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Guatemala, Nicaragua: Erwarteter Ausgang der Präsidentschaftswahlen (07. November 2011)

Der neue Präsident Guatemalas Otto Perez Molina und neue (alte) Präsident Nicaraguas Daniel Ortega (Foto: Surizar und Presidencia de la República del Ecuador)Gestern wurde in Zentralamerika gleich zweimal gewählt. Nach ersten Meldungen werden Otto Pérez Molina in Guatemala bzw. Daniel Ortega in Nicaragua das Amt des Präsidenten übernehmen. Ersterer – ein Ex-General – konnte sich in der Stichwahl mit 55 Prozent klar gegen seinen zivilen Konkurrenten Baldizón durchsetzen. Nach seinem Abschied von der Armee im Februar 2001 hatte Pérez Molina die Patriotische Partei gegründet und schon einmal vor vier Jahren für das höchste Staatsamt kandidiert – damals aber noch ohne Erfolg. Ihm wird vorgeworfen, während des Bürgerkrieges Menschenrechtsverbrechen begangen zu haben. Pérez Molina versuchte im Wahlkampf unter Berufung auf seine Teilnahme am Friedensabkommen von 1996, mit dem Image des „Friedensgenerals“ zu punkten. Die Tatsache, dass erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur 1985 ein ehemaliger General zum Präsidenten gewählt wurde, stellt eine Zäsur für den äußerst fragilen Demokratisierungsprozess in Guatemala dar, die eine weitere Polarisierung der von Gewalt, Korruption und sozialen Gegensätzen gekennzeichneten Entwicklung erwarten lässt. In Nicaragua setzte sich Daniel Ortega mit großem Vorsprung vor seinen Mitbewerbern durch. Mit voraussichtlich 64 Prozent gegenüber 29 Prozent, die der Zweitplazierte Fabio Gadea für sich verbuchen konnte, entschied er zum dritten Mal nach 1984 und 2006 die Präsidentschaftswahl für sich. Bestimmungen der Verfassung, die einer Wiederwahl entgegenstehen, umging Ortega mit Hilfe von Dekreten und Gerichtsurteilen. Während Pérez Molina im Wahlkampf mit einer Politik der „harten Hand“ (mano dura) für sich warb, setzt der ehemalige Guerillero und Sandinist Ortega vor allem auf Sozialprogramme. Beide Wahlgewinner profitierten in erster Linie von der Schwäche der Opposition. Wenn in der deutschen Presse nun unisono vor einer Gefährdung der Demokratie gewarnt wird, dann blendet eine solche Wertung die Unterschiede in den Rahmenbedingungen aus, welche für deren Erfolg erforderlich sind. Um diese ist es trotz aller Belastungen und Defizite in Nicaragua immer noch besser bestellt als in Guatemala. (Bildquellen: Presidencia de la República del Ecuador, Surizar)

Nicaragua: Frauen demonstrieren weiter gegen das Verbot der Abtreibung aus medizinischen Gründen (28. Oktober 2011)

Nicaragua Flagge

Hunderte von Frauen in Nicaragua demonstrierten gestern in den Straßen der Altstadt von Managua, um vom Parlament die Wiedereinführung der Abtreibung aus medizinischen Gründen zu fordern. Vor fünf Jahren, am 26. Oktober 2006, hatte das nicaraguanische Parlament die Abtreibung aus medizinischen Gründen abgeschafft und für strafbar erklärt. Dies geschah im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen und Protesten der katholischen und evangelischen Kirche gegen die Abtreibung. Das Gesetz erlaubte zuvor, Abtreibungen aus medizinischen Gründen durchzuführen, wenn die Notwendigkeit wissenschaftlich begründet war, mindestens drei Ärzte anwesend waren und die Zustimmung des Ehegatten oder des nächsten Verwandten der Frau vorlag. Die friedliche Demonstration wurde unter dem Motto “Tag der nationalen Trauer, keine Toten mehr” durchgeführt. Carola Brantome, Mitglied der Red de Mujeres de Matagalpa erklärte, dass diese fünf Jahre sehr hart für Frauen gewesen seien, die das Recht, über ihr Leben zu entscheiden, brauchen. Die Demonstranten glauben, dass die Müttersterblichkeit gesenkt werden könnte, wenn der Schwangerschaftsabbruch in einigen Fällen zugelassen würde. Laut Schätzungen von Magally Quintana, Mitglied der NGO Católicas por el Derecho a Decidir, liegt die jährliche Zahl der Müttersterblichkeit bei 100 Frauen, davon könnten 30 Frauen durch eine Abtreibung aus medizinischen Gründen gerettet werden. Alle Präsidentschaftskandidaten für die in diesem Jahr stattfindenden Wahlen haben bereits ihre Ablehnung gegen die Entkriminalisierung der Abtreibung aus medizinischen Gründen geäußert.


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