beispiel der EU. 77 Prozent von ihnen befürworten eine wirtschaftliche Integration, von der sie sich Impulse für die Entwicklung erhoffen. Und selbst eine politische Integration wird noch von 60 Prozent unterstützt. In punkto Integration sind die Bürger Lateinamerikas also offensichtlich deutlich weiter als ihre Politiker, die sich in dieser Frage nach wie vor nicht einigen können. Marta Lagos, die Leiterin von Latinobarómetro, sagte in einem Interview: „Gestern begann die Integration Lateinamerikas.“ Damit spielte sie auf die Demonstrationen gegen Gewalt gegen Frauen an, die am Mittwoch zeitgleich in 25 lateinamerikanischen Ländern stattfanden (Bildquelle: NASA_).


19. Oktober 2016 | Mexiko: Zapatisten kündigen eigene Präsidentschaftskandidatin für 2018 an | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_EZLN - Foto: LuchaDer EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) hat angekündigt, für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr 2018 einen eigenen Kandidaten bzw. konkret eine eigene Kandidatin zu stellen. Getroffen wurde diese Entscheidung im Rahmen des 5. Congreso Nacional Indígena in Cristóbal de las Casas (Chiapas), an dem ca. 500 indigene Delegierte aus dem gesamten Staatsgebiet teilnahmen. Zwar ist bis jetzt noch keine konkrete Kandidatin bestimmt worden, doch hat der EZLN, neben der Tatsache, dass es sich um eine Frau handeln soll, außerdem verlauten lassen, dass explizit nach einer Frau aus der indigenen Bevölkerung gesucht werde. Man befinde sich momentan auf einer weitreichenden Suche nach einer geeigneten Kandidatin. Der EZLN setzt sich seit seiner Gründung am 1. Januar 1994 für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos ein, doch die aktive Teilnahme an Präsidentschaftswahlen ist eine historische Einzigartigkeit. Er hatte sich stets dagegen ausgesprochen, am – seiner Ansicht nach – korrupten politischen System Mexikos teilzuhaben. Nun jedoch sei es an der Zeit, in die Offensive zu gehen, eine neue Nation zu errichten und die antikapitalistische Linke zu stärken. Ob der EZLN für sein Vorhaben staatliche Subventionen, die er selbst stets kritisierte, erhalten wird, steht noch nicht fest. (Bildquelle: Lucha)


06. Oktober 2016 | Karibik: Hurrikan Matthew und seine Folgen | Kategorie(n): Noticias, Noticias Haiti, Noticias Kuba

Haiti_Hurricane-2016-Bild_United Nations PhotoAm Dienstag ist Hurrikan Matthew mit einer Geschwindigkeit von bis zu 220 km/h über den Osten Kubas hinweggefegt. Mehr als eine Million Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, offiziell bestätigte Tote gibt es nicht. Am schlimmsten betroffen ist der Bundesstaat Guantánamo. Hier kam es zu starken Überflutungen. Zudem wurden vom heftigen Wind Dächer abgedeckt. Zuvor richtete der Sturm in Haiti und der Dominikanischen Republik große Schäden an und forderte insgesamt mindestens 13 Todesopfer, Tausende mussten ihre Häuser verlassen. Im Süden Haitis zerstörte der Hurrikan eine wichtige Brücke, wodurch die Region vom Rest des Landes abgeschnitten wurde. Auch die Telefon- und Internetverbindung wurden lahmgelegt. Für das Land handelt es sich um die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Erdbeben im Jahr 2010. Auch die für den 09. Oktober geplanten Neuwahlen mussten verschoben werden. Aufgrund der katastrophalen Lage in Haiti hat Venezuela, welches sich selbst gerade in einer wirtschaftlichen Krise befindet, bekannt gegeben, 20 Tonnen an Hilfsgütern bereitzustellen. Diese bestehen u.a. aus Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und Decken. Es wird erwartet, dass Hurrikan Matthew am Donnerstag die Küste Floridas erreicht. (Bildquelle: United Nations Photo_)


06. Oktober 2016 | Kolumbien: Wie geht es weiter nach dem „Nein”? | Kategorie(n): Noticias, Noticias Kolumbien

Kolumbien_Proteste-gegen-Farc_Foto-Camilo Rueda LópezNachdem am Sonntag der Friedensvertrag, der dem Bürgerkrieg endlich ein Ende setzen sollte, von einer knappen Mehrheit von 52,2% abgelehnt worden ist, steht Kolumbien nun vor der Frage, wie es politisch weitergehen soll. Da vor der Abstimmung selbst die Gegner des Vertrags von seiner Befürwortung ausgingen, hatte die Regierung für das nun eingetretene Wahlergebnis keinerlei Strategie vorbereitet. Der Anführer der FARC (Londoño) und Kolumbiens Präsident (Santos) haben sich zumindest darauf geeinigt, die seit dem 29. August geltende Waffenruhe bis zum 31. Oktober aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus kam Santos gestern mit seinem Vorgänger Uribe, einem starken Gegner des Friedensvertrages, zusammen, um über den künftigen Weg des Landes zu beraten. Währenddessen gibt es auf den Straßen Kolumbiens Proteste gegen das Ergebnis der Abstimmung, die noch bis nächsten Freitag andauern sollen. Zu den Aufmärschen werden auch all diejenigen eingeladen, die gegen den Friedensvertrag gestimmt haben, denn im Mittelpunkt soll der Zusammenhalt Kolumbiens stehen und nicht mehr die Polarisierung zwischen Befürwortern und Gegnern. (Bildquelle: Camilo Rueda López_ )


05. Oktober 2016 | Mexiko: Gedenken an die verschwundenen Studenten und Kritik an der Regierung | Kategorie(n): Noticias, Noticias Mexiko

Mexiko_Ayotzinapa-Gedenkmarsch-43Studenten-Bild - Somos el medioZwei Jahre nach dem Massaker an Studenten aus Ayotzinapa in der Stadt Iguala, Guerrero, haben mehrere Demonstrationen in Mexiko, in den USA und Europa stattgefunden. Darüber hinaus gab es auch einige Mahnwachen in Südamerika. Obwohl seit September 2014 auf lokaler und internationaler Ebene Druck ausgeübt wird, hat die mexikanische Regierung nicht viel für die Aufklärung des Verbrechens getan. Sie lässt die Ermittlungen auf sich beruhen und versucht, das Militär zu schützen, das eigentlich zur Aufklärung des Massakers in hohem Maße beitragen könnte. Es darf nicht vergessen werden, dass das Militär seit Jahren in dieser Region im Einsatz gegen die Drogenkartelle ist, die Straßen und Zugänge permanent kontrolliert werden und sogar das Handy eines der vermissten Studenten in einem Armeestützpunkt geortet wurde. Wie die Ermittlungen weitergeführt werden sollen, ist unklar. Deutlich ist, dass Mexiko in einer tiefen Krise der Menschenrechte steckt und die mexikanische Regierung alle zivilen Widerstandsbewegungen gegen die unsozialen Reformen des Landes, wie z.B. den Widerstand der Lehrergewerkschaft gegen die Bildungsreform, noch stärker unterdrückt (Bildquelle: Somos el Medio).


22. September 2016 | Argentinien: Präsident Macri in New York | Kategorie(n): Noticias, Noticias Argentinien

Argentinien_Macri_Foto Quetzal-Redaktion_Soledad BiasattiArgentiniens Präsident Mauricio Macri reiste in dieser Woche nach New York, um zum ersten Mal an der Vollversammlung der Vereinigten Nationen (UNO) teilzunehmen. Hauptziel des offiziellen Besuchs ist es, Unternehmer und Vertreter der weltweit führenden Nationen davon zu überzeugen, dass Argentinien ein vertrauenswürdiges Land sei, in dem man investieren könne. Macri hatte zunächst während eines von der Stiftung Global Clinton Initiative organisierten Treffens und später in der Wall Street erklärt, wie wichtig es sei, seine Regierung dabei zu unterstützen, dem Populismus den Rücken zu kehren. Wie bereits in früheren Reden wiederholte der Staatschef, Argentinien habe das Ziel, ein „normales Land zu werden“. Das gleiche Ziel hatte seinerzeit bereits der frühere Regierungschef Néstor Kirchner betont. In seiner Rede vor der Vollversammlung der UNO bemühte sich Macri, eine Erklärung in Bezug auf die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien abzugeben, nachdem in der vorigen Woche eine Annäherung zwischen London und Buenos Aires bekannt gegeben wurde, u.a. in Bezug auf die britische Förderung von Kohlenwasserstoffen in einer von beiden Ländern beanspruchten Region im Südatlantik. Außerdem gilt die von Argentinien gegebene Verpflichtung, syrische Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, als diplomatischer Pluspunkt für den Wunsch Macris, die Beziehungen mit den weltweit wichtigsten Wirtschaftsmächten wieder aufzunehmen. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


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