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Erstes Welttreffen der Solidarität mit Kuba in Havanna

Autor:  |  Frühjahr 1995

Das Erste Welttreffen der Solidarität mit Kuba fand vom 21.-25.11.1994 in der kubanischen Hauptstadt Havanna statt. Zu den 3072 Teilnehmern aus 109 Ländern gehörten auch die Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú, Guatemala, Daniel Ortega, FMLN Nicaragua, Lucius Walker, Pastors for Peace, USA sowie Vertreter der Regierungen Nordkoreas und Vietnams. Als Vertreter der kubanischen Seite sprachen Sergio Corrieri, Präsident des ICAP (Institut für Völkerfreundschaft), Carlos Lage, Sekretär des Exekutivkomitees des Ministerrates und zuständig für Wirtschaftsfragen, Roberto Robaina, Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Staatspräsident Fidel Castro.

Die Vertreter der Solidaritätsbewegung beschlossen, im Jahr 1995 die Unterstützung für den Inselstaat zu verstärken. Mit zahlreichen Aktionen und in unterschiedlichster Weise sollen die Wahrheit über Kuba verbreitet und die Kontakte mit dem Land gefördert werden. Aus diesem Grund erachteten es die Teilnehmer des Treffens als notwendig, auch die Kontakte untereinander zu verstärken und die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Alle Kommunikationsmittel – Printmedien, Rundfunk, Fernsehen, E-Mail u.a. – müssen genutzt werden, um eine breitere Öffentlichkeit auf der ganzen Welt zu erreichen.

Schwerpunkte der Arbeit sollen dabei weltweit insbesondere der Kampf gegen die illegale und inhumane Blockade der USA gegen Kuba und der Einsatz dafür sein, daß Kuba am sogenannten Amerika-Gipfel in Miami teilnehmen kann.

Das Welttreffen tagte in drei Arbeitsgruppen zu den Themen: Aktionen gegen die Blockade, Hetzkampagnen und die Wahrheit über Kuba und Gedanken- und Erfahrungsaustausch für die Solidarität mit Kuba.

Die Teilnehmer an den Sitzungen der Kommission l “Aktionen gegen die Blockade” berieten im Teatro Carlos Marx geeignete Aktionen zur Beendigung der Blockade. So wurde beschlossen, sich in internationalen Foren und Organisationen für die Erfüllung der diesbezüglichen UNO-Resolutionen einzusetzen, um die Isolation der US-amerikanischen Kuba-Politik zu verdeutlichen. Die Delegierten riefen zur Unterstützung einer Teilnahme Kubas am UNO-Weltgipfel für soziale Entwicklung im März 1995 in Kopenhagen, Dänemark, auf. Sie regten darüberhinaus an, ein internationales Jugendfestival der Solidarität durchzuführen, zu welchem auch ein Rockfestival stattfinden sollte. Alle Formen des Austausches mit Kuba, wie z.B. der Handel, Investitionen und der Tourismus sind zu fördern, um auch auf diese Weise ein realistisches Bild über die kubanische Wirklichkeit zu verbreiten. Es wurde angeregt, eine Gruppe von Nobelpreisträgern zu gewinnen, sich mit literarischen Beiträgen an der Kampagne gegen die Blockade zu beteiligen.

Kommission 2, die im Palacio de las Convenciones tagte, debattierte ausführlich über das Thema “Hetzkampagnen und die Wahrheit über Kuba”. Schwerpunkt der Diskussion in dieser Arbeitsgruppe waren Möglichkeiten und Formen, die Wahrheit über Kuba zu verbreiten. Zu diesem Zweck sollen moderne Kommunikationsmittel (E-Mail, Rundfunk, Fernsehen etc.) ebenso wie Formen herkömmlicher Medienarbeit wie Artikel, Leserbriefe und ähnliches genutzt werden. Vor allem in der Presse der USA sollen als Ergebnis des Treffens verstärkt Anzeigen veröffentlicht werden. Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe schlugen vor, Kuba zu ersuchen, in regelmäßigen Abständen, Informationsmaterial über die wirtschaftliche, politische, soziale und kulturelle Entwicklung, über Erfolge und Schwierigkeiten im Land zu veröffentlichen. Solche Veröffentlichungen würden die Arbeit der Aktivisten der Solidaritätsbewegung unterstützen Kommission 3 führte im Palacio de las Convenciones einen “Gedanken- und Erfahrungsaustausch für die Solidarität mit Kuba”. In Anbetracht der breiten Vertretung von Parlamentariern auf dem Treffen riefen die Teilnehmer die Parlamente und die legislativen Instanzen in der Welt auf, in ihren Ländern und regionalen Gruppen das Ende der Blockade und die Respektierung des Rechtes des kubanischen Volkes auf freie Entscheidung über seine eigene Entwicklung zu fördern. Dazu sollten Komitees und interparlamentarische Gruppen gebildet werden. Es sollen internationale Treffen und Konvente zur Koordination der Solidaritätsbewegung durchgeführt werden. Die verschiedenen Solidaritätskampagnen zur Lieferung von Schulmaterial, Milchpulver, Medikamenten u.a. sind, entsprechend den Möglichkeiten der einzelnen Gruppen und den Prioritäten Kubas, zu verstärken. Die Freundschafts- und Solidaritätsbewegung wird die jeweiligen Regierungen drängen, sich im Rahmen des XI. Gipfels der “Bewegung der Blockfreien Staaten” und des V. Iberoamerikanischen Gipfels gegen die Blockade einzusetzen und Kuba zu unterstützen.

Zum Abschluß des Welttreffens wurde folgender Beschluß angenommen:

  1. Das Jahr 1995 wird zum “Internationalen Jahr von Jose Marti” und des “Kampfes gegen die Blockade” erklärt
  2. Um den 19. Mai, dem Tag, an dem der kubanische Nationalheld vor hundert Jahren im Unabhängigkeitskampf fiel, wird eine “Woche von Marti und der Unterstützung Kubas” begangen. In dieser Woche werden die Solidaritätsbewegungen in jedem Land die verschiedensten Aktionen durchführen.
  3. Die nationalen und regionalen Treffen der Solidarität mit Kuba werden weiterhin stattfinden, wobei alle Gruppen und Kräfte teilnehmen sollten, die sich für die Freundschaft mit Kuba einsetzen.
  4. Es wird gegen den Ausschluß Kubas vom Hemisphärengipfel in Miami protestiert, der von der Regierung der Vereinigten Staaten einberufen wird.
  5. Die Spenden von Material und die ökonomische Hilfe sind Ausdruck des Willens zur Solidarität mit Kuba. Sie werden intensiviert.
  6. Die Solidaritätsbewegung muß forciert und auf die verschiedensten Bereiche der Gesellschaft ausgedehnt werden. Ziel ist es, den Austausch mit Kuba, die Besuche in diesem Land, den Tourismus und die Investitionen in die kubanische Wirtschaft verstärken.
  7. Der 10. Oktober, Tag des Beginns des revolutionären Kampfes des kubanischen Volkes, wird zum “Weltweiten Tag der Solidarität mit Kuba” ausgerufen.

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