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Kupfer

Autor:  |  Sommer 1998

Chemisches Symbol Cu (von spätlat. cuprum); von lat. (aes) cyprium, eigentlich „von Zypern stammendes (Erz)“. Kupfer ist ein rötlich glänzendes, verhältnismäßig weiches und sehr dehnbares Schwermetall, dessen Schmelzpunkt bei 1083,4 °C und dessen Siedepunkt bei 2567 °C liegt. Kupfer steht auf der Häufigkeitsliste der Elemente an 25. Stelle, es gehört mit 70 g/t fester Erdkruste zu den relativ seltenen Elementen. Gediegenes Kupfer, das bereits um 7000 v.Chr. in Vorderasien bekannt war, wurde seiner Schönheit wegen zunächst zur Herstellung von Schmuck verwendet. Im 6./5. Jahrtausend v.Chr. entdeckte man die Schmelzbarkeit des Kupfers und die Reduktion von Kupfererzen. Kupfer war somit das erste Metall, das durch einen metallurgischen Prozeß gewonnen werden konnte. Das wichtigste Kupfervorkommen der Antike befand sich auf Zypern (daher der Name) und wurde von den Römern zur hauptsächlichen Deckung ihres Bedarfes genutzt. Während der Völkerwanderung kamen in Europa viele Bergwerke zum Erliegen, erst im Mittelalter verbreitete sich wieder die Kenntnis vom Abbau und der Gewinnung des Metalles. Im 15./16. Jahrhundert unterhielten die Fugger durch ihre Bergwerke in Tirol nahezu ein Monopol. Kupfer gehört heute zu den meist verwendeten Metallen. Es besitzt eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit und nach Silber die beste elektrische Leitfähigkeit. Da es wesentlich billiger als Silber ist und sich zudem zu feinstem Draht (bis zu 0.025 mm) ausziehen läßt, ist Kupfer der am meisten verwendete Elektrizitätsleiter. Daneben wird es aber auch vielfach in der Apparate- und Maschinenbauindustrie (Bleche, Rohre) sowie im Bauwesen (Dachbleche, Dachrinnen) verwendet. Durch Beimengung anderer Metalle wird Härte und Festigkeit von Kupfer wesentlich verbessert. So wird es mit Zinn zu Bronze und mit Zink zu Messing legiert. Eine weiteres Verwendungsfeld findet Kupfer bei Münzherstellung sowie in der Kunst (vgl. Kupferstiche). Die weltweiten Kupferreserven werden auf 550 Mio. t geschätzt. Die beim Kupferabbau bedeutendsten Länder sind heute Chile (das staatliche chilenische Bergwerksunternehmen CODELCO ist mit einer Jahresproduktion von 1.4 Mio. t der größte Kupferproduzent der Welt), USA, Rußland, Kanada, Sambia, Kongo (Kinshasa), Südafrika und Mexiko. Während sich die Kupferproduktion in den 60er Jahren noch hauptsächlich auf wenige multinationale Bergbaugesellschaften konzentrierte, sind heute zunehmend staatliche Institutionen (v.a. in Afrika und Lateinamerika), multinationaler Energieunternehmen (Nordamerika) und externe Bergbaugesellschaften an der Produktion beteiligt. 1967 gründeten Chile, Sambia, Kongo und Peru das „Council of Copper Exporting Countries“, um Einfluß auf den Kupferpreis nehmen zu können.


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