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Venezuela, Kolumbien: Erneut zunehmende Spannungen (18. Juli 2010)

Der Ton zwischen Venezuelas Präsident Hugo Chávez und dem kolumbianischen Noch-Präsidenten Álvaro Uribe wird rauer - Foto: Presidencia del EcuadorIn den letzten Tagen der alten kolumbianischen Regierung gewinnt der Konflikt zwischen Venezuela und Kolumbien wieder an Fahrt. Am Donnerstag, dem 15. Juli, wartete der scheidende kolumbianische Präsident Álvaro Uribe mit neuen Anschludigungen und angeblichen Beweisen auf, in denen Venezuela bezichtigt wird, FARC-Rebellen und auch „Guerilleros“ anderer Gruppen Unterschlupf zu bieten. Namentlich sollen sich der FARC-Rebellenführer Luciano Marín Arrango (alias “Ivan Márquez”) und der vermeintliche FARC-Außenminister Rodrigo Granda in Venezuela aufhalten. Erneut wurde diese Debatte von venezuelanischer Seite mit althergebrachten Behauptungen angereichert, US-Kampfflugzeuge hätten die kolumbianisch-venezuelanische Grenze mehrfach in der Nacht in „einer provozierenden Gesinnung“ (Juan José Mendoza, Vorsitzender des Verteidigungskommitees der Nationalversammlung in Caracas) überflogen. Am darauf folgenden Freitag wiederholte und bekräftigte die kolumbianische Regierung ihre Anschuldigungen vom Vortag, indem sie diese bei internationalen Organen, den Vereinten Nationen und der Organisation amerikanischer Staaten (OAS) vorbrachte. Die Reaktion aus Venezuela folgte prompt: Zunächst wurde der Botschafter aus Bogota abberufen, und wenig später beschimpfte Chávez während einer Zeremonie Uribe, den er als „Mafioso“, dem man auch in den letzten Tagen seiner Amtszeit alles zutrauen könne, „weil er voller Hass ist“, betitelte. Die USA zeigten sich ob der angeblichen Unterstützung Venezuelas für kolumbianische Rebellen besorgt und kündigten an, diese Berichte und Anschuldigungen genau zu überprüfen, da sonst Venezuela internationale Verpflichtungen verletzen würde, z.B. jene, terroristische Aktivitäten in ihrem Territorium zu unterbinden, so ein Sprecher des US-Außenministeriums. Kolumbien versucht derweil über eine außerordentliche Sitzung in der OAS, in der diese Anschuldigungen diskutiert werden sollen, den internationalen bzw. amerikanischen Druck auf Venezuela zu erhöhen (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).

Lateinamerika: Beginn des 21. Treffens der Rio-Gruppe in Cancún (22. Februar 2010)

Eröffnung des 21. Treffens der Grupo de Rio in Cancún - Foto: José Almeida/Presidencia de EcuadorHeute beginnt im mexikanischen Cancún das 21. Treffen der Rio-Gruppe (Grupo de Río). Hauptthemen sind der Wiederaufbau Haitis, die Rückkehr von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die Gründung eines regionalen Blocks lateinamerikanischer und karibischer Staaten ohne die USA. Dieses dritte Anliegen wird vor allem vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und seinem bolivianischen Amtskollegen Evo Morales vorangetrieben. Argentinien sucht auf dem Treffen in erster Linie Unterstützung bei den lateinamerikanischen Staaten in der Auseinandersetzung um die geplante Erkundung von Rohöllagerstätten vor den Falklandinseln (Malvinas) durch Großbritannien. Brasilien, das noch immer nicht die neue Regierung in Honduras anerkennt, möchte sich für eine Wiederaufnahme des zentralamerikanischen Landes in die OAS aussprechen, sobald Maßnahmen der Versöhnung durch Präsident Porfirio Lobo getroffen werden. Ecuador plant dagegen die Gründung einer lateinamerikanischen Organization zur Eindämmung von Geldwäsche und Bekämpfung der Finanzströme des Terrorismus (Grupo de Acción Financiera, Gafi). Die Rio-Gruppe wurde 1986 gegründet. Ihr gehören 22 Staaten und die Karibische Gemeinschaft (CARICOM) an. Obwohl sie kein Sekretariat besitzt und in ihrer institutionellen Ausrichtung lediglich auf dem jährlichen Treffen der Regierungschefs beruht, sehen einige Politiker die Rio-Gruppe als Alternative zur OAS, weil die Konsultationen ohne die Vorherrschaft der USA erfolgen (Bildquelle: José Almeida/Presidencia de la República del Ecuador).


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