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Uruguay: La Cumparsita – Der Tango der Tangos wird 100 (07. April 2017)

noticias_uruguay_La_cumparsita_Public_DomainLa Cumparsita feiert seinen 100. Geburtstag: der bekannteste, der schönste, der meistgespielte Tango der Welt. Wer hatte und hat dieses Stück nicht alles in seinem Repertoire? Carlos Gardel, Astor Piazzolla, ja selbst Julio Iglesias. Gene Kelly tanzte danach, wie es unzählige weniger berühmte aficionados bis heute tun. Im Jahr 2000 erklang der Tango sogar beim Einzug der argentinischen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney. Damals waren die Uruguayer allerdings sehr sauer. Schließlich handelt es sich bei La Cumparsita definitiv nicht um einen argentinischen Tango, sondern um einen originär uruguayischen. Geschrieben wurde er Ende 1915/ Anfang 1916 von Gerardo Matos Rodríguez, und der wurde in Montevideo, Uruguay geboren. Matos, damals noch keine 20, schrieb das Stück für den Karnevalsumzug einer Studentenvereinigung. 1917 wurde La Cumparsita im Café La Giralda in Montevideo öffentlich aufgeführt, mit anderen Worten: ganz offiziell. Aus diesem Anlass wird in Montevideo den ganzen April über ausgiebig gefeiert. Ab heute gibt es an jedem Donnerstag im April auf dem Mercado Agrícola de Montevideo (MAM) kostenfrei Musik, Gesang und Tanz mit Nelson Pino, Beatriz Dubal, Estilo Re-Fa-Si, Valeria Lima, Avalancha Tanguera und vielen anderen. Darüber hinaus werden an jedem Wochentag Führungen im Museo del Tango angeboten, welches sich im Palacio Salvo befindet – an dem Ort, wo früher das Café La Giralda stand. Der Autor selbst hatte von seinem Meisterstück, das heute nicht selten als „Rausschmeißer“ dient, außer dem Ruhm nicht viel: Dem Vernehmen nach verkaufte er die Rechte an La Cumparsita bereits 1918 und verlor das Geld kurz darauf beim Pferderennen. (Bildquelle: Public Domain).

Uruguay: Diskussion um Gesetz gegen häusliche Gewalt (27. Februar 2017)

Lateinamerika_Femizide_Foto Quetzal-Redaktion_sole biasattiUruguay ist im sozialen Bereich eines der fortschrittlichsten Länder Lateinamerikas: Es gibt ein Gesetz über häusliche Gewalt, der Schwangerschaftsabbruch ist entkriminalisiert, homosexuelle Paare dürfen heiraten, und die Kriminalitätsrate ist die niedrigste in der Region. Andererseits gehört das Land laut UNO zu den Ländern Südamerikas mit der höchsten Rate an häuslicher Gewalt. 2016 wurden 24 Frauen von ihrem Partner bzw. Ex-Partner ermordet. Einer Studie aus dem Jahr 2013 zufolge wird im Durchschnitt alle 14 Tage eine Frau von ihrem Partner/ Ex-Partner getötet, und alle 68 Minuten geht bei der Polizei eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt ein. Allerdings zeigt lediglich jede vierte Frau ihren Peiniger an. Bereits im Dezember 2015 wurde ein Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht, der die Erhöhung des Strafmaßes für solche Straftaten vorsieht, die künftig als besonders schwere Verbrechen aus „Hass und Verachtung“ eingestuft werden sollen. Wenn das Tempo der Beratungen beibehalten wird, dann braucht es aber noch mindestens ein Jahr bis zur Fertigstellung des Gesetzes. Diskutiert wird zudem ein umfassendes Projekt gegen häusliche Gewalt, dass auch eine bessere Prävention vorsieht, nicht zuletzt durch umfangreiche Maßnahmen in der Bildung. Vonnöten, und da ist man sich einig, ist vor allem eine grundlegende Veränderung der machistischen Kultur im Land. Wie stark diese auch in der Justiz noch vertreten ist, bewies Jorge Chediak, Präsident des Obersten Gerichtshofs, der den vorsätzlichen Mord an einer Frau durch ihren Partner schlicht als „Verbrechen aus Leidenschaft“ bezeichnete. Die Abgeordnete Constanza Moreira betonte, dass nicht allein Chediak begreifen müsse, dass Leidenschaft etwas anderes sei. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Soledad Biasatti)


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