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Ecuador: Anklage gegen Offizier wegen Rassenhasses (04. Mai 2017)

noticia_ecuador_esmil_Presidencia_de_la_República_del_Ecuador„In meiner Armee wird kein Schwarzer Offizier!“ Diese Aussage eines Ausbilders ist nur ein Beispiel für die Diskriminierung, die der junge Rekrut Michael Arce in der ecuadorianischen Armee zu erdulden hatte. Beschimpfungen, Erniedrigungen, körperliche Gewalt waren für ihn ab dem 2. Oktober 2011, seinem ersten Tag in den Streitkräften, an der Tagesordnung. Der Capitán Fernando E., der Hauptverantwortliche für die Attacken gegen Arce, ist jetzt in Ecuador zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, am 5. Juli soll die endgültige Entscheidung über das Urteil erfolgen. Der Fall ist in dem Andenstaat insofern bedeutsam, als hier zum ersten Mal eine Anklage wegen eines Hassverbrechens erfolgte. Dabei ist Rassismus auch in Ecuador alltäglich. Etwa acht Prozent der Bevölkerung haben afrokubanische Wurzeln. Ebenso wie die Indigenen sind Afroecuadorianer ärmer, schlechter ausgebildet und haben schlechtere Jobs. Michael Arce blieb nur knapp zwei Monate an der Escuela Superior Militar Eloy Alfaro (Esmil), dann verließ er die Streitkräfte. Eine Untersuchung, die nach einer Beschwerde im Dezember 2011 eingeleitet wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Diskriminierung bei der Kadettenausbildung an der Esmil systematisch stattfinde, nicht nur aufgrund der Hautfarbe, sondern auch aus homophoben und machistischen Gründen. Michael Arce hatte sich übrigens für die militärische Laufbahn entschieden, weil er der erste schwarze General Ecuadors werden wollte. (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador).

Ecuador: Lenín Moreno ist aussichtsreichster Kandidat für das Präsidentenamt (23. März 2017)

noticias_ecuador_lenin_moreno_Foto_Eduardo_Santillán_Presidencia_de_la_República_del_EcuadorEcuador befindet sich im Endspurt des Wahlkampfes für die Stichwahl um das Präsidentenamt am 2. April. Laut Meinungsumfragen ist Lenín Moreno von der regierenden Alianza País der aussichtsreichste Kandidat. Er käme demnach auf 52 Prozent der Wählerstimmen, auf seinen konservativen Gegner Guillermo Lasso (CREO-Suma) entfielen wohl nur 35 Prozent. Vor Vertretern der ausländischen Presse erläuterte der Kandidat der Alianza País gestern sein Regierungsprogramm und setzte sich dabei auch vom amtierenden Präsidenten Rafael Correa ab. Er betonte allerdings, dass seine Differenzen zu Correa vor allem im Regierungsstil lägen. Moreno setzt auf Dialog. Bereits als Vizepräsident war er dafür bekannt gewesen, dass seine Türe immer offen stand. „Mit mir kann man reden“, betonte er vor den Pressevertretern. Schwerpunkte für seine Regierungsarbeit setzt er im sozialen Bereich. Sein Ziel sei eine lebenslange Krankenversicherung für alle Ecuadorianer (Toda una vida). Darüber hinaus solle der Wohnungsbau gefördert werden. In Ecuador seien zwei Fünftel der Bevölkerung ohne Bleibe, weshalb der Bau von ca. 325.000 Wohnungen geplant sei. 121.000 davon sollen kostenlos für arme Familien zur Verfügung gestellt werden. Das Programm La casa para todos schaffe zudem 136.000 neue Arbeitsplätze. Moreno führte weiter aus, dass auch unter seiner Regierung die extraktivistische Politik fortgesetzt werde. Er kenne kein Land, das seine Bodenschätze nicht nutze, es werde künftig aber darauf geachtet, dass die „besseren internationalen Standards“ eingehalten werden (Bildquelle: Presidencia de la República del Ecuador, Eduardo Santillán).


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