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Paraguay, Uruguay, Bolivien: Konkrete Fortschritte beim Integrationsblock URAPABOL (16. August 2010)

Die Präsidenten aus Bolivien, Paraguay und Uruguay beim URAPABOL-Treffen in Asunción - Foto: Fernando Lugo APCAm Wochenende haben sich in der paraguayischen Hauptstadt Asunción die Präsidenten von Uruguay, José Mujica, von Bolivien, Evo Morales, und von Paraguay, Fernando Lugo, bei einem Treffen zum weiteren Vorgehen innerhalb des durch die drei Länder gebildeten Integrationsblockes URAPABOL verständigt. Im Mittelpunkt standen Energiefragen. Die Präsidenten bekräftigten ihre Absicht zur Errichtung der Gaspipeline des Südens (gaseoducto del sur), mit der Bolivien sowohl Paraguay als auch Uruguay mit Gas versorgen will. Außerdem sagte ein Sprecher von Lugo, dass derzeit geprüft werde, ob sein Land Elektrizität aus dem binationalen Wasserkraftwerk Itaipú nach Montevideo liefern könne. Ein weiteres Treffen im Rahmen des URAPABOL soll Ende August auf Einladung von Mujica stattfinden. URAPABOL scheint damit als ein Integrationsprojekt der drei wirtschaftlich schwachen Länder in Zentral-Südamerika eine Wiederbelebung zu erfahren, nachdem es seit der formalen Gründung am 23. April 1963 kaum Aktivitäten verzeichnete. Paraguay erhofft sich durch die Zusammenarbeit im URAPABOL vor allem auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Denn zwei Jahre nach Übernahme des Präsidentenamtes durch Fernando Lugo befindet sich das Land immer noch in einer schwierigen ökonomischen Lage. Durch die Neuverhandlung des Vertrages von Itaipú, was bald Mehreinnahmen in die Regierungskassen bringen soll, plant Lugo, verstärkt in die weiterverarbeitende Industrie von Primärgütern (vor allem Soja) zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Heftig disktutiert wird derzeit jedoch in Paraguay, ob der jetzige Präsident diese ehrgeizigen Pläne umsetzen kann. Denn am Rande der Konferenz wurde bekannt, dass Fernando Lugo an Krebs erkrankt ist. Nach eigenen Angaben beabsichtige er aber nicht, zurückzutreten, sondern möchte seine Amtszeit bis zum 15. August 2013 erfüllen (Bildquelle: Fernando Lugo APC).

Paraguay: Kein Fortschritt bei der Agrarreform (19. Juli 2010)

Der Schein von Fernando Lugo und Vizepräsident Federico Franco trügt: Die Agrarreform kommt nicht voran. Foto: Fernando Lugo APCEntgegen den Ankündigungen von Präsident Fernando Lugo gibt es in Paraguay noch immer keine nennenswerten Fortschritte bei einer Agrarreform. Im Gegenteil: Erst gestern wieder beteuerte der Vizepräsident, Federico Franco, dass es wichtigere Angelegenheiten im Landwirtschaftssektor gäbe, als die seit Wochen umstrittenen Ländereien von Ulisses Rodrigues Teixeira zu enteignen. Etwa 15.000 Landlose im Departement San Pedro fordern, ihnen den 22.000 Hektar umfassenden Großgrundbesitz von Teixera und die 15.000 Hektar große Farm von Carla Maria de José Bogarín zu übereignen. Besonders heikel ist die Situation bei den Ländereien von Teixeira. Zum einen befinden sich auf seinem Grundbesitz etwa 15.000 Hektar Urwald, die – so die Meinung der Kritiker einer Enteignung – das eigentliche Ziel der Invasoren sind, um durch Rodung einer der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Paraguay schnellen Profit zu erlangen. Zum anderen wurde im Zusammenhang mit der Taxierung des Wertes der Ländereien Teixeiras der paraguayischen Regierung ein um mehrere Millionen Dollar zu hoher Kaufpreis genannt. Auch wenn der Ausgang des Disputs um den Großgrundbesitz von Teixeira offen bleibt, so hängt die Agrarreform dennoch wie ein Damoklesschwert über der Regierung von Lugo. Inzwischen fallen deshalb immer mehr Anhänger von ihm ab. Die Partei Patria Libre ist sogar aus der Regierungskoalition ausgetreten. Angesichts der Lage mag es überraschen, dass Fernando Lugo den Besuch eines kranken Familienmitglieds in Argentinien der Klärung der Agrarfrage vorzieht (Bildquelle: Fernando Lugo APC).


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