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Peru: Mehr als 70 Tote nach anhaltendem Starkregen und Überschwemmungen (21. März 2017)

Peru: Notfallkrankenhaus in Tumbes - Foto: Ministerio de Defensa del PerúNach starken Regenfällen kam es in weiten Teilen Perus zu Erdrutschen, Schlammlawinen und Überschwemmungen, von denen bisher circa 643.000 Menschen betroffen sind. In Folge der Katastrophe sind nach Angaben des Nationalen Instituts für Zivile Verteidigung seit Dezember letzten Jahres über 140.000 Häuser zerstört oder beschädigt worden. Mindestens 78 Menschen verloren ihr Leben, 263 Menschen kamen mit Verletzungen davon. Nachdem zahlreiche Ortschaften und einige Städte von den Überschwemmungen heimgesucht worden sind, fürchten nun Millionen von PeruanerInnen um ihre Trinkwasserversorgung. Während in Trujillo, der drittgrößten Stadt des Landes, das Zentrum überspült wurde, traten in Lima Flüsse über die Ufer. Die Ortschaft Barba Blanca in der Provinz Huarochirí wurde fast vollständig von Schlamm und Geröll begraben, nachdem die Behörden die ungefähr 350 EinwohnerInnen in Sicherheit gebracht hatten. Zahlreiche Straßen sind blockiert, viele Brücken eingestürzt und Tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Regierung unter Präsident Pedro Pablo Kuczynski rief in 811 (von insgesamt 2800) Distrikten den Notstand aus und stellte Soforthilfen von umgerechnet 720 Millionen Euro zur Verfügung, um die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Mittlerweile sind auch Hilfsgüter aus einigen südamerikanischen Nachbarländern eingetroffen. Die überdurchschnittlichen Regenfälle werden auf das globale Klimaphänomen „El Niño“ zurück geführt, welches an der Pazifikküste Perus eine Erhöhung der Temperatur des Oberflächenwassers um bis zu fünf Grad zur Folge hat. In der von den aktuellen Regenfällen betroffenen Küstenregion Perus herrscht normalerweise ein arides Klima, das geprägt ist durch wenig Vegetation und trockene, sandige Böden, von denen die Wassermassen nicht aufgenommen werden. Ein Ende der Niederschläge ist noch nicht in Sicht. Die Regenfälle werden voraussichtlich bis April andauern (Bildquelle: Ministerio de Defensa del Perú).

Lateinamerika: Der Fall “Odebrecht” zieht immer weitere Kreise (09. März 2017)

Lateinamerika: Korruptionsskandal Odebrecht - Foto: Quetzal-Redaktion, csNach und nach weitet sich der Korruptionsskandal um das brasilianische Bauunternehmen Odebrecht in Lateinamerika aus. Der Skandal nahm seinen Lauf, als Mitte Juni 2015 Marcelo Odebrecht wegen Bestechung und Geldwäsche festgenommen und später zu 19 Jahren Haft verurteilt wurde. Der Firmenchef und Hauptplaner des Korruptionsnetzwerks kooperierte mit der Staatsanwaltschaft – wohl um seine Haftstrafe zu mindern –, so dass die Behörden zahlreiche beteiligte Personen identifizieren konnten. Weitere 77 Ex-ManagerInnen des Bauriesen taten es Odebrecht gleich, und mittlerweile konnten die Staatsanwaltschaften aus 15 verschiedenen Ländern die systematische Korruption auf großen Teilen des lateinamerikanischen Kontinents und ein paar afrikanischen Ländern aufdecken. Offenbar zahlte das Unternehmen seit 2001 Schmiergeld an PolitikerInnen jedweder Couleur, um später bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt zu werden. Unter Betrachtung der Höhe der Schmiergeldzahlungen stechen Brasilien (349 Mio. USD), Venezuela (98 Mio. USD) und die Dominikanische Republik (92 Mio. USD) hervor. Am spektakulärsten ist bisher aber der Fall Peru, da dort wohl die letzten vier Präsidenten des Landes persönlich in die Korruption involviert sind. Gegen Expräsident Alejandro Toledo (2001-2006) ist bereits ein internationaler Haftbefehl erlassen worden, weil er Schmiergeldzahlungen in Höhe von 20 Mio. UDS erhalten haben soll. Gegen die Ex-Präsidenten Alan García (2006-2011) und Ollanta Humala (2011-2016) wird seit kurzem auch wegen Korruptionsfällen während ihrer Amtszeiten ermittelt. Schließlich gibt es auch erste Indizien gegen den amtierenden Präsidenten Pablo Kuczynski, der als damaliger Wirtschafts- und Finanzminister sowie späterer Premierminister im Kabinett von Toledo ebenfalls Schmiergeldzahlungen erhalten haben soll. Auch wenn noch unklar ist, wie groß dieses kriminelle Netzwerk insgesamt war, so zeigt der Skandal doch jetzt schon, wie stark die lateinamerikanischen Demokratien von finanzstarken Privatinteressen ausgehöhlt worden sind (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


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