lateinamerika - Quetzal - Politik und Kultur in Lateinamerika


Humboldt, Alexander von

Autor:  |  Frühjahr 1994

Alexander von HumboldtAlexander von Humboldt (1769-1859) gilt als der Bahnbrecher der wissenschaftlichen Erforschung der Erde. Am spanischen Königshof erhielt er als erster ausländischer Forscher die unbeschränkte Erlaubnis, das gesamte Gebiet der überseeischen Besitzungen frei zu bereisen. Am 16. Juli 1799 betrat er in Cumaná, Venezuela, südamerikanischen Boden, welchen er fast fünf Jahre später, am 7. März 1804 wieder verließ. Er begann seine Forschungsreise in den großen Flußgebieten des Orinoco. des Rio Negro und des Casiquiare, durchquerte einige Monate die Insel Kuba, begab sich danach in das Gebiet des Rio Magdalena in Kolumbien, bereiste das Andenhochland und durchstreifte schließlich mehr als ein Jahr die Provinzen Mexikos. Die Ergebnisse dieser Reisen leiteten nicht nur die wissenschaftliche Erforschung Südamerikas ein, sondern waren bahnbrechend für die Ziele und Methoden der wissenschaftlichen Forschung auf geographisch naturwissenschaftlichen Gebiet überhaupt. Humboldt vermochte aus den beobachteten Einzelheiten eine wissenschaftliche Gesamtschau zu formen, zeigte durch seine Beobachtungen in Lateinamerika, wie die Gegebenheiten der Natur – Oberflächengestalt, Klima, Pflanzen und Tierwelt ursächlich miteinander zusammenwirken und wie einseitige Störungen zu schweren Schädigungen führen. Den Lateinamerikanern gilt er als der zweite, der „wissenschaftliche“ Entdecker Amerikas. Die tief humanistische Gesinnung Humboldts zeigt sich in seinem leidenschaftlichen Eintreten für das Freiheitsbegehren der in den spanischen Kolonien lebenden Menschen und gegen die Unterdrückung der Indios und die Sklaverei. Seine Schrift „Versuch über den politischen Zustand des Königreichs Neu-Spanien“ (1809/14) kann als erste wissenschaftliche politisch-ökonomisch-geographische Darstellung der Verhältnisse in Mexiko gewertet werden. Tief und nachhaltig war die Rückwirkung seines wissenschaftlichen und öffentlichen Wirkens. Die große Verehrung für ihn äußert sich im heutigen Bild Lateinamerikas in Denkmälern, Namen von Straßen, Plätzen, Flüssen und Bergen. Mexiko verlieh ihm als einzigem Ausländer den Titel eines „Benemérito de la Patria“ eines „Wohltäters des Vaterlandes“. Im öffentlichen Bewußtseins Lateinamerikas ist Alexander von Humboldt bis zum heutigen Tag lebendig geblieben.

Bildquelle: Public Domain


Weitersagen:


top