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Peru: Wohin läuft Doe Run Perú? (17. November 2011)

Der Konflikt um La Oroya geht in die nächste Runde - Foto: Matthew BurpeeDer Konflikt zwischen Doe Run Perú und seinen Gläubigern bleibt weiterhin zugespitzt. Am 16.11.2011 wurden von beiden Seiten erneut Pläne vorgestellt, um die derzeit stillgelegte Produktion in dem metallurgischen Komplex wieder anlaufen zu lassen. Cormin, Teil der schweizerischen Gruppe Trafigura, erklärte, dass Doe Run nur ohne die jetzige Verwaltung fortbestehen könne. Sie würden für diesen Fall die Zahlung von 100 Prozent der Löhne, die Finanzierung und Belieferung der Metalle und die Einhaltung der auferlegten Umweltrichtlinien (Programa de Adecuación y Manejo Ambiental, PAMA) garantieren. Doe Run Perú legte ebenfalls einen Plan vor, der vornehmlich auf eine Finanzspritze durch den Hauptaktionär Renco und die schweizerische Gruppe Glencore setzt. Überschattet wird diese Auseinandersetzung zudem durch mehrere Gerichtsprozesse über Schulden oder Nicht-Schulden von Doe Run Perú bei der Muttergesellschaft Doe Run Cayman in Höhe von 139 Millionen US-Dollar, bei Cormin über 30 Millionen US-Dollar, beim Energie- und Bergbauministerium über 163 Millionen US-Dollar wegen Verletzung der Umweltauflagen (PAMA) und über110 Millionen US-Dollar bei verschiedenen anderen Gläubigern. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Ira Rennert, Eigentümer dieses undurchschaubaren Geflechts von Firmen und Gruppen (Renco, Doe Run Perú, Doe Run Minning, Doe Run Cayman Limited, Doe Run Resources Corp und Doe Run Acquisitión Corp). Die Arbeiter in La Oroya sehen die Auseinandersetzung um den metallurgischen Komplex mit gemischten Gefühlen. Zwar haben sie nun in Zeiten des Stillstands der Schlote weniger Blei im Blut, aber auf absehbare Zeit auch keine Einkünfte (Bildquelle: Matthew Burpee).

Schwedische Pensionsfonds investieren in schmutziges Gold (11. Oktober 2011)

Demostration in Guatemala. Bildquelle: Jaime Rodríguez, mimundo.orgStaatliche schwedische Pensionsfonds stehen erneut in der Kritik wegen ihrer Geldanlagen bei den boomenden Bergbau-Großkonzernen, die in Lateinamerika Goldtagebau betreiben und dabei Menschen und Umwelt schädigen. Eine unlängst von der NGO Swedwatch veröffentlichte Studie, die vom Solidaritätsnetzwerk Schweden-Lateinamerika (SAL) in Auftrag gegeben wurde, hat drei Beispiele näher untersucht: Im Fall der größten Goldmine Lateinamerikas, „Yanacocha“ in Peru, deren Mehrheitseigner die US-amerikanische Newmont Mining ist (gut 50 Millionen Euro Investition durch die Pensionsfonds), sind nach der Studie von Swedwatch bereits schwere Umweltschäden und Wasserverknappung zu beobachten, zudem wird über Übergriffe von privaten Sicherheitsdiensten und Polizei auf die lokale Bevölkerung berichtet. Befürchtungen wegen der Verletzung der Rechte der indigenen Bevölkerung der Huascoaltino (Diaguita) und einer Verschmutzung der Wasserressourcen in den dortigen Gletschern gibt es auch für die Mine „Pascua-Lama“ der kanadischen Barrick Gold im chilenisch-argentinischen Grenzgebiet, die 2012/13 in Betrieb gehen soll. Hier könnten die Pensionsfonds, nach Ansicht von SAL, mit dem Rückzug ihrer Gelder (knapp 64 Millionen Euro) ein Signal setzen. Bereits bewegt haben sie sich nach eigener Ansicht, was die ebenfalls kanadischen Goldcorp angeht, die den Tagebau „Marlin“ in Guatemala betreibt (siehe noticias vom 29.10., 23. 7. und 25.6.2010). Der Ethikrat der Pensionsfonds sei seit 2008 im Gespräch mit Goldcorp, wo man ca. 32 Millionen Euro investiert hat. Übersehen wird dabei, dass laut einem Beschluss des Interamerikanischen Gerichtshofs der Betrieb der Mine längst gestoppt sein sollte – nicht zuletzt um die manifesten Gesundheitsschäden bei der lokalen Bevölkerung, bei der erhöhte Blei- und Arsenwerte festgestellt wurden, zu untersuchen. SAL fragt sich, wie lange die Pensionsfonds angesichts des unbeirrten Weitermachens von Goldcorp, der Missachtung der Volksabstimmungen in den betroffenen Gemeinden und der fortgesetzten Verfolgung der Bergbaugegner, ihren Dialog noch fortsetzen wollen und fordert einen transparenten und unabhängigen Überwachungsprozess nach norwegischem Vorbild. Goldcorp, das weitere Minen u.a. in Mexiko und Honduras betreibt, wurde im Übrigen Anfang September 2011 aus dem Dow-Jones-Nachhaltigkeitsindex ausgeschlossen. (Bildquelle: Jaime Rodriguez, MiMundo.org)


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