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Uruguay: Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren wird erlaubt (13. April 2013)

Uruguay: Uruguayische Parlament - Foto: Presidencia de la República del EcuadorUnd plötzlich waren es elf. Seit dem 10. April existiert in elf Ländern eine Gesetzesnorm, die Homosexuellen die Eheschließung erlaubt. Das kleine Uruguay ist nun eines davon. „Das ist ein Gesetz gegen niemanden. Es erkennt lediglich Verhältnisse an, die die Gesellschaft bisher unter dem Teppich hielt.“ So kommentierte Jorge Orrico (Frente Amplio) das neue Gesetz. Und selbst José Carlos Cardozo, ein Abgeordneter vom konservativen Partido Nacional, betonte, dass sich die Gesellschaft verändert habe und das Parlament diese Veränderungen anerkennen müsse. Mit einer deutlichen Mehrheit, 71 von insgesamt 92 Stimmen, wurde am Mittwoch in Uruguay die „Homoehe“ erlaubt. Die katholische Kirche hatte zuvor gegen das Gesetz mobil gemacht und argumentativ selbst den neuen Papst ins Feld geführt, der 2010 als Erzbischof in Argentinien noch die Identität und das Überleben der Familie gefährdet sah. Geholfen hat es nicht. Das neue Gesetz erlaubt es homosexuellen Paaren auch, Kinder zu adoptieren. Darüber hinaus wurde das Namensrecht geändert; Paare können jetzt die Reihenfolge der Nachnamen ihrer Kinder selbst bestimmen. Die patriarchalische Gewohnheit – erst der Nachname des Vaters, dann der der Mutter – hat also ebenfalls ausgedient. Das, so ein Abgeordneter, verändere die Rolle der Frau in der Familie. Nach Argentinien (2010) ist Uruguay das zweite lateinamerikanische Land, das Homosexuellen die Eheschließung erlaubt. In Mexiko (D.F., Quintana Roo) und Brasilien (Alagoas) gelten entsprechende Regelungen in einzelnen Regionen. In anderen Ländern, so z.B. in Kolumbien, gibt es Gesetzesintiativen. Im Übrigen sind es jetzt zwölf: Frankreich hat nur einen Tag nach Uruguay seinen Kulturkampf mit der Entscheidung für die „mariage pour tous“ entschieden. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador)

Uruguay: Neues Gesetz legalisiert Schwangerschaftsabbruch (18. Oktober 2012)

Frauen - Foto: Quetzal-Redaktion, gtDie Erzdiözese Montevideo sprach von einem „traurigen Tag“ für Uruguay, Frauen applaudierten, als die Entscheidung bekannt gegeben wurde. Das uruguayische Parlament verabschiedete gestern mit 17 gegen 14 Stimmen ein neues Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche künftig straffrei macht. Uruguay ist damit nach Kuba das zweite lateinamerikanische Land, das die Strafbarkeit von Abtreibungen verneint. Das knappe Ergebnis zeigt, dass die Auseinandersetzung noch lange nicht beendet ist. Abtreibungsgegner streben ein Referendum an, in der Hoffnung, das Gesetz auf diesem Weg zu Fall zu bringen. Als einziger Abgeordneter der Nationalen Partei stimmte Jorge Saravia für das Gesetz. Er bezeichnete das alte Gesetz aus dem Jahre 1938 als faschistisch und der Realität in Uruguay nicht entsprechend. Abtreibungen sind bei unerwünschten Schwangerschaften gängige Praxis; jährlich gibt es im Land ca. 33.000 illegale Abtreibungen und zahlreiche damit verbundene Todesfälle. „Ich bin“, so Saravia, „für das Leben und gegen Abtreibungen. Die Gesellschaft muss das entscheiden. Vertreter der Frente Amplio, die ebenfalls einem Referendum nicht abgeneigt sind, gehen von einer mehrheitlichen Zustimmung in der Bevölkerung aus. Das neue Gesetz legalisiert für uruguayische Staatsbürgerinnen Schwangerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen, solange diese in behördlich zugelassenen Gesundheitszentren vorgenommen werden (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, gt).


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