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Drogenkrieg

Autor:  | März 2008 | Artikel empfehlen
Drogenkrieg

Nachdem Kolumbien mit den USA 1979 ein Abkommen unterzeichnet hatte, dass die Auslieferungen von Drogenstraftätern in die USA erlaubte, versuchten Drogenhändler durch Gewalt die Umsetzung des Abkommens zu verhindern. Zunächst sollten die Versuche auf institutioneller Ebene erfolgen. Die Anführer des Medellínkartells gründeten eine Partei, die eine Abschaffung der Auslieferung zum Ziel hatte. Pablo Escobar, Anführer des Medellínkartells gelangte zeitweise sogar selbst ins Parlament, jedoch wurde ihm auf Druck politischer und gesellschaftlicher Kräfte die mit dem Amt verbundene Immunität entzogen. 1985, nach dem Scheitern dieser Strategie, schlossen sich die potentiell von der Gefahr der Auslieferung betroffenen Narcos zusammen und versuchten mit Gewalt dagegen vorzugehen. Zunächst war die kolumbianische Regierung zu Konzessionen bereit. 1984 wurde jedoch der Justizminister Lara Bonilla getötete, was in eine Offensive gegen die Anführer der Kartelle um schlug. Die Auseinandersetzung forderte vor allem Opfer unter Politikern und Juristen.

1989 wurde der Präsidentschaftskandidat Luis Carlos Galán ermordet, was zu neuen Gesetzesvorhaben gegen den Drogenhandel führte. Bereits vor seiner Ermordung waren 156 Personen getötet worden. Danach wurden über 260 Bombenanschläge gezählt. Die von der Auslieferung Bedrohten setzten Kopfgelder auf Angehörige polizeilicher Eliteeinheiten aus. Das Kartell von Medellín verantwortete 215 Morde an Polizisten. In dieser Zeit lieferte die kolumbianische Regierung 22 Drogenhändler an die USA aus. Es kam zur Festsetzung von 8500 Personen, die jedoch mangels Zuständigkeit und Beweisen wieder freigelassen wurden. Der zweite kolumbianische Drogenkrieg endete damit, dass es für Anführer der Kartelle milde Strafen gab und 1991 eine neue Verfassung umgesetzt wurde, die auf Auslieferungen verzichtete.

(Quelle: Jäger 2007: 155-157)


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