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Wahrheitskommission

Autor:  |  Frühjahr 2001

Wahrheitskommissionen sind Organe, die zur Aufklärung von Meschenrechtsverletzungen eingerichtet werden, die entweder vom Militär oder von anderen Regierungseinheiten oder aber von der bewaffnente Opposition in einem bestimten Land begangen worden sind. Nationale Wahrheitskommission werden in der Regel von der Exekutive finanziert, teilweise auch von der Legislative. Alternativ kann eine Wahrheitskommission auch international finanziert werden, entweder von den Vereinten Nationen oder von Nichtregierungsorganisationen. Eine klare Definition von Wahrheitskommission ist offensichtlich noch nicht entwickelt worden. Allerdings scheinen inzwischen vier Elemente wesentlich zu sein. Zunächst konzentriert sich eine Wahrheitskommission auf die Vergangenheit. Eine Wahrheitskommission beschränkt sich außerdem nicht auf ein bestimmtes Ereignis, sondern versucht, ein umfassendes Bild von Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen des humanitären Rechts während eines bestimmten Zeitraums zu ermitteln. Weiterhin ist eine Wahrheitskommission keine ständige Einrichtung, sondern existiert lediglich für einen voher festgelegten, begrenzten Zeitraum, der in der Regel mit der Übermittung eines Berichts endet. Schließlich ist eine Wahrheitskommission mit einem gewissen Maß an Kompetenz ausgestattet, das es ihr ermöglicht, besseren Zugang zu Informationsmaterial und einen verbesserten Schutz bei der Informationsbeschaffung zu erhalten. In Lateinamerika haben Wahrheitskommissionen besonders in Argentinien, Chile, El Salvador und Guatemala politische Bedeutung erlangt.


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