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Mexiko: PRI gewinnt Regionalwahlen in 9 Bundesstaaten, verliert jedoch in Oaxaca, Puebla und Sinaloa gegen Rechts-Links-Bündnisse (10. Juli 2010)

Mexiko: PRI gewinnt Regionalwahlen in 9 Bundesstaaten, verliert jedoch in Oaxaca, Puebla und Sinaloa gegen Rechts-Links-Bündnisse. Bild: Public DomainEine Woche nach den Regionalwahlen in zwölf mexikanischen Bundesstaaten haben die Debatten über die politischen Bündnisse für die Zukunft begonnen. Der Vorsitzende der Partei der demokratischen Revolution (PRD), Andrés Manuel López Obrador, postulierte sich überraschend schon jetzt als Präsidentschaftskandidat der Linken für 2012. Eigentlich hatten der Gouverneur des Bundesstaates Mexiko (D.F.), Marcelo Ebrard, und López Obrador einen Pakt geschlossen, dass derjenige für die PRD kandidieren sollte, der in Umfragen vorn liege. López Obradors Vorpreschen gilt als weiterer Ausdruck seiner Kritik am Wahlbündnis zwischen Linken und Rechten, das der PRD-Chef von D.F. für die dortigen Gouverneurswahlen im nächsten Jahr bereits avisiert hat. Am vergangen Sonntag hatten sich Bündnisse der rechtskonservativen PAN mit der sozialdemokratischen PRD und kleineren linken Parteien in den Bundesstaaten Oaxaca, Puebla und Sinaloa gegen die dort seit Jahrzehnten autokratisch herrschenden Fürsten der Partei der institutionalisierten Revolution (PRI) durchgesetzt. Beispielsweise in Oaxaca, wo 2006 ein Volksaufstand von PRI und Bundespolizei blutig niedergeschlagen worden war, sahen viele lokale AktivistInnen das Bündnis ausgerechnet mit der wegen des repressiven Gewalteinsatzes und der antisozialen Wirtschaftspolitik der Regierung Calderón diskreditierten PAN als einzigen Weg, das lokale Kaziken-Regime zu stürzen und damit zumindest die Möglichkeit eines Strukturwandels zu eröffnen. In den Bundesstaaten wie Tamaulipas, wo wenige Tage vor der Wahl der PRI-Kandidat offensichtlich von der Drogenmafia ermordet worden war, und dem von täglichen Morden erschütterten Chihuahua an der Grenze zu Texas, triumphierte hingegen die PRI – und die Wahlenthaltung. In Chihuahua lag die Wahlbeteiligung bei 36 Prozent, davon gaben weitere fünf Prozent ungültige Stimmzettel ab. Während in Deutschland „Die Zeit“ titelte: „Die alten Herren Mexikos sind zurück“, fragte in Mexiko „La Jornada“ für Chihuahua: „Transition – aber wohin?“ Sicher ist einstweilen nur, dass sich auf Bundesebene die Kräfteverhältnisse in der Abgeordnetenkammer deutlich zugunsten der PRI verschoben haben: Mit 40 Prozent liegt sie nun vor der PAN mit 27 Prozent. Die PRD ist auf den dritten Platz abgerutscht. (Bildquelle: Public Domain)

Mexiko: Prominente Opfer der Drogenkartelle (30. Juni 2010)

Mexiko: Prominente Opfer der Drogenkartelle. Die Gruppe Los Tigres del Norte. Foto: KrudoAm Sonnabend stirbt ein bekannter Sänger in Sinaloa im Kugelhagel, am Sonntag überleben elf Patienten einer Drogenentzugsklinik in Durango einen Angriff von gedungenen Mördern nicht, und am Montag werden ein bekannter Politiker und seine Begleiter in Tamaulipas Opfer eines Anschlags. Das Morden in Mexiko geht unvermindert weiter. Mehr als 22.000 Menschenleben hat der Drogenkrieg seit 2006 gefordert. Die Ermordung von Rodolfo Torre Cantú, PRI-Kandidat für den Gouverneursposten im nordöstlichen Bundesstaat Tamaulipas, ist dabei nur einer der spektakulärsten Fälle. Inzwischen wurde mit dem Bruder des Ermordeten, Egidio Torre Cantú, ein Ersatzkandidat bestimmt. Die Gouverneurswahlen werden am Sonntag in Tamaulipas ebenso wie in zwölf anderen Bundesstaaten planmäßig durchgeführt. Die Politiker fordern die Bürger auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen, und Präsident Calderón beschwört aufs Neue den entschiedenen Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Torres Ermordung hat den Tod des Sängers Sergio “El Shaka” Vega fast aus den Medien verdrängt. Der populäre Sänger von sogenannten narcocorridos, Balladen, die nicht selten das Leben von Drogenhändlern verklären, ist bereits der achte Musiker, der in den letzten Jahren in Mexiko den Kartellen zum Opfer fiel. Die Verbindungen von Popgrößen zu den Drogenbossen sind bekannt; ebenso wie zu Al Capones Zeiten in den USA können populäre Musiker in Mexiko ohne die Protektion von Verbrechersyndikaten kaum existieren. Wiederholt wurden bekannte Künstler bei Auftritten vor Drogenbossen verhaftet. Die Loblieder auf Drogenhändler, wie sie auch “El Shaka” sang, machen diese Musiker zudem zu Zielscheiben konkurrierender Banden. Es ist zu befürchten, dass Sergio Vega, den seine Mörder mit sechs gezielten Schüssen töteten, nicht das letzte Opfer sein wird. (Bildquelle: Krudo)


Fernsehtipps:

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  • Oaxaca Style – Die Küche der mexikanischen Ureinwohner – Freitag (3.09.10), 12:00 Uhr
  • Mexico Stadt – Stadt ohne Ende – Freitag (3.09.10), 13:00 Uhr
  • Die Ärzte der Maya-Könige – Freitag (3.09.10), 15:45 Uhr

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